Create your own MAGIC - Laura Geneviéve Wacker - E-Book

Create your own MAGIC E-Book

Laura Geneviéve Wacker

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Beschreibung

Kreiere deine eigene Magie Du möchtest ein erfülltes Leben genießen, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst und was Fülle für dich überhaupt bedeutet? Laura Wacker, die mit »youmoon« seit Jahren für moderne Spiritualität steht, zeigt dir, wie du empfänglicher wirst für Wunder, wie dir klar wird, was du überhaupt im Leben erreichen und erleben möchtest und was du loslassen darfst, damit Neues zu dir findet. Erfahre, wie du mithilfe von Räucherritualen, Chakra-, Kristall- und Vollmondmeditationen, Journalingfragen und kleinen Helferchen wie Pendeln, Kristallen, Kräutern und Ölen liebevolle und klare Grenzen setzen, eigene Entscheidungen treffen und somit deine Träume verwirklichen kannst. Komm bei dir selbst an und entdecke deine individuelle Spiritualität und Intuition. Ein Buch für alle, die tiefer gehen, ihre ganz eigene Magie finden und Klarheit darüber bekommen wollen, was ihre Seele tanzen lässt.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 308

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Laura Geneviéve Wacker

YOUMOON

Create your own MAGIC

Laura Geneviéve Wacker

YOUMOON

Create your own MAGIC

Wie du wieder zu dir selbst und zu deiner eigenen Magie findest – Impulse, Rituale und Übungen für jeden Tag

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://dnb.de abrufbar.

[email protected]

Für Fragen und Anregungen

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Originalausgabe

2. Auflage 2023

© 2023 by mvg Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Türkenstraße 89

80799 München

Tel.: 089 651285-0

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Wir behalten uns die Nutzung unserer Inhalte für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ausdrücklich vor.

Redaktion: Simone Fischer

Umschlaggestaltung: Manuela Amode

Illustrationen im Innenteil: S. 36 Shutterstock/ Nadiinko; S. 42 Shutterstock/ Anna Frajtova; S. 49 Shutterstock/ Motorama; S. 61 Shutterstock/ Miller Inna; S. 68 Shutterstock/ Nadiinko; S. 76 Shutterstock/ cellin_art; S. 87 Shutterstock/ davooda; S. 91 Shutterstock/ Skellen; S. 92 Shutterstock/ sini4ka; S. 97 Shutterstock/ Xeyal Yaqubov; S.102 Shutterstock/ Nadiinko; S. 112 Shutterstock/ HN Works; S. 117 Shutterstock/ sini4ka; S. 120 Shutterstock/ Miller Inna; S. 136 Shutterstock/ Miller Inna; S. 145 Shutterstock/ Nadiinko; S. 146 Shutterstock/ Anna Frajtova; S. 166 Shutterstock/ davooda; S. 171 Shutterstock/ kornn; S. 177 Shutterstock/ Palau; S. 192 Shutterstock/ DStarky; S. 195 Shutterstock/ Palau; S. 199 Shutterstock/ sini4ka; S. 204 Shutterstock/ Mika Besfamilnaya

Layout: Manuela Amode

Satz: inpunkt[w]o, Wilnsdorf (www.inpunktwo.de)

eBook: ePUBoo.com

ISBN Print 978-3-7474-0553-6

ISBN E-Book (PDF) 978-3-96121-936-0

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-96121-937-7

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.mvg-verlag.de

Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter www.m-vg.de

Inhalt

Vorwort

TEIL 1: KLARHEIT

Kapitel 1:Wie dein Gestern zu deinem Morgen wird

Zurück in die Gegenwart

Reine Nervensache

Rituale

Übung: Atmen für das Nervensystem

Anziehungskraft

Kapitel 2:Du kreierst dein Leben

Darf ich bitten?

Ritual: Pendeln für die Intuition

Ritual: Kristallmeditation für das Dritte Auge

Die sieben Gesetze des Universums

Deine Seele möchte tanzen

Ritual: Seelenmeditation

Kapitel 3:Das Ziel vor Augen

Intentionen pflanzen

Übung: Energien zurückholen

Die richtigen Fragen stellen

Kapitel 4:Voll bedeutet nicht erfüllt

Das Glücksrad

Ritual: Dankbarkeitsturbo

Individuelle Definition von Fülle

Werte verkörpern

Übung: Bestandsaufnahme deiner Energie

Ritual: Morning Journaling

Mondverbunden

TEIL 2: LOSLASSEN

Übung: Stadion

Kapitel 5:Wer loslässt, hat beide Hände frei

Die Kunst des Loslassens

Ritual: Aurareinigung in der Dusche

Verlustängste und Identität

Die Mangelspirale

Übung: Perspektivwechsel

Veränderung ist die einzige Konstante

Ritual: Vollmondritual

Energieblockaden lösen

Ritual: Räucherritual zur energetischen Reinigung

Kapitel 6:Unter der Oberfläche

Dein Autopilot

What the chakra?

Übung: Siebentägige Chakren-Challenge

Der Filter deiner Wirklichkeit

Ritual: Wolkenmeditation

Ritual: Pendeln der Glaubenssätze

Kleine und große Traumata

Schattenboxen

TEIL 3: MANIFESTATION

Kapitel 7:Schwing dich hoch

Wellenreiten

Dein energetischer Schutzmantel

Ritual: Gebet für Erdung

Das magnetische Herz

Ritual: Intention Setting mit Getränken

Kapitel 8:Mit einem leeren Glas kannst du nicht ausschenken

Deine Selbstanteile

Übung: Mirror Work

Bis hier hin und nicht weiter

Übung: Beziehungscheck

Kapitel 9:Auf einer Wellenlänge mit Wundern

Das Unmögliche möglich machen

Ritual: Kristalle als Anker für Emotionen

Wünsch dir was

Ritual: Neumondritual

Schlusswort

Über die Autorin

Danke

an meine Eltern, die mich immer darin unterstützt haben, ich selbst zu sein und

Danke

an meinen Mann, der mich jeden Tag an genau diese Magie in mir erinnert.

