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Die renommierte Astrologin Claire Gallagher zeigt erstmalig die Bedeutung der Sternzeichen für unsere Gesundheit auf. Wir erfahren, welche Art von Bewegung und Ernährung für uns die beste ist. Mit diesem sehr schön ausgestatteten Astrologie-Nachschlagewerk können wir unsere eigenen Veranlagungen nachvollziehen oder im Familienkreis bzw. mit Freunden die Sternzeichen der anderen nachschauen. Die Jungfrau zum Beispiel steht unter dem Haupteinfluss des Merkur und sollte eher leichte und wärmende Nahrung zu sich nehmen; sportliche Tätigkeiten sollten eher kein schweres Krafttraining beinhalten, sondern leichte Gymnastik oder Yoga. Unsere astrologische Konstitution ist wie ein Fenster in die Funktionsweise unseres einzigartigen Körpers. Die Körper-Astrologie geht über das normale Horoskop weit hinaus und zeigt, wie wir unser Geburtshoroskop interpretieren und eine tägliche bzw. saisonale Ganzkörperpraxis dazu zu entwickeln können, die zu uns und unserem Körper passen. Durch die Body-Astrologie finden wir Vertrauen in unseren eigenen Körper und zu unserer inneren Weisheit. Wir erfahren in diesem einzigartigen Handbuch - alles Wichtige über unsere Körper-Astrologie-Triade: die zentralen Bestandteile unseres Geburtshoroskops (Sonne, Mond und aufgehende Sternzeichen) und was sie für unseren Tagesablauf bedeuten; - wann wir unsere tägliche Körper-Astrologie-Praxis verbessern und die Kraft der leitenden Planeten nutzen sollten, um unser psychisches Gleichgewicht wiederherzustellen oder uns aus einer Krisenphase zu befreien; - wie wir unser eigener Körper-Astrologe, unsere eigene Körper-Astrologin werden können, indem wir die Dynamik zwischen den Elementen, Sternzeichen und Planeten verstehen und Nahrung, Bewegung und andere Heilmittel einsetzen, um wirklich bewusst und gesund zu leben.
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Seitenzahl: 443
Veröffentlichungsjahr: 2022
Claire Gallagher
Dein Sternzeichen zeigt dir, was deinen Körper gesund macht
Aus dem amerikanischen Englisch von Horst Kappen
Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG.
Die renommierte Astrologin Claire Gallagher zeigt erstmalig die Bedeutung der Sternzeichen für unsere Gesundheit auf. Unsere astrologische Konstitution ist wie ein Fenster in die Funktionsweise unseres einzigartigen Körpers mit seinen Stärken, Schwächen und Bedürfnissen. Die Körper-Astrologie geht über das normale Horoskop weit hinaus. Sie erklärt, wie wir auf der Basis unseres Geburtshoroskops eine tägliche ganzheitliche Praxis und Ernährungsweise entwickeln können, die zu uns und unserem Körper passt. Durch die Body-Astrologie finden wir mehr Vertrauen in unseren eigenen Körper und nehmen unsere Gesundheit selbst in die Hand.
»Die Jungfrau steht unter dem Haupteinfluss des Merkur und sollte eher leichte und wärmende Nahrung zu sich nehmen; sportliche Tätigkeiten sollten eher kein schweres Krafttraining beinhalten, sondern leichte Gymnastik oder sanftes Yoga.« Das ist nur einer der vielen Ernährungs- und Bewegungstipps aus der Welt der Sternzeichen und Planetenbewegungen. Mit diesem Schritt führt Claire Gallagher die Astrologie in eine neue Dimension. Wir erfahren in diesem einzigartigen Handbuch
alles Wichtige über die zentralen Bestandteile unseres Geburtshoroskops – Sonne, Mond und Aszendent – und was sie für unseren Tagesablauf bedeuten;
wann wir die Kraft der Planeten nutzen sollten, um unser psychisches Gleichgewicht zu erhalten oder uns aus einer Krisenphase zu befreien;
wie wir die Dynamik zwischen den Elementen, Zeichen und Planeten verstehen und Nahrung, Bewegung und andere Heilmittel einsetzen, um wirklich bewusst und gesund zu leben.
Widmung
Einführung
Jedes Zeichen ist Ihr Zeichen
Body-Astrologie: Basics
Die Optik der Medizinischen Astrologie
Die Astrologie ist keine Ernährungslehre
Erste Schritte
Vertiefte Ansätze
Werden Sie Ihr*e eigene*r Körperastrologe*in
Nur keine Panik!
Astro-saisonale Lebensweise
Solarphasen
Lunarphasen
Dem inneren Rhythmus folgen
Mythenkiller: zunehmend und abnehmend
Der lunare Körperzyklus
Die Sternzeichen
Feuerzeichen
Das Feuer-Element nähren
Widder
Löwe
Schütze
Luftzeichen
Das Luft-Element nähren
Zwillinge
Waage
Wassermann
Erdzeichen
Das Erd-Element nähren
Stier
Jungfrau
Steinbock
Wasserzeichen
Das Wasser-Element nähren
Krebs
Skorpion
Fische
Die Planeten
Die Planeten für die Heilung nutzen
Das Einmaleins der Transit-Gesundheitspflege
Ein Crashkurs in Planetenenergie
Die Verwendung der Nahrungsmittellisten
Sonne
Mond
Merkur
Venus
Mars
Jupiter
Saturn
Uranus
Neptun
Pluto
Schlussteil
Dank
Anhang A
Symbole und Zuordnungen
Anhang B
Symptome
Glossar
Astrologische Begriffe
Begriffe aus Sport und Fitness
Literatur
Meiner Internet-Community
Es ist wirklich wahr: Als Kind hatte ich einen regelrechten Horror vor der Astrologie. Einerseits lag das an dem spirituell angehauchten Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin. Andererseits bilde ich mir ein, dass es eine aufkeimende Lebensklugheit war, die darin zum Ausdruck kam. Ich gab mir die größte Mühe, die Horoskop-Seite am Ende meines Teenie-Magazins zu überblättern, und wenn ich sie aus Versehen doch aufschlug – was ganz unvermeidlich war –, so war ich entsetzt. Sollte ich wirklich diese prüde, verklemmte, tugendhafte Jungfrau sein, von der da die Rede war? Für eine Siebtklässlerin ist das keine coole Art, beschrieben zu werden, und so fing ich an, mein Sternzeichen zu hassen. Damals wusste ich es noch nicht, aber am Tag meiner Geburt stand der Mond im Wassermann (in der Sprache der Astrologie nennen wir das unser Mondzeichen). Mit meinem heutigen Verständnis ist mir klar, woher diese Abneigung gegen Horoskope kam. Sie fühlten sich wie eine Beschneidung meiner Freiheit an, und kaum etwas geht einem Wassermann mehr gegen den Strich.
Was ich damit sagen will: So übertrieben meine kindlichen Befürchtungen auch gewesen sein mögen, ist es doch völlig normal, sich mit dem eigenen Sternzeichen nicht identifizieren zu können oder es sogar abzulehnen, wie ich es tat. (Übrigens bin ich inzwischen eine sehr stolze Jungfrau.) Und es ist auch völlig normal, das eigene Sternzeichen zwar zu mögen, aber dabei das Gefühl zu haben, dass etwas fehlt. Das liegt einfach daran, dass wirklich etwas – oder auch sehr vieles – dabei fehlt. Womit viele Menschen nicht klarkommen, ist gar nicht das Sternzeichen an sich, sondern das Unvollständige an der Sonnenzeichen-Astrologie.
Was mich von meiner Aversion gegen die Astrologie heilte, war eine Erkrankung. Mit Anfang zwanzig entwickelte ich ein mysteriöses Leiden, das mir noch jahrelang zu schaffen machen sollte. Ich lief von Arzt zu Arzt, und keiner konnte eine eindeutige Diagnose stellen, sodass ich durch die Maschen der Schulmedizin fiel. Ich habe noch lebhaft vor Augen, wie ich mit meinen einundzwanzig Jahren auf dem Bauch durch das Haus kroch, weil ich zu schwach zum Laufen war. Ich musste meinen Job kündigen und wieder bei meinen Eltern einziehen, und einen großen Teil meiner Zeit verbrachte ich weinend im Bett. Bei einem Organsystem nach dem anderen stellten sich im Laufe der Jahre Funktionsstörungen ein, und die Liste meiner Symptome wurde immer länger und komplizierter.
Wie viele andere mit einer ähnlichen Leidensgeschichte kam ich über diese Erfahrung zur Naturheilkunde. Mit meiner Erkrankung auf mich allein gestellt, musste ich selbst herausfinden, was mir half, und als typische Jungfrau experimentierte ich vor allem mit dem Thema Ernährung. Dabei sind mir eine Menge Fehler unterlaufen, und ich bin auch auf ein paar neumodische Diäten hereingefallen, aber ohne Frage habe ich durch die Umstellung meiner Ernährung die größten Fortschritte erzielt. Indem ich mein Verhältnis zum Essen heilte, erholte ich mich tatsächlich so weit, dass ich wieder anfangen konnte, mich normal zu bewegen. Und mit zunehmender Kräftigung machte ich eine Ausbildung zur Yogalehrerin und wurde schließlich Personal Trainer. Yoga ermöglichte es mir, die körperliche Bewegung zu genießen, während ich mich noch auf dem Weg der Heilung befand. Später kräftigte ich dann durch Gewichtheben meinen Körper weiter und gab so meinem schwachen Nervensystem eine stabilere Basis.
