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Achtung: ein Buch - nur für Männer! Menschen lesen, beeinflussen und programmieren können, das ist, was viele Menschen sich heimlich wünschen. Vor allem wir Männer, wenn es darum geht, bei einer Frau zu landen. Ich behaupte: Das kann jeder! Als Mentalist beschäftige ich mich bereits seit über einem Jahrzehnt mit der Beeinflussbarkeit von uns Menschen. Erstaunliches habe ich dabei entdeckt, zum Beispiel wie sich Körpersprache zieldienlich nutzen lässt, wie man psychologisch wirksam argumentieren kann oder wie man mit hypnotischen Sprachmustern sein Ziel erreicht. In diesem Buch zeige ich Dir, wie auch Du mit diesen "Tricks of Mind" Dein Ziel erreichen kannst. Begleite mich auf einem kurzen Abstecher in die Welt der Mentalmagier. Ich zeige Dir, wie man Gedanken lesen kann, wildfremde Menschen auf der Straße in Trancezustände versetzt, ich erkläre Dir, wie Du mit Blitzhypnose experimentieren kannst oder wie Du Deine Ex zurückgewinnst. Alles, was Du für einen magischen Flirt brauchen wirst, habe ich Dir hier in diesem Buch zusammengepackt. Darüber hinaus verrate ich Dir Grundlagen-Know-how, woran Du zum Beispiel erkennen kannst, ob jemand lügt oder die Wahrheit sagt, was unsere Blickrichtung über unser Innenleben verrät oder was dafür verantwortlich ist, ob wir uns sympathisch finden oder nicht. Alles in Allem ein Buch, das Deinen Blick schärfen, Deinen Horizont öffnen und vor allem eines, den Spaß am Flirten fördern wird - das zumindest hatte ich im Sinn.
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Seitenzahl: 202
Veröffentlichungsjahr: 2020
Dieses Werk widme ich meiner großen Liebe Elena.
Danksagung:
Hiermit danke ich Eike Rappmund und dem ganzen Team von GreatLife.Books für ihren starken Support, Dennis Hamann (Radiomoderator) welcher maßgeblich an der Entstehung beteiligt war, und Tilo Kirchner für seine tolle Unterstützung am Anfang meines Projektes der Mentalmagie.
Ohne Eure Hilfe wäre wohl so einiges im Strudel der Zeit untergegangen oder hätte einen ganz anderen Weg genommen. Dank Euch konnte dieses Buch entstehen. Vielen Dank!
Kurz gesagt
Einleitung
Wie ich zu einem Profi der Täuschung und Manipulation wurde
Die Folgen von Manipulation und Täuschung
Die Macht von Suggestion & Rapport
Wirkung mit Folgen
Körpersprache
Grundlegendes
Absicht körpersprachlichen Ausdrucks
Widersprüche
Was der Gang über den Geher verrät
Die Phasen des Ganges
Inkongruenzen
Ideen für die Praxis
Distanz-Zonen
Intime Distanzzone
Individuelle Distanzzone
Soziale Distanzzone
Öffentliche Distanzzone
Der Stand
Standpunkte und was sie über uns verraten
Zappel-Filipp
Cowboy
Strammer Max
Kreuz und Quer
Spitzfindigkeiten
Die Magie eines Handschlags
Die erste Berührung und wie tief sie geht
Varianten
1.
Armlänge
2.
Machtspiele
3.
Händedruck
4.
Hand- & Haltungen
NLP im Alltag
Unbewusste Reize
Gezielt gestikulieren
Manipulative JA-Straßen
Psychologische Anker
Kinästhetische Anker
Hypnotische Sprachmuster und Verneinungen
Spiegeltechnik
Barnum-Aussagen
Das Forer-Experiment
Barnum Formulierungen nutzen
Cold reading
Augen
Kleidung & Outfit
Vorurteile?
Schlechter Modegeschmack
Tattoos und Piercings
Fingernägel
Ringe an bestimmten Fingern
Augen- und Fingernageldiagnostik
Remote Viewing
Was ist Remote Viewing?
