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Ob für eine Couch, einen Cappuccino oder eine City-Tour: Wer offen ist und Freude am Entdecken neuer Kulturen und anderer Lebenskonzepte hat, kann sich heutzutage mit ein paar Klicks die ganze Welt auf das heimische Sofa einladen. Die Möglichkeiten, sich über Online-Gastgebernetzwerke wie Couchsurfing & Co. mit abenteuerlustigen und kulturinteressierten Reisenden weltweit zu vernetzen, sind dabei unglaublich groß, herrlich vielseitig und wahrlich kunterbunt – doch welche Sitten, Bräuche und Regeln gibt es beim Sofa-Tourismus zu beachten? Wie finden Gast und Gastgeber zusammen? Und wie funktioniert eigentlich „Safe Travelling“? Ein kleiner Ratgeber über das Couchsurfing, die Do’s & Don’ts der nationalen und internationalen Gastgebernetzwerke – und ein Buch für erprobte Sofa-Reisende sowie alle, die es (vielleicht) noch werden wollen!
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Seitenzahl: 97
Veröffentlichungsjahr: 2022
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IMPRESSUM
Couchsurfing
Wilkommen auf dem Sofa!
Svenja Conrad
© 2021 360° medien
Nachtigallenweg 1 I 40822 Mettmann
360grad-medien.de
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Redaktion und Lektorat: 360° medien
Satz und Layout: Serpil Sevim-Haase, Lucas Walter
Gedruckt und gebunden:
Lensing Druck GmbH & Co. KG I Feldbachacker 16 I 44149 Dortmund
www.lensing-druck.de
Bildnachweis:Almon Sorrell/Unsplash S. 108 | asmuSe/Pixabay S. 50 | Daniel S. 54 | Jon Fu/Unsplash S. 27 | Jonathan Borba/Unsplash S. 10 | Moni Mckein/Pixabay S. 28 | Phillip Goldsberry/Unsplash S. 92 | Susi Lemke S. 47, 71, 72 | Svenja Conrad S. 53, 65, 103 | Tim Gouw/Unsplash S. 110 | Women Welcome Women World Wide (5W) S. 123
ISBN: 978-3-96855-150-0
Hergestellt in Deutschland
360grad-medien.de
Svenja Conrad
COUCHSURFING
Willkommen auf dem Sofa!
WILLKOMMEN AUF DEM SOFA!
Zu Gast bei Freunden – das klingt nach einer rundum erholsamen Auszeit und nach purem Wohlfühlen, es klingt nach Abenteuern, nach aufregenden Erlebnissen und gemeinsamen Erfahrungen. Für viele klingt es nach dem perfekten Urlaub – doch wo gibt es schon das gebündelte Komplettpaket? Na, auf dem Sofa! Natürlich nicht auf dem im eigenen Heim, sondern auf einem vollkommen fremden – willkommen beim Couchsurfen*!
Was gegen Ende der 1990er-Jahre bzw. zu Beginn der 2000er-Jahre durch Zufall und aus zu etwa gleichen Anteilen Abenteuerlust und purer Not heraus online entstand, hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre zu einem weltweiten Globetrotter-Trend für kostengünstiges und alternatives Reisen über das Internet entwickelt – das Couchsurfing. Hinter dem kuriosen Begriff versteckt sich tatsächlich ein wunderbar weltoffenes Konzept für mehr Authentizität, mehr Erleben, mehr Freundschaft auf Reisen. In nahezu allen Ländern dieser Erde öffnen die verschiedensten Menschen der unterschiedlichsten Kulturkreise dabei Tür und Tor für fremde Reisende, um ihnen kostenlos ein Nachtquartier anzubieten, sie zum Dinner einzuladen oder sie auf einen Kaffee zu treffen – und Millionen weltweit machen mit. Die Idee dahinter, die offline sogar noch weitaus älter ist und ihre ersten Züge tatsächlich in den 1940er-Jahren fand, war damals und ist noch heute so einfach wie genial und hat sich durch das Internetzeitalter erst so richtig entwickelt und verbreitet: Aufgeschlossene Weltenbummler mit einem offenen Gemüt (oder einfach nur einem schmalen Geldbeutel) finden über das World Wide Web einen kostenlosen Schlafplatz bei gastfreundlichen Gleichgesinnten, die ihnen für eine Nacht oder gleich mehrere Tage ein Dach über dem Kopf zur Verfügung stellen. Vollkommen kostenlos, versteht sich. Warum? Das liegt für die meisten Couchsurfer und gastfreundlichen Sofaanbieter oder Kaffeegefährten auf der Hand: Anstatt anonym im Hotel untergebracht zu sein, verlässt man die plattgetretenen Touristenpfade, erlebt fremde Kultur direkt und hautnah und lernt ganz nebenbei Einheimische im Alltag kennen, die einem im besten Fall nicht nur ein Sofa, sondern gleich ein ganzes Stadtführungsprogramm und so manchen lokalen Insider- und Geheimtipp mitliefern. Social Traveling statt Massenabfertigung im Pauschaltourismus – eine Win-win-Situation für beide Seiten, denn während der Gast Abenteuer und kulturelle Vielseitigkeit in der Fremde erlebt, holt sich der Gastgeber die Vielfalt der kunterbunten Welt in das eigene Zuhause. Beide Seiten erhalten auf diese Weise spannende und vollkommen unverfälschte Einblicke in das Leben, in den Alltag und in die Geschichten des anderen und tauchen tief in die traditionelle lokale Kultur ein. Diese Neugier auf andere Länder und deren Bewohner bildet die Grundlage für das Entstehen von Gastfreundschaft – und damit wiederum auch für die vielen und vielseitigen Gastgebernetzwerke, die sich der Neugier, Offenheit und Abenteuerlust fernwehgeplagter Globetrotter verschrieben haben. Das Couchsurfing führt Menschen zusammen, die ohne diese vielfältigen Gastfreundschaftsangebote ansonsten wohl niemals so eng miteinander in Kontakt gekommen wären. Kaum verwunderlich deshalb, dass das Couchsurfen für Millionen von Menschen längst zu einer Lebenseinstellung geworden ist und aus so manchen Übernachtungsgelegenheiten langjährige Freundschaften hervorgegangen sind.