Schließlich war ich ausreichend gestärkt, um meinem laienhaften Selbstheilungsexperiment eine professionellere Form zu geben, indem ich Ernährungswissenschaften studierte. Ich übersiedelte ans andere Ende des Landes, um das National College of Natural Medicine1 zu besuchen, mit der Absicht, Ärztin für Naturheilkunde zu werden. Dort entdeckte ich meine Liebe für die Traditionelle Chinesische Medizin mit ihrer Fähigkeit, für mein »nicht diagnostizierbares« Leiden Worte in der Sprache der Elemente zu finden. Bald darauf belegte ich einen dualen Masterstudiengang in Akupunktur und Ernährungswissenschaften.
Ständig auf Achse zwischen Vorlesung, Klinik und meinem Nebenjob als Personal Trainer, sah ich eines Tages auf der Toilette an der Uni einen Flyer, auf dem eine Konferenz für »Medizinische Astrologie« angekündigt war. Er machte nicht sonderlich viel her, aber aus irgendeinem Grund fesselte er mich. Zu jener Zeit überwog meine Astrologie-Phobie nach wie vor jegliches Interesse an diesem Thema. Ich glaubte noch immer, in der Astrologie gehe es darum, die Zukunft vorauszusagen oder Menschen in einengende Persönlichkeits-Schubladen zu stecken. Aber medizinische Astrologie? Das klang für mich körperbezogen genug, um einen Versuch damit zu wagen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich bereits vier Jahre lang mit Theorie und Praxis der Traditionellen Chinesischen Medizin befasst. Die Organsysteme und ihre Störungen den Elementen, Jahreszeiten und Sternbildern zuzuordnen war eine uralte Praxis, der ich vertraute. Und auch wenn die westliche Astrologie in einer anderen Tradition verwurzelt war, konnte sie sich doch nicht so sehr davon unterscheiden? Die Traditionelle Chinesische Medizin hatte mich für diesen schicksalhaften Augenblick in der Unitoilette empfänglich gemacht. Abgesehen davon hatten meine anhaltenden Symptome meine Neugier angefacht.
Den Rest können Sie sich bestimmt schon denken. Ich besuchte die Konferenz, und das war’s. Ich brauchte der Hauptreferentin, die später meine Tutorin wurde, nur fünf Minuten zuzuhören, um zu wissen, dass die medizinische Astrologie mein Ding war. So seltsam es auch klingen mag, ich hatte das Gefühl, dass ich dieses System bereits kannte und mich nun auf einmal wieder daran erinnern konnte. In der Medizinischen Astrologie – oder Astromedizin – wird das Geburtshoroskop zu einer individuellen Landkarte der Funktionen, Bedürfnisse, Stärken und Schwächen unseres Körpers. Das ist von unschätzbarem Wert, denn auch wenn zwei Menschen an der gleichen Krankheit leiden, werden aufgrund der Unterschiede in Geburtshoroskop und Konstitution auch ihre Beschwerdebilder, persönlichen Erfahrungen und Heilungswege voneinander abweichen. Mir war bereits bewusst, dass es in Fragen der Heilung kein Standardmodell gibt, aber die Astromedizin hat der Idee eines individuellen Behandlungskonzepts auf bioenergetischer Grundlage noch einmal eine ganz andere Bedeutung verliehen.
Die Astromedizin vertiefte zudem mein Verständnis der rhythmischen Abläufe im Körper und lehrte mich, den Planetenumlauf als eine Art Heilungsuhr zu lesen. Mit dem Wandel des Sternenhimmels ergeben sich neue Wechselbezüge zu unserem Horoskop, und damit wandeln sich auch unsere körperlichen Bedürfnisse und Erfahrungen. Für mich, die ich an chronischer Müdigkeit litt – die sich häufig anfühlt wie eine einzige Mauer aus Erschöpfung und Schmerz oder ein unberechenbares Kommen und Gehen von Symptomen –, war das besonders aufschlussreich. Das Horoskop lieferte mir Hinweise darauf, was in mir bereit war zu heilen, was noch mehr Zeit brauchte, welche emotionalen Muster dabei im Spiel waren und wann mit einem erneuten Aufflackern meiner Symptome zu rechnen war. Für einen chronisch kranken Menschen sind diese Informationen Gold wert, weil sie es ihm ermöglichen, sich praktisch und mental vorzubereiten und seine kostbare Energie für das aufzusparen, was reif dafür ist, angegangen zu werden.
Im Anschluss an die Konferenz ordnete ich sofort alles andere dem Studium der Astromedizin unter. Ich führte eine Unzahl von Protokollen über planetarische Symptome, sammelte die Geburtshoroskope aller Patient*innen, die mir ihre Einwilligung dazu gaben, entwarf Bewegungssysteme auf der Grundlage des Mondzyklus und schrieb mich in Astrologie-Kurse ein. Ich war wie besessen – denn die Astrologie gab mir Hoffnung. Sie riss Löcher in das Netz meiner Geschichte, an die ich mich so gerne klammerte und die besagte, dass ich immer krank sein würde. Wollte ich denn krank sein? Nein. Aber es war ein Zustand, der mir vertraut und daher auf seltsame Weise bequem geworden war. Die Astrologie ermöglichte mir den Perspektivwechsel, den ich brauchte, um mich endlich für die Möglichkeit der Heilung zu öffnen. Sie half mir nicht nur dabei, den körperlichen Ursachen meines Leidens auf den Grund zu gehen, sondern auch seine tiefer liegenden psychischen und spirituellen Wurzeln aufzudecken. Die Astrologie half mir zudem, mich in der übermächtigen Welt des Gesundheitswesens zurechtzufinden. Endlich hatte ich etwas in der Hand, das mir helfen konnte zu entscheiden, welche Art von Behandlung es wert war, meine Zeit darauf zu verwenden, und welche nur darauf hinauslief, den Stapel erdrückend hoher Arztrechnungen weiter zu vergrößern.
Wie gesagt war ich wie besessen von der Astromedizin, und die unheimliche Genauigkeit ihrer Aussagen tat ein Übriges, um mich noch mehr für sie zu begeistern. Eine persönliche Bestleistung im Fitnessstudio? Ein Trigon zwischen Mond und Saturn schafft die Voraussetzung für den entsprechenden Einsatzwillen und Energieschub. Eine Patientin erkrankt an einem Ausschlag? Der Mars steht im Aszendenten, wodurch sie anfälliger für juckende Hauterkrankungen wird. Über kurz oder lang war ich in der Lage, meine eigenen Gesundheitszyklen und die anderer Menschen vorherzusagen, und so begann meine Tätigkeit als professionelle Medizinische Astrologin.
Aber ich muss zugeben, dass es ein hartes Stück Arbeit war. In den ersten Jahren kam ich mir ziemlich blöd dabei vor, Dinge wie »Work-out im Einklang mit den Mondphasen« oder »Vorbereitung auf die Rückkehr des Saturns« in die echolosen Weiten des Internets zu rufen. Falls Sie nicht in einer heilen Astrologie-Welt aufgewachsen sind (ich jedenfalls nicht), können Sie sich wahrscheinlich denken, welche Art von Blicken ich erntete. Sogar im Umfeld der alternativen Medizin waren diese Dinge eher verpönt und nichts, worüber man sich ernsthaft unterhielt. Also machte ich es mir zur Hauptaufgabe, bei meiner damals noch kleinen Online-Gemeinde Vertrauen aufzubauen. Ich war mir sicher, die Menschen würden sich für die Sache gewinnen lassen, wenn sie nur erst die astrologischen Zusammenhänge am eigenen Leib erfahren. Anstatt also zu versuchen, mit Worten zu überzeugen, entwickelte ich ein Astro-Bewegungssystem, berichtete meinen Klient*innen von meinen eigenen Erfahrungen und zeigte ihnen, wie man ein astrologisches Symptom-Tagebuch führt. Wie sich herausstellte, lag ich mit meiner Einschätzung richtig. Als die Menschen begannen, die astrologischen Zusammenhänge zu beobachten und an sich selbst zu erfahren, erkannten sie die praktische Bedeutung der Astrologie, und auf einmal kannte ihre Neugier keine Grenzen mehr. Mein Geschäft wuchs langsam, aber stetig und im perfekten Tempo für einen introvertierten Menschen wie mich.