Warum funktioniert Remote Viewing?
Kann jeder Remote Viewing ausüben?
Blitzhypnose
So kannst Du sofort loslegen
Suggestibilitätstest
Einleitung der Hypnose
Hypnotische Effekte
Auflösung der Hypnose
Weitere Hypnoseeinleitungen
Auftreten des Hypnotiseurs
Gedankenlesen
Eine atemberaubende Routine
Die Pateo-Force
Auflösung
Die perfekte Masche der Profi-Aufreißer
Der Approach – verschiedene Situationen
Dual reality – Gedankenleseeffekt
Der weitere Verlauf
Die Telefonnummer
Das Treffen
Wie bekomme ich die Ex zurück
Den Spieß umdrehen
Macho oder Softie?
ONS oder Beziehung
Quintessenz
Die Zeitmaschine – oder wie man Körbe zurückwirft!
Wirkungsvoll reframen
Ein Zielbild nutzen
Heiko Rieger
Stell Dir einmal vor, Du würdest mitten auf der Straße plötzlich von einem wildfremden Mann angesprochen. Aber nicht nur das, auf einmal bittet er Dich, Deinen Namen für einen Moment zu vergessen. Einfach vergessen. Einfach so. Bevor Du ihm noch einen Vogel zeigen kannst, bemerkst Du, dass es tatsächlich nicht mehr geht. Auf die Nachfrage, wie Du denn heißt, bringst Du ihn einfach nicht mehr über die Lippen. Deinen Namen. Er liegt Dir zwar auf der Zunge, aber irgendwie will es nicht gelingen, ihn auszusprechen. Und schlimmer noch: Je mehr Du es versuchst, desto weniger scheint es zu funktionieren! Eine unfassbare Situation! Kalt läuft einem da der Schauer über den Rücken, nicht wahr? Sicher hast Du diesen Effekt schon irgendwo einmal auf der Bühne oder im Fernsehen gesehen. Doch was ist damit …?
Nehmen wir an, man würde Dir ein verschlossenes Couvert reichen. Deine Aufgabe sei nun, nicht etwas zu vergessen, sondern dieses Mal an etwas Bestimmtes zu denken. An ein bestimmtes Datum mit einem dazugehörigen Namen oder dem dazugehörenden Ereignis zum Beispiel. Deine Lippen dürfen sich dabei nicht bewegen. Ausschließlich auf diese eine Aufgabe gilt es, sich zu konzentrieren. Nun ist es so weit. Du darfst den Umschlag öffnen. Dir stockt der Atem. Auf einem zusammengefalteten Stück Papier steht Dein nie ausgesprochener Gedanke. Und? Hast Du das auch schon mal auf einer Bühne gesehen? Kannst Du Dir vorstellen, wie Du Dich wohl dabei fühlen würdest? Würdest du da nicht so langsam an übersinnliche Kräfte beginnen zu glauben?
Ein letztes Beispiel. Magische Momente haben ja nicht nur auf der Bühne ihren Platz. Nehmen wir an, Du möchtest Deine Traumfrau von Dir überzeugen. Dummerweise würde Deine Herzdame Dich aber unter normalen Umständen wohl leider keines Blickes würdigen! Nun, was ist zu tun? Zum Glück gibt es auch für derlei Situationen teuflische, beinahe schon strafbare Tricks, um sein Ziel zu erreichen. Methoden, die auf Basis von Hypnose, raffinierten Sprachmustern, die direkt ins Unbewusste dringen, und visuellen Reizen perfekt Menschen beeinflussen. Jeden. Du würdest überrascht sein, wie manipulierbar wir alle doch sind.
