Baedeker Reiseführer Venedig - Hilke Maunder - E-Book

Baedeker Reiseführer Venedig E-Book

Hilke Maunder

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Beschreibung

Mit den Baedeker E-Books Gewicht im Reisegepäck sparen und viele praktische Zusatzfunktionen nutzen!

- Einfaches Navigieren im Text durch Links
- Offline-Karten (ohne Roaming)
- NEU: Karten und Grafiken mit einem Klick downloaden, ausdrucken, mitnehmen oder für später speichern
- Weblinks führen direkt zu den Websites der Tipps

Tipp: Erstellen Sie Ihren persönlichen Reiseplan durch Lesezeichen und Notizen… und durchsuchen Sie das E-Book mit der praktischen Volltextsuche!

E-Book basiert auf: 18. Auflage 2018

Zwischen Himmel und Meer: Das halbmondförmige Binnenmeer mit Venedig als Perle ist etwas größer als der Bodensee. Wie Oasen liegen 117 Inseln in den seichten Fluten. Früher waren sie Festungen, Verstecke, Leprastation, Lazarett, Kloster oder Küchengarten. Andere sind seit Jahrhunderten Heimstätten alter Handwerkskunst. Diese Landschaft zwischen Festland und Adria ist weltweit einzigartig. Erkunden Sie die Lagune mit dem Boot! Im neuen Baedeker Venedig erfahren Sie, welche Törns besonders reizvoll sind …
Die tollen Tage beginnen 14 Tage vor Aschermittwoch: An einem Stahlseil schwebt der Engel vom Campanile auf den Markusplatz. Es regnet Konfetti. Glocken läuten. Dann bricht der Jubel los und die Party der Maskierten beginnt. Der »Volo dell’ Angelo« ist Auftakt zur fünften Jahreszeit in der Lagune: Venedig feiert Karneval! Der Baedeker Venedig verrät Ihnen, wo die prachtvollsten Kostüme feilgeboten und ausgeliehen werden – gewusst wo, können Sie sogar Ihre eigene kunstvolle Maske anfertigen!
Nicht unbedingt augenscheinliche, vielmehr magische Momente stehen beim neuen Baedeker im Fokus: Donna Leon hat sie 1981 entdeckt, als sie – gerade in ihrer Wahlheimat angekommen – tagelang planlos durch die Gassen spazierte: die Bar Rosa Salva am Campo Santi Giovanni e Paolo in Castello. Bis heute ist die Pasticceria für die Erfinderin von Commissario Bruntti ein magischer Ort: Hier trifft sich Venedig, trinkt einen Espresso und genießt süße Teilchen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 424

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Inhalt

Ihr digitaler Baedeker

Schiffslinienplan Venedig

Preiskategorien & Legende

Top 16

10 Souvenirs

Baedekers Top-Ziele

Magische Momente

Vivaldi lebt!

Wo Alt und Neu verschmelzen

Morgentörn

Der Reiz des Geheimnisvollen

Wohnen im Palazzo

Essen mit Aussicht

Mit dem Schiff zum Strand

Bacaro Risorto: ehrliches Kleinod

Café Rosa Salva

Sich einfach mal verlieren

Überraschendes

6 x Einfach unbezahlbar

6 x Typisches

6 x Erstaunliches

6 x Für Kinder

6 x Durchatmen

Das ist Venedig

Touren

Tour 1: San Marco: Das Herz der Seerepublik

Tour 2: San Polo & Santa Croce: authentische Viertel

Tour 3: Cannaregio: jüdische Spuren und Alltag

Tour 4: Dorsoduro: Kunst und Seefahrt

Tour 5: Ein kulinarischer Spaziergang

Sehenswertes

Arsenale

Basilica di San Marco

Baedeker Wissen: Basilica di San Marco

Burano

Ca’ d’Oro

·

Galleria Giorgio Franchetti

Ca’ Pesaro

Ca’ Rezzonico

Baedeker Wissen: Venedigs Paläste

Campo Santa Margherita

Campo Santo Stefano

Campo San Trovaso

Baedeker Wissen: Königin der Kanäle

Baedeker Wissen: O sole mio

Canal Grande

Baedeker Wissen: Düstere Geheimnisse

Chioggia

Collezione Peggy Guggenheim

Fondaco dei Tedeschi

Fondazione Querini Stampalia

Gallerie dell’Accademia

I Gesuiti · Santa Maria Assunta

Ghetto

Giardini Pubblici

Giudecca

Inseln in der Lagune

Lido di Jesolo

Lido di Venezia

Madonna Dell’Orto · Santa Maria dell’Orto

Mercerie

Murano

Baedeker Wissen: Mundgeblasene Juwelen

Palazzo Ducale · Dogenpalast

Baedeker Wissen: Dogenpalast

Piazza San Marco

Ponte di Rialto

Riva degli Schiavoni

San Giorgio Maggiore

San Polo

Santa Maria Gloriosa dei Frari · Frari

Santa Maria della Salute

Santi Giovanni e Paolo · San Zanipolo

Scuola Grande di San Rocco

Teatro La Fenice

Torcello

Hintergrund

Die Stadt und ihre Menschen

Baedeker Wissen: Venedig auf einen Blick

Geschichte eines Seereichs

Baedeker Wissen: Seemacht Venedig

Baedeker Wissen: Wie Venedig überlebt

Kunst und Kultur

Baedeker Wissen: Wie Venedig gebaut wurde

Baedeker Wissen: Tod in Venedig

Interessante Menschen

Erleben und Geniessen

Ausgehen

Essen und Trinken

Baedeker Wissen: Typische Gerichte

Feiern

Shoppen

Baedeker Wissen: Kostüme für den Karneval

Stadtbesichtigung

Übernachten

Praktische Informationen

Anreise · Reisevorbereitung

Kurz und bündig

Auskunft

Etikette

Geld

Gesundheit

Lesetipps

Preise · Vergünstigungen

Reisezeit

Sprache

Telekommunikation · Post

Verkehr

Verzeichnis der Karten und Grafiken

Impressum

Karl Baedeker erfindet den Reiseführer

Ihr digitaler Baedeker

So nutzen Sie Ihr E-Book optimal

Praktische Volltextsuche

Sie möchten direkt alle Informationen zu einem bestimmten Ort erhalten oder gezielt nach einem Ort oder einer Einrichtung suchen? Nutzen Sie die interne Volltextsuche des E-Books, um schnell alle relevanten Suchergebnisse aufgelistet zu bekommen.

Individuelle Routenplanung

Der Baedeker listet im Kapitel „Touren“ schon einige der schönsten Reiserouten auf. Sie können jedoch auch Ihre ganz persönliche Route planen, indem Sie die Lesezeichenfunktion Ihres E-Books verwenden. Setzen Sie dazu einfach an allen Stellen im E-Book, die Sie für Ihre individuelle Route berücksichtigen wollen ein Lesezeichen.

Offline Kartennutzung

Laden Sie sich die Karten des Baedeker auf Ihr Endgerät herunter und und nutzen Sie sie überall, ob daheim oder unterwegs, online oder offline.

Faltkarte hier herunterladen ! >>

Schiffslinienplan Venedig

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Preiskategorien & Legende

Restaurants

Preiskategorien für ein Dreigänge-Menü

€€€€über 80 €€€€60 – 80 €€€40 – 60 €€bis 40 €

Hotels

Preiskategorien für ein Doppelzimmer

€€€€über 250 €€€€180 – 250 €€€120 – 180 €€bis 120 €

Baedeker Wissen

Textspecial, Infografik & 3D

Baedeker-Sterneziele

    Top-Sehenswürdgkeiten

       Herausragende Sehenswürdgkeiten

Inspirierende Hintergründe und neue Sichtweisen.

Lesen Sie faszinierende Geschichten, die man sonst eher selten zu hören bekommt.

