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Brustkrebspatientinnen haben zahlreiche Fragen, die das vorliegende Buch alle beantwortet. Es informiert umfassend über Diagnostik und Therapie der klassischen Schulmedizin, von der Chemotherapie über die Operation bis hin zur Antihormontherapie. Zusätzlich erläutert es die große Bandbreite an alternativen Therapien, welche die gängigen schulmedizinischen Maßnahmen begleiten. Zu nennen sind hier vor allem die Misteltherapie, Homöopathie, aber auch Ernährung und Sport. Im Angesicht der eigenen Verletzlichkeit kommt die Frage nach dem Sinn des Lebens auf. Hier geht es darum, die Krankheit nicht als Strafe zu betrachten, sondern als Ausgangspunkt für eine neue Entwicklung. Der Ratgeber dient als seriöser Leitfaden durch das große Therapieangebot und vermittelt Sicherheit bei der Therapieauswahl. Die Autoren beschreiben einen ganzheitlichen Ansatz, der die persönlichen Bedürfnisse berücksichtigt und zur Selbstorientierung in dieser schweren Zeit beiträgt.
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Seitenzahl: 176
Veröffentlichungsjahr: 2014
Wenn in Deutschland jährlich etwa 70 000 Frauen an Brustkrebs erkranken und somit jede 9. Frau im Laufe ihres Lebens hiervon betroffen ist, sind das erschreckende Zahlen. Allein im Jahr 2010 starben etwa 18 000 Frauen an Brustkrebs. Gerade deshalb ist es wichtig zu wissen, dass die Sterblichkeit dank Früherkennung, modernster Diagnostik und Therapie sinkt und dass die Chancen, wieder gesund zu werden, besser werden.
Als ich gefragt wurde, ob ich die Schirmherrschaft für die Stiftung Mammazentrum Hamburg übernehmen wollte, war meine erste Reaktion ein Zögern. Zwar hat mich die Angst, selbst irgendwann an Brustkrebs zu erkranken, immer begleitet, doch ich schob diesen Gedanken im Alltag beiseite und hoffte insgeheim, mehr Glück als andere zu haben. Ich wollte dieses Thema eigentlich nicht an mich heranlassen. Als ich Freunde und Bekannte dazu befragte, erhielt ich erstaunlicherweise fast nur ablehnende oder abwägende Reaktionen: Mach das lieber nicht, sonst denken die Leute, du hättest selbst Brustkrebs. Oder: Mach doch lieber was für Kinder, wenn du dich engagieren willst …
Diese Ressentiments und meine eigene Befangenheit haben dazu geführt, dass ich Widerstand empfand und ein »Jetzt erst recht!« die Oberhand gewann. Ich glaube, dass alles seinen Schrecken verliert, wenn man sich einem Thema stellt, sich damit auseinandersetzt und gemeinsam nach Lösungen sucht. Gerade beim Thema Brustkrebs mindern Informationen die Angst, und im Falle einer Erkrankung können sie lebensrettend sein. Sie ermöglichen uns auch, erkrankten Frauen unvoreingenommen zu begegnen und ihnen in dieser für sie so schweren Zeit hilfreich beizustehen und sie zu begleiten.
Daher freue ich mich, dass mit dem Buch »Brustkrebs – Der Leitfaden durch das große Therapieangebot« jetzt ein ganzheitlicher Ratgeber zur Verfügung steht. Ein Nachschlagewerk, das den betroffenen Frauen zahlreiche Informationen gibt: So werden unter anderem schulmedizinische, aber auch komplementärmedizinische Therapien umfassend dargestellt und beleuchtet. Behutsam erläutert das Buch Themen wie die Suche nach den Ursachen oder die Frage »Warum gerade ich?«. Und in dem Kapitel Psychoonkologie wird nicht zuletzt gezeigt, wie erkrankte Frauen in dieser schweren Zeit seelische Unterstützung finden. Angehörigen und Freunden wiederum hilft das Buch, die Situation und Befindlichkeit der Betroffenen besser zu verstehen und ihnen dadurch verständnisvoll helfen zu können. Ein Nachschlagewerk, das eine gute Übersicht gewährt und einen vielfältigen Einblick in den Umgang mit der Krankheit bietet.
