Berlin
© Wolfgang Scholvien/visitBerlin
DIE AUTORIN
Ortrun Egelkraut, freie Journalistin, Redakteurin und Reisebuchautorin, ist – wie die meisten »echten« Berliner – nicht in der Stadt geboren. Vielleicht ist das die Voraussetzung, um Berlin immer wieder neu zu entdecken, Potsdam und weiteres Umland inklusive. Und wenn es doch einmal weiter weg gehen soll, dann heißen die Ziele Mexiko und Zentralamerika.
Berlin
Top 10 & Willkommen
Willkommen in Berlin
Top 10: Das müssen Sie gesehen haben
Mein Berlin – Lieblingsplätze der Autorin
Stadttouren
Von Berlins historischer Mitte zum Potsdamer Platz
Bustour durch den Tiergarten zur City West
Streifzüge
Zu Fuß durch das Regierungsviertel
Kudamm-Bummel und Berliner Westen
Kulturszene und Spuren jüdischen Lebens – Spandauer Vorstadt
Alternativ-kreativ – Friedrichshain-Kreuzberg
Lebensart – Prenzlauer Berg
Aufbruchstimmung im Problembezirk – Neukölln
Berliner Größen – Wannsee und Grunewald
Vista Points - Sehenswertes
Museen und Galerien, Architektur und andere Sehenswürdigkeiten, Gedenkstätten
Museen und Galerien
Architektur und andere Sehenswürdigkeiten
Gedenkstätten
Erleben & Geniessen
Übernachten – Hotels, Hostels, Pension
Hotels
Häuser mit Geschichte:
Design-Hotels:
Die Top-Klassiker:
Originelle Hotels:
Hostel
Pension
Essen und Trinken – Cafés, Restaurants, Berliner Küche
Cafés und Restaurants
Mitte:
Um den Kurfürstendamm:
Rund um den Savignyplatz:
Friedrichshain-Kreuzberg:
Prenzlauer Berg:
Tiergarten:
Gourmet-Restaurants
Restaurant mit drei Sternen:
Restaurants mit zwei Sternen:
Restaurants mit einem Stern (Auswahl):
Berliner Küche
Nightlife – Bars, Lounges, Clubs, Discos, Jazzblubs, Karaoke
Bars, Lounges, Tanz
Clubs, Partys, Dancefloor
Jazzclubs
Karaoke
Kultur und Unterhaltung – Konzert, Oper, Musical, Ballett, Theater, Kabarett, Varieté, Revue, Kinos
Konzert
Oper, Musical, Ballett
Theater
Kabarett
Kieztheater
Varieté, Revue, Show
Kinos, Kulturzentren
Shopping – Kaufhäuser, Einkaufszentren, Buchhandlungen, Märkte, Mode, Souvenirs, Spezialgeschäfte
Kaufhäuser und Einkaufszentren
Buchhandlungen
Kunst- und Trödelmärkte
Mode und Accessoires
Souvenirs und Spezialgeschäfte
Mit Kindern in der Stadt – Museen, Shopping, Freizeit, Kindertheater
Museen
Shopping
Aktivitäten, Freizeit
Kindertheater
Erholung im Grünen und Wellness – Gärten, Wellness, Strandbars, Biergärten, Badestellen
Gärten und Grünanlagen
Wellness
Strandbars, Restaurants am Wasser, Biergärten
Die schönsten Badestellen
Chronik
Service von A bis Z
Berlin in Zahlen und Fakten
Anreise
Auskunft
Feste, Veranstaltungen, Messen
Ausgewählte Feste & Veranstaltungen:
Messen:
Veranstaltungsorte:
Hinweise für Menschen mit Handicap
Internet
Notfälle, wichtige Rufnummern
Presse
Sightseeing, Touren
Mit dem Bus:
Zu Wasser:
Per Rad:
Spaziergänge:
Sonstiges:
Verkehrsmittel
Impressum
Top 10 & Willkommen
Willkommen in Berlin
Berlin ist und bleibt eine der aufregendsten Metropolen Europas – und ein Magnet für alle, die auf einem Städtetrip das Außergewöhnliche suchen. Reise-Experten sehen Berlin in einem aktuellen Ranking unter den Top Ten der »besten Städteder Welt« auf Platz Drei. Beim Thema »Budget-freundlich«landete Berlin 2024 in einer Umfrage zu den Kosten für einenAufenthalt in den gefragtesten Städten der Welt auf Platz Eins.
