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British Columbia gehört zum Highlight jeder Kanada-Reise. Kein Wunder, denn die Pazifikprovinz ist eine der vielfältigsten Regionen im ganzen Land. Ob pulsierende Metropolen, stürmische Küsten, urzeitliche Regenwälder, heiße Wüsten, liebliche Weinbaugebiete, glitzernde Seenlandschaften oder schneebedeckte Dreitausender: British Columbia hat wirklich alles zu bieten. Doch wo anfangen, wenn man dabei nicht unbedingt den ausgetretenen Wegen der großen Reisebusse folgen will? In diesem Buch stellt Ihnen der Autor 50 Orte und Routen in British Columbia vor, die es (bislang) vielleicht nicht auf Ihren Reiseplan geschafft haben, die es aber genauso wert sind, entdeckt zu werden wie die Blockbuster von der Hochglanzpostkarte. Als Einheimischer nimmt Sie der Autor an die Hand und führt Sie zu Zielen, die Kanadier gerne besuchen, die aber nicht unbedingt in jedem deutschen Reiseführer ausführlich behandelt werden. Frei nach dem Motto: „Let’s go where the locals go!“
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Seitenzahl: 226
Veröffentlichungsjahr: 2024
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Jörg Michel
BRITISHCOLUMBIA
Kanada
IMPRESSUM
British Columbia – Kanada
50 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade
Jörg Michel
© 2. Auflage 2024 360° medien
Nachtigallenweg 1 I 40822 Mettmann
360grad-medien.de
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Redaktion und Lektorat: 360° medien
Satz und Layout: Marc Alberti
Gedruckt und gebunden:
LD Medienhaus I Hansaring 118 I 48268 Greven I www.ld-medienhaus.de
Bildnachweis: siehe Seite 256
ISBN: 978-3-96855-484-6
Hergestellt in Deutschland
360grad-medien.de
Jörg Michel
BRITISHCOLUMBIA
Kanada
VORWORT
Liebe Leserinnen und Leser,
willkommen in British Columbia! Ich freue mich, dass Sie sich für die westlichste aller kanadischen Provinzen interessieren, von einer Reise hierher träumen oder schon ganz konkret eine Tour planen. Vielleicht kennen Sie British Columbia ja auch schon und es geht Ihnen wie mir: Wer einmal hier war, der kehrt immer wieder zurück.
Ich war 17 Jahre alt, als ich zum ersten Mal nach British Columbia reiste. Ich war auf einem Schüleraustausch in den USA und hatte ein paar Tage in Victoria verbracht. Schon damals habe ich mich hier wohl gefühlt. Ich war begeistert von den freundlichen Menschen, der wunderbaren Natur, dem entspannten Lebensstil, den vielen Kulturen und dem faszinierenden Erbe der Ureinwohner.
Also kam ich wieder, erst als Student, dann als Besucher, später als Journalist. Heute berichte ich immer wieder aus dieser wunderbar vielfältigen Provinz, die zweieinhalb Mal so groß ist wie Deutschland oder 23-mal so groß wie die Schweiz. Dabei bin ich stets auf der Suche nach jenen magischen Orten abseits der üblichen Pfade, die man gerne mit Kanada verbindet, aber nicht immer so leicht findet.
In dieser aktualisierten und ergänzten 2. Auflage möchte ich einige meiner Entdeckungen mit Ihnen teilen. Ich möchte Sie einladen, mit mir das unbekanntere British Columbia zu erkunden. Denn die Provinz hat neben den großen Blockbustern auch weniger bereiste Ecken zu bieten, die nicht an den Hauptrouten der Reiseveranstalter oder Wohnmobilanbieter liegen, die es aber genauso wert sind, besucht zu werden.
Natürlich finde ich den Inner Harbour in Victoria schön, natürlich schlendere ich auch gern durch Whistler, und in Vancouver wandere ich durch den Stanley Park, wann immer ich kann. Aber British Columbia ist mehr, und es gibt eben auch Tage, an denen ich weg will vom Gewimmel, an denen ich eins sein will mit mir, meiner Familie und jenem großartigen Land, in dem ich lebe und reise.
Ich vermute mal, auch Ihnen geht es so, vielleicht nicht immer, aber ab und zu. Vielleicht möchten auch Sie British Columbia einmal mit anderen Augen sehen und erleben. Vielleicht haben Sie die gängigen Attraktionen auf früheren Reisen ja auch schon besucht und suchen nach neuen Ideen, neuen Impulsen oder schlicht nach neuen Gründen, wieder einmal nach British Columbia zu kommen.
