Bio-identische Hormone - Thomas, Dr. Dr. med. Beck - E-Book

Bio-identische Hormone E-Book

Thomas, Dr. Dr. med. Beck

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Beschreibung

Das Thema "Bio-identische Hormone" hat einen enormen Aufschwung genommen, denn durch große Studien wurden die Risiken der sonst üblichen Hormonersatztherapie deutlich dokumentiert. Daher suchen viele heute nach Alternativen – sei es wegen Beschwerden in den Wechsel jahren, bei Menstruationsproblemen, Libidoverlust, Stimmungsschwankungen, Potenzproblemen, Erektionsstörungen, Erkrankungen der Schilddrüse oder auch zur Vorbeugung. Hier bietet die Behandlung mit natürlichen human-identischen Hormonen eine gesunde Alternative. Dabei werden die Risiken der herkömmlichen synthetisch modifizierten Hormonersatztherapie vermieden. Individuelle persönliche Hormontherapie ist möglich – ganz ohne Nebenwirkungen. Ein Ratgeber für alle Betroffenen und Interessierten, aus der Praxis für die Praxis.

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DR. DR. MED. THOMAS BECK

BIO-IDENTISCHEHORMONE

BESSER LEBEN MITDER RIMKUS®-METHODE

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Die Informationen und Ratschläge in diesem Buch wurden mit größter Sorgfalt von Autor und Verlag erarbeitet und geprüft. Alle Leserinnen und Leser sind jedoch aufgefordert, selbst zu entscheiden, ob und inwieweit sie die Anregungen in diesem Buch umsetzen wollen. Eine Haftung des Autors bzw. des Verlags für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

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1. eBook-Ausgabe 2020© 2020 Scorpio Verlag in Europa Verlage GmbH, MünchenUmschlaggestaltung: Favoritbuero, MünchenLektorat: Ulrike FrühwaldRedaktion im Verlag: Désirée SchoenAbbildungen: Danai AfratiLayout und Satz: BuchHaus Robert Gigler, MünchenGesetzt aus der Minion Pro und der Oswald

Konvertierung: Bookwire

ePub-ISBN: 978-3-95803-277-4

Alle Rechte vorbehalten.

www.scorpio-verlag.de

INHALT

DIE STILLE REVOLUTION

Vorwort von Dr. med. Volker Rimkus

TEIL I

KURZ-KOMPENDIUM:Die Behandlung mit natürlichen human-identischen Hormonen nach RIMKUS®

ZUM UMGANG MIT DIESEM BUCH

Wichtiger Hinweis in eigener Sache

DR. MED. VOLKER RIMKUS UND DIE RIMKUS®-THERAPIE

HORMONE UND HORMONTHERAPIE

Was sind Hormone und wie wirken sie?

Human-identische Hormone

Fremdhormone (Xenohormone)

Synthetisch modifizierte Hormonderivate

Hormontherapie

Das Prinzip der RIMKUS®-Methode

Die Gewinnung von human-identischen Hormonen

DIE WICHTIGSTEN SEXUALHORMONE UND IHRE FUNKTIONEN

Östrogene

Follikelstimulierendes Hormon (FSH)

Progesteron

Luteinisierendes Hormon (LH)

Testosteron und DHT

Die Hormone im Leben einer Frau

Der weibliche Zyklus

Die Menopause

Männer und Hormone

Prostata und prostataspezifisches Antigen (PSA)

Progesteron – das Schutzhormon des Mannes

Prostatavergrößerung und Prostatakrebs

WEITERE WICHTIGE VITAMINE UND HORMONE

Vitamin D3

Vitamin K

Die Schilddrüsenhormone

Fehlfunktionen der Schilddrüse

EINSATZGEBIETE DER RIMKUS®-THERAPIE

Die Wechseljahre der Frau

Die Wechseljahre des Mannes

Kinderwunsch

Lust und Liebe

NATURHEILVERFAHREN UND HORMONTHERAPIE

Neuraltherapie

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Pflanzenheilkunde (Phytotherapie)

