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Die Cariboo Chilcotin Coast Region in British Columbia ist noch so etwas wie ein Geheimtipp für alle diejenigen, die gerne abseits von Touristenströmen in die Natur Kanadas eintauchen und ihr ganz persönliches Abenteuer erleben wollen. Endlose Weite, undurchdringlich scheinende Wälder mit versteckt liegenden Seen, eine grandiose Bergwelt und vor allem die Heimat der Grizzlybären üben eine Faszination aus, die man an vielen Stellen noch für sich allein empfinden und genießen kann. Das Buch wurde aus der Sicht eines Wohnmobil- und Pkw-Reisenden geschrieben. Nach bisher 14 Reisen in die Region und unzähligen Kilometern auf Gravel Roads hin zu einsamen Recreation Sites oder einer der oft auch von deutschsprachigen Gastgebern betriebenen Ranches oder Resorts, hat Karl-Hans Kern für dieses Buch 50 Orte und Outdoor-Aktivitäten ausgesucht, die einladen, sich abseits der Hauptstraßen zu bewegen, manchmal sogar auf etwas abenteuerlichen Pfaden: immer gespannt darauf, was sich hinter der nächsten Kurve zeigen wird.
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Seitenzahl: 202
Veröffentlichungsjahr: 2022
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IMPRESSUM
Cariboo Chilcotin Coast
50 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade
Karl-Hans Kern
© 2022 360° medien
Nachtigallenweg 1 | 40822 Mettmann
Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Der Inhalt des Werkes wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.
Redaktion und Lektorat: Christine Walter
Satz und Layout: Lucas Walter
Gedruckt und gebunden:
LD Medienhaus GmbH & Co. KG I Feldbachacker 16 I 44149 Dortmund
www.ld-medienhaus.de
Bildnachweis: siehe Seite 256
ISBN: 978-3-96855-174-6
Hergestellt in Deutschland
360grad-medien.de
Karl-Hans Kern
CARIBOO CHILCOTIN COAST
Kanada
VORWORT
Wir wollten 2009 nochmals mit unseren beiden Söhnen auf Reise gehen, bevor es für sie „uncool“ werden würde, mit Eltern unterwegs zu sein. Auf die Frage, wohin die Reise führen solle, schnellten bei dem Zielort „Kanada“ die Finger von uns drei Männern in die Höhe. Wir entschieden uns für den „wilden“ Westen und eine Reise mit dem Wohnmobil, planten bei einer Wanderung und einer Kanutour im Zelt zu übernachten.
Vier Wochen während der Sommerferien hatten wir vorgesehen, und schon die Vorbereitung darauf entwickelte sich zu einem Erlebnis für die ganze Familie. Wir nutzten die Wochenenden zum Wandern und uns fit zu machen für das Abenteuer Kanada. Orientierung im Gelände, wandern mit Kompass, wie filtert man Wasser, wie muss der Rucksack gepackt und eingestellt sein? Schließlich galt es in der Wildnis Kanadas zu überleben.
Ich kann es vorwegnehmen: Wir haben es geschafft. Denn auch der Westen Kanadas ist inzwischen nicht mehr so wild, wie wir es gerne in der Fantasie oder in Erinnerung an Filme unserer Kindheit erträumten. Und doch entdeckten wir damals schon eine Region, die uns bis heute in ihren Bann zieht, einen Teil British Columbias, der uns ein Mehr an Abenteuer, ein Mehr an Ursprünglichkeit bietet, ein Mehr an Einsamkeit, abseits der ausgetretenen Pfade eben. Das ist die Cariboo Chilcotin Coast Region.
Unser jüngerer Sohn brachte es damals mit einem Satz auf den Punkt. Auf die Frage, wie lange wir in den Rocky Mountains bleiben wollen und wie lange in der Cariboo Region, meinte er: „Die Berge in Kanada sind überall sehr schön. Aber hier haben wir sie für uns allein.“ Er hat bis heute Recht behalten.