Herzliche Grüße
Ihre Barbara Auer
Schirmherrin der Stiftung Mammazentrum Hamburg
Wir sind ein eingespieltes Autorenduo und schreiben aus Leidenschaft Bücher zu Themen, die uns beschäftigen. Dabei verfolgen wir immer einen eigenen Ansatz, den wir in der vorhandenen Literatur vermissen. In diesem Fall bedeutet das die Zusammenführung aller Aspekte im Umgang mit Brustkrebs. Ein Thema, das uns aus persönlichem Interesse sehr intensiv beschäftigt. Die logische Konsequenz war also, selbst ein Buch zu schreiben, das alles Wissenswerte aus der Schulmedizin, Naturheilkunde und Lebenswirklichkeit klar, verständlich und praxisnah zusammenfasst, als Basis zu einer selbstbestimmten Behandlungswahl.
Es ist schwer genug, mit der Diagnose »Brustkrebs« zunächst für sich selbst zurechtzukommen. Die meisten Frauen werden das erste Mal direkt mit der eigenen Endlichkeit konfrontiert. Die innere Verwirrung, die plötzlich entsteht, benötigt einfühlsame individuelle Hilfe. Es gilt, dem Organismus die größtmögliche Unterstützung zukommen zu lassen, um die eigene Krise so glimpflich wie möglich zu überstehen – das heißt, sich der neuen Herausforderung aufrecht zu stellen, Entscheidungen zu treffen, mit denen man gut leben kann, und wieder gesund zu werden.
Dieses Buch will helfen, Klarheit im Kopf zu schaffen! Denn: Jede Frau darf die Therapie finden, die zu ihrem Körper und ihrer Persönlichkeit passt!
Das erste Kapitel vermittelt ein besseres Verständnis um Entstehung, Funktion und Verhalten von Tumorzellen. Das Diagnose-ABC ermöglicht, die eigene Tumorbestimmung zu verstehen und sich im Sprachgebrauch der Onkologie zurechtzufinden. Anregungen für den Umgang mit dem sozialen Umfeld wie auch die Auseinandersetzung mit den eigenen psychischen Verstimmungen werden angesprochen.
Persönliche Erfahrungsberichte bereichern an dieser Stelle die Fakten, außerdem gibt es viele wertvolle Informationen und Tipps von der überregionalen Selbsthilfegruppe mamazone e. V.
Kurze Steckbriefe in den Kapiteln 2 und 3 enthalten aufklärende Fakten, listen Pro und Kontra auf und werden durch Expertenmeinungen und bewährte Praxistipps ergänzt. Dafür konnten wir auf die Kompetenzen zahlreicher Experten zurückgreifen.
Zusätzlich berücksichtigt dieses Buch viele Aspekte, die die Krebstherapie begleiten, und liefert damit auch während Ihrer Krebsbehandlung wertvolle Informationen und Anregungen, etwa Maßnahmen zur Bekämpfung und Linderung von Nebenwirkungen. Dazu gehören auch Tipps zur Verbesserung der Lebensqualität während und nach der Behandlungsphase.