Einige Jahr darauf hatte ich das Glück, mit Hunderten von Menschen zusammenzusitzen und aus erster Hand zu erfahren, wie die Astromedizin Hoffnung, neue Perspektiven, Aha-Momente, Einblicke in die zugrunde liegenden Ursachen und Heilungsimpulse vermitteln kann. Aber für mich gibt es nichts Schöneres, als den Ausdruck der Erleichterung auf den Gesichtern von Menschen zu sehen, wenn sie erkennen, dass ihr Horoskop ihnen einfach die Erlaubnis gibt, genau so zu sein, wie sie sind. Es gehört zum Wesen der Astrologie, die gesellschaftliche Definition dessen, was »Gesundheit« ausmacht, infrage zu stellen. Man sagt uns, wie Gesundheit auszusehen und sich anzufühlen hat, während die Astrologie Raum für die grenzenlose Vielfalt körperlicher Erscheinungs- und Erlebnisformen lässt. Um nur ein Beispiel zu nennen: So stellt die Astrologie etwa die Annahme infrage, gesund zu sein bedeute, sich permanent energiegeladen zu fühlen. Damit setzt man sich nur selbst gewaltig unter Druck. Die Astrologie erinnert uns daran, dass der Körper kein statisches, sondern ein zyklisches Phänomen ist. Es gibt Zeiten, in denen es am Himmel turbulent, und solche, in denen es dort ruhig zugeht. Beide sind Ausdrucksformen von Gesundheit.
Ich glaube nicht, dass die Astrologie uns irgendetwas sagen kann, das wir nicht schon wissen – auch wenn es sich manchmal so anfühlen mag. Ich betrachte sie vielmehr als einen Weg, um Bestätigung zu finden und Verborgenes aufzudecken. Sie bringt uns Bereiche unserer Seele und unseres Körpers wieder nahe, die wir vielleicht verdrängt oder vergessen haben. Wer will, mag sich auf das Spiel einlassen, sie über seinen künftigen Gesundheitszustand zu befragen. Aber die wahre Magie der Astromedizin liegt in dem Zaubergeflüster, mit dem sie uns alle Türen im Haus unseres Körpers öffnet und uns dazu anhält, jeden seiner Räume zu bewohnen. Wenn wir alle unsere Anteile (die uns unser Horoskop so deutlich zeigt) liebevoll betrachten und ihnen die Aufmerksamkeit und Zuwendung schenken, die ihnen zusteht, dann werden wir zu unserer eigenen Medizin. Ob Sie nun aber der Astrologie noch skeptisch gegenüberstehen oder absoluter Fan sind: Mögen die Informationen in diesem Buch Sie zu einer Quelle führen, aus der Sie ein immer tieferes Vertrauen zu sich selbst schöpfen können.
TEILEINS
Kapitel 1
Was wissen Sie über Astrologie? Ich wette, Sie können mir zumindest Ihr Sternzeichen nennen. Und ich kann förmlich spüren, wie es Sie in den Fingern juckt, zum Abschnitt über Ihr eigenes Sternzeichen zu blättern. Aber nicht so eilig! Ich möchte, dass dieses Buch zu Ihrem kaffeebefleckten Lieblings-Nachschlagewerk mit Eselsohren und abgewetztem Einband wird, und wie soll es das jemals, wenn Sie darin nur ein einzelnes Sternzeichen aufschlagen, um es dann für immer beiseitezulegen? Soll die Astrologie ihre Magie in Ihrem Leben entfalten (und damit meine Jungfrau-Träume wahr werden lassen), haben wir zuvor noch einiges an Arbeit zu leisten. Machen Sie es sich also mit einer Tasse Tee bequem, denn wir legen jetzt gleich los, um Sie mit solidem astrologischem Wissen zu versorgen. Ich empfehle Ihnen, sich dieses Kapitel als Erstes vorzunehmen, damit Sie, entsprechend vorbereitet, anschließend nach Herzenslust im Buch stöbern können.
Was also ist Astrologie? Ich verstehe darunter die Beobachtung planetarischer Zyklen und ihrer Beziehungen zu den Zyklen in unserem Leben. Ich glaube nicht, dass die Planeten die Geschehnisse bewirken. Vielmehr sehe ich in der Astrologie ein himmlisches Spiegelbild dessen, was bereits geschieht. Wenn wir uns darauf verstehen, diesen Himmelsspiegel zu lesen, dann können wir daraus alle etwas über unser Leben lernen und darüber, wie es uns gelingt, es in die richtigen Bahnen zu lenken. Was mein Vertrauen in die Astrologie begründet und mich in dem Glauben bestärkt, dass sie auch künftig bei vielen Menschen Anklang finden wird, das ist ihr Alter. Schon immer haben die Menschen den Blick zum Nachthimmel gerichtet, um dort Weisung oder Orientierung zu erhalten. In fast jeder alten Kultur findet sich eine Form der astrologischen Praxis, weshalb sich im Laufe der Zeit so viele verschiedene Systeme herausgebildet haben. Zu den gebräuchlichsten zählen die westliche Astrologie (mit Wurzeln im antiken Griechenland, in Ägypten, Mesopotamien, Arabien und im mittelalterlichen Europa), die vedische Astrologie Indiens und die chinesische Astrologie oder Bazi Suanming. In diesem Buch arbeiten wir mit der westlichen Astrologie. Zwischen diesen Systemen gibt es viele Unterschiede (sogar unterschiedliche Tierkreise!), aber ihnen allen gemeinsam ist die Deutung der Planetenpositionen zum Zeitpunkt der Geburt.
Ihr Stern- oder Sonnenzeichen ist wichtig, aber es ist nur ein Teil Ihrer astrologischen DNA. Bei Ihrer Geburt kreisten alle Planeten auf ihren Bahnen und bewegten sich dabei mit unterschiedlicher Geschwindigkeit durch die verschiedenen Tierkreiszeichen. Als Sie dann Ihren ersten Atemzug taten, war es, als würde in diesem Moment die Zeit stillstehen und die Planeten an ihrer Position festheften, wodurch die ganz besonderen Eigenschaften und Energien all dieser kosmischen Positionen in Ihrem Körper zusammenkamen. Diese grandiose und komplexe Momentaufnahme des Himmels ist Ihre astrologische Anatomie – Ihr Geburtshoroskop. Die Sonne ist dabei nur ein Punkt auf der Himmelskarte.
Die Astrologie kompliziert zu nennen wäre noch untertrieben, und so es ist nur natürlich, dass man sie sich in mundgerechtere Stücke zerlegte. Aber bevor wir fortfahren, muss Ihnen klar sein, dass das meiste von dem, was wir heute als Astrologie kennen, ein verwässertes Pseudosystem darstellt. Ich werde jedoch mein Bestes versuchen, um der Komplexität der echten Astrologie gerecht zu werden und sie gleichzeitig auf möglichst verständliche Weise darzustellen.
Um der Übersichtlichkeit und Verdaulichkeit willen bedient sich auch dieses Buch des Öfteren des Schaubild-Formats. Ganz gewiss aber werde ich nicht den Verkürzungen der Sonnenzeichen-Astrologie das Wort reden und Sie im Dunkeln tappen lassen, wenn Sie sich fragen, warum in aller Welt Sie sich als Schütze nicht so wie einer fühlen. Wenn die Astrologie permanent aus dem größeren Zusammenhang gerissen und auf eine Reihe von Stereotypen reduziert wird, verliert sie ihre Aussagekraft – vor allem, wenn wir sie auf den Körper anwenden. Wenn Sie nun aber zum Abschnitt mit Ihrem Sternzeichen blättern, wird die Astrologie eben damit aus dem Zusammenhang gerissen. Im Ernst, tun Sie es noch nicht.
Wie ich hoffe, werden Sie nach einer gewissen Zeit des selbstständigen Studiums dahin kommen, jedes Sternzeichen als Ihr eigenes zu betrachten. Natürlich werden sich die Abschnitte über Ihr Sonnen- und Mondzeichen oder Ihren Aszendenten für Sie vertrauter anfühlen, aber ich möchte Ihnen dennoch ans Herz legen, alle zwölf Sternzeichen gleichermaßen kennenzulernen. Und wenn Sie sich dabei unverhofft in einem ganz anderen Zeichen wiedererkennen, vertrauen Sie darauf. Ich kann Ihnen garantieren, dass es dafür einen tieferen astrologischen Grund gibt. Auch bei sich wandelnder Bedeutung ist und bleibt jedes einzelne Zeichen in Ihrem Geburtshoroskop enthalten. So kann ein Zeichen, dem Sie nie Beachtung geschenkt haben, zu einem wesentlichen Faktor für Ihre Gesundheit werden oder es bereits sein.
Die Astrologie ist dynamisch. Zwar können Sie Ihr Geburtshoroskop nicht verändern, aber nach Ihrer Ankunft auf dieser Welt haben sich die Planeten weiterbewegt, und indem sie das weiterhin tun, beleben und aktivieren sie Ihr Horoskop auf immer neue Weise. In diesem Augenblick stehen die planetarischen Zyklen in Wechselwirkung mit Ihrer astrologischen DNA und bilden mit ihrer Konstellation die Entsprechung zu den persönlichen Phasen der Ausgeglichenheit und Bedrängnis, von Gesundheit und Krankheit. Sie wurden mit einer einzigartigen Mischung der Elemente geboren, Ihrem besonderen Körperklima. Die aktuellen planetarischen Zyklen sind wie Wetterlagen, die über Ihren Elementarkörper hinwegziehen und dabei immer neue klimatische Bedingungen schaffen. Möglicherweise wird Mars Ihren Elementarkörper trockenlegen. Vielleicht wird Venus ihn überschwemmen. Und auch wenn Sie immer eine Waage bleiben werden, können sich die Bedürfnisse Ihres Körpers, je nachdem, was am Himmel geschieht, stark von den Bedürfnissen unterscheiden, die er noch vor Jahren, Monaten oder selbst vor Tagen hatte.