Wer den Westen Kanadas schon bereist hat, vielleicht sogar mehrmals, und jetzt auf der Suche ist nach neuen Zielen, der wird hier fündig. Die Highways hier sind nicht mit dem Icefields Parkway in den Rocky Mountains vergleichbar. Die Landschaft schöpft ihre Schönheit nicht aus smaragdgrünen Bergseen und die Highways säumenden Dreitausendern. Sie fasziniert vielmehr durch ihre Ursprünglichkeit, ja beinahe Wildheit, begleitet von zerfallenden, aus der Zeit des Goldrausches stammenden Blockhütten am Wegesrand.
Und doch gibt es sie, die Bergseen und schneebedeckten Gipfel, samt ihrer beeindruckenden, majestätischen Gletscher. Aber ihre Schönheit teilt man sich nicht mit in Bussen anreisenden Touristengruppen. Man findet sie in den Cariboo Mountains oder den Coast Mountains, doch nur, wenn man nach ihnen sucht oder sich von Ortskundigen den Weg dorthin weisen lässt.
Wer sich vor Stille nicht fürchtet, wer keine weltbekannten Ortsnamen aufzählen muss, um sagen zu können, wie toll der Urlaub war, wer es genießen kann, am Seeufer die Angel auszuwerfen und sich von der den See umgebenden Bergwelt beeindrucken zu lassen und wer bei der Beobachtung eines Grizzlybären beim Lachsfang alles um sich herum vergisst und nur die Schauer genießt, die ihm dabei über den Rücken laufen, dem ist es hier möglich, seine ganz persönlichen Träume zu leben, in der Cariboo Chilcotin Coast Region British Columbias.
Karl-Hans Kern
WILLKOMMEN IN DER REGION CARIBOO CHILCOTIN COAST
TOP TEN DER SEHENSWÜRDIGKEITEN
KURIOSES & BESONDERHEITEN
VANCOUVER ISLAND UND DIE „KLEINE INSIDE PASSAGE“
1.Richmond: am Beginn der Reise
2.Campbell River: Grizzlybärentour
3.Mit der Northern Sea Wolf nach Bella Coola
AUF DEN HIGHWAYS IN DEN NORDEN
4.Sea-to-Sky Highway
5.Birkenhead Lake Provincial Park
6.Highway 1
7.Chilliwack Lake Provincial Park
8.Nahatlatch Provincial Park
CARIBOO: ENTLANG DES GOLD RUSH TRAIL
9.Lillooet: am Punkt 0
10.Mile by Mile: von Lillooet bis Clinton
11.Mile by Mile: von Clinton bis 100 Mile House
12.Dog Creek Road
13.North Bonaparte Road: vom Sattel zum Paddel
CARIBOO: DAS ZENTRUM
14.Fishing Highway 24
15.Hendrix Lake Road: Abenteuerroute in die Natur
16.Kayanara Guest Ranch
17.Wells Gray Provincial Park: Mahood Lake
18.Crooked Lake Resort
19.Ausflüge in der Umgebung des Crooked Lake
20.Williams Lake…
21.Williams Lake Stampede
22.Xatśūll Heritage Village
CARIBOO: DER NORDEN
23.Barkerville, die Stadt der Goldgräber und Abenteurer
24.Wells: Künstlerstädtchen in der Wildnis
25.Bowron Lake Provincial Park
26.Mit dem Kanu die Natur erleben
27.Barkerville Backroad: auf den Spuren der Goldsucher
CHILCOTIN: ENTLANG DES HIGHWAY 20
28.Highway 20: der Freedom Highway
29.Farwell Canyon
30.Nemaiah Valley: auf der Straße ins Paradies
31.Tatlayoko Lake und Potato Peak
32.Chilko River und Chilko Lake: dort wo die Bären leben
33.Tsuniah Lake Lodge
34.Terra Nostra Guest Ranch
35.Auszeit für die Seele oder Wildniswanderungen für Outdoorfreunde
36.Drei Wanderungen rund um Kleena Kleene
CHILCOTIN: AM FUßE DER COAST MOUNTAINSM
37.Tweedsmuir Provincial Park South: Paddeltour in der Wildnis
38.Über Gletscher und farbige Berge: Rundflug über die Coast Mountains
39.Wanderung zur Rainbow Range
CHILCOTIN: DER SÜDEN
40.Bridge River Valley
41.Bralorne: wenn das Gold ruft
42.Die Umgebung von Bralorne und Gold Bridge
43.Hurley River Forest Service Road
COAST
44.Bella Coola und das Bella Coola Valley
45.Die Küste des Regenwaldes erleben
46.Wanderung zum Blue Jay Lake
47.Odegaard Falls
48.Bärenbeobachtung im Bella Coola Valley
49.Bella Coola: Heimat der First Nations
50.Richmond: am Ende der Reise
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BILDNACHWEIS
In den Monaten vor der Veröffentlichung dieses Buchs mussten Lokale und Besucherattraktionen immer wieder aufgrund der Corona-Pandemie ihre Öffnungszeiten einschränken oder zeitweise komplett schließen. Die in diesem Band angegeben Öffnungszeiten wurden gewissenhaft nach dem letzten bekannten Stand recherchiert – mit weiteren Änderungen ist jedoch nach der Pandemie zu rechnen, weshalb wir Lesern empfehlen, während des Aufenthalts in der Region Cariboo Chilcotin Coast Öffnungszeiten anhand der hier aufgeführten Internetseiten selbst zu überprüfen.