Homöopathie

Weitere Verfahren

TEIL II

FRAGEN UND ANTWORTEN:Zur Praxis der RIMKUS®-Therapie

GRUNDLEGENDES ZU HORMONEN UND HORMONTHERAPIE

ZUR RIMKUS®-THERAPIE

Allgemeine Fragen

(Nicht nur für) Frauen

(Nicht nur für) Männer

ANHANG

Erfahrungsbericht einer Patientin

Zum Nachlesen und Vertiefen

Quellenangaben

DIE STILLE REVOLUTION

Revolutionen laufen selten still und unbemerkt in der Weltgeschichte ab. Es wird lauthals auf Barrikaden gekämpft, Feuer gelegt, geprügelt und sogar scharf geschossen. Nicht selten muss erst Blut fließen, bevor dann endlich eine Veränderung einer gegenwärtigen unliebsamen Situation, wie zum Beispiel ein Regierungswechsel, erzwungen werden kann. Dennoch gibt es sie auch – die stille Revolution. Sie fängt klein an und verbreitet sich unaufhaltsam von Ort zu Ort, von Stadt zu Stadt, von Land zu Land und schließlich um den ganzen Erdball, ohne von vornherein als große Bewegung erkennbar zu werden.

»Meine« stille Revolution hatte ihren Start in den frühen Neunzigerjahren. Damals hatte ich zunächst in meiner Frauenarztpraxis eine Alternative zu der bis dahin gängigen und hochgelobten Hormonersatztherapie (HRT) zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden entwickelt. Der Grund dafür war, dass ich erlebte, dass sich die gängige Therapie traurigerweise bei meinen Patientinnen als relativ unwirksam erwies. In meinem zytologischen Labor konnte ich zudem eindeutig nachweisen, dass die verabreichten Hormone keinerlei Wirkung auf die Regeneration des Zellbildes der Frauen hatte.

Das brachte mich auf die Idee, dass ich genau mit denselben Hormonen, deren Mangel ich bei meinen Patientinnen nachweisen konnte, diese vielleicht auch therapieren konnte.

Gleichzeitig wurde mir klar, dass auch bei mir die Lebensjahre nicht ohne Veränderungen geblieben waren: Ich beobachtete an mir die gleichen Symptome, die ich aus den Schilderungen meiner Patientinnen kannte, wenn sie in die Wechseljahre kamen – und musste erkennen, dass für uns Männer ein solches Therapiekonzept, wie ich es gerade für Frauen entwickelt hatte, bislang nicht existierte. Die logische Konsequenz war, dass ich, schon allein um mich selbst an den Haaren aus dem Sumpf meiner eigenen Beschwerden zu ziehen, ein ebenso erfolgreiches Therapiekonzept für Männer entwickeln musste.

Damit betrat ich absolutes Neuland, erlebte aber schnell bei mir persönlich genau dieselben wunderbaren Erfolge, über die auch meine Patientinnen berichteten und über die ich mich als Frauenarzt natürlich sehr freute.

Zu meiner Überraschung wurden meine Entdeckungen von der Ärzteschaft nicht mit großer Freude aufgenommen – schließlich war es mir gelungen, ein schwieriges therapeutisches Problem zu lösen –, sondern im Gegenteil: Der Wind blies mir ordentlich ins Gesicht, und ich erfuhr Widerstand und sogar persönliche Angriffe. Ohne die Unterstützung meiner Frau und die großartigen therapeutischen Erfolge bei meinen Patientinnen – wer weiß, ob ich durchgehalten hätte. Aber das Schicksal geht manchmal seine eigenen Wege, und so trat eines Tages ein ärztlicher Kollege aus München, Dr. Dr. med. Thomas Beck, an mich heran und erkundigte sich nach meiner Methode. Wenig später konnte er in seiner Praxis die Möglichkeiten der Methode Rimkus auch an seinen Patienten beobachten.

Daraufhin schlug mir Thomas Beck vor, dass wir, ähnlich einer Akademie, interessierte Ärztinnen und Ärzte in die Grundzüge der Endokrinologie und in die Prinzipien meiner Methode einführen und ausbilden. Zunächst stand ich dieser Idee zurückhaltend gegenüber, hatte ich doch mehrfach die heftigen Widerstände der etablierten Fachkollegen in Universität und Praxis am eigenen Leib erfahren müssen. Doch nach und nach gelang es Thomas Beck, mich zu überzeugen, systematisch mit der Ausbildung von interessierten Ärzten und Heilpraktikern zu starten. Er gründete mit mir zusammen unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Biologische Medizin das sogenannte Hormon-Netzwerk (www.hormon-netzwerk.de).

