16,99 €
Detox für Körper und Seele – Nachhaltig Abnehmen
Nutzen Sie die Fastenzeit als ganzheitliche Entgiftungskur: Der Körper entschlackt, man kommt zur Ruhe und zu neuer Energie. Auch bei Bluthochdruck oder Rheuma hilft der kurzzeitige Verzicht auf feste Nahrung. Hier finden Sie eine praktische Anleitung der Erfolgsmethode Buchinger für Ihr selbstständiges Fasten zu Hause – ganz ohne Fastenkrise!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 105
Veröffentlichungsjahr: 2022
Dr. med. Andreas Buchinger
5., überarbeitete Auflage 2022
18 Abbildungen
Danken möchte ich Herrn Dipl. oec. troph. Hans-Helmut Martin, »Fachberater in Ernährungsprävention UGB«, seit 1990 Dozent und Organisationsleiter an der UGB-Akademie im Bereich Ernährung, Fasten, Senioren und Bewegung/Entspannung und Mitglied der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e. V., für seinen Beitrag. Mein ganz besonderer Dank aber gilt Petra Jansing aus Rhede, die mich und die Buchinger-Klinik seit vielen Jahren – zunächst als Patientin, dann als PR-Beraterin – begleitete. Sie hat mit ihren Ideen und Texten die Grundlage für die Entstehung dieses Buches geschaffen. Danken möchte ich auch Herrn Dipl. oec. troph. Andrea Chiappa, Leiter der dfa, für die Durchsicht des Manuskriptes und für seine Änderungsvorschläge.
Sie möchten gern etwas ändern? Sie wissen, dass Sie sich oft ungesund ernähren? Sie würden gern schlanker sein? Sie fühlen sich oft – vor allem nach reichlichem Essen – schlapp? Sie trinken zu viel Kaffee und/oder Alkohol oder essen zu viele Süßigkeiten? Sie bewegen sich zu wenig?
Viele Menschen werden hier mehrfach mit Ja antworten, denn in unserer westlichen Überflussgesellschaft wird einem eine überreichliche, ungesunde Ernährung leider sehr leicht gemacht. Gepaart mit Bewegungsmangel, der häufig durch die Arbeitsbedingungen verursacht wird, entstehen Übergewicht und diverse Gesundheitsrisiken.
Heilfasten ist eine bewährte Methode, diese ungute Entwicklung zu stoppen. Wenn Ihnen bei dem Gedanken daran gleich der Magen knurrt, kann ich Sie beruhigen: Heilfasten hat nichts mit Hungern zu tun! Beim Buchinger-Heilfasten trinken Sie täglich Tee mit Honig, Wasser, Gemüsebrühe, Obst- und Gemüsesäfte. Sie nehmen so jeden Tag rund 250–350 Kilokalorien zu sich – das ist wesentlich weniger, als Sie verbrauchen. Ihr Körper stellt sich in kurzer Zeit auf einen Fastenstoffwechsel um, bei dem er seine Energie den Fettreserven entnimmt. Sie werden erstaunt sein, dass alles wie von selbst geht, wenn Sie sich an die Anleitungen in diesem Buch halten. Da es in der Entwicklungsgeschichte des Menschen immer wieder Zeiten knapper Nahrung gab, ist das Fastenprogramm in Ihrem Körper gespeichert und wird bei Bedarf aktiviert.
Heilfasten wirkt wie ein »Reset« auf unseren Körper, es gibt einen starken Impuls an die Selbstheilungskräfte. Natürlich ist es auch eine Methode zum Abnehmen. Aber Sie werden feststellen, dass sich eine Fülle positiver Wirkungen einstellen kann, die keineswegs nur mit dem Gewicht zusammenhängen. Ich möchte Sie daher einladen und ermutigen, auch die Erfahrung, ja die Herausforderung einer Fastenwoche zu wagen. Dieses Praxisbuch begleitet Sie durch die Vorbereitungszeit, die Fastentage und die Aufbautage nach dem Fasten. Eine Fastenwoche kann eine Auszeit vom Alltag für Körper, Geist und Seele sein, eine Begegnung mit sich selbst, eine Schulung in Achtsamkeit und eben auch ein Neustart in ein gesünderes, bewussteres Leben. Fasten nach Buchinger hat eine über 100-jährige Tradition und ist aktueller denn je. Neueste Studien belegen seine heilende Wirkung.