In diesem Sinne ist dieser Band kein üblicher Reiseführer, der bekannte Ziele abhakt. Die finden Sie im Internet, im Blog oder anderweitig im Buchregal. Vielmehr möchte ich Ihnen Stadtviertel zeigen, die nicht schon x-mal beschrieben worden sind. Ich nehme Sie mit auf Ausflüge, auf denen Sie vor allem locals treffen. Ich wandere mit Ihnen auf Wegen, die auf manchen Karten nur dünn gedruckt sind.
Meine Auswahl ist persönlich und subjektiv. Manche Highlights sind so unbekannt, dass selbst mein Nachbar sie nicht kennt. Andere wiederum liegen mitten in touristischen Hotspots, dort aber fern der großen Busladungen. Einige Ziele finden Sie am Straßenrand, für andere wiederum müssen Sie einige Tage extra einplanen. In manchen Fällen werden Sie unter Menschen sein, manchmal ganz allein.
Nicht alle Sehenswürdigkeiten in diesem Buch sind ein „Muss“. Aber alle haben eines gemeinsam: Sie gehören zu meinen Lieblingsorten in British Columbia und bieten vielleicht auch Ihnen die Chance auf ein einmaliges Erlebnis, auf einen Moment, den Sie womöglich nicht vergessen werden.
Ich wünsche Ihnen viel Freude, viel Spaß und vor allem viel Abenteuerlust auf Ihrer Entdeckungstour durch British Columbia!
Jörg Michel
INHALTSVERZEICHNIS
WILLKOMMEN IN BRITISH COLUMBIA
TOP TEN DER SEHENSWÜRDIGKEITEN
KURIOSES & BESONDERHEITEN
VANCOUVER
1.Barclay Heritage Square: Das alte Vancouver zwischen Stanley Park und Burrard Street
2.Dr. Sun Yat-Sen Classical Chinese Garden: Oase der Ruhe mitten in der Stadt
3.Railtown: Das Brooklyn von Vancouver
4.UCB Botanical Gardens: Thrill in den Baumwipfeln
5.Deep Cove: Paddel-Paradies am Indian Arm
6.Lynn Canyon Park: Die andere Hängebrücke
7.Wreck Beach: Strand für Freizügige
RUND UM VANCOUVER
8.Kilby Historic Site and Farm: Kleinod am Fraser River
9.Train-Wreck von Whistler: Street-Art im Regenwald
10.Garibaldi Lake: Wandertour ins alpine Hochland von Squamish
11.Brackendale: Wo die Adler kreisen
12.Salt Spring Island: Öko-Markt in ländlicher Idylle
13.Sidney Island: Karibik in Kanada
14.Steveston: Die Fischereihauptstadt von British Columbia
VANCOUVER ISLAND
15.Goldstream Provincial Park: Naturschauspiel Lachse
16.Botanical Beach: Die stürmische Küste bei Port Renfrew
17.Bamfield: Mit dem Frachtschiff durch das Alberni Inlet
18.Forbidden Plateau: Paradiesische Wanderung im Strathcona Park
19.Hot Springs Cove: Heiße Quellen an der Küste vor Tofino
20.Meares Island: Ground Zero der Waldschützer
21.Cormorant Island: Wo der Potlatch wieder auferstanden ist
22.San Josef Bay: Ein Ort wie geschaffen für Adam und Eva
DIE PAZIFIKKÜSTE
23.Knight Inlet: Wo die Grizzlybären Fische fangen
24.Broughton Archipelago: Paradies für Segler, Paddler und Walbeobachter
25.Powell River: In diesem Städtchen schlägt das Herz der Sunshine Coast
26.Klemtu: Zu den mystischen Geisterbären des Great Bear Rainforest
27.SGangGwaay: An diesem Ort auf Haida Gwaii hat die Welt einmal begonnen
28.Naikoon Provincial Park: Strandwanderung zum Wrack der Pesuta
29.Freedom Road: Abenteuerliche Autofahrt an die Pazifikküste von Bella Coola
DAS LANDESINNERE
30.Hat Creek Ranch: Die alte Raststätte an der Cariboo Wagon Road
31.Spotted Lake: Naturwunder in der Wüste
32.Osoyoos: Wo die First Nations Wein keltern
33.Myra Canyon: Radtour auf den Spuren der alten Kettle Valley Railway
34.Sicamous: Kapitän sein in der Hausboot-Hauptstadt von Kanada
35.Kaslo: Das Schatzkästchen der Kootenays
36.St. Eugene: Museum und Resort in der alten Backsteinschule der Ktunaxa
DER NORDEN
37.Nisg̱a‘a Memorial Lava Bed: Im Land der Vulkane
38.Stewart: Grenzstädtchen im Niemandsland
39.Stewart-Cassiar Highway: Roadtrip nach Norden
40.Bennett Dam: Staudamm der Superlative
41.Tumbler Ridge: In den Fußabdrücken der Dinosaurier
42.Kinuseo Falls: Die Niagara Falls des Nordens
DIE BERGE
43.Lussier Hot Springs: Verborgene Quellen in den Rocky Mountains
44.Bugaboo Mountains: Wandern unter Felsnadeln
45.Kootenay National Park: Entlang der Rockwall im alpinen Hochland der Rockies
46.Yoho National Park: Über den Iceline Trail zum alten Chalet der Canadian Pacific Railway
47.Lake O’Hara: Eine Busfahrt zur Seele Kanadas
48.Mount Assiniboine: Zum Matterhorn der Rocky Mountains
49.Meadows in the Sky Parkway: Straße ins Wildblumenparadies
50.Berg Lake: Die spektakuläre Nordseite des Mount Robson
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BILDNACHWEIS
Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsneutrale Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform beinhaltet keine Wertung.
