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Ein herrliches Gefühl, wenn im Frühling die Picknicksaison endlich wieder beginnt und man mit Pullover plötzlich viel zu warm angezogen ist. Dann ist es höchste Zeit für das erste Picknick, denn Essen unter freiem Himmel gehört zu den schönsten Sinnesfreuden. Die Stadt ist voller schöner Orte zum Picknicken. Jeder von uns hat persönliche Lieblingsorte, Geheimplätze von ganz eigenem Charme. Julia Kutas hat Rezepte für kleine und große Picknicks gesammelt: alle wohlschmeckend, einfach zuzubereiten, viele vegetarisch, low carb und vegan. Ob ein Sommerfest im eigenen Garten, ein Picknick im nächstgelegenen Park mit Freunden, oder am Lieblingsbrunnen: Platz für eine Decke findet sich fast überall. Oder am Sonntag gemütlich im Bett bleiben und gleich dort picknicken: Fenster auf, Sonne rein!
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Seitenzahl: 70
Veröffentlichungsjahr: 2016
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CITY PICKNICK
JULIA KUTAS
48º12‘30 N 16º22‘ 19 E
JULIA KUTAS
Bevor ich mit 18 Jahren nach London zog, organisierte ich in meinem Lieblingspark, dem Wiener Burggarten, für Freunde und Familie ein Abschieds-Picknick. Ich war gerade in meiner orientalischen Phase (nach meiner Risotto-Phase, Madeleine-Phase, Tortilla-Phase, Tex-Mex-Phase etc.) und entschied mich für ein Tausend-und-eine-Nacht-Beduinen-Zelt. Meine ganze Familie half mit, meine Mutter stand mit mir in der Küche und mein Vater zimmerte ein Gestell für ein Zelt, für das meine Mutter Stoffe lieferte.
Das Datum war kurz nach meiner Führerscheinprüfung. Natürlich wollte ich selber hinfahren, um mein erstes Mini-Catering zu liefern. Ich war noch wenig geübt im Einparken und brauchte einige Hin-und-her-Schwenker, bis der Kofferraum die perfekte Auslade-Position hatte. Eine ungeduldige Dame, die mit ihrem Hund in den Park wollte, begann zu hupen und schrie aus dem Auto: „Was machen Sie da?“, worauf mein Vater ausstieg, zu ihrem Fenster ging und sagte: „Meine Tochter dreht Pirouetten!“ Kaum war das Fest in Gang, rief die Dame die Polizei und fragte, ob es erlaubt sei, im Burggarten unangemeldet ein Zelt aufzustellen. So bekamen wir innerhalb kürzester Zeit Besuch von der Polizei. Wir dürften ruhig weitermachen, meinten die Herren, nur das Zelt sollten wir abbauen.
Der Tag ist für mich eine wunderschöne Erinnerung geblieben: Es war das perfekte Setting, mit Freunden und Familie zu feiern, auf den alten Kelim-Teppichen meiner Mutter und auf riesigen Kissen selbstgemachte Leckereien zu schlemmen und den Abend in dieser wunderschönen Umgebung ausklingen zu lassen.
Einige Jahre später war einer meiner ersten Catering-Aufträge ein Konzept für ein Appartement-Hotel in Wien, das kein Restaurant oder Café im Haus hatte, den Gästen aber trotzdem kulinarisch etwas bieten wollte. Meine Idee war, einen Picknickkorb mit selbstgemachten, abgewandelten Wiener Delikatessen anzubieten. Ich eröffnete sogar einen Onlineshop für dieses Projekt. Trotz meiner großen Ambitionen und meines Optimismus wurde kein einziger Picknickkorb bestellt!
Ich ließ mich nicht beirren und als ich 2010 mein erstes Restaurant, die hiddenkitchen in der Wiener Innenstadt, eröffnete, nutzte ich die Erfahrungen und das Wissen, die mir dieses Projekt gebracht hatte, für unsere hiddenkitchen-Picknickkörbe. Die sind seither ein voller Erfolg. Für sie habe ich die in diesem Buch erstmals präsentierten Rezepte für unterwegs und für Outdoor-Feste entwickelt: Im Park, auf der Terrasse oder am Lieblingsplatz im Grünen außerhalb der Stadt schmeckt es einfach nochmal so gut!
Gutes Gelingen und guten Appetit!
