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DIE SPIELREGELN HABEN SICH SOEBEN GEÄNDERT … Die Brüder Morgan und Patrick Kell sind gerade erst auf Galatea gelandet, dem Söldnerstern, der für seine brutalen Arena-Mechkämpfe bekannt ist. Sie wollen dort ihre eigene Söldnereinheit ins Leben rufen und von Grund auf zusammenstellen. Doch bis dahin gilt es zuerst noch ein paar Hindernisse zu überwinden. Das Erste ist ein korrupter General, der als Strohmann des Zweiten dient, einer lokalen Verbrechergröße namens Haskell Blizzard, der jeden vernichtet, den er als Bedrohung wahrnimmt. Und die Gebrüder Kell, die den besten MechKriegern und Techs des Planeten lukrative Verträge anbieten, sind definitiv eine solche Bedrohung für sein illegales Imperium. Was Blizzard allerdings nicht weiß, ist, dass es die Kell-Brüder schon vorher mit widrigen Bedingungen zu tun gehabt haben und dabei jedes Mal als Sieger hervorgegangen sind. Und mit der Unterstützung von ein paar alten und neuen Freunden werden sie den Verbrecherkönig mit seinen eigenen Waffen schlagen. Wenn alle Karten auf dem Tisch liegen, sehen die Gebrüder Kell am Ende eben doch am vielversprechendsten aus.
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Seitenzahl: 237
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Titel
Michael A. Stackpole
Nicht gerade vielversprechend
Aufstieg der Kell Hounds I
Impressum
Yellow King Productions
Titelbild: Catalyst Game LabsRedaktion: Mario WeißÜbersetzer: Hartwig Nieder-GasselLektorat & Korrektorat: Mario Weiß, Michael Sellmeier, Christopher Denis, Thomas DoblingerLayout: Michael Mingers
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Deutsche Ausgabe Yellow King Productions, Neuöd - Gewerbepark 12a, D-92278 Illschwang unter Lizenz von INMEDIARES PRODUCTIONS, LLC., also doing business as CATALYST GAME LABS.
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Produkt-Nr.: YKBT001E-Book-ISBN: 978-3-98732-095-8
1
GALAPORT
GALAPORT CITY, GALATEA
LYRANISCHES COMMONWEALTH
3. OKTOBER 3010
Morgan Kell verharrte am oberen Ende der Gangway, die von der Seite des LandungsSchiffes der Leopard-Klasse aus hinab auf die Stahlbeton-Plattform des Raumhafens führte. Er öffnete beide Arme und dehnte seine Brust, während er lächelnd einatmete. Für einen Moment schloss er die Augen, dann nickte er. »Kannst du das riechen, Patrick?«
Sein Bruder, der weder ganz so groß noch so breit gebaut war wie er selbst, aber die gleichen ansprechenden Gesichtszüge, schwarzen Haare und dunkelbraunen Augen aufwies, hob eine Braue. »Möchte ich das überhaupt?«
Morgan legte seinem jüngeren Bruder einen Arm um den Hals.« Es ist die Zukunft.«
»Riecht eher wie ein Mech, der überhitzt ist und dem zwei Wärmetauscher durchgebrannt sind.«
»Yeah, danach auch.«
Patrick zögerte und Morgan schaute hinab zum Fuß der Gangway. Ein schlanker, gut gekleideter Mann wartete dort. Er lächelte höflich, tappte dabei jedoch ungeduldig mit einem Fuß.
Morgan lächelte. »Na, wen haben wir denn da?«
»Ärger.« Patrick versetzte seinem vierundzwanzigjährigen Bruder einen kleinen Stoß. »Ich habe dir doch gleich gesagt, du sollst mit dem Verschicken von Benachrichtigungen bis nach der Landung warten.«
»Und somit die ganze Woche verschwenden, die wir vom Sprungpunkt aus bis hierher gebraucht haben? Schönen Dank auch.« Morgan, der hochaufgeschossen und von einer wölfischen Geschmeidigkeit war, polterte die Rampe hinunter. Er ließ die kindliche Freude, die ihm das bereitete, in seinem Gesicht aufblitzen, während er die ganze Zeit über den Mann im Auge behielt, der auf sie wartete. Dessen Mine verzog sich säuerlich, nur ein wenig und auf peinlich berührte Weise, die dann jedoch hinter einem zaghaften Lächeln verschwand.