Ob einzigartiges Kulturevent oder herausragendes Sport-ereignis, ob rauschende Party oder romantisches Genießen,ob pulsierendes Nachtleben oder Freizeitvergnügen für dieganze Familie: Berlins Anziehungskraft liegt in der Vielfaltseiner Kultur(en), in der »Coolness« seiner Bewohnerinnenund Bewohner sowie in immer wieder anderen Attraktionen.
Einen neuen Anziehungspunkt in der historischen Mitte Berlins bildet das Humboldt Forum, eine selbstbewusste Mischung aus Barock und Moderne, ein offener Ort für Kulturerlebnis und streitfreudige Debatten – ein Symbol für diesich ständig wandelnde Stadt mit ihrer lebhaften Gegenwartund einer bewegten Vergangenheit.
Von der preußischen Monarchie über die Zeiten des Nationalsozialismus und der 40-jährigen Teilung bis zum Neuen Berlin spiegelt sich die Geschichte auch in der Architektur der Stadt. Bedeutende Zeugnisse reichen von Schinkels Klassizismus bis zu den architektonischen Visitenkarten eines I.M. Pei, Daniel Libeskind oder Rem Koolhaas. Der niederländische Star Architekt setzte 2020 einen spektakulären Neubau auf deneinstigen Mauerstreifen. Berlin hat die Teilung längst über-wunden. Gedenkstätten im Stadtbild halten die Erinnerungan die unterschiedlichsten Kapitel der Stadtgeschichte wach.
Nicht nur klassische Sehenswürdigkeiten locken nach Berlin. Da sind der Kleinstadtcharme im Kiez, die kreative Szene in Mode, Kunst und Medien, eine sich ständig neu erfindende Einkaufswelt, die Freiräume, die sich viele Menschen immerwieder erobern, und der Trend zu mehr Nachhaltigkeit – Berlin fährt Fahrrad!
Schließlich locken verborgene Naturschönheiten in Wäldern, Parks und auf dem Wasser und nicht zuletzt die kulinarische Vielfalt.
Auch bei wiederholten Besuchen lässt sich in dieser wandlungsfähigen Metropole stets Unbekanntes entdecken. Undeines ist sicher: Die zahlreichen Baustellen in der Stadt versprechen viel Neues in naher Zukunft.
© bluejayphoto/iStockphoto
Die Oberbaumbrücke über der Spree – das Wahrzeichen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg
Top 10: Das müssen Sie gesehen haben
A Fernsehturm
D9
Berlin von oben und 360° rundum: Höher hinaus geht es nicht, um die Dimensionen der Stadt zu ermessen und Ausschau zu halten nach beliebten Sehenswürdigkeiten.
B Humboldt Forum
D8
Der neue Anziehungspunkt in der historischen Mitte Berlins: in Kunst und Kultur, Geschichte und Architektur eintauchen oder einfach flanieren durch Passage, Schlüterhof und über die Schlossterrassen.
C Museumsinsel
D8
Kunstliebhaber können sich in den fünf herausragenden Museen verlieren und in einzigartige Schätze verlieben. Bringen Sie Zeit und Muße mit!
D Gendarmenmarkt
E8
Die Berliner sind überzeugt: Seit Abschluss der Sanierung wieder der schönste Platz Europas!
E Brandenburger Tor
E7
Einmal durchs Brandenburger Tor schreiten wie ein Staatsgast und dann die Fotos an die Freunde daheim schicken – damit sie auch kommen!
© Wolfgang Scholvien/visitBerlin
F Reichstag
D7
Der Aufstieg in die Gläserne Kuppel wird mit fantastischen Ausblicken – nach innen und außen – belohnt.
G Denkmal für die ermordeten Juden Europas/Holocaust-Mahnmal
E7
Das labyrinthische Stelenfeld bietet Anlass zum Nachdenken, der unterirdische Ort der Information liefert die historischen Zusammenhänge dazu.
© Dmitry Nikolaev/Fotolia
H Gemälde- und Neue Nationalgalerie im Kulturforum
E/F6
Raffael, Tizian, Caravaggio, Dürer, Rubens, Rembrandt: die Alten Meister in der Gemäldegalerie; die Hauptwerke der Klassischen Moderne in der Neuen Nationalgalerie, der Architekturikone von Ludwig Mies van der Rohe.
I Schloss Charlottenburg
D1
Flanieren auf Spuren der Hohenzollernkönige durch Prunksäle, Wohnräume, Schatzkammern, das Porzellankabinett und den weitläufigen Schlossgarten mit seinem restaurierten Barockparterre.
J Gedenkstätte Berliner Mauer
B/C7/8
Die originalen Grenzanlagen sind verschwunden, aber Mauerstreifen, Informationstafeln und ein Dokumentationszentrum vermitteln ein eindringliches Bild des Lebens im geteilten Berlin.