Picknick-Basics
Vorbereitung
Outdoor-Lieblingsplatz auf Picknicktauglichkeit überprüfen
Ist er gut auffindbar und für die geplante Anzahl an Personen geeignet? Welche Infrastruktur ist vorhanden: öffentliche Verkehrsmittel, Beleuchtung, Tische und Bänke,Toilette, Abfallbehälter, Schutzmöglichkeiten bei Schlechtwettereinbruch ...?
Google-Maps-Punkt setzen
Einladung, gegebenenfalls mit GPS-Koordinaten, verschicken
Weg zum Picknickplatz für die Gäste markieren
(Bändchen, Luftballons, Schilder …)
Picknick-Utensilien einpacken
Geschirr und Besteck
(Bambus und Holz sind umweltfreundliche Alternativen zu Plastik)
Trinkgefäße
Spezial- und Vorlegebesteck
nach Bedarf, z.B. Salatbesteck, Tortenheber, Vorlegelöffel, Brotmesser, Fleischmesser, Longdrinklöffel ...
Schüsseln, Schälchen, Platten etc. zum Anrichten der Speisen vor Ort
Servietten und Strohhalme
Bierkisten mit Bauplatten darüber als „trinkbare Tische“
Kissen
Eiswürfel in Isotasche
(oder Eis an die Adresse liefern lassen)
Salz und Pfeffer
„Picknick-Helfer“
Korkenzieher, Flaschenöffner, Küchenpapier, Müllsäcke, Feuerzeug, Bindfaden, Schere, Klebeband, Taschenlampe,Windlichter, Insektenschutz, Erste-Hilfe-Tasche …
Portable Lautsprecher für iPhone/Handy, portable Ladestation
Speisen verpacken
Speisen in Einmach- oder Schraubgläser oder Frischhaltebehälter füllen, Getränke in Flaschen, Schraubgläser oder Thermoskannen
Kuchen und Quiche in der Form transportieren
Beim Verpacken die Tipps in den Rezepten beachten
(z.B. Dressing und Salat extra verpacken, damit der Salat knackig bleibt)
Getränke-Kalkulation für 30 Gäste:
45 alkoholfreie Drinks,45 x Gläser Wein,45 Flaschen Bier
Was für ein wunderbarer Mini-Luxus, in der Mittagspause selbst gemachte Lieblingsspeisen zu genießen! Zu Hause frisch vorbereitet und in Lunchboxen oder Einmachgläser verpackt, ermöglichen sie auch im stressigsten Arbeitsalltag echte Genuss-Auszeiten und machen Gaumen und Seele gleichermaßen glücklich.
///Vegan///Laktosefrei///Glutenfreie Variation ///
Zutaten für 4 Personen
150 g
Bulgur Salz
2 Bund
Petersilie
200 g
Minze
2
Tomaten
1 reife
Mango
4 EL
Olivenöl
Saft von 1
Zitrone Pfeffer
Bulgur in kochendes Salzwasser geben, umrühren, 2 Minuten aufkochen lassen. Feuer abschalten, Bulgur abgedeckt 10 Minuten auf dem Herd stehen lassen. Kurz abschrecken und abseihen.
Petersilie und Minze grob hacken. Tomaten entstrunken und klein würfeln (ca. 1 x 1 cm). Mango schälen und in die gleiche Größe schneiden wie die Tomaten.
Alle Zutaten vermengen. Mit Öl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Fertig mariniert für den Transport einpacken.
Variationen_Statt Bulgur passen auch Quinoa, Reis oder Kichererbsen, dann wird das Gericht glutenfrei. Optional kann ½ klein gewürfelte lila Zwiebel hinzugefügt werden.
Tipp_Schmeckt noch saftiger, wenn man zusätzlich ½ Mango püriert und unterrührt, wahlweise zusätzlich auch noch ca. 100 g Mangopulpe.
///Vegan///Laktosefrei///Glutenfrei ///
Zutaten für 4 Personen
250 g
getrocknete Kichererbsen
1–2 TL
mildes Currypulver
5 TL
Kokosmilch
2
Äpfel
10
kleine Cornichons
Saft von ½
Zitrone
2 EL
Olivenöl SalzPfeffer
Kichererbsen über Nacht mit reichlich Wasser einweichen. Am nächsten Tag abseihen und gut abwaschen. In einem großen Topf in Wasser ohne Salz aufkochen. Ca. 30 Minuten kochen, bis sie weich sind. Abseihen und kalt abschrecken.
Curry in einer Pfanne unter ständigem Rühren anrösten, bis sich die Farbe verändert (ca. 2 Minuten). Mit Kokosmilch aufgießen und gut verrühren.