Diese Reaktion veranlasste Morgan dazu, ihm eine Chance zu geben. Er verließ die Gangway mit einem letzten, großen Schritt und streckte dem Mann seine Hand hin. »Morgan Kell, ehemals von den Tenth Skye Rangers.«
Obwohl der Mann sehr viel kleiner war, erwiderte er den Handschlag fest und scheute auch nicht vor dem Druck oder dem Augenkontakt zurück. »Gordon Franck, Colonel Kell. Ich komme vom Lyranischen Amt für Söldnerangelegenheiten.«
»Sie müssen ziemlich beschäftigt sein, wenn Sie alle Söldner, die auf Galatea eintreffen, persönlich begrüßen.« Morgan pumpte die Hand seines Gegenübers drei Mal, bevor er sie freigab. »Oder sind wir irgendwie besonders?«
Francks Lächeln wurde breiter. »Oh ja, Sie sind besonders. Nicht nur als Vetter der Archon … «
»… durch Einheirat.«
»Trotzdem, wir achten auf so etwas. Schließlich gehört Ihrer Familie das Eire BattleMech-Unternehmen auf Arc Royal, das von einiger Bedeutung für die nationale Verteidigung ist.« Franck schob die Brille auf seiner Nase hoch und blickte auf einen kleinen Noteputer. »Die Benachrichtigungen, die Sie während ihres Anfluges verschickten, haben einige Aufmerksamkeit erregt.«
»Genau wie wir es wollten.«
»Nicht die Art von Aufmerksamkeit, die Ihnen lieb sein kann, fürchte ich«. Franck verstaute das Gerät in seiner Tasche und reichte dann Patrick die Hand, der gerade bei ihnen angelangt war. »Und Sie müssen Lieutenant Colonel Kell sein. Gordon Franck.«
Patrick musterte ihn für einen Moment und schüttelte die Hand dann. »Können wir etwas für Sie tun?«
»Er ist hier, um dafür zu sorgen, dass wir keinen Ärger machen, Patrick.«
Franck seufzte. »Tatsächlich bin ich hier, um Sie zu einem Treffen mit General Volmer zu bringen.«
»‘Viper‘ Volmer?« Patrick linste zu seinem Bruder hinüber. »Wusstest du, dass der hier ist?«
Morgan zuckte die Schultern. »Ich glaube, das ist mir entfleucht.«
Patrick boxte ihn auf den Arm. »Das hättest du mir sagen müssen.«
»Ich bin mir ganz sicher, dass er all das inzwischen vergessen hat, Patrick.« Morgan lächelte und rieb sich den Arm. »So, wollen wir den gesamten Weg gehen, Mr. Franck?«
»Nein, der General hat für den Transport gesorgt.«
Patrick deutete mit einem Daumen zurück zu dem LandungsSchiff. »Wie wäre es, wenn ich unser Zeug hole und es zum Hotel verfrachte? Ihr braucht mich doch nicht, oder?«
Franck zögerte, dann nickte er. »Ich werde dem General sagen, dass Sie einen ungemütlichen Wiedereintritt hatten. Ich bin mir sicher, dass er auch mit Ihnen sprechen möchte; aber er war ziemlich hartnäckig, was ein Treffen mit Ihrem Bruder angeht.«
Patrick lächelte. »Vielen Dank, Mr. Franck.«
»Gern geschehen. Aber eines noch. Nennen Sie ihn in der Öffentlichkeit nicht Viper … egal wo. Es gibt hier viele Ohren, die ihm Bericht erstatten.«
Patrick nickte, wobei er einen Finger vor seine Lippen hielt, und machte sich dann auf den Weg in Richtung des Terminals, während Morgan Franck zu dem Exekutiv-Hubschrauber folgte, der vor dem Bug des LandungsSchiffes wartete.
Die beiden Männer kletterten auf die Rücksitzbank und die Tür schloss sich. Der Pilot – wenig mehr als ein Paar Augen im Rückspiegel – hob mit der Maschine ab und entfernte sich in Richtung des Zentrums von Galatea City vom Raumhafen. Sie stiegen über der örtlichen Vegetation auf, die sich dicht und üppig in einem Kreis um die graue Stadt herum erstreckte – eine enorme Leistung auf einer so heißen und trockenen Welt.