Vorwort

Dieses Buch schreibe ich für dich, wenn du gerade nicht genau spürst, wer du bist, wo du dich in deinem Leben befindest und wohin du möchtest. Dieses Buch schreibe ich für dich, wenn du dich verloren fühlst und nicht weißt, in welche Richtung du deinen Kompass ausrichten möchtest. Dieses Buch schreibe ich für dich, wenn du dich leer fühlst, unangebunden an dich selbst und an deine eigene Stimme. Dieses Buch schreibe ich für dich, wenn du merkst, dass das letzte Stück zum Glücklichsein fehlt, aber du nicht weißt, wo du beginnen sollst. Und dieses Buch schreibe ich für dich, wenn du schon weißt, was du ändern möchtest, aber dir noch nicht klar ist, wie du beginnen sollst.

Meine letzten Jahre waren wie eine Achterbahnfahrt. Mal befand ich mich ganz oben, vollgepumpt mit Glücksgefühlen und der Gewissheit, sehr viel erreicht zu haben: in der Liebe, dem Job, der Gesundheit und meinen Finanzen. Und mal befand ich mich in den dunkelsten Tälern, kämpfte mit Angstzuständen, meinem »Warum« im Leben und wusste nicht, wohin mit mir. Ich fragte mich die letzten Jahre vermehrt, warum eine harmonische Beziehung und ein erfolgreicher Job mich nicht wirklich nachhaltig glücklich machten und was denn dann noch fehle? Musste ich noch mehr erreichen? Noch mehr schaffen? Noch mehr sein oder mich noch mehr entwickeln? Das fühlte sich eher überfordernd als erfüllend an, und schon spürte ich immer wieder, wie mein Hals sich zuzog und sich Druck auf meiner Brust aufbaute. Durchatmen.

Je mehr ich erreichte, je erfolgreicher ich wurde, desto klarer wurde mir, dass es nicht der Erfolg war, der mich glücklich machte und mich erfüllte, sondern die kleinen Nuancen zwischendrin und drumherum. Ich erkannte: Es sind die Verbindungen zu den Mitmenschen, die Liebe zu Freunden, zur Familie, zur Natur und zu mir selbst. Es ist nie Schwarz oder Weiß, es ist oft das Grau, das die Farbe in das Leben bringt, die kleinen Dinge rund um die Höhen und die Tiefen.

Und so wurde mir auf einmal bewusst, dass es beim Glücklichsein vielleicht gar nicht unbedingt darum geht, was man um sich herum erschafft, sondern was man in sich kultiviert – was man bei all dem fühlt.

Denn Glück … Was ist das überhaupt? Ist Glück die Abwesenheit von negativen Gefühlen? Oder ist Glück gleich Fülle? Kann ich überhaupt immer selbst beeinflussen, wie ich mich fühle und wie mein Leben aussieht? Und, wenn ja, was kann ich dafür tun, dass ich dieses Leben in vollen Zügen genießen und ausleben kann? Warum bin ich hier, wo ich gerade bin? Und wie komme ich dahin, wo ich hin möchte?

Okay, fangen wir erst einmal damit an, wo ich her komme: Ich bin in einem kleinen Dorf und in einer großen Familie aufgewachsen, glücklich! Ich war immer ein fröhliches und buntes Kind, eine aufgeweckte, laute Jugendliche und eine ehrgeizige und aufgeschlossene Erwachsene. Als Kind habe ich einen Großteil meiner Zeit bei meiner Großmutter verbracht, die sehr spirituell war. Unsere gemeinsamen Rituale wie das Tageshoroskop am Morgen oder das Reinigen und Aufladen unserer Kristalle, das Beten vorm Schlafengehen und das Auspendeln von Räumen und Lebensmitteln, haben mir nicht nur Struktur geschenkt, sondern mich auch nachhaltig geprägt. Ich habe schon als Schulkind gelernt, dass in allem eine Art Magie steckt – in mir Magie steckt – und ich sie für mich nutzen kann.

Und jetzt sitze ich hier mit 35 Jahren, habe gerade meine erste erfolgreiche Firma, die ich mit 23 Jahren gemeinsam mit meiner Schwester gegründet habe, auf eigenen Wunsch operativ verlassen, bin selbstständig mit meiner neuen Unternehmung und schreibe dieses Buch über die Magie in uns. Ein Buch, das nur existiert, weil ich immer wieder so stark an meine eigene Kraft glaube und meinen Träumen hinterherjage.

Ich habe Germanistik und Kulturwissenschaften studiert und wollte schon immer schreiben, vielleicht Journalistin werden oder »irgendwas mit Medien« ausprobieren. Ein Buch stand auf meiner Bucket List – oder wie ich sie nenne: meiner Manifestationsliste – ganz oben! Dass ich jetzt mein eigenes Buch schreibe, hätte ich mir vor ein paar Jahren noch nicht einmal träumen lassen, aber vor zwei Jahren wurde es dann in meinem Kopf immer realer. Ich habe mir vorgestellt, wie ich an meinem Schreibtisch sitze und schreibe. Ich habe ganz genau visualisiert, wie eine E-Mail in mein Postfach flattern wird, in der ich eine Anfrage von einem Verlag bekommen werde und sie mir anbieten, mein Buch zu veröffentlichen. 2022 habe ich dann bei einem Neumondritual aufgeschrieben, dass ich ab dem zweiten Halbjahr dafür bereit wäre, ein Buch zu schreiben – mein Buch. Am 8. Juli öffnete ich eine Mail mit dem Betreff »Buchprojekt«. Ich konnte es kaum fassen. Und nun sitze ich hier ein paar Monate später und schreibe das Vorwort zu meinem Buch.

