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Die Blockchain brennt – Episode 5 Ein digitaler Diebstahl erschüttert die Schweizer Kryptoszene. Coins verschwinden, Verträge werden überschrieben und Christopher Queen wird vor aller Augen zum Gespött der Branche. Doch wer denkt, er würde sich geschlagen geben, hat das Spiel nicht verstanden. Im Schatten seines Scheiterns beginnt Queen einen gnadenlosen Gegenzug – mit Stil, Strategie und der Bereitschaft, alles zu riskieren. Ein Thriller zwischen Coins, Hüten und smarten Verträgen. Gay Crime Roman mit 15'000 Worten. Über die Serie Christopher Queen ist kein gewöhnlicher Verbrecher. Er ist Dienstleister der Unterwelt, ein Gentleman-Gauner, der Schmuggel, Geldwäscherei und geheime Deals mit derselben Eleganz erledigt, mit der er seinen Bogart-Hut zurechtrückt. Doch hinter dem glamourösen Auftreten verbirgt sich ein doppeltes Spiel. Als Informant für den Schweizer Nachrichtendienst liefert er brisante Geheimnisse – nicht aus Gutmütigkeit, sondern weil er damit seine eigene Agenda verfolgt. Die Serie verbindet Gay Crime, Spionage-Thriller und queeren Humor zu einer einzigartigen Mischung aus Spannung, Sarkasmus und Intrigen. Zwischen Undercover-Einsätzen, Attentaten und raffinierten Machtspielen bleibt nur eine Frage: Spielt Queen für die Guten – oder nur für sich selbst?
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Marc Weiherhof
Christopher Queen:
Krypto
Fünfte Episode
© 2025 Marc Weiherhof
Hasenbühlstrasse 7, 8910 Affoltern a. A.
(SCHWEIZ)
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Wir sehen uns:
marc-weiherhof.ch
facebook.com/marc.weiherhof
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Coverdesign: Marc Weiherhof mit
Bildmaterial von http://de.123rf.com und
Foto von Joakim Nådell auf Unsplash
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Urheberrechtlich geschützt – selbstverständlich.Buchpiraterie? Nur wenn du meinst, du wärst smarter als Queen. Spoiler: Bist du nicht.
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Alle Figuren und Ereignisse in diesem Buch sind frei erfunden. Solltest du dich trotzdem wiedererkennen: Es ist bestimmt ein Kompliment.
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Über das Buch
♕ Die Blockchain brennt – Episode 5 ♕
Ein digitaler Diebstahl erschüttert die Schweizer Kryptoszene. Coins verschwinden, Verträge werden überschrieben und Christopher Queen wird vor aller Augen zum Gespött der Branche. Doch wer denkt, er würde sich geschlagen geben, hat das Spiel nicht verstanden. Im Schatten seines Scheiterns beginnt Queen einen gnadenlosen Gegenzug – mit Stil, Strategie und der Bereitschaft, alles zu riskieren.
Ein Thriller zwischen Coins, Hüten und smarten Verträgen.
Dieser GAY-CRIME-Roman enthält 15 000 Worte auf 59 A5-Seiten
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Glossar
Blockchain: Ein digitales Register, das Transaktionen fälschungssicher speichert.
Smart Contract: Ein digitaler Vertrag, der automatisch ausgeführt wird, sobald vordefinierte Bedingungen erfüllt sind.
Wallet: Digitale Geldbörse für Kryptowährungen.
QCN (Queen Coin): Die fiktive Kryptowährung von Queen – abgesichert durch reale Vermögenswerte.
Peer-to-Peer: Direkte Verbindung zwischen zwei Nutzern, ohne zentrale Instanz.
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Über die Serie
♕ Christopher Queen – Crime mit Stil ♕
Christopher Queen ist kein gewöhnlicher Verbrecher. Er ist Dienstleister der Unterwelt, ein Gentleman-Gauner, der Schmuggel, Geldwäscherei und geheime Deals mit derselben Eleganz erledigt, mit der er seinen Bogart-Hut zurechtrückt.
Doch hinter dem glamourösen Auftreten verbirgt sich ein doppeltes Spiel. Als Informant für den Schweizer Nachrichtendienst liefert er brisante Geheimnisse – nicht aus Gutmütigkeit, sondern weil er damit seine eigene Agenda verfolgt.
Die Serie verbindet Gay Crime, Spionage-Thriller und queeren Humor zu einer einzigartigen Mischung aus Spannung, Sarkasmus und Intrigen. Zwischen Undercover-Einsätzen, Attentaten und raffinierten Machtspielen bleibt nur eine Frage: Spielt Queen für die Guten – oder nur für sich selbst?