Franck schloss die Blende zwischen dem Passagierabteil und der Pilotenkabine. »Was ich Ihrem Bruder gesagt habe, war ernstgemeint. Es ist keine gute Idee, den General zu verärgern.«
»Aber Ihre Anwesenheit zeigt doch, dass ich das bereits getan habe.«
Der kleinere Mann nickte. »Galatea ist die Söldnerwelt. Jeder Kerl, der einen Mech besitzt, der noch eine Myomer-Faser rühren kann, kommt in der Hoffnung hierher, einen Job zu ergattern. Wenn er Glück hat, verfügt seine Einheit über die Techs, die ihm seinen Mech wieder herrichten können und sein Dienstherr über genug Munition, um ihn den nächsten Kampf überleben zu lassen. Wenn er wirklich großes Glück hat, schaltet er einen gegnerischen Mech aus, den er dann ausschlachten kann, um die Teile selbst zu nutzen oder auf dem freien Markt zu verkaufen. Die meisten Söldner könnten ihr Geld leichter verdienen, indem sie ihre Mechs vor einen Pflug spannen, aber sie wollen einfach nicht auf die ganze Romantik und das Drama und die Aufregung verzichten.«
Morgan zupfte an den schwarzen Ärmelaufschlägen seiner Uniformjacke. »Ich bin ein MechKrieger, Mr. Franck. Die Faszination darum, einen Mech zu steuern, und auch die Furcht, einen zu verlieren, ist mir schon lange vertraut. Ich hab’ kein Interesse daran, besitzlos zu sein, und ich habe Mitgefühl mit allen, denen das widerfahren ist.«
»Schon, aber Sie müssen auch keine Angst davor haben.« Franck hielt beide Hände empor. »Ich möchte nicht respektlos erscheinen, aber Sie stammen aus einer sehr privilegierten Familie. Sowohl Sie als auch Ihr Bruder haben die Nagelring mit Bestnoten absolviert. Sie hatten die freie Wahl, was Ihre Verwendung betrifft und konnten es sich sogar leisten, Ihren Abschied zu nehmen, um jetzt eine eigene Söldnereinheit aufzubauen. Doch was Sie als normale Lebensumstände begreifen, ist nicht dasselbe wie das, was die Leute, mit den Sie es hier zu tun bekommen, unter normalen Lebensumständen verstehen.«
Morgans braune Augen wurden schmal. »Entschuldigen Sie mal. Wollen Sie damit sagen, dass Armut eine Tugend ist, oder möchten Sie jemanden verteufeln, der das Glück hatte, nicht allzu viele Mahlzeiten auslassen zu müssen? Falls dem so ist, wäre unsere Unterhaltung hier beendet.«
»Das wollte ich damit nicht sagen.«
»Nun gut, dann kommen Sie jetzt auf den Punkt.«
Franck nickte. »Ich will es Ihnen in einfachen Worten verdeutlichen, Colonel. Es existieren zwei Galateas. Sie wohnen im Nova Royale. Hübsches Plätzchen. Genau dort finden sich die Vertreter all der großen Söldnerkompanien zusammen, wenn sie hierher kommen, um Kontrakte auszuhandeln. Hansens Rauhreiter, Zwölfte Wega-Rangers, einfach alle. Sogar diese Wolfs Dragoner, von denen man in letzter Zeit so viel gehört hat, haben einen Repräsentanten geschickt. Eine gute Wahl, weil Ihre Einheit dann genau so seriös wirkt wie die anderen auch. Und damit wollte ich nicht sagen, dass sie das nicht auch ist.«
»Worauf wollen Sie hinaus, Mr. Franck?«
»Es handelt sich um die Platin-Version von Galatea, Colonel. Elegant. Kultiviert, der Stoff aus dem Holo-Dramen und Diplomatie gemacht sind. Ich habe es ganz ernst gemeint, als ich gesagt habe, dass es eine gute Wahl ist, weil all die Verbindungsleute, mit denen Sie sprechen möchten, dort sein werden. Sie bewirten die aufs Feinste und erhalten dann einen Kontrakt.«
Franck drehte sich um und deutete auf einen dunkleren Teil der Stadt. Anstelle von hohen Türmen, die hell erleuchtet waren, gab es dort ein Labyrinth aus zerfallenden und staubbedeckten Lagerhäusern. Hier und da wurden die Schatten von dem grellen Gleißen eines Schweißbrenners durchbrochen. Der eine oder andere Mech wanderte durch das Viertel, aber nur halb gepanzert und hinkend.
Morgans Eingeweide zogen sich zusammen. Sie wirkten wie die halbverhungerten Hunde, die sich winselnd am Rande von Schlachtfeldern herumdrückten. Man benötigte keine große Vorstellungskraft, um zu ahnen, dass die Piloten in jenen Maschinen genauso mager waren, genauso heruntergekommen, und dass ihre metallenen Hüllen sowohl ihre körperliche als auch ihre geistige Verfassung widerspiegelten.
