Bergedorf - das waren noch Zeiten Teil 2 - Ronald Hartmann - E-Book

Bergedorf - das waren noch Zeiten Teil 2 E-Book

Ronald Hartmann

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Beschreibung

Die lang erwartete Fortsetzung von Bergedorf - das waren noch Zeiten! Kommen Sie mit und begleiten Sie mich auf einer Reise in die Bergedorfer Vergangenheit. Schalten Sie Ihr Kopfkino ein und begleiten Sie mich auf meiner Reise durch das alte und neue Bergedorf.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 39

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Ich danke allen „Facebookern“, die immer wieder kritisches, erhellendes, hilfreiches zu Bergedorf erzählen können und somit das „Kopfkino“ am laufen halten!

Inhaltsverzeichnis

Kapitel Das Bille Bad

Kapitel Bergedorfer Bahnhof

Kapitel Boberger Dünen

Kapitel Sachsentor/Timm

Kapitel Mohnhof und Brink

Kapitel Holtenklinker Strasse/Brunnenstrasse

Kapitel Alte Holstenstrasse/Grosse Strasse

Kapitel Alte Holstenstrasse/Reetwerder

Kapitel Lohbrügger Markt

Kapitel Johann Meyer Strasse/Sander Damm

Kapitel Der Bergedorfer Hund vom Rathauspark

Kapitel Uhrmacher Kessel/Kesselhaus

Kapitel Der Ratskeller

Kapitel Ernst-Mantius-Strasse

Kapitel Der Schlosspark

Kapitel Ansichtskarten

Kapitel Resumee

1. Kapitel Bille-Bad

Häufig schweifen bei sommerlichen Temperaturen meine Gedanken immer wieder ab und ich stelle mir vor, während der Schweiß auf meiner Stirn steht, wie ich über eine große Liegewiese laufe, vorbei an vielen auf der Wiese liegenden Handtüchern, an knutschenden Jugendlichen, Großfamilien mit vielen Kindern, sich in der Sonne bratenden Erwachsenen und dazwischen frisbee- und fußballspielende Kiddies. Die Abfalleimer quollen über und es war kein freier Platz in Sicht. Dazwischen ein schriller Pfiff und die laute Ansage:

„Springen vom Beckenrand verboten! Beim nächsten Mal fliegst Du raus!“

Ein interessierter Blick von mir zeigte, dass der „5er“ wieder mal gesperrt war und der Bademeister gerade wieder den nächsten Anpfiff verteilte:

„Raus aus dem Becken, wenn Du keine Badekappe für Deine langen Loden hast.“

Ich grinste. Das Problem mit den langen Haaren hatte ich glücklicherweise nicht mehr. Nach einiger Zeit hatte ich mein eigenes kleines Reich gefunden und mit einem Strandlaken als meinen Platz markiert. Schnell holte ich die Badehose aus dem Rucksack, nahm mein Portmonee vorsichtshalber mit und ging die 250 Meter zurück zu den Umkleidekabinen. Dann war ich endlich bereit mich ins kühle Nass zu stürzen.

Nachdem ich auf meinem Platz meine Klamotten verstaut hatte, nahm der Spaß seinen Lauf. Erst einmal die Barriere-Dusche mit Fußbecken überwinden, ohne die man nicht in den Schwimmbereich kommen konnte. Luft anhalten, Duschknopf drücken und den ersten Kälteschock überstehen. Der Herzschlag setzte langsam wieder ein und tropfend wie ein nasser Pudel stieg ich die Leiter in das 3,80 Meter tiefe Becken. Herrlich!

Wieder ein schriller Pfiff!

„Hey Sie da, verlassen Sie den Sprungbereich!

„Hä?“

In dem Moment ergoss sich ein Schwall von Wasser über mich und ich wurde unter Wasser gedrückt. Als ich japsend wieder auftauchte war mir klar, was der Bademeister wollte - eine sogenannte „Arschbombe“ hatte direkt neben mir eingeschlagen. Unter dem Turm kann man durchschwimmen, aber nicht davor im Sprungbereich. Nachdem ich in das feixende Gesicht eines Jugendlichen schaute, der neben mir auftauchte und vermutlich der „Arsch“ der „Bombe“ war, begann ich meine Bahnen zu ziehen.

Nach einer halben Stunde schwimmen war es Zeit sich auf den Steinstufen zu trocknen. Langsam setzte ich mich und fühlte sofort die von der Sonne aufgewärmten breiten Stufen. Mit mir und der Welt zufrieden betrachte ich das fröhliche Leben im Wasser, das Gekreische im Nichtschwimmerbecken, die ersten Schwimmversuche kleiner Kinder mit ihren Eltern, den Bademeister, der sein Revier wichtig, sich seiner Position bewusst, abschritt, „Halbstarke“, die mit immer ausgefallenen Sprungversuchen versuchten die kichernen Mädchen zu beeindrucken, die am Sprungturm am Zaun lehnten und laut anfingen zu lachen, als wieder einer der „Sprungversuche“ mit einem verunglücktem Bauchklatscher im Wasser landeten, oder eine geplatzte Badehose bei der Landung sich selbständig machte.

Nach fünfzehn Minuten stand ich auf, schaute zur Uhr hoch, da ich nur für zwei Stunden eine Eintrittskarte gelöst hatte und verließ den Schwimmbereit am hinterem Ende durch das Duschbecken. Ich verspürte einen riesigen Hunger und ging zu meinem Badetuch. Ich holte meine Geldbörse und schlenderte langsam Richtung Kiosk. Von weitem sah ich schon die Schlange der Kaufwütigen, die die Treppe hoch bis zum Kiosk anstanden. Nehme ich jetzt einen leckeren Mikrowellenburger oder lieber einige Lakritzstangen oder…..

„Klopf, Klopf, Klopf – jemand da?“

Vollkommen verwirrt schaute ich meine Frau an und bemerkte schnell, das ich mich nicht im Bille-Bad befand, sondern im Wohnzimmer mit einem Bild des Bille-Bad in der Hand..

„Na, wieder von alten Zeiten geträumt?“

Ich schluckte, immer noch den Duft der imaginären Burgers in der Nase, und nickte.

………

So, oder so ähnlich fängt oft das sogenannte „Kopfkino“ an, das sich automatisch einschaltet, wenn Erinnerungen bei einem ausgelöst werden.

Das Thema „Bille-Bad“ habe ich einige Male auf meiner Facebook-Seite aufbereitet und war erfreut, wie viele Bergedorfer sich an die alten Bille-Bad-Bilder erinnerten. Ebenso freute ich mich über die vielen Beiträge, bei den der- oder diejenige das Bille-Bad in diesen Dimensionen so nicht kannten.

Auf diesem Bild (um 1900) ist die gesamte linke Seite, auf der später das Bille Bad entstand, noch vollkommen unbebaut, auf der rechten Seite wäre heute das Schillerufer und im Hintergrund ist die Mühle an der Brauerstrasse, der heutigen Chrysanderstrasse zu erkennen.