Cholesterin - Endlich Klartext - Volker Schmiedel - E-Book

Cholesterin - Endlich Klartext E-Book

Volker Schmiedel

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Beschreibung

Zu Recht verteufelt oder lebensnotwendig?

Erhöhte Cholesterinwerte – mit dieser Diagnose wird die Hälfte der Erwachsenen über 50 einfach für krank erklärt. Ist das medizinisch gesehen wirklich notwendig? Dr. med. Volker Schmiedel, mit 40-jähriger Erfahrung als Arzt in einer Schweizer Praxis und als Chefarzt der Inneren Abteilung einer deutschen Klinik, hat Antworten:

- Wie lese ich Laborwerte richtig?

- Welche Fette sind gut und welche böse?

- Welche Bedeutung haben Transfettsäuren?

- Welche pflanzlichen und sonstigen Cholesterinsenker gibt es?

Anhand von Checklisten stellen Sie fest, ob Cholesterin wirklich ein Risiko für Sie darstellt und welche Faktoren Ihr Risiko für Arteriosklerose und Herzinfarkt beeinflussen. Und für den Arztbesuch hält das Buch einen Spickzettel mit allen wichtigen Punkten parat.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 198

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Cholesterin – Endlich Klartext

Ihr Weg zu optimalen Blutfettwerten

Dr. med. Volker Schmiedel

5., überarbeitete Auflage 2026

15 Abbildungen

Inhaltsverzeichnis

Titelei

Was Sie über Cholesterin wissen sollten

Herzinfarkt: Epidemie des 20. Jahrhunderts

Cholesterin ist an Gefäßerkrankungen beteiligt

Was ist eigentlich ein Risikofaktor?

Individuelle Entscheidung

Wie Cholesterin in den Gefäßen wirkt

Aspirin macht nicht das Blut dünner

Alternativen für ASS

Wenn Sie Ihr Cholesterin geerbt haben

Heterozygote Form der familiären Hypercholesterinämie

Homozygote Form der familiären Hypercholesterinämie

Laborwerte verstehen

Cholesterin ist lebensnotwendig

Substanzen, die auf Cholesterin angewiesen sind

Triglyceride: der heimliche Risikofaktor

Warum Triglyceride schädlich sind

Hohe Triglyceride – was können Sie tun?

Abnehmen

Vorsicht bei Alkohol

Ausdauersport

Warum achten Ärzte kaum auf die Triglyceride?

Ab welchen Werten wird’s brenzlig?

Nicht nur den Cholesterinspiegel bewerten

Der LDL/HDL-Quotient als Maß

Verschiedene Laborwerte und wie sie zu deuten sind

Wie oft sollten Sie Ihr Cholesterin messen lassen?

Warnung vor Risikoberechnung aus dem Labor

Risikoberechnung beim Hausarzt

Nicht alle Risikofaktoren werden berücksichtigt

Wichtige Risikofaktoren

Diabetes

Das metabolische Syndrom

Bluthochdruck (Hypertonie)

Übergewicht

Das Problem Triglyceride

Rauchen

Besondere Risikofaktoren

Bestimmen Sie Homocystein

Warum Ärzte so selten auf diesen Wert achten

Wechselwirkung von Folsäure und Homocystein

Lipoprotein(a) – noch gefährlicher als LDL

Fibrinogen: der Blutklebstoff

Hochsensitives CRP: der Entzündungsmarker

Omega-3-Index: ein neuer Risikofaktor

Für wen kommen Spezialuntersuchungen infrage?

Warum Ärzte die Untersuchungen nicht vornehmen

Widersprüchliche Studien

Lipidperoxidation – die eigentliche Gefahr

Cholesterin senken, Oxidation vermeiden

Es gibt kein Patentrezept

Sinnvolle Kombination von Vitaminen

Gemüse liefert antioxidative Nährstoffe

Antioxidanzien zum Essen

Labordiagnostik: Oxidation messen

Wer kann den Test durchführen?

Medikamente: Sind Sie optimal versorgt?

Nachteile der Lipidsenker

Hinweise für die Einnahme von Statinen

Q10-Wert testen lassen

Statine – ja oder nein?

Bedeutung für die sekundäre Prävention

Bedeutung für die primäre Prävention

Roter Reis

Roter Reis in der Diskussion

Die Lügen der Pharmaindustrie

Unter der Lupe: die Simvastatin-Studie

Harte Fakten, die in keiner Broschüre auftauchen

Auf das Wohlwollen der Industrie angewiesen

Bleiben Sie kritisch!