»Sie möchten also sagen, dass da noch dieses andere Galatea existiert. Wie würden Sie es bezeichnen? Als Blech-Galatea?«
»Rost-Galatea.« Franck schüttelte seinen Kopf. »Der Ort weist eine sensible Ökonomie auf. Manchmal findet Reichtum seinen Weg dort hinunter. Ein MechKrieger hat Glück und erhält einen Platz bei einer der großen Einheiten. Meistens jedoch kommen die Leute gerade so über die Runden, wie ich es geschildert habe. Ihre Rekrutierungsangebote sind hingegen sagenhaft. Sie haben mehr Fantasien in Bewegung gesetzt als eine neue Tänzerin im Strip Club. Es gibt dutzende von Söldnern, die ihre Mechs schon in schwarz und rot anmalen. Auf der Straße werden Schwarzmarkt-Hemden angeboten, mit schwarzem Oberkörper, roten Ärmeln und Ihrem Logo auf der Brust, und die Leute kaufen sie, damit sie korrekt aussehen, wenn sie bei Ihnen vorstellig werden.«
Morgan blinzelte. »Also damit hatte ich jetzt nicht gerechnet.«
»Das glaube ich Ihnen. Sie sind kein dummer Mann, Colonel, aber Sie kommen mit all Ihrem Geld und Ihrer Berühmtheit hierher und es gibt eine Menge Leute, die alle Hoffnungen darauf setzen, Ihrer Einheit beizutreten. Einer Einheit, die es im Datenbestand noch nicht einmal zu einer Eins oder einer Null gebracht hat. Und natürlich können Sie jetzt sagen, dass es nicht Ihre Schuld ist, wenn deren Erwartungen unvernünftig ausfallen, aber sie zu enttäuschen dürfte noch das Geringste Ihrer Probleme sein.«
Der junge Söldner hob seinen Kopf. »Soll heißen?«
Franck gab ein schweres Seufzen von sich. »Die Ökonomie hier ist sensibel. Haben Sie eine Ahnung, was ein Armaktivator kostet?«
Morgan zuckte die Schultern. »Je nach dem, fünfzig bis einhundert C-Noten pro Tonne des Mechs.«
»Hier ist es ein Viertel bis zur Hälfte mehr, abhängig davon, ob sie ihn ausgeschlachtet oder fabrikneu möchten. Ausgeschlachtete Teile werden mit neunzig Prozent des von Ihnen genannten Preises an die Händler verkauft, womit sie eine Gewinnmarge von fünfunddreißig Prozent erzielen, wenn sie direkt weiterverkaufen.«
Morgan runzelte die Stirn. Er hatte schon erlebt, wie Schwarzmarktpreise fluktuieren können und hatte gehofft, dass seine direkte Verbindung zu einem Hersteller dabei helfen würde, die Kosten gering zu halten. Für die MechKrieger, die dort unten in den Schatten lebten, bedeuteten hohe Preise – die nur künstlich so hoch gehalten werden konnten –, dass sie ihre Mechs niemals würden reparieren können. Und dazu konnte es nur kommen, wenn jemand davon profitierte, dass sie hier vor Ort festsaßen.
»Also gibt es noch eine weitere Tellermine, die nur darauf wartet, dass man auf sie tritt, nicht wahr, Mr. Franck?«
»Haskell Blizzard. Er kam vor fünfundvierzig Jahren nach Galatea, borgte sich Geld von einem Kredithai, musste seinen Mech wegen Zahlungsunfähigkeit abtreten. Er begann für den Kredithai zu arbeiten, bootete ihn aus, brachte ihn um, und nahm seinen Platz ein. Dann diversifizierte er sich rasch, stieg in die Buchmacherei ein und manipulierte gekonnt den Schwarzmarkt, insbesondere den für Mechteile. Obwohl es noch andere Kredithaie und weitere kriminelle Machenschaften auf Galatea gibt, bestehen sie nur von seinen Gnaden und mit der Unterstützung von Regierungen. Mister B mag es, wenn Leute in seiner Schuld stehen und er mag es ganz und gar nicht, wenn Kredite beglichen werden. Sie Colonel, machen die Menschen glauben, dass sie ihn aus ihrem Leben verbannen könnten. Außerdem werden schon Wetten darauf abgeschlossen, dass Sie ihn nicht für das Privileg bezahlen werden, auf seiner Welt Geschäfte machen zu dürfen.«
»‘Seine Welt.‘« Morgan lachte laut auf. »Und was hat der General dazu zu sagen?«
»Das weiß ich nicht. Falls die beiden es je zur Sprache bringen, dürfte es wohl im Rahmen einer Familienfeierlichkeit dazu kommen. Thomas, der Sohn des Generals, hat Blizzards Enkelin geheiratet.«
»Na, also dass ist mal eine üble Vorstellung.« Morgan strich sich mit einer Hand über die Kinnlade. »Und wenn wir jetzt diese Verträge anbieten, machen wir Ihnen das Leben schwer, weil der General Sie dazu drängt, uns zu bedrängen, ist es das?«
Franck schloss die Augen und nickte. »Ich weiß, dass Sie hierhergekommen sind, um sich Ihren Traum von einer eigenen Söldnerkompanie zu verwirklichen …«
»Nein. An diesem Punkt muss ich Ihnen Einhalt gebieten.«
Franck schaute auf und rückte seine Brille zurecht. »Wollen Sie mir vielleicht erzählen, dass dies nicht Ihr Wunsch ist?«
»Mr. Franck, ich weiß, dass es ein weit verbreiteter Traum ist. Ich bin hinter dem Steuer eines Mechs groß geworden. Rang hat seine Privilegien und all das. Ich weiß das, und ich akzeptiere das. Und ein Pilot zu sein, und zu kämpfen, und Ruhm zu erlangen – ja, davon habe ich geträumt, während ich aufwuchs. Genauso wie mein Bruder auch. Genau wie jeder einzelne dieser Unglücksraben, die sich nach Ihrer Schilderung dort draußen herumtreiben. Aber deren Träume haben zu nichts geführt, weil sie zu klein gedacht waren.«
