Corona - Die Krone der Virologie - Sylvia Sackers-Böhm - E-Book

Corona - Die Krone der Virologie E-Book

Sylvia Sackers-Böhm

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Beschreibung

Die Corona-Pandemie entwickelte sich zu einer Katastrophe ungeahnten Ausmaßes. Man hörte ab Februar von Infektionen in China, sah Menschen im März, die in Italien nach Luft rangen, Särge in Bergamo, Massengräber in Brasilien. Das alles war weit weg. Nach und nach kamen jedoch auch bei uns die Einschläge immer näher. Viele von uns hatten Freunde oder Familie, die in Ischgl zum Skifahren gefahren waren und erkrankten. Schließlich kannte so ziemlich jeder irgendeinen Menschen, der infiziert und möglicherweise sogar sehr krank war.

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Seitenzahl: 85

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Foto: Autorin

Dr. Sylvia Sackers-Böhm

1966 als echtes Ruhrpottkind in Bottrop geboren, zog sie mit ihren Eltern im Alter von sechs Jahren nach Oberhausen, wo sie auch ihr Abitur machte. 1985 begann sie mit dem Medizinstudium an der Universitätsklinik Essen.

Wegen der Liebe zog sie 1988 nach Mülheim an der Ruhr. Dort arbeitete sie von 1990 bis 1998 als Ärztin/Notärztin in einem Mülheimer Krankenhaus.

Als internistische Hausärztin arbeitete sie ab 1999 in einer Gemeinschaftspraxis in Mülheim an der Ruhr und wechselte 2018 in ein MVZ nach Essen.

Dr. Daniela Richter-Wittenfeld

Auch die Künstlerin und Lektorin ist ein Kind des Ruhrgebiets. Nach dem Lehramtsstudium promovierte sie zum Dr. päd. über >Die Arbeit des Verbandes für Deutsche Frauenkleidung und Frauenkultur auf dem Gebiet der Frauenkleidung von 1896 bis 1935<. Sie arbeitete an einer Hauptschule und wechselte dann an eine Gesamtschule.

Privat hat sie sich der Kunst unter dem besonderen Aspekt der Gestaltung von Kleidung verschrieben.

© Dr. Daniela Richter-Wittenfeld

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Die Pandemie erster Teil

Die Mund-Nasen-Maske

Systemrelevante Geschäfte

Die Videosprechstunde

Webinare, sowohl in unserer Praxis als auch zur ärztlichen Fortbildung

Lungenentzündung zu Coronazeiten

Menschliche Kontakte und der Gruß aus der Feme zu Coronazeiten.

Die Matratze

Die Nase voll

Corona-Schnelltest verschenkt

Kintsugi oder der zerrissene QR-Code

Der Notfall an der Kreuzung

Vorteile und Nachteile von Luftreinigern

Corona und AHA-Regeln im Theater

Das »Aus« der Rentnerband

Der Famulant

Substi vermisst seinen Schulunterricht

Schulunterricht für Kinder

Frisurenvielfalt

Testen, Testen, Testen

Positiver Schnelltest, was nun?

Coronapositiv im post-preußischen Mülheim an der Ruhr

Die Verwirrung mit den Impfstoffen

Rudis-Resterampe wird zum Glücksfall in Familie und Freundeskreis

Strukturwandel in Rotlichtmilieu und halbseidenem Milieu

Einkaufen im Supermarkt

Meine Tante Hilde

Grenzenloser Egoismus während der Impfungen

Genesene

Große Tombola für Impfdosen

Treffen, wie zu Omas Zeiten

Vaxzevria: Raider heißt jetzt Twix, ansonsten ändert sich nix!

Abgrenzung in der Krise

Sonderpädagogen und Grundschullehrer, die zweite Priorisierungsgruppe

Was wünsche ich mir für die Zeit nach Corona?

Welche medizinischen Schlüsse muss man aus der Pandemie ziehen?

1. Vorwort

Als ich mein erstes Buch schrieb, begann die größte Pandemie der letzten Jahrhunderte. Das SARS-COV-2 Virus verbreitete sich von China ausgehend, rasend schnell über die ganze Welt. Durch die Globalisierung war kein Land vor dieser gefährlichen Infektion sicher.

Als Ärztin hatte ich schon mehrere Infektionswellen wie die Schweine- und Vogelgrippe erlebt. Aus diesem Grunde reihte ich das SARS-COV-2 Virus zunächst in eine normale Serie von Infekten ein. Für Patienten mit den entsprechenden Krankheitssymptomen entwickelte ich als Erkennungszeichen ein Krönchen und zog das Ganze ins Lächerliche.

Wie naiv war ich!

Die Corona-Pandemie entwickelte sich zu einer Katastrophe ungeahnten Ausmaßes.

