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Seit der Vorauflage des Jahres 2018 hat sich die Verwaltungswelt insbesondere durch Digitalisierung und nicht zuletzt auch durch die Corona-Pandemie massiv verändert. Das spiegelt sich in der in der Neuauflage umfassend eingearbeiteten personalvertretungsrechtlichen Rechtsprechung wider. Die Novelle des BPersVG vom 15. Juni 2021 hat das Gesetz zudem strukturell grundlegend neu gestaltet sowie vielfach auch inhaltlich verändert. So wurden insbesondere die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts aus 1995 zum Letztentscheidungsrecht mit erheblichen Konsequenzen für die Beteiligung des Personalrats umgesetzt. Der Kommentar hilft zudem bei der Auslegung der Vielzahl weiterer neuer Bestimmungen (u.a. zur Vermeidung personalvertretungsloser Zeiten, Übergangs- und Restmandat bei Umstrukturierungen, zur Digitalisierung der Personalratsarbeit mittels Zulassung digitaler Formate für Sitzungen, Sprechstunden, Personalversammlungen sowie elektronischer Kommunikation und Fristabsprachen zwischen Dienststelle und Personalrat, weiterhin zum Datenschutz, Auswahlrecht der Liste bei Freistellungen, neuen Beteiligungstatbeständen). Das Werk bietet damit bei der Anwendung der neuen Gesetzesfassung mit ihren umfangreichen Änderungen zuverlässig Orientierung und Unterstützung. Der Kommentar richtet sich an alle mit dem Personalvertretungsrecht Befassten in der öffentlichen Verwaltung, Rechtswissenschaft, Anwaltschaft, Gerichtsbarkeit und an Gewerkschaften.
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Seitenzahl: 4179
Veröffentlichungsjahr: 2022
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mit Wahlordnung unter Einbeziehung der Landespersonalvertretungsgesetze
erläutert von
Dr. Wilhelm Ilbertzehem. Leiter des Projektbereichs Mitbestimmung, Personalvertretungs- und Betriebsverfassungsrecht beim dbb beamtenbund und tarifunion
Prof. Dr. Ulrich WidmaierRichter am Bundesverwaltungsgericht a. D., Honorarprofessor für Öffentliches Recht, insbesondere Öffentliches Dienstrecht und Recht der Europäischen Menschenrechtskonvention an der Universität Halle-Wittenberg
Stefan A. KascherusRechtsanwalt
Nicole KnorzRechtsanwältin
PD Dr. Thomas Spitzlei
Ass. iur. Susanne Süllwold
begründet von
Walter Grabendorff †Oberverwaltungsgerichtsrat
Clemens Windscheid †Bundesbahnoberrat a. D.
15., überarbeitete Auflage
Verlag W. Kohlhammer
15. Auflage 2023
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-038986-1
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-038987-8
epub: ISBN 978-3-17-038988-5
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Seit der Vorauflage des Jahres 2018 hat sich die Verwaltungswelt insbesondere durch Digitalisierung und nicht zuletzt auch durch die Corona-Pandemie massiv verändert. Das spiegelt sich in der in der Neuauflage umfassend eingearbeiteten personalvertretungsrechtlichen Rechtsprechung wider. Die Novelle des BPersVG vom 15. Juni 2021 hat das Gesetz zudem strukturell grundlegend neu gestaltet sowie vielfach auch inhaltlich verändert. So wurden insbesondere die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts aus 1995 zum Letztentscheidungsrecht mit erheblichen Konsequenzen für die Beteiligung des Personalrats umgesetzt. Der Kommentar hilft zudem bei der Auslegung der Vielzahl weiterer neuer Bestimmungen (u.a. zur Vermeidung personalvertretungsloser Zeiten, Übergangs- und Restmandat bei Umstrukturierungen, zur Digitalisierung der Personalratsarbeit mittels Zulassung digitaler Formate für Sitzungen, Sprechstunden, Personalversammlungen sowie elektronischer Kommunikation und Fristabsprachen zwischen Dienststelle und Personalrat, weiterhin zum Datenschutz, Auswahlrecht der Liste bei Freistellungen, neuen Beteiligungstatbeständen). Das Werk bietet damit bei der Anwendung der neuen Gesetzesfassung mit ihren umfangreichen Änderungen zuverlässig Orientierung und Unterstützung.
Der Kommentar richtet sich an alle mit dem Personalvertretungsrecht Befassten in der öffentlichen Verwaltung, Rechtswissenschaft, Anwaltschaft, Gerichtsbarkeit und an Gewerkschaften.
Dr. Wilhelm Ilbertz, ehem. Leiter des Projektbereichs Mitbestimmung, Personalvertretungs- und Betriebsverfassungsrechts beim dbb beamtenbund und tarifunion; Prof. Dr. Ulrich Widmaier, Richter am BVerwG a.D., Honorarprofessor für Öffentliches Recht an der Universität Halle-Wittenberg. Stefan A. Kascherus, Rechtsanwalt; Nicole Knorz, Rechtsanwältin; PD Dr. Thomas Spitzlei; Ass. iur. Susanne Süllwold.
Ein Gesetz, das in 47 Jahren kaum geändert worden ist, kann so schlecht, wie von manchen behauptet, nicht gewesen sein. Rechtsprechung und Literatur haben in erheblichem Maße dazu beigetragen, dass das Bundespersonalvertretungsgesetz im Laufe der Jahrzehnte in alle Richtungen interpretiert und dadurch trotz der Vielfältigkeit der Strukturen der öffentlichen Verwaltung zu einer überwiegend unproblematischen Handhabung geführt wurde. Deshalb ist auch „die Schaffung von Rechtsklarheit durch die Kodifizierung der zum Personalvertretungsrecht ergangenen Rechtsprechung“ erklärtes Ziel des neuen Gesetzes (vgl. BT-Drucks. 19/26820, S. 1).
Die seit der 14. Auflage (2018) ergangenen Entscheidungen vor allem der zweiten und dritten Instanz, die in erheblichem Maße zur Klarstellung bisheriger Zweifelsfragen u. a. im Bereich der Geschäftsführung und der Informationsrechte der Personalvertretungen beigetragen haben, werden in der vorliegenden 15. Auflage ausführlich interpretiert und in Bezug auf die neuen Vorschriften erläutert. Auch die in den einschlägigen Fachzeitschriften veröffentlichten Aufsätze sind eingearbeitet und zur Auslegung der einzelnen Bestimmungen genutzt worden.
Vor allem bietet die 15. Auflage eine Hilfestellung bei der Interpretation der zahlreichen gesetzlichen Neuerungen (u. a. Wahlrechtsgrundsätze, Vermeidung personalvertretungsloser Zeiten, Schaffung gesetzlicher Übergangs- und Restmandate bei Umstrukturierungsmaßnahmen, Beschlussfassung in Video- oder Telefonkonferenzen, Befangenheit, Freistellungen, elektronische Kommunikation, Informationsrechte/Datenschutz, Beteiligungsangelegenheiten/Beteiligungsverfahren) an.
Trotz der zwischen dem Personalvertretungs- und dem Betriebsverfassungsgesetz bestehenden Unterschiede (s. § 1 Anm. 28 ff) ist die aktuelle Rechtsprechung des BAG deshalb verstärkt in diese Auflage eingearbeitet worden, weil es vor allem in den Bereichen der Geschäftsführung, der Beteiligungsrechte und der Wahlvorschriften eine Vielzahl gleich gelagerter Problemfelder gibt.
Alle Entscheidungen der Verwaltungs- und der Arbeitsgerichte werden im Interesse einer erleichterten Arbeitsweise mit den wichtigsten Fundstellen angegeben.
Die einzelnen Bestimmungen der Landespersonalvertretungsgesetze werden bei der Kommentierung der jeweiligen Vorschrift in Bezug zu jenen des BPersVG gesetzt, um auch die 15. Auflage einer Nutzung in den Ländern zuzuführen.
Nachdem Herr Rechtsanwalt Stefan Sommer aus unserem Autorenteam ausgeschieden ist, freuen wir uns sehr darüber, mit Herrn Rechtsanwalt Stefan A. Kascherus, Frau Rechtsanwältin Nicole Knorz, Herrn PD Dr. Thomas Spitzlei und Frau Ass. iur. Susanne Süllwold Co-Autorinnen/Co-Autoren hinzugewonnen zu haben, die durch zahlreiche einschlägige Veröffentlichungen ihre Kompetenz im Personalvertretungs- bzw. öffentlichen Dienstrecht nachgewiesen haben.
Im August 2022Dr. W. Ilbertz
Prof. Dr. U. Widmaier
Vorwort
Inhaltsübersicht
Bearbeiterverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Literaturverzeichnis
Bundespersonalvertretungsgesetz (Gesetzestext)
Einleitung
Personalvertretungsgesetze der Länder (Rechtsgrundlagen)
Bundespersonalvertretungsgesetz (Kommentar)
Wahlordnung zum Bundespersonalvertretungsgesetz (Kommentar)
Anhang:
Anhang I.Wahlordnungen zu den Personalvertretungsgesetzen der Länder (Rechtsgrundlagen)1675
Anhang II.Kostenerstattung für die Teilnahme an Schulungs- und Bildungsveranstaltungen sowie die hierfür notwendigen Freistellungen nach § 54 Abs. 1 Bundespersonalvertretungsgesetz (BPersVG)1676
Stichwortverzeichnis
Ilbertz
§ 2 Abs. 2 bis 5; § 9 Abs. 4 und 5; §§ 12 bis 19; § 24; § 26, § 30, §§ 34 bis 49; §§ 57 bis 62; §§ 65 bis 67; § 69; § 78 Abs. 1 Nrn. 8 bis 15; §§ 99 bis 107; §§ 129 bis 131, und Wahlordnung: §§ 1 bis 54.
Widmaier
Einleitung (nur Europarecht); § 1; § 2 Abs. 1; §§ 5 bis 8; § 9 Abs. 1 bis 3; § 25; §§ 27 bis 29; § 64; §§ 70 bis 77; § 78 Abs. 2 bis 5; § 79; §§ 81 bis 84; § 87; § 109 und §§ 125 bis 127.
Kascherus
§ 55; § 68; § 80; §§ 85, 86; § 128
Knorz
Einleitung (Ausnahme H. Europarecht), §§ 3, 4; §§ 10, 11; §§ 31 bis 33; §§ 50 bis 54; § 56; § 63; § 78 Abs. 1 Nrn. 1 bis 7; §§ 88 bis 95; § 108; §§ 110 bis 124.
Spitzlei
§§ 96 bis 98.