Totempfahl der Tlingit
Der 7. November 1885 war ein wichtiger Tag in der Geschichte Kanadas. An einem wolkenverhangenen Morgen um Punkt 9 Uhr 22 hämmerte der Bankier Donald A. Smith am Eagle Pass in den Rocky Mountains den letzten Nagel der transkontinentalen Eisenbahnlinie in eine Schwelle aus Holz. „The last Spike“ nennen die Kanadier das historische Ereignis, das als eine Art Geburtsstunde ihres Landes gilt.
Mit der Bahnverbindung zwischen Ost und West erfüllte die Regierung ein Versprechen, das sie 1871 an die damalige Kolonie British Columbia gegeben hatte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Bewohner dort noch unschlüssig gewesen, ob sie den Vereinigten Staaten oder dem noch jungen Land Kanada beitreten sollten. Dank der Canadian Pacific Railway wurde British Columbia schließlich eine Provinz und gehört seitdem zu Kanada. Manche werden sagen, ein Glück!
Heute ist British Columbia die westlichste und zugleich die drittgrößte Provinz des Landes. Rund 5,5 Millionen Menschen leben dort auf einer Fläche etwa viermal so groß wie Großbritannien –knapp die Hälfte davon im Großraum Vancouver. Rund sechs Prozent der Bewohner haben indigene Wurzeln. Ihre Vorfahren lebten schon zwischen Rocky Mountains und Pazifischem Ozean, lange bevor die ersten Europäer in der Region auftauchten.
Die transkanadische Eisenbahn verkehrt auf den Gleisen der Canadian Pacific Railway.
Gelebt wird ein buntes Miteinander. Zwar hat die überwiegende Zahl der Bewohner noch immer europäische Wurzeln. Doch das Mosaik wird jedes Jahr vielfältiger. Mehr als 15 Prozent der Bewohner sind chinesischen und indischen Ursprungs, im Großraum Vancouver sogar noch mehr. Gesprochen werden im Alltag Dutzende Sprachen aus aller Welt, dazu kommen rund 30 indigene Sprachen und etwa 60 indigene Dialekte. Dank der Zuwanderung ist auch die Küche entsprechend abwechslungsreich. Neben Restaurants mit europäischer oder amerikanischer Tradition finden sich in vielen Städten immer mehr kulturelle Kieze und Foodtrucks mit Speisekarten aus aller Herren Länder, viele davon asiatisch geprägt.
Indigene Totemfähle auf Newcastle Island nahe Nanaimo auf Vancouver Island.
Die Popularität der Provinz ist trotz hoher Lebenshaltungskosten und zunehmendem Wohnungsmangel scheinbar ungebrochen. Rund 100.000 Menschen aus dem In- und Ausland ziehen jedes Jahr neu nach British Columbia. Sie lockt die hohe Lebensqualität, der enorme Freizeitwert, die tolerante Atmosphäre. Vancouver gilt als der Geburtsort von Greenpeace, als die Hauptstadt von Cannabis, als eine Art Sehnsuchtsort für Aussteiger, Friedensbewegte und Umweltschützer.