Die Astromedizin verwandelt das Geburtshoroskop in eine Art Landkarte Ihres Körpers, die Ihnen Aufschlüsse über dessen Konstitution gibt. So werden Sie bald erfahren, dass jedes Tierkreiszeichen mit bestimmten Körperbereichen in Verbindung steht. Ganz grundsätzlich sagen die Positionen der Planeten bei der Geburt etwas über den Gesundheitszustand dieser Körperbereiche und -systeme aus. Darüber hinaus ermöglicht der in der Astromedizin geschulte Blick eine effektive Vorsorgepraxis, die Ihnen zeigt, wie Sie Ihre ganz eigene Konstitution durch Ernährung, Bewegung und eine gesunde Lebensweise im Gleichgewicht halten können. Tritt eine Krankheit auf, kann das Horoskop Informationen über die Ursache, die richtige Behandlung und den optimalen Behandlungszeitpunkt liefern. In diesem Buch verwende ich Begriffe wie physische Astrologie, Körper-Astrologie, Astro-Fitness und Astro-Ernährung, um damit mein Spezialgebiet in Sachen Ernährung und Fitness zu beschreiben. Dabei ist nur zu beachten, dass es sich um Varianten handelt, die allesamt der westlichen Astromedizin entstammen.
Als Zweig der westlichen Astrologie hat die Astromedizin ihre Wurzeln unter anderem in Ägypten, Mesopotamien und Arabien. Aber die wohl deutlichsten Verbindungen bestehen zum antiken Griechenland während der hellenistischen Epoche. Damals herrschte die Humorallehre vor, und die Ärzte glaubten, dass Krankheiten auf ein Ungleichgewicht der vier Körpersäfte (gelbe Galle, Blut, schwarze Galle und Schleim) zurückzuführen seien. Diese vier Körpersäfte wurden dann schließlich mit den Jahreszeiten, den Elementen, den Planeten und Tierkreiszeichen in Verbindung gebracht, wodurch die Vorstellung entstand, dass der Zeitpunkt der Geburt die elementare Zusammensetzung des Körpers beeinflusse. Und so war es zur damaligen Zeit nicht unüblich, dass Ärzte zugleich Astrologen waren.
Was hat die Astrologie also mit Ihrer Gesundheit zu tun? Den Ausgangspunkt bildet ein gemeinsames Vokabular für die Erscheinungen von Himmel und Erde. Um die astrologischen Zusammenhänge darzustellen, werden wir Begriffe aus der natürlichen Welt verwenden – Temperatur, Feuchtigkeit, Elemente und Seinsweisen. Alles in der Welt kann auf dieselbe Weise beschrieben werden. Wenn wir diese Qualitäten zueinander in Beziehung setzen, werden wir feststellen, dass jedes Nahrungsmittel, jede Bewegungsform, jede medizinische Maßnahme, jedes Heilkraut, jedes Nahrungsergänzungsmittel und selbst jeder kurzlebige Wellness-Trend ein gemeinsames Charakteristikum mit bestimmten Planeten oder Sternzeichen aufweisen. Die Astromedizin ist kein Wundermittel, sondern eine Sammellinse. Sind Sie erst einmal mit den Grundlagen vertraut, können Sie diese auf jede nur erdenkliche moderne, traditionelle oder erst noch zu erfindende Heilmethode anwenden. Wer sich für die Geschichte der Astromedizin interessiert, findet in dem Buch Traditional Medical Astrology2 von J. Lee Lehman eine gute Übersicht.
Die Wellness-Branche ist unüberschaubar, und Zweck dieses Buches ist es nicht, dem bereits übersättigten Markt einen weiteren Titel hinzuzufügen. Betrachten Sie es vielmehr als eine Orientierungshilfe. Ganz sicher gibt es in Sachen Gesundheit kein Patentrezept, und die Astrologie liefert nur eine weitere Bestätigung dafür. Mir geht es in diesem Buch darum, Ihnen zu zeigen, wie Sie die Astrologie nutzen können, um Ihre Gesundheit zu erhalten und zu verbessern, und was das für jede*n Einzelne*n von uns bedeutet (was sicherlich nicht für uns alle dasselbe ist). Das Wissen um Ihr astrologisches Persönlichkeitsprofil soll Ihnen dabei helfen, aus der Vielzahl der Botschaften herauszufiltern, was für Sie richtig ist und was nicht. Indem Sie Ihr astrologisches Profil kennenlernen, erkennen Sie auch, was Ihr Körper wirklich braucht, und finden – was noch wichtiger ist – darin die Bestätigung, dass Sie es im Grunde schon immer wussten. – Hier folgt nun ein Crash-Kurs in den Grundlagen der Astrologie.
Zwar stellen die vier Primärqualitäten – heiß, kalt, trocken und feucht – ein universelles Konzept dar, jedoch stammt die Art und Weise, wie wir sie hier betrachten, aus dem hellenistischen Denken. Um das Himmlische zu verstehen, können wir uns des Irdischen bedienen und umgekehrt. Himmel und Erde bilden einander ab und gebrauchen ein gemeinsames Vokabular der Natur. Jedem Planeten und jedem Sternzeichen lassen sich einfache Eigenschaften wie heiß oder kalt zuordnen. Jede Aktivität und Erfahrung des Körpers kann in einer vergleichbaren Sprache ausgedrückt werden.
Das Verständnis der Primärqualitäten kann Ihnen dabei helfen herauszufinden, was für Ihre Gesundheit förderlich ist und was nicht. Achten Sie bei Ihrer Ernährung, Bewegung und der Wahl Ihrer Behandlungsmethoden darauf, wie sich deren Qualitäten zu Ihren körpereigenen Qualitäten verhalten. Zum Beispiel kann eine »heiße« Form der Bewegung einen kalten Körper aufwärmen, einen heißen Körper aber überhitzen, wenn sie zu häufig durchgeführt wird.
Heiß: Wärme bewirkt eine Beschleunigung. Wärme gibt Energie, aber ein Zuviel an Wärme ist aufgrund ihrer aufwühlenden und entzündungsfördernden Wirkung schädlich. Übermäßige Hitze führt zu Trockenheit.
Kalt: Kälte bewirkt eine Verlangsamung. Zu viel Kälte kann den Körper schwächen und erschöpfen. Übermäßige Kälte erzeugt Feuchtigkeit.
Trocken: Trockenheit bewirkt eine Abgrenzung und verleiht dem Körper Kontur, Klarheit und Festigkeit. Zu viel Trockenheit kann den Körper versteifen und ihm Nährstoffe entziehen, wodurch er welk und kraftlos wird.
Feucht: Feuchtigkeit bewirkt eine Vermischung und macht den Körper geschmeidig, weich und entspannt. Zu viel Feuchtigkeit belastet den Körper, weicht seine Grenzen auf und macht ihn verwundbar.
Welche Primärqualitäten herrschen bei Ihnen nun vor? Das hängt davon ab, welche individuelle Mischung der Elemente bei Ihnen vorliegt. In der Astrologie sind die Elemente die physischen und nichtphysischen Bausteine des Körpers und der Seele. Sie stehen in Beziehung zu den Jahreszeiten, den Lebensphasen, den vier Körpersäften, den Mondphasen, dem Menstruationszyklus … die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Zwar verwenden einige Medizinische Astrolog*innen die Elemente-Systeme des Ayurveda oder der Traditionellen Chinesischen Medizin, in diesem Buch lege ich jedoch die hellenistische Sichtweise zugrunde (mit einem kleinen Schuss TCM, weil ich es mir nicht verkneifen kann). Wichtig ist dabei zu wissen, dass die Elemente in den verschiedenen Traditionen einander nicht immer genau entsprechen. Das Luft-Element in der westlichen Medizinischen Astrologie verhält sich nicht unbedingt genauso wie das Luft-Element im Ayurveda.
In der westlichen Astromedizin gibt es vier Elemente: Feuer, Luft, Erde und Wasser. Jeder Mensch hat alle vier Elemente in seinem Körper, aber in der Regel dominieren dabei eines oder zwei. Welches Element herrscht bei Ihnen vor? Es wird Sie vielleicht überraschen zu hören, dass dies fast nichts mit Ihrem Sonnenzeichen zu tun hat, sondern vor allem mit Ihrem Mondzeichen und Ihrem Aszendenten.
Die Elemente sind nicht statisch, sondern gehen ineinander über, so wie auch die Jahreszeiten ineinander übergehen. Ihre Anteile im Körper unterliegen natürlichen Schwankungen, wobei aber Erkrankungen auftreten können, wenn es bei einem der Elemente oder mehreren zu einem deutlichen Überschuss oder Mangel kommt. Wenn das der Fall ist, können die entgegengesetzten beziehungsweise komplementären Elemente die Balance wiederherstellen. Dabei gilt es zu beachten, dass die vier Elemente jeweils aus der Kombination zweier Primärqualitäten gebildet sind:
heiß + feucht = Luft (Die Luftzeichen sind Zwillinge, Waage und Wassermann.)
heiß + trocken = Feuer (Die Feuerzeichen sind Widder, Löwe und Schütze.)
kalt + trocken = Erde (Die Erdzeichen sind Stier, Jungfrau und Steinbock.)
kalt + feucht = Wasser (Die Wasserzeichen sind Krebs, Skorpion und Fische.)
