13,99 €
Pierre Bonnard (1867-1947) war der Anführer einer Gruppepostimpressionistischer Künstler, die sich selbst Nabis, hebräisch für ‚Prophet‘, nannten. Zusammen mit Malern wie Vuillard, Roussel und Denis revolutionierte er den Geist dekorativer Techniken in einer der wichtigsten Perioden in der Geschichte französischer Malerei. Die hier zusammengestellten Arbeiten zeichnen sich durch eine Vielzahl außergewöhnlicher Ausdrucksformen aus, die von dekorativ und geheimnisvoll über düster bis zu traumartig reichen. Die Autorin Nathalia Brodskaia, Kunsthistorikern der Eremitage in Sankt Petersburg, ist Expertin für den Postimpressionismus und hat umfangreiche Arbeiten über die Nabis und den Fauvismus geschrieben. Albert Kostenovich machte seinen Abschluss in Kunstgeschichte an der Universität Irkutsk in Russland und arbeitet in der Eremitage in Sankt Petersburg. Er ist einer der großen Spezialisten für den Fauvismus und die Nabis.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 68
Veröffentlichungsjahr: 2022
Albert Kostenevitch
Autor:
Albert Kostenevitch
© 2015 Parkstone Press International, New York, USA
© 2015 Confidential Concepts, worldwide, USA
© Image-Barwww.image-bar.com
© Pierre Bonnard Estate / Artists Rights Society (ARS), New York, USA / ADAGP
Alle Rechte vorbehalten.
Das vorliegende Werk darf nicht, auch nicht in Auszügen, ohne die Genehmigung des Inhabers der weltweiten Rechte reproduziert werden. Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen, den betreffenden Künstlern selbst oder ihren Rechtsnachfolgern. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.
ISBN: 978-1-78525-062-0
Inhalt
BIOGRAFIE
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
A
Abend
Abend in Paris
Akt bei der Toilette, von hinten (Gelber Akt)
Akt im Bad
Akt mit schwarzen Strümpfen
Akt, rechtes Bein angehoben
Akt, sich bückend
Ambroise Vollard
Das Atelier mit Mimose
Aus dem Bad
B
Das Bad
Balkon in Vernonnet
Blühender Mandelbaum
Bouillabaisse
Der Boxer (Porträt des Künstlers)
Die Brücke
Bürgerliche Nachmittagsruhe oder Die Familie Terrasse
C / D
Charles Terrasse als Kind
Côte d’Azur
Dämmerung, oder Die Krocketpartie
Droschke
Dunkler Akt
E
Ecke des Tisches
Eine Ecke von Paris
Erdbeeren im Becher
Der Erfolg
Erste Frühlingstage
Das Essen
Das Esszimmer
Esszimmer auf dem Land
F
Familie im Garten
Familienszene
Fenster
France-Champagne
Die Frau mit dem Papagei
Frau, lehnend
Frauen im Garten
Frauen mit Hund
Freude
Frühlingsanfang auf dem Lande
Frühlingsanfang. Kleine Faune
Frühstück nahe dem Heizkörper
G
Garten
Gärtner
Das gelbe Boot
Das geöffnete Fenster
Der große blaue Akt
Der große Garten
Der große liegende Akt
Güterzug und Schleppkähne
H / I
Herbst. Obsternte
Hinter dem Gitterzaun
Intimität
Das irdische Paradies
J
Josse Bernheim-Jeune und Gaston Bernheim de Villiers
Junge Frau beim Licht
Junge Frau, auf einem Liegestuhl sitzend
Junges Mädchen trocknet sich ab
K
Die Kaffeemühle
Der Kaminsims
Kirschen essender Junge
Kirschkuchen
Das kleine Wäschemädchen
Korb und Teller mit Obst auf der karierten Tischdecke
L
La Revue Blanche
Landschaft am Nachmittag
Landschaft im Süden (Le Cannet)
