25,99 €
Die Krebszellen blockieren – den Brustkrebs besiegen
Werden Sie aktiv und begleiten Sie Ihre Krebstherapie mit einer Ihrer Situation angepassten Ernährung. Aber auch nach der Behandlung ist es wichtig, dauerhaft „brustschützend“ zu essen - dies senkt nachweislich die Rückfallquote. Denn Krebszellen reagieren stark auf die Nährstoffe in unserer Nahrung – positiv wie negativ. Wissenschaftlich belegt ist, dass krebshemmende Inhaltsstoffe in Beeren, Haferflocken, grünem Tee, Kichererbsen, Walnüssen oder Kurkuma das Tumorwachstum unterdrücken können. Aber auch das Körpergewicht spielt eine entscheidende Rolle: Hier gilt es, die Balance zu halten – zu viel Körperfett erhöht das Risiko für ein Rezidiv, eine Unter- oder Mangelernährung schwächt den Körper und das Immunsystem.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 211
Veröffentlichungsjahr: 2023
Birgit Blumenschein
1. Auflage 2023
Liebe Leserin, lieber Leser,
wenn es um die eigene Gesundheit geht, darf man nichts dem Zufall überlassen. »Für eine bessere Medizin und mehr Gesundheit im Leben«: So lautet das Qualitätsversprechen der Marke Thieme. Ärztlich Tätige, Pflegekräfte, Physiotherapeuten oder Hebammen – sie alle verlassen sich darauf, dass sie von Thieme, dem führenden Anbieter von medizinischen Fachinformationen und Services, die entscheidenden Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort bekommen. So können sie die Menschen, die sich ihnen anvertrauen, bestmöglich unterstützen. Auch Sie können sich auf die TRIAS Ratgeber mit dem Thieme Qualitätssiegel verlassen! Diese Informationsangebote helfen Ihnen dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn es um Ihre Gesundheit geht, selbst daran mitzuwirken, gesund zu werden, sich gesund zu erhalten oder das Fortschreiten einer Erkrankung zu vermeiden. Mit einem TRIAS Titel aus dem Hause Thieme überlassen Sie Ihre Gesundheit nicht dem Zufall!
Ihr TRIAS Team
»Sie haben Brustkrebs.« Drei Worte und es wird still. Für die meisten Betroffenen hört die Erde einfach auf, sich zu drehen. Auch ich musste diese Erfahrung machen. Meine Prognose war denkbar schlecht, meine Sehnsucht nach Leben als Mutter von drei kleinen Kindern riesengroß. Ich wollte alles in meiner Macht Stehende tun, um mich zu stärken und zusätzlich zur modernen Medizin die Heilung zu unterstützen. Hierbei spielte für mich auch die Ernährung eine bedeutende Rolle. Wie sollte ich mich während der Krebstherapie ernähren und wie danach? Durfte ich nur noch Gesundes essen? Auf der Suche nach einer geeigneten Kostform für mich fühlte ich mich völlig überfordert. So viele Ratschläge von meinen Liebsten und Freunden, was ich essen sollte und was nicht. Hinzu kamen die vielversprechenden, auf dem freien Markt angebotenen Heilmittel und Krebsdiäten.
Und genau hier setzt dieses Buch an. Es vermittelt der Leserin wissenschaftlich fundiertes Wissen zur Ernährung bei Brustkrebs und gibt praktische Tipps. Birgit Blumenschein erklärt die Wirkung einzelner Lebensmittel, beleuchtet Nahrungsergänzungsmittel und räumt mit Mythen auf. Es ist das, was ich damals so dringend gebraucht hätte: ein kritischer, aber leicht verständlich und empathisch geschriebener Leitfaden mit reichlich Rezepten.
Mit der Zeit habe ich meinen Weg gefunden. Heute esse ich das, was mir schmeckt und mich stärkt – in Anlehnung an die Empfehlungen der Ernährungsexperten. In diesem Jahr habe ich meine Brustkrebserkrankung 25 Jahre überlebt. Unendlich beschenkt vom Leben fühle ich mich, weil ich erleben durfte und darf, wie meine Kinder groß wurden. Das hatte damals niemand zu hoffen gewagt.
Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute und Liebe, Kraft und Zuversicht. Möge dieses Buch Ihnen als Wegbegleiter dienen, mit dessen Hilfe Sie durch Ihre Ernährung gestärkt die Lebensphase mit dieser Erkrankung besser meistern können.
Essen, im Mai 2023
Annette Rexrodt von Fircks
In über 30 Jahren in meinem Beruf lebe ich meinen Traum – und höre Ihnen als Patientinnen dabei jeden Tag gerne zu. Inspiration genug, dieses Buch zu schreiben – als Dank an Sie alle.
