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Wasser marsch – Episode 2 Seit der ersten Zusammenarbeit zwischen Queen und dem NDB ist ein Monat vergangen. Niemand weiß, ob sich der Untergrundgangster an die Klauseln der Immunitätsvereinbarung hält oder für die nächsten 20 Jahre untergetaucht ist. Doch als der glamouröse Verbrecher mit einem neuen Fall an die Ermittler herantritt, spitzt sich die Situation zu. In einem idyllisch gelegenen Bergtal schlummert eine Gefahr, welche die größte Schweizer Stadt unter sich begraben und komplett zerstören könnte. Unzählige Menschenleben stehen auf dem Spiel. Das Ermittlerteam sieht sich einem vermeintlich unbescholtenen Feind gegenüber. Dieser Gay-Crime-Roman enthält 15 100 Worte auf 60 A5-Seiten Über die Serie Christopher Queen ist kein gewöhnlicher Verbrecher. Er ist Dienstleister der Unterwelt, ein Gentleman-Gauner, der Schmuggel, Geldwäscherei und geheime Deals mit derselben Eleganz erledigt, mit der er seinen Bogart-Hut zurechtrückt. Doch hinter dem glamourösen Auftreten verbirgt sich ein doppeltes Spiel. Als Informant für den Schweizer Nachrichtendienst liefert er brisante Geheimnisse – nicht aus Gutmütigkeit, sondern weil er damit seine eigene Agenda verfolgt. Die Serie verbindet Gay Crime, Spionage-Thriller und queeren Humor zu einer einzigartigen Mischung aus Spannung, Sarkasmus und Intrigen. Zwischen Undercover-Einsätzen, Attentaten und raffinierten Machtspielen bleibt nur eine Frage: Spielt Queen für die Guten – oder nur für sich selbst?
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Marc Weiherhof
Christopher Queen:
Anschlag
Zweite Episode
© 2020 Marc Weiherhof
Hasenbühlstrasse 7, 8910 Affoltern a. A.
(SCHWEIZ)
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Wir sehen uns:
marc-weiherhof.ch
facebook.com/marc.weiherhof
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Coverdesign: Marc Weiherhof mit
Bildmaterial von http://de.123rf.com und
Photo by Pascal Meier on Unsplash
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Lektorat: -lichen Dank an Laura & Mimi
für die Unterstützung.
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Dieses Gay Crime eBook ist urheberrechtlich geschützt.
Buchpiraterie? Nein!
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Alle Figuren und Handlungen sind freie Erfindungen
des Autors. Etwaige Models auf dem Cover
stehen in keinem Zusammenhang mit
dem Inhalt dieses Buches.
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Über das Buch
Die Geschichte um Christopher Queen geht in die zweite Runde.
Seit der ersten Zusammenarbeit zwischen Queen und dem NDB ist ein Monat vergangen. Niemand weiß, ob sich der Untergrundgangster an die Klauseln der Immunitätsvereinbarung hält oder für die nächsten 20 Jahre untergetaucht ist.
Doch als der glamouröse Verbrecher mit einem neuen Fall an die Ermittler herantritt, spitzt sich die Situation zu. In einem idyllisch gelegenen Bergtal schlummert eine Gefahr, welche die größte Schweizer Stadt unter sich begraben und komplett zerstören könnte. Unzählige Menschenleben stehen auf dem Spiel.
Das Ermittlerteam sieht sich einem vermeintlich unbescholtenen Feind gegenüber.
(15 100 Worte | 60 A5-Seiten)
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Über die Serie
Als Serviceprovider des Verbrechens leitet Christopher Queen ein weltumspannendes Untergrundimperium. Schmuggel, Ausrüstungsbeschaffung oder Geldwäscherei? Queen erledigt es mit Stil, Charme und stets darum bemüht, seine Macht zu vergrößern.
In dieser Funktion werden dem schwulen Gangster streng geheime Informationen anvertraut, die er dem Nachrichtendienst des Bundes zuspielt. Doch Queens Agenda geht weit über diese Zusammenarbeit hinaus.
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Warnhinweise
Vereinzelte Episoden dieser Serie können schwule Sexszenen, explizite Beschreibungen von Tötungen oder Folterszenen enthalten und sind für Jugendliche unter 18 Jahren ungeeignet!
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Die heruntergekommene Lagerhalle im Norden Berns, in der sich Auftraggeber und Verkäufer trafen, war schlecht beleuchtet. Dennoch reichte das durch die Dachluken einfallende Licht in Verbindung mit den flackernden Leuchtstoffröhren aus, um zu sehen, welches Objekt in den nächsten Minuten gegen eine stattliche Summe Geld den Besitzer wechseln würde.