Äpfel nicht schälen, aber das Kerngehäuse entfernen. Äpfel klein schneiden und mit 1 EL Zitronensaft beträufeln. Cornichons blättrig schneiden.
Alle vorbereiteten Zutaten vermengen und mit Olivenöl, restlichem Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Fertig mariniert für den Transport verpacken.
Variationen_Sehr gut schmeckt dieses Rezept auch mit Stangensellerie, Äpfeln und gerösteten Walnüssen oder mit Mangowürfeln und frischen knackigen Zuckerschoten.
///Vegetarisch///Laktosefrei ///Glutenfrei bei Verwendung glutenfreier Gemüsebrühe///Vegan bei Verwendung von Ahornsirup///
Im Sommer verbringe ich viel Zeit in unserem ungarischen Häuschen und entwickele neue Rezepte für all die Schätze, die der Gemüsegarten birgt. So ist auch diese Zucchinisuppe entstanden – es gibt nichts Inspirierenderes, als selbst gezogenes Gemüse zu verarbeiten!
Zutaten für 4 Personen
100 g
Walnüsse
1
Zwiebel
2 EL
Olivenöl
2
Knoblauchzehen
1 TL
getrockneter Thymian
2
Lorbeerblätter
500 g
Zucchini (ca. 2 Zucchini) Salz
100 ml
Weißwein
1 TL
Honig (Ahornsirup für die vegane Variante)
1 TL
Bio-Gemüsesuppenpulver Pfeffer
1 TL
frisch geriebene Zitronenschale
4 Zweige
frischer Thymian
Walnüsse in der Pfanne oder im Ofen rösten, bis sie goldbraun sind.
Zwiebel hacken und in Olivenöl anrösten. Nach einigen Minuten Knoblauch hineinpressen, getrockneten Thymian und Lorbeerblätter hinzufügen und mitrösten. Achtung, dass der Knoblauch nicht anbrennt!
Zucchini in Scheiben schneiden und mit dem Großteil der Walnüsse zur Zwiebel geben. Salzen und ca. 5 Minuten rösten, bis die Zucchini an einigen Stellen dünkler werden und Wasser gelassen haben. Mit Wein und 750 ml Wasser ablöschen, Honig und Suppenpulver hinzufügen. Abgedeckt 20–25 Minuten köcheln lassen, bis die Zucchini weich werden.
Lorbeerblätter entfernen, Suppe mit dem Pürierstab oder dem Standmixer pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und in Transportgefäße abfüllen. Zitronenschale, restliche Walnüsse und frischen Thymian getrennt transportieren. Suppe vor dem Servieren gut umrühren, mit Zitronenschale bestreuen, ein paar gehackte Walnüsse darüber verteilen. Mit einem Zweig Thymian kalt oder erwärmt genießen.
Variationen_Dieses Rezept funktioniert auch wunderbar mit anderen Nüssen, zum Beispiel Haselnüssen, Pekannüssen, Cashews oder Mandeln.
Bunte Zucchini machen die Suppe optisch sehr ansprechend. Statt Zucchini eignen sich auch Kürbisse.
Tipp_Qualitativ hochwertiges Olivenöl verfeinert Suppen enorm. Einige Spritzer Olivenöl geben der fertig angerichteten Suppe eine fruchtig-nussige Note.
Zitronen behutsam reiben, am besten mit einer feinen Reibe, die nur das Gelb raspelt. Die weiße Schale enthält Bitterstoffe.
///Vegetarisch///Vegane Variante mit Öl ///Laktosefrei ///Glutenfrei////
Zutaten für 4 Personen
1
Zwiebel
1
Blumenkohl
2 TL
mildes Currypulver
2 EL
Ghee (Butterschmalz) (Öl für die vegane Variante)
250 ml
Kokosmilch
1
Ingwerstück (Daumengröße)
1–2 EL
Limettensaft SalzPfeffer
Zwiebel klein würfeln, Blumenkohl in kleine Röschen schneiden oder zupfen. Currypulver in einem Topf unter ständigem Rühren anrösten, bis sich die Farbe verändert (ca. 2 Minuten). Ghee hinzufügen, Zwiebel darin glasig rösten.
Blumenkohlröschen zur Zwiebel geben, salzen und rösten, bis sie an einigen Stellen dünkler werden. Einige kleinere Stücke (ca. 4 EL) zur Seite stellen.
