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Begegnungen eines Wanderers Wer es glaubt, ist selber schuld
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Seitenzahl: 74
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Wer diese Geschichten ernst nimmt, der sollte die Finger davon lassen!
Mit dieser Fibel können sowohl pädagogische als auch unterhaltende Zwecke erfüllt werden. Der Inhalt ist geeignet für ältere Kinder und jüngere Jugendliche.
In fast allen Begegnungen ist etwas Wahres versteck.
Dadurch könnte diese Fibel auch als Gesellschaftsspiel genutzt werden.
Wer findet zu erst die Wahrheiten?
Welche Geschichte ist total frei erfunden?
In Zeiten von PC und Tablett sollte die Lösung nicht allzu schwer sein.
Und nun viel Spaß beim lesen.
Die Wahrheit über Pfarrer Kneip
Walter von der Vogelweide
Ein Mann namens K.H.Bringindwatt
Sie nannten ihn Stürz den Becher
Allbrecht Dürer in Venedig
Johannes Gensfleisch / Guhtenberg
Willhelm Tell, der Apfel und ich
Meine Traumfrau Johanna vom Bogen
Willi am Schrägbier
Ein Apotheker aus Port Saint
Der Mathematicus Keppeler
Er und ich sind Zwei
Mit dem kann ich nicht mithalten
Erst mild, dann wild
Johannes Gottfried Säume und die Bremer Stadtmusikanten
Zwiebelbaron Adrian
Till, mit Intelligenz und einem Spiegel für die Hoheiten
Imanuel, so hat in keiner gekannt
Justine Siegesmund, die mit den goldenen Händen
Lutter war nicht da, ab zu Bauer Hülsmann und seine Kohle
Meister Gerhart, der Chef am Bau
Heinerich von Hören und Hans Adam I. von Liechtenstein
Francescio Forza in Mailand
Erklärung des Autors
Ich wurde neulich darauf angesprochen woher ich so viel über die Selbstheilungskräfte des menschlichen Körpers weiß.
Da konnte ich nicht mehr länger mit einem Teil meiner Vergangenheit hinter dem Berg halten.
Ich erzählte aus meiner Zeit, als ich noch einer der Schüler von Pfarrer Kneip war.
Also, eigentlich hieß der Pfarrer gar nicht Kneip, sondern Pfarrer Huttendorn, aber häufig, wenn ich mit Patienten beim Wassertreten war, kamen irgend welche Leute die die Hilfe des Pfarrers brauchten und wollten wissen wo er sei.
Da der gute Geistliche aber gerne schon am frühen Tag ein bis vier Bierchen trank, konnte ich den Hilfesuchenden nur zurufen: "In der Kneip."
Da solch eine Situation öfter vorkam, hieß der Pfarrer bald bei allen Leuten im Ort nur noch Pfarrer Kneip, das war natürlich auch einfacher als nach Pfarrer Huttendorn zu fragen. Wie das so war mit den Namensgebungen vor den Jahren, irgendwann war dann aus Huttendorn Kneip geworden. So ähnlich wie bei den Berufen : Müller, Meier, Schmied usw.
Wir, die Schüler des Pfarrers hatten eine gute Ausbildung. Wir durften selbstständig Kranke zur Ader lassen, Wunden mit einem glühenden Brenneisen desinfizieren und Zähne mit einer Zange ziehen.
Bei den Arbeiten mit der Zange oder mit dem Brenneisen setzten wir immer ein Beißholz ein.
Darauf wurde feste gebissen um die Schmerzschreie zu unterdrücken.
Besonders lustig gestaltete sich das beim Zähne ziehen!????????
Natürlich nahmen wir bei den Zähnen kein Beißholz.
Wie soll das denn gehen?
In diesem Fall nahmen wir ein schwarzes Tuch und banden es vor die Augen des Patienten. Alle wussten, dass es einem schwarz vor den Augen wird, wenn man das Bewusstsein verliert. Also redeten wir den Leuten ein, dass sie ohnmächtig werden bevor es richtig zur Sache ging. Vorsichtshalber verteilte der Pfarrer an uns Stöpsel für die Ohren. Er selber brauchte keine, da seine Hörfähigkeit schon rapide abgenommen hatte.
Man mag es nicht glauben, aber so Mancher ist tatsächlich ohnmächtig geworden. Aber es kam wie es kommen musste, wenn man seine Herrschaft als Vorbild nimmt.
Ich hatte dann auch sooft wie es ging, seinen Nähe gesucht. - Auch dort wo es des Bieres viel gab.
Doch wenn zwei das Gleiche machen ist es noch lange nicht das Selbe!
So kam denn auch der Tag an dem er mich nicht nur vom Hof der Heilanstalt, sondern auch von der Anstalt generell verwies.
Was habe ich daraus gelernt? Zuviel Nähe beim Chef ist auch nicht gut!!
Lange vor der Zeit bei dem Pfarrer Kneip durfte ich einige Zeit mit dem damals sehr bekannten Walter von der Vogelweide durch die Lande ziehen.
Wo genau die Vogelweide eigentlich ist, war selbst vom Walther nicht zu erfahren.
Ich denke manches Mal heute noch, dass bei der Vogelweide aus Gründen des Jugendschutzes zwei Punkte weggelassen wurden. Denn es gibt keine Weide für Vögel, nur für Kühe, Pferde, Schafe und derartige Tiere.