Dank seiner natürlichen Vielfalt gehört British Columbia auch für viele Besucher zu den beliebtesten Regionen in Kanada. Die Provinz besticht mit über 25.000 Kilometern Küstenlinie, rund 40.000 Inseln und Inselchen, 20.000 Seen, einigen der höchsten Gipfel der kanadischen Rocky Mountains sowie riesigen Waldflächen. Rund zwei Drittel der gesamten Provinzfläche ist mit Bäumen bedeckt – darunter sind auch einige der ältesten und größten Mammutbäume der Welt. Manche sind über 1000 Jahre alt.
Auch die Tierwelt ist atemberaubend: In den Wäldern und an den Küsten leben unter anderem 15.000 Grizzlybären und 4000 Berglöwen, so viele wie an keinem anderen Ort in Kanada. In den Gewässern vor der Küste ziehen dank umfangreicher Schutzmaßnahmen heute wieder mehr als 20.000 Grauwale ihre Kreise. Sie zu sehen und zu erleben, gehört zum Highlight jeder Reise.
Geschützt werden Flora und Fauna von British Columbia in über 400 Provinz- und sieben Nationalparks. Vier Welterbestätten aus British Columbia haben es auf die prestigeträchtige Liste der UNESCO geschafft: die Kootenay und Yoho National Parks sowie der Mount Assiniboine Provincial Park in den Rocky Mountains dazu die Insel SGangGwaay auf dem Haida-Gwaii-Archipel (siehe Tipps 27, 45, 46, 47 und 48).
Grizzlybär im Great Bear Rainforest
Verwöhnt werden Bewohner wie Besucher vom angenehmen Klima. In den Küstenregionen von British Columbia sind die Winter mild und kurz. In manchen Regionen, wie etwa auf den Gulf Islands oder auf Vancouver Island, blühen die ersten Bäume manchmal schon Ende Februar. Die Sommer an der Küste gelten als moderat, denn die Temperaturen steigen dort nur selten über 25 Grad. Dafür gibt es an der Küste viel und reichlich Regen. Regenschirme also nicht vergessen! Die Hafenstadt Prince Rupert gilt als regenreichste Gemeinde in Kanada: Glaubt man den Statistiken, regnet, schauert oder tröpfelt es in Prince Rupert an bis zu 240 Tagen im Jahr. In den Bergen liefert die üppige Feuchtigkeit im Winter reichlich Schnee, was British Columbia zu einem der begehrtesten Skigebiete der Welt macht.
Regenwaldlandschaft nahe Prince Rupert
Allerdings leidet auch British Columbia zunehmend unter den Folgen der globalen Erderwärmung. Im Juni 2021 wurde in dem Örtchen Lytton im Tal des Fraser River mit 49,6 Grad die heißeste jemals in Kanada gemessene Temperatur ermittelt. Nur einen Tag später brannte das Dorf bei einem verheerenden Waldbrand fast komplett nieder. Zwar sind sich die Wissenschaftler in Kanada über das Ausmaß des Klimawandels nicht immer einig. Klar ist aber, dass die Anzahl und Dauer der Waldbrände in British Columbia zuletzt deutlich zugenommen haben. Es ist eine Tatsache, der sich auch Touristen stellen müssen. In manchen Jahren ziehen Rauchschwaden aus Kanada sprichwörtlich um die ganze Welt.
Viele Kanadier sehen das – noch – mit ihrer landestypischen Gelassenheit. Tatsächlich gehört British Columbia wohl zu den entspanntesten Reisezielen der Welt. Die meisten Einheimischen geben sich lässig, höflich und hilfsbereit. Nicht selten entschuldigen sich sogar für Dinge, für die sie gar nichts können. Zugleich sind sie aktiv, sportlich und freizeitbewusst. Ob Paddeln, Skifahren, Angeln, Reiten oder Wandern: In British Columbia kann jeder eine Nische finden und dabei die Abenteuerlust und das Fernweh stillen. Welcome to British Columbia!