Ein herzlicher Dank geht an Frau Uta Spieldiener für die Ermutigung und Möglichkeit zu diesem Buch und die geduldige und wohlwollende Begleitung während des Entstehungsprozesses. Ebenso an die Redakteurin Annette Barth und an Christine Reudelsterz, die mir den fachlichen und wissenschaftlichen Input dafür ergänzt und bereichert haben. Ich bedanke mich herzlich bei meinen Kolleg*innen, die im Buch ihre Lieblingsrezepte mit eingebracht haben und für Sie als Brustkrebsbetroffene ebenfalls für eine Beratung zur Verfügung stehen.
Eine Umarmung mit einem simplen Dankeschön reicht für Kerstin Lemper, meine Kollegin und Mitarbeiterin in der Praxis, nicht aus, ist aber ein Anfang. Ohne ihre Expertise mit dem Schwerpunkt in der Integrativen Onkologie, ihren fachlichen Input, den wertvollen Nährwertberechnungen und der Kraft, mir in der Praxis mit den Patientinnen den Rücken freizuhalten, wäre das Manuskript nicht rechtzeitig fertiggeworden. Meinen Eltern in Worten zu danken wird nie genug sein. Ohne sie hätte und habe ich keine Kraft und Muße, meinen Traum in der Ernährungstherapie zu leben.
herzlich willkommen in meinem Ratgeber zur brustschützenden Ernährung – hier sind Sie richtig. Sie halten nun das Buch in den Händen, von dem Sie sich viel Inspiration, Gesundheit und vielleicht auch eine Strategie erhoffen, mit der Sie so gut und so wenig verwundbar wie möglich durch eine anstrengende Zeit der Therapie kommen. Ich möchte Sie genau darin unterstützen – mit Informationen, Impulsen und Empfehlungen, die Sie selbst aktiv und individuell umsetzen können, verknüpft mit seriösen und realisierbaren Ideen für ein leckeres Essen und Trinken in einer schweren Zeit. In diesem Buch werden keine Risikofaktoren für die Entstehung einer Brustkrebserkrankung diskutiert. Mir liegt am Herzen, dass medizinische wie therapeutische Hintergründe der Ernährungsempfehlungen ab der Diagnosestellung erklärt werden. So können Sie manche Lebensmittel- und Speisenauswahl bewusst treffen, das wird Ihnen guttun – und bestimmt auch schmecken.
Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit den fachlichen Hintergründen. Ein Überblick über verschiedene medizinische Aspekte und Therapieoptionen wird mit den dafür untersuchten Ernährungsempfehlungen kombiniert. Aufklärung über Mythen und Wahrheiten zur Ernährung bei Brustkrebs komplettieren diesen Teil.
Viele meiner Patientinnen fragen mich seit Jahren nach optimalen Lebensmittel- und Rezeptideen – voilà, der zweite Teil des Buches ist genau dafür da. All die Nahrungsmittel die für Ihr Gesundwerden und -bleiben nachweislich gut sind, sind in den Rezepten enthalten. Gleichzeitig enthalten die Rezepte einen Hinweis darauf, für welche Phase Ihrer Therapie sie sich besonders eignen.
Ich wünsche mir, dass dieser Ratgeber für Sie während und auch nach der Therapie ein genussvoller Begleiter wird. Alle, die mich kennen, wissen, dass ich meinen Patientinnen nach den Ernährungsberatungen immer etwas Bestimmtes mit auf den Weg gebe – dies möchte ich mit diesem Buch nun auch tun: Ihnen von ganzem Herzen ein fröhliches Essen wünschen.
März 2023
Birgit Blumenschein
Ein stärkender Tag für meinen Körper
(Quelle: © A. Rogge & J. Jankovic/Thieme)
Gute-Laune-Porridge
Morgens
Für 4 Portionen
14 EL Haferflocken1000 ml ungesüßter Pflanzendrink2 Äpfel2 Möhren2 EL Rosinen2 TL Ceylon-Zimt2 TL Kardamom, gemahlen5 EL Mandelmus5 TL HanfsamenHaferflocken mit dem Pflanzendrink vermengen. 1 Std. im Kühlschrank quellen lassen.
Äpfel waschen, vierteln, Kerngehäuse entfernen. Möhren waschen und schälen. Beides fein reiben und mit den eingeweichten Haferflocken, Rosinen, dem Zimt und dem Kardamom vermengen.
Mandelmus und Hanfsamen als Topping über das Porridge geben.