»Magie?«, fragst du dich? Magie ist etwas, das da ist, bei dem du aber nie gedacht hast, dass es möglich ist. Magie übertrifft unseren Verstand. Magie lässt uns mit offenem Mund sprachlos dastehen. Magie übertritt Grenzen. Und trotzdem haben wir sie alle schon erlebt, in großen oder auch in ganz kleinen Momenten. Plötzlich ist sie da, etwas, das deine Vorstellung übertroffen hat, und gleichzeitig wird dadurch dein Horizont erweitert. Erweitert zu dem, was für dich alles möglich erscheint.

Wie wäre es, wenn auch du mehr Magie in deinen Alltag einladen könntest und dein Leben immer mehr genau damit füllen könntest? Wie wäre es, wenn du, bevor dir die Dinge passieren, deinen Horizont schon so weitgehend vergrößerst, dass die Wunder viel schneller und öfter zu dir finden können?

Wikipedia, der Brockhaus der Neuzeit, sagt dazu: »Magie (lateinisch magia) oder Zauberei bzw. Zauber, früher auch Zauberkunst, nimmt für sich in Anspruch, durch mehr oder minder ritualisierte Handlungen (Ritualmagie) übernatürliche Wirkungen erzielen zu können.«1

In diesem Buch möchte ich dir zeigen, wie du empfänglicher für Wunder wirst, wie du dir darüber klar wirst, was du überhaupt in deinem Leben erreichen und erleben möchtest und was du loslassen darfst, damit Neues zu dir findet. Das Ganze möchte ich dir nicht einfach blumig und in Watte gepackt näher bringen, sondern dir auch wissenschaftliche Ansätze mitgeben und handfeste Impulse für die Umsetzung liefern. Create your own MAGIC soll nicht ein weiteres Buch sein, das du liest und dann nichts davon umsetzt. Es darf dich in deinem Alltag begleiten und dir eine Inspiration sein, jetzt, genau jetzt, etwas zu verändern. Wir leben in einer Gesellschaft mit einem Informationsüberschuss. Du kannst dir jegliches Wissen sofort ergoogeln und aneignen, aber es umzusetzen, das ist eine andere Geschichte. Lass uns diesen Knowledge-Action-Gap schließen und probiere gerne die Rituale und Übungen aus, die dich in diesem Buch erwarten. Lass uns gemeinsam auf eine Reise gehen, um deinen Körper, deinen Geist, deine Seele und dein Leben von so vielen Blickwinkeln wie möglich zu beleuchten. Ich wünsche dir viele Aha-Momente, neue Ideen und Impulse, magische Ritualstunden zu Hause und deine ganz persönliche Art von Glück.

Teil 1:

Klarheit

Dieses Leben ist eine Reise, die mit dem Tod endet. Und der Tod macht das Leben erst lebenswert. Er ist mit das Einzige, das wir nicht kontrollieren können. Wir können unsere Zeitspanne hier auf Erden nicht auswählen – weder den Zeitpunkt noch die Dauer. Wir können nur eines: es leben! Ob die Reise wirklich mit dem letzten Atemzug hier auf Erden endet, lasse ich mal offen zur Diskussion, aber auf jeden Fall spüren wir alle das Gefühl, dass wir dieses Leben, das wir aktuell führen, auskosten möchten. Wir empfinden Zeitdruck, Torschlusspanik, Stress, Leere oder die Angst, dass glückliche Momente wieder zu Ende gehen. Wir denken, dass wir nicht gut genug sind für den Erfolg, für die Liebe oder schlichtweg für ein erfülltes Leben. Wir machen uns Sorgen über Termine und Begebenheiten, die in der Zukunft liegen, und denken stundenlang darüber nach, was wir gestern hätten besser machen können. All das sind Anzeichen dafür, dass der Gedanke, dass wir nur eine begrenzte Zeit und begrenzte Möglichkeiten in diesem Leben haben, uns nicht dient. Es liegt also auf der Hand, dass genau diese Gefühle und Gedanken uns die Zeit verkürzen, die wir ja eigentlich genießen möchten. Die Frage ist also nicht, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, sondern ob wir vor dem Tod lebendig sind?

Sadhguru antwortet in einem Interview auf die Frage, was denn der Tod sei mit der Gegenfrage, ob man denn schon mal tot war und wiedergekommen sei oder jemanden kenne, der es schon einmal war und davon erzählt habe: »Es gibt keinen Tod. Es gibt nur Leben, Leben und Leben, die sich von einer Dimension in eine andere bewegen. Nur wenn Menschen unwissend sind und ihre Vision vom Leben und ihre Wahrnehmung des Lebens sehr auf die physische Natur der Existenz beschränkt sind, werden sie über Leben und Tod nachdenken. Ansonsten gibt es nur Leben und Leben.«1 Hinzu fügt er noch den Gedankengang, dass wir Menschen keine Angst vor dem Tod, sondern vor der Zeit haben und davor, dass unsere Zeit abgelaufen sei, bevor wir ein erfülltes Leben hatten. Diese Angst bewirkt aber oft das genaue Gegenteil zu eben diesem erfüllten Leben. Das Grübeln, Stressen und Leiden innerhalb des Zeitstrahls unseres Lebens nimmt uns wertvolle Zeit, Energie und Ressourcen, die wir doch eigentlich für das Glücklichsein nutzen möchten. Doch wie kommen wir aus diesem Teufelskreis heraus, um unser Dasein mehr zu genießen? Und das ganz ohne die Gedanken einfach nur beiseitezuschieben und zu ignorieren? Denn wenn wir die Gefühle und Gedanken unterdrücken, dann werden sie nur noch lauter und können sich in Ängste oder Zwänge transformieren.