Jedes Element hat mehrere Modalitäten, das heißt Formen, in denen es sich in der Welt bewegt und zum Ausdruck bringt. Die drei Modalitäten heißen kardinal, fix und variabel. Zum Beispiel gibt es viele Formen des Erd-Elements wie Stein, Sand, Boden, Blume, Baum, Metall und so weiter. Sie alle zählen zum Erd-Element, verhalten sich aber nicht auf die gleiche Weise.
Die kardinale Energie bewegt sich direkt oder kraftvoll. Die kardinalen Sternzeichen sind Widder, Krebs, Waage und Steinbock.
Die fixe Energie bewegt sich kontinuierlich. Die fixen Zeichen sind Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann.
Die variable Energie bewegt sich flexibel oder wandelbar. Die variablen Zeichen sind Zwillinge, Jungfrau, Schütze und Fische.
Zwar sind Stier, Jungfrau und Steinbock alle drei Erdzeichen, aber ihr Erd-Element verhält sich unterschiedlich, da sie verschiedene Modalitäten besitzen. Umgekehrt gehören Zwillinge, Jungfrau, Schütze und Fische zwar verschiedenen Elementen an, haben aber viel gemeinsam, weil sie in ihrer Modalität allesamt variabel sind. Der Modalität eines Zeichens, oder seiner Bewegungsweise, kommt bei der Astro-Fitness eine besondere Bedeutung zu. Jede Form von Bewegung ist ein Universum für sich, und die Modalität hilft uns, sie in ihrer Vielfältigkeit zu beschreiben. Die Welt des Yoga zum Beispiel ist gigantisch. Es gibt unzählige Arten, ihn zu praktizieren, vom entspannten Yin-Yoga bis zum intensiven Ashtanga. Neben der Elemente-Lehre bietet uns die Modalität eine weitere Möglichkeit, Bewegung astrologisch zu klassifizieren, ob es sich dabei um verschiedene Yogatraditionen, Kampfsportarten oder Techniken des Skifahrens handelt.
Auch wenn ich die Modalität nicht überall in diesem Buch ausdrücklich erwähne, bildet sie dennoch die Grundlage für den größten Teil meiner Astro-Fitness-Arbeit. Auch bei der Erstellung von Trainingsprogrammen liefert mir die Modalität eines Sternzeichens viele wertvolle Anhaltspunkte. Sie hilft mir etwa dabei, unterschiedliche Bewegungsweisen von Zeichen desselben Elements oder die gleiche Bewegungsweise von Zeichen verschiedener Elemente zu beurteilen. Zum Beispiel hat ein dem Feuer-Element entsprechendes Training zwar in der Regel eine Herz-Kreislauf-Komponente, aber es gibt unzählige Arten, es auszuführen, wobei jede Modalität ihren eigenen Ansatz erfordert. Nehmen wir als Beispiel das Laufen. Ein kardinaler Laufstil wäre etwa ein kurzer, heftiger Sprint, dem fixen Laufstil entspräche ein ruhiger Langlauf oder das Einhalten eines gleichmäßigen Tempos, und ein variabler Laufstil nähme die Form eines intuitiven Intervalltrainings an oder eines Laufs auf unterschiedlichem Terrain. Auch wenn Sie persönlich einen dieser Laufstile bevorzugen, werden Sie doch, um sich als Läufer*in möglichst vielseitig zu entwickeln, wahrscheinlich mit allen drei Modalitäten arbeiten müssen.
Die Frage, die mir als medizinischer Astrologin am häufigsten gestellt wird, lautet: Welche Art von Ernährung und Bewegung ist für mein Sternzeichen die beste? Es wird Sie vielleicht überraschen zu hören, dass ich Ihnen in diesem Buch nicht zeigen werde, was in dieser Hinsicht für Ihr Sternzeichen gilt. Dafür gibt es viele Gründe, aber fangen wir mit den astrologischen an. Jedes der Tierkreiszeichen umfasst ein immenses Spektrum an Möglichkeiten. Anzunehmen, dass in puncto Ernährung und Bewegung für jeden Widder auf der Welt das Gleiche gelte, ist weder aus wissenschaftlicher und energetischer noch aus kultureller und astrologischer Sicht vernünftig. Daher ist es auch nicht sinnvoll, Pauschalaussagen von der Art zu machen, dass alle Luftzeichen Läufer oder alle Wasserzeichen Schwimmer sein sollten. Genauso wie ein Mensch mit jedem Sternzeichen Vegetarier sein kann, kann er auch mit jedem Sternzeichen an Yoga, Gewichtheben oder Tennis Gefallen finden. Wesentlich ist vielmehr, dass jede dieser Aktivitäten auf Widder-, Stier- oder Zwillingsart ausgeführt werden kann – inzwischen ist dieser Zusammenhang wohl deutlich geworden.
Denken Sie immer daran, dass Himmel und Erde ein gemeinsames Vokabular haben. Wie gesagt beschreiben wir die Welt der Astrologie mit Begriffen aus der natürlichen Welt – Temperatur, Feuchtigkeit, Elemente und Seinsweisen. Alles in der Welt kann auf dieselbe Weise beschrieben werden. Vergleichen wir diese Eigenschaften miteinander, so stellen wir fest, dass jede Art von Nahrung und jede Form von Bewegung mit den Sternzeichen und Planeten gemeinsame Merkmale aufweisen. Daher wird auch Ihr Horoskop wahrscheinlich verraten, zu welchen Bewegungsformen Sie sich eher hingezogen fühlen oder welche Nahrungsmittel Sie bevorzugen. Wichtiger ist jedoch, dass Ihr Horoskop Aufschluss darüber gibt, auf welche Weise Ihr Körper die Nahrung assimiliert, wie er auf eine bestimmte Bewegungsform reagiert und welche funktionellen oder anatomischen Probleme dabei auftreten können. Das Geburtshoroskop ist so etwas wie ein Blutbild. Es gibt uns eine Momentaufnahme davon, inwiefern sich Ihr Körper von einem anderen Körper unterscheidet. Zum Beispiel können Menschen aller zwölf Sternzeichen an Verdauungsproblemen leiden, aber deren Ursache und Symptomatik sowie die Beteiligung weiterer Organsysteme und der Heilungsverlauf werden jeweils unterschiedlich sein.
Die Astrologie verrät uns auch etwas über unsere mentale und emotionale Beziehung zu Essen und Bewegung – über die Art und Weise, wie wir über Essen und Bewegung denken und fühlen und wie wir mit uns selbst und anderen darüber sprechen. Wie nichts anderes gewährt das Geburtshoroskop einen wohlmeinenden Einblick in negative Glaubenssätze oder landläufige Vorurteile in Bezug auf das Essen, die wir möglicherweise verinnerlicht haben, und macht deutlich, wie diese unser Wohlbefinden beeinträchtigen können. In diesem Buch bezeichne ich solche Glaubenssätze als Essens-Monologe, Essens-Gedanken, Essens-Geschichten, Essens-Mythen und so weiter. Meiner Erfahrung nach ist viel entscheidender als die Frage, was man isst oder wie man sich bewegt, diese Gedankenmuster behutsam abzubauen und unsere Beziehung zu den Themen Essen und Bewegung zu heilen. Und das ist es letztlich, worin meine Leidenschaft für die Astromedizin wurzelt.
Die Astrologie lehrt uns also, die individuellen Unterschiede einzubeziehen und uns in Fragen von Ernährung und Bewegung wertender Begriffe wie gut und schlecht, besser und weniger gut zu enthalten. Solche Bezeichnungen sind Auswüchse der Diät- und »Wellness«-Kultur und in der Körper-Astrologie gänzlich irrelevant. Da sich Ihr Geburtshoroskop durch eine einzigartige Mischung von Qualitäten auszeichnet, wird das, was für Sie »gesunde« Ernährung und Bewegung bedeutet, wahrscheinlich ganz anders aussehen als für einen Menschen, bei dem die entgegengesetzten Qualitäten vorherrschen. Bedenkt man, wie viele Planeten- und Elementekombinationen bei der Geburt möglich sind, wird klar, dass Pauschalaussagen in der Körper-Astrologie keinen Platz haben.
Die echte Astrologie fordert uns dazu auf, polare Gegensätze auf differenzierte Weise zu betrachten. Nehmen wir als Beispiel gleich einen polarisierenden Gegensatz: den des Veganismus und des Verzehrs von tierischem Eiweiß. Haben manche Sternzeichen einen natürlichen Hang zu dem einen oder dem anderen? Möglicherweise. Aber die Wahrheit ist, dass man mit jedem Zeichen Veganer sein oder Fleisch essen kann. In der Astro-Ernährung haben Lebensmittel die Bedeutung energetischer Trägersubstanzen. Zum Beispiel können sowohl pflanzliche als auch tierische Lebensmittel auf den Widder eine heilsame Wirkung haben, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. So lässt sich übermäßiges Widder-Feuer reduzieren oder mangelndes Widder-Feuer anfachen. Es gibt immer einen größeren astrologischen und physiologischen Zusammenhang. In der Astromedizin hat alles ein besonderes Gepräge, das je nach Situation therapeutisch bedeutsam werden kann.