Morgen presste seine Hände aneinander und beugte sich vor. »Mein Vetter war der Gemahl der Archon. Ich habe gelernt, die Welt mit seinen Augen zu betrachten. Man kämpft nicht des Ruhmes wegen. Am Ende des Tages ist es ganz und gar nicht ruhmreich, jemanden zu töten. Es ist brutal. Aus jemand anderem Hackfleisch zu machen, macht gleichzeitig auch etwas mit einem selbst. Sicher, wir entschärfen es, weil wir ihre Mechs zerstören und weil wir uns darüber freuen, wenn sich ein Pilot vorher hinauskatapultieren kann. Aber Fakt ist, dass Krieg eine hässliche Angelegenheit bleibt. Es ist nichts Reines daran, und wenn Mech-Kämpfe auch für prima Holo-Aufnahmen gut sind, sieht man doch kaum etwas von den Gebäuden, die hochgehen, wenn jemand sein Ziel verfehlt, oder den kleinen Jungen, die in ein Minenfeld geraten, nur weil sie Fischen gehen wollten. Kein Ruhm, nirgendwo.
»Doch Arthur hatte eine Vision. Er hat immer gesagt, dass es nur ein Ziel gibt, für das es sich zu kämpfen lohnt: die Freiheit. Das hört sich so einfach an, aber die meisten übersehen es. Dabei gibt es sie da draußen. Unsere Helden: Robin Hood, König Artus, Alexandr Kerensky, sie alle haben für die Freiheit gekämpft. Andere Leute kämpfen dafür, Freiheit zu verwehren. Die Menschen kontrollieren zu können. Doch es gibt ein Bedürfnis nach einer starken Macht, die bereitsteht, um dieser Art von Dingen entgegenzutreten, und die Kell Hounds werden genau solch eine Macht darstellen.«
Morgen klopfte mit einem Knöchel an das Fenster. »Wir sind nicht hierhergekommen, um die Träume von glücklosen Söldnern wahr werden zu lassen. Wir sind hier, um eine Truppe aufzubauen, die den Traum von der Freiheit für ganze Planeten verwirklichen kann, und ganze Gruppen von Planeten. Und nehmen Sie mich beim Wort, es zeichnen sich Kriege am Horizont ab, die beweisen werden, dass die Kell Hounds gebraucht werden, und noch Hundert weitere Einheiten wie sie dazu.«
Morgan lehnte sich zurück, als er von schwarzen Gedanken übermannt wurde. Der Hubschrauber vollführte einen Schwenk und die Landelichter gingen an. Er zog seine Anschnallgurte wieder fester.
Gordon Franck nickte langsam, während er es ihm gleichtat. »Ich kann Ihre Vision nachvollziehen. Ich mag sie. Zur Hölle, das ist die sinnvollste Sache, die ich gehört habe, seit ich auf diesem Stück Fels bin. Stellen Sie auch Verwalter ein?«
Morgan lächelte. »Jetzt noch nicht, aber für solch einen Posten würde ich immer nach einem Freund Ausschau halten. Dafür gibt’s im Moment tatsächlich noch eine freie Stelle, und so wie ich das sehen kann, erfüllen Sie die Voraussetzungen.«
»Es würde mich freuen, Ihr Freund zu sein. Ich werde tun, was in meiner Macht steht, um Ihnen weiterzuhelfen.« Franck schüttelte erneut seinen Kopf. »Die meisten Leute halten Sie für verrückt. Die Hälfte möchte Sie ausrauben, ein Viertel vertraut Ihnen nicht und der Rest meint, dass man Sie töten sollte, einfach nur so. Jeder, der hofft, dass Sie ihn erretten, wird zu Ihrem Feind werden, falls Sie ihn ablehnen; und ein paar Leute sind sich ihrer Ablehnung so sicher, dass sie Ihnen schaden wollen, nur um das Unvermeidliche hinauszuzögern.«
»Also haben wir es hier mit einem ganzen Nest voller Vipern zu tun?«
»Sicher, und die Königsviper kontrolliert auf dieser Welt ihr eigenes Milizregiment, hat ein Spionagenetzwerk, eine Polizeitruppe, sowie Unterweltinformanten und -vollstrecker, die ihr zur Seite stehen.«
Morgan ließ zu, dass sich ein verschlagenes Grinsen auf seine Züge stahl. »Also gelten die Jungs von Arc Royal als nicht gerade vielversprechend?«
»Absolut nicht.« Franck öffnete seine Hände, als der Hubschrauber auf dem Dach von General Volmers Hauptquartier aufsetzte. »Ihre einzige Chance besteht darin, die Sache anzupacken, in komplettem Tarnmodus zu operieren, und dann zu verschwinden, bevor die so richtig begreifen, was Sie alles erreicht haben. Den General zu beruhigen würde dabei im erheblichen Maße zum Gelingen beitragen.«
»Würde es das, ja?«
»Es würde.«
Morgan zwinkerte ihm zu. »Dann wollen wir doch mal sehen, was passiert, wenn ich ihn von Angesicht zu Angesicht Viper nenne, ihm in sein Gemächte trete, und dann ein Tänzchen zum Takt des Liedes aufführe, das er mir daraufhin vorheulen wird.«
2
GALAPORT
GALAPORT CITY, GALATEA
LYRANISCHES COMMONWEALTH
3. OKTOBER 3010
Patrick Kell sah zu, wie sein Bruder aufbrach, wobei er hin- und hergerissen war zwischen Erleichterung und dem Bedürfnis, Morgan zur Seite zu stehen. Es war nicht so, dass er glaubte, sein Bruder könnte sich nicht gegen Viper Volmer oder sonst irgendjemanden behaupten. Das war es, was Patrick stets faszinierte. Egal, wie groß die Herausforderung auch sein mochte, Morgan war ihr gewachsen und kam immer ganz ordentlich zurecht.