Lieber Leser. In diesem Buch wirst Du lernen, wie Du Lügen enttarnst. Aber mehr noch. Du wirst auch lernen, wie Du andere Menschen besser belügen kannst. Wir sprechen hier von Manipulationstechniken. Aber nicht irgendwelchen. Wir sprechen von den gut gehüteten Techniken der Mentalisten. Diese uralte Sparte der Täuschungsmagie steht nicht griffbereit im nächsten Bahnhofsbuchladen. Extrem selten sind Bücher oder Skripte zu finden, die einem diese Kunst lehren. Und noch schwieriger ist es, sie zu lernen. Zumindest war das so. Bis jetzt!
Mein Name ist Heiko Rieger. Ich bin Mentalist. Ich gehöre zu den Menschen, die diese Kunst beherrschen. Ich bin fasziniert von den Möglichkeiten und der Macht, die wir Menschen besitzen. Und diese Möglichkeiten können wir Menschen auch lernen zu nutzen. Jeder von uns. In diesem Buch möchte ich Dir zeigen, wie einfach es ist, Menschen in ihrer Wahrnehmung zu täuschen. Ich möchte Dir zeigen, wie Du genau die Reaktion provozieren kannst, die Du auch haben möchtest. Und ich werde Dir Techniken zeigen, mit denen Du problemlos die Gestik, Mimik und viele weitere, passive Ausdrucksweisen von Menschen lesen und übersetzen kannst.
Tauche mit mir ein in die mystische, geheimnis- und machtvolle Welt der Mentalmagie. Ich verspreche Dir, so etwas hat es bisher noch nie in deutscher Sprache gegeben. Ein Mentalist packt aus. Das ist mein Statement. Dafür werde ich stehen. Ich werde Dich einweihen in die verborgenen Techniken und Geheimnisse dieser faszinierenden und zugleich auch beunruhigenden Kunst. Doch Vorsicht! Dieses Buch übernimmt keine Verantwortung darüber, was Du mit Deinem neu errungenen Wissen anstellen wirst. Denke bei allem an die Gesetze des Universums. Setze Dein Wissen und Deine neuen Fähigkeiten nie dafür ein, um anderen Menschen zu schaden! Es wird auf Dich zurückfallen. Ich weiß, wovon ich spreche. Ich habe Dich gewarnt.
Magische Grüße zu einer spannenden Reise in die Welt eines Mentalisten
Dein Heiko Rieger
Wer von uns hat nicht den Traum, jeden Menschen alleine durch einen Fingerschnipp dazu bringen zu können, alles von ihm zu bekommen, was man möchte? Oder jede Frau in die Kiste zu kriegen, um all seine Phantasien mit ihr auszuleben? Ich glaube, die Meisten von uns haben diesen Traum. Leider ist man nur meistens auch davon überzeugt, dass sich das nur um ein Wunschdenken handelt. Das war auch einmal meine Überzeugung – bis ins Jahr 2001.
Ich interessierte mich schon immer für die optischen Täuschungen und Tricks der großen Magier. Im Fernsehen bewunderte ich deren geschickten Methoden Tausende Menschen durch wenige Handbewegungen abzulenken. Da gab es Illusionisten wie David Copperfield und Siegfried & Roy. Da gab es für mich aber auch die professionellen Taschendiebe, sogenannte „Pick Pocket-Artists“, und die Trickbetrüger. All diese Menschen und ihre „besonderen“ Fähigkeiten hatten schon immer eine faszinierende Wirkung auf mich. Ich kannte alle Ihre Maschen und Tricks und studierte sie, sofern möglich, mir selbst akribisch ein. Eines Tages stieß ich jedoch auf eine neue Sparte. Eine magische Kunst, die so atemberaubend war, dass ich es kaum glauben konnte. Wie hatte ich es nur bislang geschafft, ohne sie zu leben? Der Stein, der alles zum Rollen brachte, war seinerzeit Jan Becker. Heute als Fachmann für Hypnose bekannt. Zufällig, beim Zappen im Fernsehen entdeckte ich ihn. Sofort war ich wie gebannt.