Überraschende Erlebnisse warten auf Sie.

Entdecken Sie das Besondere, Orte zum Durchatmen und einfach Unbezahlbares.

Magische Momente bringen Sie ins Schwärmen.

Kommen Sie zur rechten Zeit an den richtigen Ort und erleben Sie Unvergessliches.

Top 16

Die Top-Sehenswürdigkeiten von Venedig

Basilica Di San Marco

Mit ihren prachtvollen Mosaiken auf Goldgrund und anderen Schätzen ist sie die Königin der venezianischen Kirchen. Mehr >>>

Burano

Feinste Spitzen und bunte Fischerhäuser in der Lagune – ein Gesamtkunstwerk Mehr >>>

Ca´ D´oro

Das »Goldene Haus« am Canal Grande besitzt den schönsten Balkon Venedigs. Mehr >>>

Canal Grande

Die zauberhafte Wasserstraße ist ein Bilderbuch der Architektur: In ihrem Wasser spiegeln sich über 200 Palazzi und 15 Kirchen. Mehr >>>

Collezione Peggy Guggenheim

Die Sammlung der exzentrischen Amerikanerin ist ein »Who is who« der klassischen Moderne. Mehr >>>

Gallerie Dell´ Accademia

Die großen venezianischen Maler von der Gotik bis zum Rokoko unter einem Dach Mehr >>>

Ghetto

Spuren jüdischen Lebens im ältesten Ghetto der Welt Mehr >>>

San Lazzaro Degli Armeni

Ein noch bewohntes Kloster in der Lagune Mehr >>>

Murano

Ein Kosmos aus Glas und eine der schönsten Kirchen der Lagune Mehr >>>

Palazzo Ducale

Er war 1000 Jahre lang Symbol und Stolz der Seerepublik – ein Bau mit vielen Geschichten. Mehr >>>

Piazza San Marco

Mittelpunkt Venedigs und das Herz der Lagunenstadt Mehr >>>

Ponte Di Rialto

Eines der Wahrzeichen der Stadt. Seit 1100 Jahren findet hier der zentrale Markt statt und pulsiert das Leben. Mehr >>>

Santa Maria Gloriosa Dei Frari

Die äußerlich eher schlichte Kirche quillt förmlich über von Kunstwerken berühmter Venezianer. Mehr >>>

Santa Maria Della Salute

Die Kirche mit ihren mächtigen Kuppeln ist ein Symbol für den Sieg über die verheerende Pest. Mehr >>>

Santi Giovanni E Paolo · San Zanipolo

27 Dogen und einige berühmte Künstler sind hier bestattet – ihre Grabmäler schöne Beispiele der Bildhauerei. Mehr >>>

Scuola Grande Di San Rocco

Tintoretto, selbst Mitglied der Rochus-Bruderschaft, schuf hier in 20 Jahren ein Gesamtkunstwerk aus 62 Wand- und Deckengemälden. Mehr >>>

Willkommen bei Baedeker!

Diesen Magischen Moment in Venedig möchte ich Ihnen ganz besonders ans Herz legen: Machen Sie mal einen Morgentörn. Steigen Sie in ein Vaporetto, wenn die ersten Sonnenstrahlen die schlafende Stadt wecken und lassen Sie sich durch den Canal Grande schippern. In der Morgendämmerung ist Venedig auch hier noch authentisch. Schließlich sind die selbst erlebten Geschichten die schönsten, um sie zu Hause zu erzählen.

Wir wünschen Ihnen lebendige Eindrücke und Zeit für das Wesentliche! Entdecken Sie mit Baedeker das Außergewöhnliche, lassen Sie sich inspirieren und gestalten Sie Ihr persönliches Programm nach Ihren Vorlieben.

Herzlichst

Rainer Eisenschmid, Chefredakteur Baedeker

10 Souvenirs

10 Dinge und Erinnerungen, die ich mitnehme …

1.

Ein Briefbeschwerer aus Murano-Glas

2.

Die Lebensart der Italiener zwischen bella figura, dolce vita und vaffan ... nein, diesen Ausdruck nennen wir hier nicht!

3.

Handgeschöpftes Papier von der Legatoria Piazzese

4.

Die Erinnerung an stille Morgen, wenn die Sonne aus der Lagune auftaucht und die Stadt langsam erwacht baedeker.com

5.

Ein knallrotes Marini-T-Shirt aus dem Museumsshop der Collezione Peggy Guggenheim

6.

Der Zauber der Lagune, wenn der Trubel Venedigs der stillen Weite weicht

7.

Kaffee aus der Torrefazione Cannareggio (www.torrefazionecannaregio.it), die Arabica und Robusta vor Ort röstet

8.

Eine Mini-Gondel als Schlüsselanhänger – dieser Kitsch ist schon wieder Kult.

9.

Rezepte für die venezianischen Cicchetti, Vorspeisen aus den Kostlichkeiten der Lagune – Lindy Wildsmith stellt sie in ihrem gleichnamigen Kochbuch zum Nachkochen vor.

10.

Ein Döschen Sand vom Lido – wenn er durch die Finger rinnt, ist das Ferien- in-Venedig-Gefühl sofort wieder da!

Baedekers Top-Ziele

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Magische Momente

Vivaldi lebt!

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Wo Alt und Neu verschmelzen

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Morgentörn

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Der Reiz des Geheimnisvollen

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Wohnen im Palazzo

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Essen mit Aussicht

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Mit dem Schiff zum Strand

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Bacaro Risorto: ehrliches Kleinod

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Café Rosa Salva

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Sich einfach mal verlieren

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Überraschendes

6 x Einfach unbezahlbar:

Erlebnisse, die für Geld nicht zu bekommen sind > > >

6 x Typisches:

Dafür fährt man nach Venedig > > >

6 x Erstaunliches:

Überraschen Sie Ihre Reisebegleitung > > >

6 x Für Kinder:

Langeweile verboten > > >

6 x Durchatmen:

Entspannen, wohlfühlen, runterkommen > > >

© Huber: S. Kremer

Lassen Sie sich doch mal auf das närrische Abenteuer Karneval ein und mischen Sie sich unter die Leute im Palazzo Pisani Moretta.

D

Das ist...

... Venedig

Die großen Themen rund um die Lagunenstadt. Lassen Sie sich inspirieren!

© DuMont Bildarchiv: S. Lubenow

Zwischen Himmel Und Meer

Das halbmondförmige Binnenmeer mit Venedig als Perle ist etwas größer als der Bodensee. Wie Oasen liegen 117 Inseln in den seichten Fluten. Früher waren sie Festungen, Verstecke, Leprastation, Lazarett, Kloster oder Küchengarten. Andere sind seit Jahrhunderten Heimstätten alter Handwerkskunst. Diese Landschaft zwischen Festland und Adria ist weltweit einzigartig.

© Mauritius Images: ClickAlps

LEISE gleitet das schwere Boot mit den rotbraunen Segeln durch die Lagune. Vielfarbig glänzt das glatte Wasser. Wie eine Traumgestalt zeichnet sich die Kuppel der Salute, der Globus auf der Dogana da Mar und die Spitze des Campanile am tiefblauen Himmel ab, den am Horizont die schneebedeckten Gipfel der Dolomiten begrenzen. Dann verschmilzt die Skyline der Serenissa mit der Lagune, sind Trubel und Lärm vergessen, zeigen hohe Holzpfähle den fahrbaren Weg zu den 117 Inseln, von denen jede ihre ganz eigene Bestimmung hat: Murano war einst das Ghetto der Glasbläser, Burano Heimat der Spitzenstickerinnen, Torcello Bischofssitz, andere sind Friedhofs-, Uni- oder Klosterinseln. Und viele sind noch Naturperlen, die erst in den letzten Jahren in den Fokus der Planer und Entwickler geraten sind wie La Certosa.

