Bergedorf - das waren noch Zeiten! - Ronald Hartmann - E-Book

Bergedorf - das waren noch Zeiten! E-Book

Ronald Hartmann

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Beschreibung

Bergedorf - das waren noch Zeiten! Erinnerungen aus dem alten Bergedorf. Verschiedene Generationen erzählen ihre Geschichten aus den dreißiger Jahren bis heute. Erlebnisse, Geheimnisse, Mythen, Werbung und Bilder aus mehr als 100 Jahren Bergedorf! Kritische Sichtweise zum andauernden Bauboom in Bergedorf - was ist der 30-Jahres-Zyklus?

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Seitenzahl: 48

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Ich widme diese Seite meinen Zeitzeugen und meiner Familie, ohne die dieses Buch nie erschienen wäre.

Erinnerungen sind es wert erhalten zu werden!

Impressum

Bergedorf Sachstand

Bergedorfer Erinnerungen

Kriegsspiele

Hungerjahre

Schwierige Lebensverhältnisse

Der Neubeginn

Alles muss neu – Modern ist „in“

Die 50er Jahre

Mein Bergedorf, wie ich es kennenlernte!

Die Alte Holstenstrasse

Gasthof zur Sonne

Der Bergedorfer Bahnhof

Der Serrahn – Bergedorfer Hafen!

Die Alte Holstenstrasse 2

Die Geschichte von Frl. Dora

Die Kanonenkugeln

Werbung in Bergedorf

Impressionen aus dem alten Bergedorf

Postkarten

Schlusswort

Impressum

Oh nein, nicht noch ein Bergedorf-Buch! Bist Du sicher, dass Du Dir das antun willst? Was ist denn über Bergedorf noch nicht geschrieben worden? Willst Du die Geschichte neu erfinden?

Jaja, viele solcher Kommentare wurden mir entgegengebracht, aber was ich mir einmal in den Kopf setze, möchte ich auch gerne umsetzen.

Mein Name ist Ronald Hartmann, 59er Jahrgang, alter Lohbrügger, verheiratet und seit 30 Jahren an der Geschichte Bergedorfs interessiert. In dieser Zeit hat sich einiges an Material angehäuft und ich hatte die Idee, dieses der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Nachdem ich im Oktober 2012 mein erstes Buch „Malta ist nicht Malle – der etwas andere Reiseführer“ erfolgreich veröffentlichen konnte und ich meine Lust am Schreiben entdeckte, sollte das neue Buchprojekt nicht lange auf sich warten lassen. Außerdem keimte in mir eine Idee, die mich schon lange irgendwie faszinierte. Ein Buch über Bergedorf.

Klar, zu einem Buch über Bergedorf gehören alte, historische Bilder und Postkarten, sowie geschichtliche Daten und Beiträge. Davon werden Sie, liebe Leserinnen und Leser, in diesem Buch genügend finden, aber wirklich etwas Neues? Vielleicht – lassen Sie sich überraschen.

Ich möchte auf diesem Weg versuchen, alte Erinnerungen am Leben zu erhalten, denn nichts ist schlimmer als das Vergessen.

Bergedorf Sachstand

Womit fängt ein Bergedorf-Buch in der Regel an? Stimmt, mit einem geschichtlichen Rückblick, über den Grafen von Orlamünde und der ersten urkundlichen Erwähnung von „Bergenthorpe“ im Jahre 1162.

Doch ich möchte mit der „Neuzeit“ beginnen, mit dem „Ist und Jetzt“! Der Bezirk Bergedorf hat insgesamt 14 Stadtteile auf einer Fläche von etwa 154,8 Quadratkilometern, mit 121.053 Einwohner (Stand 2011) und 57.620 Privathaushalten (Stand 2010).

Bergedorf hat mit seinen Stadtteilen aktuell circa 121.000 Einwohner, ist also fast eine Kleinstadt.

Bergedorf hat sich bisher eigentlich dadurch ausgezeichnet, dass es anders ist als andere Stadtteile Hamburgs. Bergedorf hat eine Altstadt (zu mindestens was noch davon übrig ist), einen Hafen, ein Schloss und ein großes Einzugsgebiet. Was bietet Bergedorf seinen Einwohnern, was macht Bergedorf interessant und warum sollten Besucher nach Bergedorf kommen? Was macht Bergedorf einzigartig und zum Kundenmagnet?