Herzhafter Gemüse-Crumble
Mittags
Für 4 Portionen
30 g Sonnenblumenkerne120 g Dinkel- oder Vollkornmehl20 g Hafer-/Dinkelflocken200 g kräftiger Hartkäse, gerieben2 TL getrockneter Rosmarin1 TL RohrohrzuckerSalz, Pfeffer20 g Butterflöckchen zum KnetenÖl zum Einfetten für die Form500 g Cherrytomaten600 g Süßkartoffeln oder Kürbis250 ml Gemüsebrühe2 EL Balsamicoessig, cremig4 EL OlivenölKerne, Mehl, Flocken, Käse, Rosmarin, Zucker, Salz und Pfeffer miteinander mischen. Butterflöckchen dazugeben. Alles zu Streuseln verkneten.
Backofen auf 200 °C (Umluft: 180 °C) vorheizen. Auflaufform mit Öl ausstreichen.
Gemüse schälen bzw. entkernen und in Spalten schneiden. Cherrytomaten halbieren.
Süßkartoffeln und Tomaten in der Auflaufform verteilen, salzen und pfeffern. Gemüsebrühe angießen, Essig und Öl darübergeben. Streusel auf dem Gemüse drapieren.
Im Ofen 35–45 Min. garen.
Bunter Brotsalat
Abends
Für 4 Portionen
300 g fein gemahlenes Vollkornbrot500 g Mozzarella (oder eine pflanzliche Alternative)2 Frühlingszwiebeln400 g Kirschtomaten1 Salatgurke2 Paprika6 EL Oliven2 Handvoll Kresse, Babyblattspinat oder Rucola5 EL OlivenölBalsamicoessigSalz, Pfefferitalienische Kräuter (TK oder frisch)Vollkornbrot und Mozzarella würfeln, beiseitestellen.
Frühlingszwiebeln in kleine Ringe schneiden. Kirschtomaten halbieren. Gurke und Paprika würfeln. Oliven mit dem Gemüse mischen. Kresse (oder Blattspinat oder Rucola, ggf. klein gezupft) dazugeben.
Für das Dressing Öl, Balsamico und Gewürze (sparsam salzen, da Oliven und Mozzarella ggf. schon Salz enthalten) mit den italienischen Kräutern gut verrühren. Marinade zum Gemüse geben, gut mischen.
Brot- und Mozzarellawürfel zur Gemüsemischung geben und den Salat genießen.
Titelei
Geleitwort
Dankeschön
Liebe Leserinnen,
Brustkrebs – und was kommt jetzt?
Die Therapieerfolge machen Mut
Überlebensrate auf 90 Prozent gestiegen
Welche Therapieoptionen haben Sie?
1. Kurative (primär heilende) Maßnahmen
2. Palliative (lindernde) Maßnahmen
Ernährungstherapie rund um die Behandlung
Chemotherapie: Wie Sie sich optimal ernähren
Gewichtszunahme trotz Appetitlosigkeit?
Sind Omega-3-Fettsäuren ein Schutz?
Welche Lebensmittel sind gut?
Wenn eine Operation ansteht
Tage vor der Operation
Direkt vor der Operation
Nach der Operation
Nach der Entlassung aus der Klinik
Ernährungsempfehlungen bei Lymphödem
Empfohlene Ernährung bei einer Strahlentherapie
Was Sie während der Antihormontherapie beachten sollten
Wichtig während der Einnahme von Tamoxifen, Letrozol und Co.
So schützen Sie Herz und Knochen und verhindern Heißhunger
Ernährung in der Nachsorge
Ernährung in der palliativen Phase
Eine adäquate Energieaufnahme ist wünschenswert
Was tun bei therapiebedingten Nebenwirkungen?
Wenn Sie unter Übelkeit und Erbrechen leiden
Was tun bei Erbrechen?
Was tun bei Sodbrennen und Schleimhautschädigungen?
Wie Sie Sodbrennen lindern können
Kommt häufig vor: Appetitlosigkeit
Was Sie gegen mangelnden Appetit tun können
Mundtrockenheit muss nicht sein
Das können Sie tun, um den Speichelfluss (wieder) anzuregen
Was tun bei plötzlichen Nahrungsmittelaversionen?
Was Sie gegen Geschmacks- und Geruchsveränderungen tun können
Wenn Sie unter Durchfall leiden
Was tun bei Flüssigkeits- und Mineralstoffverlusten durch Durchfall?
Rehydrierungslösungen – die schnelle Hilfe
Zur Stärkung der Darmflora: Prä- und Probiotika
Was tun bei Verstopfung?