© Claudiodivizia/iStockphoto
Mein Berlin
Lieblingsplätze der Autorin
Liebe Leserinnen und Leser,
dies sind einige wenige besondere Punkte dieser Stadt, an die ich immer wieder gern zurückkehre. Eine spannende Zeit in Berlin wünscht Ihnen
Ortrun Egelkraut
~ Volkspark Friedrichshain
C/D10/11
Märchenbrunnen und Gedenkort der Revolution von 1848, Freilichtkino, Restaurant, Kletterfelsen, Bunkerberg, Spiel- und Sportplätze: Abwechslung und Erholung für alle.
~ Pfaueninsel
dD3
Die Großstadt bleibt draußen: Vogelgezwitscher begleitet den Spaziergang in diesem Naturschutzgebiet mit Märchenschloss und verspielten Parkbauten.
~ Café am Neuen See
E4
Im einladenden Biergarten unter Kastanienbäumen ist immer viel los. Nahebei kann man ein Boot mieten und »in den Sonnenuntergang« paddeln: Romantik pur!
~ Astor Film Lounge
F3/4
Kino mit Genussfaktor: Ein Drink zur Begrüßung, auf Wunsch leckeres Fingerfood und superbequeme Ledersessel – die gibt es übrigens auch im Zoo-Palast.
Der Duft von Schokolade, kunstvolle Schaustücke und verlockende Präsentationen von Pralinen, Konfekt und Edelschokolade. Wer sich hier nicht verführen lässt …
Stadttouren
Von Berlins historischer Mitte zum Potsdamer Platz
Vormittag
© VISTA POINT Verlag (Archiv), Rheinbreitbach
Alexanderplatz – Fernsehturm – Rotes Rathaus – Nikolai viertel – Marx-Engels-Forum – Humboldt Forum – Berliner Dom – (evtl. Museumsinsel) – Zeughaus – Unter den Linden – Neue Wache – Bebelplatz – Gendarmenmarkt (zahlreiche Restaurants) – Friedrichstraße – Unter den Linden – Pariser Platz – Brandenburger Tor – Reichstag – Denkmal für die Ermordeten Juden Europas – Potsdamer Platz (ca. 2–3 Std.).
Nachmittag
Architektur- und Einkaufsbummel am Potsdamer Platz, evtl. Museumsbesuch (Deutsche Kinemathek/Filmmuseum, Kulturforum).
Alternative zum Nachmittag
Vom Reichstag Sightseeing-Tour mit Bus 100 durch den Tiergarten, vorbei am Haus der Kulturen der Welt, Schloss Bellevue, Großen Stern bis zum Kudamm (Route im Stadtplan gestrichelt markiert).
Oder man schlendert durch das Regierungsviertel zum Hauptbahnhof und nimmt die S-Bahn zum Bahnhof Zoologischer Garten mitten in der City West.
© Wolfgang Scholvien/visitBerlin
Alexanderplatz mit Weltzeituhr und Fernsehturm
»Wind gibt es massenhaft am Alex. An der Ecke zieht es lausig.« Wie in den 1920er Jahren, als Alfred Döblins Romanheld Franz Biberkopf »Berlin Alexanderplatz« zu Weltruhm verhalf, pfeift der Wind über das weitläufige Areal D9. In der Kultserie »Babylon Berlin« rückt der Alex immer mal wieder ins Bild. Die Weltzeituhr und der bunt emaillierte Brunnen der Völkerfreundschaft konservieren ein letztes Stück DDR zwischen modernen Einkaufszentren, Cafés und Würstchenbuden, dem Hochhaushotel Park Inn und dem BahnhofAlexanderplatz D9mit der mächtigen, verglasten Bahnsteighalle. Rundum wird seit Jahren gebaut, weitere Hochhaustürme sind ge-plant. Das Gesicht des Platzes wird sich weiter verändern.
© Nikada/iStockphoto
Blick vom Berliner Dom auf den Lustgarten
Überragt wird der Alexanderplatz vom AFernsehturm D9, mit 365 Metern das höchste Bauwerk Berlins. In 200 Metern Höhe lockt ein Dreh-Restaurant mit fantastischer Aussicht.Seit Frühjahr 2025 hat hier Berlins Starkoch Tim Raue die kulinarische Regie übernommen. Zwischen der verloren wirkenden St. Marienkirche D9, einem der ältesten Gotteshäuser Berlins (13. Jh., mehrmals verändert), und dem markanten Roten Rathaus, Sitz des Regierenden Bürgermeisters, gibt der Neptunbrunnen dem weiten Platz einen Ruhepunkt. Die Rathaus-Passagen schließen ihn zur verkehrsreichen Grunerstraße hin ab. Diese wird zurückgebaut für ein neues Wohnviertel mit zeitgenössischer Architektur in den historischen Dimensionen am alten Molkenmarkt. Auf dem Areal finden seit 2019 archäologische Grabungen statt. Einzelne Funde sollen in archäologischen Fenstern sichtbar gemacht werden.