TOP 10
DER SEHENSWÜRDIGKEITEN IN BRITISH COLUMBIA
1Vancouver Island: Urzeitliche Regenwälder, wilde Strände, majestätische Totempfähle, schneebedeckte Gipfel – Vancouver Island ist unglaublich vielfältig. Die größte Pazifikinsel in Nordamerika ist rund 400 Kilometer lang, bis zu 100 Kilometer breit und gilt dank ihrer milden Temperaturen als ein Reiseziel für das ganze Jahr: Im Herbst geht es beispielsweise zum Stormwatching an die Küste, im Winter zum Skifahren in die Berge, im Frühjahr zur Baumblüte in die Hauptstadt Victoria, im Sommer zum Baden in die wohltemperierten Gewässer der Salish Sea. Als Bonus gibt es Wildtiere wie Bären, Wale oder Adler. Dazu kommen die vielen Kulturen der First Nations, die sich an kaum einem anderen Ort in Kanada besser erleben lassen als auf Vancouver Island. An Abwechslung ist die Insel wahrlich nicht zu übertreffen – ein Muss für jeden Kanada-Reisenden! vancouverisland.travel
2Rocky Mountains: Diese Postkartenmotive haben Kanada auf der ganzen Welt bekannt gemacht: gletscherbedeckte Dreitausender, glitzernde Seen, mächtige Eisfelder, alpine Hochebenen. Für viele Urlauber sind die Rocky Mountains der Hauptgrund für eine Reise nach Kanada. Wer will es ihnen verdenken? Wer wollte nicht schon einmal in einem Kanu auf einem Gletschersee paddeln oder Wildtiere wie Grizzlys oder Wapiti-Hirsche live beobachten? Zwar liegen die bekannteren Teile der Rocky Mountains in der Nachbarprovinz Alberta und in den USA. Doch der schmale Streifen, der zu British Columbia gehört, ist voller Naturwunder: prähistorischen Fossilien, atemberaubenden Wasserfällen, heißen Thermalquellen, abenteuerlichen Wanderpfaden. Große Teile dieser einzigartigen Landschaften gehören zum UNESCO-Weltnaturerbe – zu Recht! whc.unesco.org/en/list/304
3Vancouver: Die größte Metropole von British Columbia gilt als eine der großen Traumstädte der Welt. Bei Umfragen landet Vancouver dank seiner einmaligen Lage, seiner kulturellen Vielfalt und seines hohen Freizeitwerts regelmäßig unter den Top 10 weltweit. Tatsächlich sind die rund 2,5 Millionen Bewohner gesegnet von Kultur und Natur: Sie genießen die Wälder und Parks, die Strände und Fjorde, die Skigebiete direkt vor der Haustüre, dazu die vielen bunten Kneipen, Wohnviertel und Restaurants. Für Urlauber ist Vancouver der ideale Start- oder Schlusspunkt einer Reise, denn die Stadt bietet vieles, was Kanada lebens- und liebenswert macht. Die Kehrseite der Prominenz darf jedoch nicht verschwiegen werden: Vancouver gehört mittlerweile zu den teuersten Städten in Nordamerika. Eine gute und rechtzeitige Planung ist wichtig! destinationvancouver.com
4Okanagan Valley: Wer hätte gedacht, dass in Kanada richtig guter Wein gekeltert wird? Das Okanagan Valley im zentralen Binnenland von British Columbia gilt mit rund 200 Kellereien als das zweitgrößte Anbaugebiet in Kanada (nach den Niagara Falls in Ontario) und wird wegen seines heißen Klimas auch gern das „Napa Valley des Nordens“ genannt. Tatsächlich scheint die Sonne im Okanagan- sowie im angrenzenden Similkameen Valley im Sommer länger als in Kalifornien! Das tut nicht nur den Rotweintrauben gut, auch Urlauber profitieren davon. Neben Wein und Genuss stehen für viele Besucher der Badespaß und Wassersport im Vordergrund. Der 135 Kilometer lange Okanagan Lake bietet dafür perfekte Möglichkeiten. Städte wie Kelowna, Penticton oder Vernon boomen und gehören zu den am schnellsten wachsenden Gemeinden in Kanada! hellobc.com/places-to-go/okanagan-valley