Zu unserer großen Freude konnten wir den Onkologen Priv. Doz. Dr. Kay Friedrichs gewinnen, die medizinische Betreuung zu übernehmen und sich als Autor anzuschließen. Als medizinischer Leiter der Senologie im Mammazentrum Hamburg am Krankenhaus Jerusalem begleitet er jeden Tag viele Brustkrebs-Patientinnen. Wir schätzen sein Fachwissen zur modernen Brustkrebsbehandlung und seine lange Erfahrung in der praktischen Umsetzung, die er mit den folgenden Worten zusammenfasst: »Nichts fürchtet die moderne Gesellschaft mehr als Erkrankungen, kaum etwas erschüttert die Betroffenen dann mehr als die Diagnose Krebs. Lebenspläne ändern sich, Perspektiven werden enger, und vielen Menschen wird erstmals deutlich, dass Gesundheit ein tägliches Geschenk ist. Nach der Diagnose beginnt für viele Patientinnen ein Prozess, der nicht selten in einer gewissen Orientierungslosigkeit endet, wenn Mediziner nicht klar und verständlich über Stadium, Biologie und Behandlung der Erkrankung informieren. Hier setzt unser Beitrag an, wenn ergänzend zur persönlichen Aufklärung einzelne Themen vertieft werden sollen. Es gibt nicht den Brustkrebs, sondern im Grunde ist jeder Fall so individuell wie der Mensch, den die Erkrankung trifft.«
Alles in allem liefert Ihnen dieses Buch einen ersten Überblick, der ermöglicht, ruhig und sachlich das Für und Wider von Behandlungsmöglichkeiten mit Ihrem behandelnden Arzt zu erörtern und sich gegebenenfalls im Folgenden intensiver damit zu beschäftigen. Damit ist der Grundstein für die Erarbeitung eines individuellen Therapiekonzeptes gelegt, das sich an Ihrer persönlichen Lebenssituation orientiert.
Die Empfehlung des Buches durch die Stiftung Mammazentrum Hamburg und das Vorwort von Barbara Auer, der Schirmherrin der Stiftung Mammazentrum Hamburg, runden das Ergebnis unserer Idee ab.
Es ist uns eine Herzensangelegenheit, Ihnen mit diesem Buch den Umgang mit der Diagnose Brustkrebs zu erleichtern und eine echte Hilfe für die Therapiewahl und Behandlungszeit zu bieten! Denn das haben Sie verdient!
Heike Oellerich
Miriam Wessels
Es ist ein schwerer Schlag für eine Frau, zu erfahren, dass sie Brustkrebs hat. Glücklicherweise gibt es heute auf dem Gebiet der Medizin viele Möglichkeiten, die dabei helfen können, diese Erkrankung zu bewältigen. Unvoreingenommene und verständliche Informationen aus allen Therapierichtungen sowie Erfahrungsberichte unterstützen ein eigenverantwortliches und aufgeklärtes Handeln, vermindern Ängste und können lebensrettend sein.
Brustkrebs ist oft ein Synonym für die schlimmste Erkrankung, die einer Frau zustoßen kann. Aber alles verliert seinen Schrecken, wenn man sich der Situation stellt. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren Krankheitszustand genau kennenzulernen und sich darüber klar zu werden, welchen Schritt Sie am besten als nächsten tun.
Mit dieser Frage sind Sie nicht allein. Die Suche nach einem Sinn ist ganz natürlich und zugleich auch ein Versuch, Kontrolle zurückzugewinnen. Eine schwere Krankheit nimmt der Betroffenen die Kontrolle über ihren Körper und über die Geschehnisse im Leben. Kontrollverlust löst Ängste, ja sogar Panik aus. Da kann es tröstlich sein, einen Sinn hinter der Erkrankung zu finden und daraus eventuell sogar positive Entschlüsse für die Zukunft zu fassen.
Bei der Suche nach den Gründen für die Krankheit steht eher die Frage nach der eigenen Verantwortung im Vordergrund. Das vergangene Verhalten und die bisherige Lebensweise stehen plötzlich auf dem Prüfstand. Die mögliche Erkenntnis, nicht gesund genug gelebt zu haben, hinterlässt meist ein schlechtes Gewissen und Wut auf sich selbst. Aber es entstehen auch gute Vorsätze für die weitere Lebensweise.