Slow-Food-Koch Mauro Stoppa steuert mit seinem flachen Traditionskahn »Eolo« mit Vorliebe kaum bekannte Inseln und unberührte Winkel in der Lagune an, von denen bereits Hermann Hesse in seinem Venedig-Reisebuch »Lagunenzauber« so schwärmte.

Sie sind vor allem im Norden, in der »Laguna morte« zu finden. Die »tote Lagune«, die fast die Hälfte der Lagune ausmacht und in die nur ausnahmsweise Salzwasser eindringt, verlandet immer mehr. In der mittleren Lagune dagegen wachsen künstliche Inseln wie Tronchetto in den sensiblen Lebensraum hinein. Im Süden sorgt das ständige Ausbaggern der Zufahrten nach Mestre und Marghera für einen Anstieg des Salzwassers und einen sinkenden Lagunenboden. Immer mehr Untiefen und Sandbänke verschwinden und verändern das Ökosystem. Und damit auch die »barene«, das Watt- und Marschland, das bei Hochwasser regelmäßig überschwemmt wird. Als Labyrinth zwischen Himmel und Erde, das von natürlichen Kanälen, den »ghebi« durchzogen ist, nimmt es über die Hälfte der 550 Quadratkilometer großen Wasserfläche ein. Austernfischer, Teichrallen und Blässhühner nisten im »baro«, dem dichten Gestrüpp, Haubentaucher und Silberreiher rasten hier beim Vogelzug.

Valle da Pesca – Aquakultur in der Lagune

Mauro Stoppa hat jetzt mit seinem Holzsegler »Eolo« den Rand der Lagune erreicht, lässt die Segel fallen und zeigt auf das Schilfgeflecht. Es markiert die Grenze eines Valle da Pesca – seit dem 11. Jh. wird in solchen »Fisch-Tälern« Fisch gezüchtet und gefangen. Einige sind nur wenige Hundert Quadratmeter groß, das Val Dogà als intensivste Fischkultur fast 17 km². Aal (venez. bisato), Meeräsche (meciato), Wolfsbarsch (bransin) und Goldbrasse (orada) wachsen dort heran, bis sie groß genug sind, um auf dem Rialto-Fischmarkt verkauft zu werden. An einer Backsteinwand im Durchgang zur Ponte de la Pescaria informiert eine Steintafel über die »Lunghezze minime permesse per la vendita del pesce delle seguenti qualità«, die Mindestgröße der zum Verkauf erlaubten Fische.

Das ökologische Gleichgewicht in der Lagune ist gefährdet, und die Regierung schränkt die Fischerei zunehmend ein. Aus Hartplastik und mit High-Tech-Innenleben ausgestattet sind die Roboterfische, mit denen ein Forscherverbund unter Leitung der Universität Graz Umwelt und Natur in der Lagune von Venedig überwacht. Ständig analysieren sie Temperatur, Wassertrübung, Salzgehalt, Strömung und Tiefe und machen auf Knopfdruck Fotos von Flora und Fauna. Vielleicht entdecken Sie ja bei Ihrem Törn durch die Lagune die gut zwei Meter großen Basisstationen des EU-Projekts »subCULTron«, künstliche Seerosen, an denen die »aFISH« andocken, um ihre Daten zu übertragen und Batterien aufzuladen.

© DuMont Bildarchiv: S. Lubenow

Venedig erschmecken: Fisch und Meerestiere aus der Lagune bestimmen den Speiseplan.

Willkommen An Bord!

Erkunden Sie die Lagune mit dem Boot! Törns bieten Mauro Stoppa (I Tamserisi, Tel. 0 34 9743 15 52, www.cruisingvenice.com/isole-slow) und Terra e Aqua (Dorsoduro 3485/a, Tel. 0 34 74 20 50 04, www.veneziainbarca.it). Mittags wird in einer Insel-Taverne gegessen oder an Bord gepicknickt. Martino Rizzi darf auch über die ehemalige Quarantäneinsel Lazzaretto Vecchio führen, zu der sonst bislang nur die Archäologen Zutritt haben (Guide to Venice, Tel. 032 89 48 56 71, www.guidetovenice.it/laguna.htm).

Gondeln, Sandolos Und Grosse Regatten

Venedig und die Lagune sind ein eigener Kosmos, durchzogen von einem Labyrinth kleiner und großer Kanäle, mit zahlreichen bewohnten und unbewohnten Inseln und Eilanden. Die erste feste Verbindung zum Festland erhielt Venedig erst 1846. Doch bis heute gilt: Ohne Boot geht (fast) nichts.

IN Venedig kann man sich nur zu Fuß oder zu Wasser bewegen. Daher waren in Stadt und Lagune über 100 verschiedene Bootstypen unterwegs. Heute sind davon noch rund 20 erhalten. Einen Überblick erhalten Sie bei der alljährlichen Regata Storica am ersten Septembersonntag!

Traditionsboote heute

Angetrieben werden die Traditionsboote bis heute nur mit Muskelkraft. Doch dank der ausgefeilten Konstruktion der Boote, der Beschaffenheit des Ruders und der Ruderrolle (forcola) ist dies beileibe kein Kraftakt: Ein Gondoliere verbraucht beim Bewegen eines 900 kg schweren Boots kaum mehr Energie als ein Fußgänger! Zur Festa della Sensa brachten einst 168 Ruderer den Dogen in seiner prunkvollen, doppelstöckigen Bucintoro von San Marco hinüber zur Kirche San Nicolò. Nach den Gebeten für die Sicherheit der Seefahrer warf der Doge unter Gesängen einen gesegneten Goldring ins Meer, um die Vermählung Venedigs mit dem Meer, Sposalizio del Mare, und die Oberherrschaft Venedigs über die Adria zu feiern. Bis heute erinnert das Fest an den Sieg über die dalmatinischen Piraten im Jahr 997, mittlerweile leitet allerdings der Bürgermeister die Zeremonie. Dafür steigt der »Sindaco« in die Desdotona – das kunstvoll geschmückte Vollholzboot mit 18 Ruderplätzen eröffnet alle Umzüge und Paraden auf dem Wasser. Ihre Waren ruderten die Venezianer mit sechs Mann auf der geräumigen, schweren Caorlina zum Markt, dem größten Transportschiff der Vollholzflotte.

Den Sandolo, ein acht bis zehn Meter langer Transportkahn, trieben vier Männer mit Muskelkraft an. Heute kann man ihn je nach Bedarf zum Angeln, zur Fischerei, Regatta oder zum Personentransport anpassen. Wie die Gondel ist er asymmetrisch gebaut, um den einseitigen Ruderschlag bzw. Linksdrall auszugleichen. Der entsteht, wenn das Boot nur von einem einzigen Mann gerudert wird. Und das geschieht in Venedig stets stehend. Die aufrechte Haltung spart Kraft und sorgt für den besten Überblick im dichten Verkehr. Auch lassen sich Sandbänke, Bojen oder Hindernisse leichter erkennen. Die Mascreta ist etwas schmaler als der Sandolo. Woher der Holzkahn seinen ungewöhnlichen Namen hat? Er war einst das bevorzugte Gefährt von Prostituierten, die ebenfalls zum Paddel griffen – und für die Kahnfahrt eine Maske trugen, um unerkannt zu bleiben. Mit der Batela oder Burchielle wird bis heute Baumaterial und Bauschutt transportiert, mit der Scoazarra der Müll. In Sabbionere brachte man einst Ballast zu den Schiffen. Seit Jahrhunderten im Einsatz sind auch die Traghetti, die Gondelfähren. Extra für die Regata Storica wurde der schmale Gondolino für zwei Ruderer entworfen, der leichter, bunt und schwieriger zu rudern ist.

© AWL Images: J. Arnold

Seit dem Jahr 697 wird sie in den »squeri« in Handarbeit gefertigt: die Königin der Wasserwege, die Gondola.