Ich erinnere mich noch gut. Die Sendung, die über ihn berichtete, war „Stern TV“. Und was ich dort sah, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. Der Mentalmagier Jan Becker lief durch die Straßen Berlins und ließ wildfremde Passanten ihren Namen vergessen. Einfach so. Oder er betrat eine Tankstelle und gab der Kassiererin einen verschlossenen Umschlag in die Hand, verwickelte sie in ein Gespräch und forderte sie anschließend auf, sich einen willkürlichen Gegenstand aus dem Tankstellensortiment auszusuchen. Als sie mit einem Bounty-Riegel zurückkam und dem Umschlag einen zusammengefalteten Zettel entnahm, las sie: „Du wirst Dich für einen Bounty Schokoriegel entscheiden.“ Er entlarvte auf Anhieb die Lügen der Zuschauer und fuhr mit mehrfach verbundenen Augen Auto. Er fand mühelos eine in Berlin versteckte Stecknadel, indem er sich lediglich die Hand der Person, die die Nadel versteckt hatte, auf seine Schulter legen ließ. Wie war so etwas möglich? Wie hatte er das gemacht? Da ich bis zu diesem Zeitpunkte Tausende von Routinen und Zaubertricks bereits kannte, war ich mir sicher, dass es sich hierbei um keinen Trick handeln dürfte. Es musste etwas anderes im Spiel sein. Etwas, das ich noch nicht kannte. Meine Neugier war entfacht. Sofort recherchierte ich im Internet und fütterte Google mit allen möglichen Suchbegriffen. Ohne Erfolg. Selbst in bestimmten Zauberforen fand ich keine Antwort. Einzig einige ahnungslose und selbst verwunderte Antworten auf ähnliche Suchanfragen konnte ich finden. Das Thema ließ mich nicht mehr los. Im darauffolgenden Jahr recherchierte ich wie ein Besessener. Stunden-, tage-, quatsch wochen- und monatelang durchwühlte ich das Internet, ohne auch nur einen einzigen Hinweis zu ergattern, bis ich eines Tages durch Zufall auf ein sehr exklusives Mentalistenforum in den Vereinigten Staaten stieß.
Meine Freude war nur von kurzer Dauer. Es war hier unmöglich, sich einfach ohne Weiteres anzumelden. Eine schier unmögliche Aufnahmeprüfung wurde verlangt, bevor man Zugang erhalten sollte. Diese Mentalisten machten ein großes Geheimnis um ihre Kunst. Ein weiterer Grund für mich, hinter diese Techniken und Tricks der Manipulation zu kommen. Doch das Glück blieb mein treuer Geselle. Durch Zufall ergatterte ich kurze Zeit darauf bei einer Onlineauktion ein etwa 150 Jahre altes Skript über eine bestimmte Routine der Mentalisten. Dieses Skript sollte, zusammen mit geschickter Überredungskunst, meine Eintrittskarte zu diesem Forum werden und damit in eine mir völlig neue Welt. Plötzlich fand ich mich in Gemeinschaft mit sehr mächtigen Menschen, die scheinbar alle Geheimnisse dieser Jahrhunderte alten Kunst kannten. Bald schon fand ich einen Mentor, der mich bei der Hand nahm und mir zeigte, wo ich mir welche Fachliteratur zu kaufen hatte. Diese Skripts und Bücher waren nicht immer einfach zu beschaffen. Alle waren in englischer Sprache geschrieben und mussten im Ausland bestellt werden. Auch gab es einige Schriften, die nur in sehr kleiner Auflagen weltweit verfügbar waren. Meist bestand der Inhalt aus zigmal kopierten und korrigierten Zetteln, die offensichtlich schon Jahrzehnte auf irgendeinem amerikanischen Mentalistendachboden zugebracht haben mussten. Manchmal fehlten ein paar Blätter. Wieder andere waren mit einer Feder geschrieben und extrem schwierig zu lesen. Der Preis für ca. dreißig Seiten geballtes Manipulationswissen war ebenfalls nicht zu verachten. Teilweise werden mehrere hundert Dollar oder Pfund fällig, je nachdem, wie gut der beschriebene Effekt ist. Viele der Skripte und Bücher kamen in einem versiegelten Plastikbeutel bei mir an. Ich hatte die Büchse der Pandora entdeckt …