Heilfasten kann bei vielen Krankheiten lindernd oder heilend wirken. Längeres Fasten und therapeutisches Fasten sollten allerdings nur unter engmaschiger ärztlicher Betreuung und Aufsicht und/oder stationär in einer spezialisierten Klinik erfolgen. Die Fastenwoche nach Buchinger ist nur für nachweislich gesunde Menschen geeignet. Sie sollten zu Hause auch auf keinen Fall länger als eine Woche fasten.
Eines bitte nicht vergessen: Vor jedem Fasten (vor allem, wenn Sie länger als fünf Tage fasten) einen Labor-Check-up (Blutuntersuchung mit Hämatologie, Blutchemie usw.) machen lassen, eventuell auch ein Ruhe-EKG. Dann steht Ihrem Fastenerlebnis nichts mehr im Wege!
Finden Sie heraus, welcher Luxus für Sie Verzicht sein kann. Vertrauen Sie Ihrem Körper und der Weisheit der Natur. Die Fastenwoche wird Ihnen guttun und Sie sich und der Natur wieder ein Stück näherbringen.
Herzlich,Ihr Andreas Buchinger
Titelei
Danksagung
Liebe Leserin, lieber Leser,
Die Basics zum Buchinger-Heilfasten
Fasten in Zeiten des Überflusses?!
Fettreserven für »Notzeiten«
Fasten tut dem Körper gut
Der Körper schaltet auf Fettverbrennung um
Sport und Bewegung unterstützen die positiven Effekte
Gesünder essen nach dem Fasten
Heilfasten nach Buchinger
Ändern Sie Ihr Ernährungsverhalten
Bewegen Sie sich regelmäßig
Entwickeln Sie Achtsamkeit
Heilfasten hat nichts mit einer Nulldiät zu tun
Intervallfasten – Fasten für jeden Tag
Was bringt mir das Heilfasten?
Fasten für Körper, Geist und Seele
Heilfasten ist aktive Gesundheitsvorsorge
Wann hilft Fasten besonders?
Aus der Praxis von Dr. Buchinger
Muss ich während des Fastens hungern?
Warum fasten so viele Menschen?
Woher kommt eine Fasteneuphorie?
Was versteht man unter »Schlacken«?
Warum ist Bewegung beim Heilfasten so wichtig?
Gibt es einen Verjüngungseffekt?
Warum soll ich so viel trinken?
Zu Hause fasten – so geht’s
Bereiten Sie sich gut vor
Bereiten Sie sich mental vor
Was ist Ihre Motivation?
Gibt es Tipps für einen optimalen Fastenerfolg?
Praktische Vorbereitung
Ihre Einkaufsliste für die nächsten Tage
Die Entlastungstage
Mahlzeiten für die Entlastungstage
Oje, die Darmreinigung!
So geht’s:
Meine Fastenwoche – das 7-Tage-Programm
Bewegung gehört dazu
Achtsamkeit tut der Seele gut
Der erste Fastentag
Ihr individuelles Begleitprogramm
Den Atem beobachten
Der zweite Fastentag
Darmreinigung
Ihr individuelles Begleitprogramm
Im Stehen den Atem beobachten
Der dritte Fastentag
Einen Leberwickel anlegen
Ihr individuelles Begleitprogramm
Der vierte Fastentag
Ihr individuelles Begleitprogramm
Der fünfte Fastentag
Ihr individuelles Begleitprogramm
Der sechste Fastentag
Ihr individuelles Begleitprogramm
Der siebte Fastentag
Ihr individuelles Begleitprogramm
Für die Aufbautage einkaufen
Wohlfühl- und Motivationstipps
Was tun, wenn ich fröstele?
Was tun, wenn mein Bauch grummelt?
Was tun, wenn ich Appetit/Hunger habe?
Was tun, wenn ich Kopfschmerzen habe?
Außerdem helfen:
Was tun, wenn meine Haut juckt?
Was tun, wenn ich Wadenkrämpfe habe?
Was tun, wenn mein Blutdruck sinkt oder mir schwindelig ist?
Was tun, wenn ich nachts nicht schlafen kann?
Stattdessen können Sie:
Was tun, wenn ich wissen will, ob ich abnehme?
Was tun, wenn Körper- oder Mundgeruch entsteht?