Obwohl, das eine oder andere Mal … Patrick krümmte sich innerlich und machte sich auf den Weg zum Raumhafengebäude. Morgan hatte einen gewissen Hang dazu, direkt zum Angriff überzugehen, wo andere etwas mehr Vorsicht hätten walten lassen. Das lag aber nicht daran, dass Morgan etwa unbedacht gewesen wäre; vielmehr betrachtete er die Dinge einfach aus einer anderen Perspektive. Dennoch sorgte seine Bereitschaft, die Angelegenheiten frontal anzugehen, manchmal dafür, dass die Lage sich komplizierter als nötig gestaltete.
Patrick fand seine Taschen und wuchtete sie nach draußen, wo er ein Hover-Taxi heranwinkte. »Zum Nova Royale, bitte.«
Der Fahrer, ein kleiner Mann Mitte Dreißig, nickte und schaltete das Taxameter ein. »Roter Oberkörper, schwarze Ärmel, nettes Logo. So eine Uniform hab‘ ich ja noch gar nicht gesehen, Colonel.«
»Sie ist neu.« Patrick musste gegen seinen Willen lächeln. »Die Kell Hounds.« Es fühlte sich wirklich gut an, das auszusprechen.
»Dann sind Sie wohl der jüngere Bruder?« Der Fahrer lächelte und verengte seine Augen im Rückspiegel. »Mächtig viel Aufhebens wegen Ihrer Ankunft.«
»Ist das so?« Patrick schaute während der Fahrt aus dem Fenster. Das Taxi ordnete sich in den Verkehrsstrom ein, der in die Stadtmitte führte. Um sie herum ragten hohe Gebäude auf, mit beträchtlichem Hubschrauberbetrieb, der zwischen den Dächern hin und her flitzte, als ob es Leute gäbe, die nicht im Traum daran dachten, jemals einen Fuß auf den Erdboden zu setzen. Es sorgte immerhin für eine spektakuläre Aussicht. Der Teil von Arc Royal, in dem Patrick aufgewachsen war, war hügeliger gewesen, so dass die Gebäude dort auch nie die Höhe von diesen hier erreicht hatten.
»Gibt ‘ne Menge Mech-Jockeys, die hoffen, einen Platz bei Ihnen zu ergattern.«
Patrick hielt lässig seinen Noteputer hoch. »Ich musste sogar noch Speicher dazukaufen, um all die Bewerbungen unterbringen zu können, die man uns hochgeschickt hat.« Er warf einen Blick auf das Lizenz-Hologramm, das über der Kopfstütze des Fahrersitzes schwebte. »Habe ich Sie auch mit hier drin, Walter?«
»Ich doch nicht. ComStar hat einen Aufschlag für den schnellen Versand von Nachrichten an Sie verlangt. Jeder, der blöd genug ist, sein Geld an die zu verschwenden, als ob es kein Morgen gäbe, dürfte wohl kaum als Kandidat für Ihre Einheit in Frage kommen.«
»Da könnten Sie Recht haben.«
Walter schnaubte, während er in den Zubringerbereich des Nova Royale einbog. »Ich habe genug Unterhaltungen mitgehört, um zu wissen, dass ein paar Leute verstehen, was Sie da vorhaben. Sie beide sind junge Böcke, voller Ideen, und das ist gut so. Sie wollen erfahrene Krieger, aber doch wieder nicht so alte, dass sie ängstlich oder festgefahren sind. Das ist auch gut. Was die meisten Leutchen hier nicht begreifen, ist, dass Sie nicht nach den schnellsten Burschen Ausschau halten, sondern nach den besten Burschen.«
Patrick lächelte. »Und Sie wollen sich ganz sicher nicht für einen Platz bewerben?«
Der Fahrer lächelte. »Wenn ich mich bewerben wollte, hätten Sie ‘s ganz sicher schon mitgekriegt, Colonel.«
Das Hovercraft kam schwebend zum Stillstand und landete weich. Portiers in Livree öffneten rasch die Türen und luden Gepäck auf ein Gestell. Patrick überreichte dem Fahrer einen Zwanzig-C-Noten-Schein. »Behalten Sie das Wechselgeld.«
»Danke, aber nein.« Walter gab ihm einen Zehner zurück.