Seine Idee war es auch, zum Schutz meines geistigen Eigentums beim Patentamt in München einen Markenschutz für die Methode und für die von mir entwickelten Hormonkapseln zu erlangen. Und so wurden aus der Methode Rimkus die RIMKUS®-Methode und aus den Hormonkapseln die RIMKUS®-Kapseln.

Voll positiver Energie übernahm Thomas Beck unter meiner Mithilfe ab dem Jahr 2011 die neue Aufgabe, Kollegen in der RIMKUS®-Methode auszubilden. Die Rechnung ging auf, und wir erleben bis zum heutigen Tag eine unglaubliche Zunahme des Interesses an unseren Seminaren. Unsere Teilnehmer kommen nicht nur aus Deutschland, sondern auch in großer Zahl aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und dem übrigen europäischen Ausland.

Wie schön für mich, mitzuerleben, dass sich mein Lebenswerk unaufhaltsam ausbreitet. Wir führen auf der Webseite unseres Netzwerks inzwischen weit über 500 zertifizierte Praxen, an die Hilfesuchende sich wenden können.

Das alles ist auf Initiative meines Freundes und Kollegen Thomas Beck in kurzer Zeit erreicht worden, wofür ich ihm hier, im Rahmen seines neuesten Buches, meinen herzlichsten Dank aussprechen möchte. Ich wünsche auch diesem Buch eine weite Verbreitung und eine begeisterte Leserschaft und freue mich, dass wir damit die RIMKUS®-Methode, also die Behandlung mit bio-identischen Hormonen, weiter voranbringen können.

Dr. med. Volker Rimkus

TEIL I

KURZ-KOMPENDIUM:

Die Behandlung mit natürlichenhuman-identischenHormonen nach RIMKUS®

ZUM UMGANG MIT DIESEM BUCH

Schön, dass Sie sich für die Behandlung mit Sexualhormonen nach RIMKUS® interessieren. Meiner Erfahrung nach ist das die beste Therapie, die Sie bei Hormonmangelzuständen machen können. Die RIMKUS®-Therapie ist eine natürliche und individuelle Hormonbehandlung, die sich von der sonst üblichen schulmedizinischen Hormonersatztherapie (HET) wesentlich unterscheidet. Die Methode wurde von dem Frauenarzt Dr. med. Volker Rimkus ursprünglich zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden bei Frauen entwickelt. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen, bei denen diese Therapie eingesetzt werden kann.

In meinem ersten Buch, das im Südwest-Verlag erschienen ist, habe ich die Grundlagen und Hintergründe der RIMKUS®-Therapie beschrieben. Dieses Buch, welches nun vor Ihnen liegt, hat den Schwerpunkt »Praxis«. Es geht also darum, Ihnen einen Praxisleitfaden an die Hand zu geben und die häufigsten Fragen rund um die RIMKUS®-Therapie zu beantworten. Das Buch gliedert sich in einen kurzen Theorieteil und einen praxisbezogenen Fragenteil und fasst alles zusammen, was Sie wissen müssen, um sich für oder auch gegen eine Therapie nach der RIMKUS®-Methode zu entscheiden. Und wenn Sie mit den bio-identischen Hormonen vielleicht schon angefangen und Ihre eigenen Erfahrungen gesammelt haben, dann finden Sie in diesem Buch Antworten auf Fragen, die im Lauf der Hormontherapie immer wieder mal auftauchen können.

Falls Sie tiefer einsteigen möchten, empfehle ich Ihnen die Bücher von Dr. Rimkus oder von mir, die Sie unter der Überschrift »Zum Nachlesen und Vertiefen« im Anhang finden. Und natürlich die Informationen auf unserer Internetseite www.hormon-netzwerk.de.