Südwestlich der Spandauer Straße beginnt das Nikolaiviertel D/E9, das gemeinsam mit der auf der anderen Seite der Spree gelegenen Schwesterstadt Cölln im 13. Jahrhundert »die Wiege Berlins« bildete. Im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört wurde das Nikolaiviertel zur 750-Jahr-Feier der Stadt 1987 als Vorzeigeobjekt der DDR wieder aufgebaut. Die seltsame Mischung aus Plattenbau und historisierenden Giebeln, aus Rekonstruktion und originalen Versatzstücken hat sich zu einem vor allem bei Touristen beliebten Viertel entwickelt. Ein bisschen Alt-Berlin – oder was man dafür hält – mit Souvenirgeschäften, Brunnen und Denkmälern, Kneipen, Restaurants und Cafés
In einem der Plattenbauten (Propststr. 11) zeigt das Zille-Museum E9Werke des Berliner »Milljöh«-Malers. Heinrich Zilles Lieblingskneipe »Zum Nußbaum« wurde neben der Nikolaikirche D/E9(Ausstellung des Stadtmuseums: »Berlins Mitte: 800 Jahre Geschichte und Kultur«) rekonstruiert. Das stattliche Knoblauchhaus E9, 1759 erbaut, ist das einzige original erhaltene Bürgerhaus; eine ständige Ausstellung des Stadtmuseums gibt Einblick in die bürgerliche Wohnkultur der Biedermeierzeit und erinnert im »Berliner Salon« an den preußi-schen Architekten Karl Friedrich Schinkel und die Brüder Alexanderund Wilhelm von Humboldt. Das prachtvolle Ephraim-PalaisE9mit seinen verschnörkelten goldenen Balkongittern an der Ecke Mühlendamm hat selbst eine bewegte Baugeschichte und beleuchtet mit der Dauerausstellung »BerlinZEIT – Die Stadt macht Geschichte!« prägende Ereignisse von der Gründung Berlins bis in die Gegenwart.
Entlang der Spree fällt der Blick auf den grauen Bau des Marstalls, in dem einst 300 Pferde und Kutschen Platz fanden (heute Stadtbibliothek und Sitz der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin). In nördlicher Richtung grüßt rechter Hand unter Bäumen im Marx-Engels-ForumD8/9 genannten Park das überlebensgroße Bronzedenkmal des sitzenden Karl Marx und des stehenden Friedrich Engels. Jetzt blicken die beiden kommunistischen Vordenker auf die moderne Fassade des Humboldt Forums.
Auf dem Schlossplatz jenseits der Spree – zwei Brücken führen hinüber – stand das Berliner Stadtschloss, Residenz der brandenburgischen Kurfürsten und ab 1701 der preußischen Monarchen. Nach Abdankung Kaiser Wilhelms II. rief Karl Liebknecht 1918 die »Freie Sozialistische Republik« aus – gegenüber dem Hauptportal des monumentalen Schlosses, das zu den Meisterwerken des Baumeisters Andreas Schlüter (1659/60–1714) zählt und später nach den Wünschen der jeweiligen Herrscher verändert wurde. 1950 ließ die DDR das Stadtschloss sprengen und errichtete an dieser Stelle von 1973 bis 1976 den Palast der Republik als Sitz der Volkskammer und öffentliches Kulturhaus. Nach langen Debatten, Schließungen und Zwischennutzungen (1990–2006) wurde der Palast bis 2008 abgetragen.
2013 wurde der Grundstein gelegt für das BHumboldt ForumD8, das 2021 endlich die ersten Ausstellungen eröffnete. Dauerhfat zeigen das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst ihre Schätze. »Berlin Global« verweist auf Verknüpfungen der deutschen Hauptstadt mit der Welt. »Nach der Natur« erlaubt Einblicke in das Labor der Humboldt-Universität. Wechselnde Ausstellungen, auch für Kinder, kommen dazu. Das »vielstimmige« Begleitprogramm im Haus und auf den Freiflächen umfasst Theater, Musik, Tanz, Literatur, Mitmach-Aktionen und Debatten.