Du kannst dich jetzt dazu entscheiden, dein Leben in die Hand zu nehmen und das Lenkrad zu übernehmen, statt nur auf dem Rücksitz zu verweilen. Du kannst dich jetzt dazu entscheiden, dass du Klarheit schaffen möchtest über das, was dich erfüllt und wie du diese Zeit auf der Erde nutzen möchtest. Du kannst dich entscheiden, ab jetzt zu leben und nicht gelebt zu werden. Dafür, wie genau dir das gelingt, gibt es keine kollektive Antwort. Jeder braucht etwas anderes, um seine eigene Seelenaufgabe zu erfüllen. Doch eines ist sicher: Die beste Zeit, um etwas zu verändern, ist in diesem Moment.

Es gibt vieles, was du bewusst in deinem Leben verändern kannst, indem du einfach anders handelst. Einiges ist bereits in deinem Unterbewusstsein gespeichert und wird ganz automatisch abgespielt, daher ist das »einfach machen« gar nicht so leicht. Warum fällt es dir also so schwer, etwas zu verändern, besonders etwas, was dir in der Zukunft so sehr helfen könnte? Wir Menschen sind Lebewesen, die die kurzfristige Belohnung lieben. Wie erfolgreich wir im Leben sind, hängt nämlich laut Wissenschaftlern unter anderem davon ab, wie gut wir auf Belohnungen warten können. In Experimenten um 1970 von Walter Mischel wurden Kinder vor die Wahl gestellt, entweder jetzt direkt eine Süßigkeit oder später zwei Süßigkeiten zu bekommen. Den Kindern, die warten konnten, wurden in den nächsten Jahren viele positive Charaktereigenschaften, schulische Erfolge, eine höhere Stressresilienz und soziale Kompetenz bestätigt. Natürlich haben in solchen Experimenten viele Faktoren wie Erziehung, sozialer Background und kulturelle Eigenheiten einen großen Einfluss auf das Ergebnis, aber insgesamt kann man diese Gleichung auch in späteren Untersuchungen bestätigen. Der Grund für die Entscheidung für den kurzfristigen Kick auch bei uns Erwachsenen ist unser Gehirn, das langfristige Belohnungen schlechter priorisiert als sofortige. Im Laufe der Evolution hat sich unser Gehirn darauf ausgerichtet, schnell zu Glücksgefühlen zu gelangen und nicht den längeren, aufwendigeren Weg zu nehmen. Die Fähigkeit des sogenannten Gratifikationsaufschubs kann aber trainiert werden und lässt dich nicht nur deine Langzeitziele erreichen, sondern macht dich auch zuverlässiger, stärkt dein Selbstvertrauen, deinen Selbstwert, deine Geduld, die Stressresistenz und somit auch deine allgemeine Zufriedenheit. Endlich mit Sport beginnen? Die Ernährung umstellen? Ein Buch schreiben? Eine Morgenroutine starten? Warum stellst du die Wünsche, die wirklich in deinem Herzen einen Platz haben und die dir gut tun, immer hinten an?

Diese Aufschieberitis wird auch Akrasia-Effekt genannt und kann mit ein paar einfachen Schritten ausgetrickst werden.

Werde dir bewusst, was du wirklich willst, denn oft haben wir noch altdatierte Wünsche in unserem Gehirn gespeichert, für die es sich gar nicht lohnt, in die Zukunft zu investieren. Dazu ist es wichtig zu verstehen, was davon deine eigenen Ziele sind und welche du nur übernommen hast.

Übernimm Verantwortung für deine Ergebnisse und Gefühle und verfalle nicht in eine Opferrolle. Behalte die Macht über dein Leben bei dir. Ausreden ade!

Eine gute Planung ist die halbe Miete. Überlege vorher, was du tun kannst, um deine Ziele auch zu erreichen: Handy morgens eine Stunde auslassen? Workout-Kleidung bereitlegen? Reise buchen?

Starte, bevor du bereit bist, sonst wartest du noch ewig auf den perfekten Moment. Einfach machen hat bei mir immer am besten funktioniert.

Schaffe dir Raum für dein Vorhaben, baue dir Routinen, weihe Freunde ein und blocke Zeiten in deinem Kalender, damit du keine Ausreden finden kannst.

Ohne einen Plan und bewusste Arbeit daran würdest du wahrscheinlich einfach immer das tun, sagen und denken, was du schon immer getan, gesagt und gedacht hast. In diesem Buch wirst du Übungen, Rituale und Impulse finden, die dich dabei unterstützen, genau diese fünf Punkte zu verinnerlichen und umzusetzen. Und denke daran, dass jede einzelne Tat, jedes Mal, wenn du für dich und deine Werte einstehst, und jede kleine Entscheidung sich am Ende addieren. Wir stellen uns immer einen riesigen Berg vor, der erklommen werden muss, wenn wir mit etwas starten möchten, dabei zählen nur die kleinen Dinge. Sie addieren sich am Ende zu etwas Großem – Schritt für Schritt. Und jeder Schritt zählt.

Dein Nervensystem ist wie ein Navigationsgerät, das sich zwischendurch selbst einschaltet, egal, wo du eigentlich hin möchtest. Da kannst du noch so kraftvoll am Lenkrad drehen. Dein Gehirn sendet elektrische Signale durch deinen Körper und dein Herz kreiert ein magnetisches Feld um ihn herum. Gemeinsam formen sie dein elektromagnetisches Feld, welches Menschen, Dinge, Situationen und Möglichkeiten anzieht oder abstößt. Wie du dein Nervensystem regulieren und dein Magnetfeld beeinflussen kannst, schauen wir uns in diesem Buch genauer an. Und wie wunderschön zu wissen, dass kein Feld gleich ist und wir unser eigenes magisches Licht damit kreieren können. Dein Energiefeld, deine Aura, verändert sich zudem ständig und du kannst diese mit persönlicher Weiterentwicklung, Energiearbeit, Lösen von Blockaden, Fühlen positiver Emotionen und der Bildung neuer Glaubenssysteme beeinflussen und in deiner ganz eigenen Farbe malen. Deine Seele hat eine Blaupause, die individuell und einzigartig ist und die auch genau so gelebt werden möchte. Stärke deine Einzigartigkeit, finde dein Licht und kreiere dein eigenes Leben!

