Chihuahua - Birgit Holler - E-Book

Chihuahua E-Book

Birgit Holler

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Beschreibung

Hollywoods Stars und Sternchen lieben sie und auch in deutschen Großstädten sind sie längst Bestandteil des Stadtbildes: Chihuahuas – die kleinste Hunderasse der Welt. So klein sie sind, so groß ist ihre Persönlichkeit: Sie sind klug, lebhaft, anpassungsfähig und wachsam und mögen es, ganz nah bei ihren Menschen zu sein. Hier erfährt man alles über das Wesen und die Haltung des weltweit beliebten Kleinhundes – von Verhalten über Beschäftigung bis zur Erziehung.

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Seitenzahl: 159

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Pfiffig, lustig und anhänglich

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Dies sind einige der Eigenschaften, die den kleinsten Hund der Welt weltweit zu einem beliebten Familienhund machen. Es ist immer wieder verblüffend, dass so viel Hund in eine so kleine „Verpackung“ passt. Erfahren Sie alles über Geschichte, Bedürfnisse, Grunderziehung und rassetypische Beschäftigungsmöglichkeiten.

SO SIND CHIHUAHUAS

— zum Wesen der Rasse

Lebhaft, wachsam, ruhelos und sehr mutig – so umschreibt der Rassestandard das Wesen des Chihuahuas.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Kleine Genießer Chihuahuas lieben es, draußen zu spielen. Wieder drin angekommen, wissen sie ein weiches Körbchen zu schätzen. Noch besser, eine Hand, die ausdauernd streichelt.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Gerne in Gesellschaft Flitzen, springen, toben  – die kleinen Vierbeiner sprühen vor Energie, wollen sich auspowern und zeigen erstaunlich viel Ausdauer. Gerade weil sie so klein sind, profitieren die Zwerge sehr vom Leben mit gleichgroßen Artgenossen.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Verschmust und innig Ein Chihuahua braucht die Nähe zu seinen Menschen, schließt sich ihnen eng an, spürt ihre Stimmungen und reagiert sehr feinfühlig darauf. Hat er eben noch wild auf der Wiese getobt, so ist er in den ihm so wichtigen Schmusestunden ruhig, liebevoll und sanft.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Voller Energie Die Minihunde sind echte Powerpakete und dabei absolut vielseitig: Spaziergang, Agility, Dog Dancing, Sucharbeit oder Apportieren, Chihuahuas sind für Vieles zu begeistern und lernen schnell. Erst mit ausreichender Bewegung und Beschäftigung ist ein Chihuahua rundum glücklich.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

SO SIND CHIHUAHUAS

— Geschichte und Wesen

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

ENTSTEHUNGSGESCHICHTE

Er ist clever, einfühlsam, mutig, wachsam, sportlich, hat eine gute Nase und steckt voller Energie. Ein Konzentrat mit riesiger Persönlichkeit: Im winzigen Chihuahua finden sich alle Eigenschaften, die ein richtiger Hund haben muss. Und genau das macht ihn so beliebt.

Der Chihuahua, ausgesprochen „Schiwawa“ und auf Spanisch „Chihuahueño“ genannt, ist eine sehr alte Rasse aus Mexiko – und der kleinste Hund der Welt. Den Rassenamen hat er von einem Bundesstaat im Norden Mexikos. Wie und von wo er dorthin kam, bietet Anlass für viele Spekulationen. Bei manchen Varianten gehen sie auf wild- und in selbstgegrabenen Höhlen lebende Zwerghunde zurück, andere vermuten ihren Ursprung in Asien, Ägypten oder Malta. Und ganz eindeutig ins Reich der Fabel zu verweisen sind die Annahmen über Kreuzungen mit Eichhörnchen und Präriehunden.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Minimalismus in seiner besten Form: Ein Chihuahua hat alles, was ein richtiger Hund braucht.

DER CHIHUAHUA IN MEXIKO

Eine gern weitergegebene Ursprungsgeschichte sieht im Chihuahua den Nachfahren des „Techichi“, des heiligen Hundes der kriegerischen Tolteken (9. bis 13. Jahrhundert), die große Teile Zentralmexikos beherrschten. Unterworfen wurden sie von den Azteken, bei denen der Besitz kleiner Hunde mit rundem Kopf und großen Augen überwiegend den höheren Klassen vorbehalten gewesen sein soll.