Junger Schwarzbär am Highway 20
WILLKOMMEN IN DER REGION CARIBOO CHILCOTIN COAST
All diejenigen, die schon ein- oder mehrmals den Westen Kanadas bereisten und jetzt nach Reisealternativen fernab der Touristenkonzentrationen suchen, können mit der Cariboo Chilcotin Coast Region einen neuen Sehnsuchtsort für sich entdecken.
Es erwartet sie ein ursprüngliches, stellenweise noch wildes Kanada, das fernab von ständiger Erreichbarkeit und überfüllten Besucherparkplätzen Raum und Platz bietet für das ganz persönliche Abenteuer. Wer sich in der Natur zu Hause fühlt, dem bieten immergrüne Nadelwälder mit versteckt liegenden Seen, Wüsten, Canyons, Laubwälder, Meeresfjorden, Hochgebirge und Gletschern unzählige Möglichkeiten für unvergessliche Outdoor- und Reiseerlebnisse. Stundenlang wandern können ohne einer Menschenseele zu begegnen, mit dem Kanu durch das Wasser gleiten und dabei die Stille zu hören, den Grizzlybären dabei zu beobachten, wie er geschickt den Lachs aus dem Wasser fischt, oder auf dem Rücken eines Pferdes den Alltag hinter sich lassen. Das sind Erlebnisse, über die man am Lagerfeuer oder in der Blockhütte der Guest Ranch gerne erzählt und die in Erinnerung bleiben.
Viele Unterkünfte, Ranches und Resorts, die bei Reiseveranstaltern werben und Gäste aus aller Welt empfangen, sind ebenso wie Provincial Parks, Campingplätze, Wasserfälle und Ausgangspunkte für Touren in die Wildnis British Columbias nur über Schotterstraßen, die Gravel Roads, erreichbar. Neben den wenigen asphaltierten Highways durchzieht daher ein Netz von Schotterstraßen die gesamte Region. Sie sind Teil der Infrastruktur des Alltagsverkehrs und werden rege genutzt. Für Touristen ist es wichtig, zwischen Zufahrten zum Beispiel zu Unterkünften oder Campingplätzen und den Gravel Roads zu unterscheiden, die für Holzfällarbeiten und deren große Trucks angelegt wurden. Diese dürfen mit gemieteten Fahrzeugen oft nicht befahren werden.
Hendrix Lake Road
Von den Cariboo Mountains im Osten und der Pazifikküste im Westen erstreckt sich die Cariboo Chilcotin Coast Region von den Gemeinden Lillooet und Cache Creek im Süden bis nach Hixon und Stoner im Norden. Weiter westlich begrenzen im Süden das Homathko Icefield und der Birkenhead Lake Provincial Park und im Norden der Finger-Tatuk Provincial Park die Region. Hier lebten über tausende von Jahren hinweg die unterschiedlichen Stämme der First Nation People, bevor Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten europäischen Siedler, Goldsucher und Abenteurer in die Cariboo Region aufbrachen. Sie drangen Richtung Norden vor und suchten in den Goldfeldern von Barkerville ihr Lebensglück. Weiter westlich, im Chilcotin, gründeten Cowboys Ranches und trieben Rinderherden durch das Hochplateau des Chilcotin, um die Menschen in diesen neuen Siedlungen mit Fleisch zu versorgen. Nur über Wildnispfade erreichbar blieb bis in die 1950er-Jahre hinein die Siedlung der Nuxalk First Nation im Bella Coola Valley der Coast Region.