Es liegt in deiner Hand.

Um herauszufinden, wer du sein möchtest, darfst du dir zunächst anschauen, wer du aktuell bist, was du denkst und fühlst und wie du dies verändern kannst.

Kapitel 1:

Wie dein Gestern zu deinem Morgen wird

Als ich meine Reiki-Ausbildung absolviert habe, war das Erste, was ich gelernt habe, die fünf Reiki-Lebensregeln von dem Reiki-Begründer Usui Mikao:

Gerade heute …

sorge ich mich nicht

ärgere ich mich nicht

bin ich dankbar für all meine Segen

verdiene ich meinen Lebensunterhalt ehrlich

bin ich mitfühlend mit mir selbst und anderen

Das Wichtigste bei diesen fünf Regeln ist eigentlich der Anfang: Gerade heute … , denn beinahe alle Gefühle und Gedanken, die wir als unangenehm empfinden, finden entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft statt. Ich sorge mich, weil ich mit meinen Gedanken in der Zukunft stecke. Ich ärgere mich über das Verhalten eines Kollegen oder einer Kollegin in der Vergangenheit. Ich habe Angst vor dem Gespräch nächste Woche, und ich fühle mich schuldig, weil ich gestern zu jemandem »Nein« gesagt habe. Ich spüre Stress, weil ich gerade eigentlich etwas machen sollte, was ich nicht tue, und mache meinen Eltern Vorwürfe, weil sie es mir nicht anders beigebracht haben.

Zurück in die Gegenwart

In der Gegenwart ist meistens alles gut. Aber wenn jemand so richtig fleißig ist, dann ist es unser Kopf. Wir denken ununterbrochen, bilden damit unser Jetzt und bewerten es gleichzeitig, indem wir uns und unser Leben mit anderen und dem Leben anderer Menschen vergleichen. Wir kreieren unsere Realität (und damit unsere Zukunft, aber dazu gleich mehr) aus unseren Gedanken, unseren Gefühlen und unserem Handeln. Alles, was du denkst, fühlst, sagst und tust, ist deine Gegenwart. Denselben Tag mit denselben Begegnungen, derselben Arbeit, denselben Aufgaben, in derselben Umgebung, würde ein anderer Mensch komplett unterschiedlich wahrnehmen, bewerten und erleben. Wir sind also nicht unser Leben. Wir sind auch nicht unser Haus, unsere Klamotten oder unser Job. Wir sind die Erzähler dieses Lebens, die Bewohner dieses Hauses, die Träger der Klamotten und die Ausführenden des Jobs. Und damit ist auch gleichzeitig klar, dass es nicht darum geht, was wir haben, besitzen oder sind. Es geht nicht darum, wie wir aussehen, wie viel wir wiegen, wie reich wir sind oder wie viel wir arbeiten. Es geht darum, welche Geschichte wir leben und was diese Geschichte für uns bedeutet. Das Leben eines anderen wäre für dich vielleicht gar nicht so zufriedenstellend wie für ihn und andersherum, auch wenn es auf den ersten Blick danach aussieht. Der Tod jedes Glücks ist der Vergleich.

Nur fünf Prozent unserer Gedanken sind bewusst. Die restlichen Gedanken spielen sich unbewusst ab und wiederholen damit Muster, Vorstellungen, Erlebnisse, Ideen und Ansichten aus der Vergangenheit. Unser System kann unbewusst nur etwas denken, was es gelernt hat, woran es glaubt oder was es in dieser Form schon einmal erlebt hat.

Unsere Aufmerksamkeit ist wie ein sehr fokussiertes Bewusstsein, das seine Grenzen selbst setzt. Es bekommt nur sehr wenig davon mit, was sich alles wirklich um uns herum abspielt. Wir denken, dass das, was wir jetzt in diesem Moment tun, was wir wahrnehmen und was sich in unserem Kopf abspielt, einfach Schicksal ist oder eine zufällige Auswirkung eines vorangegangenen Ereignisses – egal, ob ein paar Minuten vorher oder ein paar Leben vorher. Aber, was wäre, wenn alles miteinander agiert? Ursache und Wirkung EIN Ereignis sind und alles zusammengehört? Wir suchen uns aus, was wir wahrnehmen, und ignorieren alles andere. Somit sieht es für uns oft so aus, als sei das Leben nur eine Anreihung von unterschiedlichen Geschehnissen, Dingen und Sinnesreizen, aber es geht vielmehr darum, wie wir das alles aufnehmen und einordnen. Was wir wahrnehmen, ist also davon abhängig, was es für uns bedeutet, für unser Überleben, unseren Job, unseren sozialen Status und unser Ego. Zu der Realität, die sich um uns herum abspielt, gehören aber auch die Geschehnisse, die unser Bewusstsein nicht wahrnimmt. Es gehören sogar die Dinge dazu, die unser Unterbewusstsein nicht wahrnimmt. Nur weil du nicht verstehst, warum etwas passiert oder nur, weil sich etwas nicht gut anfühlt, heißt es nicht, dass es keine Ursache und somit keinen Sinn hat. Vielleicht ist genau dieser Moment sogar der Auslöser für etwas viel Besseres! Alles gehört zusammen und ist eins auf der großen Kugel des Lebens.

