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Junge Leute denken selten über das Altwerden nach, aber denken alte Menschen über die Jungen von heute nach? Hier sind einige Beispiele aus dem Leben des Autors, der mit Freude einmal in seiner Vergangenheit gekramt hat. Soweit sein Erinnerungsvermögen dies es zuließ. Es sind aber auch aktuelle Betrachtungen aus seinem Seniorenleben geschildert. Die wiederum auch der jüngeren Generation bekannt vorkommen können. Vielleicht schon bei dem Kapitel: Vergesslichkeit ….hatte vor, dieses Thema weiter oben zu behandeln, aber Sie werden es nicht glauben: Ich hatte es total vergessen.....! Die teilweise humorvolle Wiedergabe ist durchaus geeignet, dem Leser ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.
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Seitenzahl: 69
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Vorwort
Wie alles anfing
Vor dem 50sten
Dann war der 50ste da
Auf nach 65
Gelassenheit - was ist das?
Alt und klug?
65 – Endlich geschafft
Allgemeine Lebenserfahrung
Im Alter ohne Auto
Körper-Kräftigung und Fitness
Alt sein und moderne Technik
Welche Sprache wird hier gesprochen?
Feinmotorik oder die Fingerfertigkeit meiner Füße
Warum sieht mich keiner?
Bedürfnisse?
Wie sehen wir die Jugend Anderer?
Musik, Kleidung und Frisuren bei jungen Menschen - Einst und Heute
Kleidung und Frisuren im Alter
Das Altwerden der Frauen
Männer und die Wechseljahre der Frau
Wahrnehmungen
Zeit
Wartezeiten
Zukunft
Vergangenheit
Leben mit Tiere
Öffentliche (?) Verkehrsmittel
Nepper, Bauernfänger
Wohnen und Humor
Selbstüberschätzung
Vergesslichkeit
Weisheiten
Wirtschaftsfaktor - Alter
Glück
Leben nach dem Alter
Ein paar abschließende Sätze
Ach Gott schon wieder ein Buch über das Alter. Es gibt doch nichts Neues darüber zu schreiben.
Es gibt doch schon tausende.
So, oder so ähnlich werden Sie denken, und so werden vermutlich auch viele Vorworte beginnen.
Ich muss gestehen, ich habe weder ein Vorwort, noch ein
solches Buch gelesen. Mir liegt viel daran, dass ich nicht durch Texte von Anderen beeinflusst werden möchte.
Nur meine Erfahrungen und Beobachtungen sollen diesem Buch zu Grunde liegen.
Gegebenenfalls noch Meinungen von Freunden und Bekannten welche in Gesprächen zum Ausdruck kamen.
Um nochmals auf die tausenden Bücher über das Alter zurück zu kommen:
Es gibt mindestens 3 mal so viele Kochbücher, und dennoch ist immer wieder etwas Anderes zu finden, was lecker schmeckt.
Es soll hier darum gehen, die Veränderungen
der Denkweise, `mal mit dem Griff an die eigene Nase, zu begutachten.
Andererseits möchte ich aufzeigen, dass es auch genügend harte Fälle gibt. Bei denen „Hopfen und Malz verloren“ ist, wie der Brauer sagt, wenn ein Bier umgekippt ist. Frei dem Satz folgend:
„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr!“
Ich möchte betonen, dass bei allgemein gehaltenen Texten nur meine subjektive Beobachtungen zu Grunde liegen.
Es gibt genug junge und ältere Menschen, die sich nicht angesprochen fühlen sollten.
Ich finde es schlimm, dass die Alten ständig irgend welche Ratschläge geben müssen. Leider ist es mir nicht immer gelungen, mich davon frei zu machen.
Die Jugend wäre eine schöne Zeit, wenn sie erst später im Leben käme!
(G.Bernardt Shaw)
Als ich 24 Jahre alt war, verstarb meine Schwester im Alter von 35 Jahren.
Damals erkannte ich wie schnell man doch mit frühen Jahren aus dem Leben gerissen werden kann, und mein Wunsch war: Älter zu werden als sie. Es spielte für mich keine Rolle, ob ich beruflich erfolgreich sein würde. Ich wollte einfach nur älter werden als 35.
Ich hatte das Glück, von schweren Krankheiten verschont geblieben zu sein und erreichte die
35 Lebensjahre meiner Schwester in meiner besten Leistungsfähigkeit. Somit hatte mein 1. Lebensziel erreicht. Da ich erfolgreich mit meiner Lebenszielsetzung begonnen hatte, wurde nun ein neues Alter ins Auge gefasst.
Ich wollte nun die "50 knacken".
Gleichzeitig sah ich aber keinen Sinn darin, mich nach den Vorstellungen irgendwelcher Gesundheitsapostel zu ernähren oder zu leben. Ich genoss das Leben im Rahmen meiner finanziellen Möglichkeiten und der körperlichen Fitness.
Gern gedenk ich der Zeit, da alle Glieder gelenkig, - bis auf eins.
Doch die Zeit ist vorbei, steif geworden die Glieder, - bis auf eins!
(J. Wolfgang von Goethe)
Als die 50 immer größer vor meinem inneren Auge wurde, sprich: Ich immer näher an diese Zahl heran lebte, kamen allmählich die ersten Alteleute-Gedanken.
Was ist der Sinn des Lebens? - Wäre es besser wenn du Kinder hättest? - Mitlifekrise, was ist das? -
Das fand ich damals schon verdächtig, denn solche Gedanken waren mir bis zu dem Zeitpunkt total fremd.