Übrigens, wenn in diesem Buch von »wir« und »uns« die Rede ist, dann meine ich in der Regel die Erfahrungen, die »wir«, also ich als Arzt und meine Mitarbeiterinnen in der Praxis, gemacht haben. Gelegentlich steht das »wir« aber auch für Ärzte des Hormon-Netzwerks oder für die medizinische Wissenschaft allgemein. Die genaue Bedeutung ergibt sich jeweils aus dem Zusammenhang.

Wichtiger Hinweis in eigener Sache

Manche Aussage in diesem Buch steht scheinbar oder tatsächlich in Widerspruch zu dem, was Sie vielleicht über Hormone wissen oder was Ihr Arzt/Ihre Ärztin sagt oder was in Fachzeitschriften geschrieben wird. Natürlich kennen wir die aktuelle wissenschaftliche Diskussion, aber je intensiver wir uns mit den human-identischen Hormonen beschäftigen, desto mehr zeigen sich manche Dinge in einem anderen Licht oder in einem anderen Zusammenhang. Immerhin haben wir es mit human-identischen Hormonen zu tun und nicht mit synthetisch abgewandelten Hormonderivaten (dazu später mehr). Daraus ergeben sich andere (unterschiedliche) zentrale Schlussfolgerungen und Konsequenzen bis hinein in die Wirkungen und Nebenwirkungen.

Das ist der entscheidende Grund, weshalb hier teilweise andere Positionen vertreten werden als in manchen Fachgesellschaften und bei Kollegen in der Gynäkologie/Endokrinologie oder Urologie/Andrologie. Wenn diese Ärzte sich aber tiefer mit humanidentischen Hormonen und ihren Wirkungen beschäftigen, lösen sich scheinbare Widersprüche meist auf.

Bitte werfen Sie es deshalb Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin nicht vor, wenn er oder sie wenig (oder nichts) von human-identischen Hormonen weiß. Die vorherrschende Lehrmeinung ist stark von der Pharmaindustrie geprägt. Gerade engagierte Ärzte besuchen häufig ärztliche Fortbildungen oder lesen Fachjournale, die beide in erheblichem Umfang von der Pharmaindustrie finanziert und beeinflusst werden, und deshalb argumentieren gerade diese Ärzte – oft ohne es zu merken (!) – besonders stark in deren Sinne.

Es ist wohl nicht damit zu rechnen, dass »von oben« – also von den Lehrstühlen und den Universitäten oder Fachgesellschaften – ein Umdenken stattfindet. Sondern Sie als Patientin oder Patient machen Ihre Erfahrung mit den human-identischen Hormonen – zusammen mit vielen anderen. Immer mehr Menschen wird allmählich bewusst, dass die bisherigen Behandlungen mit synthetisch modifizierten Hormonen nicht länger vertretbar sind. Das gilt sowohl für die Wirkung von synthetisch modifizierten Hormonen als auch für deren Risiken. Der Wunsch nach Änderung in der Hormontherapie wird von Patientenseite zunehmend stärker, und allmählich beginnt auch die Wissenschaft, sich mit diesem Thema zu befassen. Darüber freuen wir uns sehr.

Möge dieses Buch einen Beitrag zur Verbreitung der Therapie mit human-identischen Hormonen leisten und Ihnen helfen, Ihren ganz individuellen Weg mit den Hormonen zu finden.

Und noch ein Hinweis: Zur besseren Lesbarkeit wurden zumeist nur die männlichen Bezeichnungen wie Arzt/Patient etc. verwendet.

DR. MED. VOLKER RIMKUS UND DIE RIMKUS®-THERAPIE

Dr. med. Volker Rimkus, geboren am 2. Oktober 1939 in Ostpreußen, ist der Begründer und weltweite Erstbeschreiber der Behandlung mit unveränderten human-identischen Hormonen (Therapie mit bio-identischen Hormonen). Nach vielen Jahren als wissenschaftlicher Assistent und Oberarzt in der gynäkologischen Abteilung der Universitätsfrauenklinik in Kiel ließ sich Dr. Rimkus 1975 als Frauenarzt in Altenholz bei Kiel nieder, wo er bis 2004 praktizierte. Seine Frau, Dr. med. Barbara Rimkus, arbeitete in der Praxis mit und unterstützte ihn in der Hormonsprechstunde.