In den darauffolgenden Jahren studierte ich tagein, tagaus meine äußerst geheimnisvoll anmutenden Bücher. Im Mentalistenforum war ich ohnehin Dauergast und ich lernte eine Menge über die Geschichte der Mentalmagie selbst. Mehr sogar noch als in der Zauberei ist es bei den Mentalisten äußerst verpönt, wenn ein Kollege seine Techniken verrät. Ein unmittelbarer Verstoß aus dem inneren Kreis ist die Folge. Manche Techniken sind bereits mehrere Hundert Jahre alt und werden stets durch die Erfahrung der Künstler selbst ständig verbessert und erweitert. Nur deshalb sind diese Techniken bis heute nicht öffentlich bekannt und werden es wohl auch nie werden. Mir wurde klar, dass es sich um teuflisch perfekte Manipulationen handelt, welche durchaus immensen Schaden verursachen können, gerieten sie in falsche Hände. Die Geheimhaltung hatte also auch einen triftigen Grund. Mit diesem Material könnte man Religionen gründen, so sagte man immer. Mittlerweile kann ich das bestätigen.
Doch wie sollte ich nun mein ganzes angesammeltes Wissen nutzen? Keine Frage, ich ging auf die Straße, um mit wildfremden Passanten zu üben. Schnell bemerkte ich, dass es für bestimmte Effekte eine Menge Erfahrung und Übung bedarf, um sie auch als wirklich überzeugende Realität zu verkaufen. Und das tat ich nun auch. Ich übte. Ich übte und war begeistert. Schnell war ich Mittelpunkt jeder Veranstaltung und immer gern gesehener Gast auf jeder Party. Fortan warf ich mich in Schale, kleidete mich mit Anzügen, um die nötige Souveränität auszustrahlen, und hypnotisierte, manipulierte und las die Gedanken meiner Mitmenschen, was das Zeug hielt.
Kurze Zeit darauf wurde ich auf die Szene der sogenannten „Pick Up Artists“ aufmerksam. In dieser Szene nutzt man Manipulationstechniken aus der Mentalmagie, um so viele Frauen wie nur irgend möglich abzuschleppen. Sozusagen im Akkord. Durch geschickte psychologische Vorgehensweisen, unbewusst wirkende Anker oder hypnotische Sprachmuster bringen diese „Künstler“ jede Frau zum Schmelzen. Meist wenige Stunden später verschwindet man dann gemeinsam auf irgendeinem Hotelzimmer. Und dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob diese Frau glücklich verheiratet ist oder scheinbar interessenlos durch einen Supermarkt steuert. Keine noch so atemberaubende Frau schien vor diesen „Pick Up Artists“ sicher zu sein. Dabei spielte es auch nachweislich keine Rolle, wie so ein „Künstler“ aussieht. Ob klein, groß, dick, dünn, ob mit Narbe im Gesicht oder einem zu kurzen Bein. Alles war möglich. Scheinbar mühelos brachten sie Frauen der Oberklasse dazu, mit ihnen sofort Sex zu haben.
Um meine Techniken zu verbessern, las ich mich also nun auch noch durch sämtliche Bücher dieser glamourösen Szene und machte nun vor keiner Frau mehr Halt. Später werde ich auf diese Techniken noch ausführlicher eingehen.
Nach einiger Zeit hatte ich meine eigene perfekte Masche erarbeitet. Nahezu ohne Fehlerquote schnurrte sie wie ein gut geölter Motor. Ganz egal, welche Frau ich ansprach, es klappte immer. Braun gebrannt, gut duftend und im Anzug gekleidet tauchte ich in Clubs oder privaten Partys auf oder besuchte grundlos Supermärkte, nur um ein neues „Target“ zu finden. Meist schnell wurde ich auch fündig. Ich visierte sie an und steuerte auf sie zu, sobald ich ein besonders attraktives „Ziel“ gefunden hatte.