Heutiges Zentrum der drei Regionen ist die rund 10.000 Einwohner zählende Cowboystadt Williams Lake, die an der Kreuzung des Highway 97 mit dem Highway 20 liegt. Erster Anlaufpunkt für Reisende ist hier das Tourism Discovery Centre am Highway 97 im Süden der Stadt. Gebaut aus rotem Zedernholz, beherbergt es das Visitor Centre, einen Souvenirladen mit regionalen Produkten und mehrere Ausstellungsräume. Ein mit Kanu, Mountainbike, Pferdegeschirr und Reitsätteln voll bepackter Kleinwagen symbolisiert vor großen Wandbildern der Landschaft den Geist der Region als „Land ohne Grenzen“, die Bezeichnung, die auch die regionale Tourismusorganisation für sich gewählt hat: „Land Without Limits“ (landwithoutlimits.com).
Chilko Lake South
TOP 10
DER SEHENSWÜRDIGKEITEN IN DER REGION
1Bowron Lake Kanutour: Sie gilt als eine der schönsten Kanutouren der Welt. Großartige Natur, wunderschöne Landschaften, Bären, Elche und ein einzigartiges Paddelerlebnis über eine Strecke von 116 Kilometern. So lässt sich das Naturparadies zwischen dem Historic Town Barkerville und dem Highway 16 gelegenen Bowron Lake Provincial Park und die dort mögliche mehrtägige Kanutour beschreiben. Rund acht Tage und sieben Nächte ist man auf den Seen unterwegs, übernachtetet wird im Zelt; bcparks.ca/reserve/bowron-lake
2Barkerville: In der Historic Town Barkerville leben die Menschen heute noch wie zur Zeit des Goldrausches in der Cariboo Region. Sie beleben das Straßenbild mit ihrer traditionellen Kleidung und gehen Tätigkeiten nach, die das Leben in der damaligen Zeit prägten. Einen Blick in das Wohn- und Schlafzimmer eines Goldgräbers zu werfen hilft, das Bild über die damalige Lebenssituation der Menschen ins rechte Licht zu rücken. Da bleibt kaum Platz für Abenteuer und Romantik am Kaminfeuer im tiefsten kanadischen Winter. Die Menschen in Barkerville suchten nach Gold, Glück und einer neuen Lebensperspektive und waren letztendlich allesamt dazu verdammt, unter schwierigsten Bedingungen ihr Dasein zu fristen; barkerville.ca
3Farwell Canyon: Eine völlig andere Landschaft erwartet Reisende, die von Williams Lake her kommend in Riske Creek zum Farwell Canyon abbiegen. Die Straße führt als Gravel Road durch eine Sanddünenlandschaft, die entlang des Chilcotin River zum pittoresken Canyon wird. Zahlreiche Hoodoos, bizarr geformte Felssäulen, verleihen dem Canyon ein ganz besonderes Bild. Während der Lachswanderung im Herbst kommen Vertreter der First Nations aus der Umgebung hierher, um in traditioneller Art und Weise Lachse zu fangen. Mit etwas Glück kann man Bighorn-Schafe beobachten, die im Sheep Range Provincial Park rund um den Canyon leben; williamslake.ca/762/Farwell-Canyon
4Grizzlybären: Die Beobachtung von Bären in ihrem natürlichen Lebensraum gehört sicher zu den Höhepunkten einer jeden Kanadareise. Wer als Reisezeit den Herbst gewählt hat, kann die majestätischen Grizzlybären beim Lachsfang beobachten. Vor allem im Bella Coola Valley, entlang des Highway 20, gibt es neben der Bärenbeobachtungsplattform im Tweedsmuir Provincial Park South zahlreiche Stellen, an denen der Blick auf eine der vielen Sandbänke schweifen kann, auf denen sich die Bären auf der Suche nach Lachsen bewegen. Ein weiterer Platz zur Bärenbeobachtung ist der Chilko River und das Nordende des Chilko Lake.