Regatten Und Ruderkurse

Der Glanz der Seerepublik lebt bei der Regata Storica am ersten Septembersonntag wieder auf: Tausende historischer Boote mit kostümierten Ruderern gleiten den Canal Grande hinab, bevor dann das eigentliche Rennen beginnt. Bei der Vogalonga >>> bewegt sich an einem Sonntag Ende Mai ein bunter Zug paddelnd oder rudernd 3o km durch die Lagune. Hunderte Boote, alle mit Muskelkraft betrieben, sind dabei (www.vogalonga.com). Bei Row Venice >>> zeigen »vogatori« auch Anfängern, wie man eine Gondel richtig rudert.

Die Königin der Wasserwege

... ist jedoch zweifellos die Gondola, die nur Personen, niemals Lasten befördert. Seit dem Jahr 697 fertigen sie die »squeri«, die Gondelwerften der Stadt. Ende des 19. Jh.s wurden die ersten asymmetrischen Gondeln gebaut, deren gekrümmter Rumpf es erlaubte, das Boot statt wie bisher von zwei an Bug und Heck, nur von einem Mann rudern zu lassen. Heute befahren über 400 Gondolieri die venezianischen Kanäle. 2010 bestand Giorgia Boscolo als erste Frau die »Fahrprüfung« zur Gondoliere und stieß damit in einen Berufsstand vor, der fast 1000 Jahre reine Männerdomäne war.

Völlig verschwunden ist die »felze«, die man einst auf die Gondeln stellte und mit dem »rasse«, einem schweren Wolltuch, bedeckte. So waren die Gondelpassagiere nicht nur vor Regen, sondern auch vor neugierigen Blicken geschützt – im Museo Storico Navale können Sie noch ein intaktes Exemplar bewundern. Ob es wohl jene Felze war, die Nicolas Remin zu seinem Krimi »Requiem am Rialto« inspirierte?

Auf Den Spuren Von Commissario Brunetti

Er ist einer der berühmtesten Venezianer, obwohl es ihn eigentlich gar nicht gibt: Guido Brunetti. Fast zwei Dutzend TV-Folgen hat Uwe Kockisch dem Ermittler aus Donna Leons Romanen Gestalt gegeben – ein sympathischer Kommissar mit seiner klugen Ehefrau Paola und einer typisch italienischen Familie. Der Commissario ist ein Genussmensch, und bei seinem Kampf gegen den Filz in den Behörden, korrupten Beamten und Verbrechern ermittelt er gerne abseits eingefahrener Wege.

UND so ist der charmante Commissario, der nun seit einem Vierteljahrhundert in seiner Questura Dienst tut, einer der besten Reiseführer für alle, die das echte Venedig entdecken möchten. In die Markusbasilika setzt Brunetti keinen Fuß, doch die Kirche San Pietro steuert er umso häufiger an. Oder er holt sich bei Rosa Salva ein süßes Teilchen und genießt es auf dem Campo San Giovanni e Paolo vor der gleichnamigen Kirche. Wie ihr mitunter melancholischer Polizist meidet auch Donna Leon zumindest bei Tageslicht die vielbesuchten Orte. Ihre Geschichten spielen an Plätzen, die die gebürtige Amerikanerin, die seit 1981 in Venedig lebt, aus ihrem Alltag kennt.

Doch die Schauplätze der Bücher sind nicht immer mit den Drehorten identisch. Die Verbrechen – illegale Adoptionen, Schwarzarbeit, Schmiergeld, Umweltfrevel oder Mord – passieren immer an weniger bekannten Orten. Mal ist es ein großbürgerlicher Palazzo, der nur zur Biennale zugänglich ist, mal ein Seniorenheim. Bei der Spurensuche mit Brunetti entdecken Sie nicht nur kaum bekannte Winkel, sondern auch typische Originale und Themen.

© picture-alliance/akg-images: Fotoreport/M. Hanschke

Brunetti mit Paola im Palazzo seines Schwiegervaters (2002)

Zwischendurch eine Ombra

In Buch und Film erhalten Sie gleich ein paar Restauranttipps. Gerne gönnt sich der Commissario mal ein Eis in der Gelateria am Campo Santo Stefano. Eines seiner Lieblingslokale ist die Trattoria Da Remigio >>> Den frischen Fisch für seine Meeresküche holt sich der Patrone Fabio Bianchi am selben Morgen auf der Pescheria am Rialtomarkt, wo Brunetti jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit vorbeikommt.

In den Romanen wohnt Brunetti am Campo San Polo im Palazzo Barbarigo della Terrazza, gedreht wird allerdings im Haus San Marco 3051. Doch nicht auf der Dachterrasse – diese versteckt sich hoch oben in einem Palazzo gegenüber der Anlegestelle Sant’ Angelo, wo Rio di San Polo und Rio de le Erbe in den Canal Grande münden. Wenn Brunetti dort nicht abends mit seiner Gattin und den beiden Kindern Fusilli mit grünen Oliven genießt, die Paola mit viel frischen Basilikumblättern und Parmesan serviert, dann sitzt er vielleicht mit seiner Familie auf der Wasserterrasse des Hotels La Calcina >>>, die alle so lieben. Oder er tafelt in der Trattoria Corte Sconta oder im Antiche Carampane – ebenfalls zwei Lieblingsadressen des Commissario. Wie auch das kleine, stets gut besuchte Bacaro Do Mori >>>, wo Brunetti gern eine »ombra« trinkt, den »Schatten«, wie die Venezianer ein Gläschen zwischendurch nennen.

Mord im Paradies

Brunettis Arbeitsplatz, die Questura, ist ein repräsentativer Bau mit markanten Säulen. Im Buch befindet sich das Polizeipräsidium am Fondamenta San Lorenzo, im Film am Campo della Confraternità – dort stehen auch die berühmten Säulen. Die Innenaufnahmen wiederum entstehen im Hotel Palazzo Stern. »Far bella figura« ist für Giuseppe Patta das Wichtigste. Brunettis Vorgesetzter bevorzugt Orte, die seine gesellschaftliche Stellung widerspiegeln. Und so beginnt der Vice-Questore gern seinen Arbeitstag mit einem Kaffee auf der Terrasse des noblen Gritti >>>. Seinen mittäglichen Pranzo nimmt er öfters am Pool des luxuriösen Cipriani auf der Giudecca ein. Abends kehrt der Vice-Questore gerne in Harry’s Bar >>> ein. Zur Bella figura gehören auch die schönen Blumensträuße der Questura. Diese besorgt Signorina Elettra am Campo San Salvador, wo es den hübschen Blumenladen tatsächlich gibt. Hat Brunetti Streit mit Patta und helfen selbst die aufmunternden Worte von Elettra nicht weiter. Dann besteigt er ein Boot und fährt hinaus in die Lagune, auf eine der Inseln, die bis heute Ruhe versprechen. Dorthin schickt Donna Leon ihren erfolgreichen Ermittler auch in seinem 26. Fall »Stille Wasser« (Diogenes 2017). Brunetti hatte einen Schwächeanfall, wird krankgeschrieben und will sich in der Lagune erholen. Doch da kommt er einem größeren Fall als je zuvor auf die Spur . . .

Brunettis Lieblingsplätze

Die bevorzugten Orte des Commissario stellt Toni Sepeda in zwölf Rundgängen in ihrem Buch »Mit Brunetti durch Venedig« vor (Diogenes 2017). Ein Streifzug zu 200 Drehorten ist das Nachschlagewerk »Hinter den Kulissen von Commissario Brunetti« von Elisabeth Hoffmann und Karl-L. Heinrich (Harms 2013, inkl. Stadtplan, 2). Oder lassen Sie sich von Dr. Susanne Kunz-Saponaro einen Spaziergang zu Ihren bzw. Brunettis Lieblingsorten zusammenstellen (1 Std. für 2 Pers. 75 €, www.stadtfuehrungen-venedig.de/brunetti.htm).