Hunde waren für die Azteken viel mehr als Nutztiere, denn sie hatten für sie eine große religiöse und symbolische Bedeutung: Unter dem Haus bestattete Hunde galten als Beschützer des Anwesens. Und mit ihrem Herrn beerdigte Hunde sollen ihn in ein neues Leben geführt haben. Diesen Dienst erwiesen sie jedoch nur dem, der sie zu Lebzeiten gut behandelt hatte. Und so trugen die Hunde wertvolle Halsbänder und sollen von eigenen Sklaven betreut worden sein, damit es ihnen an nichts mangelte. Bewiesen ist nur wenig, und aus dem Mix aus Legenden, mündlichen Überlieferungen und wenigen Aufzeichnungen kann sich jeder seine bevorzugte Geschichte stricken. Fakt ist, dass der Chihuahua bzw. seine Vorgänger schon vor dem Eintreffen der Spanier in Mexiko Anfang des 16. Jahrhunderts gelebt haben, vermutlich rituell geopfert und sogar gegessen wurden.

Erbgutvergleiche mit archäologischen Funden aus der Zeit vor Kolumbus belegen, dass insbesondere der Chihuahua sein genetisches Erbe seit langer Zeit erhalten hat (siehe hier). Daraus wird geschlossen, dass die „ur“amerikanischen Hunde ein Rest der ursprünglichen amerikanischen Kultur sind.

Im Februar 2014 meldete das Mexikanische Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte den Fund einer Grabstätte unter einem Gebäude in Mexiko-Stadt: Dort fanden Archäologen zwölf Hundegräber, die auf die Zeit zwischen 1350 und 1520 datiert wurden, die Hochzeit der Azteken. Durch Zahnvergleiche konnten zwei Rassen identifiziert werden: der Techichi als Vorfahr des Chihuahuas und der Xoloitzcuintle, der mexikanische Nackthund. Und noch heute leben Chihuahuas in Mexikos gleichnamiger Region, werden dort gezüchtet oder leben als Streuner und ziehen Touristen an, die die kleinsten Hunde dort erleben wollen.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Der Chihuahua ist eine alte Rasse aus Mexiko, seine Geschichte reicht viele Jahrhunderte zurück.

FCI

Fédération Cynologique Internationale Das ist die Weltorganisation der Kynologie (www.fci.be). Ihr gehören rund 100 Verbände von Mitglieds- und Partnerländern an, zumeist nationale Dachverbände von Rassezuchtvereinen, wie der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), der Österreichische  Kynologenverband (ÖKV) und die Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG). Die FCI erstellt zum Beispiel in Zusammenarbeit mit den Ursprungsländern der Rasse die Standards, führt internationale Hundeausstellungen durch und schützt die Zwingernamen der Züchter. Der Chihuahua wird in der FCI-Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde) geführt.

DER CHIHUAHUA IN AMERIKA

Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte der wirtschaftliche Aufschwung im Norden Mexikos zunehmend Touristen ins Land, viele aus den benachbarten USA. Diese berichteten dann immer wieder von winzigen Hunden mit großen, abstehenden Ohren und Schädelöffnung (siehe hier). Es dauerte nicht lange, und die kleinen Vierbeiner wurden beliebte Souvenirs, die ihren Umzug aber meist nicht lange überlebten.

Mehr Aufmerksamkeit sollte dem Chihuahua zuteil werden, als der amerikanische Kynologe James Watson 1888 in El Paso einen Mexikaner mit einem kleinen Hund sah. Für drei Dollar kaufte er das Hündchen mit dem „biberähnlichen“ Fell. Lange lebte es jedoch nicht in seiner Obhut. Es brauchte noch einige Anläufe, bis dieses Glück anderen bei ihm lebenden Chihuahuas vergönnt war. Unter der Bezeichnung „Chihuahua-Terrier“ wurden 1904 vier Hunde in das Zuchtbuch des Amerikanischen Kennelclubs eingetragen. Die Gründung des Chihuahua-Clubs von Amerika 1923 brachte der Rasse einen großen Popularitätsschub.

1911 beschreibt der Engländer Robert Leighton in seinem „Neuen Buch des Hundes“ die in England kaum bekannte Rasse aus Mexiko: Sie sei so klein, dass ausgewachsene Hunde mit allen vier Pfoten auf der Hand eines Menschen stehen könnten und manche nicht einmal 650 g auf die Waage bringen würden. Vereinzelt kamen die ersten Hunde bereits ab 1860 in das Land. Im Jahr 1952 wurde der Britische Chihuahua-Club gegründet.