Landschaft in der Dauphiné
Landschaft in der Normandie
Landschaft in Le Cannet mit Blick über die roten Dächer
M
Mann und Frau
Milchschale
Misia Godebska
Misia Godebska und Thadée Nathanson
Misia mit Rosen
Mittagessen
Mohnblumen auf dem Balkon
Morgen in Paris
P / R
Die Palme
Die Palme in Le Cannet
Die Pastorale
Die pastorale Symphonie
Place Clichy
Pont du Carrousel
Porträt von Berthe Schaedlin
Die provenzalische Vase
Der Raub der Europa
Rosa Akt in der Badewanne
Die rote karierte Tischdecke
Das rote Strumpfband
S
Segeln (Familie Hahnloser)
Die Seine bei Vernon
Die Seine in Vernonnet
Selbstbildnis
Selbstbildnis im Spiegel
Selbstbildnis mit Bart
Siesta
Sommer
Sommer in der Normandie
Sommer. Tanz
Der Spaziergang
Der Spaziergang
Spiegel über dem Waschtisch
Spiegelbild
Stehender Akt
T / U
Tee im Garten
Terrasse in Grasse
Die Terrasse in Vernon
Der Tisch
Der Tisch vor dem Fenster
Toilettentisch mit dem rot-gelben Blumenstrauß
Trägheit
Trouvielle, Hafenausfahrt
Die Übung
V / W / Z
Vernonnet – Landschaft bei Giverny
Weiblicher Akt im Gegenlicht (Das Toilettenzimmer)
Die weiße Katze
Weißes Interieur
Wildblumen
Das Zirkuspferd
Zwei Pudel
um 1900. Öl auf Leinwand, 38 x 31 cm. Privatsammlung.
1867:
Pierre Bonnard wird in Fontenay-aux-Roses in der Nähe von Paris geboren.
1875:
Bonnard besucht das Gymnasium von Vanves, danach die Gymnasien Louis-le-Grand und Charlemagne. Er verbringt die Sommermonate in Grand-Lemps in der Dauphiné.
1886:
Bonnard schreibt sich an der Fakultät des Rechts der Universität von Paris ein.
1887:
Er fängt an, Malerei an der Académie Julian zu studieren, wo er Sérusier, Denis, Ibels und Ranson kennenlernt.
1888:
Bonnard bricht die Universität ab und schreibt sich an der École des Beaux-Arts ein, er intensiviert den Kontakt mit Vuillard und Roussel.
1890:
Die Ausstellung über japanische Holzschnitte an der École des Beaux-Arts beeindruckt Bonnard nachhaltig.
1891:
Bonnard teilt ein Atelier mit Vuillard und Denis in der Rue Pigalle. Nachdem er über Denis die Bekanntschaft mit Lugné-Poe, André Antoine und Paul Fort in Denis gemacht hat, fertigt er mehrere Arbeiten für das Theater an. Das Werbeplakat für France-Champagne ist sein erster großer Erfolg. Bonnard stellt zum ersten Mal im Salondes Indépendants und in der Galerie Le Barc de Bouteville aus.
1892:
Sein Interesse gilt der Lithographie. Seine Werke ziehen die Aufmerksamkeit der berühmten Kritiker Albert Aurier, Gustave Geffroy und Roger-Marx auf sich.
1893:
Lernt Marthe kennen (ihr richtiger Name war Marie Boursin). Er illustriert Les Petites Scènes familières und Solfège des Komponisten Claude Terrasse mit Lithographien.
1896:
Die erste Einzelausstellung in der Galerie Durand-Ruel. Mit Vuillard und Maillol nimmt er die Einladung an, an der Ausstellung La Libre Esthétique in Brüssel teilzunehmen. La Revue Blanche veröffentlicht den von Bonnard illustrierten Roman Marie von Peter Nansen.
1899:
Vollard verlegt ein Album mit Farblithographien von Bonnard: Quelques Aspects de la vie de Paris. Bonnard arbeitet an einer großen Serie von Lithographien für Verlaines Gedichtsammlung Parallèlement.