Im März 2020 sah ich einen wissenschaftlichen Beitrag im Fernsehen, in dem eine asiatische Virologin betonte, in ihrem Forschungsinstitut wäre es schon sehr lange eine unanfechtbare Erkenntnis, dass eine Pandemie kommen würde. Die Frage wäre nur gewesen, wann?

Zeichnung: Dr. Sylvia Sackers-Böhm

Diese Pandemie kam im Jahr 2020!

Man hörte ab Februar von Infektionen in China, sah Menschen im März, die in Italien nach Luft rangen, Särge in Bergamo, Massengräber in Brasilien.

Das alles war weit weg.

Nach und nach kamen jedoch auch bei uns die Einschläge immer näher. Viele von uns hatten Freunde oder Familie, die nach Ischgl zum Skifahren gefahren waren und erkrankten.

Im Laufe der Zeit kannte so ziemlich jeder irgendeinen Menschen, der infiziert und möglicherweise sogar sehr krank war.

Zum Glück kann ich aber sagen, dass in unserem Freundeskreis und auch bei unseren Patienten keine schwerwiegenden Verläufe auftraten.

Wir sind in Deutschland privilegiert. Hier gibt es ein gutes Gesundheitssystem und genügend Geld.

Inzwischen befinden wir uns im 2. Jahr der Pandemie und sind in einem Wettlauf mit dem Virus.

Noch besteht Hoffnung, dass wir das Rennen gewinnen. Wir hoffen auf die Impfung. Eine schnelle Immunität von mehr als 70% der Bevölkerung.

Wir hoffen, dass nicht zu schnell neue Mutationen entstehen, bei denen der Impfstoff nicht mehr wirkt.

Wir träumen davon, unser Leben aus der Zeit vor Corona wieder aufnehmen zu können.

Wir wünschen uns den Besuch von Cafés, Bars, Kinos und Konzerten!

Wir möchten uns wieder umarmen, Feten feiern, reisen!

Trotz all dieser bedrückenden Gedanken gab und gibt es erheiternde Geschichten, die wir ohne Corona nicht erlebt hätten.

2. Die Pandemie erster Teil

Im Februar 2020 gab es die letzten Skiurlaube. Während dieser Urlaube wurde das Coronavirus durch Kneipenbesuche in die gesamte Republik getragen. Geldgierige Barbetreiber hatten trotz des Virus ihre Bars weiterhin geöffnet. Im März kam der erste Lockdown.

Einen Tag vor dem Aus für viele Geschäfte hat sich irgendwie alles aufgelöst, es gab eine Art Endzeitstimmung.

So schenkte uns der Blumenladen gegenüber unserer Praxis das schönste Gesteck, das wir jemals besaßen. Ich möchte nicht wissen, was für ein Preis ursprünglich für dieses Kunstwerk aufgerufen wurde.

Der Friseur verschenkte frisch angerührte Haarpackungen, die sonst verdorben wären. Es war ein Abschied auf eine unbestimmte Zeit.

Allmählich kam mir die Erkenntnis, dass Mund-Nasen-Masken sinnvoll seien.

Zu Beginn der Pandemie wurde das Tragen der Mund-Nasen-Masken durch die Wissenschaft infrage gestellt. Sie war der Meinung, dass die Aerosole nicht zurückgehalten würden. Die Masken trügen dazu bei, dass sich die Menschen aufgrund eines gewissen Sicherheitsgefühls unvorsichtig verhalten werden.

In einer Zeit mit ohnehin verbreiteten Fake-News (dank Präsident Trump) schlich sich bei mir der Verdacht ein, dass es sich um genau so etwas handelte.

Meine Überzeugung wurde schlichtweg aus dem Grunde bestärkt, dass zu diesem Zeitpunkt nicht genügend Masken auf dem Markt waren.

Nach dem Toilettenpapier-Chaos sollte nicht noch eine Massenpanik wegen nicht vorhandener Atemschutzmasken entstehen!

China erzeugte und verbrauchte Atemschutz-Masken, es gab keine Produktionsstätten in Europa.

Es wäre sehr knapp geworden, wenn Masken empfohlen worden wären!

Allmählich entstand jedoch eine Gruppe von Menschen, die sich an rationale Überlegungen hielten. Sie glaubten daran, dass die Aerosole zumindest zu einem Teil durch Masken aufgehalten werden können.

Ende März 2020 hörte man von Initiativen, die Masken selbst herstellten, um die Aerosole aufzuhalten. Je dichter das Material, desto besser!

Ein Freund von mir, der Pflegestationen für beatmete Patienten betrieb, fing an, die Masken in Eigenregie zu nähen, die Universitätsklinik und die Feuerwehr in Essen ebenso.

Das Schnittmuster dieser Masken konnte man dem Internet entnehmen.

Noch am selben Tag entwickelte ich den Plan, auch für unsere Praxis Masken herzustellen.

Am Abend setzte ich mich, ohne große Näherfahrung, an meine Nähmaschine und versuchte aus einem Stofffetzen eines Bettlakens eine Maske zu kreieren.

