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Friederike ist 32, Single und reichlich frustriert, weil ihr Traumprinz immer noch auf sich warten lässt. Erschwerend kommt Ärger im Job mit dem neuen Chef hinzu. In ihrem Leben läuft es also alles andere als perfekt. Als ihre Mutter mit einem Blind-Date um die Ecke kommt, ist Friederike zwar nicht begeistert, aber immerhin verzweifelt genug, sich zu einem Treffen bereitzuerklären. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich alsbald zeigt…
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Seitenzahl: 18
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Kerstin Brügge
Blind-Date mit Mama
Kurzgeschichte
Dieses eBook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Blind-Date mit Mama
Impressum
Blind-Date mit Mama
Unschlüssig trippelte ich von einem Bein auf das andere, was sich mit hohen Absätzen als nicht so einfach erwies. Wie an allen Tagen dieses traurigen Sommers waren auch an diesem Abend die Temperaturen auf unangenehme einstellige Gradzahlen abgesackt, und ich fror erbärmlich in meinem schwarzen Abendkleid, das meine Figur zwar vorteilhaft zur Geltung brachte, als wärmendes Bekleidungsteil aber genauso wenig taugte wie ein Bikini in der Antarktis. Allerdings konnte ich mich nicht dazu überwinden, das Restaurant zu betreten. Kurzzeitig spielte ich mit dem Gedanken, umzudrehen, und alleine auf meinem Sofa meinen Kummer und Frust in einer großen Tüte Chips zu ersticken, verwarf die Idee allerdings wieder. Das wäre selbst in meinen Augen einem neuerlichen Allzeittief gleichgekommen. Feige. Erbärmlich.
Müde betrachtete ich mein Spiegelbild, das mir aus traurigen Augen aus der dunklen Scheibe der Eingangstür entgegenstarrte. Eigentlich hätte es für mich nicht schwer sein dürfen, einen Mann zu finden. Mittlerweile hatte ich meine Ansprüche auf ein erschreckend niedriges Niveau abgesenkt, wie ich mit Entsetzen bei meinem letzten, verständlicherweise wenig erfolgreichen Date hatte feststellen müssen. Längst suchte ich nicht mehr den Helden in der schimmernden Rüstung; ein einigermaßen passabel aussehendes Exemplar mit Job und gutem Einkommen hätte mir gereicht. Ich wäre sogar schon froh gewesen, jemanden zu finden, der sich selbst sauber halten und ein einigermaßen intelligentes Gespräch führen konnte. Stubenrein und nicht unbedingt dumm wie ein Stück Brot.
Das letzte Exemplar hatte leider in beiden Kategorien kläglich versagt.
Warum gestaltete es sich nur so schwer, einen passenden Deckel für meinen Topf zu finden? Alles in allem hielt ich mich eigentlich nicht für einen Totalausfall, wenn es um Beziehungsfragen und Aussehen ging. Auf der Habenseite verfügte ich über eine recht ansehnliche Figur, wie ich fand, über schöne, lange blonde Haare, auf die ich ganz besonders stolz war, und einen Mund, für den so manche Frau sich unters Messer hätte legen müssen.