Anstatt also ein Zeichen auf eine bestimmte Ernährungsweise oder Bewegungsform festzulegen, ist es hilfreicher, die jedem Zeichen zugrunde liegende therapeutische Geste zu verstehen, um das Wissen der Astrologie in jedem gesundheitlichen Zusammenhang anwenden zu können. Unter »Geste« verstehe ich dabei die Essenz oder energetische Signatur eines Zeichens und wie diese in Bedürfnissen und Verhaltensweisen zum Ausdruck kommt. Zeichen sind immense Energiekörper, die sich auf vielfältige Weise manifestieren können, denen jedoch eine gemeinsame Geste zugrunde liegt. Um diese Geste zu verstehen, versuchen wir, sie in Schlüsselbegriffe zu fassen. Ein solcher Schlüsselbegriff, der häufig mit der Waage assoziiert wird, ist zum Beispiel Ausgewogenheit. Ausgewogenheit ist ein umfassendes Konzept, eine universale Geste, die sich auf jede Art von Bewegung oder Ernährung anwenden lässt. Gesten erlauben uns, so allgemein oder spezifisch vorzugehen, wie wir nur möchten. Zum Beispiel können wir uns auf Yogapositionen konzentrieren, die den gesamten Körper ausbalancieren, oder wir können gezielt am Ungleichgewicht einer bestimmten Muskelgruppe arbeiten. Ebenso können wir eine nach allgemeinen Ernährungsprinzipien ausgewogene Mahlzeit zubereiten oder ein bestimmtes Ungleichgewicht im Mineralhaushalt des Körpers beheben. Aber woher stammen diese Gesten, und warum wird die Waage mit Ausgewogenheit in Verbindung gebracht? Es ist eine Kombination aus den besonderen Eigenschaften der Waage, ihrem Element, ihrer Modalität, ihrem planetarischen Herrscher und der Position im astrologischen Jahr. Es ist freilich viel leichter, einfach von »Ausgewogenheit« zu sprechen. Aber es ist wichtig zu wissen, welchen Ursprung eine Geste hat, weil es uns davor bewahrt, unreflektiert Sternzeichen-Klischees nachzubeten, und die Möglichkeit bietet, astrologische Begriffe auf ganz konkrete therapeutische Kontexte anzuwenden.
Von nun an werden Sie häufig auf die Bezeichnungen planetarischer Herrscher, herrschender Planet oder Varianten der beiden Begriffe stoßen. Jedes Tierkreiszeichen wird von einem Planeten regiert. Dies ist der Planet, der dem Tierkreiszeichen seine charakteristischen Eigenschaften verleiht. Zum Beispiel wird das Zeichen Schütze vom Planeten Jupiter regiert. Die Wesenszüge des Schützen sind nicht aus der Luft gegriffen – vielmehr verdankt er die meisten davon dem Einfluss des Jupiter. Wir verstehen ein Zeichen besser, wenn wir seinen planetarischen Herrscher kennen. Eine Liste der Zeichen und ihrer Herrscherplaneten finden Sie im Anhang A am Ende des Buches.
Die Heilungsgesten der einzelnen Tierkreiszeichen werden wir in den jeweiligen Abschnitten noch ausführlich behandeln. Sie finden sie außerdem in den Ernährungs- und Bewegungs-Checklisten auf einen Nenner gebracht. Bei der Lektüre könnten Sie den Eindruck gewinnen, ich würde sagen: »Der Wassermann sollte dies tun« und »Der Skorpion sollte jenes tun«. Es ist jedoch von der Geste oder der eigentlichen Essenz eines Tierkreiszeichens die Rede, nicht von einer Person. Und um es noch einmal zu betonen: Sie sind ein Mensch, kein Sternzeichen. Sie haben ein komplexes Horoskop, in dem jedes Zeichen vorkommt. Stellen Sie sich Ihr Horoskop wie ein Haus oder ein Buch vor: Wollten Sie sich in Fragen der Ernährung und Bewegung ausschließlich nach Ihrem Sonnenzeichen richten, wäre das so, als würden Sie nur in Ihrem Badezimmer leben oder in einem Buch direkt zum letzten Kapitel springen und den ganzen Rest versäumen. Um uns in unserem Körper rundum wohlzufühlen, müssen wir, so glaube ich, zur gegebenen Zeit für jede Geste des Tierkreises offen sein (davon ist im zweiten Kapitel noch die Rede). Kann nun ein Zeichen mehr als eine Geste haben? Auf jeden Fall. Aber nach meiner Erfahrung treffen die Gesten, wie ich sie in diesem Buch den Zeichen zugeordnet habe, auf die Mehrzahl der Menschen zu.
Die Astro-Fitness-Konzepte in diesem Buch haben energetische Symbolbedeutung, die auf jede Art von Bewegung angewendet werden kann, an der Sie Freude haben. Als Kraft- und Konditionstrainerin lege ich den Schwerpunkt jedoch auf das Gewichtstraining. Nach meiner Beobachtung spielt in den Heilungsverläufen vieler Menschen das Gewichtstraining eine entscheidende Rolle, und es ist der Bereich, in dem ich die gründlichsten Studien zur Astro-Fitness betrieben habe. Oder denken Sie daran, dass alle Profisportler*innen eine*n Krafttrainer*in haben. Alle Leistungssportler*innen, sei es im Eiskunstlauf, Boxen, Snowboarden, Tanzen, Werfen oder Sprinten, ergänzen ihr Training durch Kraftübungen. Nun mögen Sie zwar kein*e Spitzensportler*in sein, aber fragen Sie sich dennoch einmal, welchen Beitrag das Krafttraining zu Ihrer Yoga-Praxis oder Ihrer persönlichen Bestleistung in Ihrer Lieblingssportart leisten kann. Keine Sorge – ich habe die Astrologie auf so viele Bewegungsformen wie möglich angewandt, einschließlich Yoga und Laufen. Außerdem finden Sie entsprechende Fitness-Begriffe im Glossar sowie Videos von Bewegungsabfolgen aus dem Buch online unter clairegallagher.co/bodyastro.
Die grundlegenden Faktoren Ihres Geburtshoroskops sind die Tierkreiszeichen, die Planeten und die Häuser. Sobald Sie diese kennen, können Sie sich den Aspekten und Transiten zuwenden. Aber auch dann, wenn Sie mit all diesen Bestandteilen Ihres Horoskops vertraut sind, nimmt jeder von ihnen im Zusammenhang mit der Körper-Astrologie noch andere spezifische Bedeutungen an. Wie Sie inzwischen ja schon wissen, bin ich ein Fan aller zwölf Zeichen, und hoffentlich sind Sie es mittlerweile ebenfalls! Dennoch gilt, dass einige Tierkreiszeichen, Planeten und Anteile Ihres Horoskops eine größere Rolle für Ihre Gesundheit als andere spielen. Hier werden wir nun zunächst die grundlegenden Bestandteile des Horoskops und ihre Bedeutung für die Gesundheit herausarbeiten. Sodann schauen wir uns die Bereiche Ihres Horoskops an, die sich mit einiger Wahrscheinlichkeit auf körperlicher Ebene manifestieren werden. Dies sind die Abschnitte über die einzelnen Sternzeichen im zweiten Teil, die Sie sich vielleicht zuerst werden vornehmen wollen. Zwar stellen die Hinweise in diesen Sektionen einen soliden Ausgangspunkt dar, dennoch ist zu beachten, dass sie keineswegs erschöpfend sind, sondern einem sehr viel größeren astrologischen Zusammenhang entstammen. Das unten stehende Flussdiagramm bietet Ihnen weitere Anhaltspunkte für den richtigen Einstieg. An ihm können Sie sich auch orientieren, wenn sich bei Ihnen auf körperlicher Ebene etwas Neues tut. Es hilft Ihnen dabei einzugrenzen, welche Zeichen, Planeten oder anderen Anteile Ihres Horoskops dabei vermutlich eine Rolle spielen.
Um aus diesem Buch den optimalen Nutzen zu ziehen, sollten Sie Ihr Geburtshoroskop griffbereit haben. Sie können es sich auf vielen Websites und anhand von Apps kostenlos erstellen lassen. Um ein präzises Horoskop zu erhalten, benötigen Sie außer Geburtsdatum und Geburtsort auch die (möglichst genaue!) Geburtszeit. Falls Sie diese nicht kennen, können Sie sie Ihrer Geburtsurkunde entnehmen oder Familienangehörige danach fragen. In meinem Fall wies die Geburtsurkunde keine Zeitangabe auf, und so musste ich erst einen vollständigen Auszug aus dem Standesregister anfordern. Wer auf eine Schätzung angewiesen ist, sollte dennoch versuchen, der tatsächlichen Geburtszeit so nahe wie möglich zu kommen, da jede Abweichung darüber entscheiden kann, ob man zu einem richtigen oder falschen Mondzeichen und Aszendenten gelangt. Ich schlage auch vor, die Einstellungen des Programms, das Sie verwenden, so zu ändern, dass jedes der zwölf Häuser jeweils ganz in einem der zwölf Zeichen steht. Dies ist das »Ganz-Zeichen«-Häuser-System, wie viele medizinische Astrolog*innen es verwenden, und für Anfänger*innen ist es sehr viel anschaulicher.