Das Internet gab eine Produktionszeit von 40 Minuten an, ich brauchte 2 1/2 Stunden!

Mir war sofort klar, dass wir bei solch einem Tempo erst dann eine genügende Anzahl an Masken hätten, wenn Corona längst Geschichte wäre.

So nahm ich den Prototyp aller Masken am nächsten Tag mit in die Praxis und führte ihn dort vor.

Unser Geschäftsführer war begeistert und organisierte einen Nähtrupp bestehend aus Freunden und Familie, die meine Maske kopierten. Unser Maskensortiment wuchs dadurch sehr schnell an.

Wir trugen sie in der Praxis selbst und verteilten sie an alle Patienten, die zu uns kamen.

Vor der Verteilung wurden die selbstgenähten Masken gewaschen und in Folie eingeschweißt. Nach dem Praxisbesuch sammelten wir sie wieder ein, wuschen sie und schweißten sie in einer Nachtaktion erneut in Klarsichtfolie ein.

Zur Herstellung der Masken wurde jeder verfügbare Stoff verwendet, so dass es abenteuerliche Kreationen gab.

Da gab es die Maske mit den roten Punkten und schwarzen Strichen aus einem Vorhangstoff, die so locker und luftig war. Man konnte darunter ohne Schwierigkeiten ein Doppel- bis Dreifachkinn verstecken.

Es gab auch die zweifarbigen Modelle mit bunten Rahmen-Einfassungen. Sehr chic, aber bedauerlicherweise mit zu kurzen Bändern zum Binden.

Ich hatte ein fliederfarbenes Modell ins Herz geschlossen, das aus weicher Baumwolle gefertigt war. Die Abmaße der Bänder und die Breite der Maske waren wie für mich geschaffen. Wenn diese Maske nicht gerade in der Wäsche war, wurde sie sofort von mir konfisziert.

3. Die Mund-Nasen-Maske

Seit mittlerweile einem Jahr behandele ich meine Patienten anders als zuvor. Sie alle sind verpflichtet, eine Mund-Nasen-Maske zu tragen.

Man sieht nur die Augen. Die Mund-Nasen-Partie bleibt der Phantasie überlassen.

So kam Mitte 2020 erstmals eine Patientin in unsere Praxis. Sie war in die unmittelbare Umgebung gezogen und suchte einen neuen Hausarzt.

Zuvor hatte sie viele Schicksalsschläge erlitten, die auch zu dem Wohnungswechsel geführt hatten.

Wir hatten mehrere Kontakte, die uns immer vertrauter miteinander machten. Sie erzählte zögerlich immer mehr aus ihrer Vergangenheit.

Letztendlich kam alles zur Sprache und es flossen Tränen.

Dieses führte naturgemäß zu Nasenfluss, weshalb die Patientin ein Taschentuch benutzen musste. Sie lüftete ihre Maske und ich war äußerst irritiert.

Mein Gehirn hatte subkortikal ein mir niemals bekanntes Gesicht unter der Maske entworfen. Ich glaubte zu wissen, wie die Patientin aussah. Aber es war ein ganz anderes Gesicht, das mir gegenüber saß. Ich war nicht enttäuscht, nur überrascht. Auf der Straße, ohne Maske, hätte ich sie wahrscheinlich niemals erkannt.

Auch andere Patienten, die ich schon vor Coronazeiten kannte, haben sich unterhalb der Masken verändert. Es wuchsen Bärte und eine Patientin hat sich tatsächlich die Lippen aufspritzen lassen!

Ich selbst hatte auch eine gewisse Wirkung mit Maske auf meine Patienten. Eines Tages kam ein Patient in die Praxis, mit dem ich seit längerem einen lockeren Umgangston pflegte. Wir besprachen seine Therapie und die weiteren geplanten Untersuchungen. Er betrachtete mich während der gesamten Konsultation mit einem leichten Stirnrunzeln.

Am Ende unseres Gesprächs ging er aus dem Zimmer, drehte sich an der Tür aber noch einmal um und sagte: »Frau Doktor, Sie tragen da einen Schlüpfer im Gesicht.« Unmittelbar danach machte er die Tür zu. Darauf konnte ich nicht antworten. Es wäre mir aber auch kein markiger Spruch eingefallen.

Nach und nach wurden Masken zu einer Mode. Sie wurden farblich zum Kleid abgestimmt. Sie bildeten eine Clownsmaske ab oder ein breites Lächeln mit strahlend weißen Zähnen.

Die witzigste Maske habe ich jedoch in der Methadon-Vergabe-Stelle unserer Praxis gesehen.

Dort behandelte ich einen Patienten, der sehr musikalisch war. Um sein Genie zu unterstützen, konsumierte er neben dem Methadon, das er wegen seiner Heroinsucht zur Substitution von uns bekam, eine nicht unbeträchtliche Menge Kokain.