5Rundflug Coast Mountains: Kopfhörer aufsetzen gegen den Lärm beim Start, das Kribbeln im Bauch ignorieren und dann geht es los. Immer schneller rauscht das Wasserflugzeug über den See, um dann abzuheben in den Himmel des Chilcotin. Der Nimpo Lake am Highway 20 war über Jahrzehnte hin bekannt als die Metropole der Wasserflugzeuge. Noch heute bringen die Flugzeuge Angler zu entlegenen Seen, dienen als Transportmittel in der Wildnis und lassen Reisende die Schönheit des Küstengebirges aus der Luft erleben. Unvergesslich, grandios, fantastisch sind nur einige der Wörter, mit denen sich der Rundflug über das Monarch Icefield und die Rainbow Mountains beschreiben lässt. Bei schönen Wetter gehört dieser Rundflug zu den spektakulärsten Erlebnissen der Region; tweedsmuirair.com/about.html
6Mit der Fähre durch die Fjorde: Es ist eine Tagestour mit der Fähre von Port Hardy, im Norden Vancouver Islands, nach Bella Coola. Vorbei an kleinen Inseln fährt man der aufgehenden Sonne entgegen. Nach der Überquerung des offenen Meeres werden die Fjorde des Regenwaldes erreicht. Begleitet von Walen und Delfinen nähert man sich am Nachmittag der Gletscherwelt des Küstengebirges. Immer wieder leuchten die Gletscher am Horizont, während Weißkopfseeadler an der Küste kreisen. Für das leibliche Wohl ist bei der Überfahrt gesorgt. Der Zielort Bella Coola wird am späten Nachmittag erreicht; bcferries. com/routes-fares/schedules
7Wasserfälle: Mit 260 Meter Falltiefe zählen die Hunlen Falls im Tweedsmuir Provincial Park South zu den höchsten frei fallenden Wasserfällen in British Columbia. Am besten lassen sie sich mit dem Wasserflugzeug besuchen, das vom Nimpo Lake aus zum Turner Lake fliegt. Vom Landeplatz sind es nur wenige Kilometer Fußweg bis zum Aussichtspunkt. Mit dem Pkw über die Barkerville Backroad erreichbar sind die Ghost Lake Falls und Matthew River Falls im Cariboo Mountain Provincial Park. Den ersten Teil des Wasserfalls sieht man von der Brücke aus, die über den Matthew River zum Campground führt. Der zweite Wasserfall ist von einem kleinen Wanderweg hinter dem ersten Stellplatz aus zu sehen; hellobc.com/stories/waterfalls-in-the-cariboo-chilcotin-plateau
8Wanderung zum Eureka Peak: Es gibt unzählige Wandermöglichkeiten in der Cariboo Chilcotin Coast Region, aber die Wanderung zum Eureka Peak bietet Vorteile, die gerade für Wanderungen in der Wildnis British Columbias von Vorteil sein können: Denn hier ist man allein unterwegs und darauf angewiesen, dass Menschen wissen, wo man sich aufhält. Vor allem, wenn man die Wanderung mit einer Übernachtung auf dem Gipfel verbindet. Das ist möglich, sofern man Zelt und Schlafsack mitnimmt. Die Besitzer des Crooked Lake Resorts bringen Wanderer gerne zum Trailhead und begeben sich auf die Suche, wenn man nicht zur vereinbarten Zeit zurückgekehrt ist. Wie so oft in Kanada führt auch hier der Weg steil nach oben, begrenzt von dichtem Tannenwald. Mit dem Erreichen der Baumgrenze schweift der Blick über die Berge der Cariboo Region bis hin zu den Gipfeln des Wells Gray Provincial Parks. Wer nicht so lange wandern und trotzdem den Gipfel erreichen will, kann sich mit dem Quad bis zur Baumgrenze bringen lassen und von dort aus die Wanderung fortsetzen.