Da die bis dato übliche Hormonersatztherapie (HET) mit synthetisch modifizierten Hormonderivaten bei seinen Patientinnen nur wenige günstige Wirkungen zeigte, aber sehr viele unerwünschte Wirkungen und Nebenwirklungen mit sich brachte, begann Dr. Rimkus Ende der Achtzigerjahre nach einem Weg zu suchen, seine Patienten und Patientinnen mit chemisch unveränderten Hormonen zu behandeln. Ende der Neunzigerjahre wurden die Medien, vor allem aber das Fernsehen, auf Dr. Rimkus aufmerksam. Und im November 2002 berichtete er auf dem Menopausen-Kongress in Heidelberg erstmals ärztlichen Fachkreisen von seinen Forschungen und seinen Entdeckungen. Vorher waren fast alle seine an Fachzeitschriften geschickten Manuskripte und alle seine Vorschläge für Kongressbeiträge abgelehnt worden.

Kennzeichnend für die Therapie nach RIMKUS® ist zum einen die Behandlung mit reinen, unveränderten Hormonen und zum anderen die individuelle Dosierung dieser Hormone. Ein wichtiger Unterschied zu den gängigen Konzepten war und ist die Definition oder Festlegung von Zielbereichen, die idealerweise bei der Substitution der Steroidhormone (z. B. Östradiol und Progesteron) anzustreben sind (siehe Tabelle auf S. 38). In vielen Büchern, Vorträgen und Seminaren gab und gibt Dr. Rimkus sein Wissen weiter.

2010 wurde ich auf Dr. Rimkus aufmerksam. Nach ersten überraschenden Erfolgen mit seiner Methode trat ich mit ihm in einen intensiven kollegialen Austausch. 2011 gelang es, zum Schutz der Methode die Markenrechte beim Europäischen Patent- und Markenamt einzutragen, und wir gründeten zusammen das Hormon-Netzwerk der Arbeitsgemeinschaft für Biologische Medizin e. V. als Plattform für Erfahrungsaustausch und Fortbildung. Mittlerweile haben wir persönlich über 500 Ärzte in Intensivseminaren ausgebildet, was Hunderttausende behandelte Patientinnen und Patienten bedeutet.

Die Behandlung mit bio-identischen Hormonen hat sich mittlerweile über die ganze Welt verbreitet, und wir behandeln Patienten aus Finnland, Frankreich, Spanien, England, Österreich, der Schweiz, Polen, Russland, der Türkei, Ecuador, Argentinien, Venezuela, Uruguay, China und den USA … Teilweise haben wir für die genannten Länder auch RIMKUS®-Ärzte ausgebildet.

HORMONE UND HORMONTHERAPIE

Was sind Hormone und wie wirken sie?

Hormone (von griech. hormonos »Beweger«, »Antreiber«) sind Botenstoffe, die in allerkleinsten Konzentrationen enorme Wirkungen haben können. Sie sind gewissermaßen die »Bremsen« und »Gaspedale«, mit denen einzelne Zellen und Gewebe in ihrer Aktivität gebremst oder angetrieben werden, und sie sind spezifisch für bestimmte Organe und damit auch spezifisch für bestimmte Leistungen/Wirkungen.

Gebildet werden Hormone in den Hormondrüsen, z. B. in den Eierstöcken, den Hoden oder in der Schilddrüse. Ihre Wirkung entfalten sie in ihrem jeweiligen Zielorgan, zu dem sie über die Blut- und Lymphbahn transportiert werden. Für die Sexualhormone stellen z. B. die Genitalien das Haupt-Zielorgan dar. Jedes Zielorgan besitzt Hormonrezeptoren (Schloss), die so beschaffen sind, dass sie in ihre Rezeptortasche jeweils nur ein ganz bestimmtes Hormon (Schlüssel) aufnehmen können. So soll dieser Rezeptor nur von diesem spezifischen Hormon stimuliert und gebremst werden. Diese Wirkungsweise wird als Schlüssel-Schloss-Prinzip bezeichnet.