Was die Faszination der Online-Gastgebernetzwerke und des Surfens auf fremden Sofas ausmacht, für wen (und für wen eher nicht) diese besonders authentische Art des Reisens gemacht ist und was die Vorteile, aber auch die Nachteile sein können, darum geht es auf den folgenden Seiten. Das Buch soll dabei insbesondere neugierigen Interessierten und Couchsurfing-Anfängern das Konzept und die vielfältigen Möglichkeiten aufzeigen, die sich über das Mieten oder Vermieten einer Couch hinaus bieten, und anhand praktischer Tipps und verschiedenen Checklisten Schritt für Schritt auf dem Weg zum perfekten Gast und idealen Gastgeber begleiten. Und natürlich beschäftigt sich auch ein Teil dieses Buches mit den Do’s & Don’ts der nationalen und internationalen Gastgebernetzwerke – mit den Sitten, Bräuchen und Regeln, die es als Gast und als Gastgeber unbedingt zu beachten gilt, um das Couchsurfen und das Reisen mittels eines Onlinenetzwerks für sich und andere zu einem sicheren, spannenden, austauschreichen und rundum wertvollen Erlebnis zu gestalten.
In diesem Sinne:
Willkommen auf dem Sofa! Oder: Let’s surf!
* Hinweis zur Begrifflichkeit:
In dem Buch wird der Begriff des Couchsurfings als authentische und vielseitige Art des Erlebnistourismus verwendet – und obschon der Begriff insbesondere durch den gleichnamigen Onlineanbieter couchsurfing.com entwickelt und weltweit geprägt wurde, umfasst er hier nicht ausschließlich das Reisen mithilfe dieser einen Plattform. Vielmehr steht das Wort unabhängig von dem jeweiligen Anbieter als Überbegriff für die vielfältigen Möglichkeiten, über die zahlreichen Online-Gastfreundschaftsnetzwerke eine Übernachtungs- und Wohnmöglichkeit bei „fremden Freunden“ unterwegs zu finden und ist in diesem Fall synonym zu verwenden wie das Reisen mittels eines Online-Gastgebernetzwerks.
INHALTSVERZEICHNIS
Couchsurfing – damals und heute
Wie alles begann – die Geburtsstunde der Gastgebernetzwerke
Surfen auf dem Sofa – oder: Die Geschichte hinter einem großen Wort
Und heute? Auf dem Sofa um die ganze Welt
Kleine Welt, großes Netzwerk
Ob Nachtquartier oder Barbesuch – finde deine Couch, dein Haus, deinen Hof, deine Community
Globale Gastfreundschaft, globale Netzwerke
Für Anpacker und Helfer
Online um die Welt – eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
Als Gast
Als Gastgeber
Ja oder Nein? Vor- und Nachteile des Reisens mit Online-Gastgebernetzwerken
Authentisch unterwegs – die Vorteile
Vom Einschränken und Anpassen – die Nachteile
Respekt, bitte! Oder: Da kann ja so viel passieren!