Süllwold
§§ 20 bis 23
Zitiervorschlag:
Ilbertz, in Ilbertz/Widmaier, 15. Aufl. 2022, § 30 Anm. 1
Widmaier, in Ilbertz/Widmaier, 15. Aufl. 2022, § 2 Anm. 5
Kascherus, in Ilbertz/Widmaier, 15. Aufl. 2022, 55 Anm. 4
Knorz, in Ilbertz/Widmaier, 15. Aufl. 2022, § 11 Anm. 3
Spitzlei, in Ilbertz/Widmaier, 15. Aufl. 2022, § 96 Anm. 3
Süllwold, in Ilbertz/Widmaier, 15. Aufl. 2022, § 20 Anm. 2
Ausschließlich im Interesse der besseren Lesbarkeit haben wir uns entschlossen, im Text die männliche Form zu benutzen. Wir sprechen damit alle Leserinnen und Leser an und hoffen, damit in deren Sinne gehandelt zu haben.
Die Zitate, mit denen wir auf einschlägige Kommentare hinweisen, beziehen sich auf die bei Redaktionsschluss jeweils vorliegende aktuelle, aus dem Literaturverzeichnis ersichtliche Ausgabe. Dort, wo ein Kommentar bereits die mit Inkrafttreten der BPersVG-Novelle am 15. Juni 2021 geänderten Paragrafenbezeichnungen verwendet, haben wir den Zusatz „n. F.“ angehängt.
Altvater/Baden/Baunack/Berg/Dierßen/Herget/Kröll/Lenders/Noll, Bundespersonalvertretungsgesetz mit Wahlordnung und ergänzenden Vorschriften, 10. Aufl., Frankfurt am Main 2019 (zitiert: Altvater u. a.)
Ballerstedt/Schleicher/Faber, Bayerisches Personalvertretungsgesetz mit Wahlordnung, Praktiker-Kommentar, Loseblattwerk, forgeführt von Hebeler, Resch (zitiert: Ballerstedt u. a.), Februar 2022
Battis/Ilbertz, Personalvertretungsrecht, 2. Aufl., München 1992
Battis/Grigoleit/Hebeler, Bundesbeamtengesetz, 5. Aufl., München 2017
Bepler/Böhle/Meerkamp/Russ, TVöD, Kommentar, Loseblattwerk, 2019München
Bieler/Müller-Fritzsche, Personalvertretungsgesetz für das Land Niedersachsen, Kommentar, 18. Aufl., Wiesbaden 2020
Bieler/Gronimus/Rehak/Schneider/Kleffner/Vogelgesang, Landespersonalvertretungsgesetz Sachsen-Anhalt, Kommentar mit weiterführenden Vorschriften, Loseblattwerk, Stand 2021, Berlin
Breier/Dessau/Kiefer /Lang/Langenbrinck, TVöD, Kommentar, Loseblattwerk, München 2018 (zitiert: Breier u. a.)
Cecior/Vallendar/Lechtermann, Das Personalvertretungsrecht in Nordrhein-Westfalen, Kommentar, Loseblattwerk, Stand 2021, München (zitiert: Cecior u. a.)
Däubler/Klebe/Wedde, Betriebsverfassungsgesetz mit Wahlordnung, 17. Aufl., Frankfurt 2020
Dembowski/Ladwig/Sellmann, Das Personalvertretungsgesetz in Niedersachsen, Kommentar mit Textsammlung, Loseblattwerk, Stand Februar 2022, Berlin
Düwell (Hrsg.), Betriebsverfassungsgesetz, 6. Auflage, Baden-Baden 2021
Eichen/Metzger/Sohm, Soldatengesetz, Kommentar, 4. Auflage, 2021
Erfurter Kommentar, zum Arbeitsrecht, 21. Aufl., München 2021
Fischer/Goeres/Gronimus/Lechtermann, Gesamtkommentar Öffentliches Dienstrecht, Band V: Personalvertretungsrecht des Bundes und der Länder, Loseblattwerk, Berlin 1974 ff. (zitiert: Fischer u. a.), Stand Juli 2022
Fitting/Engels/Schmidt/Trebinger/Linsenmaier, Betriebsverfassungsgesetz mit Wahlordnung, Handkommentar, 30. Aufl., München 2020 (zitiert: Fitting u. a.)
Fürst/Arndt/Bachmann, Beamtenrecht des Bundes und der Länder, Richterrecht und Wehrrecht, Loseblattwerk, Berlin 1973 ff., Stand 2016. (zitiert: Fürst u. a.)
Grunsky/Waas/Benecke/Greiner, Arbeitsgerichtsgesetz, 8. Aufl., München 2014
Ilbertz, Personalvertretungsgesetz Berlin, Kommentar, Berlin 1984
Ilbertz/Hebeler, Personalvertretungsrecht des Bundes und der Länder – mit Wahlordnung –, Praktisches Handbuch mit Erläuterungen, Rechtsprechungsübersicht, Begriffsbestimmungen und Mustern, 18. Aufl., Berlin 2017
Klocke, Der Unterlassungsanspruch in der deutschen und europäischen Betriebs- und Personalverfassung, Berlin 2013
Lautenbach/Renninger/Beckerle/Enke/Winter, Personalvertretungsrecht Rheinland-Pfalz, Kommentar mit Wahlordnung, Loseblatt, Stand 2021, Regensburg
Leuze/Wörz/Bieler, Das Personalvertretungsrecht in Baden-Württemberg, Loseblattausgabe, Kommentar, Stand 2021, Bielefeld
Lorenzen/Gerhold/Schlatmann/Rehak/Hebeler/Ramm/Sachadae, Bundespersonalvertretungsgesetz (BPersVG) Kommentar, Loseblattausgabe, Heidelberg 1975 ff., (zitiert: Lorenzen u. a.), Stand: Juni 2022
Ossenbühl, Grenzen der Mitbestimmung im Öffentlichen Dienst, Baden-Baden 1986
Redeker/von Oertzen, Verwaltungsgerichtsordnung, Kommentar, 16. Aufl., Stuttgart 2014
Richardi, Betriebsverfassungsgesetz mit Wahlordnung, Kommentar, 17. Aufl., München 2022
Richardi/Dörner/Weber, Personalvertretungsrecht, Bundespersonalvertretungsgesetz und Personalvertretungsgesetze der Länder, 5. Aufl., München 2020 (zitiert: Richardi u. a.)
von Roetteken/Rothländer, HBR – Hessisches Bedienstetenrecht Teil I: Personalvertretungsrecht, Loseblattwerk, Stand 2022, Heidelberg
Rooschüz/Bader, Landespersonalvertretungsgesetz für Baden-Württemberg, 16. Aufl., Stuttgart 2019
Schaub, Arbeitsrechtshandbuch (bearbeitet von Schaub, Koch, Linck, Treber, Vogelsang), 19. Aufl., München 2021
Schütz/Maiwald, Beamtenrecht des Bundes und der Länder, Kommentar, Loseblattwerk, Stand Januar 2022, Heidelberg
Schwegmann/Summer, Besoldungsrecht des Bundes und der Länder, Kommentar, Loseblattwerk, München 1975 ff
Simitis (Hrsg.), Bundesdatenschutzgesetz, 8. Aufl., Baden-Baden 2014
Sommer/Süllwold, Novelle BPersVG 2021, mit Synopse zum Altrecht, amtlicher Begründung und Erläuterungen, 1. Aufl. 2021, Berlin
Spiegel, Personalvertretungsrecht und Demokratieprinzip, Marburg 2002
Stahlhacke/Preis/Vossen, Kündigung und Kündigungsschutz im Arbeitsverhältnis, 11. Aufl., München 2015
Süllwold, Herausforderung Personalratswahl Ein Leitfaden – nicht nur für Wahlvorstandsmitglieder, 1. Aufl. 2021/2022, Berlin (zitiert: Süllwold, S. …)
Welkoborsky/Baumgarten/Berg, Landespersonalvertretungsgesetz Nordrhein-Westfalen, Basiskommentar mit Wahlordnung, 8. Aufl., Frankfurt 2020
Widmaier/Leuze/Lindenberg-Wendler (Hrsg.), Das Personalvertretungsrecht in Baden-Württemberg, Kommentar, Loseblattwerk, 1989 ff., fortgeführt ab April 1994 als: Widmaier/Leuze/Wörz; fortgeführt ab 2000 als Leuze/Wörz/Bieler, Stand 2015, München
Wolf/Höges, fortgeführt von RA Mader, Soldatenbeteiligungsgesetz, Kommentar, Loseblattwerk, Stand 2021, Regensburg
Wolff/Bachof/Stober/Kluth, Verwaltungsrecht I, 12. Aufl., Verwaltungsrecht II, 7. Aufl., München 2010
vom 15. März 1974 (BGBl. I S. 693), zuletzt geändert durch Gesetz vom 9. Juni 2021 (BGBl. I S. 1614)
Teil 1Personalvertretungen im Bundesdienst
Kapitel 1Allgemeine Vorschriften
§ 1Anwendungsbereich
§ 2Grundsätze der Zusammenarbei
§ 3Ausschluss abweichender Regelungen
§ 4Begriffsbestimmungen
§ 5Gruppen von Beschäftigten
§ 6Dienststellenaufbau, gemeinsame Dienststellen
§ 7Verselbstständigung von Nebenstellen und Dienststellenteilen
§ 8Vertretung der Dienststelle
§ 9Stellung der Gewerkschaften und Arbeitgebervereinigungen
§ 10Behinderungs-, Benachteiligungs- und Begünstigungsverbot
§ 11Schweigepflicht
§ 12Unfallfürsorge
Kapitel 2Personalrat
Abschnitt 1Wahl und Zusammensetzung des Personalrats
§ 13Bildung von Personalräten
§ 14Wahlberechtigung
§ 15Wählbarkeit
§ 16Zahl der Personalratsmitglieder
§ 17Sitzverteilung auf die Gruppen
§ 18Berücksichtigung der Beschäftigungsarten und Geschlechter
§ 19Wahlgrundsätze und Wahlverfahren
§ 20Wahlvorschläge
§ 21Bestellung des Wahlvorstands durch den Personalrat
§ 22Wahl des Wahlvorstands durch die Personalversammlung
§ 23Bestellung des Wahlvorstands durch die Leiterin oder den Leiter der Dienststelle
§ 24Aufgaben des Wahlvorstands
§ 25Schutz und Kosten der Wahl
§ 26Anfechtung der Wahl
Abschnitt 2Amtszeit
§ 27Zeitpunkt der Wahl, Amtszeit
§ 28Vorzeitige Neuwahl
§ 29Übergangsmandat und Restmandat bei Umstrukturierungsmaßnahmen
§ 30Ausschluss eines Mitglieds und Auflösung des Personalrats
§ 31Erlöschen der Mitgliedschaft
§ 32Ruhen der Mitgliedschaft
§ 33Eintritt von Ersatzmitgliedern
Abschnitt 3Geschäftsführung
§ 34Vorstand
§ 35Vorsitz
§ 36Anberaumung von Sitzungen
§ 37Teilnahme- und Stimmrecht sonstiger Personen
§ 38Zeitpunkt der Sitzungen und Nichtöffentlichkeit
§ 39Beschlussfassung
§ 40Beschlussfassung in gemeinsamen Angelegenheiten und in Gruppenangelegenheiten
§ 41Ausschluss von Beratung und Beschlussfassung
§ 42Aussetzung von Beschlüssen
§ 43Protokoll
§ 44Geschäftsordnung
§ 45Sprechstunden
§ 46Kosten der Personalratstätigkeit
§ 47Sachaufwand und Büropersonal
§ 48Bekanntmachungen und Aushänge
§ 49Verbot der Beitragserhebung
Abschnitt 4Rechtsstellung der Personalratsmitglieder
§ 50Ehrenamtlichkeit
§ 51Versäumnis von Arbeitszeit
§ 52Freistellung
§ 53Auswahl der freizustellenden Mitglieder