Was tun, wenn ich müde bin oder Ruhe brauche?
Geschafft! Fastenbrechen und Aufbautage
Der Tag des Fastenbrechens
Die Aufbautage
Erster Aufbautag
Zweiter Aufbautag
Dritter Aufbautag
Nicht in alte Gewohnheiten verfallen!
Fertig gefastet – und nun?
Ernährungstipps
Regelmäßige Mahlzeiten
Abnehmen beginnt im Mund!
Vorsicht bei Fruchtzuckerzusätzen
Kalorienzählen ist out
Möglichst nie: Fett plus Alkohol
Viel Wasser und Kräutertee trinken
Gewinn durch Verzicht
Auswärts essen
Vergessen Sie die Bewegung nicht!
Wie sich das Buchinger-Heilfasten entwickelte
Wie alles begann
Die Klinik in Bad Pyrmont
Empfehlungen von Dr. med. Andreas Buchinger
Buchtipps zum Weiterlesen
Interessante Websites
Interessante Untersuchungen und Studien
Autorenvorstellung
Sachverzeichnis
Impressum
Impressum
Eine Weile ohne Essen auszukommen, erscheint Ihnen befremdlich? Lesen Sie hier, wie Fasten funktioniert und welche positiven Effekte es auf Körper und Seele hat.
Die Supermarktregale sind immer voll. Wir können aus einer Fülle von Lebensmitteln auswählen und überall gibt es etwas zu essen. Früher dagegen gehörten Fastenzeiten zum Leben und zum Jahreslauf dazu.
Erst seit etwa 50 Jahren leben wir in einer Nahrungsmittel- und Ess-Überfülle. Bezogen auf die Evolution der Menschheit über Millionen von Jahren, ist das noch nicht einmal der Bruchteil einer Sekunde. Und damit beginnt unser Problem. Denn unsere »Software«, die unseren Stoffwechsel bestimmt, stammt noch aus der Urzeit. In der Entwicklungsgeschichte der Menschheit ging es immer darum, auch bei Nahrungsknappheit zu überleben. Unser gesamter Körper ist darauf programmiert, Reserven anzulegen – für etwaige schlechte Zeiten, in denen es nur wenig oder gar nichts zu essen gibt. Unser Organismus hat sehr effektive Strategien dafür entwickelt, Reserven anzulegen und sie in Mangelzeiten zu nutzen. Dabei wird die Energie aus der Nahrung überwiegend in Form von Körperfett gespeichert. Daneben gibt es noch einen kleinen Kohlenhydratspeicher in der Leber und der Muskulatur (Glykogen), diese Zuckervorräte reichen aber nur für einen Tag. Deswegen kann auch eine gewisse Menge an Eiweiß zur Energiegewinnung genutzt werden. In überwiegendem Maße werden jedoch aus Fett sozusagen »Treibstoffreserven« angelegt, weil dies wesentlich ökonomischer ist als das Speichern von Kohlenhydraten (also Zuckern).
Die ausgeklügelten Stoffwechselsysteme und Enzyme funktionieren nach wie vor in gleicher Weise wie in der Steinzeit: Sie legen unter allen Lebensumständen Vorräte (»Treibstoffreserven«) für Notzeiten an. Egal, wie viel oder wenig wir essen, unser Körper ist immer bestrebt, Fettreserven für Hungersnöte (zum Beispiel durch Ernteausfälle oder Kriege) anzulegen. Und da wir heutzutage meist viel mehr essen, als wir verbrauchen, verfetten wir regelrecht. Diese »Körperverfettung« kann zu zahlreichen ernährungsabhängigen Krankheiten – die auch das Leben gefährden – führen: Dem Übergewicht folgen oft Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes. Da diese Erkrankungen nicht wehtun, bleiben sie oft jahrelang unbemerkt.