Meister Ihres Fachs

Kunstvolle Masken und Marmorpapier, feinste Spitze, farbiges Glas und edle Stoffe: Das venezianische Kunsthandwerk ist vielfältig und blickt auf eine lange Tradition zurück. Wer auf eigene Faust in den Werkstätten, Läden und Showrooms stöbert, sollte allerdings genau hinsehen: Nicht selten ist das vermeintlich authentische Souvenir ein Billigimport aus Fernost.

KEINE andere Stadt der Welt besitzt – gemessen an ihrer Einwohnerzahl – eine so hohe Dichte exzellenter Kunsthandwerker. Jahrhundertelang diente das örtliche (Kunst-)Handwerk der Prachtentfaltung der Republik und wurde von der Serenissima streng behütet, besonders die Glasbläserkunst und Spitzenstickerei. Zum Schutz vor Spionage wurden die Handwerker auf Laguneninseln verbannt und erhielten als Entschädigung für das Leben im Ghetto zahlreiche Privilegien. Sie waren von der Steuer befreit, konnten Ständeschranken überwinden und sogar in die Aristokratie einheiraten.

Schön und zerbrechlich

Kristallklares Glas, schimmernde Farben und subtile Formen – jahrhundertelang galt das Ghetto der Glasbläserauf Murano als das Herzstück der europäischer Glasmanufakturen. Bis heute produzieren hier berühmte Betriebe wie Barovier & Toso, Nason Moretti und Fratelli Toso Vasen, Skulpturen und Schmuckstücke in Handarbeit und aus den edelsten Materialien wie Silber und Gold. Echtes Murano-Glas wird stets als Original gekennzeichnet und mit Garantie versehen. Früher war alles, was opulent, floral und verspielt war, das Höchste. Heute arbeiten die Glaswerkstätten von Murano mit international renommierten Designern zusammen, die immer wieder die Grenzen des Materials ausloten. Luigi Camozzo ritzt und ätzt seine Glaskunst derart, dass sie an Stein oder Marmor erinnert (www.luigicamozzo.com). Carlo Scarpa schuf für Venini Battutu-Vasen, deren Oberflächen an gehämmertes Metall erinnern und die inzwischen sogar im Metropolitan Museum of Art in New York zu bewundern sind (http://venini.com).

Alles Spitze

Die Nachbarinsel Burano ist nicht nur für ihre bunt gestrichenen Fischerhäuser bekannt, sondern vor allem für ihre Spitzenstickerinnen, die mit ihren filigranen Arbeiten im 16. Jh. ganz Europa begeisterten. Mit dem Ende der Seerepublik und dem Siegeszug der Industriespitze geriet die Buranospitze in Vergessenheit. Eine Schule für Spitzenstickerei hat das 500 Jahre alte Handwerk vor dem Aussterben bewahrt. Heute erlebt die »Merlotto di Burano« als Luxusartikel ihre Renaissance, z. B. im Showroom von Martina Vidal auf Burano (Via S. Mauro 309, www.martinavidal.com).

Frauen in der Schule für Spitzenstickerei auf Burano halten das Handwerk am Leben (1949)

Samt und Seide

Für edle Stoffe aus Venedig steht der Name Fortuny. In der 1919 eröffneten Manufaktur auf der Insel Giudecca werden die Stoffe wie vor 100 Jahren mit geheimen Techniken bedruckt und bemalt (Showroom Mo. – Sa. 10–13, 14–18 Uhr, http://fortuny.com). Lorenzo Rubelli besitzt als Einziger das Recht, die wertvollen Damaste zu weben, die im Palazzo Ducale die Privaträume der Dogen zieren (www.rubelli.com). Das Weiße Haus und den Stockholmer Königspalast schmücken Brokat-, Samt- und Satinstoffe, die bei Luigi Bevilacqua in Santa Croce auf Holzwebstühlen aus dem 18. Jh. gewebt werden (www.luigibevilacqua.com). Mario Bevilacqua und seine Frau Paola stellen in San Marco Textilien für Prunkkissen und Abendtäschchen her (http://bevilacquatessuti.com). Emma Gaggio beliefert mit ihren nostalgischen Textilien Theaterhäuser und Haute-Couture-Designer wie Dior (www.emmagaggio.com).

Marmorpapier

Ebru nannten die Türken das von ihnen erfundene Marmorpapier. Zart und wunderschön gemustert, wird es seit dem 17. Jh. in der Lagunenstadt handgeschöpft. Zu den Meistern seiner Zunft gehört Alberto Valese. Jeder Bogen seines hochwertig veredelten Papiers ist ein Unikat, das nach Aufbringen der Farben durch Tupfen, Spritzen oder Sprühen entsteht. Mal ähnelt das Muster echtem Marmor, mal einer verblichenen Tapete. In der Legatoria Piazzesi werden die Bögen seit 1851 mit Holzmodeln bedruckt. Anders als bei maschinell erzeugten Bögen lassen Unregelmäßigkeiten die Handarbeit erkennen (www.albertovalese-ebru.it). Wie vielseitig Marmorpapier verwendet wird, zeigen die Läden der Papierkünstler.

Glasbläser, Gondelbauer Und Vergolder

Hélène Salvadori (Mobil: +39 34 85 92 79 74) und Sabrina Scaglianti (Mobil: +39 34 77 87 68 46) führen auf ihrer »Venice Master Artisans Tour« drei Stunden lang zu den Meistern des Kunsthandwerks (www.aguideinvenice.com/en/venice-itineraries-8-Venice-Master-Artisans-Tour.html, ab 62,50 €/Pers.).

T

Touren

Durchdacht, inspirierend, entspannt

Mit unseren Tourenvorschlägen lernen Sie Venedigs beste Seiten kennen.

© laif: P. Adenis

Unterwegs In Venedig

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Wann und wie lange

Wer sich in der Lagunenstadt an die Fersen von Donna Leons Commissario Brunetti heftet, erlebt die Serenissima wie ein echter Venezianer, abseits der Touristenströme – sofern das bei 30 Mio. Besuchern pro Jahr überhaupt möglich ist. Die kommen gerne am Wochenende; die Tagestouristen von den Kreuzfahrtschiffen treffen vormittags zwischen Arsenale und San Marco ein, sind aber zum Glück am späten Nachmittag schon wieder weg. Lohnt sich denn überhaupt ein Tagesausflug nach Venedig? Selbstverständlich! Allerdings vermittelt er nur einen ersten Eindruck, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Zwei bis drei Tage sind besser, sehr zu empfehlen ist eine Woche, um die verschiedenen Gesichter der Stadt kennenzulernen. In den Palästen, Museen und Kirchen, in denen über 1000 Jahre Architektur, Skulptur und Malerei vertreten sind, zeigt sich das kulturelle Venedig – während der Biennale und Filmfestspiele auch Open-Air und recht mondän. Alte Kunst in der Galleria dell’Accademia, klassische Moderne bei Peggy Guggenheim oder Avantgarde im Palazzo Grassi oder in der Punta della Dogana? Sie haben die Wahl!

Abseits der touristischen Hauptrouten lernen Sie in Vierteln wie Santa Croce, San Polo und Cannaregio den Alltag der Venezianer kennen. Keinesfalls verpassen sollten Sie den Blick von den Campanile von San Marco und San Giorgio – und den Bummel durch das Shoppingparadies der Mercerie. Wie einzigartig Venedig ist, erleben Sie bei einem Ausflug in die Lagune und auf die Inseln. Wer länger in Venedig weilt, kann auch eine Schiffspartie auf dem idyllischen Brenta-Kanal einplanen. Sonne, Seeluft, Sandstrände und ein Bad in der Adria locken auf dem Lido und der Halbinsel Litorale del Cavallino.

