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Makuladegeneration, Grauer und Grüner Star, Trockenes Auge, Entzündung der Netzhaut, der Regenbogenhaut und der Bindehaut, Kurzsichtigkeit u. v. a. m. nehmen epidemisch zu. In überfüllten Praxen erhält der Patient nur mangelhafte Auskünfte zum Wesen seiner Erkrankung, zu deren Ursachen und Therapie. Meist kennt er auch nicht die Diagnose, die Wirkstoffe und das Für und Wider verordneter Medikamente. Operationsrisiken werden ungenügend erörtert. Der Patient ist verunsichert, kann Sinn und Unsinn der ihm verordneten Therapien nicht beurteilen, hat Angst und vertraut blind und ergeben dem Arzt. Spätestens jetzt ist der Erkrankte gefordert, sich fachlich zu informieren, um mit dem Arzt fundiert sprechen und somit über sich selbst verfügen zu können. Zur Erlangung der hierzu erforderlichen Kenntnisse dient der vorliegende und aus eigener Erfahrung geschriebene Ratgeber.
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Seitenzahl: 109
Veröffentlichungsjahr: 2020
Umschlagbild:
Francesco del Cossa, 1435 - 1477, italienischer Maler der frühen Renaissance: „Die hl. Lucia“, Schutzpatronin des Augenlichts, Ausschnitt. Näheres siehe Seite →.
Aus Albert S. Lyons, R. Joseph Petrucelli II „Die Geschichte der Medizin im Spiegel der Kunst“, DuMont Literatur und Kunstverlag, Köln, 2003.
„Das Licht überliefert das Sichtbare dem Auge,
das Auge überliefert’s dem ganzen Menschen.
Das Ohr ist stumm, der Mund ist taub,
aber das Auge vernimmt und spricht.
In ihm spiegelt sich von außen die Welt,
von innen der Mensch.
Die Totalität des Inneren und Äußeren
wird durchs Auge vollendet.“
Johann Wolfgang v. Goethe
Farbenlehre 1810
Die im Frühjahr 2010 erschienene Erst- und im Frühjahr 2015 erschienene Zweitauflage haben in breiter Leserschaft eine überraschend freundliche Aufnahme gefunden. Hierfür danken wir! Viel Anerkennung in Briefen und Gesprächen ist den Autoren zuteilgeworden und hat sie bewogen, das Buch ein drittes Mal unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse zu überarbeiten. Dies erscheint umso notwendiger, als nach wie vor weit verbreitet Informationsdefizite bestehen sowohl hinsichtlich der biologischen Zusammenhänge zwischen Auge und Körper als auch der Wirkungen synthetisch hergestellter Medikamente. Mangelnde Kenntnisse und demzufolge buchstäblich blindes Vertrauen in ärztliche Kunst tragen zur Bedrohung des Augenlichtes bei.
Viele Patienten fühlen sich von ihrem Arzt unzureichend informiert, was das Für und Wider von Therapien und die Nebenwirkungen von Medikamenten angeht. Fragen nach persönlicher und familiärer Krankengeschichte (Anamnese), Ernährungs- und Lebensgewohnheiten sowie psychischen Befindlichkeiten, die Hinweise auf das Zustandekommen (Pathogenese) der in Frage stehenden Augenerkrankung geben könnten, stellt ein Schulmediziner nur selten. Statt dessen betrachtet er das erkrankte Auge als ein vom übrigen körperlichen und seelischen Geschehen isoliertes Organ. Eine solch reduktionistische, d. h. nur auf das unmittelbar leidende Organ reduzierte Sichtweise fordert jeden mitdenkenden Patienten dazu heraus, sich über die Biologie seines Körpers, die ihn befallene Erkrankung und mögliche Therapien so weit zu informieren, daß er mit dem Arzt angemessen diskutieren kann. Dazu gehören auch einige Kenntnisse medizinischer Fachausdrücke, die wir in diesem Buch an passender Stelle in Klammern hinzufügen.