§ 54Teilnahme an Schulungs- und Bildungsveranstaltungen
§ 55Schutz vor Kündigung, Versetzung, Abordnung und Zuweisung
§ 56Besonderer Schutz der Auszubildenden
Kapitel 3Personalversammlung
§ 57Zusammensetzung, Leitung, Teilversammlung
§ 58Nichtöffentlichkeit, Teilnahmerechte
§ 59Ordentliche und außerordentliche Personalversammlung
§ 60Zeitpunkt, Dienstbefreiung, Bezüge, Fahrtkosten
§ 61Befugnisse
Kapitel 4Beteiligung des Personalrats
Abschnitt 1Allgemeines
§ 62Allgemeine Aufgaben
§ 63Dienstvereinbarungen
§ 64Durchführung der Entscheidungen
Abschnitt 2Unterrichtungs- und Teilnahmerechte, Datenschutz
§ 65Monatsgespräch
§ 66Informationspflicht der Dienststelle
§ 67Beratende Teilnahme an Prüfungen
§ 68Hinzuziehung in Fragen des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung
§ 69Datenschutz
Abschnitt 3Mitbestimmung
Unterabschnitt 1Verfahren der Mitbestimmung
§ 70Verfahren zwischen Dienststelle und Personalrat
§ 71Stufenverfahren
§ 72Anrufung der Einigungsstelle
§ 73Bildung und Zusammensetzung der Einigungsstelle
§ 74Verfahren der Einigungsstelle
§ 75Bindung an die Beschlüsse der Einigungsstelle
§ 76Vorläufige Maßnahmen
§ 77Initiativrecht des Personalrats
Unterabschnitt 2Angelegenheiten der Mitbestimmung
§ 78Mitbestimmung in Personalangelegenheiten
§ 79Mitbestimmung in sozialen Angelegenheiten
§ 80Mitbestimmung in organisatorischen Angelegenheiten
Abschnitt 4Mitwirkung
Unterabschnitt 1Verfahren der Mitwirkung
§ 81Verfahren zwischen Dienststelle und Personalrat
§ 82Stufenverfahren
§ 83Vorläufige Maßnahmen
Unterabschnitt 2Angelegenheiten der Mitwirkung
§ 84Angelegenheiten der Mitwirkung
§ 85Ordentliche Kündigung
Abschnitt 5Anhörung
§ 86Außerordentliche Kündigung und fristlose Entlassung
§ 87Weitere Angelegenheiten der Anhörung
Kapitel 5Stufenvertretungen und Gesamtpersonalrat
Abschnitt 1Bildung und Beteiligung der Stufenvertretungen
§ 88Errichtung
§ 89Wahl und Zusammensetzung
§ 90Amtszeit und Geschäftsführung
§ 91Rechtsstellung
§ 92Zuständigkeit
Abschnitt 2Bildung und Beteiligung des Gesamtpersonalrats
§ 93Errichtung
§ 94Anzuwendende Vorschriften
§ 95Zuständigkeit
Kapitel 6Arbeitsgemeinschaft der Hauptpersonalräte
§ 96Zusammensetzung, Amtszeit, Teilnahmerechte
§ 97Geschäftsführung und Rechtsstellung
§ 98Stellungnahmerecht bei ressortübergreifenden Digitalisierungsmaßnahmen
Kapitel 7Jugend- und Auszubildendenvertretung, Jugend- und Auszubildendenversammlung
§ 99Errichtung
§ 100Wahlberechtigung und Wählbarkeit
§ 101Größe und Zusammensetzung
§ 102Wahl, Amtszeit und Vorsitz
§ 103Aufgaben
§ 104Zusammenarbeit mit dem Personalrat
§ 105Anzuwendende Vorschriften
§ 106Jugend- und Auszubildendenversammlung
§ 107Stufenvertretungen
Kapitel 8Gerichtliche Entscheidungen
§ 108Zuständigkeit der Verwaltungsgerichte, Anwendung des Arbeitsgerichtsgesetzes
§ 109Bildung von Fachkammern und Fachsenaten
Kapitel 9Sondervorschriften
Abschnitt 1Vorschriften für besondere Verwaltungszweige
§ 110Grundsatz
§ 111Bundespolizei
§ 112Bundesnachrichtendienst
§ 113Bundesamt für Verfassungsschutz
§ 114Bundesagentur für Arbeit und andere bundesunmittelbare Körperschaften des öffentlichen Rechts im Bereich der Sozialversicherung
§ 115Deutsche Bundesbank
§ 116Deutsche Welle
§ 117Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung
Abschnitt 2Dienststellen des Bundes im Ausland
§ 118Grundsatz
§ 119Allgemeine Regelungen
§ 120Vertrauensperson der lokal Beschäftigten
§ 121Ergänzende Regelungen für die Dienststellen im Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts mit Ausnahme der Dienststellen des Deutschen Archäologischen Instituts
§ 122Ergänzende Regelungen für die Dienststellen des Deutschen Archäologischen Instituts
§ 123Ergänzende Regelungen für die Dienststellen des Bundesnachrichtendienstes
§ 124Ergänzende Regelungen für die Dienststellen im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung
Abschnitt 3Behandlung von Verschlusssachen
§ 125Ausschuss für Verschlusssachen und Verfahren
Teil 2Für die Länder geltende Vorschriften
§ 126Anwendungsbereich
§ 127Besonderer Schutz von Funktionsträgern
§ 128Beteiligung bei Kündigungen
Teil 3Schlussvorschriften
§ 129Verordnungsermächtigung
§ 130Übergangsregelung für bestehende Jugend- und Auszubildendenvertretungen und Personalvertretungen
§ 131Übergangsregelung für die Personalvertretungen in den Ländern
§ 1Anwendungsbereich
(1) Dieser Teil gilt für die Verwaltungen des Bundes und die bundesunmittelbaren Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts sowie die Gerichte des Bundes. Zu den Verwaltungen im Sinne dieses Gesetzes gehören auch die Betriebsverwaltungen.
(2) Dieses Gesetz gilt nicht für Religionsgemeinschaften und ihre karitativen und erzieherischen Einrichtungen ohne Rücksicht auf ihre Rechtsform; ihnen bleibt die selbstständige Ordnung eines Personalvertretungsrechts überlassen.
§ 2Grundsätze der Zusammenarbeit
(1) Dienststelle und Personalvertretung arbeiten unter Beachtung der Gesetze und Tarifverträge vertrauensvoll zum Wohl der Beschäftigten und zur Erfüllung der der Dienststelle obliegenden Aufgaben zusammen.
(2) Dienststelle und Personalvertretung haben alles zu unterlassen, was geeignet ist, die Arbeit und den Frieden der Dienststelle zu beeinträchtigen. Insbesondere dürfen sie keine Maßnahmen des Arbeitskampfes gegeneinander durchführen. Die Zulässigkeit von Arbeitskämpfen tariffähiger Parteien wird hierdurch nicht berührt.
(3) Außenstehende Stellen dürfen erst angerufen werden, wenn eine Einigung in der Dienststelle nicht erzielt worden ist.
(4) Dienststelle und Personalvertretung haben darüber zu wachen, dass alle Angehörigen der Dienststelle nach Recht und Billigkeit behandelt werden. Dazu zählt insbesondere, dass jede Benachteiligung von Personen wegen ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Abstammung oder sonstigen Herkunft, ihrer Nationalität, ihrer Religion oder Weltanschauung, ihrer Behinderung, ihres Alters, ihrer politischen oder gewerkschaftlichen Betätigung oder Einstellung oder wegen ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Identität unterbleibt. Dabei müssen Dienststelle und Personalvertretung sich so verhalten, dass das Vertrauen der Verwaltungsangehörigen in die Objektivität und Neutralität ihrer Amtsführung nicht beeinträchtigt wird.
(5) Die Leiterin oder der Leiter der Dienststelle und ihre oder seine Vertretung sowie die Personalvertretung und ihre Mitglieder haben jede parteipolitische Betätigung in der Dienststelle zu unterlassen; die Behandlung von Tarif-, Besoldungs- und Sozialangelegenheiten wird hierdurch nicht berührt.
§ 3Ausschluss abweichender Regelungen
Durch Tarifvertrag oder Dienstvereinbarung kann das Personalvertretungsrecht nicht abweichend von diesem Gesetz geregelt werden.
§ 4Begriffsbestimmungen
(1) Im Sinne dieses Gesetzes sind
1. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Beschäftigten, die nach dem für die Dienststelle maßgebenden Tarifvertrag oder nach der Dienstordnung Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind, die als übertarifliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt werden oder die sich in einer beruflichen Ausbildung befinden,
2. Arbeitstage die Wochentage Montag bis Freitag mit Ausnahme der gesetzlichen Feiertage,
3. Beamtinnen und Beamte die Beschäftigten, die nach den jeweils für sie geltenden Beamtengesetzen Beamtinnen und Beamte sind,
4. Behörden der Mittelstufe die der obersten Dienstbehörde im Sinne dieses Gesetzes unmittelbar nachgeordneten Behörden, denen andere Dienststellen nachgeordnet sind,
5. Beschäftigte im öffentlichen Dienst vorbehaltlich des Absatzes 2 die Beamtinnen und Beamten sowie die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einschließlich der zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten sowie Richterinnen und Richter, die an eine der in § 1 Absatz 1 genannten Verwaltungen oder zur Wahrnehmung einer nichtrichterlichen Tätigkeit an ein Gericht des Bundes abgeordnet sind,
6. Dienststellen vorbehaltlich des § 6 die einzelnen Behörden, Verwaltungsstellen und Betriebe der in § 1 Absatz 1 genannten Verwaltungen sowie die Gerichte,
7. Personalvertretungen die Personalräte, die Stufenvertretungen und die Gesamtpersonalräte.
(2) Als Beschäftigte im Sinne dieses Gesetzes gelten nicht Personen,
1. deren Beschäftigung überwiegend durch Beweggründe karitativer oder religiöser Art bestimmt ist oder
2. die überwiegend zu ihrer Heilung, Wiedereingewöhnung oder Erziehung beschäftigt werden.