In der Schweiz erfolgte die erste Notierung in das Zuchtbuch schon 1912, dann aber mit einer Pause bis 1953. Die ersten Eintragungen in Deutschland gab es 1956. In der Welpenstatistik des Verbandes für das Deutsche Hundewesen werden seit 2005 jährlich etwa 900 Welpen aufgeführt.

LANG- UND KURZHAAR

Chihuahuas gibt es in zwei Haarlängen. Die Haarvarietäten unterscheiden sich nicht nur äußerlich, zwischen Kurz- und Langhaar-Chihuahuas stellt man mitunter kleine Unterschiede im Wesen und im Charakter fest. Der langhaarige Chihuahua hat oft ein etwas sanfteres Wesen und ist der Verträglichere von beiden Varietäten. Der Kurzhaar hat zuweilen einen größeren Dickkopf und versucht, diesen auch überall durchzusetzen. Wenn man Kurz- und Langhaar-Chihuahuas zusammen hält, wird man feststellen, dass fast immer der Kurzhaarige das Kommando führt. Ein langhaariger Chihuahua ist meist nachgiebiger und lässt den kurzhaarigen gewähren.

Der ursprüngliche Chihuahua ist nach gängiger Expertenmeinung der kurzhaarige. Er hat gleichmäßig dichtes, kurzes Fell, nur im Nacken und an der Rute kann es auch etwas länger sein.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Der Kurzhaar gilt als die Ursprungsform.

Die Einkreuzung anderer Rassen brachte dann die lange Haarpracht, besonders auffällig ist das an Brust, Ohren, Rückseiten der Läufe (Hosen) und Rute (Fahne). Lediglich am Fang, am Kopf und an den Vorderseiten der Läufe ist es kurz. Dazu beigetragen haben etwa Papillons und Zwergspitze, mit denen die Minihunde zum Beispiel in England und Deutschland häufiger gekreuzt wurden. Im englischen Club wurden beide Haararten dann ab 1965 getrennt gezüchtet, ab 1976 auch bei uns.

Erst 1984 erlaubte die FCI (siehe Kasten hier) wieder die Verpaarung von beiden Varietäten. Auch heute noch kann man hin und wieder bei langhaarigen Chihuahuas sehen, wo irgendwann mal ein Spitz bzw. ein Papillon mitgemischt hat. Trotzdem profitiert der Chihuahua davon, dass Lang- und Kurzhaar miteinander verpaart werden dürfen, besonders der Langhaarige hat dann in der Regel längeres, dichteres und kräftigeres Fell. Die kurzhaarigen Chihuahuas haben oft ein dichteres Fell, wenn in ihrer Ahnenreihe hin und wieder ein langhaariger Artgenosse eingekreuzt wurde. Bei den langhaarigen Chihuahuas haben die Rüden meist ein längeres Fell und häufig auch eine ausgeprägtere Halskrause als die Hündinnen.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Lang- und kurzhaariger Chihuahua.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Langhaar-Chihuahuas entstanden durch Einkreuzung anderer Rassen wie Papillon oder Zwergspitz.

DIE FARBEN

— der Chihuahuas

Chihuahuas gibt es in vielen verschiedenen Farben und Zeichnungen. Laut Rassestandard sind alle Farben in allen möglichen Schattierungen und Kombinationen (außer merle) zulässig. Je nach Farbe können auch der Nasenschwamm, die Lefzen oder die Krallen aufgehellt sein. Das Pigment wird als „gut“ bezeichnet, wenn sowohl Augen, Augenlider, Lefzen und Nase dunkel sind.

EINFARBIG

Dazu gehören alle Chihuahuas, die eine einheitliche Farbe haben, die lediglich an manchen Körperstellen aufgehellt sein kann. Von Weiß zu Grau bis hin zu Schwarz, über Blond, Rot oder Braun kann jede Farbe in verschiedenen Nuancen vertreten sein, die Palette ist riesengroß. Bei den aufgehellten Farben Schoko und Blau ist kein schwarzes Pigment möglich. Daher sind auch die Nasen bei den braunen Hunden leberfarben und bei den blauen Hunden blaugrau (Anthrazit).