Patrick weigerte sich, ihn anzunehmen. »Betrachten Sie sich als Talent-Scout. Wenn Sie einen dieser ‚besten Burschen‘ sehen, schicken Sie ihn vorbei.«
Walter dachte für einen Moment nach, dann nickte er und gab Patrick eine Karte. »Wenn Sie mal einen Fahrer brauchen, lassen Sie ‘s mich wissen.«
»Mach‘ ich.« Sie schüttelten sich die Hände, dann drehte Patrick sich um und nahm das Hotel in Augenschein. »Oh, Morgan, in was hast du uns da nur hineingeritten?«
Das Nova Royale war irgendwie drüber, so ähnlich wie eine alte Jungfer, die sich aufgedonnert oder in Kölnisch Wasser gebadet hat. Das Äußere geht zwar in Ordnung, aber es ist von allem zu viel. Träger umschwärmten die Fahrzeuge. Ein Duo Türsteher hieß ihn willkommen, obwohl sich die Türen automatisch öffneten. Jenseits davon wartete ein weiteres lächelndes Pärchen als Begrüßungskomitee und hieß ihn in einer Lobby willkommen, die zwanzig Stockwerke hoch war. Dahinter waren noch mehr Träger damit beschäftigt, Kofferanhänger einzuscannen und ihre Last in Aufzüge zu verfrachten.
»Entschuldigen Sie bitte. Habe ich das Vergnügen, mit Colonel Kell zu sprechen?«
Patrick wandte sich um und überspielte durch die Bewegung ein Schaudern angesichts solcher Förmlichkeit. »Ich bin Patrick Kell.«
Die Augen des Mannes verrieten ein Aufblitzen der Enttäuschung, doch trotzdem bot er ihm die Hand an. »Mein Name ist Hector Damiceau. Ich vertrete hier auf Galatea diverse Interessen.«
»Diverse Interessen?«
Damiceau lächelte zurückhaltend. »Bitte, wenn Sie einen Moment Zeit für mich hätten …«
»Na ja, ich bin gerade erst angekommen und –«
»Colonel, ich versichere Ihnen, es wird sich lohnen.« Damiceau ergriff seinen linken Arm am Ellenbogen und führte ihn zur Lobby-Bar. »Ich habe mir sagen lassen, dass man hier eine exzellente Auswahl ihres irischen Whiskeys vorrätig hält.«
Irgendjemand hat ein Dossier über meinen Bruder gelesen. Patrick wollte wirklich nichts lieber als auf sein Zimmer und sich ausruhen. Es wäre ihm ein Leichtes gewesen, den Ellbogen zu lüpfen und den Kerl auszuschalten, und unter anderen Umständen hätte er diese Strategie auch tatsächlich angewandt. Allerdings ergab sich aus dem Umstand, dass der Mann hier auf ihn gewartet hatte und mit ihm sprechen wollte, ein exzellenter Anlass, um an Informationen zu gelangen.
Ein Gramm gute Aufklärung ist so viel wert wie eine Kilotonne Feuerkraft.
Patrick nahm in einem Sessel gegenüber von dem Mann Platz, durch dessen dünnes blondes Haar man den Widerschein des Lichts ausmachen konnte, das sich hell auf seiner Kopfhaut spiegelte. »Sie haben meine volle Aufmerksamkeit, Mr. Damiceau.«
Eine hübsche blonde Bedienung erschien an ihrem Tisch. »Was darf ich Ihnen bringen?«
»Zwei von Ihren besten irischen Whiskeys, bitte.« Damiceau gab seine Bestellung mit einer Knappheit auf, die Autorität ausstrahlen sollte.
Sie nickte.
Patrick hob einen Finger. »Haben Sie auch Wolf’s Paw?«
Das Mädchen zögerte. »Ja, haben wir, aber er sagte doch –«
»Ich habe ihn schon gehört. Wolf’s Paw soll mir genügen. Preis spricht nicht immer für Qualität.«
Die junge Frau sah Damiceau an.