Leidet der Augenpatient an inneren Erkrankungen körperlicher oder seelischer Natur, muß der Behandler nach Zusammenhängen zwischen diesen Befindlichkeiten und den Augen suchen, um nicht nur symptomatisch, sondern möglichst auch ursächlich behandeln zu können! Wie sehr das Auge als Teil zum Ganzen in das jeweils gegenwärtige und vergangene Gesundheits- und Krankheitsgeschehen des gesamten Körpers eingebunden ist, faßte der berühmte „Wasserdoktor“ Sebastian Kneipp (1821 - 1897) in die treffenden Worte:
„In einem kranken Organismus ist ein gesundes
Auge nicht vorstellbar“.
So besteht das Anliegen dieses Büchleins darin, auf allgemein unbekannte Zusammenhänge hinzuweisen, die eine Bedrohung des Augenlichtes darstellen und die im folgenden an einigen typischen Augenleiden beispielhaft verdeutlicht werden.
Mit Fehlsichtigkeiten, die im eigentlichen Sinn keinen Krankheitswert besitzen, beschäftigt sich bis auf das Problem der Kurzsichtigkeit das vorliegende Buch nicht.
Markennamen von Medikamenten zur Therapie von Augenleiden werden nicht genannt, weil wir auf das Sponsern durch Arzneimittelhersteller verzichten. Dafür weisen wir auf in Frage kommende Wirkstoffe hin, zu denen der Apotheker Sie berät.
Vorab bitten wir den Leser um Beachtung folgenden Hinweises: Besuchen Sie im Zweifelsfall vor jeglicher Eigenbehandlung Ihrer Augen den Arzt! Wie leicht eine falsche Eigendiagnose mit einhergehender Selbstbehandlung buchstäblich „ins Auge gehen“ kann, zeigt das Beispiel der Regenbogenhautentzündung (Iritis) ab Seite →.
Um Verständnis bitten die Autoren dafür, daß sie nicht für unerwünschte Nebenwirkungen haften, die durch unsachgemäßes Anwenden der in diesem Buch empfohlenen Augen- und Atemübungen, Ernährungshinweisen oder naturheilkundlichen Heilmitteln entstehen könnten.
Die Autoren bedienen sich der alten Rechtschreibung, die der neuen in vieler Hinsicht entschieden vorzuziehen ist. Auch huldigen sie nicht der bis zur Absurdität ausartenden Mode geschlechtlicher Differenzierung wie zwischen Leser und Leserin.
So möge die Lektüre dieses völlig neu bearbeiteten Buches dem um sein Augenlicht besorgten Leser in mancher Hinsicht buchstäblich „die Augen öffnen“. Gelingt dies so gut wie in den vorangegangenen Auflagen, fände das Anliegen der Autoren wiederum seine schönste Würdigung!
Wannweil, im Frühjahr 2020,
als das Corona-Virus der
Welt den Atem verschlug.
Dr. rer. nat. Johannes Nier
Ursula Nier
Zur Drittauflage dieses Buches
Vorwort
Körperfunktionen und Augenlicht
Darm
Mund
Leber
Immunsystem
Zähne und Nebenhöhlen
Durchblutung
Blutgefäße
Fließfähigkeit des Blutes
Freie Radikale
Cholesterin
Homocystein
Übersäuerung
Unbewußtes Nervensystem
Die Augenzellen und ihr Milieu
Krankes Auge
Trockenes Auge
Gefäßhautentzündung
(Uveitis, Iritis)
Grauer Star
(Katarakt)
Netzhauterkrankungen
(Retinopathien)
Grüner Star
(Glaukom)
Makuladegeneration, altersbedingte (AMD)
Trockene AMD
Feuchte AMD
Kopfschmerzen
Kunstlicht
Blutzuckerbedingte Netzhautschäden
(Diabetische Retinopathien)
Zystoides Makulaödem
Netzhautgefäßverschlüsse
Kurzsichtigkeit
Flimmern,Blitzen
Glaskörpertrübung
Was können wir tun?
Medikamentöse Behandlung
Essentielle Vitalstoffe
Vitamin C
Vitamin B2
Vitamin B12
Vitamin A
Vitamin E
Carotinoide
Spurenelemente
Nahrungsergänzungsmittel
Atem- und Augenübungen
Blut- und Kammerwasserfluß im Auge
Richtiges Atmen
Augenübungen
Nicht den Mut verlieren!