§ 5Gruppen von Beschäftigten
Die Beamtinnen und Beamten sowie die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bilden je eine Gruppe. Die in § 4 Absatz 1 Nummer 5 bezeichneten Richterinnen und Richter treten zur Gruppe der Beamtinnen und Beamten hinzu.
§ 6Dienststellenaufbau, gemeinsame Dienststellen
(1) Die einer Behörde der Mittelstufe unmittelbar nachgeordnete Behörde bildet mit den ihr nachgeordneten Stellen eine Dienststelle. Dies gilt nicht, soweit die weiter nachgeordneten Stellen im Verwaltungsaufbau nach Aufgabenbereich und Organisation selbstständig sind.
(2) Bei gemeinsamen Dienststellen des Bundes und anderer Körperschaften gelten nur die im Bundesdienst Beschäftigten als zur Dienststelle gehörig.
§ 7Verselbstständigung von Nebenstellen und Dienststellenteilen
Nebenstellen und Teile einer Dienststelle, die räumlich weit von dieser entfernt liegen, gelten als selbstständige Dienststellen, wenn die Mehrheit ihrer wahlberechtigten Beschäftigten dies in geheimer Abstimmung beschließt. Der Beschluss ist für die folgende Wahl und die Amtszeit der aus ihr hervorgehenden Personalvertretung wirksam.
§ 8Vertretung der Dienststelle
Für die Dienststelle handelt ihre Leiterin oder ihr Leiter. Sie oder er kann sich bei Verhinderung durch ihre oder seine ständige Vertreterin oder ihren oder seinen ständigen Vertreter vertreten lassen. Bei obersten Dienstbehörden kann die Leiterin oder der Leiter der Dienststelle auch die Leiterin oder den Leiter der Abteilung für Personal- und Verwaltungsangelegenheiten, bei Bundesoberbehörden ohne nachgeordnete Dienststellen und bei Behörden der Mittelstufe auch die jeweils entsprechende Abteilungsleiterin oder den jeweils entsprechenden Abteilungsleiter zur Vertreterin oder zum Vertreter bestimmen. Die Vertretung durch sonstige Beauftragte ist zulässig, sofern der Personalrat sich mit dieser Beauftragung einverstanden erklärt.
§ 9Stellung der Gewerkschaften und Arbeitgebervereinigungen
(1) Dienststelle und Personalvertretung arbeiten mit den in der Dienststelle vertretenen Gewerkschaften und Arbeitgebervereinigungen zum Wohl der Beschäftigten und zur Erfüllung der der Dienststelle obliegenden Aufgaben vertrauensvoll zusammen.
(2) Den Beauftragten der in der Dienststelle vertretenen Gewerkschaften ist zur Wahrnehmung der in diesem Gesetz genannten Aufgaben und Befugnisse nach Unterrichtung der Dienststelle Zugang zu der Dienststelle zu gewähren, soweit dem nicht zwingende dienstliche Gründe, zwingende Sicherheitsvorschriften oder der Schutz von Dienstgeheimnissen entgegenstehen.
(3) Die Aufgaben der Gewerkschaften und der Vereinigungen der Arbeitgeber, insbesondere die Wahrnehmung der Interessen ihrer Mitglieder, werden durch dieses Gesetz nicht berührt. Auf Verlangen einer Gewerkschaft oder einer Vereinigung der Arbeitgeber hat die Dienststelle in ihrem Intranet auf den Internetauftritt der Gewerkschaft oder der Arbeitgebervereinigung zu verlinken.
(4) Beschäftigte, die Aufgaben nach diesem Gesetz wahrnehmen, werden in der Betätigung für ihre Gewerkschaft auch in der Dienststelle nicht beschränkt.
(5) Die Personalvertretung hat sich für die Wahrung der Vereinigungsfreiheit der Beschäftigten einzusetzen.
§ 10Behinderungs-, Benachteiligungs- und Begünstigungsverbot
Personen, die Aufgaben oder Befugnisse nach diesem Gesetz wahrnehmen, dürfen dabei nicht behindert und deswegen nicht benachteiligt oder begünstigt werden; dies gilt auch in Bezug auf ihre berufliche Entwicklung.
§ 11Schweigepflicht
(1) Personen, die Aufgaben oder Befugnisse nach diesem Gesetz wahrnehmen oder wahrgenommen haben, haben über die ihnen dabei bekannt werdenden oder bekannt gewordenen Angelegenheiten und Tatsachen Stillschweigen zu bewahren. Abgesehen von den Fällen des § 66 Absatz 2 Satz 1 und des § 125 gilt die Schweigepflicht nicht
1. für Mitglieder der Personalvertretung und der Jugend- und Auszubildendenvertretung gegenüber den übrigen Mitgliedern der Vertretung,
2. für die in Absatz 1 Satz 1 bezeichneten Personen gegenüber der zuständigen Personalvertretung,
3. gegenüber der vorgesetzten Dienststelle, der bei ihr gebildeten Stufenvertretung und gegenüber dem Gesamtpersonalrat sowie
4. für die Anrufung der Einigungsstelle.
(2) Die Schweigepflicht besteht nicht in Bezug auf Angelegenheiten oder Tatsachen, die offenkundig sind oder ihrer Bedeutung nach keiner Geheimhaltung bedürfen.
§ 12Unfallfürsorge
Erleidet eine Beamtin oder ein Beamter anlässlich der Wahrnehmung von Rechten oder der Erfüllung von Pflichten nach diesem Gesetz einen Unfall, der im Sinne der beamtenrechtlichen Unfallfürsorgevorschriften ein Dienstunfall wäre, so sind diese Vorschriften entsprechend anzuwenden.
§ 13Bildung von Personalräten
(1) In Dienststellen, die in der Regel mindestens fünf Wahlberechtigte beschäftigen, von denen drei wählbar sind, werden Personalräte gebildet.
(2) Dienststellen, bei denen die Voraussetzungen des Absatzes 1 nicht gegeben sind, werden von der übergeordneten Dienststelle im Einvernehmen mit der Stufenvertretung einer benachbarten Dienststelle zugeordnet.
§ 14Wahlberechtigung
(1) Wahlberechtigt sind Beschäftigte, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben, es sei denn, dass sie
1. infolge Richterspruchs das Recht, in öffentlichen Angelegenheiten zu wählen oder zu stimmen, nicht besitzen,
2. am Wahltag seit mehr als zwölf Monaten beurlaubt sind oder
3. Altersteilzeit im Blockmodell ausüben und sich am Wahltag in der Freistellung befinden.
(2) Wer zu einer Dienststelle abgeordnet ist, wird dort wahlberechtigt, sobald die Abordnung länger als drei Monate gedauert hat; im gleichen Zeitpunkt verliert er das Wahlrecht in der bisherigen Dienststelle. Das gilt nicht für Beschäftigte, die als Mitglieder einer Stufenvertretung oder des Gesamtpersonalrats freigestellt sind. Satz 1 gilt ferner nicht, wenn feststeht, dass die oder der Beschäftigte binnen weiterer neun Monate zur bisherigen Dienststelle zurückkehren wird. Hinsichtlich des Verlustes des Wahlrechts in der bisherigen Dienststelle gelten die Sätze 1 und 3 entsprechend in Fällen einer Zuweisung nach § 29 des Bundesbeamtengesetzes, nach den tarifvertraglichen Bestimmungen oder auf Grund entsprechender arbeitsvertraglicher Vereinbarung.
(3) Beamtinnen und Beamte im Vorbereitungsdienst sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in entsprechender Berufsausbildung sind nur bei ihrer Stammbehörde wahlberechtigt.
§ 15Wählbarkeit
(1) Wählbar sind die Wahlberechtigten, die am Wahltag
1. das 18. Lebensjahr vollendet haben und
2. seit sechs Monaten Beschäftigte im öffentlichen Dienst des Bundes sind.
Besteht die Dienststelle weniger als ein Jahr, ist Satz 1 Nummer 2 nicht anzuwenden.
(2) Nicht wählbar sind
1. Beschäftigte, die infolge Richterspruchs nicht die Fähigkeit besitzen, Rechte aus öffentlichen Wahlen zu erlangen,
2. Beschäftigte, die am Wahltag noch länger als zwölf Monate beurlaubt sind,
3. für die Wahl in eine Stufenvertretung die in § 14 Absatz 3 genannten Personen oder
4. für die Wahl der Personalvertretung ihrer Dienststelle die in § 8 genannten Personen sowie Beschäftigte, die zu selbstständigen Entscheidungen in Personalangelegenheiten der Dienststelle befugt sind.
§ 16Zahl der Personalratsmitglieder
(1) Der Personalrat besteht in Dienststellen mit in der Regel
1. 5 bis 20 wahlberechtigten Beschäftigten aus einem Mitglied,
2. 21 Wahlberechtigten bis 50 Beschäftigten aus drei Mitgliedern,
3. 51 bis 150 Beschäftigten aus fünf Mitgliedern,
4. 151 bis 300 Beschäftigten aus sieben Mitgliedern,
5. 301 bis 600 Beschäftigten aus neun Mitgliedern,
6. 601 bis 1 000 Beschäftigten aus elf Mitgliedern.
Die Zahl der Mitglieder erhöht sich in Dienststellen mit 1 001 bis 5 000 Beschäftigten um je zwei Mitglieder für je weitere angefangene 1 000 Beschäftigte und in Dienststellen mit mehr als 5 000 Beschäftigten um je zwei Mitglieder für je weitere angefangene 2 000 Beschäftigte.
(2) Die Höchstzahl der Mitglieder beträgt 31.
§ 17Sitzverteilung auf die Gruppen
(1) Sind in der Dienststelle Angehörige verschiedener Gruppen beschäftigt, so muss jede Gruppe entsprechend ihrer Stärke im Personalrat vertreten sein, wenn dieser aus mindestens drei Mitgliedern besteht. Bei gleicher Stärke der Gruppen entscheidet das Los. Macht eine Gruppe von ihrem Recht, im Personalrat vertreten zu sein, keinen Gebrauch, so verliert sie ihren Anspruch auf Vertretung.
(2) Der Wahlvorstand errechnet die Verteilung der Sitze auf die Gruppen nach den Grundsätzen der Verhältniswahl.