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Einfarbig

TAN-FARBEN

Diese Zeichnungen bestehen aus einer Grundfarbe und den typischen, meist lohfarbenen (tan) Abzeichen an Brust, Pfoten, Rutenunterseite, Laufinnenseite sowie an Wangen und Augenbrauen, ähnlich wie beim Dobermann oder beim Rottweiler. So gibt es zum Beispiel black and tan (Grundfarbe Schwarz) oder chocolate and tan (Grundfarbe Braun).

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Tan-Farben

TRICOLOR

So werden tan-farbene Chihuahuas mit zusätzlichen weißen Abzeichen bezeichnet, es gibt beispielsweise schwarz-tricolor, schoko-tricolor oder blau-tricolor.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Tricolor

SCHECKUNG

Diese Zeichnungen gibt es zum Beispiel in Rot-weiß, Weiß-schwarz oder Schoko-weiß. Zuerst wird die dominierende Grundfarbe genannt, dann die Farbe der Scheckung.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Scheckung

STROMUNG

Die gestromte Farbe ist eher selten. In der Bezeichnung wird zuerst die Grundfarbe aufgeführt, dann die Farbe der Stromung (Streifen). Es gibt diverse Stromungen, die sowohl in Schwarz oder Rot, als auch in den Brauntönen von Creme bis Braun sowie den Aufhellungsfarben Schoko und Blau vorkommen können. Die Stromung kann sehr gering oder sehr stark ausgeprägt sein. Gestromte kurzhaarige Chihuahuas sind meist auffälliger gestromt, bei den langhaarigen verliert sich die Stromung oft im längeren Haarkleid.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Stromung

MELIERT

Diese Farbe wird auch wildfarben, sable oder fawn bezeichnet und beschreibt Fell verschiedener Grundfarben mit schwarzen Haarspitzen. Die Welpen sind oftmals fast schwarz, hellen jedoch nach und nach immer mehr auf. Als erwachsene Hunde haben sie nur wenig, über dem Rücken verteiltes, schwarzes Haar, das man oft nur sieht, wenn man ganz genau hinschaut.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Meliert

WAS IST „MERLE“?

Der sogenannte „Merle-Faktor“ beschreibt einen Gendefekt, der bestimmte Farbpigmente aufhellt. Diese Farben gibt es bei verschiedenen Rassen. Die Nachkommen zweier merle-farbener Hunde können schwere Erkrankungen haben, wie Taubheit oder Missbildungen der Augen. Oft sterben die Welpen auch schon im Mutterleib. In den FCI-Rassezuchtvereinen ist aus diesem Grund die Verpaarung von zwei Merle-Hunden verboten – beim Chihuahua ist sogar die Merle-Farbe (auch „Tiger“-Farbe genannt) nicht erlaubt und somit nicht FCI-standardgerecht.

DER CHIHUAHUA ALS FAMILIENHUND

Zum Glück wird die Freude mit einem Hund weder in Kilogramm noch in Zentimeter gemessen, sondern in der Anzahl der liebevollen, vertrauten, lustigen, ausgelassenen, aktiven, tröstenden, kuscheligen, stolzen und einfach ein Lächeln ins Gesicht zaubernden Momente.

Genau da hat die kleine Portion Hund seinen Menschen eine ganze Menge zu bieten. Denn seit Jahrhunderten war es der Job des Chihuahuas, seinen Zweibeinern ein guter Gesellschafter zu sein. Und diese Aufgabe füllt er mit Bravour aus, unermüdlich und vielseitig.

EMPFINDSAM UND ANHÄNGLICH

Chihuahuas sind überaus anhänglich und treu und lassen ihren Menschen nur selten aus den Augen. Auf ihre Bezugspersonen sind sie regelrecht fixiert, folgen ihnen, wenn möglich, auf Schritt und Tritt, ob beim Spaziergang oder in der Wohnung, und sie möchten auch bei Unternehmungen am liebsten immer dabei sein. So sind sie trotz ihrer geringen Größe stets präsent. Mit einem Chihuahua fühlen Sie sich niemals allein. Das macht die Vierbeiner aus Mexiko genau zu den richtigen Gefährten für Menschen, die sich eine enge Beziehung zu ihrem Hund wünschen und seine ständige Nähe zu schätzen wissen.