Fast alle Organe besitzen aber nicht nur eine Art von Hormonrezeptor, sondern viele verschiedene, in ganz unterschiedlicher Anzahl: Je mehr Rezeptoren von einer Art vorhanden sind, desto intensiver erfolgt die Reaktion auf das jeweilige Hormon. Die Intensität der Reaktion wird über die Menge der Hormone gesteuert. So hat z. B. jeder Mensch unterschiedlich viele Östrogenrezeptoren in der Brust, ihre Anzahl ist genetisch festgelegt. Ein Kind, das in der Brust zwar viele Rezeptoren hat, aber noch kaum Hormone bildet, zeigt deshalb zunächst noch kein Brustwachstum. Sobald in der Pubertät aber viele Hormone gebildet werden, führt das allmählich zur Ausbildung der Brust. Da aber die Anzahl der Rezeptoren genetisch programmiert ist, kann bei einer erwachsenen Frau auch durch eine übermäßige Hormongabe keine gewollte echte Brustvergrößerung (Brustgewebsvermehrung) erreicht werden.

Die vorhandenen Brustzellen können jedoch vorübergehend »anschwellen«, das kennen viele Frauen vom völlig natürlichen »Brustspannen« um ihren Eisprung herum. Das gilt auch umgekehrt: Eine Reduzierung der Hormone führt nicht zu einer Reduzierung des Brustgewebes und damit auch nicht zu einer Verkleinerung der Brust, sondern die vorhandenen Zellen geben nach: Erschlaffung der Brust.

Human-identische Hormone

Unter »human-identischen« oder »bio-identischen« Hormonen versteht man Hormone, die in ihrer Molekülstruktur mit den humanen (lat. humanus »menschlich«) biologischen Hormonen vollkommen identisch sind. Diese Definition ist wichtig, weil es sehr viele ähnliche Hormone gibt und man vorher genau klären muss, wovon man spricht. Oft wird das vergessen oder die Begriffe werden vermischt, und dann kommt es zu enormen Missverständnissen und falschen Schlussfolgerungen. Wir reden hier also von »human-identischen« Hormonen, nämlich von solchen Hormonen, die genauso beschaffen sind wie die Hormone, die wir Menschen selbst bilden.

Wenn wir jetzt jemandem Hormone geben wollen, dann können wir diese schlecht anderen Menschen entnehmen. Wir brauchen also eine Quelle, aus der wir die Hormone gewinnen können.

Im Jahr 1938 machte Professor Russell Marker eine bahnbrechende Entdeckung: Es gelang ihm, aus einer Pflanze (Yamswurzel) einen Extrakt zu gewinnen (Diosgenin), aus dem er Progesteron herstellte. Dieses so gewonnene Progesteron war in seiner Struktur vollkommen identisch mit dem menschlichen Progesteron. Das Ergebnis war also kein pflanzliches, sondern ein humanidentisches Hormon, das aus einer Pflanze hergestellt wurde.

Warum kein pflanzliches Hormon? Weil:

a)zum einen das Hormon erst (aus einer Pflanze) hergestellt werden musste. Das Hormon war also nicht schon in der Pflanze enthalten. Genauso wenig wie z. B. Milch im Gras »drin« ist, sondern erst (durch die Kuh) aus dem Gras hergestellt werden muss. Das Hormon muss also erst aus Diosgenin hergestellt werden und ist deswegen kein Pflanzenhormon, weil es nicht in der Pflanze enthalten ist;

b)und zum anderen, weil das so hergestellte Hormon eben »human-identisch« ist – und damit die Molekülstruktur von einem menschlichen Hormon hat.

Problematisch wird das Ganze, wenn die Hormone anderer Gattungen (also von Tieren oder von Pflanzen) in die menschlichen Hormonrezeptoren hineinpassen und dort eine Hormonwirkung auslösen können, was tatsächlich oft der Fall ist. Dann gibt es also gewissermaßen einen gefälschten Schlüssel, der das Hormonschloss öffnet. Das kennen wir z. B. vom Hopfen, einer Pflanze, die Pflanzenöstrogene bildet. Und diese Hopfenöstrogene passen (leider) auch in den menschlichen Östrogenrezeptor und können deshalb bei Männern z. B. Brustwachstum verursachen: Das sehen wir bei manchen Biertrinkern.