»Es zieht mir den Boden unter den Füßen weg. Was ist dieser Krebs? Wir werden ständig davor gewarnt, das gehört schon zum Alltag. Irgendwer kennt immer irgendjemanden, der Krebs hat. Krebs, ein Wort in aller Munde, ein Wort ohne konkreten Inhalt. Und doch ist da so ein Gedanke: ›So was Schlimmes?‹ Was genau ist Krebs? Und was macht er mit meinem Körper? Ich fühle mich sprachlos. Welche qualvollen Monate liegen vor mir? Muss ich jetzt sterben? Angsterfüllte Bilder tauchen vor meinem inneren Auge auf: mein Kopf ohne Haare, mein Körper ohne Brüste, rote Ränder unter den Augen. Puh, das macht mir zu schaffen … Und dann kommt der Kampfgeist durch: Ich will leben! Ich will wieder gesund werden! Ich werde mir noch ein schönes Leben machen!«
Beides setzt eine große Energie frei: Zuversicht oder Verzweiflung, Wut oder Trotz. Allen Emotionen wohnt aber eine Kraft inne, die Sie jetzt umleiten sollten zum Wohle Ihrer Gesundheit! Lassen Sie das Grübeln, das ist müßig. Eine Krebserkrankung hat immer mehrere Gründe, von denen einige gar nicht durch uns selbst beeinflussbar sind. Und manchmal findet man die Ursachen für eine Krankheit nie heraus, vielleicht, weil sie ein Zufallsprodukt ist.
Eine solche extreme Situation macht demütig und schärft den Blick für das wirklich Wichtige im Leben. Die Krankheit kann ein Auslöser dafür sein, dass man sich endlich mit unaufgeräumten Lebensbaustellen auseinandersetzt. Richten Sie Ihren Blick nach vorn und formulieren Sie klar, deutlich und kraftvoll: »Ich will leben!«
»Warum ich? Ist es Schicksal, oder habe ich selbst Schuld? Ich lasse mein Leben Revue passieren: Habe ich mich gesund genug ernährt? Naja, sicher nicht nur optimal. Habe ich mich regelmäßig bewegt? Das könnte ich verbessern. Stimmt mein Gewicht? Gönne ich mir genügend Erholungsphasen? Da liegt bei mir wohl der Haken. Gehe ich vielleicht nicht angemessen mit meinem Leben um? Habe ich die Krankheit etwa verdient? Ist es eine Art Prüfung des Lebens? Halt, STOPP! – Es macht Sinn, dass ich mich mit meiner Lebensweise auseinandersetze, aber bitte gesundheits- und zukunftsorientiert! Wie möchte ich ab jetzt leben? Bei der Schuldfrage merke ich, dass es für mich ganz wichtig ist, wieder eine positive Einstellung dem Leben gegenüber zu gewinnen. Es ist jetzt, wie es ist, ich sollte in mich gehen und mich fragen, was ich aus dieser Situation lernen kann, was ich in meinem zukünftigen Leben ändern möchte und wie ich Impulse für einen Neuanfang nutzen kann, um eine positive Perspektive zu entwickeln.«
Obwohl die Häufigkeit von Brustkrebs in den letzten Jahrzehnten deutlich und kontinuierlich ansteigt, sinkt die Sterblichkeit. Weltweit gilt, dass jede vierte Tumorerkrankung allein durch eine Operation geheilt werden kann. Und in rund 40 Prozent der Fälle gesundet die Frau durch eine Strahlentherapie.
Mehr als 60 Prozent der Brustkrebserkrankungen werden unter der Chemotherapie kleiner, und ungefähr 20 Prozent der Karzinome können mit dieser Maßnahme komplett zur Rückbildung gebracht werden. In allen Fällen muss anschließend die geplante Operation durchgeführt werden.
Brustkrebs ist in Europa und Nordamerika die häufigste Krebserkrankung von Frauen. Jährlich erkranken weltweit über eine Million Frauen neu an Brustkrebs, rund 70 000 davon in Deutschland. Auch Männer können an Brustkrebs erkranken, ihr Risiko ist jedoch viel geringer. Nur ungefähr 400 Männer erkranken jährlich in Deutschland an Brustkrebs.