Was wir brauchen, ist eine differenzierte Sicht auf die Dinge

Cholesterin senken – so geht’s

Gute Fette, schlechte Fette

Omega-3-Fettsäuren – keine Wunderwaffe, aber hilfreich

Wirksam bei Herzrhythmusstörungen

Die Hauptwirkung der Omega-3-Fettsäuren

Das richtige Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren

Wo Omega-3-Fettsäuren enthalten sind

Die richtige Balance – so geht’s

Transfettsäuren sind Killerfette

Anstieg des Herzinfarktrisikos um 100 %

Das Verbot von Transfettsäuren und andere Maßnahmen

Transfettsäuren aus dem Weg gehen

Das richtige Bratfett: Ihr Herz wird es Ihnen danken

Die Mittelmeerdiät und andere Kostformen

Muss ich mich jetzt ausschließlich mediterran ernähren?

Gute Fette

Ernährung: Cholesterin in den Griff kriegen

Cholesterinlieferant Nummer 1: Fleisch

Eine leckere Alternative: Soja

Starten Sie das Vegetarierexperiment

Fisch: am besten fette Sorten

Von nun an kein Frühstücksei mehr?

Auswirkungen auf das Cholesterin

Ballaststoffe – wichtige Helfer

Cholesterin-Recycling im Darm

Ballaststoffe binden Cholesterin

Milchprodukte und Fleisch liefern keine Ballaststoffe

Ballaststoffe aus Kleie und Samen

Ballaststoffe aus Nüssen und Hülsenfrüchten

Ballaststoffe in Vollkornbrot

Brot und Brötchen aus Weißmehl

Bitte zugreifen: Gemüse (und Obst)

Natürlicher Cholesterinsenker: Heilfasten

Fasten ist nicht Hungern

Fasten zeigt, worauf Sie achten sollten

Triglyceride: noch bessere Senkung durch Fasten

Tipps fürs Fasten

Intervallfasten

Was das Fasten im Körper bewirkt

Bewegung und Entspannung einplanen

Nicht zu wenig, nicht zu viel

Richtige Bewegungstherapie – wie ein Rezept verordnet

Keine Ausreden mehr!

Sich selbst etwas Gutes tun

Wie Sie Ihren inneren Schweinehund austricksen

Die richtige Unterstützung

Entspannungstechniken: lernen lockerzulassen

Welchen Anteil hat die Psyche am erhöhten Cholesterinspiegel?

Stress ist lebensnotwendig – im rechten Maß

Stress hat viele Ursachen

Das gute HDL sinkt unter Stress

Entspannungsverfahren senken das Cholesterin nachweislich

Entspannungsverfahren – auch für harte Kerle

Das eigene Weltbild überdenken

Für jeden das Richtige: Yoga, Tai-Chi und Co.

Stress? Lassen Sie sich helfen!

Heilpflanzen und Nahrungsergänzungen

Artischocke: senkt Cholesterin, fördert Verdauung

Die Cholesterinwiederaufnahme verhindern

Ballaststoffpräparate gegen hohes Cholesterin

Roter Reis

Der gute alte Knoblauch

Antioxidative Vitamine

Selen

Vitamine bei Homocysteinerhöhung

Vitamin D: das Sonnenvitamin

Empfehlungen für Vitamin D

Vitamin-D-Quellen

Je mehr Sonne, desto besser

Die präventive Wirkung von Vitamin D

Die Vitamin-D-Untersuchung

Keine Angst vor Überdosierung

Omega 3: der KHK davonschwimmen

Empfehlungen für Omega-3-Fettsäuren

Service

Empfehlungen und Adressen

Autorenvorstellung

Sachverzeichnis

Impressum

Impressum

© mi_viri/stock.adobe.com |

Was Sie über Cholesterin wissen sollten

Herzinfarkt: Epidemie des 20. Jahrhunderts

Der schlechte Ruf des Cholesterins beruht darauf, dass es für einen großen Teil der arteriosklerotischen Erkrankungen verantwortlich gemacht wird.

Sie werden vielleicht staunen, wenn ich Ihnen sage, dass der Herzinfarkt für den Menschen eine sehr seltene Erkrankung ist. Sie alle wissen, dass die Realität anders aussieht. Wann immer Sie einen Notarztwagen sehen, dürfen Sie davon ausgehen, dass mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein Mensch mit einem akuten Herzinfarkt um sein Leben kämpft. Knapp 300 000 Herzinfarkte in Deutschland in jedem Jahr, etwa 50 000 akute Todesfälle durch Herzinfarkt sprechen eine deutliche Sprache. Und da behaupte ich einfach, der Herzinfarkt kommt fast gar nicht vor …? Und doch habe ich recht.