Durch die stark zunehmenden Alterserschein=ungen meiner Mutter wurde ich aber immer mehr mit dem Altwerden konfrontiert.
Obwohl mir ihr Verhalten manches Mal lustig erschien.
Schon damals erkannte ich, dass man sich im Alter Peinlichkeiten erlauben darf, von denen ein junger Mensch nur träumen kann. Aber was ist eigentlich peinlich?
Egal, wenn man aber die Siebzig erreicht hat, wird einem beinahe alles entschuldigt.
Ob man nun will oder nicht, man bekommt jeden Tag das eigene älter werden mit einem großen Spiegel vorgehalten.
Mein Wunsch wenigstens die 50 zu erreichen, wurde immer stärker. Zumal ich bemerkt hatte, dass mein Verfall schon begann.
Ich wollte auf jeden Fall die 50 erreichen!!!!
Ob ich das Alter meiner Mutter, sie war damals immerhin schon fast achtzig, erreichen würde, war für mich noch kein Gedankengut.
Dass sie aber in dem Alter noch Auto fuhr, war
häufig ein Streitpunkt bei unseren, ansonsten sehr harmonischen, Treffen.
Ich kann heute nicht mehr sagen wie oft ich den Satz: Ich fahre doch nur im Hellen und nur dort wo ich mich auskenne. - gehört habe.
Immer hatte ich die Befürchtung, dass sie vielleicht einmal auf ihrer bekannten Strecke auf eine Umleitung treffen könnte. Irgendwann hätte sie nicht mehr gewusst, wo sie sich befand, geschweige denn, wie sie wieder den richtigen Weg finden sollte.
Nach einem Besuch bei mir, habe ich sie noch zum Auto begleitet um ihr beim Fortfahren nachzuschauen.
Sie musste von unserer Seitenstraße auf eine Hauptstraße nach links abbiegen, also Vorfahrt achten!
Was sie auch gewissenhaft tat. Nachdem aber längere Zeit kein Verkehr auf der Hauptstraße war, wunderte ich mich, warum sie denn nun nicht endlich losfuhr.
Wahrscheinlich schaute sie immer noch gewissenhaft nach links und rechts.
Als sie dann endlich das Auto in Bewegung setzte, hörte ich einen anhaltenden Hupton und scharfes Reifenquitschen, so dass ich die Augen zukniff und einen fürchterlichen Knall erwartete. Wie durch ein Wunder schaffte sie es, in die Hauptstraße einzubiegen.
Ohne dass es zu einem Zusammenstoß kam!
Das war für mich der Höhepunkt in ihrem Fehlverhalten.
Sie hatte sich schon vorher so manchen "Klops" geleistet. Ich denke da besonders an ein Wendemanöver in einer Autobahnauffahrt!
Ich beschloss einem Trick anzuwenden.
Da ich mein damaliges Wohnmobil verkaufen wollte, bat ich sie, mir ihr Auto leihweise zu überlassen. Somit konnte ich das Campingfahrzeug sicher stehen lassen. Sie stimmte zu, - war eben meine Mutter und ich ihr Sohn!
- Ich hatte eine Sorge weniger. -
Bis ich dann das Wohnmobil endlich verkauft hatte, war soviel Zeit vergangen, dass sie kein Interesse mehr am Autofahren hatte oder sie sich nicht mehr traute zu fahren.
Mir war es nur recht!
Da ich nun keinen Wagen hatte, wollte ich ihren kaufen, aber sie überließ ihn mir als Geschenk. So gut sind Mütter,
- wenn die Kinder gut sind-!
Aber Spaß bei Seite, diese Halsstarrigkeit ist etwas, dem man bei vielen alten Menschen immer und immer begegnet.
Keine Sorge, ich werde nicht auf den weiteren Alterungsverlauf bei meiner Mutter eingehen, da es mir nur darauf ankommt, die Verhaltensweisen von Älteren und deren Veränderungen im Laufe einiger Jahre zu beleuchten.
In jahrelangen Beobachtungen ist mir aufgefallen, dass sich dieses Verhalten durch alle Bevölkerungsschichten zieht. Es ist also kein Zusammenhang mit der sozialen Herkunft zu erkennen.
Irgendwann, immer noch vor 50, interessierten mich Biografien. Komischerweise von - ALTEN -. Hätte mir damals schon zu denken geben müssen. An zwei kann ich mich noch erinnern (erstaunlich!).
Das waren die Biografien von der Knef und von Curt Jürgens. Für die etwas jüngeren Leser sei erklärt: Das waren Schauspieler in der Zeit als es noch Telefone mit runder Wählscheibe gab, also kurz nachdem die Saurier ausgestorben sind.
Passend zum Buchtitel von Jürgens kam auch ein Lied von ihm auf den Markt mit dem Titel "Sechzig Jahre und kein bisschen weise.."
- Oder war erst das Lied da?
Egal, mich hat beides dazu angeregt, weiter mit dem älter, werden zu beschäftigen.
Ich möchte an dieser Stelle aber behaupten, dass mir das zum damaligen Zeitpunkt absolut nicht bewusst war.
Mir war nicht klar was in mir vorging und warum ich mich mit den Rückblicken auf das Leben anderer Leute befasste.
Mit 49 plante ich dann hoffnungsvoll wie ich den kommenden Geburtstag feiern wollte.
Ich wollte einen Saal mieten und alle Bekannte und Freunde einladen. Soweit stand meine Planung fest.