Sitten, Bräuche, Regeln – Was es zu beachten gilt
Gefahren und Vorsichtsmaßnahmen
COUCHSURFING – DAMALS UND HEUTE
COUCHSURFING – DAMALS UND HEUTE
Ob allein unterwegs oder mit dem Fahrrad, ob zum Entdecken einer fremden Kultur oder zum Erlernen einer neuen Sprache, ob für eine Couch, einen Cappuccino oder eine City-Tour: Die Gründe der Reisenden, sich auf privater Basis über ein Gastgebernetzwerk ein Nachtquartier oder eine gesellschaftliche Begleitung zu suchen, sind ebenso bunt und vielseitig wie die Möglichkeiten und die Varietät der Angebote, die das World Wide Web heutzutage bietet. Tatsächlich haben sich im Laufe der letzten 20 Jahre so viele unterschiedliche Onlineplattformen für Übernachtungs- bzw. Austauschgelegenheiten gegründet, dass abenteuerlustige und kulturinteressierte Reisende nahezu jeder Zielgruppe mittlerweile ein großes Spektrum an Auswahlmöglichkeiten haben, wie und mit wem sie ihre wohlverdiente Auszeit verbringen möchten. Mit dem Fahrrad auf Reisen und auf der Suche nach einem spontanen Schlafplatz? Kein Problem. Allein als Frau in der Welt unterwegs und Lust, neue Freundinnen kennenzulernen? Auf jeden Fall! Fremdspracheninteressiert und fest entschlossen, den anstehenden Trip mit dem Erlernen neuer Vokabeln zu verbinden? Warum nicht! Die Möglichkeiten sind schließlich zahlreich vorhanden und bis zum Urlaub mit „fremden Freunden“ dauert es oftmals nur wenige Klicks. Das Konzept des Netzwerkens mit dem Ziel, sich auszutauschen und gratis bei Fremden zu übernachten, ist dabei jedoch bei Weitem kein Geistesblitz des modernen Internetzeitalters, auch wenn die Optionen natürlich nicht von Anfang so gigantisch groß gewesen sind und sich erst im Laufe mehrerer Jahrzehnte entwickelt haben. Was heute alles möglich ist, hat seine zaghaften Anfänge tatsächlich nämlich vor mehr als 70 Jahren gefunden.
NICHT VERGESSEN
Wer bei Einheimischen zu Gast ist, lernt vor Ort und mitten im Geschehen die fremde Kultur, den fremden Alltag und die fremden Gepflogenheiten kennen und verstehen – anders als bei einer Unterbringung in einem Hotel.
Wie alles begann – die Geburtsstunde der Gastgebernetzwerke
Bereits Ende der 1940er-Jahre schlossen sich mehrere Gruppen von Friedenssuchenden, Studenten und selbsternannten „Peacebuilders“ in Dänemark zusammen, um die Menschen nach den Wirren und Schrecken des Zweiten Weltkrieges wieder zusammenzubringen. Das Ziel dieser Bewegungen war es, mithilfe eines globalen Austauschsystems Menschen verschiedener Nationen als Gast und Gastgeber zu vereinen und auf diese Weise aktiv Frieden, Zusammenhalt und soziale Gerechtigkeit anzustreben. Genutzt wurden damals gedruckte Gastgeberlisten und, ganz klassisch, natürlich Briefe. Das Konzept kam an und schlug Wurzeln – im Laufe der darauffolgenden Jahrzehnte entstand ein weltweites Netzwerk von Menschen, die nach friedliebenden Gleichgesinnten suchten. 1952 fand das erste internationale offizielle Treffen der Bewegung statt, woraufhin der Name „Servas“ (nach we serve in Esperanto, der am weitesten verbreiteten Plansprache der Welt) entstand. In den 1970er-Jahren wurde Servas International mit Sitz in der Schweiz gegründet; kurz darauf setzten die Vereinten Nationen Servas auf die Liste der assoziierten Nichtregierungsorganisationen.
Die Organisation wuchs, das Interesse an dieser alternativen und weltoffenen Reiseform ebenso – kaum verwunderlich also, dass sich weltweit auch andere Globetrotter nach und nach zusammenfanden und unter ähnlichen Beweggründen mit Beginn der 1980er-Jahre weitere Gastgebernetzwerke gründeten. Zu dieser Zeit entwickelten sich dann auch schon die ersten zielgruppenspezifische Organisationen, wie zum Beispiel die 3W – ein Netzwerk für und von reiselustigen und kulturinteressierten Frauen. In Deutschland gründete Veit Kühne um das Jahr 2000 den Hospitality Club mit dem Ziel, durch den direkten und intensiven Kontakt und Austausch beim Reisen ein größeres Verständnis für seine Mitmenschen aufzubringen. Kühne gilt als Urvater der deutschen Couchsurfingszene, auch wenn der Club heutzutage kaum noch aktiv ist. Ebenso wie auch Servas International, so verstand sich auch der Hospitality Club als eine Art Friedensorganisation, die mit seiner Existenz seinen Teil dazu beitragen wollte, die Welt zu einem friedvolleren, besseren und toleranteren Ort zu machen. Aus diesem Grund half der Hospitality Club nicht nur bei der Vermittlung von Übernachtungsmöglichkeiten, sondern auch beim Austausch und bei der Vernetzung von verschiedenen weltweit tätigen NGOs sowie beim Zusammenbringen von Umweltaktivisten und Engagierten.
The fundamental idea of Servas is tocontribute to a more peaceful world through interpersonal meetings and intercultural learning experiences both in cyberspace and in real life. Hospitality and lodgingwithout cost is not a goal in itself, but a means to reach that goal.
Jonny Sågänger
(President Servas International)