9Turner Lake Wildnishütte: Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, einige Tage allein in einer Hütte an einem See zu verbringen, mitten in der Wildnis, nur umgeben von Wald und Bergen? Das ist am Turner Lake im Tweedsmuir Provincial Park South möglich. Dort unterhält die Parkverwaltung British Columbias zwei einfache Hütten, die über Tweedsmuir Air am Nimpo Lake vermietet werden. Benötigt wird Schlafsack, Verpflegung und die Lust auf ein Abenteuer. Die Hütten selbst sind ohne Stromversorgung und mit Doppelstockbetten, einer Spüle samt Geschirr sowie einem Holzofen ausgestattet. Wasser wird aus dem See geholt und abgekocht. Den Aufenthalt sollte man unbedingt mit einer Kanutour verbinden. Denn von hier aus ist sowohl der Besuch der Hunlen Falls als auch eine mehrtägige Tour auf der Turner Lake Seenkette möglich. Kanus und Ausrüstung werden in einer weiteren Hütte aufbewahrt und können ebenfalls ausgeliehen werden; bcparks.ca/explore/parkpgs/tweeds_s/
10Ranchleben: Der „Wilde Westen“ Kanadas ist hier in der Region noch allgegenwärtig. Der Highway 20 führt durch „open Ranchland“. Pferde und Rinder am Straßenrand oder gar mitten auf dem Highway sind daher keine Seltenheit. Und so sind die Unterkünfte der Region auch vom Ranchleben geprägt. Stilvolle Blockhäuser, saftige Weiden und Pferde laden dazu ein, einmal als Cowboy oder Cowgirl auf dem Rücken der Pferde durch die Wildnis zu reiten. Wer länger und intensiver den Ranchaufenthalt genießen und ihn mit der Arbeit der Cowboys- und -girls verbinden will, der findet auf Ranches wie zum Beispiel der Terra Nostra Guest Ranch am Highway 20, der Wettstone Guest Ranch am Fishing Highway oder der Kayanara Guest Ranch am Eagle Creek und vielen anderen Unterkünften dazu Gelegenheit;
landwithoutlimits.com/things-to-do/guest-ranches-rodeos/
KURIOSES & BESONDERHEITEN
AUS DER REGION CARIBOO CHILCOTIN COAST
Die Cariboo Chilcotin Coast Region ist geprägt von der Geschichte des „wilden Westens“, von Goldsuchenden, Viehherden und noch nahezu unberührten Naturschönheiten.
Wer über den Highway 97 von Cache Creek aus in Richtung Norden fährt, kommt an Orten wie 70 Mile House, 94 Mile House, 100 Mile House oder 108 Mile House vorbei. Die Nummerierung stammt aus der Zeit der Goldgräber, als Reisende mit Pferd und Planwagen unterwegs waren. Sie gaben die Entfernung nach Lillooet an, dem Standort der 0 Mile und Startpunkt der Cariboo Wagon Road, dem 300 Meilen langen Weg in die damalige Goldgräberstadt Barkerville. An den Raststätten, den Roadhouses, konnten die Pferde auf dem Weg in die Goldfelder gewechselt und versorgt werden. Rund um die damaligen Roadhouses sind heute kleine Dörfer und Städte entstanden, in denen sich immer wieder Relikte aus der Zeit des Goldrausches entdecken lassen. An der Hauptstraße in Lillooet markiert ein Stein mit der Inschrift „Mile 0“ noch heute den Ausgangspunkt für die Pioniere und Abenteurer vergangener Jahrhunderte; visitlillooet.ca/activities/heritage-culture/#historic.