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Warnhinweise
Vereinzelte Episoden dieser Serie können schwule Sexszenen, explizite Beschreibungen von Tötungen oder Folterszenen enthalten und sind für Jugendliche unter 18 Jahren ungeeignet!
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Industriequartier in Zug. Fabrikhalle 37.
Außen ein halb verrottetes Logo aus Neonröhren, das vielleicht einmal Müller Technik AG geheißen hatte. Innen brummten die letzten Überbleibsel einer Serverfarm, gespeist von einer eigenwilligen Mischung aus solarbetriebenen Generatoren und krimineller Kreativität. Kabel liefen über den Boden wie schwarze Adern, überzogen mit Staub und der Hoffnung, dass hier bald wieder Geld floss – schneller, sauberer und unsichtbarer als je zuvor.
Fünf Männer standen im Raum.
Zwei von ihnen wirkten, als hätte man sie direkt aus einem osteuropäischen Fitnessstudio importiert: breite Schultern, unbewegliche Mienen, auffällig ruhige Hände, mit denen sie ihre Pistolen hielten. Ihre Körperhaltung war angespannt, der Blick gleichzeitig abwesend und alarmiert. Als warteten sie in einem Paralleluniversum auf das lautlose Kommando zum Töten.
Zwei andere versanken in ihren zu großen Kapuzenpullis. Ihre Jeans hingen wie schlechte Entscheidungen an den Hüften. In ihren Gesichtern: Nervosität, kombiniert mit jener fiebrigen Überzeugung, die Welt zu verändern – klassische Tech-Kids mit unstillbarem Ehrgeiz, aber ohne Erfahrung in Räumen mit echten Waffen.
Der Letzte unterschied sich in allem. Ein maßgeschneiderter Mantel, ein Seidenschal, dessen Farbe sich nicht festlegen wollte, und Schuhe, in denen man eher ein Casino in Monaco betrat als eine Lagerhalle in Zug. Interessiert trat er näher an die Workstation heran.
Die Lüfter der Server schnurrten wie gut geölte Motoren.
„Also“, sagte er mit jener lässigen Höflichkeit, die eine gefährliche Intelligenz nie ganz verbergen kann. „Zeig es mir nochmal.“
Der Hacker mit dem schlecht rasierten Bart tippte zögerlich auf der Tastatur. „Klar. Die Coins sind schon unterwegs. Peer-to-Peer. Über das neue Netzwerk. Keine zentrale Instanz, keine Blockchain im klassischen Sinn. Es ist …“ Er warf seinem Kollegen einen nervösen Blick zu. „… wie eine Untergrundbank, aber ohne Bank. Niemand weiß, wer was wem geschickt hat – außer, man will, dass jemand es weiß.“
„Charmant.“ Ein kaum sichtbares Lächeln huschte über das Gesicht des Mannes im Mantel. „Und die Transaktion war erfolgreich?“
„Genau. Der Transfer ist abgeschlossen.“ Ein leises Ping. Der Bildschirm zeigte ein grünes Symbol: Bestätigt.
„Eine fantastische Art Gelder zu transferieren. Effizient und nicht nachvollziehbar.“ Er trat einen Schritt zurück, musterte das Set-up, als wäre es ein mittelmäßig geratenes Kunstwerk, das ihm ein überambitionierter Galerist aufgedrängt hatte.
Der Hacker grinste, als hätte er einen Zaubertrick vorgeführt. „Herzlichen Glückwunsch. Sie waren Teil der ersten Testtransaktion. Ab jetzt wird Zürich anders handeln.“
Ein zweites Ping. Diesmal kein Grün. Ein dreieckiges Symbol flackerte auf: Markiert.
Für einen Moment erstarrte die Welt.
Der Hacker starrte auf den Monitor. Die Farbe wich aus seinem Gesicht, als hätte der Bildschirm ihm das Blut gleich mit abgesaugt. „Das … das ist nicht von uns.“
„Was soll das bedeuten?“, fragte der Mann im Mantel – keine Regung, keine Spur von Eile.
„Das kommt von außen. Jemand hat Zugriff. Das darf eigentlich nicht passieren.“
„Und jetzt?“
Die Seitentür wurde aufgerissen. Zwei Gestalten in Schwarz, maskiert, Maschinengewehre im Anschlag. Die ersten Schüsse fielen präzise wie chirurgische Schnitte. Die beiden Hacker hatten keine Chance. Ein feiner Nebel aus Blut und Knochenfragmenten legte sich über den Laptop wie eine makabre Signatur. Noch bevor sie reagieren konnten, sanken auch die Wachen lautlos zu Boden – als wäre ihr Tod eine Szene in einem Stummfilm.