(3) Eine Gruppe erhält
1. bei weniger als 51 Gruppenangehörigen mindestens eine Vertreterin oder einen Vertreter,
2. bei 51 bis 200 Gruppenangehörigen mindestens zwei Vertreterinnen oder Vertreter,
3. bei 201 bis 600 Gruppenangehörigen mindestens drei Vertreterinnen oder Vertreter,
4. bei 601 bis 1 000 Gruppenangehörigen mindestens vier Vertreterinnen oder Vertreter,
5. bei 1 001 bis 3 000 Gruppenangehörigen mindestens fünf Vertreterinnen oder Vertreter,
6. bei mehr als 3 000 Gruppenangehörigen mindestens sechs Vertreterinnen oder Vertreter.
(4) Die Zahl der Mitglieder eines Personalrats, der nach § 16 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 aus drei Mitgliedern besteht, erhöht sich auf vier Mitglieder, wenn eine Gruppe mindestens ebenso viele Beschäftigte zählt wie die beiden anderen Gruppen zusammen. Das vierte Mitglied steht der stärksten Gruppe zu.
(5) Eine Gruppe, der in der Regel nicht mehr als fünf Beschäftigte angehören, erhält nur dann eine Vertretung, wenn sie mindestens 5 Prozent der Beschäftigten der Dienststelle umfasst. Erhält sie keine Vertretung und findet Gruppenwahl statt, so kann sich jede und jeder Angehörige dieser Gruppe durch Erklärung gegenüber dem Wahlvorstand einer anderen Gruppe anschließen.
(6) Die Verteilung der Mitglieder des Personalrats auf die Gruppen kann abweichend geordnet werden, wenn jede Gruppe dies vor der Neuwahl in getrennter geheimer Abstimmung beschließt.
(7) Für jede Gruppe können auch Angehörige anderer Gruppen vorgeschlagen werden. Die Gewählten gelten als Vertreterinnen oder Vertreter derjenigen Gruppe, für die sie vorgeschlagen worden sind. Satz 2 gilt auch für Ersatzmitglieder.
§ 18Berücksichtigung der Beschäftigungsarten und Geschlechter
(1) Der Personalrat soll sich aus Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Beschäftigungsarten zusammensetzen.
(2) Frauen und Männer sollen im Personalrat entsprechend dem Zahlenverhältnis in der Dienststelle vertreten sein.
§ 19Wahlgrundsätze und Wahlverfahren
(1) Der Personalrat wird in geheimer und unmittelbarer Wahl gewählt.
(2) Besteht der Personalrat aus mehr als einer Person, so wählen die Beamtinnen und Beamten sowie die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Vertreterinnen und Vertreter nach § 17 jeweils in getrennten Wahlgängen, es sei denn, dass die wahlberechtigten Angehörigen jeder Gruppe vor der Neuwahl in getrennten geheimen Abstimmungen die gemeinsame Wahl beschließen. Der Beschluss bedarf der Mehrheit der Stimmen aller Wahlberechtigten jeder Gruppe.
(3) Die Wahl wird nach den Grundsätzen der Verhältniswahl durchgeführt. Wird nur ein Wahlvorschlag eingereicht, so findet Personenwahl statt. In Dienststellen, deren Personalrat aus einer Person besteht, wird dieser mit Stimmenmehrheit gewählt. Das Gleiche gilt für Gruppen, denen nur eine Vertreterin oder ein Vertreter im Personalrat zusteht.
§ 20Wahlvorschläge
(1) Zur Wahl des Personalrats können die wahlberechtigten Beschäftigten und die in der Dienststelle vertretenen Gewerkschaften Wahlvorschläge machen. Jeder Wahlvorschlag der Beschäftigten muss von mindestens 5 Prozent der wahlberechtigten Gruppenangehörigen, jedoch mindestens von drei Wahlberechtigten unterzeichnet sein. In jedem Fall genügt die Unterzeichnung durch 50 wahlberechtigte Gruppenangehörige. Die nach § 15 Absatz 2 Nummer 4 nicht wählbaren Beschäftigten dürfen keine Wahlvorschläge machen oder unterzeichnen.
(2) Ist gemeinsame Wahl beschlossen worden, so muss jeder Wahlvorschlag der Beschäftigten von mindestens 5 Prozent der wahlberechtigten Beschäftigten unterzeichnet sein; Absatz 1 Satz 2 bis 4 gilt entsprechend.
(3) Werden bei gemeinsamer Wahl für eine Gruppe gruppenfremde Bewerberinnen oder Bewerber vorgeschlagen, muss der Wahlvorschlag von mindestens 10 Prozent der wahlberechtigten Angehörigen der Gruppe unterzeichnet sein, für die sie vorgeschlagen sind. Absatz 1 Satz 3 und 4 gilt entsprechend.
(4) Eine Person kann nur auf einem Wahlvorschlag benannt werden.
(5) Jeder Wahlvorschlag einer Gewerkschaft muss von zwei Beauftragten unterzeichnet sein; die Beauftragten müssen Beschäftigte der Dienststelle sein und einer in der Dienststelle vertretenen Gewerkschaft angehören. Bei Zweifeln an der Beauftragung kann der Wahlvorstand verlangen, dass die Gewerkschaft die Beauftragung bestätigt.
§ 21Bestellung des Wahlvorstands durch den Personalrat
Spätestens acht Wochen vor Ablauf der Amtszeit bestellt der Personalrat drei Wahlberechtigte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, als Wahlvorstand und eine oder einen von ihnen als Vorsitzende oder Vorsitzenden. Der Personalrat kann die Zahl der Wahlvorstandsmitglieder erhöhen, wenn dies zur ordnungsgemäßen Durchführung der Wahl erforderlich ist. Der Wahlvorstand muss aus einer ungeraden Zahl von Mitgliedern bestehen. Sind in der Dienststelle Angehörige verschiedener Gruppen beschäftigt, so muss jede Gruppe im Wahlvorstand vertreten sein. Hat die Dienststelle weibliche und männliche Beschäftigte, sollen dem Wahlvorstand Frauen und Männer angehören. Für jedes Mitglied des Wahlvorstands sollen für den Fall seiner Verhinderung bis zu drei Ersatzmitglieder bestellt werden. Jeweils eine Beauftragte oder ein Beauftragter der in der Dienststelle vertretenen Gewerkschaften ist berechtigt, an den Sitzungen des Wahlvorstands mit beratender Stimme teilzunehmen.
§ 22Wahl des Wahlvorstands durch die Personalversammlung
(1) Besteht sechs Wochen vor Ablauf der Amtszeit des Personalrats kein Wahlvorstand, so beruft die Leiterin oder der Leiter der Dienststelle auf Antrag von mindestens drei Wahlberechtigten oder einer in der Dienststelle vertretenen Gewerkschaft eine Personalversammlung zur Wahl des Wahlvorstands ein. § 21 gilt entsprechend. Die Personalversammlung wählt eine Versammlungsleiterin oder einen Versammlungsleiter.
(2) Besteht in einer Dienststelle, die die Voraussetzungen des § 13 erfüllt, kein Personalrat, so beruft die Leiterin oder der Leiter der Dienststelle eine Personalversammlung zur Wahl des Wahlvorstands ein. Absatz 1 Satz 3 gilt entsprechend.
§ 23Bestellung des Wahlvorstands durch die Leiterin oder den Leiter der Dienststelle
Findet eine Personalversammlung nach § 22 nicht statt oder wählt die Personalversammlung keinen Wahlvorstand, so bestellt ihn die Leiterin oder der Leiter der Dienststelle auf Antrag von mindestens drei Wahlberechtigten oder einer in der Dienststelle vertretenen Gewerkschaft.
§ 24Aufgaben des Wahlvorstands
(1) Der Wahlvorstand hat die Wahl unverzüglich nach seiner Bestellung einzuleiten; die Wahl soll spätestens zwei Wochen vor dem Ende der Amtszeit des Personalrats stattfinden. Kommt der Wahlvorstand dieser Verpflichtung nicht nach, so beruft die Leiterin oder der Leiter der Dienststelle auf Antrag von mindestens drei Wahlberechtigten oder einer in der Dienststelle vertretenen Gewerkschaft eine Personalversammlung zur Wahl eines neuen Wahlvorstands ein. § 22 Absatz 1 Satz 3 und § 23 gelten entsprechend.
(2) Unverzüglich nach Abschluss der Wahl nimmt der Wahlvorstand öffentlich die Auszählung der Stimmen vor, stellt deren Ergebnis in einem Protokoll fest und gibt es den Angehörigen der Dienststelle bekannt. Der Leiterin oder dem Leiter der Dienststelle und den in der Dienststelle vertretenen Gewerkschaften ist eine Kopie des Protokolls zu übersenden.
§ 25Schutz und Kosten der Wahl
(1) Niemand darf die Wahl des Personalrats behindern oder in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise beeinflussen. Insbesondere dürfen Wahlberechtigte nicht in der Ausübung des aktiven und passiven Wahlrechts beschränkt werden. § 55 Absatz 1 und 2 Satz 1 und 2 gilt für Mitglieder des Wahlvorstands sowie für Wahlbewerberinnen und Wahlbewerber entsprechend.
(2) Die Kosten der Wahl trägt der Bund. Erforderliche Versäumnis von Arbeitszeit infolge der Ausübung des Wahlrechts, der Teilnahme an den in den §§ 22 und 24 Absatz 1 genannten Personalversammlungen oder der Betätigung im Wahlvorstand hat keine Minderung der Dienstbezüge oder des Arbeitsentgelts zur Folge. Für die Mitglieder des Wahlvorstands gelten § 46 Absatz 2 und § 51 Satz 2 entsprechend.
§ 26Anfechtung der Wahl
Mindestens drei Wahlberechtigte, jede in der Dienststelle vertretene Gewerkschaft oder die Leiterin oder der Leiter der Dienststelle können binnen einer Frist von zwölf Arbeitstagen, vom Tag der Bekanntgabe des Wahlergebnisses an gerechnet, die Wahl beim Verwaltungsgericht anfechten, wenn gegen wesentliche Vorschriften über das Wahlrecht, die Wählbarkeit oder das Wahlverfahren verstoßen worden und eine Berichtigung nicht erfolgt ist, es sei denn, dass durch den Verstoß das Wahlergebnis nicht geändert oder beeinflusst werden konnte.
§ 27Zeitpunkt der Wahl, Amtszeit
(1) Die regelmäßigen Personalratswahlen finden alle vier Jahre in der Zeit vom 1. März bis 31. Mai statt.
(2) Die Amtszeit des Personalrats beginnt am 1. Juni des Jahres, in dem die regelmäßigen Personalratswahlen stattfinden, und endet mit dem Ablauf von vier Jahren. Ist am Tag des Ablaufs der Amtszeit ein neuer Personalrat nicht gewählt oder hat sich am Tag des Ablaufs der Amtszeit noch kein neuer Personalrat konstituiert, führt der Personalrat die Geschäfte weiter, bis sich der neu gewählte Personalrat konstituiert hat, längstens jedoch bis zum Ablauf des 31. Juli.