Schlußbemerkungen
Sachregister
Personenregister
Anhang
Ausklang
„Herr! Die Schönheit dieser Erde,
gib, daß sie die Sehkraft wecke
meines Auges, nicht ihm werde
eine Blindheits-Zauberdecke.“
Friedrich Rückert 1788 -1866
Mit großer Selbstverständlichkeit nehmen wir jahrelang das gute Funktionieren unseres Sehvermögens hin. Weil die Augen weitgehend klaglos ihren Dienst tun, fragen wir selten danach, ob sie nicht überanstrengt werden und ebensolche Beachtung verdienen wie Magen, Darm, Nerven oder Gelenke. Unterstützt wird die Klaglosigkeit unserer Augen noch dadurch, daß in vielen Fällen die Schädigung von zunächst nur einem Auge gar nicht bemerkt wird, weil das noch gesunde die Schwäche des kranken ausgleicht.
Aufgrund seiner hohen biologischen Komplexität und seiner exponierten anatomischen Lage nimmt es nicht wunder, daß das Auge gegenüber inneren (endogenen) und äußeren (exogenen) negativen Einflüssen besonders verwundbar ist. Und trotzdem arbeiten unsere Sehorgane oft lebenslang unglaublich geduldig und zuverlässig! Diesen gesunden Zustand vermögen wir erst dann dankbar zu schätzen, sobald Störungen im Sehvermögen auftreten oder das Augenlicht durch ein unerwartetes Ereignis plötzlich gar in Frage gestellt wird. So widerfuhr es der Mitautorin dieses Büchleins, die zeitlebens stolz auf ihr gutes Sehvermögen war. Nach jahrelanger, beruflich strapazierender Arbeit im Licht von Leuchtstoffröhren trat in ihrem Gesichtsfeld ein zunehmend dunkler und größer werdender Fleck auf. Ein angesehener Augenarzt diagnostizierte: „Ein gut durchbluteter Augenhintergrund, kein Anlaß zur Besorgnis“! Man vertraute dem Arzt, doch verschlimmerte sich der Zustand. Monate später stellte sich bei erneuter Untersuchung die „gute Durchblutung“ als großflächige Netzhautblutung heraus, als sog. Feuchte, Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)!
Wegen dieser unglaublichen Fehldiagnose waren alle Möglichkeiten rechtzeitiger, schadensbegrenzender Behandlungsschritte unwiederbringlich verloren. Mit dem rechten Auge, in welchem die Netzhaut inzwischen großenteils abgestorben und vernarbt war, konnte die Patientin zunächst so gut wie gar nicht mehr sehen. Doch nicht genug: Bald war auch das zweite Auge von feuchter, blutender AMD betroffen! Vorgewarnt durch besagten ärztlichen Diagnosefehler konnten wir diesmal rechtzeitig mit Mitteln der biologischen Medizin einen Stillstand der Blutungen bewirken und ein Fortschreiten der Sehverschlechterung verhindern. Im Verlaufe regelmäßiger Untersuchungen in der nahegelegenen Universitäts-Augenklinik riet man der Patientin unverblümt, die Blindenschrift zu erlernen, da es ja keine heilenden Therapien gebe und Blindheit unvermeidlich sei!