Noch vor drei Generationen, am Ende des 19. Jahrhunderts, waren Herzinfarkte wirklich extrem selten – und das lag nicht nur daran, dass Menschen generell nicht sehr alt wurden oder in jungen Jahren beispielsweise an Infektionen starben. Auch diejenigen, die alt wurden, hatten weit weniger Herzprobleme als unsere heutigen Senioren. Der Herzinfarkt ist die Krankheit des 20. Jahrhunderts. Epidemieartig begann sie sich auszubreiten. Um die Mitte des letzten Jahrhunderts war es nicht mehr zu übersehen. Die Ärzte versuchten, die Ursachen hierfür herauszubekommen.

Cholesterin ist an Gefäßerkrankungen beteiligt

Ein fiktives Beispiel: Ich habe entdeckt, dass Lungenkrebspatienten überzufällig häufig gelbe Zeige- und Mittelfinger haben. Nun behaupte ich Folgendes: Wenn ich die Finger entfärbe, kann ich Lungenkrebs vorbeugen. Sie alle wissen, dass das natürlich Unsinn ist. Raucher haben oft gelbe Finger. Rauchen verursacht Lungenkrebs. Darum haben Lungenkrebspatienten häufig gelbe Finger. Die gelben Finger sind ein Risikoindikator, kein Risikofaktor. Was macht uns so sicher, dass dies beim Cholesterin anders ist? Wenn wir therapeutisch intervenieren, d. h., wenn wir den vermuteten Risikofaktor beseitigen und wenn dann die Erkrankung seltener auftritt, dann ist das ein Beweis für einen Risikofaktor. Man hat Anfang der 1960er-Jahre das Cholesterin in Studien medikamentös gesenkt. Und siehe da: Unter den Behandelten gab es ein Viertel weniger Herztodesfälle als in der mit einem Scheinmedikament (Placebo) behandelten Gruppe.

Dies ist der Beweis, dass das Cholesterin wirklich ursächlich (wenn auch nicht als alleinige und zwingende Ursache) an der Entstehung der Gefäßverkalkungen beteiligt ist. Leider gab es sowohl in der mit den Fettsenkern (Fibraten) als auch in der scheinbehandelten Gruppe insgesamt genauso viele Todesfälle. Es starben nämlich mehr durch Unfälle, Gewaltverbrechen, Selbstmorde etc. Dies ist merkwürdig und es ist bis heute nicht exakt geklärt, warum dies so ist. Interessanterweise hat die Pharmaindustrie diese Daten der Fibrat-Studien nicht an die große Glocke ▶ gehängt.

Was ist eigentlich ein Risikofaktor?

Sie alle kennen bestimmt einen älteren Menschen, der jahrzehntelang geraucht hat und im hohen Alter friedlich eingeschlafen ist. Und Sie kennen bestimmt auch einen etwa 40-Jährigen, der nie geraucht und den es doch erwischt hat. Das alles sind die berühmten Ausnahmen von der Regel. Sie widerlegen keineswegs die Statistik. Ein Risikofaktor erhöht lediglich die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis – nicht mehr und nicht weniger.

Individuelle Entscheidung

Die Existenz des Risikofaktors Cholesterin für Arteriosklerose kann heute nicht mehr ernsthaft bestritten werden. Grundlagen-, epidemiologische und Interventionsstudien haben dies übereinstimmend und überzeugend bewiesen. Die Konsequenzen für die Behandlung des Einzelnen sind aber in der Diskussion – gerade vor dem Hintergrund, dass niedrige Cholesterinspiegel bzw. Cholesterinsenkung andere Krankheiten zu begünstigen scheinen. Die Entscheidung, ob, wie tief und womit ein erhöhter Cholesterinwert gesenkt werden sollte, ist unter Berücksichtigung aller Begleitumstände höchst individuell zu treffen.