Auf meinen Beutezügen ging ich immer mit der gleichen Masche vor. Das macht auch Sinn. Anderweitig ist es Zufall, aber nicht Professionalität, wenn eine Routine beginnt zu funktionieren. Und genau das wollte ich: meine Masche professionalisieren. Die Routine, an der ich damals arbeitete, verlief so: Zuerst lief ich ganz cool am Tisch meines Targets vorbei, drehte mich dann aber scheinbar wie zufällig um und sagte „Hey, ich bin gleich wieder weg! Zuerst aber möchte ich Euch etwas Tolles zeigen. Etwas, was Ihr Euer Leben lang nie wieder vergessen werdet.“ Unter diesen Umständen willigte bislang noch jede Frau oder Frauengruppe ein – bis auf eine Dame, die war aber gerade beim Essen. Wie ignorant von mir. Sodann übergab ich ihnen einen versiegelten Umschlag und ließ sie an den Namen einer Person denken, welche ihnen einmal sehr viel bedeutet hat. Wichtig ist in diesem Fall die Vergangenheitsform. Daher wählen die meisten Menschen dann auch eine verstorbene Person. Das können wir dann für uns nutzen und die innersten Gefühle unseres Targets erreichen. Mein Target sollte auf keinen Fall die Lippen bewegen, dafür aber mir geradewegs in die Augen sehen. Ich hielt dabei deren Kopf zwischen meinen Händen. Eine tolle Chance, für eine sehr persönliche Berührung. Wann darf man schon nach wenigen Sekunden den Kopf einer schönen unbekannten Frau in den Händen halten? Die Wirkung liegt auf der Hand. Bereits nach wenigen Augenblicken ließ sich so ein enormes Vertrauensverhältnis aufbauen und ein Gefühl von Zugehörigkeit stellte sich ein. Weitaus besser aussehenden Clubbesuchern dürfte dies selbst nach mehreren Stunden langweiligen Geredes höchstens mit sehr viel Glück und dann auch nur vielleicht gelingen.
Mit dem Kopf in der Hand versuchte ich nun den Namen an den Augenbewegungen, Lippen und an der Mimik abzulesen. Keine Frage, dass es dann wie eine Bombe einschlug, wenn ich den Namen dann aussprach. Dann übergab ich einen verschlossenen Umschlag. Um den Effekt noch weiter auszunutzen, bat ich darum, auf eine Serviette oder ein Stück Papier einen Gegenstand zu zeichnen, den sie mit dieser Person verbindet. Den Tränen bereits nahe wurden dann ein Ring oder beliebige andere Gegenstände aufgemalt. Nun forderte ich, das Kuvert zu öffnen. Oh Wunder, auf einem Blatt Papier stand exakt der Gegenstand geschrieben, der auch gezeichnet wurde.
Wie versprochen verabschiedete ich mich nach diesem eindrücklichen Effekt und positionierte mich in Sichtweite meines Targets und wartete. Ich wartete ab, was passiert. Zu neunzig Prozent war es sicher, dass ich nach einer kurzen Erholungsphase von meinem Target angesprochen wurde. Immerhin musste sie ja wissen, wie ich das gemacht hatte. Ein weiterer Schritt war geschafft, um sie von ihren Freunden zu separieren. Ein wichtiger Schritt. Nun war sie offen für stundenlange Manipulation und für die Möglichkeit, sich Hals über Kopf in mich zu verlieben. Völlig egal, ob ihr Freund im selben Club oder sie gar verheiratet war. Die Hormone, die durch meine Techniken ausgelöst wurden, waren um ein Vielfaches stärker als der Verstand. Mein Weg war geebnet.