1900:
Er stellt mit anderen Nabis in der Galerie Bernheim-Jeune aus. Er arbeitet in Paris und Umgebung: Montval, l’Étang-la-Ville, Vernouillet und Médan.
1902:
Vollard veröffentlicht Daphnis et Chloé von Longus, illustriert mit einhundertsechsundfünfzig Lithographien von Bonnard. Bonnard nimmt an einer Kollektivausstellung in der Galerie Bernheim-Jeune teil. Er arbeitet den Sommer über in Colleville.
1904:
Bonnard arbeitet in l’Étang-la-Ville und in Varangéville. Er illustriert Histoires naturelles von Jules Renard.
1905:
Er realisiert eine Serie von weiblichen Akten und Porträts. Reise nach Spanien.
1906:
Er stellt seine Landschaften und Interieurs in der Galerie Vollard aus. Einzelausstellung in der Galerie Bernheim-Jeune. Den Sommer verbringt er auf der Jacht von Misia Edwards und besucht Belgien und Holland.
1908:
Bonnard unternimmt Reisen nach Italien, Algerien, Tunesien sowie nach England.
1909:
Er arbeitet in Médan. Im Juli besucht er Manguin in Saint-Tropez.
1910:
Bonnard arbeitet im Süden Frankreichs, wo er sich mit Paul Signac und Auguste Renoir trifft.
1911:
Führt auf Anfrage von Ivan Morosow das Triptychon Am Mittelmeer und die Tafeln Morgen in Paris und Abend in Paris aus.
1912:
Er erwirbt das Anwesen „Ma Roulotte“ bei Vernonnet in der Nähe von Giverny. Trifft sich häufig mit Claude Monet.
1913:
Reise nach Hamburg mit Vuillard.
1916:
Bonnard arbeitet an einer Reihe von großen Pannelen für die Galerie Bernheim-Jeune. Im November kehrt er nach Winterthur zurück.
1918:
Bonnard und Renoir werden zu Ehrenpräsidenten der Vereinigung La Jeune Peinture Française gewählt.
1919:
Fosca und Werth veröffentlichen zwei Monographien über Bonnard.
1925:
Bonnard kauft ein kleines Haus in Le Cannet. Heiratet seine Marthe.
1926:
Reise nach Amerika als Jurymitglied des Carnegie Preises.
1936:
Bonnard erhält zum zweiten Mal den Carnegie Preis (das erste Mal 1923).
1939:
Von diesem Moment an verlässt Bonnard Le Cannet nicht mehr.
1942:
Tod von Marthe Bonnard.
1947:
Tod von Pierre Bonnard in Le Cannet.
1890. Öl auf Leinwand, 23 x 31 cm. Privatsammlung
Im Oktober 1947 veranstaltete das Musée de l’Orangerie in Paris eine postume Ausstellung der Werke von Pierre Bonnard. Gegen Ende desselben Jahres erschien in der einflussreichen Zeitschrift Cahiers d’Art auf der ersten Seite eine vom Herausgeber Christian Zervos verfasste Besprechung. Die provokative Überschrift lautete: „Ist Pierre Bonnard ein großer Maler?“
Im ersten Abschnitt verleiht Zervos seinem Erstaunen Ausdruck über den großen Umfang der Ausstellung, kannte man doch bisher Bonnard nur aufgrund von seltenen und eher bescheidenen Expositionen. Er sei, so sagte Zervos, von der Ausstellung enttäuscht, die Werke seien es nicht wert, dass ihnen eine umfassende Ausstellung gewidmet würde:
… Vergessen wir nicht, dass Bonnards Anfänge vom wunderbaren Licht des Impressionismus erhellt sind. In mancher Hinsicht war er der letzte Träger jener Ästhetik. Doch war er ein schwacher Träger, ohne großes Talent. Das überrascht kaum. Willensschwach und wenig originell, vermochte er nicht, dem Impressionismus einen neuen Aufschwung zu verleihen, seine Elemente durch eine handwerkliche Basis zu untermauern oder ihnen zum mindesten eine neue Wendung zu geben.