Wir dürfen verinnerlichen, dass alles vereint ist. Licht und Schatten, weiß und schwarz, Ursache und Wirkung …

Doch wenn wir versuchen, dagegen anzukämpfen, uns nur das herauspicken, was sich für unsere Geschichte gut anhört, was wir für angenehm oder richtig empfinden, um daraus Licht gegen Schatten zu machen, dann kreieren wir selbst Trennung statt Verbindung und polarisieren unsere Erlebnisse in Gut oder Schlecht. Weiterführend selektieren wir dann auch unser Umfeld und unsere eigenen Eigenschaften in diese beiden Gruppen, vergleichen uns mit anderen und bewerten unsere Mitmenschen. Wir entscheiden also selbst unterbewusst, ob etwas auf die gute Seite oder auf die schlechte Seite gehört und beurteilen so unsere Realität. Für den einen ist ein Erlebnis etwas ganz Besonderes, für einen anderen ist es noch nicht einmal erwähnenswert und für einen dritten ist es sogar etwas Negatives. Nehmen wir als Beispiel, um sehr alltäglich zu bleiben, einen Regenschauer. Der/die LandwirtIn freut sich über Regen für seine/ihre Ernte, der Stadtmensch, der den ganzen Tag im Büro sitzt, nimmt ihn kaum wahr, und die Mutter, die gerade mit ihrem Kind raus zum Spielen wollte, ärgert sich darüber. Ein Ereignis, drei Bewertungen. Diese Bewertungen sind jedoch nicht die allgemeine Wahrheit, sondern individuelle Realitäten. Wenn es nur Regen geben würde und keine Sonne, dann würden diese Realitäten und Bewertungen sehr wahrscheinlich anders aussehen, und wir würden nicht mehr warten, bis der Regen aufhört, um rauszugehen oder nicht mehr bei den ersten Sonnenstrahlen freudig die Nase gen Himmel halten. Es gibt Regen und es gibt Sonne und alles dazwischen. Was du daraus machst, ist dir selbst überlassen.

Wie wir zu unterschiedlichen Themenbereichen stehen, und welche Glaubenssätze wir zu ihnen haben, entscheiden unsere Kultur, unsere Erziehung, unsere Erfahrungen und noch vieles mehr. Wir können unsere Gedankenkonstrukte aber trotzdem mit innerer Arbeit verändern und sie dahingehend umprogrammieren, dass wir die Zeit, die wir in diesem Leben auf der Erde haben, vollumfassend nutzen und genießen können – egal, ob die Sonne scheint oder es in Strömen regnet.

Gedanken und Gefühle

Unsere Gedanken erzeugen elektrische Impulse, die von unserem Nervensystem aufgenommen und durch den Körper geleitet werden. Diese Impulse kreieren dann Gefühle, die nach unserer Erfahrung zu den Gedanken passen, und aktivieren körperliche Reaktionen. Gemeinsam werden dann diese Denkprozesse, Gefühle und die körperlichen Reaktionen zu Emotionen. Wenn du also in einer Situation steckst, versucht dein Gehirn, diese Realität einzuordnen, zu vergleichen und zu bewerten. Es schickt passende elektrische Signale an die Hormondrüsen, deine Organe und Nervenbahnen, die dann reagieren und somit nonverbal energetisch und emotional mit der Außenwelt kommunizieren. Je bekannter eine Situation ist, desto eher weiß der Körper, wie er zu reagieren hat.

Jede Sekunde prasseln unzählige Eindrücke auf uns ein, und unser retikuläres Aktivierungssystem (RAS) im Gehirn kümmert sich darum, dass diese gefiltert werden, sodass wir sie überhaupt verarbeiten können. Das RAS ist eine Art Sortierungsmaschine im Hirnstamm, die wichtige von unwichtigen Informationen und Eindrücken trennt, sodass nur die für dich relevanten Daten zum Bewusstsein durchgelassen werden. Weil unsere Gedanken ein Großteil dessen sind, was unsere Realität formt und wir in der Gegenwart oft nur das herausfiltern und verdauen, was wir bereits kennen, was unsere Glaubensmuster und Erfahrungen bestätigen oder was uns Angst bereitet, kreieren wir in der Gegenwart unwillkürlich immer wieder unsere Vergangenheit und setzen somit unseren Möglichkeiten Grenzen.

Regelmäßige Gefühle der Schuld, Scham, Reue oder Trauer zeigen dir, dass du noch an und in der Vergangenheit hängst. Und wenn du immer wieder Angst, Sorgen, Unruhe oder Stress fühlst, dann bist du mit deinen Gedanken viel in der Zukunft. Dein System möchte sich an etwas festhalten und dadurch Sicherheit für dich kreieren, was natürlich eine Illusion ist, da wir weder die Zukunft noch die Vergangenheit kontrollieren können.

Dazu kommt, dass unser Gehirn gerne in Programmen arbeitet und diese in unserem Unterbewusstsein abspeichert: Mit welchem Fuß du morgens aus dem Bett steigst, wie du eine Tür öffnest, wenn du vor ihr stehst oder wie dein Stresslevel steigt, sobald du an eine bestimmte Person oder Situation denkst – das sind alles Programme, die dein Körper unbewusst abspielt und somit wiederholt die Vergangenheit in der Gegenwart kreiert. Oft spielen wir Szenen aus der Vergangenheit immer und immer wieder in Gedanken ab, versuchen, sie einzuordnen und irgendwie auch den Ausgang für uns zu verändern. Vielleicht fühlst du dich schuldig oder du spürst Scham für etwas, was du gesagt oder getan hast. Dein Kopf spielt diese Situationen so lange ab, bis du die Gefühle endlich loslassen kannst. Wenn du diese Emotionen aber immer wieder durchläufst und somit auch ihre Frequenz immer wieder bei dir trägst, dann schaffst du ein passendes Energiefeld im Hier und Jetzt … in diesen Fällen für Schuld und Scham.