Gemeinsam kuscheln oder aktiv sein, die kleinen Freunde machen alles mit. Sie genießen die gemütliche Zweisamkeit auf dem Sofa und lieben es, am ganzen Körper gekrault und gestreichelt zu werden. Da können sie sich dann richtig in Positur stellen oder legen und der Streichelhand auffordernd ihre Lieblingskraulstelle entgegenstrecken. Das darf dann gern auch etwas länger dauern. Steht gerade kein Mensch zum Kuscheln zur Verfügung, nehmen die kleinen Sonnenanbeter mit einem sonnigen Plätzchen vorlieb, notfalls tut es auch ein kuscheliges Bettchen am warmen Ofen. Hauptsache gemütlich. Chihuahuas sind eben ganz große Genießer.

Lärm und Trubel behagen ihnen nicht sehr. Wird es ihnen zu turbulent, verziehen sie sich meist und suchen sich eine ruhige Ecke, wo sie ausspannen können. Und wenn Besuch eintritt, reagieren die kleinen Hunde sehr individuell: Manche sind sehr offen und buhlen fast aufdringlich um Aufmerksamkeit, einige sind sehr territorial und wollen zeigen, wer im Haus das Sagen hat, andere beobachten das Geschehen lieber aus der Entfernung. Es ist eben alles eine Sache der Persönlichkeit – und der Erziehung.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Schmusen gefällt einem Chihuahua immer.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Typisch: Eingeschlafen in Frauchens Arm.

PFIFFIG UND LUSTIG

Neugier wird bei den vorwitzigen Chihuahuas großgeschrieben, alles ist für sie interessant und muss untersucht werden. Und so stecken sie ihre Nase gern in alles hinein, was spannend erscheint – und wenn es ihnen nicht ganz geheuer ist, mit ganz langem Hals und Sicherheitsabstand. Doch letztlich siegt meist die Neugier. So sind die Kleinen gute Beobachter, haben eine schnelle Auffassungsgabe und lernen leicht. Das hilft bei der Erziehung und im Alltag. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, passen sich die Quirle schnell an, fügen sich ein, lassen sich gut lenken und wollen alles richtig machen. Sie wissen genau, was ihre Bezugspersonen von ihnen wünschen. Doch diese Cleverness und diese Sensibilität machen es ihnen auch leicht, ihre Menschen um die winzigen Pfoten zu wickeln und ganz charmant das zu bekommen, was sie wollen. Geht es nicht nach ihrem Kopf, können sie auch einmal schmollen und die beleidigte Leberwurst spielen. Lange hält das aber meist nicht an und der kleine Fratz zeigt wieder seine lustige Seite. Denn Chihuahuas sind Hunde mit Schmunzel-Garantie, ihre Fröhlichkeit ist ansteckend. Wie kleine Clowns schaffen sie es immer wieder, ihre Menschen zum Lachen zu bringen. Wenn sie keine Beachtung bekommen, versuchen sie mit allen Tricks, Frauchen oder Herrchen herauszufordern und für ein Spiel zu begeistern. Das ist die beste Therapie gegen Stress, denn allein schon der forsche Blick geht tief ins Herz, rührt die Seele und juckt die Lachmuskeln. Und wer sieht, wie so ein kleiner Vierbeiner unter Aufbietung aller Kräfte einen für ihn eigentlich viel zu großen Kauknochen stolz erhobenen Hauptes ins Körbchen schleppt oder sich mit einem überdimensionierten Spielzeug anlegt, kann gar nicht anders, als laut loszulachen und sich von der guten Laune mitreißen zu lassen.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Der Blick: Berührend, eindringlich und fordernd.

QUIRLIG UND AKTIV

Ein Chihuahua ist trotz seiner geringen Größe ein sehr lebendiger und flinker Hund, der wie ein Quirl über die Wiese rennt, über Stock und Stein springt und mit Artgenossen rauft. Die Zwerge spielen gern und toben sogar im Schnee. Zimperlich sind sie dabei nicht. Doch wenn sie nicht in Bewegung bleiben, frieren sie bei Kälte oder Nässe leicht (siehe hier), weil sie im Verhältnis zu einem großen Hund relativ gesehen viel mehr Körperoberfläche haben und dadurch auch leichter auskühlen.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Energie ohne Ende: Chihuahuas sind kleine Powerpakete.