„Es hat mich einiges an Mühe und Geld gekostet, Ihrem Wunsch zu entsprechen“, ließ der Verkäufer, ein schmächtiger Mann Mitte Vierzig, verlauten. Stolz deutete er auf die beschaffte Ware. „Besonders in der kurzen Zeit, die Sie mir für die Erfüllung gegeben haben.“
Mit einem Seufzen verlieh er seinen Worten Nachdruck, bevor er fortfuhr. „An diese Art von Maschinen kommt man nur schwer heran, vor allem in der Schweiz. Aber ich habe alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit ich Ihren Auftrag zur vollsten Zufriedenheit erfüllen konnte.“
Die Gelassenheit seines Gegenübers, einem etwa gleichaltrigen Mann in Kakihosen und Hemd, trieb dem Verkäufer kalte Schauer über den Rücken.
Alles an dem Kerl wirkte furchteinflößend.
Das war eigentlich nichts Neues. Viele der zwielichtigen Gestalten, mit denen er Geschäfte machte, besaßen eine düstere Ausstrahlung. Doch dieser Mann schien einen Pakt mit dem Teufel höchstpersönlich abgeschlossen zu haben.
Eben jener Auftraggeber ließ seine Hand nun beinahe ehrfürchtig über den kalten Stahl des Objekts gleiten. Die Tunnelbohrmaschine mit dem Durchmesser von einem Meter war wie gewünscht auf einem fahrbaren Untersatz festgezurrt, damit sie einfacher an den späteren Einsatzort transportiert werden konnte.
„Es freut mich, dass Sie Ihr Versprechen gehalten und die Ware geliefert haben. Wie schon am Telefon erwähnt, spielt Geld keine Rolle. Dieses Unterfangen wird von einem gut betuchten Hintermann finanziert.“
Das Abbauschild mit den Rollenmeißeln, Vorschub- und Verspann-Einrichtungen wirkte wie das riesige Maul eines extraterrestrischen Monsters aus einem Horrorstreifen. Doch genau dieser Bohrkopf würde sich schon bald durch Erdreich und Beton graben, um schließlich die Stahlträger zu treffen. Dieses Zusammentreffen würde die Statik des Bauwerks unwiederbringlich destabilisieren.
Die Folgen? Verheerend.
Nachdem der Auftraggeber das Metall der Maschine noch eine Weile gestreichelt hatte, fixierte er den Verkäufer mit einem laserscharfen Blick.
„Und was ist mit der geforderten Vorführung? Ich habe keine Zeit, vor der Inbetriebnahme ein Ingenieurstudium zu absolvieren.“
Das ließ den Verkäufer unvermittelt lachen. „Bestimmt nicht. Wie gewünscht habe ich einen Profi angeheuert, um Ihnen die Funktionsweise zu demonstrieren. Aber zuerst hätte ich gerne mein Geld.“
Mit einem Fingerschnippen des Auftraggebers, öffnete sich die Schiebetür des Vans, mit dem er angereist war. Eine schlanke, großgewachsene Frau in hochhackigen Schuhen stieg aus und schritt auf die Männer zu. Sie trug ein beigefarbenes Kostüm, hatte ihr Haar zu einem Knoten gebunden und hielt in ihrer rechten Hand einen silberfarbenen Aktenkoffer. Die Bewegungen ihrer Hüften blieben keinem der Männer verborgen.
„Gentlemen.“ Mit einem höflichen Lächeln stellte sie das Accessoire auf den Boden, nur um es gleich darauf mit beiden Händen hochzunehmen.
Sie bedeutete dem Verkäufer, den Koffer zu öffnen.
Dieser machte sich gierig an den Verschlüssen zu schaffen, die Augenblicke später aufschnappten. Als der Deckel offen war, ließ er seinen Blick über die feinsäuberlich gestapelten Banknotenbündel gleiten, die in wenigen Minuten ihm gehören würden. Ein kaum wahrnehmbares Funkeln schlich sich in seine Augen.
Die Schweizer 1‘000er-Note gehörte zu den wertvollsten Banknoten, die weltweit im Umlauf waren, und übte eine besonders hohe Anziehungskraft auf zwielichtige Individuen im In- und Ausland aus.
Insgesamt lagen 20 Millionen Franken in dem Koffer.
„Sehr schön“, bestätigte der Verkäufer, schloss den Deckel wieder, stellte den Koffer neben sich auf den Boden und deutete auf einen Mann, der sich bislang im Hintergrund gehalten hatte. „Dann würde ich sagen, dass uns Mike die Funktionen der Tunnelbohrmaschine demonstriert.“
Der in einen blauen Overall gekleidete Mike trug schwere Arbeitsschuhe sowie einen gelben Helm, wie man ihn auch auf Baustellen fand. Er wirkte auf den ersten, aber auch auf den zweiten Blick wie jemand, der sich im Umgang mit schwerem Gerät auskannte.