5Columbia Mountains: Wer über den Trans-Canada Highway von Kamloops nach Golden fährt, erlebt mächtige Gebirgszüge. Sie gehören zu den Columbia Mountains, einer bis zu 3500 Meter hohen Bergkette, die oftmals im Schatten der bekannteren Rocky Mountains steht. Doch das ganz zu Unrecht, denn die Columbia Mountains können genauso mit Highlights aufwarten: den Nationalparks Revelstoke und Glacier etwa, dem 1327 Meter hohen Rogers Pass oder dem Provinzpark Wells Gray. Dazu kommt im Winter der sprichwörtliche Powder, der vielen Heli-Skifahrern die Herzen höherschlagen lässt. Bis zu 770 Kilometer lang ist die Kette in Nord-Südrichtung, eingebettet darin sind einige der schönsten Stauseen des Landes, viele heiße Quellen und urige Bergdörfer. Ach ja, weniger Besucher als in den Rocky Mountains hat es auch – ein Vorteil gerade in der Hauptsaison. hellobc.com/travel-ideas/mountains
6Haida Gwaii: Der Haida Gwaii-Archipel an der Nordwestküste von British Columbia ist ein mystischer Ort. Auf den rund 150 Inseln und Inselchen, die man früher Queen Charlotte Islands nannte, regnet es viel und häufig, in den verwunschenen Buchten hängt meist dichter Nebel und das Moos auf den Böden ist meterdick. Mittendrin in den wunderlichen Regenwäldern südlich von Alaska findet man allerorten Zeugen der Haida, einem stolzen und wehrhaften Volk, das seit mindestens 13.000 Jahren auf den Inseln lebt. Die Totempfähle, Langhäuser und Kunstwerke der Haida gehören zu den markantesten indigenen Kulturgütern in Kanada. Der Tourismus auf den Inseln steckt noch in den Kinderschuhen. Es gibt nur wenige Straßen, wenige Einkaufsmöglichkeiten, wenige Annehmlichkeiten der Zivilisation, dafür Natur und Kultur pur. gohaidagwaii.ca
7Alaska Highway: Geradeaus, immer geradeaus: Wer den einsamen Norden Kanadas entdecken will, für den gehört der Alaska Highway zur ersten Wahl. Die durchgängig geteerte Fernstraße ist 2232 Kilometer lang, führt von Dawson Creek bis nach Alaska in die USA und durchquert dabei zwei Klima- und drei Zeitzonen. Die ersten knapp tausend Kilometer verlaufen durch British Columbia, durch eine Region mit nur wenig Menschen, aber viel Wild und Wildnis. Der Weg ist das Ziel, wie man so schön sagt, und in diesem Fall trifft das besonders zu. Wer den Alaska Highway befährt, verspürt ein Gefühl von Weite und Freiheit, das es so in Europa so kaum noch zu erleben gibt. Es geht durch endlose Wälder, vorbei an einsamen Seen, verfallenen Dörfern, verrosteten Tankstellen. Mit Glück kreuzen Büffel und Karibuherden die Route. hellobc.com/road-trips/alaska-highway
8Inside Passage: Bei vielen Kreuzfahrt-Touristen sind die verwunschenen Küstengewässer und Fjorde zwischen Vancouver und dem Süden von Alaska ein Hit. Unzählige Kreuzfahrtschiffe passieren die rund 1500 Kilometer lange Inside Passage jedes Jahr, einen der schönsten Seewege der Welt. Unterwegs können die Passagiere mystische Küstenlandschaften, bunte Leuchttürme, bewaldete Inseln, schroffe Tafelberge, einsame indigene Siedlungen, vorbeiziehende Wale und kreisende Adler bestaunen. Auch die staatlichen Fähren von British Columbia kreuzen diese Gewässer und ermöglichen Besuchern damit nicht nur unvergessliche Eindrücke, sondern auch den Zugang zu einigen sehr entlegenen Regionen, die auf dem Landweg nur schwer oder gar nicht erreichbar wären: dem Great Bear Rainforest etwa, oder auch Haida Gwaii.
9Gulf Islands: Der Meeresarm zwischen dem südlichen Vancouver Island und dem Festland von British Columbia in der Strait of Georgia ist gesprenkelt mit hunderten Inseln und Inselchen. Gulf Islands nennen sich die Eilande, die vor allem bei Aussteigern, Seglern und Wochenendausflüglern beliebt sind. Manche der Inseln sind nur ein paar Quadratmeter groß und unbewohnt. Auf anderen, wie Salt Spring Island oder Pender Island, ist das Leben dagegen bunt und vielfältig. Für Besucher bieten diese Inseln ein eher ungewohntes Kanada mit Palmen, mediterranem Klima, Weingütern, Olivenhainen und Biomärkten. Hier ticken die Uhren langsamer, die Geschäfte schließen früher. Die Millionenstadt Vancouver ist beinahe in Sichtweite – und zugleich doch so fern. Wer mal so richtig ausspannen und den Tag gut sein lassen will, der ist dort gut aufgehoben! hellobc.com/places-to-go/gulf-islands