Genauso spielen wir Szenen der Zukunft sehr oft schon vor unserem geistigen Auge ab, damit wir irgendwie Kontrolle über sie erlangen und wissen, was uns erwartet – was schlichtweg unmöglich ist. Und was nehmen wir uns zur Hilfe, wenn wir uns diese Situationen schon vorher versuchen auszumalen? Natürlich alte Erlebnisse, Erfahrungen, Gedanken und Emotionen. Also laden wir die Vergangenheit nicht nur in unsere Gegenwart ein, sondern auch schon in die Zukunft. Wir stellen uns heute schon vor, wie anstrengend, wie langweilig, kräftezehrend oder unangenehm etwas sein wird. Wir geben in zukünftige Erlebnisse bereits vorher Gefühle und Erfahrungen aus der Vergangenheit hinein und laden sie zum Teil energetisch schon negativ auf, bevor sie überhaupt geschehen. Danach richten wir dann auch unser Verhalten, unsere Vorbereitung und unsere Reaktionen aus und bestimmen damit teilweise bereits den Ausgang.

Für jede Situation in deinem Leben hast du also gelernte Reaktionen und vorprogrammierte Gedanken, die deine Zukunft bereits jetzt in der Gegenwart formen. Dein Körper möchte Sachen denken und fühlen, die er bereits kennt, da er sich damit wohlfühlt. Das Ungewisse ist enorm ungemütlich für ihn, daher stellt er sich lieber vor, dass etwas genau so ausgeht, wie es immer war, statt sich zu überlegen, wie eine ganz neue Erfahrung in dein Leben treten könnte. Das wäre schließlich zu unsicher. Das Ziel deines Nervensystems ist nicht, dass du glücklich bist, sondern dass du sicher bist. Egal wie.

Wir suchen also unterbewusst immer die gleichen Szenarien, Ausgänge, Emotionen und Beziehungen. Das ist auch ein entscheidender Grund dafür, warum viele Menschen oft mehrfach auf die Falschen in einer Partnerschaft hereinfallen oder sich ein Gegenüber aussuchen, das einem Elternteil enorm ähnelt, denn das ist die Beziehung, die man am besten kennt und die Form der Liebe, die man im Kindesalter bereits gelernt hat. Das System sucht sich etwas, das vertraut ist – und das auch manchmal auf eine perfide Art und Weise.

Süchtig nach der Vergangenheit

Unser System ist im Grunde genommen süchtig nach bekannten Emotionen und Gedanken. Wenn wir bei Veränderungen im Außen beginnen und nur dort etwas austauschen, dann heißt es noch lange nicht, dass dies uns auch glücklich macht. Natürlich bringt es schon einiges, sich aus einer toxischen Beziehung oder einem negativen Umfeld zu entfernen, daher sollte dies immer der erste Schritt sein. Aber unser Innenleben darf dann ebenfalls transformiert werden, damit ein neuer Lifestyle, nährende Beziehungen und gute Entscheidungen überhaupt möglich sind.

Wir können durchaus mit ausschließlich äußerer Arbeit Erfolge erreichen und spüren vielleicht auch kurz ein Hoch, aber meistens lässt das sehr schnell nach, sobald uns unsere Innenwelt auf den Boden der Tatsachen holt und sich wieder an die »alten« Gefühle klammert.

Apropos Boden: Unser Innen ist der Nährboden für unser Außen. Wir können in jeder Erde ganz tolle, große und bunte Blumen pflanzen, aber wenn es dem Boden an Nährstoffen mangelt, dann verblüht auch die schönste und stärkste Pflanze – so schnell kannst du gar nicht gucken!

Das sieht man zum Beispiel sehr gut bei LottogewinnerInnen, die schon nach kurzer Zeit wieder bei null stehen, weil sie diese Fülle im Geldbeutel nicht halten können und alles ausgeben, um das immer noch bestehende Loch im Inneren zu stopfen.

Die meiste Zeit sind wir also mit unseren Gedanken in der Vergangenheit und versuchen dadurch unterbewusst, diese immer und immer wieder zu kreieren, damit unser System sicher ist und überleben kann, denn wir erinnern uns zurück – das hat ja bislang ganz wunderbar funktioniert!

Wir denken alte Gedanken und hoffen, dass etwas Neues passiert … Wir spielen Szenarien aus der Vergangenheit immer und immer wieder in unserem Kopf durch, fragen uns die gleichen Fragen und aktivieren die gleichen Programme. Allein, wenn wir morgens aus dem Bett steigen, machen wir alles so, wie wir es immer gemacht haben. Das Öffnen der Badezimmertür, der Ablauf beim Zähneputzen, die erste Tasse Kaffee in der Küche. Wir tun es einfach, weil unser System es mal so gelernt hat. Wenn man uns also einen neuen Tag gibt, der alle Möglichkeiten dieser Welt in sich birgt, dann gehen wir ihn trotzdem so an wie alle anderen Tage, die wir schon auf dieser Welt verbracht haben. Wir nehmen unsere alten Gedanken, die alten Gefühle, Muster und Programme und stülpen sie über diesen wundervollen neuen Tag. Was meinst du, wie viel dir deswegen durch die Lappen geht? Wie viele Möglichkeiten sich nicht zeigen können, weil du sie gar nicht siehst?

Wenn du in ein Meeting gehst und vorher schon daran denkst, wie es letztes Mal war und dass es bestimmt wieder so langweilig, unstrukturiert und nervig wird, dann gehst du mit genau dieser Energie und mit diesem Programm in den Termin und kreierst ihn zum Teil selbst zu genau dem, was du nicht möchtest. Dein Nervensystem freut sich, da sich nichts ändert und es wieder in seinen gewohnten Alarmmodus gehen kann: Flache, schnelle Atmung, Habachtstellung bei Gesprächen mit dem einen bestimmten Kollegen und ein Gehirn, das sich nicht konzentrieren kann, weil es noch in der Vergangenheit oder schon in der Zukunft steckt, denn die To-do-Liste wird länger und länger.