Während in der Hauptreisezeit viele Campgrounds in den touristischen Zentren British Columbias vorab reserviert werden müssen, bietet die Cariboo Chilcotin Coast Region Wohnmobilreisenden noch die Möglichkeit zum flexiblen Reisen. Vor allem im Hinterland, abseits der Highways und meist idyllisch an Seen oder Flussläufen gelegen, finden sich Recreation Sites, einfache Campingplätze, ausgestattet mit Tisch und Bänken sowie einer Feuerstelle. Sie funktionieren nach dem Prinzip „first come, first serve“. Ein großer Teil der Stellplätze kann sogar kostenlos genutzt werden. Auf einer offiziellen Internetseite der Provinzregierung findet sich eine ausführliche Beschreibung aller gelisteten Stellplätze und die Zufahrtsmöglichkeiten; sitesandtrailsbc.ca
Reisende, die schon einmal Quebec im Osten Kanadas besuchten, kennen die freundlichen, einladenden Orte, an denen Menschen während der Ahornsirup-Ernte zusammenkommen, um traditionell in Ahornsirup zubereitete Eier, Speck, Bohnen und Schinken zu sich zu nehmen, die Sugar Shacks, die „Zuckerhütten“. Brenda und Robert, beide aus Quebec, vermissten nach ihrem Umzug nach 70 Mile House in der Cariboo Region ihren Maple Sirup und das ebenfalls aus Quebec stammende traditionelle Kartoffel-, Käsegericht Poutine. Daher entschieden sie sich den Osten Kanadas nach British Columbia zu bringen und eröffneten am Highway 97 ihr eigenes charmantes Stück Quebec, ihr Sugar Shak. Neben den Regalen mit Ahornsirup in Dosen, original aus Québec in den Westen gebracht, Ahornbutter, -toffee und -essig, können Reisende einen Zwischenstopp einlegen und ein original Quebecer Poutine zu sich nehmen.
Am Ende des Bella Coola Valley windet sich der Highway 20 als Gravel Road durch das Küstengebirge hinauf zum 1542 Meter hohen Heckman Pass. Freedom Road wird der Highway auch genannt. Denn er erstand aus dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger der Region. Weil die Regierung British Columbias Ende der 1940er-Jahre kein Interesse zeigte die Straße von Anahim Lake nach Bella Coola zu verlängern, nahmen die Menschen die Sache selbst in die Hand. Mit Spenden und zwei Bulldozern arbeiteten sie sich von Bella Coola und Anahim Lake aus Meter für Meter vor, sprengten Felsen weg und planierten den freigelegten Weg. Am 26. September 1953 trafen die freiwilligen Bautrupps aufeinander. Seither ist der Heckman Pass die Verbindung zum Pazifik und bleibt mit teilweise 18 Prozent Gefälle eine fahrerische Herausforderung gerade für Reisende mit großen Wohnmobilen; bellacoola.ca/portfolio/history-of-the-hill/
Insbesondere wer auf einer Gravel Road in der Wildnis British Columbias unterwegs ist und plötzlich einen Schaden an seinem Fahrzeug feststellt, der ist auf Hilfe angewiesen. Telefon und Internet funktionieren abseits der Hauptstraßen oft nicht, so dass man nur abwarten kann. Es wird, egal wo man unterwegs ist, nicht lange dauern und ein Fahrzeug wird auftauchen. Und dessen Fahrerin oder Fahrer wird anhalten und fragen, ob man Hilfe benötigt. Und die darf man dann auch gerne annehmen. Helfen beim Reifenwechsel, jemanden zum nächsten Telefon bringen oder einen Abschleppdienst informieren – das sind Selbstverständlichkeiten in Kanada. Und das gilt natürlich ganz besonders auch bei ärztlichem Hilfebedarf.
Bärenspray und mehrWer plant, längere Zeit in der Wildnis unterwegs zu sein, der wird sich entsprechend darauf vorbereiten und ausstatten. Da Dinge wie Bärenspray oder Gaskartuschen für den Outdoorkocher nicht in Deutschland gekauft und im Flugzeug transportiert werden dürfen, muss man sie sich vor Ort besorgen. Outdoorläden gibt es in Vancouver und Umgebung wie Sand am Meer. Fasziniert hat uns das Angebot in Verbindung mit der Unternehmensphilosophie der Mitgliederkooperative MEC, Mountain Equipment Co-operative. Ziel des Unternehmens und seiner Geschäftsstruktur ist es, seine Werte umzusetzen und nicht maximalen Profit zu erwirtschaften. Im Vordergrund stehen Nachhaltigkeit, ökologische Fairness und ethisches Handeln. Für einmalig fünf Dollar wird man Mitglied und damit Teil einer Gemeinschaft von mehr als fünf Millionen Menschen, die gerne in der Natur aktiv sind. Als Mitglied kann man nicht nur in den MEC-Läden in Kanada einkaufen, sondern von den Erfahrungen der Outdoor-Gemeinschaft profitieren. Man berät sich gegenseitig, berichtet über seine Erfahrungen, gibt Tipps und beteiligt sich darüber hinaus an gemeinsamen Aktivitäten wie Wettläufen, Kanu-Festen und anderen Outdoor-Erlebnissen.