Es kam, wie es kommen musste. Alle Frauen, die ich haben wollte, hatte ich auch erfolgreich verführt, und dieses Spiel begann langsam seinen Reiz zu verlieren. Ein neuer Kick musste her. Dieser kam im Gewand einer wunderschönen Frau. Nein, nicht auf der Straße, nicht in einem Club oder auf einer Party. Ganz schlicht auf der Arbeit lernte ich sie kennen. Sie hatte pechschwarze Haare, war sonnengebräunt, alleinstehend, war Mutter zweier Kinder und auch noch fünfzehn Jahre älter als ich. „Unerreichbar“ hörte ich es von allen Seiten raunen. Doch für diese Warnung war es bereits zu spät. Bis über beide Ohren hatte ich mich verliebt. Ich griff in meine Trickkiste und versuchte alles, was mir möglich war. Doch sie wollte nicht auf mich anspringen. Ganz gleich, was ich tat, am Ende ging ich doch wieder alleine nach Hause. Ein langes Jahr sollte es dauern, bis ich endlich einen Schritt weiter kam. So war ich das nicht gewohnt. Die Erklärung: Gerade frisch getrennt war bei ihr der Schmerz über die vergangene Liebe doch größer als der Wunsch, sich neu zu binden. Solche Situationen sind in der Psychologie der Manipulation nicht unbekannt. Ein Schmerz ist immer größer als ein anderer Schmerz. Um das Verhältnis der Intensität umzukehren, bedarf es vor allem eines: Geduld! Wenn man das weiß, lässt sich dieser Umstand allerdings sehr gut für die eigenen Ziele nutzen.
Zum besseren Verständnis ein kleines Beispiel: Du sitzt mit Deiner Freundin auf der Couch und möchtest unbedingt mit ihr essen gehen. Du weißt, das wird ein schier unmögliches Unterfangen. Du musst sie ja davon überzeugen, jetzt aufzustehen, um sich zum Ausgehen zurecht zu machen. Und wie Du Deine Freundin kennst, wirst Du mit normalen Mitteln niemals zum Erfolg kommen. Also erzeugst Du nun einen Schmerz und stellst sie vor die Wahl zwischen dem Schlimmeren und dem weniger Intensiven. So fragst Du ganz nebenbei: „Schatz, magst Du mir was kochen oder wollen wir was Leckeres essen gehen?“ Bemerkst Du etwas? Die Vorstellung, jetzt kochen zu müssen, wäre noch viel schlimmer, als es sich im Restaurant gemütlich zu machen. Du lässt nur scheinbar eine Wahl. Da die Möglichkeit, gar nichts zu essen, nicht zur Debatte steht, wird sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sich für die zweite Variante entscheiden.
Ein ganzes Jahr lang versuchte ich also Tag um Tag und Stück um Stück alles, was mir einfiel, nur um sie ein einziges Mal zu einer Verabredung mit mir zu verführen. Endlich, ein Jahr später war es endlich so weit. Sie stimmte zu mit mir auszugehen. Unfassbar! Ein Ergebnis, das für all meine Freunde so unrealistisch schien, dass gerade diese Frau sich auf mich einließ, dass man es kaum glauben wollte. Aber so war es. Ich hatte alles, was ich konnte, all meine Techniken angewandt, und nun war ich endlich am Ziel. Ich hatte sie zwar niemals angelogen, allerdings stets eine Atmosphäre wie in einem Märchenschloss für sie erschaffen. Fortan wartete ich allabendlich in meiner 180-qm-Studiowohnung, mit mediterranen, selbst gekochten Snacks zu lauschiger Musik, warf mitten im Winter den Grill auf dem Balkon an, um exotische Fische zu braten, goss den besten Wein aus, den ich finden konnte, ließ tonnenweise Kerzen meine Wohnung erstrahlen und sorgte jeden Abend, wenn sie zu mir kam, für ein Ambiente, bei dem Richard Gere vor Neid erblasst wäre.