Komplett autofrei

Sein Auto muss man auf dem Festland oder in einer der Garagen am Piazzale Roma bzw. auf Tronchetto abstellen. Das autofreie Venedig ist daher ein Paradies zum Flanieren. Überlassen Sie bei der Besichtigung ruhig mal dem Zufall die Regie. Verloren gehen kann man nicht. Entweder finden Sie sich anhand des Stadtplans wieder zurecht, entdecken nach kurzem Suchen eines der gelben Schilder oder einen Pfeil in Richtung »Rialto«, »San Marco« oder »Ferrovia« (Bahnhof) oder Sie lassen sich von einem Venezianer den Weg zeigen.

» Venedig ist klein, du darfst dich also ruhig verlaufen, denn weit kommst du sowieso nicht. Schlimmstenfalls gelangst du an den Rand und hast die Lagune vor dir. «

Tiziano Scarpa, »Venedig ist ein Fisch«

Große Bühne: Der Markusplatz ist Flaniermeile und Festplatz zugleich.

San Marco: Das Herz Der Seerepublik

Start und Ziel: Piazza San Marco | Dauer: 1 Tag

Tour 1

Im Viertel San Marco konzentrierte sich die geistige und politische Macht der Serenissima: Markusdom und Dogenpalast wurden Wahrzeichen. Hier trifft sich bis heute die Welt. Entdecken Sie das Herz der Lagunenstadt – und planen Sie genug Zeit für legendäre Cafés und einen Schaufensterbummel ein!

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Markusplatz, Kunst von Weltrang und Schaufensterbummel

Ausgangspunkt ist die Piazza San Marco, laut Napoleon der »schönste Salon der Welt«. Für einen ersten Eindruck geht es mit dem Aufzug hinauf auf den Campanile: Der Ausblick auf Altstadt und Lagune ist überwältigend. Besichtigen Sie anschließend die Basilica di San Marco und den Palazzo Ducale, jahrhundertelang das Zentrum der Macht. Verlassen Sie nun den Markusplatz Richtung Westen. Schaufensterbummel ist in der eleganten Einkaufsgasse Calle Larga XXII Marzo angesagt, die zum Campo San Maurizio führt. Der von stolzen Patrizierpalästen gesäumte Campo Santo Stefano lädt mit kleinen Cafés und Restaurants zur Pause ein – wie wäre es mit einem erfrischenden Limonensorbet auf der Terrasse der Gelateria Paolin? Die Ponte dell’Accademia führt direkt über den Canal Grande zur Gallerie dell’ Accademia, der bedeutendsten Sammlung venezianischer Malerei von der Gotik bis zum Rokoko. Kanalabwärts begeistert die Collezione Peggy Guggenheim mit Arbeiten von Max Ernst, Giacometti, Paul Klee und Mirò.

Feinste Fortuny-Stoffe, Shopping und das Finale am Markusplatz

Zurück auf dem Campo Santo Stefano, geht es weiter zum Campo Sant’Angelo mit Blick auf seinen Campanile, einer der vielen schiefen Türme der Stadt. Im Palazzo Fortuny (früher Palazzo Pesaro degli Orfei genannt) erinnert ein Museum an den spanischen Maler und Designer Mariano Fortuny, der mit Seidenplissee Göttinnen von Film und Bühne einkleidete – ein Geniestreich, den er vermutlich seiner Frau Henriette verdankte, die die Technik des feinen Faltenpressens mitentwickelt hatte (fortuny.visitmuve.it). Ein Denkmal auf dem Campo Manin verewigt den Advokaten Daniele Manin, der maßgeblich an der Revolution von 1848 beteiligt war.

Hier lohnt ein Schlenker zum Palazzo Contarini del Bovolo mit einer außergewöhnlichen Außentreppe im Stil der Renaissance (www.scalacontarinidelbovolo.com). Über den Campo San Luca erreichen Sie die ladengesäumte Calle dei Fabbri, auf der Sie bis zur Ponte di Rialto hinaufschlendern. Sie war bis zum 19. Jh. die einzige Brücke über den Canal Grande. Der Rückweg zum Markusplatz folgt den Mercerie, die zum Einkaufsbummel verführen. Hier gibt es alles: Mode, Masken und Karnevalskostüme, feine Buranospitze und edles Muranoglas. Doch sparen Sie noch etwas für den teuren, aber wunderschönen Abschluss in einem der Cafés an der Piazza San Marco, wo Sie bei einem Cappuccino oder Aperitif den Klängen der hauseigenen Kapellen lauschen und die unvergessliche Atmosphäre der Lagunenstadt genießen können.

San Polo & Santa Croce: Authentische Viertel

Start und Ziel: Ponte di Rialto | Dauer: 6 Stunden

Tour 2

In den beiden Stadtteilen in der oberen Schleife des Canal Grande liegen mit Rialtomarkt und Kirchenkunst irdische Freuden und geistige Erbauung dicht beieinander. Im Gassengewirr warten traditionelle Werkstätten und kleine Läden, auf großen und kleinen Plätzen haben Osterien und Bars ihre Tische aufgestellt – hinsetzen, schlemmen und schauen!

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Rialtomarkt und Schuhe wie für die Gondolieri

Ausgangspunkt ist die über den Canal Grande erbaute Fußgängerbrücke Ponte di Rialto zwischen dem zum edlen Supermarkt umgewandelten Fondaco dei Tedeschi und dem schmucken Palazzo dei Camerlenghi. Unter der Woche beginnt frühmorgens hinter der Brücke der Rialtomarkt mit bunten Obst- und Gemüseständen. Sein Besuch gehört zu den farbenprächtigsten Erlebnissen in Venedig. An den Fabbriche Nuove vorbei geht es zur Pescheria, wo Fischhändler ihren Fang des Tages anbieten. Um die Ecke bei Pie-daterre können Sie die typischen Furlane-Schuhe der Gondolieri erstehen  – außen Samt, unten alte Gummireifen und innen sehr bequem (S. Polo 60, www.piedaterre-venice.com). Am Barockpalast Corner della Regina vorbei gelangen Sie zur Ca’ Pesaro. Auch wer sich für die hier beheimateten Museen für moderne und orientalische Kunst weniger interessiert, sollte diesem mächtigen Barockkomplex mit seiner eleganten Marmorfassade Beachtung zollen – fast 60 Jahre wurde am Meisterwerk Baldassare Longhenas gebaut. Wenig weiter präsentiert der Palazzo Mocenigo kostbare Stoffe, Parfums und Kostüme. Höhepunkte des Naturhistorischen Museums im Fondaco dei Turchi sind die Ausstellugen über Flora und Fauna der Lagune und ein riesiges Dinosaurierskelett aus der Sahara.

Mittagspause!

Nun geht es in Richtung Süden entlang schmaler Kanäle zur Kirche San Giacomo dell’Orio mit einem Altarbild von Veronese. Der gleichnamige Platz lädt zur Mittagspause ein – Antipasti, Spaghetti alle Vongole oder gegrillte Steaks, im Ristorante Al Bagolo schmeckt das Essen (€€, Tel. 04 17 17 58, http://ristorantealbagolo.it). Nächstes Ziel ist der nach dem hl. Paulus benannte Campo San Polo, einer der größten Plätze Venedigs. Im Sommer wird hier Kino unter freiem Himmel gezeigt. Die namengebende Kirche San Polo birgt ein »Abendmahl« von Tintoretto.