Die zwölf Tierkreiszeichen stehen für Körperteile, -organe und -systeme wie Arme, Leber, Blutkreislauf und so weiter. Die Zeichen empfangen die planetarische Energie und lenken sie in bestimmte Bereiche des Körpers.
Die Planeten tun etwas mit uns. Während sich die Planeten durch die Tierkreiszeichen bewegen, bewirken sie Veränderungen. In der Astrologie kennt man zehn Planeten, zu denen auch Sonne, Mond und Pluto zählen. Stellen Sie sich die Planeten als physiologische Funktionen oder Kräfte vor wie Verdauung, Entzündung, Erhaltung oder Verbindung – alles, was auf -ung endet. Normalerweise werden die Planeten nicht einfach den verschiedenen Körperbereichen gleichgesetzt. Vielmehr lenken sie diese Bereiche oder wirken auf sie ein. Profi-Tipp: Es gibt einige Ausnahmen von dieser Regel. Zum Beispiel regieren Planeten oft Drüsen, weil Drüsen Funktionen in Gang setzen und dem Körper sagen, was er tun soll.
Das Horoskop wird auch als Geburtshoroskop bezeichnet. Die Planeten in Ihrem Geburtshoroskop mit ihren jeweiligen Positionen sind Ihre Geburtsplaneten. Zum Beispiel haben wir alle irgendwo Merkur in unserem Horoskop stehen, und vielleicht befindet sich Ihr Merkur im Stier. Das ist Ihr Geburts-Merkur. Wenn ich »Geburts-« als Wortteil vor einen Planeten setze, egal ob es sich um Merkur, Saturn oder die Sonne handelt, beziehe ich mich auf diesen Planeten als Bestandteil Ihres Geburtshoroskops. Bei der Vertiefung Ihrer astrologischen Praxis ist dies eine wichtige Bezeichnung, denn sie unterscheidet die Geburtsplaneten (also die Planeten in Ihrem Geburtshoroskop) von Transitplaneten oder den Planeten, wie sie derzeit am Himmel stehen.
Die zwölf Häuser zeigen uns den Kontext einer Störung an. Sie stehen für jene Lebensbereiche, in denen ein Ungleichgewicht entsteht, sich auswirkt oder von denen es ausgeht – zum Beispiel Schule, Reisen, Arbeit oder Beziehungen. Weitere Informationen finden Sie unten im Abschnitt zu den Gesundheits-Häusern.
Aspekte sind die Beziehungen zwischen den Planeten, wie sie durch die Linien in der Mitte Ihres Horoskops dargestellt sind. Hauptaspekte sind Konjunktion, Opposition, Quadrat, Trigon und Sextil, aber es gibt noch viele weitere Nebenaspekte. Die Aspekte zeigen uns, wie die Planeten (beziehungsweise die Körperfunktionen) zusammenwirken. Wird zum Beispiel eine der Funktionen des Mars aktiviert und fällt das Denken unter die Funktionen des Merkur, kann dies in Schlagfertigkeit oder auch Ängstlichkeit zum Ausdruck kommen, wenn die beiden Planeten in Beziehung zueinander stehen. Die Darstellung der Aspekte würde ein eigenes Buch erfordern, und wir werden uns hier nicht lange mit ihnen aufhalten. Literaturhinweise zum Selbststudium der Aspekte finden Sie im Anhang.
Transite beziehen sich auf die aktuelle Bewegung der Planeten. Ein Transit kann uns etwas über Zeitpunkt und Dauer einer bestimmten Erfahrung oder Verfassung verraten. Aus meiner Sicht ist nicht alles in Ihrem Geburtshoroskop die ganze Zeit über aktiv. Während sich die Planeten in ihrer jetzigen Konstellation an den Planeten in Ihrem Horoskop vorbeibewegen, werden verschiedene Anteile Ihrer astrologischen Anatomie aktiviert und erfahren so eine vorübergehende Veränderung. Transite sind ein zentraler Teil der Körper-Astrologie, weil sie häufig einen Wandel unserer körperlichen Bedürfnisse bewirken. In den Kapiteln 2 und 7 werden wir Transite noch ausführlicher behandeln.
Die fundamentalste Ebene Ihrer persönlichen Körper-Astrologie bilden Ihr Sonnenzeichen, Ihr Mondzeichen und Ihr Aszendent. Denken Sie bei der Lektüre der entsprechenden Abschnitte in Teil zwei immer daran, dass Sie zwar eine Mischung aus allen drei Aspekten sind, diese jedoch auf unterschiedliche Facetten Ihrer Gesundheit Einfluss nehmen. Wie die folgende Abbildung zeigt, ist die Sonne eher geistiger Natur (im Sinne des »lebendig machenden Geistes«3), während Mond und Aszendent eher materieller Natur sind.
Sie brauchen nicht alle Informationen aus den jeweiligen Abschnitten auf einmal umzusetzen. Je nachdem, in welchem Bereich Sie Heilung erreichen oder Ihre Gesundheit verbessern wollen, können Sie sich eine Zeit lang stärker mit dem einen oder dem anderen Aspekt beschäftigen. Konzentrieren Sie sich auf das, was Ihnen im Moment am wichtigsten erscheint, und finden Sie Ihren individuellen Weg, während Sie sich mit der Thematik vertrauter machen. Wählen Sie aus jedem Abschnitt einzelne Hinweise aus, mit denen Sie unmittelbar etwas anfangen können, und lassen Sie den Rest erst einmal auf sich beruhen.
Falls Ihnen die Aussagen über Ihr Sonnenzeichen, Ihr Mondzeichen und Ihren Aszendenten widersprüchlich erscheinen, denken Sie daran, dass sie verschiedene Facetten der Gesundheit regieren. In der Praxis gibt es nur selten Schwarz-Weiß-Zuordnungen. Sollten Sie jedoch die Übersicht verlieren, möchte ich Ihnen raten, sich an dieser Einteilung zu orientieren:
Ihr Sonnenzeichen sagt eher etwas aus über die psychologische und spirituelle Dimension von Ernährung und Bewegung als den alltäglichen Umgang damit.
Ihr Mondzeichen sagt eher etwas aus über die alltäglichen Belange Ihrer Ernährung und Ihren persönlichen Energiefluss.
Ihr Aszendent macht Aussagen über Ihre Physis, und dieser Abschnitt kann Ihnen Einsichten vermitteln, wie Sie Ihre anatomischen Strukturen durch Bewegung gesund erhalten können.
Die Häuserpositionen Ihrer Sonne und Ihres Mondes können Ihnen auch dabei helfen zu erkennen, ob einer dieser Planeten für Ihre Gesundheit von größerer Bedeutung ist. Sowohl Ihre Sonne als auch Ihr Mond sind wichtige physische Indikatoren, unabhängig davon, wo sie in Ihrem Horoskop stehen. Falls jedoch einer dieser Planeten in einem Gesundheits-Haus steht (mehr dazu weiter unten im Abschnitt über die Gesundheits-Häuser), kommt ihm wahrscheinlich eine größere Bedeutung für Ihre persönliche Körper-Astrologie zu.
Achten Sie auch darauf, ob Ihr Horoskop eine Häufung von Planeten aufweist, die häufig als Stellium bezeichnet wird. Diese himmlischen Staus sind leicht zu erkennen und sehen aus wie ein Gedränge von Planeten in einem bestimmten Teil des Horoskops. Es ist sehr wichtig, in welchem Tierkreiszeichen sich diese Anhäufung befindet, auch wenn Ihre Sonne oder Ihr Mond nicht dazugehören. Ein Stellium ist ein Bereich von sehr konzentrierter planetarischer Energie, die einen Lebensschwerpunkt anzeigt, und daher ist es nicht ungewöhnlich, sich diesem Zeichen mehr zugehörig zu fühlen als dem eigenen Sonnenzeichen. Falls Ihr Horoskop ein Stellium hat, sollten Sie diesem Bereich also besondere Beachtung schenken.
Nachdem Sie Ihre Körper-Astrologie-Trias kennengelernt haben, empfehle ich Ihnen, mehr darüber zu erfahren, wie die Zyklen von Sonne und Mond im Laufe des Monats und des Jahres Ihren Bewegungs- und Ernährungsbedarf verändern; siehe Kapitel 2.
Sonne
Mir ist klar, dass die Sonnenzeichen bisher ziemlich schlecht weggekommen sind, aber ich bin nicht zu stolz, um hier einen kleinen Rückzieher zu machen. Nein, Ihr Sonnenzeichen ist nicht alles, aber es ist der Schwung und der magische Funke, der Sie am Leben erhält. Die Sonne ist Ihre Energiequelle, Ihre Lebenskraft. Wir müssen unsere Sonne gesund erhalten, denn wenn ihr das Licht ausgeht, dann ist es auch mit uns aus und vorbei.