Kurzum – ich hatte es geschafft. Die Frau meiner Träume hatte sich in mich verliebt. Und ich? Ich war der glücklichste Mensch aller Zeiten, das kannst Du mir glauben. „Alle Zeiten“ dauerte jedoch leider nur genau ein Jahr. Eines Abends traf mich unbarmherzig der Hammer des Schicksals. Sie besuchte mich auf der Arbeit und erklärte mir, dass sie wieder mit ihrem Ex-Mann zusammenkommen wolle. Weinend verabschiedete sie sich von mir. Ich war am Boden zerstört. Wie mit einem scharfen, gezackten Messer grub sich diese Nachricht in mein Herz. Ich konnte es nicht fassen. Irgendein mieser Typ, den ich noch nicht einmal kannte, riss mir meine Muse aus den Armen und verschwand im Nichts.
Was verdammt noch mal war geschehen? Ich hatte doch offensichtlich alles richtig eingefädelt?
Nun, heute kann ich es exakt beschreiben. Heute verstehe ich, welch gefährliches Spiel ich angefangen hatte und warum ich letztendlich verlieren musste. Du musst das so sehen: Ein toller Film kann wunderschön anzusehen sein, doch er droht auch langweilig zu werden, wenn er länger als drei Stunden geht. Er wird langatmig, uninteressant und man sehnt sich danach, gerne wieder etwas anderes zu sehen. Es wird schlicht zu viel. Sicher, diese Traumfrau fühlte sich sehr geschmeichelt und ließ sich in meinem kleinen Paradies allabendlich gern fallen. Sie genoss alle Annehmlichkeiten, meine Aufmerksamkeit. Es war ein wunderbares Gefühl. Jedoch verliert jeder Zauber irgendwann seinen Reiz. Zu viel des Zaubers „ent-zaubert“ irgendwann! Das musste ich nun lernen und hatte es zu akzeptieren! Alle Techniken, die ich angewandt hatte, funktionierten, hatten ihren Sinn gehabt und ihren Dienst mit Bravour erfüllt. Aber schlussendlich war es eine Illusion geblieben, sie wurde nicht Realität. Aufrichtig sich in mich zu verlieben war ihr damit nicht mehr möglich gewesen. Ich hatte sie mehr oder weniger dazu gezwungen. Das war der erschreckende Unterschied. So musste es kommen, wie es kam: Es wurde langweilig und ich konnte nichts dagegen unternehmen. Das Gefühl der Verliebtheit ließ sich nicht auf Dauer aufrechterhalten. Es war vorbei.
Was ich schmerzlich daraus gelernt habe, ist, dass jegliche unehrliche Aktion, sei es ein Diebstahl, eine Lüge oder eine Manipulation immer, und zwar unter Garantie, immer wieder auf einen zurückfallen wird. Das Gesetz des Universums wird dafür sorgen, dass Gerechtigkeit herrschen wird. Ein ewiger Ausgleich. Sozusagen ein nicht manipulierbares Yin und Yang. Das habe ich verstanden. Mir ist es sehr wichtig, Dir diese Anekdote mit auf den Weg zu geben. Ich möchte Dich vor solch schlimmen Fehlern bewahren. Du musst nicht die gleichen Erfahrungen machen wie ich. Zumindest nicht diese. Wenn man glaubt, man könnte mit diesen Techniken alles erreichen, ja sogar alles haben oder besitzen, was man sich vorstellt, dann ist es meist nur eine Frage der Zeit, dass man sich auch mit unlauteren Methoden an Herzensangelegenheiten heranmacht. Heute habe ich mit meiner jetzigen Partnerin zwar magische Momente, ich werde mich jedoch davor hüten, Illusionen zu erschaffen. Ich gebe den Gesetzen des Universums keine Angriffsfläche mehr und bewahre, was ich mir ehrlich aufgebaut habe.
Nun. Ich habe Dich gewarnt. Mentalmagie kann in den richtigen Händen eine Bombe sein! Jetzt ist es an der Zeit, Dir zu zeigen, wie man die Zündschnur dieser Bombe zum Brennen bringt. Vergiss bei allem aber bitte nie, Du kannst ein atemberaubendes Feuerwerk entfachen, wenn Du mit meiner mentalen Pyrotechnik ehrlich und aufrichtig umgehst. Wenn nicht, kann die Bombe aber auch nach hinten losgehen.