Was ist in einem solchen Fall, wo doch einfühlsame Zuwendung eines jeden Arztes an erster Stelle stehen sollte, zu tun? Sich resignierend in sein Schicksal ergeben oder mutig Eigeninitiativen zur Wiederbelebung des geschundenen Augenlichtes entwickeln? Letzteres geschah, wobei nicht die Schulmedizin zur Anwendung kam, sondern ausschließlich Verfahren unter rein biologischen Gesichtspunkten. Damit gelang es, in beiden Augen das Sehvermögen derart wiederzubeleben, daß der darob höchlichst verwunderte Facharzt feststellte: „Alles, was Sie machen, ist richtig!“
Es waren die dem menschlichen Organismus innewohnenden Naturkräfte, bekannt als „Körpereigene Heilkräfte“ oder „Innerer Arzt“, welche „alles richtig gemacht“ haben! Unsere Aufgabe bestand darin, diesen Kräften den Weg zu ihrer Entfaltung mit viel Geduld freizumachen. „Medicus curat, natura sanat“ („Der Arzt behandelt, die Natur heilt“). Freilich ist im hier vorgestellten Beispiel der feuchten AMD eine Heilung im engen Sinn des Wortes nicht zu erwarten, denn zerstörteZellen der Netzhaut erneuern sich nicht. Doch ist schon viel erreicht, wenn es gelingt, Störungen des Zell-Stoffwechsels zu verringern, um einen gewissen Erholungsprozeß der Sehfähigkeit und deren Stabilisierung einzuleiten. Hierzu wird eine möglichst gute Wiederherstellung des Gleichgewichtes zwischen den wechselseitig wirkenden Organfunktionen (Homöostase) angestrebt. Dies wiederum gelingt nur, wenn deren größter Feind, nämlich äußerlich und innerlich erzeugte und auf den Organismus einwirkende Gifte (Toxine) weitgehend beseitigt werden. Erst dann können wir erwarten, daß die Ver- und Entsorgung der Zellen, d. h. der natürliche Stoffwechsel wieder in Gang kommt. Nur nach einer solchen Entgiftung können Medikamente aus dem Schatz der biologischen Medizin wie solche zur Wiederbelebung gestörter Zellfunktionen ihre Wirksamkeit voll entfalten.
Viel zu wenig ist dem Wohlstandsbürger bewußt, daß die Wiederherstellung seiner aus dem Gleichgewicht geratenen Homöostase nur mit der Rückkehr zu normaler, der Natur nicht zuwiderlaufender Lebensweise möglich ist. Selbstredend gehören hierzu naturgerechte Ernährung, gesundes Atmen und ein Mindestmaß an körperlicher Bewegung. Ausgerechnet diese drei so grundsätzlichen Voraussetzungen werden infolge zunehmend naturfremder werdender Lebensweise vom „modernen“ Menschen immer weniger erfüllt. In der heutigen, auf Genuß und Bequemlichkeit in allen Lebensbereichen fixierten Konsumgesellschaft geht die Eigenverantwortlichkeit für Gesunderhaltung erschreckend verloren. Wie solches Verhalten unser Augenlicht negativ beeinflußt, wollen wir im folgenden näher betrachten.
„Beim Sehen sind Geist, Auge und Nervensystem
eng verbunden und bilden ein einziges Ganzes.
Alles, was einen Teil dieses Ganzen betrifft,
beeinflußt auch die übrigen Teile.“
Aldous Huxley 1894 - 1963
Alle Organe und Funktionen des Körpers sind über Blutkreislauf und Nervensystem auf das engste miteinander verknüpft. Die Fähigkeit des Organismus, diese Körperfunktionen im Gleichgewicht zu halten, nennt man Homöostase. Diese kann bereits aus der Balance geraten, wenn nur ein Organ funktionell oder gar organisch gestört ist. Wie ungünstig sich dies auf das Augenlicht auswirken kann, sei an folgenden Beispielen erläutert, wobei wir mit dem
beginnen, der den Menschen mit seiner ihn ernährenden Außenwelt ebenso verbindet wie die Wurzel ihre Pflanze. Was sich an der inneren Darmoberfläche, die der Größe eines Fußballfeldes entspricht, beim Umwandeln der Nahrung in körpereigene Stoffe (Assimilation) alles abspielt, ist erstaunlich! Erst in einiger Kenntnis dieser sehr verwickelten Vorgänge sind die Folgen von Darmstörungen oder -krankheiten mit ihren oft schwerwiegenden Folgen für den gesamten übrigen Körper zu begreifen. Gewiß kennen Sie den Spruch „Der Tod sitzt im Darm“. In China heißt es: „Im Darm sitzen tausend Krankheiten“. Um das besser zu verstehen, gestatten wir uns einen kurzen Ausflug in das Darm-Innere.