Noch immer steigen die Zahlen der Brustkrebs-Neuerkrankungen weltweit leicht an. Die Gründe dafür liegen einerseits in der erhöhten Lebenserwartung; denn mit zunehmendem Lebensalter nimmt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, ständig zu. Aber auch Umwelteinflüsse und die moderne Lebensführung haben zu einem Ansteigen der Erkrankungszahlen geführt. Die Zunahme von Brustkrebs bei jüngeren Frauen ab 30 Jahren in den letzten Jahren wird zum Teil darauf zurückgeführt. Die genauen Ursachen hierfür sind allerdings unbekannt.
Brustkrebs hat im Vergleich zu anderen Tumorerkrankungen einen relativ günstigen Krankheitsverlauf. 81 Prozent aller Brustkrebspatientinnen überleben heutzutage die Krankheit im Zeitraum von fünf Jahren nach Ersterkrankung. In Deutschland gibt es bis zum heutigen Tag keine flächendeckende Krebsstatistik. Daher liegen nur wenig aussagekräftige Daten über die Effekte der Fortschritte in Diagnostik und Therapie von Brustkrebs vor. Aus den bestehenden Tumorregistern lässt sich aber ablesen, dass die Sterblichkeitsraten seit Jahren kontinuierlich leicht sinken.
Um mit der Krankheit richtig umgehen zu lernen, muss man erst einmal wissen, was sich hinter dem bedrohlichen Wort »Krebs« verbirgt. Im Zusammenhang damit liest man immer wieder von Tumoren. Doch Tumore sind nicht per se Krebs. Ein Tumor kann gut- oder bösartig sein. Nur Letzterer wird als Krebs bezeichnet. Weitere Informationen dazu lesen Sie im Kasten auf >. Um eine gutartige Gewebewucherung von einem bösartigen Tumor unterscheiden zu können, ist eine genaue Untersuchung einer Gewebeprobe nötig.
Ein bösartiger Tumor entsteht, wenn gesunde Zellen in den Milchgängen oder im Drüsengewebe (Drüsenläppchen) nicht mehr den strengen Gesetzen der Zellteilung gehorchen, sondern in einer Art »Super-GAU« entarten, um sich dann ungebremst zu vermehren. Wie schnell sich der Brustkrebs anschließend freie Bahn zum totalen Wildwuchs verschafft, ist von vielen Faktoren abhängig – unter anderem davon, ob und wie stark die Tumorzellen auf Hormone oder auch andere Botenstoffe als Wachstumsreiz reagieren.
Hat der Knoten eine gewisse Größe erreicht, breiten sich die Krebszellen über die Lymph- oder Blutbahnen in das umliegende Brustgewebe aus und streuen in die Lymphknoten.
Metastasierter Brustkrebs: Davon spricht man bei einer fortgeschrittenen Krebserkrankung, bei der sich die Krebszellen fern von ihrem Entstehungsort in andere Organe abgesiedelt haben. Fast immer sind in so einem Fall zuerst die Lymphknoten in der Achselhöhle befallen. Später streut der Brustkrebs dann aber auch in die Knochen, in die Lunge, in das Gehirn oder in die Leber. Möglich sind aber auch andere Metastasierungsorte wie etwa die Schilddrüse oder die Eierstöcke.
Alle gesunden Körperzellen gewinnen ihre Energie durch Verbrennung von Glukose (Zucker) mithilfe von Sauerstoff. Sie sind also darauf angewiesen. Krebszellen vergären dagegen Glukose zu Milchsäure, wofür kein Sauerstoff nötig ist. Sie sind also unabhängig davon. Zudem schaffen sie durch die Milchsäure ein saures Milieu, in dem ihnen unsere Immunzellen nichts anhaben können, da sie nur im basischen Bereich aktiv sind.