10Fraser River: Der Fraser River gilt als wichtige Lebensader von British Columbia. Der längste Fluss der Provinz entspringt in den Rocky Mountains und mündet nach 1375 Kilometern südlich von Vancouver ins Meer. Der Fluss, der nach dem kanadischen Entdecker Simon Fraser benannt ist, ist für die Wirtschaft Kanadas von entscheidender Bedeutung. Auf ihm werden Waren transportiert und verladen, es werden Fische gefangen und es wird Strom produziert. Für Besucher gibt es im Flusstal des Fraser River viel zu erleben: wilde Schluchten, wirbelnde Stromschnellen, mächtige Wasserfälle, wüstenartige Landschaften, historische Siedlungen und Fischerdörfer. Dazu kommen tausende Seevögel sowie Lachse, die jedes Jahr zum Laichen hunderte Kilometer flussaufwärts schwimmen. Lust auf eine Wildwasserfahrt, eine Tour mit dem Kajak oder einen Ausflug mit einem Fischer? Der Fluss macht’s möglich. thefraservalley.ca
KURIOSES & BESONDERHEITEN
IN BRITISH COLUMBIA
In British Columbia ist eine Provinz der Superlative. Vieles dort ist größer, höher oder spektakulärer als sonst wo. Ein paar Beispiele:
Kanadas seltenste Bären: Sie sind die offiziellen Wappentiere der Provinz British Columbia und gehören zu den wohl seltensten Säugetieren der Welt. Kermodebären sind eigentlich Schwarzbären, doch manche von ihnen tragen wegen einem seltenen rezessiven Gen ein weißes oder hellbraunes Fell. Nur rund 200 dieser so genannten weißen Geisterbären gibt es in Kanada – und sie alle leben in den Regenwäldern im Nordwesten von British Columbia. Besonders prominent sind sie auf drei entlegenen Inseln südlich von Alaska: Gribbell, Princess Royal und Roderick. Dass es die einmaligen Bären überhaupt gibt, gleicht einem Wunder der Natur. Damit ein junger Geisterbär geboren werden kann, müssen beide Eltern das rezessive Gen in sich tragen – eine extrem seltene Konstellation. Ihr Überleben hängt damit an einem seidenen Faden, zumal ihr Lebensraum aufgrund von Bautätigkeit und Abholzung immer weiter schrumpft.
Kanadas berühmtester Künstler: Wer durch den internationalen Terminal im Flughafen von Vancouver schlendert, kann das einmalige Kunstwerk nicht übersehen: Die Skulptur „The Spirit of Haida Gwaii“ ist fast vier Meter hoch und stellt ein traditionelles Kanu mit Transformationsfiguren der First Nations dar. Zu den Insassen gehören unter anderem ein Rabe, ein Adler, ein Grizzlybär, ein Schamane. Geschaffen wurde die mystische Skulptur 1986 von Bill Reid, dem bis heute wohl berühmtesten indigenen Künstler Kanadas. Seine Werke befinden sich auf Briefmarken, auf Geldscheinen, in Museen in aller Welt. Die Familie Reids stammt aus Haida Gwaii, wo die Asche des 1998 verstorbenen Künstlers auch begraben ist, und zwar auf der entlegenen Insel Tanu. Seinen letzten Gang dorthin legte Reid in dem von ihm selbst geschnitzten Kanu „Loo Taas“ zurück, das er aus einem Baumstamm schuf. Mit über 15 Metern gilt das bemalte Einbaumkanu als das längste der Welt.
Kanadas höchster Wasserfall: Wasserfälle gibt es in Kanada in Hülle und Fülle. Irgendjemand hat einmal gezählt und ist dabei auf die 1700 gekommen – und damit sind nur jene gemeint, die einen offiziellen Namen tragen. Viele der schönsten Wasserfälle davon befinden sich in British Columbia, man denke nur an die Takakkaw Falls im Yoho National Park oder die Helmcken Falls im Wells Gray Provincial Park. Auch die höchsten Wasserfälle Kanadas sind in British Columbia zu finden, wenn diese auch wegen ihrer abseitigen Lage im Allgemeinen kaum bekannt sind. Die James Bruce Falls liegen an der Sunshine Coast nordwestlich von Vancouver und bestehen aus zwei separaten Kaskaden. Das Wasser der Fälle entspringt einem Schneefeld und stürzt über mehrere Stufen 840 Meter in die Tiefe bis in einen Meeresarm mit dem Namen Princess Louisa Inlet. In heißen Sommern trocknen die Fälle auch schon mal aus – dem Rekord tut das aber keinen Abbruch.