Wie Sie Verstopfung vermeiden können
Wie Sie Müdigkeit (Fatigue) vermeiden können
So können Sie bei Fatigue gegensteuern
Was tun bei einer ungewollten Gewichtsabnahme?
Wie Sie Ihr Gewicht steigern können
Mythen in der Ernährung bei Brustkrebs
Mythos 1: Ohne Nahrungsergänzungsmittel kein Erfolg
Meine Empfehlung:
Mythos 2: Milch verschlechtert die Prognose
Meine Empfehlung:
Mythos 3: Zucker fördert Rezidive und Metastasen
Natürlicher Zucker in Maßen ist nicht gefährlich
Meine Empfehlung:
Mythos 4: Grüner Tee macht gesund
Meine Empfehlung
Mythos 5: (Anti-)Krebs-Diäten sind sinnvoll
Meine Empfehlung
Mythos 6: Kurkuma, Zimt, Ingwer – antientzündlich?
Meine Empfehlung
Mythos 7: Weizen macht krank
Meine Empfehlung
Mythos 8: Grünkohl vernichtet Krebszellen
Für einen Anti-Krebs-Effekt müssen große Portionen verzehrt werden
Meine Empfehlung
Fakten statt Mythen
Kein Mythos: Nahrungsergänzungen, die Ihrem Körper guttun
Kein Mythos: Alkohol fördert das Wachstum von Metastasen
Kein Mythos: Sojaprodukte können den Hormonhaushalt unterstützen
Kein Mythos: Kurzzeitfasten hilft bei der Chemotherapie
Die beste Ernährung bei Brustkrebs
Die Chancen einer brustschützenden Ernährung
Wissenswertes vorab
Pflanzenorientierte Kost ist gesund – wenn sie naturbelassen ist
Körpergewicht und Brustkrebstherapie
Ernährungsempfehlungen
Die Devise: individuell – aber gesund – essen und trinken
Behalten Sie Ihr Körpergewicht im Auge
Eiweiß ist wichtig
Optimale Lebensmittelauswahl
Ballaststoffe (Nahrungsfasern)
Ballaststoffe sind nicht gleich Ballaststoffe
Super gesund: resistente Stärke
Hülsenfrüchte
Phytoöstrogene – der »schützende« Wirkstoff in Hülsenfrüchten
Gemüse und Obst
Frisches Obst oder lieber Smoothies?
Milchprodukte
Am besten sind Produkte mit Milchsäurebakterien
Fettarme oder fettreiche Produkte?
Fette und Öle
Wählen Sie qualitativ hochwertige Fette und Öle
Ungesund: qualitativ weniger hochwertige Fette und Öle
Alge neben Olive und Raps
Nüsse, Samen und Kerne
Die drei großen Pluspunkte
Fische und Meeresfrüchte
Problem Fisch
Alkohol
Was sagen offizielle Stellen?
Verschiedene Ernährungsformen im Vergleich
Neu: die modifizierte mediterrane Ernährung
Bekannt: die Low-Carb-Ernährung
Widerspruch – ja oder nein?
Diskutiert: die ketogene Ernährung
Wichtig zu wissen
Immer noch aktuell: Low Fat
Die Zukunft: pflanzenbetonte Ernährung
Gesund und abwechslungsreich: ovo-lacto-vegetabile Kost
Muss eine vegane Ernährung sein?
Rezeptideen
Start in den Tag
Kleinigkeiten
Zum Sattwerden
Gutes an schlechten Tagen
Süß darf es auch mal sein
Service
Quellenangaben
Autorenvorstellung
Sachverzeichnis
Impressum/Access Code
Quelle: © lululand/stock.adobe.com (Linienzeichnung); © Brilt/stock.adobe.com (Hintergrund) |
Mit der Diagnose beginnt für Sie zunächst mal ein langer Weg mit vielen Höhen und Tiefen. Nehmen Sie dabei jede erdenkliche Hilfe an – und seien Sie sicher: Sie sind nicht allein.
Auch wenn die Nachricht erst mal ein Schock ist: Die Heilungschancen bei dieser Erkrankung sind durch die Möglichkeiten der Therapien mittlerweile sehr gut.
Ihre Diagnose liegt entweder schon einige Zeit zurück, wenn Sie diese Zeilen lesen, oder sie ist ganz frisch. Die Nachricht über ein bösartiges Wachstum von Krebszellen in der Brust wirft jede Frau erst mal aus der Bahn. Was nun? Sie fragen sich: Was kann ich tun? Wie kann ich den Heilungsprozess beeinflussen? Sie sind (leider) eine von jährlich fast 70 000 Frauen in Deutschland, denen diese Diagnose gestellt wurde. Sie sind also nicht allein mit dieser für Frauen am häufigsten diagnostizierten Krebserkrankung – und das kann tröstlich sein. Es eröffnet die Möglichkeiten, von vielen Erfahrungen zu profitieren.