Der kleine Mann öffnete seine Hände. »Dies ist eine gute Gelegenheit. Wir nehmen beide, und werden sie direkt miteinander vergleichen. Geld spielt keine Rolle.«
Patrick nickte. »Sie sind sehr zuvorkommend.«
»Und großzügig. Sie ahnen ja gar nicht, wie sehr.« Damiceau lehnte sich vor und senkte seine Stimme. »Ich will ganz offen zu Ihnen sein, Colonel – Sie und Ihr Bruder haben hier eine Menge Aufmerksamkeit erregt.«
»Davon hat man mir berichtet.«
»Ein Söldnerregiment, ein ganz frisches, mit Hinweisen auf neue Ausstattung und Führung – eine Führung mit Verbindungen zum Thron des Lyranischen Commonwealth – das ist schon etwas Besonderes. Es gibt welche, die blicken dem voller Vorfreude entgegen … und andere, die sich davor fürchten.«
»Und Ihre Interessen tendieren in genau welche dieser beiden Richtungen?«
Der Mann lächelte und sagte nichts, als das Mädchen den Whiskey brachte. Der Wolf’s Paw präsentierte sich auf der dunkleren Seite bernsteinfarben, während der teure Stoff fast farblos war. Die beiden hoben die Gläser mit Wolf’s Paw, stießen an, und tranken.
Damiceau kippte den Whiskey in einem Schluck herunter, während Patrick lediglich daran nippte. Wolf’s Paw, dessen Reifezeit gerademal den Weg von der Destillierspirale bis in die Flasche ausmachte, fühlte sich in der Kehle wie geschmolzenes Schmirgelpapier an. Es war nicht die Art von Whiskey, die Patrick zum Vergnügen trinken würde, doch er gemahnte ihn an die Gefahren bei geschäftlichen Angelegenheiten. Er beließ seinen für einen Moment auf der Zunge und schluckt dann rasch.
Damiceau war rot geworden, hatte dann aber weder gehustet noch gemeckert. Er schluckte ein zweites Mal schwer und zwang sich dann zu einem Lächeln. »Denkwürdig.«
»Zweckdienlich.« Patrick setzte sein Glas ab. »Ein Schuss davon in etwas warmer Limonade ist gut gegen Halsschmerzen. Deshalb habe ich mir als Kind auch nie ernsthafte Gedanken wegen einer Erkältung machen müssen.«
»Auch daran werde ich denken.« Damiceaus Augen wurden schmal. »Um Ihre Frage zu beantworten – meine Interessen umfassen beide Seiten. Eine Truppe wie die, deren Aufbau Sie planen, könnte in den richtigen Händen zu einem machtvollen Instrument werden. Wenn es gegen einen eingesetzt würde, wäre dies ein Anlass zur Sorge.«
Durch diese Aussage verringerte sich die Anzahl von Damiceaus möglichen Hintermännern. Obwohl das Draconis-Kombinat und die Konföderation Capella gemeinsame Grenzen mit dem Lyranischen Commonwealth aufwiesen, wäre eine neue Söldnertruppe kein sonderlich großer Anlass zur Sorge für die beiden. Es wäre dann einfach nur eine weitere Feindeinheit, mit der man es zu tun bekommen könnte. Andererseits besaß die Liga Freier Welten eine lange Grenze zum Lyranischen Commonwealth und wurde dermaßen von Streitigkeiten unter ihren verschiedenen Mitgliedsstaaten geplagt, dass eine machtvolle Söldnereinheit das Gleichgewicht der Kräfte ernsthaft gefährden könnte. Wenn sie im Auftrag des Commonwealth oder eines der kleineren Staaten arbeiten würde, vermochte sie ein Desaster anzurichten.
»Ich kann Ihrer Analyse nicht widersprechen.« Patrick nahm einen Schluck Whiskey. »Aber es gibt da eine ganz offensichtliche Lösung.«
»Es gibt sogar eine ganze Reihe davon, Colonel.« Damiceau probierte von dem teuren Whiskey und lächelte. »Eine davon bietet sich quasi von selbst an. Meine Auftraggeber würden Sie und Ihren Bruder dafür bezahlen, dass Sie die Truppe gar nicht erst aufstellen.«
»Wie bitte?«
»Ach kommen Sie, dieses Konzept dürfte Ihnen nicht fremd sein. Sie werden beide in einem Ausmaß davon profitieren, das keinem Vergleich zu dem standhält, was Sie als Söldner verdienen könnten.« Damiceau öffnete seine Hände. »Ich habe mir Ihre Ausschreibungen angesehen. Wir haben das mal nachgerechnet. Sie und Ihr Bruder werden mit leeren Taschen dastehen, nachdem Sie diese Truppe aufgestellt haben. Wenn Sie dreißig Jahre lang durchhalten – was dem Fünffachen der durchschnittlichen Lebensspanne einer Söldnereinheit entspräche – werden Sie das investierte