Und auch unser Essverhalten ist oft »maßlos«. Wir essen nicht nur dann, wenn wir wirklich hungrig sind. Wir essen, weil wir gerade Appetit (= Lust) auf etwas haben oder aber zu wenig getrunken haben. Wir essen nebenher (zum Beispiel bei der Arbeit am PC), ohne das als Essen wahrzunehmen. Appetit wird leider oft mit echtem, das Überleben sicherndem Hunger verwechselt. Oder wir lassen uns durch den Duft aus der Bäckerei oder dem Schnellimbiss oder durch Werbung verführen. Wir essen, weil wir uns langweilen oder weil wir gestresst sind oder weil wir gefrustet oder genervt sind, weil wir traurig sind … Es gibt viele Gründe dafür, dass wir etwas in uns »hineinstopfen«. Nur selten ist es echter Hunger, der anzeigen würde, dass unser Körper tatsächlich Nahrung braucht. Damit essen wir deutlich mehr, als wir zur Deckung des lebensnotwendigen Energiebedarfs bräuchten. Wir überfluten unseren Körper also mit Nahrungsenergie. Und wie Sie jetzt wissen, kann der Körper gar nicht anders, als diese Energie in Form von Fett zu speichern.
Unser Körper rechnet damit, dass auch Zeiten der Nahrungsknappheit auf uns zukommen. Eigentlich ist es nur logisch, diese Fastenzeit, die im Laufe der Menschheitsgeschichte bisher immer von außen vorgegeben wurde, jetzt – in Zeiten des ständigen Überflusses – selbst zu initiieren. Gerade wenn die äußeren Umstände zu Maßlosigkeit und Völlerei verleiten, brauchen wir Fastenzeiten.
Fasten ist heute wichtiger denn je. Es dient nicht nur dazu, überflüssige Fettreserven abzubauen, sondern es wirkt wie eine Verjüngungskur. Oder computertechnisch ausgedrückt: Fasten ist ein »Reset«, danach laufen die »Stoffwechsel- und die anderen Programme« wieder wie ursprünglich vorgesehen. Fasten wirkt auf allen Ebenen des Körpers. Viele sagen nach dem Fasten, dass sie sich »wie neu geboren« und leichter (wie erleichtert) fühlen. Fasten gewinnt immer mehr an Popularität, nicht auch zuletzt durch die positiven Studienergebnisse aus den USA (Valter Longo/Mark Mattson), aus Japan (Yoshinori Ohsumi, der für seine Forschungen zum Verhalten fastender Zellen – die sogenannte Autophagie – den Nobelpreis bekam) und aus Deutschland (Andreas Michalsen).
Wer fastet, »reinigt« und regeneriert seinen Körper. Eine Fastenkur »säubert« nicht nur den Darm, sondern auch das Bindegewebe sowie die Organe, Blutgefäße und Gelenke. Ist die Nahrungsaufnahme weitestgehend gestoppt, greift der Körper auf seine eigenen Reserven zurück: Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß. Körpereigene Bestände (an Fett) werden verstoffwechselt. Abbauprodukte, Stoffwechselzwischen- und -endprodukte, aus der Umwelt in unseren Körper (vergleichbar einer Firewall) gelangende Substanzen usw. werden nach und nach abgebaut und ausgeschieden. Dabei unterscheidet der Körper sehr genau zwischen überflüssigem Ballast und lebenswichtigen Strukturen, die dabei nicht angegriffen, sondern sogar besonders geschützt werden. Bestimmte überschüssige Substanzen, die sich durch die Überernährung angesammelt haben, werden ausgeschieden. Diese »Müllentsorgung« funktioniert im Fasten automatisch.
Diese Stoffe/Substanzen werden von Laien (nicht von Medizinern!) plakativ auch als »Schlacken« bezeichnet, die während des Fastens über Darm, Nieren, Haut und Atmungsorgane entsorgt werden. (»Schlacken« ist kein medizinischer Fachausdruck, sondern nur eine Beschreibung für viele Vorgänge beim Fasten.) Man sagt deshalb auch, dass Fasten »entschlackend« wirkt. Mediziner verwenden den Begriff »Schlacken« eher nicht, da es für die zahlreichen Aspekte der Wirkungen des Fastens diverse wissenschaftlich exaktere Begriffe gibt.
Fasten hat unzählige positive Wirkungen auf unseren Körper, die nicht nur fühlbar sind, sondern sich auch messen und nachweisen lassen. Während ein Mensch fastet, sinkt zum Beispiel die Konzentration von Stresshormonen im Blut und es kommt zu einer verbesserten Wirkung des Glückshormons Serotonin. Ebenso wird die Insulinproduktion herabgesetzt, was dem Körper insgesamt eine nicht zu unterschätzende Erleichterung bringt. Im Fastenzustand wird vermehrt Spermidin gebildet, das die ▶ Autophagie aktiviert.