Die Fünf-Jahres-Überlebensrate hat sich durch frühe Diagnostik (Mammografie-Screenings) sowie die vielen Therapiemöglichkeiten in den vergangenen Jahrzehnten auf 90 Prozent erhöht. Das ist ermutigend. Es gibt zudem mehr und mehr Erfahrungen über Faktoren, die Ihre Therapie erträglich(er) machen und die Prognose verbessern helfen. Zu diesen sogenannten »optimierenden« Faktoren gehört neben den medizinischen, psychoonkologischen und weiteren therapeutischen Maßnahmen unbedingt der Bereich Ernährung. Ein optimaler Ernährungszustand hilft Ihnen dabei, Chemo-, Medikamenten- und/oder Strahlentherapien wie auch Operationen besser zu vertragen, auch werden deren Neben- und Nachwirkungen dadurch verringert. Das steigert Ihre Lebensqualität.
Ich empfehle Ihnen, Ihren Ernährungszustand frühzeitig feststellen zu lassen, möglichst zeitnah nach der Diagnosestellung, aber auch dann, wenn Sie sich Gedanken über Ihr Gewicht und Ihre Essgewohnheiten machen. Und das kommt meiner Erfahrung nach besonders dann vor, wenn das Körpergewicht nicht (wie erwartungsgemäß vor bzw. nach einer Tumordiagnose) sinkt, sondern ungewollt und stetig steigt. Die Hälfte aller Brustkrebsbetroffenen erlebt einen Gewichtsanstieg im ersten Jahr nach der Diagnose, besonders im Zusammenhang mit einer Antihormontherapie. Die durchschnittliche Gewichtszunahme während dieser Therapie liegt bei untersuchten Frauen bei 9 kg, wenige erreichen eine Steigerung von mehr als 20 kg. Übergewicht oder gar Adipositas sind Faktoren, die die Therapiewirkung und auch die Prognose verschlechtern können, daher empfehle ich Ihnen für diesen Bereich Aufmerksamkeit und ggf. ▶ Veränderung.
Wenn Sie nach der ersten Diagnose Rat suchen, kann ich Ihnen die Online-Plattform ▶ Pink! Aktiv gegen Brustkrebs empfehlen.
Um Ihr zukünftiges Leben gut zu gestalten, gibt es derzeit verschiedene medizinische Möglichkeiten, dem Tumor zu begegnen:
Eine kurative Maßnahme umfasst verschiedene Therapieformen:
neoadjuvante Therapie (Chemo-, Strahlen- bzw. Antihormontherapie vor einer Operation; sie soll Tumorgewebe verkleinern und inaktivieren)
Operation
adjuvante Therapie (unterstützende Maßnahmen z. B. nach einer Operation), sowohl als zielgerichtete Krebstherapie (targeted therapy), als Chemo-, Strahlen- oder Antihormontherapie; sie zerstört quasi noch vermutetes Tumorgewebe
Diese Therapieformen lindern Symptome, Neben- und Nachwirkungen, verbessern die Lebensqualität und wirken lebensverlängernd.
Eine palliative Therapie beinhaltet ebenfalls verschiedene Maßnahmen:
zielgerichtete Krebstherapie (targeted therapy) durch bestimmte Medikamente
Chemotherapie
Strahlentherapie
Antihormontherapie
Operation(en)
Operationen können sowohl brusterhaltend sein oder mit einer Brustentfernung enden. Neoadjuvante Therapien sollen vor einer Operation die mögliche weitere Ausdehnung des Tumors verhindern, das Ausmaß der Operation verringern und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, die Brust zu erhalten.
Sowohl Metastasen (Tochtergeschwülste) als auch Rezidive (Rückfälle/Wiederauftreten des Tumors) erlauben alle genannten Therapiemaßnahmen. Therapeutische Ansätze gibt es sowohl als einzelne Maßnahme als auch in Kombination. Die Entscheidung für oder gegen eine oder mehrere dieser medizinischen Therapiemaßnahmen hängt u. a. von der Tumorgröße, den histologischen Befunden sowie dem Allgemein- aber auch Ernährungszustand der betroffenen Frau ab.
Alle medizinischen Therapiemaßnahmen greifen Ihren Körper und die Zellen (leider meist auch die gesunden) an. Optimal ist daher, mit einem guten Ernährungszustand zu starten.