Aber es ist ja bekannt wie Nachnahmen entstanden.
Sie hatten oft etwas mit den Berufen oder den Freizeitbeschäftigungen der Menschen zu tun.
Wie zum Beispiel war Klaus ein leidenschaftlicher Angler: Also wurde er gerufen Klaus der Angler.
Damit das aber schneller geht, nannte das Volk ihn ab einem Zeitpunkt – Klaus Angler-!
So ähnlich muss es wohl auch bei dem Nachnamen vom Walther gewesen sein. Nur, dass man seinen Namen noch nicht schneller aussprechen konnte.
Da ich mich schon seit meiner frühesten Jugend zur Lyrik, der Musik und der Kunst im allgemeinen hingezogen fühlte, war es für mich damals das Größte, als sich mir die Gelegenheit bot, mich eben diesem Walter von der Vögelweide anschließen zu können.
Der Walter war ja schon damals das, was heute ein Pop-Star ist.
Er verkehrte in Königs- und Fürstenhäuser der deutschen Republik. Ob er aber auch bei Denen von Fürstenberg aus Gelsenkirchen war, ist mir bis heute nicht bekannt, und das obwohl ich keine zehn Minuten zu Pferd von dem Fürstenbergstadion beheimatet bin.
Derer von Fürstenberg müssen wesentlich mit dem Fußball verbunden gewesen sein, denn es gibt ja auch ein Fritz Walter-Stadion.
Aber zurück zu meinem Walter. Er war natürlich ein ganz schönes Schlitzohr. Durch seinen Gesang betörte er die gesamte Damenwelt landauf und land ab. Bei seinen teilweise frivolen Texten gerieten sie häufig in Entzückung, so dass manche vergaß an ihren Gemahl zu denken.
Was der gute Walter leider verschwieg, war, dass er des Schreibens unkundig gewesen. Er konnte zwar lesen, aber seine Texte musste ich ihm nicht nur schreiben, sondern mir auch ausdenken. Ich war, später wird man sagen, sein ghost-writer.
Da ich auch nicht immer wusste was ich schreiben sollte, bin ich bei jedem neuen Aufenthalt in einer Burg oder Schloss zuerst, natürlich nur in meiner Freizeit, denn der Künstler sollte es nicht wissen, in die Gemächer der weiblichen Hoheiten und ihrer Zofenschaft gegangen und habe sie nach dem gefragt, welches Thema sie beschäftigte und sie abendlich vom Walter singend vorgetragen bekommen wollten.
Da er zu meinen Texten die Melodie erfand, kam es hin und wieder dazu, dass ihm zu dem einen oder anderen meiner Verse keine Melodie einfiel. Diesen Text trug er dann als Lyriker in einer herzzerreißenden sprechenden Darbietung vor.
Mir ging es bei ihm immer sehr gut. Die Bezahlung war, dank seiner Berühmtheit, sehr großzügig. Auch so manche Zofe und andere Weiblein aus der Bedienung versüßten mir meine freie Zeit. Da ich nebenher mich auch in der Sprache und Schreibweise der Lateiner kundig machte, erlaubte ich mir eines Tages einen Streich meinem Gönner gegenüber.
Hätte ich gewusst, welche Folgen dies haben würde, hätte ich mich derbe zurückgehalten.
Aber der Schalk in meinem Nacken ließ sich einfach nicht bändigen. Diesmal schrieb ich seine Texte in lateinischer Sprache, wobei ich wusste, dass der große Sänger sie nicht verstand und die Texte somit nicht lesen konnte. Eigentlich kein Problem, denn ich wäre ja da gewesen um sie neu zu schreiben.
Doch bevor es dazu kommen konnte, wurde ich mit einer Erledigung in die nahe Stadt nach Berlichingen geschickt.
In dem Ort hatte ich nach der Erledigung meines Auftrages nicht mehr an den lateinischen Text gedacht und gab mich bei einigen Bieren der Entspannung und vergnüglichen Gesprächen hin.
Bis in die späte Abendzeit.
Da aber der Walter zu der Zeit seine Lieder vortragen sollte, es aber nicht konnte, er aber auch keine, schon bekannten, vortragen wollte, war der Hausherr Ritter Götz natürlich aufs Äußerste erzürnt und wies den Sänger an, den folgenden Tag in aller Herrgottsfrühe seine Burg zu verlassen und ihm nie wieder unter die Augen zu kommen.
Da er ihn sonst vierteilen lassen werde. Ja der Götz von Berlichingen war schon ein rechter Grobian.
Natürlich wurde ich dementsprechend von Walter von der Vogelweide mit einer Schimpfkanonade empfangen.
Er versagte mir sofort seine Freundschaft und schickte mich noch in derselben Nacht hinaus.
Da ich aber in dem Ort eine nette, holde Jungfer kennen gelernt hatte, machte ich mich zu ihr auf den Weg. Nachdem ich bei ihr um Einlass gebeten hatte und auch bekam, war meine Welt wieder in Ordnung.
Was allerdings in jener Nacht bei der Jungfer geschah?
Darüber schweigt des Sängers Höflichkeit!
Das hatte ich bei Walter von der Vogelweide gelernt.
Nachdem mich damals der Walter von der Vogelweide von Dannen gejagt hatte, wollte ich ein wenig ausspannen.
Da es Sommer war und ich noch nie an der Nordsee war, wollte ich einmal das Rauschen des Meeres wahrnehmen.