Um der Ursache von bösartigen Tumoren generell und speziell von Brustkrebs auf die Spur zu kommen, beschäftigen sich Forscher und Naturheilkundler gleichermaßen intensiv mit diesem Phänomen. Klar ist bisher nur der Vorgang an sich (siehe Illustration, >): Es entsteht eine zufallsbedingte Schädigung der Erbinformationen einer Zelle (initiierte Zelle). Das allein ist noch nichts Bedrohliches und passiert ständig bei jedem Menschen. Normalerweise gibt es im Körper eine funktionierende Zellkontrolle, die den Fehler entdeckt und der Zelle Zeit zur Reparatur gibt oder den Zelltod (Apoptose) einleitet. Entgeht dem Kontrollmechanismus zufallsbedingt die Zelle mit dem Gendefekt (differenzierte Tumorzelle), regelt das Immunsystem die Bekämpfung. Findet diese Bekämpfung nicht statt, verselbstständigt sich die Vermehrung der mutierten Zelle.
Jeder Brustkrebs hat seine Ursache also in einem genetischen Unfall und ist ein Zufallsprodukt. Was aber macht diese Mutationen zu bösartigen Krebszellen und warum versagt die körpereigene Abwehr? Da dem Zufall nicht entgegengewirkt werden kann, konzentriert sich die Forschung zur Entstehung von Krebs auf diese beiden Fragen. Es gibt also nicht DIE eine Ursache, auch die individuelle Situation spielt eine große Rolle. Damit rückt eine ganzheitliche Behandlung in den Fokus der modernen Krebstherapie.
Grundprinzip der Krebsentstehung
Bisher werden folgende Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs vermutet:
Nicht beeinflussbare Risikofaktoren:
Hormonveränderungen: frühe erste Regel, späte letzte Menstruationszyklen
Mutationen am BRCA-1- und BRCA-2-Gen sind in ca. 5 bis 10 Prozent der Fälle ursächlich (auf den BRCA-Genen liegt häufig ein vererbter Gendefekt, der mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Brustkrebs führt).
Beeinflussbare Risikofaktoren:
Kohlenhydratstoffwechsel: beeinflussbar durch Weglassen von Kohlenhydraten (Zucker, Stärke) in der Nahrung
Fettstoffwechsel: beeinflussbar durch Weglassen von zu viel Fett in der Nahrung
Östrogenwerte: beeinflussbar durch Weglassen von zu viel Fett in der Nahrung, denn in Fettpolstern vor allem am Bauch wird Östrogen produziert
Immunsystem: beeinflussbar durch gesunde Lebensweise
wiederkehrende Entzündungen: Sie führen zu einem erhöhten Zellumsatz und sollten deshalb generell behandelt und auskuriert werden.
Übergewicht: Hormone, die im Fettgewebe gebildet werden, erhöhen den Östrogenwert, Übergewicht in der Kindheit und Jugend und/oder nach den Wechseljahren gelten als besonders gefährlich (siehe >).
Rauchen: grundsätzlich, besonders bei frühem Beginn (siehe >)
Hormonzugabe: langanhaltende Hormonersatztherapie während der Wechseljahre, hormonartige Umweltstoffe (siehe >)
Hormonveränderungen: Schwangerschaft, späte erste Schwangerschaft, Stillzeit
Alkohol: erhöht den Östrogenwert (siehe >)
Bewegungsmangel: verschlechtert den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel (siehe >)
Umweltfaktoren: Das Brustdrüsengewebe reagiert besonders sensibel auf radioaktive Strahlung oder Röntgenstrahlung, vor allem in der Pubertät.
Streuung ist gleichzusetzen mit der Bildung von Metastasen fernab des Primärtumors. Die Krebszellen des Primärtumors haben mithilfe der Milchsäure (siehe >) den engen Verbund, in dem sie mit ihren Nachbarzellen leben, mehr oder weniger aufgelöst. Dadurch können sie sich nun ungehemmt in andere Regionen des Körpers ausbreiten.