Die Sonne ist aber nicht nur Ihr Energielieferant, sondern steht auch für Ihr Bewusstsein, Ihr Selbstgefühl und Ihre spirituelle Gesundheit. Wenn Sie den Kontakt zu sich selbst verloren haben, können Sie über Ihre Sonne und ihr Tierkreiszeichen körperliche Symptome entwickeln. Es ist genau wie im wirklichen Leben, wenn Wolken die Sonne verdunkeln oder wenn das trübe Licht des Winters zu einem Stimmungsabfall führt. Erschöpfung, Depression und Desinteresse am Leben sind Anzeichen dafür, dass die astrologische Sonne mehr Aufmerksamkeit braucht.
Mond
Ihr Sonnen- und Mondzeichen wirken zusammen, und der Mond dient dabei als Rezeptor und Reflektor. Seine Aufgabe ist es, die Energie der Sonne zu empfangen und überall dorthin zu leiten, wo sie gebraucht wird. Der Mond bringt die Energie also dorthin, wo sie benötigt wird. Das ist nicht einmal esoterisch gemeint. Ich spreche von tatsächlicher kalorischer Energie. Ihr Mondzeichen beschreibt Ihre individuelle Art, von der Energie Gebrauch zu machen. Zum Beispiel arbeiten manche Menschen in Schüben, während bei anderen die Arbeitsweise einem langsamen, stetigen Fluss entspricht. Das eine ist nicht besser oder schlechter als das andere. Unsere Energie erhalten wir in erster Linie über die Nahrung, was den Mond zu einem wichtigen Faktor für ein gesundes Verdauungssystem macht. Der Mond wandelt sich täglich und spiegelt damit die täglich wechselnden Rhythmen von Stimmung, Appetit, Flüssigkeitshaushalt, körperlicher Leistungsfähigkeit und hormonellen Veränderungen wider.
Aszendent
Ihr Aszendent ist das Tierkreiszeichen, das über dem östlichen Horizont aufging, als Sie Ihren ersten Atemzug taten. Der Aszendent heißt daher auch das »aufsteigende Zeichen«. Da sich die Erde um ihre eigene Achse dreht, wechselt der Aszendent sehr häufig, je nach Jahreszeit etwa alle zwei bis drei Stunden. Deshalb ist es so wichtig, die genaue Geburtszeit zu kennen.
Ihr Aszendent beschreibt die Schnittstelle Ihres Körpers zur Außenwelt: wie er aussieht, sich bewegt und artikuliert. Er ist also etwas sehr Physisches. In der psychologischen Astrologie beschreibt dieses Zeichen zumeist, wie Sie sich der Welt präsentieren – ob am Arbeitsplatz, im Bekanntenkreis oder in den sozialen Medien. Der Aszendent ist so etwas wie eine Haustür, ein Türsteher, eine Pforte oder Schwelle. Alles, was in den Körper eindringt oder auf ihn einwirkt – Licht, Geräusche, Nahrung, Bewegung oder Krankheitserreger –, wird von diesem Zeichen und den ihm zugeordneten Körperbereichen empfangen. Gehen wir dieser Idee weiter nach, erkennen wir leicht, welche Rolle dem Aszendenten für das Immunsystem zukommt, und unterstützen den Körper darin, Nützliches drinnen und Schädliches draußen zu halten.
So bedeutsam sie auch sind, bilden Ihre Sonne, Ihr Mond und Ihr Aszendent doch nur das Grundgerüst Ihres astrologischen Körpers. Hier schauen wir uns nun einige komplexere Stufen der Körper-Astrologie an, die Sie erkunden können, sobald Sie sich dazu bereit fühlen. Auch hier gilt wieder: Versuchen Sie nicht, all diese Informationen auf einmal zueinander in Bezug zu setzen und anzuwenden. Den richtigen Zeitpunkt zu finden ist in der Astrologie genauso wichtig wie irgendetwas anderes, und nicht alle Anteile Ihres Horoskops sind die ganze Zeit über aktiv. Sie erfahren die Schrammen und Blessuren der Kindheit nicht zur gleichen Zeit wie die Schmerzen und Beschwerden der Lebensmitte. Ebenso wie Ihr Körper und Ihre Gesundheit macht auch Ihr Horoskop im Laufe Ihres Lebens eine Entwicklung durch. Fragen Sie sich bei der Lektüre der folgenden Abschnitte, ob etwas davon im Augenblick für Sie ein relevantes Motiv oder Thema darstellt. Ist das der Fall, dann wenden Sie sich diesem Bereich zu. Falls nicht, kommen Sie später darauf zurück, sobald er für Sie relevant wird.
Mars und Saturn
Alle Planeten geben wichtige Hinweise für Ihre Gesundheit. Um es aber nicht zu kompliziert zu machen, sollten Sie sich neben Ihrer Sonne und Ihrem Mond vor allem auf zwei weitere Planeten konzentrieren. Diese sind Mars und Saturn, denn sie sind am ehesten imstande, uns gesundheitliche Probleme zu bereiten. Ich möchte sie nicht als schlechte Planeten bezeichnen, aber der Körper hat einen begrenzten homöostatischen Spielraum, und die extremen Kräfte, die von diesen beiden Planeten ausgehen, können ihn leicht aus dem Gleichgewicht bringen. Mars strahlt Hitze aus. Ein ihm zugeordnetes Krankheitsgeschehen ist entzündlich, sich verschlimmernd, aufreibend und akut. Saturn strahlt Kälte aus. Ein mit ihm verbundenes Krankheitsgeschehen ist einschränkend, verhärtend, schwächend und chronisch. Stellen Sie fest, in welchem Zeichen und Haus diese Planeten in Ihrem Geburtshoroskop stehen. Stellen Sie ebenfalls fest, an welcher Position sie sich gegenwärtig am Sternenhimmel befinden, und lesen Sie nach, mit welchen Bereichen des Körpers sie assoziiert sind. Behalten Sie die beiden weiterhin im Auge und nutzen Sie die Informationen aus den Abschnitten in Kapitel 7 über Mars und Saturn als Quelle zur Vorbeugung und Heilung.
Die Häuser repräsentieren die verschiedenen Lebensbereiche und stellen sie in einen bestimmten Kontext. Auch wenn es nur zwölf Häuser gibt, steht doch jede nur erdenkliche Lebenserfahrung mit einem davon in Verbindung. Zwar kann jedes Haus in Fragen der Gesundheit eine Rolle spielen, jedoch haben das erste, sechste, achte und zwölfte Haus, die in der obigen Abbildung hervorgehoben sind, einen unmittelbaren gesundheitlichen Bezug. Ein Haus sagt uns nicht unbedingt, wo im Körper ein gesundheitliches Problem vorliegt (das ist die Aufgabe der Tierkreiszeichen), aber es kann uns etwas über dessen Wesen verraten und darüber, welche Art von Erfahrung wir damit machen. Daher ist es so wichtig, darauf zu achten, in welchen Häusern diese Tierkreiszeichen stehen und welche Planeten sich in diesen Häusern befinden. Sie können bestimmte Bereiche (Zeichen) oder Funktionen (Planeten) des Körpers repräsentieren, die einen Teil Ihrer bisherigen oder künftigen Gesundheits-Historie ausmachen. Nehmen wir zum Beispiel an, dass sowohl Ihr Sonnen- und Mondzeichen als auch Ihr Aszendent Feuer- oder Luftzeichen sind, und nun stellen Sie fest, dass Ihre Venus im sechsten Haus im Zeichen Krebs steht. Die dem Krebs zugeordneten Körperbereiche sollten Sie dann unbedingt auf Ihrem astrologischen Schirm haben. Vermutlich werden Sie regelmäßig mit den Problemen im Flüssigkeits- und Hormonhaushalt zu tun haben, die für diese Konstellation typisch sind.
Profi-Tipp: Sie müssen nicht unbedingt einen Planeten in einem der Gesundheits-Häuser stehen haben, damit dieses Haus Bedeutung erlangt. Auch wenn ein Haus »leer« erscheint, ist es dennoch ein Teil Ihres Lebens. Das Tierkreiszeichen dieses Hauses gibt Ihnen darüber weiteren Aufschluss. Außerdem durchqueren die Planeten im Laufe Ihres Lebens Ihre Gesundheits-Häuser viele Male.
Wie die Häuser aufzuteilen sind, ist und bleibt in der Astrologie ein Gegenstand kontroverser Diskussionen. Aber wie dem auch sein mag, jedenfalls stimmen das erste Haus und der Aszendent überein. Sie bilden beide einen Anfang, und die Gesundheitsattribute, die wir dem Aszendenten zugeordnet haben, gelten daher auch für das erste Haus. Das Zeichen des ersten Hauses und alle Planeten, die sich darin befinden, sagen etwas über Ihren sichtbaren, greifbaren Körper aus, über seine Widerstandsfähigkeit und Vitalität und darüber, wie er mit der Welt in Kontakt steht. Die Hinweise zu Ernährung und Fitness im Abschnitt über dieses Zeichen gehen Ihnen möglicherweise besonders leicht ein. Sie können sie aber auch als Orientierungshilfe nehmen, um Ihre Vitalität zu stärken, wenn Sie sich erschöpft fühlen, oder um sich abzugrenzen, wenn Sie sich körperlich oder seelisch bedrängt fühlen.