Kanadas größte Fährflotte: Alle an Bord! Insgesamt 36 Autofähren pflügen sich Tag für Tag durch die zerklüfteten Gewässer an der pazifischen Westküste Kanadas. Sie bringen Menschen, Autos und Fracht auf kleine und große Inseln und versorgen so entlegene Küstengemeinden mit dem Nötigsten. Die staatliche Flotte von BC Ferries gilt als die größte ihrer Art weltweit. Tatsächlich gibt es nirgendwo sonst so viele Autofähren wie in British Columbia. Eine der Fähren sticht dabei besonders hervor: der Baynes Sounds Connector, die einzige Kabelfähre der Flotte. Sie verbindet Buckley Bay auf Vancouver Island mit der Insel Denman Island, und zwar auf einer Strecke von exakt 1961,48 Metern. Damit ist der Baynes Sounds Connector die längste Kabelfähre der Welt. Nur zehn Minuten dauert die rekordverdächtige Überfahrt, bei der bis zu 150 Passagiere und 50 Autos transportiert werden können.
Kanadas mächtigster Baum: Die gemäßigten Regenwälder an der Westküste von Kanada gleichen einem Schlaraffenland der Natur. Die vielen Niederschläge und die nährstoffreichen Böden lassen die Wälder geradezu sprießen. Kein Wunder also, dass in British Columbia einige der ältesten und größten Bäume der Welt zu finden sind. Der höchste davon, der Cheewhat Giant, steht im Pacific Rim National Park Reserve im Südwesten von Vancouver Island unweit der Gemeinde Cowichan Lake. Die gigantische Rotzeder (Thuja plicata) ist stolze 56 Meter hoch, hat einen Durchmesser von über sechs Metern und gilt als Kanadas größter und mächtigster Baum. Aus seinem Holz könnte man theoretisch 450 Telegrafenmasten herstellen – doch das wird zum Glück nicht passieren. Der 1988 entdeckte Baum ist vor dem Abholzen geschützt, da er in einem Nationalpark steht.
Kanadas ulkigstes Paddel: In Kanada versuchen sich viele Gemeinden, mit skurrilen Roadside-Rekorden zu übertrumpfen. Damit wollen sie Aufmerksamkeit erzeugen und Touristendollars anlocken, besonders dann, wenn sie sonst nicht so viel anzubieten haben. In Duncan auf Vancouver Island findet man an der Fassade eines Sportstadiums zum Beispiel Kanadas größten Eishockeyschläger (62,5 Meter lang), an einer Straße in Kimberley in den Purcell Mountains die weltgrößte Kuckucksuhr (6,70 Meter hoch). Einen kanadischen Klassiker können Reisende an einem Picknickplatz am Columbia River unweit der Gemeinde Golden in den Rocky Mountains entdecken: Kanadas größtes Kanu-Paddel. Geschaffen wurde das 18 Meter lange und fast drei Meter breite Paddel in über 200 Stunden Arbeit aus einem einzigen Baumstamm. Stolze 2400 Kilogramm bringt es auf die Waage. Na, dann mal frohes Paddeln …
VANCOUVER
Canada Place
1.Barclay Heritage Square: Das alte Vancouver zwischen Stanley Park und Burrard Street
2.Dr. Sun Yat-Sen Classical Chinese Garden: Oase der Ruhe mitten in der Stadt
3.Railtown: Das Brooklyn von Vancouver
4.UBC Botanical Gardens: Thrill in den Baumwipfeln
5.Deep Cove: Paddel-Paradies am Indian Arm
6.Lynn Canyon Park: Die andere Hängebrücke
7.Wreck Beach: Strand für Freizügige
Vancouver? Welches Vancouver? Noch vor 130 Jahren war das eine berechtigte Frage. Damals war die Stadt zwischen Burrard Inlet und Fraser River noch ein verschlafenes Nest. Es gab ein paar baufällige Häuser, rustikale Hütten und Bauernhöfe. Dazu ein Sägewerk, Camps von Holzfällern und Ureinwohnern, ein paar verruchte Saloons und viel, viel Wald und Wildnis.
Nur etwa eintausend Siedler wohnten damals an jenem Ort, den man heute Vancouver nennt. Erst als 1886 die transkontinentale Eisenbahn „Canadian Pacific Railway“ die Stadt erreichte, begann der Aufstieg zur Weltmetropole. Man gab der Siedlung den Namen des britischen Seefahrers George Vancouver, profitierte vom Goldrausch, den Rohstoffen und dem Handel.
Barclay Manor
Heute ist Vancouver samt Großraum mit über 2,6 Millionen Einwohnern der drittgrößte Ballungsraum in Kanada, Spielwiese für Outdoor-Enthusiasten und Touristenmagnet par excellence. Ob Stanley Park, Canada Place, Granville Island oder die Skihügel am Cypress Mountain: Die von der Natur verwöhnte Pazifikmetropole hat für jeden etwas zu bieten.
George Weeks House