Und tatsächlich, Mike wusste, wovon er sprach.
Als erstes verteilte er Gehörschützer mit eingebauten Mikrofonen, damit keine Informationen im Lärm des Motors verloren gingen. Nachdem er die Maschine in Gang gesetzt hatte, erklärte er die einzelnen Hebel und den Mechanismus, mit dem sich das Gerät durch fast alle Härtegrade von Gestein grub.
Die schiere Kraft war beeindruckend.
Mit großer Begeisterung hörte sich der Auftraggeber die Ausführungen an und stellte diverse Fragen, um die Funktionsweise bis ins Detail zu verstehen.
Davon würde der Erfolg des Unterfangens abhängen.
Nachdem Mike einige Fehlerbehebungsmechanismen demonstriert hatte, beendete er seine Ausführungen, schaltete die Maschine ab und sammelte die Hörschützer wieder ein. „Rechnen Sie ungefähr 30 Liter Diesel pro Stunde für den Betrieb ein.“
Der Verkäufer klopfte dem Ingenieur auf die Schultern und wandte sich stolz an den Kakihosen tragenden Mann.
„Na, was sagen Sie? Ich habe nicht zu viel versprochen, oder? Eine funktionierende Tunnelbohrmaschine, eine einwandfreie Einweisung und eine sofortige Bezahlung. Es hat mich gefreut, mit Ihnen Geschäfte zu machen.“
„Vielen Dank für die Demonstration und die Beschaffung des Geräts.“ Ein maliziöses Lächeln schlich sich auf die Züge des Auftraggebers. „Ich würde sagen, dass wir hier fertig sind. Aufräumen, Leute!“
Wie auf ein Zeichen quollen drei mit Maschinengewehren bewaffnete Männer aus dem Van, zielten und eröffneten das Feuer. Mike realisierte sofort, was gespielt wurde, und versuchte verängstigt, sich in Sicherheit zu bringen. Der Verkäufer folgte seinem Beispiel kurz darauf, doch dem unbarmherzigen Kugelhagel hätte niemand entkommen können.
Blutüberströmt blieben die Opfer liegen.
Die Schüsse hallten noch eine Weile nach, bevor sie in den Tiefen der Lagerhalle verklangen. Unbekümmert setzte sich die schlanke Frau in Bewegung. Sie schlängelte sich geschickt an den Blutlachen vorbei und blieb neben dem Verkäufer stehen. Eine Weile betrachtete sie den Toten, bevor sie den Aktenkoffer wieder an sich nahm – der Mann hatte doch tatsächlich danach gegriffen, bevor er geflohen war – und sich auf den Beifahrersitz des Vans setzte.
Der Auftraggeber beobachtete jeden ihrer Schritte mit einer Mischung aus Erregung und Stolz, bevor er sich an die bewaffneten Männer wandte. „Packt die Maschine ein und säubert den Tatort von möglichen Spuren. Ich habe keine Lust darauf, dass die Polizei Fingerabdrücke oder DNA findet.“ Fies grinsend schob er hinterher: „Und dann lasst uns schleunigst von hier verschwinden. Ich habe schließlich einen Tunnel zu bohren.“
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Zwei Tage später.
„Wo bist du, Chris? Ich muss dringend mit dir sprechen.“
Christopher Queen kannte Lin Su nun schon lange genug, um zu wissen, wenn etwas nicht stimmte. Meistens erkannte er eine mögliche Unzufriedenheit bereits an ihrer Stimme – der chinesische Singsang verriet sie.
„Ich bin im Schlafzimmer“, rief er, bevor er sich weiter der Tätigkeit widmete, die ihn schon seit zehn Minuten beschäftigte. Er konnte sich gut vorstellen, was seiner Beschützerin auf den Magen schlug, denn ihm lag die aktuelle Situation ebenfalls schwer auf.
„So kann es nicht weitergehen. Ich werde noch wahnsinnig. Die Griechen, Russen und Serben behaupten, dass sie ihr Geld nicht bekommen haben und der Leiter des Cleaner-Teams beanstandet, dass die letzte Abrechnung falsch gewesen sei und wir ihm zu wenig bezahlt haben“, führte Lin Su aus, als sie den Raum betrat. Sie trug schwarze Jeans und einen senfgelben Pullover. Die angespannten Muskeln in ihrem Gesicht und ihre Körperhaltung machten unmissverständlich klar, dass sie aufgebracht war. Als sie ihren Arbeitgeber schließlich ansah, stockte ihr der Atem.
„Oh, entschuldige. Ich wusste nicht, dass du … erwartest du Besuch?“