Ganz ehrlich? Aktuell sehr wenig oder auch: …..Nichts, was es nicht in anderen Hamburger Stadtteilen auch gibt!!

Ja, es gibt noch solche Träumer wie mich, die sich über viele Geschäfte in der Fußgängerzone freuten, eine Branchenvielfalt, über die sich Alt und Jung begeisterten und sich gerne zu einem Einkaufsbummel in Richtung Penndorf verabredeten.

Schlachter, Fischläden, Fachgeschäfte fehlen zu einem großem Teil in der Innenstadt. Bäckereien, Handyshops, Frisöre, 1 Euro Shops, Döner-Läden und ähnliches, was auf die heutige Ex- und Hopp Gesellschaft pass, bestimmen das Stadtbild. Ach ja, wir haben einen neuen Bahnhof und ein „neues“ Citycenter, aber fühlen wir uns dadurch heimischer und wohler, wenn durch das City-Center die Kleinläden in der Fußgängerzone kaputt gehen, weil die Laufkundschaft wegbleibt und die Ladenmieten sich astronomisch erhöhen? Bergedorf möchte vielleicht „Hipp“ und „modern sein“, aber ist es das, was die Bürger wollen oder wollten? Ich ziehe gerne Vergleiche zu Lüneburg, der alten Salzstadt in unmittelbarer Nähe zu Bergedorf! Ich glaube, dass die Lüneburger ganz froh sind, nicht die Entwicklung Bergedorfs erlebt zu haben und sie erfreuen sich nach wie vor an ihrem tollen Stadtbild und dem historischen gemütlichen Flair.

Ich dachte mir, in meinem Buch verschiedene Personen und Generationen mit Ihren Erinnerungen und Empfindungen zu Wort kommen zu lassen um die „schöne alte Zeit“ zu beschreiben.

Ich selbst habe lange dazu gebraucht, die betreffenden Personen dazu zu bringen, mir ihre Erinnerungen aufzuschreiben oder im Interview mitzuteilen – „Wen interessiert das denn schon“, war oftmals die Frage?

Mein unschlagbares Argument war, dass die Erinnerungen, die gelebte Geschichte, irgendwann nicht mehr da ist, weil sie mit den interviewten Zeitzeugen vergeht. So ist es vielleicht eine Möglichkeit, diese spannenden Geschichten nicht nur den älteren, sondern auch den jüngeren Bergedorfern näher zu bringen, weil auch diese irgendwann vielleicht ihre Geschichte erzählen wollen.

Kommen wir einmal zu meinem ersten „Interviewpartner“:

Bergedorf Erinnerungen

Ich bin am 02.01.1931 als eines von drei Kindern meiner Mutter in Bergedorf geboren. Meine Jugend verbrachte ich bis 1937 in der Heinrichstrasse 22, Eingang 1, die später in Klosterhagen umbenannt wurde. Wir, drei Kinder und meine Eltern, wohnten im Erdgeschoss. Unsere Nachbarn waren die Familien Mundt und Kuhlmann, in der ersten Etage wohnten die Familien R. und B. und in der zweiten Etage die Familien Röhrig und Glück. Im Hinterhof hatten wir unseren kleinen „Bauernhof für Arme“, indem wir jedes Jahr ein Schwein mästeten. Fleisch war in der Zeit keine Selbstverständlichkeit und wir waren froh, unser Schwein zu haben und taten alles, um es vor anderen hungrigen Fleischliebhabern zu bewachen.

Früh kam ich unerfreulich mit den damaligen politischen Gegebenheiten in Kontakt. Als kleines Kind bleiben unschöne Erinnerungen natürlich noch mehr haften und prägen ein für das künftige weitere Leben.

Mein Vater war Kriegsversehrter des 1. Weltkrieges (er verlor bei Verdun ein Bein), „Sozi“ und nicht auf dem Mund gefallen.

Über uns wohnten „Nazis“ und mein Vater war bei einer befreundeten Familie, die ebenfalls in der ersten Etage wohnte zu Besuch. Meine Mutter rief ins Treppenhaus:

„Carl, kommst Du, das Essen ist fertig.“