Bargeld oder KarteIn Kanada lässt sich nahezu alles mit der Kreditkarte bezahlen. Gerade wer aber mit dem Zelt oder Wohnmobil unterwegs ist, muss etwas Bargeld bei sich führen. Das gilt insbesondere für kleine Scheine und Dollar-Münzen. Denn in Provincial Parks und auf Recreation Sites, den einfach ausgestatteten Campgrounds, herrscht das Prinzip der Self Registration vor, der eigenständigen Anmeldung. Man füllt die dafür vorgesehenen Briefumschläge mit den persönlichen Daten aus, legt das Geld in den Umschlag und wirft ihn in den dafür vorgesehenen Briefkästen. Erst dann kann der Stellplatz genutzt werden.
Tipp: Boot im GepäckWer mit dem Wohnmobil unterwegs ist und einen wunderschönen Stellplatz am See gefunden hat, ist für das Erkunden der Umgebung auf dem Wasser auf einen Bootsverleih angewiesen. Aber solche gibt es gerade an den versteckt liegenden Seen der Region meist nur dort, wo sich auch eine Lodge oder eine Ranch befindet. Das hat uns dazu veranlasst ein Boot anzuschaffen, das transportabel, aber auch sicher genug ist, um auf Seen eingesetzt zu werden: ein aufblasbares Zweier-Kajak von 4,10 Meter Länge und 80 Zentimeter Breite. Verpackt in einen Rucksack wiegen Boot und Paddel zusammen 20 Kilogramm. Es kommen noch Schwimmwesten dazu. Bisher konnten wir das Boot problemlos bei allen Fluggesellschaften als Sportgepäck oder zweites Gepäckstück aufgeben. Sein Einsatz hat unseren Urlaub immens bereichert und uns Momente erleben lassen, die uns ansonsten verborgen geblieben wären.
Start der Fähre in Port Hardy durch die Strait of Georgia
1.Richmond: am Beginn der Reise
2.Campbell River: Grizzlybärentour
3.Mit der Northern Sea Wolf nach Bella Coola
1. RICHMOND: AM BEGINN DER REISE
Wer nach Vancouver fliegt, die Stadt jedoch schon kennt und am anderen Morgen mit der Fähre nach Norden aufbrechen will, der findet in Richmond und damit unweit des Flughafens mehrere geeignete Hotels und privat geführte Unterkünfte sowie einige lohnenswerte Ziele.
Richmond Country Farms
Ein Beispiel ist der Bauernmarkt am Steveston Highway. Hier bieten Landwirte aus der Umgebung täglich ihr Obst und Gemüse an. Neben einem kleinen Grocery Store mit landwirtschaftlichen Produkten werden auf Tischen und in großen Holzkisten Äpfel, Gurken, Auberginen, Trauben, Salate, Blumen und im Herbst farbenprächtige und unterschiedlich geformte Kürbisse präsentiert. Unmittelbar neben dem Markt liegt ein kleiner Vergnügungspark mit Tieren aus dem Bauernhof. Familien mit ihren Kindern können am stilechten Wildwest-Bahnhof in die Eisenbahn einsteigen und gemeinsam eine Runde durch den Park drehen.
Richmond Country Farms: Erlebnisbauernhof
Der täglich geöffnete Richmond Country Farms Market und der daneben liegende Park gehen auf die Initiative einer aus Deutschland stammenden Familie zurück, die auf dem gleichen Gelände eine gemütliche Winery betreibt, die Country Vines Winery. Hier kann man von Donnerstag bis Montag Wein kosten und hinter der Probierstube bei offenem Tischfeuer den Tag romantisch ausklingen lassen. Zwar schließt die Winery offiziell um 18 Uhr, aber Tische und Bänke im Vorgarten können auch darüber hinaus genutzt und der Wein und mitgebrachtes Essen in Ruhe getrunken und verzehrt werden.
Fähranleger Tsawwassen