§ 28Vorzeitige Neuwahl
(1) Außerhalb des in § 27 Absatz 1 genannten Zeitraums ist der Personalrat neu zu wählen, wenn
1. mit Ablauf von 24 Monaten, vom Tag der Wahl gerechnet, die Zahl der regelmäßig Beschäftigten um die Hälfte, mindestens aber um 50 Personen gestiegen oder gesunken ist,
2. die Gesamtzahl der Mitglieder des Personalrats auch nach Eintreten sämtlicher Ersatzmitglieder um mehr als ein Viertel der vorgeschriebenen Zahl gesunken ist,
3. der Personalrat mit der Mehrheit seiner Mitglieder seinen Rücktritt beschlossen hat,
4. die Personalratswahl mit Erfolg gerichtlich angefochten worden ist,
5. der Personalrat durch gerichtliche Entscheidung aufgelöst ist oder
6. in der Dienststelle kein Personalrat besteht.
(2) In den Fällen des Absatzes 1 Nummer 1 bis 3 führt der Personalrat die Geschäfte weiter, bis sich der neu gewählte Personalrat konstituiert hat.
(3) In den Fällen des Absatzes 1 Nummer 4 und 5 nimmt der Wahlvorstand, der die Neuwahl durchführt, die dem Personalrat nach diesem Gesetz zustehenden Befugnisse und Pflichten wahr, bis sich der neu gewählte Personalrat konstituiert hat. Die Bestellung des Wahlvorstands nach § 22 Absatz 2 oder § 23 erfolgt unverzüglich nach Eintritt der Rechtskraft der Entscheidung. Der Wahlvorstand hat die Neuwahl unverzüglich einzuleiten.
(4) Ist eine in der Dienststelle vorhandene Gruppe, die bisher im Personalrat vertreten war, durch kein Mitglied des Personalrats mehr vertreten oder wird nach § 26 die Wahl nur einer Gruppe mit Erfolg angefochten, so wählt diese Gruppe neue Mitglieder. Der Personalrat bestellt mit seinen verbleibenden Mitgliedern unverzüglich einen aus Angehörigen dieser Gruppe gebildeten Wahlvorstand und nimmt bis zur Neuwahl die der Gruppe nach diesem Gesetz zustehenden Befugnisse und Pflichten wahr.
(5) Hat außerhalb des für die regelmäßigen Personalratswahlen festgelegten Zeitraums eine Personalratswahl stattgefunden, so ist der Personalrat in dem auf die Wahl folgenden nächsten Zeitraum der regelmäßigen Personalratswahlen neu zu wählen. Hat die Amtszeit des Personalrats zu Beginn des für die regelmäßigen Personalratswahlen festgelegten Zeitraums noch nicht ein Jahr betragen, so ist der Personalrat in dem übernächsten Zeitraum der regelmäßigen Personalratswahlen neu zu wählen.
§ 29Übergangsmandat und Restmandat bei Umstrukturierungsmaßnahmen
(1) Wird eine Dienststelle in mehrere Dienststellen aufgespalten oder werden Teile einer Dienststelle in eine neue Dienststelle ausgegliedert, führt der Personalrat die Geschäfte für die ihm bislang zugeordneten Dienststellenteile weiter (Übergangsmandat). Der Personalrat hat unverzüglich nach Wirksamwerden der Organisationsmaßnahme einen Wahlvorstand in der neuen Dienststelle zu bestellen. Das Übergangsmandat endet, sobald sich der neu gewählte Personalrat konstituiert hat, spätestens jedoch sechs Monate nach Wirksamwerden der Organisationsmaßnahme. Durch Vereinbarung zwischen der neuen Dienststelle und dem Personalrat kann das Übergangsmandat um weitere sechs Monate verlängert werden.
(2) Werden Dienststellen oder Teile mehrerer Dienststellen zu einer neuen Dienststelle zusammengelegt, nimmt der Personalrat derjenigen Dienststelle, aus der die meisten Beschäftigten zu der neuen Dienststelle übergegangen sind, das Übergangsmandat wahr. Absatz 1 Satz 2 bis 4 gilt entsprechend.
(3) Wird im Geschäftsbereich einer obersten Dienstbehörde eine Dienststelle neu errichtet, ohne dass die Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 1 oder des Absatzes 2 Satz 1 vorliegen, so nimmt die bei der übergeordneten Dienststelle gebildete Stufenvertretung oder, wenn eine solche nicht besteht, der bei der übergeordneten Dienststelle gebildete Personalrat das Übergangsmandat wahr. Absatz 1 Satz 2 bis 4 gilt entsprechend.
(4) Werden Teile einer Dienststelle in eine andere Dienststelle eingegliedert und steigt oder sinkt hierdurch in der abgebenden oder in der aufnehmenden Dienststelle die Zahl der regelmäßig Beschäftigten um ein Viertel, mindestens aber um 50 Personen, ist der Personalrat der hiervon betroffenen Dienststelle abweichend von § 28 Absatz 1 Nummer 1 neu zu wählen. Dies gilt nicht, wenn die Eingliederung weniger als zwölf Monate vor dem Ende der regelmäßigen Amtszeit des Personalrats wirksam wird. Wird eine Dienststelle vollständig in eine andere Dienststelle eingegliedert, gelten die Sätze 1 und 2 entsprechend für den Personalrat der aufnehmenden Dienststelle.
(5) Wird eine Dienststelle aufgelöst, bleibt deren Personalrat so lange im Amt, wie dies zur Wahrnehmung der damit im Zusammenhang stehenden Beteiligungsrechte erforderlich ist.
(6) Geht eine Dienststelle durch Umwandlung oder eine anderweitige Privatisierungsmaßnahme in eine Rechtsform des Privatrechts über, bleibt deren Personalrat im Amt und führt die Geschäfte weiter, wenn die Voraussetzungen des § 1 Absatz 1 Satz 1 des Betriebsverfassungsgesetzes erfüllt sind und ein Betriebsrat nicht besteht. Werden Dienststellen oder Teile mehrerer Dienststellen zu einem Betrieb im Sinne des § 1 Absatz 1 Satz 1 des Betriebsverfassungsgesetzes zusammengefasst, bestimmt sich der das Übergangsmandat wahrnehmende Personalrat in entsprechender Anwendung des Absatzes 2 Satz 1. Der Personalrat nimmt die Aufgaben eines Betriebsrats nach dem Betriebsverfassungsgesetz wahr und hat unverzüglich den Wahlvorstand zur Einleitung der Betriebsratswahl zu bestellen. Für das Ende des Übergangsmandats gilt § 21a Absatz 1 Satz 3 und 4 des Betriebsverfassungsgesetzes entsprechend. Auf die bis zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Privatisierungsmaßnahme eingeleiteten Beteiligungsverfahren, Verfahren vor der Einigungsstelle und den Verwaltungsgerichten sind die Bestimmungen dieses Gesetzes anzuwenden. Die in den bisherigen Dienststellen bestehenden Dienstvereinbarungen gelten für die Beschäftigten aus diesen Dienststellen längstens für zwölf Monate nach Wirksamwerden der Privatisierungsmaßnahme als Betriebsvereinbarung fort, soweit sie nicht durch eine andere Regelung ersetzt werden.
(7) Auf Wahlen nach den Absätzen 1 bis 4 ist § 28 Absatz 5 anzuwenden.
§ 30Ausschluss eines Mitglieds und Auflösung des Personalrats
Auf Antrag eines Viertels der Wahlberechtigten oder einer in der Dienststelle vertretenen Gewerkschaft kann das Verwaltungsgericht den Ausschluss eines Mitglieds aus dem Personalrat oder die Auflösung des Personalrats wegen grober Vernachlässigung seiner gesetzlichen Befugnisse oder wegen grober Verletzung seiner gesetzlichen Pflichten beschließen. Der Personalrat kann aus den gleichen Gründen den Ausschluss eines Mitglieds beantragen. Die Leiterin oder der Leiter der Dienststelle kann den Ausschluss eines Mitglieds aus dem Personalrat oder die Auflösung des Personalrats wegen grober Verletzung seiner gesetzlichen Pflichten beantragen.
§ 31Erlöschen der Mitgliedschaft
(1) Die Mitgliedschaft im Personalrat erlischt durch
1. Ablauf der Amtszeit,
2. Niederlegung des Amtes,
3. Beendigung des Dienst- oder Arbeitsverhältnisses,
4. Ausscheiden aus der Dienststelle,
5. Verlust der Wählbarkeit,
6. Eintritt in eine mehr als zwölfmonatige Beurlaubung,
7. Eintritt in die Freistellungsphase der Altersteilzeit im Blockmodell,
8. Ausschluss aus dem Personalrat oder Auflösung des Personalrats auf Grund einer gerichtlichen Entscheidung oder
9. gerichtliche Entscheidung über die Feststellung der Nichtwählbarkeit nach Ablauf der in § 26 bezeichneten Frist, es sei denn, der Mangel liegt nicht mehr vor.
(2) Die Mitgliedschaft im Personalrat wird durch einen Wechsel der Gruppenzugehörigkeit eines Mitglieds nicht berührt; dieses vertritt weiterhin die Gruppe, von der es gewählt wurde.
§ 32Ruhen der Mitgliedschaft
Die Mitgliedschaft einer Beamtin oder eines Beamten im Personalrat ruht, solange ihr oder ihm die Führung der Dienstgeschäfte verboten oder sie oder er wegen eines schwebenden Disziplinarverfahrens vorläufig des Dienstes enthoben ist.
§ 33Eintritt von Ersatzmitgliedern
(1) Scheidet ein Mitglied aus dem Personalrat aus, so tritt ein Ersatzmitglied ein. Das Gleiche gilt, wenn ein Mitglied des Personalrats zeitweilig verhindert ist.
(2) Die Ersatzmitglieder werden der Reihe nach aus den nicht gewählten Beschäftigten derjenigen Vorschlagslisten entnommen, denen die zu ersetzenden Mitglieder angehören. Ist das ausgeschiedene oder verhinderte Mitglied mit einfacher Stimmenmehrheit gewählt, so tritt der nicht gewählte Beschäftigte mit der nächsthöheren Stimmenzahl als Ersatzmitglied ein.
(3) § 31 Absatz 2 gilt entsprechend bei einem Wechsel der Gruppenzugehörigkeit vor dem Eintritt des Ersatzmitglieds in den Personalrat.
(4) Ist die Personalratswahl mit Erfolg angefochten worden oder der Personalrat durch gerichtliche Entscheidung aufgelöst, treten Ersatzmitglieder nicht ein.
§ 34Vorstand
(1) Der Personalrat bildet aus seiner Mitte den Vorstand. Diesem muss ein Mitglied jeder im Personalrat vertretenen Gruppe angehören. Die Vertreterinnen und Vertreter jeder Gruppe wählen das auf ihre Gruppe entfallende Vorstandsmitglied. Der Vorstand führt die laufenden Geschäfte.