Streufähige Krebszellen haben folgende Eigenschaften:
unkontrollierte Zellteilung
Zerstörung des Nachbargewebes
Fähigkeit, in andere Körperregionen zu wandern
Fähigkeit zum Anwachsen in neuem Zellmilieu
Um einen individuellen Therapieweg zusammenzustellen, ist ein intensiver Blick auf die einzelne Patientin notwendig. Dabei müssen sowohl ihre Lebenssituation und ihre Persönlichkeit als auch die jeweilige Tumorart berücksichtigt werden. Dafür ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patientin nötig sowie die Bereitschaft, auch ganzheitliche Wege mit einzubeziehen.
Die Einteilung nach biologischen Kriterien (molekulare Klassifikation) bildet die moderne Grundlage für eine Tumorbestimmung und eine darauf aufbauende Therapie. Dabei handelt es sich um fließende Übergänge, in denen der Anteil der Eigenschaften variiert, und zwar sowohl von Typ zu Typ als auch innerhalb einer Tumorart. Das Schema auf > zeigt die Grundlage zur Tumorbestimmung ausgehend von der Form des Zellkerns der Tumorzelle.
Sind die diagnostischen Untersuchungen erfolgt, bekommt »Ihr« Krebs eine Bezeichnung, anhand derer nun jeder der weiter behandelnden Ärzte und Therapeuten sofort sehen kann, um welche
Tumorart es sich handelt. Aufgrund dieser Typisierung werden die möglichen therapeutischen Verfahren anschließend in einer sogenannten Tumorkonferenz besprochen.
Brustkrebserkrankungen werden in verschiedene Stadien eingeteilt. Von diesen hängt auch die weitere Abschätzung von Rückfallgefahr und Heilung ab. Das jeweilige Stadium ergibt sich aus dem Ausbreitungsgrad, dem Bösartigkeitsgrad (Grading) und dem Vorliegen von weiteren, sogenannten molekularen Risikofaktoren in der »Visitenkarte« eines Brusttumors. Ist der Knoten lokal begrenzt und hat noch keine weiter entfernten Absiedlungen (= Metastasen, Tochtergeschwülste) gebildet, handelt es sich um einen vor Ort gebliebenen Krebs, um ein sogenanntes Ductales Carcinoma In Situ, abgekürzt DCIS. In diesem noch sehr frühen Stadium sind die Chancen auf Heilung am größten.
Tumorbestimmung
In der Tabelle auf den nächsten Seiten erhalten Sie eine Übersicht, was sich genau hinter den Abkürzungen Ihrer Diagnose verbirgt.
Brustkrebsvorstufe (nicht streuungsfähig)
Nichtinvasive Zellen (auf Ursprungsort begrenzt)
Intraduktales oder duktales
In-situ-Karzinom (pTis)
in den Milchgängen
Lobuläres In-situ-Karzinom
in den Drüsenläppchen
Brustkrebsarten
Invasive Karzinome (in das benachbarte Gewebe eingedrungen)
Duktaler Typ (NST
ausgehend von den Milchgängen
Lobulärer Typ
ausgehend von den Drüsenläppchen
Medullärer Typ
Wachstumsmuster: zusammenhängender Zellrasen sehr unterschiedlicher Tumorzellen
Apokriner Typ
Wachstumsmuster: gering differenzierte Tumorzellen
Plattenepithelialer Typ
ausgehend von Epithelien (Deckgewebe) der Haut und Schleimhäute
Muzinöser Typ
schleimbildend
Weitere seltene Subtypen
Lokalisation
LI I / RE I
linke / rechte Brust, äußerer oberer Quadrant
LI II / RE II
linke / rechte Brust, äußerer unterer Quadrant
LI III / RE III
linke / rechte Brust, innerer oberer Quadrant
LI IV / RE IV