Wie Cholesterin in den Gefäßen wirkt

Wir wissen heute – auch aus Grundlagenstudien – sehr genau, wie Cholesterin zur Arteriosklerose führt. Ganz vereinfacht kann man sagen: Ist der Cholesterinspiegel im Blut sehr hoch, wird das Cholesterin von weißen Blutkörperchen in der Immunabwehr der Gefäßwand (Makrophagen) aus dem Blut gefischt. Diese Zellen überladen sich mit Cholesterin und werden zu sogenannten Schaumzellen. Im Extremfall platzen sie und entleeren sich in die Gefäßwand. Dies wiederum löst weitere Entzündungen bzw. ein Wachstum der Muskelzellen aus, die die Arteriosklerose fördern. Die Gefäßlichtung engt sich durch Ablagerungen von Cholesterin, Fetten und Eiweißen immer weiter ein, bis das Gefäß schließlich ganz dicht ist.

Eine Stadt als Versuchslabor

Mit der Framingham-Studie begann 1948 die systematische Untersuchung der Bevölkerung der Stadt Framingham auf Ursachen und Risiken der koronaren Herzkrankheit und Arteriosklerose.

Einige Ärzte behaupteten, Rauchen verursache Herzinfarkte. Die Tabakindustrie, die in den 50er-Jahren noch viel stärker Gehör fand, bestritt dies vehement und forderte harte Beweise. Eine dieser Studien war die sogenannte Framingham-Studie. In dieser Untersuchung wurden Bewohner des amerikanischen Städtchens Framingham zu »Versuchskaninchen« erklärt. Bei allen Einwohnern, die (freiwillig!) teilnahmen –, und das waren fast alle –, wurden umfangreiche Daten erhoben: Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht, Blutdruck, Anzahl der gerauchten Zigaretten und jede Menge Blutwerte. Darunter auch Cholesterin. Dann ließ man die Bewohner acht Jahre lang in Ruhe. Anschließend überprüften die Wissenschaftler, wer einen Herzinfarkt erlitten hatte und wer nicht.

Ältere hatten eine größere Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt. Männer waren auch viel öfter betroffen – leider haben sich die Frauen auf diesem Gebiet emanzipiert und die Männer durch Nachahmen deren unvernünftiger Lebensweise eingeholt. Und je mehr Zigaretten geraucht worden waren, desto größer war das Risiko für einen Herzinfarkt. Von den Blutwerten stach unter anderem das Cholesterin hervor. Je höher das Cholesterin zu Beginn der Untersuchung war, desto größer die Wahrscheinlichkeit für einen Infarkt. Ein solcher statistischer Zusammenhang stellt noch keinen Beweis dar. Es könnte sich um einen anderen als einen ursächlichen Zusammenhang handeln. Das Cholesterin könnte sich als Risikoindikator, als Anzeiger, erweisen, der aber selbst nicht schädlich ist.

(Quelle: © Orawan/stock.adobe.com)

Der Herzinfarkt entsteht übrigens meistens nicht durch langsames Zuwuchern des Gefäßes. Verengungen – auch wenn sie noch gar nicht dramatisch aussehen, sondern nur 10 oder 20 % der Lichtung ausmachen – sind nämlich oft instabil. Sie können unter Umständen aufreißen. Der Körper erkennt dies als Wunde und versucht diese zu heilen, indem er die Wunde mit Gerinnungssubstanzen wie Fibrin und Thrombozyten behandelt. Dieses Gerinnsel schließlich führt zum Gefäßverschluss und damit zum Infarkt – im Herzkranzgefäß bedeutet dies einen Herzinfarkt, im Gehirn einen Schlaganfall. Alte, stabile Gefäßverengungen, auch wenn sie dramatisch erscheinen, können manchmal weniger gefährlich sein als »frische, instabile« Gefäßauflagerungen, die das Gefäß nur minimal einengen. Die Herzkatheteruntersuchung zeigt leider nur das Ausmaß, nicht aber die Gefährlichkeit der Verengungen an.

Aspirin macht nicht das Blut dünner

Zur Minderung der Gerinnselbildung erhalten Patienten mit Arteriosklerose die Substanz Acetylsalicylsäure (ASS, z. B. Aspirin). Doch ASS verhindert nicht die Arteriosklerose, wie oft angenommen wird, sie macht auch nicht das Blut »dünner«, vielmehr behindert sie das Zusammenklumpen der Blutplättchen (Thrombozytenaggregation) und vermindert so das Risiko für ein Gerinnsel in den Arterien um einige Prozent – nicht mehr und nicht weniger.