TAPFER UND BELLFREUDIG

Wer erstmals mit einem Chihuahua lebt, wird von dessen Mut überrascht, denn in der winzigen Brust schlummert ein riesengroßes Löwenherz. Und Einbrecher sollten gewappnet sein: Die kleinen Hunde sind gute Wächter, sehr bellfreudig und schlagen bei verdächtigen Geräuschen sofort Alarm. Im Alltag gilt es, dieses Mitteilungsbedürfnis so zu lenken, dass sich Nachbarn nicht gestört fühlen.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Keine Angst vor dem großen Hund: Wer ist hier der Chef?

GESELLIG BIS EIGEN

Es ist immer wieder schön, mehrere Chihuahuas im Spiel zu beobachten. Sie jagen sich, raufen miteinander, flitzen um die Wette und versuchen, die Spielzeuge der anderen zu ergattern.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Friedliches Miteinander: Geht auch, muss aber geübt werden.

Für so einen kleinen Vierbeiner ist es natürlich das Größte, mit einem Artgenossen seiner Gewichtsklasse zu spielen, denn dabei ist das Kräfteverhältnis ausgewogen und es kann ausgelassen getobt werden. Es gibt auch große Hunde, die sich im Spiel mit einem Chihuahua sehr zurücknehmen und sich sogar für den Kleinen auf den Boden legen – die Regel ist das jedoch nicht, wenn 30 Kilogramm Hund auf 2 Kilogramm Hund treffen.

Körperlich ist der Zwerg immer unterlegen. Und bei aller Vorsicht kann es bei einem wilden Spiel mit ungleichen Kräften zu einem Unfall kommen. Trotzdem sollte man versuchen, einem Chihuahua auch die Gesellschaft anderer Hunde zu bieten – immer unter Aufsicht und der Möglichkeit, schnell eingreifen zu können. Denn wenn so ein kleines Wesen über die Wiese flitzt, kann das bei Artgenossen Jagdverhalten auslösen und der Chihuahua zur Beute werden.

Mental kann ein Chihuahua es mit vielen anderen Hunden aufnehmen. Leben mehrere Hunde unterschiedlicher Größe mit einem Chihuahua in einem Haushalt, ist es nicht selten der Winzling, der das Kommando führt.

Doch leider neigen manche Chihuahuas zum Größenwahn – zumindest nehmen sie ihre eigene Größe nicht wahr. Dann verbellen sie andere Hunde und stellen sich ihnen furchtlos in den Weg. Gehört das Gegenüber nicht zu den gelassenen Typen, kann das dem kleinen Stänkerer zum Verhängnis werden. „Hundekontakt“ ist deswegen ein besonders wichtiger Punkt im Rahmen der Erziehung. Am besten wird das mit Hilfe eines wirklich kompetenten Trainers und entspannten vierbeinigen Assistenten geübt.

© Heike Schmidt-Röger/Kosmos

Anschleichen geht nicht: Die beiden passen auf. Wer sich nähert, wird zuverlässig und laut gemeldet.

KLEINER ALLROUNDER

Ein Chihuahua ist für jede noch so kleine Wohnung geeignet und trotzdem ein richtiger Hund. Er hat Bedürfnisse, und dazu gehört es nicht, verhätschelt oder mit einem modischen Accessoire verwechselt zu werden. Er will und braucht seine täglichen Spaziergänge und ist ein robuster kleiner Kerl, der die ganze Familie in seinen Bann ziehen kann. Und das für hoffentlich 12 bis 13 Jahre, denn das ist seine durchschnittliche Lebenserwartung. Viele Chihuahuas werden sogar noch älter. Er wird also lange Jahre – wenn Sie es zulassen – Ihr bester Freund auf vier Pfoten sein. Doch zu wem passt ein Chihuahua?

FÜR ALLE LEBENSENTWÜRFE

Chihuahuas sind sehr anpassungsfähig. Was für sie zählt, ist ihr Mensch. Wenn er dabei ist, passt auch das Umfeld – solange die Grundbedürfnisse erfüllt sind. Ob Single, Paar oder Familie, auf dem Land oder in der Stadt, Chihuahuas sind für fast jeden Menschen und jeden Lebensentwurf die richtigen Hundepartner. Sie machen alles mit, gehen gern spazieren und sind sportlich. Eben ganz normale Hunde, nur kleiner. Sie sind auch gute Begleiter für reisefreudige Menschen, da man sie bequem mitnehmen kann, sogar im Flugzeug.