(2) Hat der Personalrat elf oder mehr Mitglieder, so wählt er aus seiner Mitte mit einfacher Stimmenmehrheit zwei weitere Mitglieder in den Vorstand. Sind Mitglieder des Personalrats aus Wahlvorschlagslisten mit verschiedenen Bezeichnungen gewählt worden und sind im Vorstand Mitglieder aus derjenigen Liste nicht vertreten, die die größte oder zweitgrößte Anzahl, mindestens jedoch ein Drittel aller von den Angehörigen der Dienststelle abgegebenen Stimmen erhalten hat, so ist eines der weiteren Vorstandsmitglieder aus dieser Liste zu wählen.
§ 35Vorsitz
(1) Der Personalrat bestimmt mit einfacher Mehrheit, welches der nach § 34 Absatz 1 gewählten Vorstandsmitglieder den Vorsitz übernimmt. Er bestimmt zugleich die Vertretung der oder des Vorsitzenden. Dabei sind die Gruppen zu berücksichtigen, denen der oder die Vorsitzende nicht angehört, es sei denn, dass die Vertreterinnen und Vertreter dieser Gruppen darauf verzichten.
(2) Die oder der Vorsitzende vertritt den Personalrat im Rahmen der von diesem gefassten Beschlüsse. In Angelegenheiten, die nur eine Gruppe betreffen, vertritt die oder der Vorsitzende, wenn sie oder er nicht selbst dieser Gruppe angehört, den Personalrat gemeinsam mit einem der Gruppe angehörenden Vorstandsmitglied.
§ 36Anberaumung von Sitzungen
(1) Spätestens fünf Arbeitstage nach dem Wahltag hat der Wahlvorstand die Mitglieder des Personalrats zu den Wahlen des Vorstands und des Vorsitzes einzuberufen. Die oder der Vorsitzende des Wahlvorstands leitet die Sitzung, bis der Personalrat aus seiner Mitte eine Wahlleiterin oder einen Wahlleiter bestellt hat.
(2) Die weiteren Sitzungen beruft die oder der Vorsitzende des Personalrats ein. Sie oder er setzt die Tagesordnung fest und leitet die Verhandlung. Die oder der Vorsitzende hat die Mitglieder des Personalrats zu den Sitzungen rechtzeitig unter Mitteilung der Tagesordnung zu laden. Ist ein Mitglied des Personalrats an der Sitzungsteilnahme verhindert, hat es dies unter Angabe der Gründe unverzüglich der oder dem Vorsitzenden mitzuteilen. Die oder der Vorsitzende hat für ein verhindertes Mitglied des Personalrats das nach § 33 Absatz 1 Satz 2 eintretende Ersatzmitglied zu laden.
(3) Die oder der Vorsitzende hat eine Sitzung einzuberufen und den Gegenstand, dessen Beratung beantragt ist, auf die Tagesordnung zu setzen, wenn dies beantragt wird von
1. einem Viertel der Mitglieder des Personalrats,
2. der Mehrheit der Vertreterinnen und Vertreter einer Gruppe,
3. der Leiterin oder dem Leiter der Dienststelle,
4. der Vertrauensperson der schwerbehinderten Menschen in Angelegenheiten, die besonders schwerbehinderte Beschäftigte betreffen, oder
5. der Mehrheit der Mitglieder der Jugend- und Auszubildendenvertretung in Angelegenheiten, die besonders Beschäftigte betreffen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder sich in einer beruflichen Ausbildung befinden.
§ 37Teilnahme- und Stimmrecht sonstiger Personen
(1) Eine Vertreterin oder ein Vertreter der Jugend- und Auszubildendenvertretung, die oder der von dieser benannt wird, und die Schwerbehindertenvertretung haben das Recht, an den Sitzungen des Personalrats beratend teilzunehmen. An der Behandlung von Angelegenheiten, die besonders Beschäftigte betreffen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder die sich in einer beruflichen Ausbildung befinden, hat die gesamte Jugend- und Auszubildendenvertretung das Recht zur beratenden Teilnahme. Bei Beschlüssen des Personalrats, die überwiegend Beschäftigte betreffen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder die sich in einer beruflichen Ausbildung befinden, haben die Jugend- und Auszubildendenvertreterinnen und -vertreter Stimmrecht. Soweit sie ein Recht auf Teilnahme an der Sitzung haben, gilt § 36 Absatz 2 Satz 3 entsprechend für die Ladung der Schwerbehindertenvertretung und der Mitglieder der Jugend- und Auszubildendenvertretung.
(2) Auf Antrag eines Viertels der Mitglieder oder der Mehrheit einer Gruppe des Personalrats kann eine Beauftragte oder ein Beauftragter einer im Personalrat vertretenen Gewerkschaft an den Sitzungen beratend teilnehmen; in diesem Fall sind der Gewerkschaft der Zeitpunkt der Sitzung und die Tagesordnung rechtzeitig mitzuteilen.
(3) Die Leiterin oder der Leiter der Dienststelle nimmt an den Sitzungen teil, die auf ihr oder sein Verlangen anberaumt worden sind oder zu denen sie oder er ausdrücklich eingeladen worden ist.
§ 38Zeitpunkt der Sitzungen und Nichtöffentlichkeit
(1) Die Sitzungen des Personalrats finden in der Regel während der Arbeitszeit statt. Der Personalrat hat bei der Anberaumung seiner Sitzungen auf die dienstlichen Erfordernisse und auf die Arbeitszeiten seiner Mitglieder Rücksicht zu nehmen. Die Leiterin oder der Leiter der Dienststelle ist vom Zeitpunkt der Sitzung vorher zu verständigen.
(2) Die Sitzungen sind nicht öffentlich. Der Personalrat kann ihm nach § 47 zur Verfügung gestelltes Büropersonal zur Anfertigung der Niederschrift hinzuziehen.
(3) Die Sitzungen des Personalrats finden in der Regel als Präsenzsitzung in Anwesenheit seiner Mitglieder vor Ort statt. Die Sitzung kann vollständig oder unter Zuschaltung einzelner Personalratsmitglieder mittels Video- oder Telefonkonferenz durchgeführt werden, wenn
1. vorhandene Einrichtungen genutzt werden, die durch die Dienststelle zur dienstlichen Nutzung freigegeben sind,
2. nicht mindestens ein Viertel der Mitglieder oder die Mehrheit der Vertreterinnen und Vertreter einer Gruppe des Personalrats binnen einer von der oder dem Vorsitzenden zu bestimmenden Frist gegenüber der oder dem Vorsitzenden widerspricht und
3. der Personalrat geeignete organisatorische Maßnahmen trifft, um sicherzustellen, dass Dritte vom Inhalt der Sitzung keine Kenntnis nehmen können.
Eine Aufzeichnung ist unzulässig. Personalratsmitglieder, die mittels Video- oder Telefonkonferenz an Sitzungen teilnehmen, gelten als anwesend im Sinne des § 39 Absatz 1 Satz 1. § 43 Absatz 1 Satz 3 findet mit der Maßgabe Anwendung, dass die oder der Vorsitzende vor Beginn der Beratung die zugeschalteten Personalratsmitglieder feststellt und in die Anwesenheitsliste einträgt. Das Recht eines Personalratsmitglieds auf Teilnahme an der Sitzung vor Ort bleibt durch die Durchführung der Sitzung mittels Video- oder Telefonkonferenz unberührt.
§ 39Beschlussfassung
(1) Die Beschlüsse des Personalrats werden, soweit in diesem Gesetz nichts anderes bestimmt ist, mit einfacher Stimmenmehrheit der anwesenden Mitglieder gefasst. Stimmenthaltung gilt als Ablehnung. Bei Stimmengleichheit ist ein Antrag abgelehnt.
(2) Der Personalrat ist nur beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte seiner Mitglieder anwesend ist; Vertretung durch Ersatzmitglieder ist zulässig.
(3) Bei der Feststellung der Stimmenmehrheit werden die Stimmen anderer anwesender Personen, die über ein Stimmrecht verfügen, mitgezählt.
(4) In der Geschäftsordnung kann die Beschlussfassung im elektronischen Verfahren vorgesehen werden. § 38 Absatz 3 Satz 2 Nummer 1 und 3 gilt entsprechend. Die Beschlussfassung im elektronischen Verfahren ist unzulässig, wenn ein Mitglied des Personalrats oder eine nach § 37 teilnahmeberechtigte Person binnen einer von der oder dem Vorsitzenden zu bestimmenden Frist gegenüber der oder dem Vorsitzenden widerspricht. Die oder der Vorsitzende gibt das Ergebnis der Beschlussfassung im elektronischen Verfahren spätestens in der nächsten Sitzung des Personalrats bekannt.
§ 40Beschlussfassung in gemeinsamen Angelegenheiten und in Gruppenangelegenheiten
(1) Über die gemeinsamen Angelegenheiten der Beamtinnen und Beamten sowie der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird vom Personalrat gemeinsam beraten und beschlossen.
(2) In Angelegenheiten, die lediglich die Angehörigen einer Gruppe betreffen, sind nach gemeinsamer Beratung im Personalrat nur die Vertreterinnen und Vertreter dieser Gruppe zur Beschlussfassung berufen. Dies gilt nicht für eine Gruppe, die im Personalrat nicht vertreten ist.
(3) Absatz 2 gilt entsprechend für Angelegenheiten, die lediglich die Angehörigen zweier Gruppen betreffen.
§ 41Ausschluss von Beratung und Beschlussfassung
(1) Ein Mitglied des Personalrats ist ausgeschlossen von der Beratung und Beschlussfassung
1. über beteiligungspflichtige Angelegenheiten, die seine persönlichen Interessen oder die seiner Angehörigen unmittelbar und individuell berühren, oder
2. über einen Antrag auf seinen Ausschluss aus dem Personalrat.
Angehörige im Sinne des Satzes 1 Nummer 1 sind die in § 20 Absatz 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes aufgeführten Personen. Hat ein Mitglied des Personalrats Grund zu der Annahme, dass in seiner Person ein Ausschließungsgrund vorliegt, so hat es dies der oder dem Vorsitzenden unverzüglich, spätestens jedoch vor Beginn der Beratung über die Angelegenheit anzuzeigen. Über das Vorliegen eines Ausschließungsgrundes entscheidet der Personalrat in Zweifelsfällen in Abwesenheit der oder des Betroffenen. Das betroffene Personalratsmitglied ist vorher anzuhören. Das ausgeschlossene Mitglied hat für die Dauer der Beratung und Beschlussfassung über die Angelegenheit nach Satz 1 den Sitzungsraum zu verlassen.
(2) Absatz 1 gilt entsprechend für weitere Personen, die zur Teilnahme an den Sitzungen des Personalrats berechtigt sind.
