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Sie sind der Faszination der Europäischen Wasserstraßen erlegen. Ein halbes Leben träumten sie davon, vom Rhein in die Donau bis ins Schwarze Meer zu fahren. Ein Traum? Hörte man nicht von Tschedniks, die auf vorbeifahrende Schiffe schießen, von Piraten, die Boote überfallen und ausrauben, von korrupten Grenzbeamten und Polizisten, von Umbruch oder Armut in Ländern wie Serbien, Kroatien, Rumänien und Bulgarien? Sie ließen sich nicht beirren. Die Vorbereitungen für die Reise waren kompliziert und umfangreich. Sie planten ihre Tour bis ins Kleinste, suchten Mitreisende über Internet und Bootszeitschriften und bildeten einen Konvoi. Das Buch schildert anschaulich, ein wenig selbstkritisch und humorvoll die Erlebnisse auf dieser ungewöhnlichen Reise. Ehrlich und manchmal schonungslos werden zwischenmenschliche Probleme, neue Bekanntschaften, die Gastfreundlichkeit der Menschen und die Kämpfe mit den Behörden dargestellt. Und über allem steht die Beschreibung eines einmaligen Stromes, einer schier atemberaubenden Landschaft. Eine verwirrende Inselwelt auf einem bis zu 7 Kilometer breiten Strom. Sie erlebten das Schwarze Meer von seiner schwärzesten Seite, durchfuhren Bosporus und Marmarameer. In den Dardanellen blieben sie fast eine Woche hängen, bei Korfu türmt Poseidon die See über ihrem Boot auf. Es fehlte nicht viel und ihre Traumreise wäre zum Alptraum geworden. Sie flüchteten vor der Abzocke der Italiener, kämpften sich bei bis zu 9 Windstärken von Hafen zu Hafen, bis sie sich an der französischen Küste endlich sicher, aber gestresst in die Rhone flüchten konnten. Ein aufregender Bericht über eine aufregende Reise, die Doris und Manfred mit ihrer Beluga in 5 Monaten bewältigten. Der Weg war das Ziel – und sie kehrten nur heim, um wieder wegfahren zu können.
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Seitenzahl: 376
Veröffentlichungsjahr: 2012
traveldiary.de Reiseliteratur-Verlag Hamburg
© 2005 traveldiary.de Reiseliteratur-Verlag
Jens Freyler, Hamburg
www.traveldiary.de
eISBN: 978-3-937274-81-2
Herstellung: Books on Demand GmbH
Der Inhalt wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.
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Die Donau
Information Donau
Blaue Wasser
Information Blaue Wasser
Heimweg auf französisch
Schlusswort
Fahrtenbuch
Pass auf, was du dir wünschst, es könnte in Erfüllung gehen!
„Weißt du schon wohin du nächstes Jahr fahren willst?“
Jedes Jahr die gleiche stereotype Frage und zwar genau zwei Wochen, nachdem wir unsere Reise beendet haben. Schon nervt ihn das Alltägliche unseres Alltags. Doch ich kann vorschlagen was ich will, er hat seine eigenen Ideen, die schnurgerade Richtung Frankreich zielen und die er bis aufs Messer verteidigt. Mich zu fragen ist lediglich Selbstschutz, möglicherweise seine Konzession an die weibliche Emanzipation. Vielleicht fürchtet er auch nur irgendwo nachzulesen, dass seiner Ehefrau lediglich die Rolle des dekorativen Beiwerks zufällt ohne jedes Mitspracherecht, vom Einbringen eigener Ideen und Vorstellungen ganz zu schweigen.
Etwas ungeduldig, wie es seine Art ist, hakt er nach: „Also, wohin?“
Gut, wenn er unser jährliches Stadt-Land-Fluss-Spiel spielen und gewinnen will, kann er haben.
Die Kokosnüsse fallen nach und nach in den Korb also beginne ich vorsichtig: „Wir könnten eigentlich mal wieder nach Holland fahren.“
„Hast du vergessen, dass es in Holland immer regnet, dass wir Ijsselmeer und Friesland in- und auswendig kennen? Im übrigen sind da viel zu viele Deutsche, alles total überlaufen, die Häfen viel zu teuer und glaub nur nicht, dass ich vor jeder Schleuse mit 50 anderen Booten stundenlang warte." Abgehakt!
„Ich würde ja wirklich gerne mal nach Ostdeutschland. Berlin, Mecklenburgische Seenplatte, das soll doch alles ganz wunderbar sein,“ werfe ich vorsichtig ein.
„Du solltest dich an den letzten Reisebericht in der „Boote“ erinnern. Was nützt die schönste Landschaft, wenn du nirgends anlegen darfst. Die Boote von den Brücken mit Steinen beworfen werden und die Wasserschutzpolizei regelrecht Jagd auf Sportboote macht. Und abzocken lass ich mich schon gar nicht. Du hast doch gelesen, dass Westdeutsche in den Häfen über den Tisch gezogen werden und das 10fache bezahlen als die Ostdeutschen. Auf den Osten hab ich wirklich keinen Bock.“
Einen weiteren Tag lässt er verstreichen, dann macht er zur Gewissensberuhigung einen erneuten Vorstoß: „Hast du dir was überlegt?“
Die Liebe ist im Vergleich mit allen anderen Arten der Kriegsführung ein großer Fortschritt. Auf in die Schlacht! „Was hältst du denn von der Donau? Das war doch schon immer ein Traum von uns!“
Seit wir mit dem Segelboot auch den Traum einer Weltumseglung abgelegt haben, schwärmen wir von einer Fahrt ins Schwarze Meer. Erst gab es keine Verbindung zwischen Main und Donau, dann kam der Krieg auf dem Balkan, doch jetzt gibt es eigentlich keine Ausreden mehr und Zeit haben wir auch. Doch weit gefehlt. Ein Schnauben wie von einem gereizten Stier leitet eine längere Litanei ein: „Weißt du eigentlich wie weit das ist? Und dann? Wie geht es dann weiter? Dann sitzen wir im Schwarzen Meer und du steigst spätestens in Istanbul aus, weil du seekrank wirst. Und die Brücken liegen in Jugoslawien immer noch im Wasser. Die Zollbeamten sind alle korrupt. Wir fahren durch so Chaos-Länder wie Rumänien, Bulgarien, Slowakei, Ukraine, von den anderen gar nicht zu reden. Alles was du gerne machst, an jedem Hundehaufen anlegen und Städtchen besichtigen, kannste vergessen. Es gibt keine Yachthäfen, das Boot kannst du nicht alleine lassen, ohne dass es ausgeraubt wird. Diebstahl ist täglich Brot. Selbst ankern ist gefährlich. In solchen Ländern gilt ein Menschenleben gar nichts.“
Als er kurz Luft holt, ergreife ich die Gelegenheit Widerworte zu geben: „Wir könnten ja die Donau auch wieder zurück fahren. Wir wären nicht die ersten. Ich habe einen Reisebericht von einem Schweizer, der ist sogar mit einem Segelboot die Donau bergwärts gefahren und hat es auch geschafft. Und der ist bestimmt nicht so stark motorisiert wie wir und ordentlich Tiefgang hat er auch.“
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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