Allgemein und sogar erfahrungsgemäß noch manchem Arzt (!) ist unbekannt, daß die innere Darmschleimhaut bis zu 100 Billionen (eine Eins mit vierzehn Nullen) Mikroorganismen (Mikroben, auch Darmbakterien oder Enterozyten genannt) besiedeln, mehr als die Gesamtzahl aller Körperzellen! Diese Bakterien sind einzellige Gebilde mit eigenem Stoffwechsel, gehören jedoch nicht zum Körper, sondern werden bei der Geburt in Spuren aus dem Darm- und Vaginalbereich der Mutter auf das Kind und weiter in dessen Darm übertragen. Dort vermehren sich mit den Jahren diese „Mieter“, deren Gesamtheit als Mikrobiom oder umgangssprachlich „Darmflora“ bezeichnet wird. Mit der Zeit bilden sich ca. 500 verschiedene Sorten heraus, die sich in Quantität und Qualität von Mensch zu Mensch wie ein Fingerabdruck individuell unterscheiden. Beim Erwachsenen erreicht solch ein Mikrobiom ein Gesamtgewicht von rd. 1,5 kg! Der ausgeschiedene Stuhl besteht zu 30 bis 40% allein aus abgestorbenen Enterozyten, die aber im Darm neu gebildet werden.
Von der Tätigkeit dieser Bakterien hängen Wohl und Wehe unserer Gesundheit ab: Sie bekämpfen im Darm befindliche Krankheitserreger (Pathogene), konsolidieren die Darmschleimhaut und dienen der Nahrungsverwertung (Assimilation). Eingehendes Beschreiben der noch unvollständig erforschten Darmflora würde ein dickes Buch füllen! Deshalb sei im folgenden unser Augenmerk nur auf die für den Gesamtorganismus und damit insbesondere für das Auge wohl wichtigste Funktion der Darmbakterien gerichtet, nämlich auf deren gegen Pathogene gerichtete Schutzfunktion.
Diese besteht erstens darin, daß Darmbakterien die Pathogene mengenmäßig überwuchern und so regelrecht in Schach halten. Zweitens können sie in direktem Kontakt die Pathogene mittels Enzyme unschädlich machen. Drittens signalisieren sie auf hochintelligente Art, nämlich durch Absonderung bestimmter Botenstoffe dem körpereigenen Immunsystem, daß dieses mithilfe seiner Abwehrzellen, den weißen Blutkörperchen (Leukozyten), unerwünschte Eindringlinge vernichten soll.
In einer gesunden Darmflora halten sich die zahlreichen und vielfach miteinander unverträglichen Mietparteien gegenseitig in Schach, d. h. keine Bakterienart dominiert die andere. Ist jedoch dieses Gleichgewicht beispielsweise durch Fehlernährung oder darmschädigende Medikamente gestört, können diejenigen Enterozyten, welche für die Erhaltung einer intakten, d. h. schadstoffdichten Darmschleimhaut (Barrierefunktion) zuständig sind, ihre Funktion nicht mehr hinreichend erfüllen. Dann entstehen regelrechte „Löcher“ in der Darmschleimhaut, das immer häufiger zu beobachtende sog. „Leaky-Gut-Syndrom“.
So winzig diese Lecks auch sind, sie erleichtern nunmehr bakteriellen und viralen Krankheitskeimen jeglicher Art sowie den von Bakterien ausgeschiedenen als auch den von Fäulnisprozessen im Dickdarm herrührenden Toxinen (Kotgifte) das Durchdringen der Darmschleimhaut. Damit können Krankheitserreger und Gifte über die mit dem Darm verbundenen Blutbahnen in alle Organe und endlich auch in die Augen gelangen.
Ungleichgewicht zwischen den verschiedenen Bakteriensorten der Darmflora beruht in aller Regel auf Fehlernährung der Darmbakterien. Diese beziehen nämlich ihre Lebensenergie aus Ballaststoffen, d. h. aus unverdaulichen Kohlenhydraten, wie sie faserreiche Pflanzenteile enthalten. Bei diesem Abbau der Kohlenhydrate fallen sog. Carbonsäuren an, welche für die Darmschleimhaut lebenswichtig sind und außerdem die Darmbewegungen für den Weitertransport des Stuhls