(3) Werden die den Ausschließungsgrund begründenden Umstände erst während der Sitzung bekannt, tritt ein Ersatzmitglied nach § 33 Absatz 1 Satz 2 nur ein, wenn es auf die Ladung durch die Vorsitzende oder den Vorsitzenden des Personalrats hin unverzüglich an der Sitzung teilnehmen kann.
(4) Ein Beschluss ist nichtig, wenn an der Beratung oder Beschlussfassung ein ausgeschlossenes Mitglied mitgewirkt hat, es sei denn, dass durch die Mitwirkung die Beschlussfassung nicht geändert oder beeinflusst werden konnte. Die Nichtigkeit des Beschlusses berührt die Wirksamkeit einer Maßnahme, die die Dienststelle im Vertrauen auf den Beschluss des Personalrats durchgeführt hat, nicht.
§ 42Aussetzung von Beschlüssen
(1) Erachtet die Mehrheit der Vertreterinnen und Vertreter einer Gruppe oder der Jugend- und Auszubildendenvertretung einen Beschluss des Personalrats als eine erhebliche Beeinträchtigung wichtiger Interessen der durch sie vertretenen Beschäftigten, so ist auf ihren Antrag der Beschluss auf die Dauer von fünf Arbeitstagen vom Zeitpunkt der Beschlussfassung an auszusetzen. In dieser Frist soll, gegebenenfalls mit Hilfe der unter den Mitgliedern des Personalrats oder der Jugend- und Auszubildendenvertretung vertretenen Gewerkschaften, eine Verständigung versucht werden. Die Aussetzung eines Beschlusses nach Satz 1 hat keine Verlängerung einer Frist zur Folge.
(2) Nach Ablauf der Frist von fünf Arbeitstagen ist über die Angelegenheit neu zu beschließen. Wird der erste Beschluss bestätigt, so kann der Antrag auf Aussetzung nicht wiederholt werden.
(3) Die Absätze 1 und 2 gelten entsprechend, wenn die Schwerbehindertenvertretung einen Beschluss des Personalrats als eine erhebliche Beeinträchtigung wichtiger Interessen der schwerbehinderten oder ihnen gleichgestellten Beschäftigten erachtet.
§ 43Protokoll
(1) Über jede Verhandlung des Personalrats ist ein Protokoll zu führen, das mindestens den Wortlaut der Beschlüsse und die Stimmenmehrheit, mit der sie gefasst sind, enthält. Das Protokoll ist von der oder dem Vorsitzenden und einem weiteren Mitglied zu unterzeichnen. Dem Protokoll ist eine Anwesenheitsliste beizufügen, in die sich jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer eigenhändig einzutragen hat.
(2) Haben die Leiterin oder der Leiter der Dienststelle oder Beauftragte von Gewerkschaften an der Sitzung teilgenommen, so ist ihnen der entsprechende Auszug aus dem Protokoll zuzuleiten. Einwendungen gegen das Protokoll sind unverzüglich schriftlich oder elektronisch zu erheben und dem Protokoll beizufügen.
§ 44Geschäftsordnung
Sonstige Bestimmungen über die Geschäftsführung können in einer Geschäftsordnung getroffen werden, die der Personalrat mit der Mehrheit der Stimmen seiner Mitglieder beschließt.
§ 45Sprechstunden
(1) Der Personalrat kann Sprechstunden während der Arbeitszeit einrichten. Zeit und Ort bestimmt er im Einvernehmen mit der Leiterin oder dem Leiter der Dienststelle.
(2) Führt die Jugend- und Auszubildendenvertretung keine eigenen Sprechstunden durch, so kann an den Sprechstunden des Personalrats ein Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung zur Beratung derjenigen Beschäftigten, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder sich in einer beruflichen Ausbildung befinden, teilnehmen.
(3) In der Geschäftsordnung kann die Durchführung der Sprechstunde mittels Video- oder Telefonkonferenz vorgesehen werden. § 38 Absatz 3 Satz 2 Nummer 1 und 3 sowie Satz 3 gilt entsprechend.
§ 46Kosten der Personalratstätigkeit
(1) Die durch die Tätigkeit des Personalrats und seiner Mitglieder entstehenden Kosten trägt der Bund.
(2) Mitglieder des Personalrats erhalten bei Reisen, die zur Erfüllung ihrer Aufgaben notwendig sind, Aufwendungsersatz in entsprechender Anwendung der beamtenrechtlichen Bestimmungen zu Reisekosten und Trennungsgeld. Für den Ersatz von Sachschäden an privaten Kraftfahrzeugen gelten die beamtenrechtlichen Bestimmungen entsprechend.
§ 47Sachaufwand und Büropersonal
Für die Sitzungen, die Sprechstunden und die laufende Geschäftsführung hat die Dienststelle dem Personalrat Räume, Geschäftsbedarf, in der Dienststelle üblicherweise genutzte Informations- und Kommunikationstechnik sowie Büropersonal in dem zur sachgerechten Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlichen Umfang zur Verfügung zu stellen.
§ 48Bekanntmachungen und Aushänge
Dem Personalrat werden in den Dienststellen geeignete Plätze für Bekanntmachungen und Aushänge zur Verfügung gestellt. Er kann Mitteilungen an die Beschäftigten über Angelegenheiten, die sie betreffen, herausgeben. Für Informationen nach den Sätzen 1 und 2 kann der Personalrat die in der Dienststelle üblicherweise genutzten Informations- und Kommunikationssysteme nutzen.
§ 49Verbot der Beitragserhebung
Der Personalrat darf für seine Zwecke von den Beschäftigten keine Beiträge erheben oder annehmen.
§ 50Ehrenamtlichkeit
Die Mitglieder des Personalrats führen ihr Amt unentgeltlich als Ehrenamt.
§ 51Versäumnis von Arbeitszeit
Die zur ordnungsgemäßen Durchführung der Aufgaben des Personalrats erforderliche Versäumnis von Arbeitszeit hat keine Minderung der Dienstbezüge oder des Arbeitsentgelts zur Folge. Werden Personalratsmitglieder durch die Erfüllung ihrer Aufgaben über ihre regelmäßige Arbeitszeit hinaus beansprucht, so ist ihnen Dienstbefreiung in entsprechendem Umfang zu gewähren.
§ 52Freistellung
(1) Mitglieder des Personalrats sind von ihrer dienstlichen Tätigkeit freizustellen, wenn und soweit es nach Umfang und Art der Dienststelle zur ordnungsgemäßen Durchführung ihrer Aufgaben erforderlich ist. Die Freistellung darf nicht zur Beeinträchtigung des beruflichen Werdegangs führen.
(2) Von ihrer dienstlichen Tätigkeit sind nach Absatz 1 freizustellen in Dienststellen mit in der Regel
1. 300 bis 600 Beschäftigten ein Mitglied,
2. 601 bis 1 000 Beschäftigten zwei Mitglieder,
3. 1 001 bis 2 000 Beschäftigten drei Mitglieder,
4. 2 001 bis 3 000 Beschäftigten vier Mitglieder,
5. 3 001 bis 4 000 Beschäftigten fünf Mitglieder,
6. 4 001 bis 5 000 Beschäftigten sechs Mitglieder,
7. 5 001 bis 6 000 Beschäftigten sieben Mitglieder,
8. 6 001 bis 7 000 Beschäftigten acht Mitglieder,
9. 7 001 bis 8 000 Beschäftigten neun Mitglieder,
10. 8 001 bis 9 000 Beschäftigten zehn Mitglieder,
11. 9 001 bis 10 000 Beschäftigten elf Mitglieder.
In Dienststellen mit mehr als 10 000 Beschäftigten ist für je angefangene weitere 2 000 Beschäftigte ein weiteres Mitglied freizustellen. Von den Sätzen 1 und 2 kann im Einvernehmen zwischen Personalrat und der Leiterin oder dem Leiter der Dienststelle abgewichen werden.
(3) Freistellungen können in Form von Teilfreistellungen erfolgen. Diese dürfen zusammengenommen nicht den Umfang der Freistellungen nach Absatz 2 überschreiten. Freistellungen müssen mindestens 20 Prozent der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit betragen.
(4) Die von ihrer dienstlichen Tätigkeit vollständig freigestellten Personalratsmitglieder erhalten eine monatliche Aufwandsentschädigung. Die Bundesregierung bestimmt durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, die Höhe der Aufwandsentschädigung. Nur teilweise, aber mindestens für die Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit freigestellte Personalratsmitglieder erhalten die Hälfte der Aufwandsentschädigung.
§ 53Auswahl der freizustellenden Mitglieder
(1) Bei der Auswahl der freizustellenden Mitglieder hat der Personalrat zunächst die nach § 34 Absatz 1 gewählten Vorstandsmitglieder, sodann die nach § 34 Absatz 2 gewählten Ergänzungsmitglieder und schließlich weitere Mitglieder zu berücksichtigen. Die freizustellenden Vorstands- und Ergänzungsmitglieder haben Anspruch auf vollständige Freistellung.
(2) Ist der Personalrat nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt worden, sind für die weiteren Freistellungen die auf die einzelnen Wahlvorschlagslisten entfallenden Stimmen im Wege des Höchstzahlverfahrens zu berücksichtigen; dabei sind die nach Absatz 1 freigestellten Vorstands- und Ergänzungsmitglieder von den auf jede Wahlvorschlagsliste entfallenden Freistellungen abzuziehen. Die aus der jeweiligen Vorschlagsliste in den Personalrat gewählten Mitglieder bestimmen mehrheitlich, wer von ihnen die Freistellung wahrnimmt.
(3) Ist der Personalrat im Wege der Personenwahl gewählt worden, bestimmt sich die Rangfolge der weiteren freizustellenden Mitglieder nach der Zahl der für sie bei der Wahl zum Personalrat abgegebenen Stimmen.
(4) Sind die Mitglieder der im Personalrat vertretenen Gruppen teils nach den Grundsätzen der Verhältniswahl, teils im Wege der Personenwahl gewählt worden, so sind bei weiteren Freistellungen die Gruppen entsprechend der Zahl ihrer Mitglieder nach dem Höchstzahlverfahren zu berücksichtigen; innerhalb der nach identischen Wahlverfahren zusammengefassten Gruppen bestimmen sich die weiteren Freistellungen in diesem Fall je nach Wahlverfahren in entsprechender Anwendung des Absatzes 2 und nach Absatz 3.
§ 54Teilnahme an Schulungs- und Bildungsveranstaltungen
(1) Die Mitglieder des Personalrats sind unter Fortzahlung der Dienstbezüge oder des Arbeitsentgelts für die Teilnahme an Schulungs- und Bildungsveranstaltungen vom Dienst freizustellen, soweit diese Kenntnisse vermitteln, die für die Tätigkeit im Personalrat erforderlich sind.
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