Göttliche Schatzhäuser und eine Gondelfahrt

Tizian, Bellini und Donatellovereint eine der berühmtesten Kirchen Venedigs, die meist nur »Frari« genannte Santa Maria Gloriosa dei Frari. In unmittelbarer Nachbarschaft malte Tintoretto die Scuola Grande di San Rocco aus. Auf dem Rückweg zur Rialtobrücke liegt die Casa Goldoni, das gotische Geburtshaus des Komödiendichters, der über 150 Werke schrieb. Einen glanzvollen Tagesausklang verspricht eine Gondelfahrt durch die Kanäle der Lagunenstadt. Oder schlendern Sie einfach ziellos durch die kleinen, verwinkelten Gässchen, über die unzähligen Brücken und verwunschenen Plätze, und lassen Sie sich abseits der Hauptströme vom besonderen Zauber Venedigs einfangen.

Dorsoduro: Kunst Und Seefahrt

Start: Bahnhof Santa Lucia | Dauer: 3 Stunden | Ziel: Zattere

Tour 4

Dorsoduro, der Stadtteil zwischen Canal Grande und Canale della Giudecca, vereint ganz unterschiedliche Facetten – besonders in der Kunst: alte Meister, Klassische Moderne und Kunst des 21. Jahrhunderts, großartige Werke von Tizian, Tiepolo und Veronese in Kirchen und Bruderschaften, Installationen von Emilio Vedova in seinem ehemaligen Atelier sowie traditionelles Handwerk in drei der letzten Gondelwerften der Lagunenstadt.

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Vom Bahnhof zur Grabkirche von Veronese

Im Unterschied zu den anderen Vierteln Venedigs steht Dorsoduro (= harter Rücken) auf spiralförmig – und nicht in Reihe – angelegten Baumpfählen. Ganz im Westen lebten ursprünglich Fischer, Seeleute und Arbeiter. Östlich der Accademia hat sich Dorsoduro zu einem der begehrtesten und teuersten Wohngebiete gemausert. Ausgangspunkt ist wieder der Bahnhof Santa Lucia. Von der Chiesa degli Scalzi führt die gleichnamige Brücke zum Südufer des Canal Grande. Nun spaziert man, den Wegweisern »Frari« folgend, nach Südosten. Nach mehreren Richtungswechseln steht man vor der Santa Maria Gloriosa dei Frari, die Tizian mit großartigen Gemälden ausschmückte.

In unmittelbarer Nachbarschaft wartet ein weiterer Höhepunkt, die Scuola Grande di San Rocco. Diese Bruderschaft war eine der reichsten Venedigs, und Tintoretto, der selbst Mitglied dieser Scuola war, schmückte sie mit einem der umfangreichsten biblischen Zyklen der italienischen Malerei.

Um die Scuola herum und der Calle S. Pantalon folgend, gelangt man auf den langgestreckten Hauptplatz des Dorsoduro, den Campo Santa Margherita. Er gehört zu den beliebtesten Plätzen Venedigs. In seinen Lokalen und Bars wie der Margaret DuChamp (► S. 281) trifft man sich – auch abends – zum Plaudern, Trinken, Feiern. Vormittags findet hier ein kleiner Obst- und Gemüsemarkt statt.

© DuMont Bildarchiv: S. Lubenow

Der Campo Santa Margherita, Hauptplatz von Dorsoduro, ist abends bei Studenten und Einheimischen ein beliebter Treffpunkt.

Die Scuola Grande dei Carmini schmückte Tiepolo mit Deckengemälden aus. Folgen Sie nun dem Kanal an der Rückseite der Scuola und überqueren Sie ihn auf Höhe des Palazzo Zenobio. Die Fondamenta Briati gehen über in die Fondamenta Barbarigo und münden in den Corte Maggiore. Abermals überquert man den Kanal. Von den Fondamenta della Teresa sieht man die gegenübergelegenen Case Tron, Reihenhäuser aus dem 18. Jh. mit sieben Schornsteinen. Hier beginnt das alte Arbeiterviertel Santa Marta vom Anfang des 20. Jahrhundets. Etwas weiter westlich endet der Weg vor einer Baumwollspinnerei, heute Teil der Architekturhochschule. Hier steht eine der ältesten Kirchen Venedigs, San Nicolò dei Mendicoli, der heutige Bau stammt aus dem 16. Jahrhundert. Für die Renaissance-Kirche San Sebastiano schuf Veronese, der hier auch begraben ist, einen wunderschönen Gemäldezyklus.

Bootsbauer und gutes Eis

Die bedeutendste der verbliebenen Gondelwerften Venedigs ist vermutlich die benachbarte Firma Domenico Tramontin & Figli an der Ponte Sartorio (Dorsoduro 1542, www.tramontingondole.it). Am Squero di San Trovaso liegt eine der ältesten Gondelwerften, allerdings ist die Cooperativa Daniele Manin eher eine Museumswerft als ein Schiffbaubetrieb (www.squerosantrovaso.com). Wenige Gehminuten südlich öffnet sich der Blick über den Canale della Giudecca auf die Giudecca-Insel mit dem mächtigen Molino Stucky und der Redentore-Kirche. Legen Sie an den Zattere >>> eine Pause ein und genießen Sie Venedigs »Sonnenpromenade« mit einem Eis von der Gelateria Nico oder einem Aperitiv in einer der vielen Bars. Auf dem Weg zur Ostspitze von Dorsoduro endet der Rundgang mit doppeltem Kunstgenuss: Im ehemaligen Atelier des Künstlers Emilio Vedova (1919 – 2006) sind Werke des bekannten Vertreters der informellen Malerei zu sehen. Der Spaziergang endet an der Punta della Dogana – einem aufregenden Museum der Gegenwartskunst.

Ein Kulinarischer Spaziergang

Start: Bahnhof Santa Lucia | Dauer: 1/2 Tag | Ziel: Campo S. Barnaba

Tour 5

Morgens auf der Bahnhofstreppe am Canal Grande. Venedig erwacht. Die Pendler vom Festland – Kellner und Kommissare, Zimmermädchen und Staatsbeamte – strömen ins Centro Storico.

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Bummel durch das jüdische Ghetto

Bevor Sie sich auf der Fußgängermeile Lista di Spagna mitziehen lassen, werfen Sie noch einen Blick auf Muranoglas, aus dem man jedoch nicht trinken kann: In der Scalzikirche leuchten im mystischen Dunkel einer linken Seitenkapelle zwei tiefblaue Kandelaber – nicht jeder bemerkt sie!

Die erste Einkehr folgt im Stehen und ist eine gute Gelegenheit, dem vokalreichen venezianischen Dialekt zu lauschen: Die schöne Pasticceria dal Mas (Rio Terà Lista de Spagna, 149/a, tgl. 7 – 20 Uhr, www.cioccolateriadalmas.com) brüht exzellenten Cappuccino und ist ein Kandidat für die besten Cornetti und Apfeltaschen der Stadt. Unwiderstehlich sind auch die hausgemachten Macarons und Pralinen. So gestärkt, empfiehlt sich ein Schlenker durch das Ghetto, das in den letzten Jahren seine jüdische Identität auch kulinarisch wieder stärker betont. Für die traditionell venezianisch-jüdische Gänsesalami, die schwerer aufzutreiben ist als die neu entstandenen israelisch geprägten Imbisse, ist es noch zu früh. Aber in der koscheren Bäckerei Panificio Volpe (Calle del Ghetto Vecchio 1143, Mo.– Sa. 6 –19.30, So. 8.30 –12.30 Uhr) können Sie jüdische Aniskekse und Mandelempade probieren.