Clevere Leute machen sich die Ähnlichkeit zunutze und empfehlen deshalb bei einem Hormonmangel, z. B. bestimmte Pflanzenhormone oder Hormone von Tieren (z. B. aus Pferdeurin wie u. a. Presomen® u. Ä.) zu verwenden, was im ersten Moment prima zu funktionieren scheint. Aber über längere Zeit können sich unerwünschte Wirkungen und Nebenwirkungen zeigen – und leider auch sehr ernste Erkrankungen.

Es kommt also sehr darauf an, wirklich human-identische Hormone einzusetzen und nicht nur etwas Ähnliches. Weder tierische noch pflanzliche Hormone sind für den Menschen geeignet und schon gar nicht Hormone, die z. B. in Kunststoffen stecken oder von der Industrie absichtlich abgewandelt wurden (mehr zu diesem Thema in den nächsten Kapiteln).

Um das Buch leichter lesbar zu machen, folgen wir dem allgemeinen Trend und unterscheiden nicht zwischen human-identischen Hormonen (was die richtige Bezeichnung wäre, siehe oben) und bio-identischen Hormonen (was etwas ungenau ist, weil man eigentlich immer dazusagen müsste: identisch zur menschlichen Biologie). Aber nachdem wir Menschen behandeln wollen (und nicht Pflanzen oder Tiere), können wir zur Vereinfachung von bio-identischen Hormonen sprechen.

In der Regel versteht man also unter »bio-identischen Hormonen« dasselbe wie unter »human-identischen Hormonen«.

Die Begriffe bio-identisch und human-identisch werden synonym gebraucht und sind austauschbar – auch wenn das vom Begriff her nicht ganz genau stimmt.

Fremdhormone (Xenohormone)

Wie wir gesehen haben, werden Hormone wirksam, indem sie sich wie ein Schlüssel in das jeweilige Schloss (Hormonrezeptor) einlegen. Der Rezeptor wird damit aktiviert und löst am Zellkern die jeweilige Hormonwirkung aus: Ziel erreicht. Der Haken daran: Es gibt wie bereits erwähnt eine unüberschaubare Zahl an hormonähnlichen Stoffen, die ebenfalls in den Rezeptor passen und so Hormonwirkungen auslösen können. Diese fremden Stoffe sind aber keine Originalhormone und nicht physiologisch (natürlich) für das jeweilige Lebewesen. Sie werden daher Xenohormone (Fremdhormone) genannt.

Ähnliches gilt für Weichmacher in Kunststoffen (Phthalate) und bestimmte andere Mittel der chemischen Industrie.

Diese Fremdstoffe werden Xenohormone genannt, weil es fremde (griech. xeno) Stoffe sind, die eine hormonähnliche Wirkung haben.

Solche hormonähnlichen Effekte sind aber auch von Pflanzen bekannt. Beispielsweise wurde 1941 in Australien durch Klee eine schlimme Epidemie ausgelöst, welche die Schafe auf dem Kontinent drastisch dezimierte. Die Schafe fraßen sehr viel Klee, der eine hormonähnliche Struktur besitzt. Der Klee legte sich in die Hormonrezeptoren der Schafe ein, die damit für die normalen Hormone blockiert waren – was die Schafe unfruchtbar machte. Sie konnten sich nicht mehr vermehren und drohten auszusterben. Der gleiche Effekt wurde sowohl 1966 bei Rindern in Tasmanien beobachtet als auch für Luzerne und bei in Silos gelagerten Futtermitteln nachgewiesen.

Stoffe, die solche hormonstörenden Effekte auslösen können, nennt man endokrine Disruptoren (»Unterbrecher«, lat. disrumpere»abbrechen«, »zerstören«), weil sie das Endokrinum (die hormonelle Steuerung) unterbrechen bzw. stören.

Zurzeit wird uns in vielen Veröffentlichungen erzählt, dass Rotklee mit seinen Phytohormonen eine gute Alternative in der Hormontherapie ist – ob das wohl stimmt?

Synthetisch modifizierte Hormonderivate

Bevor wir uns näher mit den einzelnen Hormonen beschäftigen, müssen wir verstehen, was bei den Veränderungen durch die Pharmaindustrie mit den Hormonen geschieht. Dabei gibt es grundsätzlich unterschiedliche Wege, solche Veränderungen herbeizuführen:

a)Zum einen kann man am ursprünglich originalen, also unveränderten Hormon gezielt Änderungen vornehmen und erhält damit synthetisch modifizierte Hormonderivate (Hormonabkömmlinge).