linke / rechte Brust, innerer unterer Quadrant
TNM-Klassifikation (Tumorstadium)
Tumorgröße
(p) T
Tumor
(p) Tis
In situ (im Ursprungsgewebe)
(p) T0
kein Tumor nachweisbar
(p) T1
Tumorgröße unter 2 cm
(p) T1 mic
Frühkrebs, höchstens 0,1 cm
(p) T1a
Tumorgröße 0,1 – 0,5 cm
(p) T1b
Tumorgröße 0,6 – 1 cm
(p) T1c
Tumorgröße 1,1 – 2 cm
(p) T2
Tumorgröße 2,1 – 5 cm
(p) T3
Tumor ist größer als 5 cm
(p) T4
fortgeschrittene Formen mit Beteiligung der Brustwand / Haut sowie entzündlich wirkender Brustkrebs
Lymphknotenstatus
(p) N
Lymphknotensituation (Node)
(p) N0
kein Lymphknoten ist vom Krebs befallen
(p) N1
1 – 3 befallene Lymphknoten in der Achsel
(p) N1 mic
Mikrometastasen in 1 – 3 Lymphknoten in der Achsel
(p) N2
4 – 9 befallene Lymphknoten in der Achsel, miteinander oder mit benachbartem Gewebe verbunden
(p) N3
mehr als 9 befallene Lymphknoten in der Achsel
(p) MX
noch nicht untersucht
Wächterlymphknotenbiopsie
NO (sn)
kein Wächterlymphknoten ist vom Krebs befallen
(p) N1 (sn)
Befall des / der Wächterlymphknoten
Vorliegen von Metastasen
M
Auftreten von Metastasen in anderen Organen (Fernmetastasen)
M0
keine Fernmetastasen nachweisbar
M1
Fernmetastasen sind vorhanden
MX
noch nicht untersucht
Grading (Differenzierungsgrad der veränderten Zellen)
G1
Entartungsgrad gut bis differenziert, wenig aggressiv
G2
Entartungsgrad mäßig
G3
Entartungsgrad stärker
Alter
in Jahren, Kalenderalter bzw. biologisches Alter (Alter, gemessen am Zustand der körperlichen und geistigen Funktionen)
Menopausen-Situation
Prämenopausal
regelmäßige Regelblutung
Perimenopausal
unregelmäßige vereinzelte Blutungen in den letzten 12 Monaten
Postmenopausal
keine Regelblutung (sicher nur durch Hormonbestimmung)
Einbruch in Lymphgefäße (L) und / oder Blutgefäße (V, Vene)
LO / VO
nicht nachweisbar
L1/V1
mikroskopisch erkennbar
Hormon-Rezeptor-Status (Stärke der Hormonabhängigkeit)
ER+/–
Östrogen
PR+/–
Progesteron
ER / PR
Östrogen und Progesteron
Resektionsränder / Schnittränder (Resttumorgewebe nach OP)
R0
Minimum 1 mm tumorfreier Rand beim invasiven Karzinom, kein Resttumor
R1
mikroskopisch nachweisbares Tumorgewebe am Absetzungsrand
R2
makroskopisch nachweisbares Tumorgewebe am Absetzungsrand
RX
unklare Randsituation
Optionale Prognosefaktoren
uPA / PAI-1 (ELISA, Prognosefaktor bzgl. Chemotherapie)
bestimmbar bei Tumoren, die mindestens 1 cm groß sind
Ki-67 (Prozentsatz der sich aktuell teilenden Tumorzellen)
Je höher der Ki-67 ist – mehr als 20 Prozent –, desto schneller wächst der Tumor und desto häufiger teilen sich die Krebszellen.
Aktuell verfügbare Gen-Tests als Entscheidungshilfe für eine Chemotherapie
Oncotype DX®
untersucht 21 Gene in Tumorprobe zur Analyse des Rezidivrisikos und der Erfolgschance bei einer zusätzlichen adjuvanten Chemotherapie
Mammaprint®
untersucht 70 Gene in Tumorprobe zur Analyse des Rezidivrisikos und der Erfolgschance bei einer zusätzlichen adjuvanten Chemotherapie
Computergestützte Entscheidungshilfen (adjuvant online)
Simulationsmodelle zur Prognoseabschätzung (siehe >)
»Weiche« Prognosefaktoren
Lebensstil
BMI (> 25) (siehe