Schattenrundgang am Rialtomarkt

Zurückgekehrt auf die Hauptverkehrsader Strada Nuova, heißt es jetzt ein gutes Stück laufen bis zum Campo S. Sofia. Lassen Sie sich den Spaß nicht entgehen, mit der Fährgondel zum Rialtomarkt überzusetzen. Wer richtig früh aufgebrochen ist, kann zuschauen, wie die Marktschiffe entladen werden. Respekt verdient die ausgefeilte Logistik dieses Marktes, der einer der schönsten und lebendigsten des Landes ist. Unter der offenen Säulenhalle der Pescheria wird der Tagesfang angeboten: helle Schie- und Moleche-Krebse, Tintenfische, Drachenköpfe, Doraden und Petersfische. »Krötenschwanz«, Coda di rospo, nennt man in Italien den Seeteufel. Eine Schönheit ist er wirklich nicht, dafür gehört sein grätenloses festes Fleisch zum Feinsten, was Fischliebhaber auf den Teller bekommen können. Unter Markisen verkaufen die Händler auch geschälte Artischockenböden von San Erasmo, dunkelvioletten Castelfranco-Radicchio, der gern gegrillt wird, vorbereitete Salatmischungen, sizilianische Orangen und Steinpilze aus dem Alpenvorland.

Während viele Venedig-Besucher noch schlafen, sind die Theken der winzigen Bacari bereits ab 8 Uhr besetzt. Sie gehören zum venezianischen Alltag. Hier kehrt man mit Kollegen ein, tauscht Neuigkeiten aus, diskutiert Sportergebnisse, schließt Freundschaften. Und trinkt dazu ein Gläschen Wein, die »Ombra«, »flüssige Schatten«. Meist sind es einfache, aber ehrliche Rot- und Weißweine. Beurteilt wird ein Bacaro aber auch nach der Qualität seiner Ciccheti, der angebotenen Häppchen aus der Vitrine. Ältestes der auf den Weingott Bacchus getauften Lokale ist die Cantina Do Mori (€/€€, Calle dei Do Mori 429, Tel. 04 15 22 54 01) hinter dem Fischmarkt. Von der Decke hängen uralte Kupferkessel, die Weinauswahl reicht vom günstigen Verduzzo bis zur edelsten Prosecco-Denomination Cartizze. Dazu könnte man Baccalà mantecato bestellen, schaumig gerührten Stockfisch mit frischen Kräutern.

Espresso, Wein & Dolci

Warum nicht dem Besucherstrom folgen und durch die engen, Ruga genannten Gassen mit ihren hübschen kleinen Läden Richtung Frari-Kirche ziehen? Unterwegs wäre Gelegenheit für einen ausgezeichneten Espresso (sprich caffè) in der Pasticceria Rizzardini >>> (San Polo 1415), eine der ältesten Bäckereien Venedigs. Zum Sitzen ist absolut kein Platz. Dafür kann man venezianische Dolci wie Zaeti-Kringel hübsch verpackt mitnehmen.

Der Weg führt weiter vorbei an Frarikirche und Universität Ca’ Foscari zum Campo S. Barnaba. Hier wartet eines der berühmtesten Fotomotive der Stadt: Auf dem Rio S. Barnaba gegenüber der gleichnamigen Kirche wird unter einem riesigen Sonnensegel direkt vom Schiff Obst und Gemüse verkauft – eine Szene, die an die Hafengemälde Claude Lorrains oder Canalettos erinnert. Ein paar Schritte weiter hat sich die Weinhandlung Al Bottegon (Cantine del Vino Già Schiavi, Dorsoduro 992, Fondamenta Nani, Mo. – Sa. 8.30 –20.30 Uhr, www.cantinaschiavi.com) direkt an der Brücke zu einem der beliebtesten Bacari der Stadt entwickelt. Wie wäre es mit einem Glas weißen Incrocio Manzoni, einer Kreuzung aus Riesling und Weißburgunder, und etwas Asiagokäse aus den venetischen Alpen als Aperitif?

Cucina Veneziana

Genug gestanden und gelaufen? Ganz in der Nähe wartet das kleine Lokal La Bitta >>> mit Sitzplätzen und handgeschriebener Speisekarte. Der Familienbetrieb hat sich auf Gemüserisotti, Kürbisnudeln und venezianische Leber spezialisiert. Buon appetito!

Mit Dem Linienboot In Die Lagune

Start: Fondamente Nove | Dauer: 1 Tag | Ziel: San Zaccaria

Tour 6

Morgennebel, salzzerfressene Pfähle, Stelzvögel, Aquakulturen und unzählige Eilande: Erst die Lagune, ein Areal von der Fläche des Bodensees, macht Venedig so einzigartig. Zu den schönsten Zielen schippern von den Anlegern Fondamente Nove (Cannaregio) und San Zaccaria (San Marco) öffentliche Linienschiffe.

Packen Sie ein Picknick ein, Fernglas und Kamera nicht vergessen  – und los geht’s zum Insel-Hopping!

Fahrpläne unter: www.actv.it und www.veneziaunica.it

Mit dem Vaporetto starten Sie von der Fondamente Nove zur Friedhofsinsel San Michele vorbei nach Murano, seit Jahrhunderten Hochburg der Glasbläser. Auf der Weiterfahrt passiert man unbewohnte Inseln wie San Giacomo in Paludo, seit dem 11. Jh. ein Zwischenstopp für Pilger auf dem Weg ins Heilige Land, und Madonna del Monte mit einem mittelalterlichen Benediktinerkloster. Seit der Zeit der Dogen wachsen auf Mazzorbo »goldene Trauben«. Pro Saison werden heute nur rund 2500 Flaschen des sherryählichen Weißweins produziert, von Hand mit Blattgold verziert und nummeriert – und das hat seinen Preis. Kosten Sie den edlen Tropfen auf der Terrasse des Weinguts Venissa mit zauberhaftem Garten, besterntem Restaurant und hübschen hellen Gästezimmern (€€€€/€€€, Fondamenta di Santa Caterina 3, Tel. 04 1527 22 81, venissa.it). Hervorragende venetianische Küche zu zivilen Preisen gibt es direkt beim Anleger von Mazzorbo in der Antica Trattoria Maddalena mit gutem Hauswein, fangfrischem Fisch und einem super Tiramisu – reservieren Sie auf der Terrasse oder im Garten (€€, Fondamenta Santa Caterina Mazzorbo 7/b, Tel. 0 41 73 01 51, www.trattoriamaddalena.com). Zu Fuß geht es über eine lange Holzbrücke auf die Nachbarinsel Burano, von wo Sie das Boot über Mazzorbo und Murano wieder zurück zu den Fondamente Nove bringt.

Noch mehr Inseln

Oder man wechselt auf Burano das Schiff und besucht Torcello. Die heute von nicht einmal fünfzig Menschen bewohnte Nachbarinsel war einst die mächtigste Siedlung in der Lagune.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, von Burano über Treporti und Punta Sabbioni, zwei Stationen auf der Halbinsel Cavallino, zum Lido weiterzufahren, von wo Fährboote Sie zurück nach San Marco, zum Anleger San Zaccaria, bringen.

Wer Natur erleben möchte, sollte die »Gemüseinseln« der Lagune ansteuern; ab Fondamente Nove bringt Sie die Vaporetto-Linie 13 erst nach Le Vignole, dann nach Sant’ Erasmo und weiter nach Treporti, wo man Anschluss zur Linie 14 hat, die mit Stopp am Lido nach San Zaccaria zurückfährt.

San Francesco del Deserto, die Klosterinsel nordöstlich vor Sant’ Erasmo, erreicht man nur mit einem Wassertaxi oder Privatboot, z. B. von Burano aus.

Ausflüge

Meeresluft schnuppern und Strandleben an der Adria genießen, die schönsten Villen Venetiens beim Bootsausflug entdecken oder die quicklebendige Universitätsstadt Padua erleben? Venedig umgeben herrliche Ausflugsziele!

Strände, Prachtfassaden und Kaffeehauskultur

Zu einem Sonnenbad laden die Sandstrände des Lido ein, wo alljährlich Ende August/Anfang September im Palazzo del Cinema Filme und Schauspieler von Weltrang mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet werden. Richtigen Badespaß bieten die fast 20 km lange Halbinsel Litorale del Cavallino und der Lido di Jesolo