Damit sind diese Hormone nicht mehr human-identisch. Sie sind den menschlichen Hormonen nicht mehr gleich, sondern »modifiziert«, also verändert.

b)Zum anderen kann man tierische (z. B. vom Pferd stammende) Östrogene verwenden, die tatsächlich zwar »natürlich« sind – allerdings nur für Pferde. Diese Hormone werden für eine bessere Ausscheidung durch die Stute konjugiert (mit wasserlöslichen Molekülen umlagert), und deshalb nennt man sie konjugierte equine Hormone (CEE).

Das sind also auch keine Hormone, die identisch sind mit den menschlichen Hormonen.

c)Drittens ist die Pharmaindustrie auf die Idee gekommen, solche konjugierte Östrogene auch vollsynthetisch herzustellen, damit sind das dann konjugierte (synthetische) Östrogene (CE).

Auch diese Hormone sind also nicht human-identisch.

d)Wird Progesteron verändert, wird es Progestin oder Pro-Gestogen (oder auch Pro-Gestagen) genannt (das sind dann also veränderte Progesteron-ähnliche Hormonderivate). Nur das unveränderte Originalhormon heißt »Progesteron«.

Auch diese Abwandlungen sind also keine human-identischen Hormone mehr, sondern synthetisch modifizierte Hormonderivate.

Diese vielen unterschiedlichen Begriffe sind sehr verwirrend – und das macht sich die Pharmaindustrie zunutze, um Hormone zu verkaufen, die zwar »natürlich« sind, also etwas »Gutes« im Unterschied zu den »synthetischen Hormonen« zu sein scheinen. In Wirklichkeit sind auch diese hormonähnlichen Stoffe für den Menschen nicht physiologisch (natürlich) und damit unpassende Hormonderivate.

Nur human-identische Hormone haben genau denselben Aufbau und die identische Struktur wie die Hormone, die wir Menschen selber bilden:

•Phytohormone (Pflanzenhormone) haben einen anderen Aufbau.

•Von Tieren gewonnene Hormone haben einen anderen Aufbau.

Im Folgenden werden wir sehen, wie das bei diesen Hormonderivaten im Einzelnen genau aussieht.

Die Entwicklung synthetisch modifizierter Hormonderivate

Um bestimmte Eigenschaften von Hormonen zu beeinflussen, modifizierten die Forscher die hergestellten Hormone, sie führten also Änderungen an ihnen durch.

Die natürlichen (physiologischen) Originalhormone besitzen ganz bestimmte Eigenschaften. So hat das menschliche Original-Östrogen eine sehr kurze Halbwertszeit von etwa 45 Minuten. Damit stellt die Natur sicher, dass das im Körper vorhandene Östrogen nur kurz wirkt. Eine Frau in den fruchtbaren Jahren kann je nach Bedarf laufend neue Hormone nachbilden und somit ihren Hormonspiegel sehr genau steuern und bestens daran anpassen, was sie tatsächlich braucht.

Wenn die Östrogene aber genau der menschlichen Natur nachgebaut werden, also »human-identisch« sind, dann dauert es auch bei diesen nur 45 Minuten, bis die Hälfte abgebaut ist und die Wirkung entsprechend nachlässt. Das ist nun ein echtes Problem, weil diese originalgetreuen Hormone damit z. B. für eine Antibabypille nicht infrage kommen, denn die Wirkdauer mit 45 Minuten Halbwertszeit ist viel zu kurz.

Daher überlegten die Forscher in den Vierziger- und Fünfzigerjahren, wie sie die Östrogene ändern (modifizieren) konnten, um eine ausreichend lange Wirkdauer zu erreichen. Die Lösung war: Indem sie an das Originalhormon etwas anhängten (z. B. ein »Ethinyl«), verlängerte sich die Halbwertszeit, und es entstand ein »modifiziertes Hormon«, das Ethinyl-Östradiol (siehe die Abb. auf S. 28).