Nur einer blieb stehen.
Der Mann im Mantel war kein Kämpfer. Er war ein Gesandter. Eine Figur in einem Spiel, dessen Regeln er nicht ganz verstand. Und dessen Ausgang nicht mehr in seiner Macht lag. Ruhig hob er die Hände. Keine Panik, kein Zucken. Nur das Kalkül eines Mannes, der wusste, dass ein stoischer Abgang genau so spektakulär sein konnte, wie einer mit gezogener Waffe und wildem Geschrei.
„Was soll das? Mein Arbeitgeber schätzt solche Unterbrechungen ganz und gar nicht.“
Der Größere der beiden Schützen zückte ein Smartphone und begann zu filmen. Der andere trat vor, hob die Waffe und feuerte einen einzelnen, präzisen Schuss ab.
Stille.
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Zürich. Ein paar Stunden später.
Ein Apartment wie aus einem Architekturmagazin. Luft, Licht, makellose Linien. Kaffeeduft. Auf einem Sideboard: ein silbernes Tablett mit einem Smartphone, das selten genutzt wurde. Aber wenn, dann nur aus guten Gründen.
Christopher Queen saß am Flügel, spielte Rachmaninow, und zwar so, wie es nur eine Handvoll Menschen konnte – mit lässiger Präzision und komplett ohne jede Demut.
Neben ihm, auf der mit tiefgrünem Samt überzogenen Klavierbank, ruhte sein Markenzeichen: ein cremeweißer Bogart-Hut mit breiter Krempe und sorgfältig gebundener Masche. Queens Frisur: Die Seiten und der Hinterkopf waren millimeterkurz geschnitten, das lange, blonde Deckhaar fiel ihm wie beiläufig über die Ohren. Seine Gesichtszüge blieben entspannt – er lebte die Musik, als gäbe es nichts außerhalb der Tasten.
Im großen Ohrsessel am Fenster saß Lin Su, sein langjähriger Bodyguard, persönliche Fahrerin und Meisterin mehrerer Kampfkünste. Die Augen halb geschlossen, ließ sie die Klänge durch sich hindurchfließen. Ihr pechschwarzes Haar war wie gewohnt zu einem strengen Knoten gebunden, das schmale Gesicht mit den markanten Wangenknochen wirkte ausnahmsweise gelöst.
Zwischen dem Aufbäumen und dem Fall der Töne, dort, wo Rachmaninow für einen Wimpernschlag lang alles zerreißt – Spannung, Struktur, Herz – vibrierte das besagte Smartphone.
„Das kann nichts Gutes bedeuten“, hauchte Queen nonchalant, während er die Seite im Notenheft umblätterte, als wäre nichts geschehen, und dabei seelenruhig in das Adagio überging.
Mit drahtiger Präzision erhob sich Lin Su, überbrückte die Distanz zum Sideboard und reichte ihm das Smartphone.
Die Musik erstarb, als Queen den Bildschirm entsperrte.
Eine Nachricht ohne Text. Nur ein Link. Er tippte. Das Video öffnete sich. Eine Lagerhalle. Vier tote Männer. Dann ein Gesicht, das er kannte. Regungslos sah er es sich bis zum Ende an. Mit einem Seufzen stand er auf, ging zum Fenster und schaute über die Skyline Zürichs.
„Ach du meine Güte“, sagte er leise. Ein Hauch von Müdigkeit in der Stimme. „Da fordert mich jemand heraus.“ Er ließ die Fingerspitzen über die Glasfront gleiten, als würde er prüfen, ob sich die Stadt gerade verändert hatte. Nichts war anders. Nur er.
Lin Su trat neben ihn. „Willst du, dass ich etwas tue?“
Nach einem Moment der Stille, nickte Queen kaum merklich. „Lass Yannick die Spuren beseitigen. Ich kümmere mich um den Rest.“ Er wandte sich ab, durchquerte das Wohnzimmer, griff beiläufig nach seinem Bogart und setzte ihn auf, als wäre das Denken ohne ihn nicht möglich.
Dann verschwand er in jenem Raum, den er offiziell als Konferenzzimmer bezeichnete – ein Ort, der mit der Nüchternheit herkömmlicher Besprechungsräume ungefähr so viel gemein hatte wie ein Martini mit Mineralwasser. Die Wände waren mit tiefgrünem Samt bespannt, das Licht warm und indirekt wie in einer Opernloge. Keine Kabel, kein Flimmern, keine Geräusche.
Nur gezähmte Stille und gezielte Bedeutung.