Bei vorhandenen Gefäßverengungen (z. B. Herzkranzgefäß, Beinarterie, Halsschlagader) weist die Therapie mit ASS einen gewissen Nutzen auf. Wenn ein hohes Risiko für eine koronare Herzkrankheit besteht – z. B. bei Vorliegen mehrerer Risikofaktoren wie Diabetes, Rauchen und Bluthochdruck –, ist die Gabe von ASS wohl sinnvoll. In der Prophylaxe bei niedrigem Risiko hat sich ASS nicht bewährt, da es hier genauso viele Menschen vor Herzinfarkt oder Schlaganfall rettet, wie an Magenblutungen durch ASS sterben.

Alternativen für ASS

Als Alternative zu ASS steht heute auch Clopidogrel zur Verfügung. Die bekanntesten Handelsnamen sind Plavix oder Iscover. Seit Kurzem ist der Patentschutz abgelaufen, sodass es Clopidogrel auch als preiswertes Generikum von Stada, Hexal, Ratiopharm und anderen Firmen gibt. Wann ist die Einnahme von Clopidogrel sinnvoll? Ich habe den Eindruck, dass Privatpatienten häufiger dieses neue und teure Mittel erhalten – eben einfach, weil es teurer ist und doch besser sein muss.

Clopidogrel sollte dann eingesetzt werden, wenn eine Unverträglichkeit gegen ASS besteht (auf den Magen geht Clopidogrel übrigens auch). Bei einer AVK (arteriellen Verschlusskrankheit, volkstümlich: Raucherbein) scheint Clopidogrel wirksamer als ASS zu sein. Bei Schlaganfall scheint hingegen ASS günstiger zu sein. Bei bestimmten Risikokonstellationen (z. B. nach Einsetzen eines »Maschendrahtzauns«/Stent in ein Herzkranzgefäß oder direkt nach einem Beinaheherzinfarkt) ist die Kombination von ASS plus Clopidogrel die beste Lösung – jedenfalls für eine beschränkte Zeit von einem Monat bis zu einem Jahr (hier streiten noch die Gelehrten). Anschließend sollte zur Risikominderung ASS allein gegeben werden.

Wenn Sie Ihr Cholesterin geerbt haben

Ob Menschen ein hohes Cholesterin entwickeln, hängt von vielen verschiedenen Genen ab. Zu dieser Vererbung für hohes Cholesterin müssen aber immer noch andere Faktoren, wie z. B. ungünstige Ernährung, Stress oder Bewegungsmangel, hinzukommen. Nur dann steigt das Cholesterin.

Diese Art der Vererbung erklärt, warum manche Menschen jeden Tag ein Eisbein verputzen können und trotzdem ein niedriges Cholesterin haben, während andere Fettiges nur anschauen müssen, und schon steigen die Werte. Diese Form erhöhter Cholesterinwerte haben fast alle Betroffenen. Nicht das hohe Cholesterin wird dabei vererbt, sondern die Neigung dazu.

Heterozygote Form der familiären Hypercholesterinämie

Etwas ganz anderes ist die familiäre Hypercholesterinämie (erhöhter Cholesterinspiegel). Liegt die heterozygote Form vor (eines der Gene von Mutter oder Vater ist defekt), so hat der Betroffene nur die Hälfte der LDL-Rezeptoren, die das Cholesterin aus dem Blut fischen. Die Folge: Werte um die 300 mg/dl oder höher – selbst bei sehr guter Lebensweise. Viele dieser Menschen entwickeln früh eine Arteriosklerose mit Herzinfarkt oder Schlaganfall vor dem 50. Lebensjahr – besonders wenn noch andere Risikofaktoren vorliegen. Auch das Fasten bewirkt hier fast nichts. Meist bleibt nur eine ▶ medikamentöse Senkung übrig. Etwa jeder 500. Deutsche hat diese Form der Fettstoffwechselstörung. Achtung: Liegt bei Ihnen die heterozygote Form vor, so lassen Sie unbedingt Ihre Verwandten, auch die jüngeren, untersuchen. Ihre Kinder haben mit einer 50%igen Wahrscheinlichkeit die Hypercholesterinämie von Ihnen geerbt.

Homozygote Form der familiären Hypercholesterinämie

Bei der homozygoten Form sind beide Gene betroffen. Die Cholesterinwerte liegen immer über 500 mg/dl, manchmal sogar über 1 000 mg/dl. Bereits vor dem 20. Lebensjahr kommt es meist zum Herzinfarkt. Die Betroffenen müssen sich nicht nur einer medikamentösen Behandlung, sondern auch einer regelmäßigen Blutwäsche unterziehen. Diese schwere Stoffwechselstörung ist sehr selten: Einer von 1 Million leidet an ihr.