Von Anfang an umstritten war der Entwurf des italienischen Archi-tekten Franco Stella. Er verbindet Barock mit Moderne, detailgenaueRekonstruktionen der Fassaden des einstigen Hohenzollernschlosses mit nüchtern funktionalen Betonelementen. Heftig gestritten wurde über die Gestaltung der Kuppel mit einem Kreuz und Bibelzitaten. Die frei zugänglichen Bereiche – Schlüterhof, Passage, Spreebalkon, Spreeterrasse und einmal um das riesige Gebäude herum – sind beliebt. Bunte Sitzmöbel im Freien laden zu einer Pause ein. Erst besuchern sei das Videopanorama empfohlen: In 14 Minuten eine emotionale Zeitreise durch die »Geschichte des Ortes«.
Vom rekonstruierten Eosanderportal auf der Westseite fällt der Blick auf den von Neubauten gerahmten Schinkelplatz. Erst dahinter ragen die Türme der von Karl Friedrich Schinkel erbauten Friedrichswerderschen KircheE8 (1824–30) empor. Die einsam stehende Musterfassade wirbt für den Wiederaufbau von Schinkels Bauakademie.
© aldorado/shutterstock
In der Gestalt eines griechischen Tempels: die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte
Schinkel prägte einst auch den Lustgarten D8; heute ist das Tor zur Museumsinsel als Liegewiese ausgewiesen und im Sommer entsprechend fröhlich bevölkert. Schinkels ersten Berliner Dom D8 ließ Kaiser Wilhelm II. abreißen und durch den Monumentalbau mit wuchtiger Kuppel ersetzen (1894–1905). Am Ende des Lustgartens erhebt sich die klassizistische Fassade des Alten Museums. Dem ersten Museumsbau Berlins (1830, nach Schinkels Plänen) folgten weitere auf der CMuseumsinsel D8: Alte Nationalgalerie, Neues Museum, Bode- und Pergamonmuseum. Letzteres ist wegen aufwendiger Sanierungs- und Umbauarbeiten für viele Jahre geschlossen. Eine spannende »Ersatz«-Ausstellung mit originalen Skulpturen, modernen Medien und dem faszinierenden Pergamon-Panorama von Yadegar Asisi ist in einem Neubau am Bodemuseum zu sehen.
© canadastock/Shutterstock
Der Gendarmenmarkt wurde nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zwischen 1976 und 1993 wieder aufgebaut
Für Museumsbesuche generell sollte man einen oder mehrere Extra-Tage einplanen. Das Neue Museum, jahrzehntelang Kriegsruine, erlebte durch den britischen Architekten David Chipperfield eine sensationelle Wiederauferstehung. Die Spuren der Geschichte blieben erhalten und wurden eindrucksvoll mit neuen Elementen verknüpft. Die prächtigen Räume auf drei Stockwerken teilen sich die Sammlungen des Ägyptischen Museums – Nofretete prunkt im nördlichen Kuppelsaal – und des Museums für Vor- und Frühgeschichte, ergänzt durch Objekte der Antikensammlung. David Chipperfield entwarf auch die James-Simon-Galerie D8, das großzügige Besucherzentrum auf der Museumsinsel, die seit 1999 UNESCO-Welterbe ist.
© Wolfgang Scholvien/visitBerlin
Spektakulärer Blickfang: die Dachkonstruktion des Sony Center
Von Stararchitekt I. M. Pei stammt der Museumsneubau mit gläserner Fassade und markantem Spiralturm an der Straße Hinter dem Gießhaus. Diese Ausstellungshalle des Deutschen Historischen Museums D8 ist unterirdisch mit dem Zeughaus, dem angestammten Platz des DHM verbunden. Das 1695 begonnene Waffenarsenal ist das älteste Bauwerk des Boulevards. Während der umfassenden Erneuerung der baulichen und technischen Infrastruktur für einen zeitgemäßen Museumsbetrieb bleibt das historische Gebäude geschlossen.
Vor dem Haupteingang des Zeughauses, genauer an der Schlossbrücke, beginnt die Straße Unter den Linden D8. Im Jahr 1647 ließ Kurfürst Friedrich Wilhelm die ersten Lindenbäume entlang dem Reitweg vom Schloss ins Jagdrevier Tiergarten pflanzen. Friedrich II., der Große, sorgte rund 100 Jahre später für den Ausbau zum Prachtboulevard von 60 Metern Breite.
Hinter der rekonstruierten Fassade der ehemaligen Stadtkommandatur residiert mit der noblen Adresse Unter den Linden 1 der Medienkonzern Bertelsmann. Das Kronprinzenpalais schließt sich an. Das einstige Prinzessinnenpalais ist heute als PalaisPopulaire das Ausstellungshaus der Deutschen Bank. Schinkels Neue Wache D8