Du kreierst dir damit deinen so schon ungeliebten Job noch unsympathischer und bestätigst deinem System, dass alles gleich ist. Wenn du aus diesem Meeting gehst, wandern deine Gedanken schon zum nächsten Treffen in der kommenden Woche und bauen aus den letzten Erfahrungen jetzt schon die Zukunft, die – Überraschung – nicht anders aussehen wird.

Wir machen uns jeden Tag so viele Gedanken über die Zukunft. »Wie werden die anderen meinen Vortrag finden? Ich muss nächste Woche unbedingt noch die Steuererklärung machen! Wie sage ich bloß diese Party ab? Denn die wird bestimmt lahm.« Diese Gedanken basieren nicht auf neuen und offenen Konstrukten, sondern natürlich auf alten Programmen und Erfahrungen und konstruieren somit die Vergangenheit jetzt schon in der Zukunft. Und da unserem Nervensystem Sicherheit ganz besonders wichtig ist, wird es ohne unser Einwirken auch genauso weitermachen, denn eine sichere Zukunft ist ihm lieber als eine unsichere, offene Zukunft, die dich aber vielleicht viel mehr erfüllt. Was würde also passieren, wenn wir nach und nach auch nur Kleinigkeiten in unserem Alltag ändern würden? Wenn wir nur ein wenig bewusster durch die Welt schreiten würden und achtsamer mit unseren Gedanken und Gefühlen umgehen würden? Eine Menge …

Reine Nervensache

Unser Nervensystem ist dafür da, uns am Leben zu erhalten, eine sehr löbliche Aufgabe, die es mit Bravour meistert. Dein Nervensystem hat nicht die Aufgabe, dich glücklich zu machen, sondern lediglich, dein Überleben zu sichern. Und wenn du gerade dieses Buch liest, hat es die Aufgabe ja sehr gut gemacht. Also wird dein Nervensystem alles versuchen, dass du deine Gegenwart und deine Zukunft ganz genauso bestreitest wie deine Vergangenheit, denn dort hat dieses System ja vorzüglich funktioniert. Das ist die Antwort auf die Frage, warum sich für viele Menschen Veränderungen so schwierig anfühlen. Und dabei ist es ganz egal, ob die Veränderung darin besteht, dass du mehr von etwas machst oder weniger. Wenn du, wie ich, immer viel gearbeitet, viel geleistet und viel erreicht hast, dann kann es sich erst einmal ganz furchtbar unsicher anfühlen, weniger zu machen. Wenn du jemand bist, der immer anderen den Vortritt gelassen hat, dann fühlt sich dein System natürlich alles andere als sicher an, wenn du plötzlich auf die Bühne deines Lebens trittst – und wenn es nur das sich Zeigen in den sozialen Netzwerken ist. Für dein Nervensystem ist dies ein Angriff auf das Überleben! Wenn dir das bewusst ist, dann kannst du Veränderungen und Herausforderungen ganz anders in die Augen blicken.

Ich war vor zwei Jahren an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich wusste, dass es so nicht weitergehen kann. Noch mitten in der Hochphase meiner wöchentlichen Arbeitsstunden, zwischen Dutzenden von Meetings, Hobbys, ehrenamtlicher Arbeit, Freunden, Familie, meiner Beziehung und dem ständigen Verlassen meiner Komfortzone und des Toleranzfensters meines Nervensystems habe ich gemerkt, wie ich langsam, aber sicher ausbrenne. Damals war ich noch so in diesem Lauf, zwischen den Adrenalinschüben und den großen Träumen, dass ich gar nicht wahrgenommen habe, dass ich auf ein amtliches Burn-out zusteuere, wenn ich mich nicht sogar schon mittendrin befand. Ich dachte, dass Migräne am Samstag, die man auf die Minute genau timen kann, und regelmäßige Heulkrämpfe dazugehören und ich bloß mal ein bisschen Urlaub machen müsste. Dann hörte ich mit vielen dieser Dinge auf und nahm mir als krönenden Abschluss 2022 meine Auszeit – sechs Monate raus aus der eigenen Firma und ab nach Bali. Und ich ahnte nicht, dass es dann erst richtig losgehen würde. Auf Bali hatte ich meine erste richtige Panikattacke, und ein paar Monate später folgten weitere sowie Angststörungen, ständige Infekte, Traurigkeit und eine innere Unruhe, die ich vorher noch nie gespürt hatte. »Warum?«, fragte ich mich. Warum denn jetzt, wo ich doch viel entspannter und selbstbestimmter lebte als die letzten Jahre, der Druck und der Stress minimiert waren und ich doch einfach GLÜCKLICH sein sollte? Hallo Nervensystem! Für die unterbewusste Steuerzentrale meines Körpers war es nämlich alles andere als angenehm, dass die äußeren Umstände so verändert wurden.

Das Nervensystem empfindet als sicher, was es kennt. Wenn du beispielsweise die Geschwindigkeit deines Lebens oder einer Herangehensweise änderst, dann kannst du es dir so vorstellen, als wärest du in einem schnellen Auto auf der Autobahn Beifahrer: Solange die Geschwindigkeit gleich bleibt, merkst du gar nicht, wie schnell ihr fahrt. Erst, wenn das Auto auf einmal schneller wird, wirst du in den Sitz gepresst. Die Lunge fühlt sich kurz wie zugeschnürt an, deine Hände werden feucht und dir bleibt die Luft weg. Du stemmst deine Füße in den Boden, um Halt zu finden und um abzubremsen. Langsam gewöhnt sich dein Körper an diese Schnelligkeit und dein System entspannt sich. Genauso geht es deinem Körper, wenn sich dein Leben auf einmal beschleunigt oder im entgegengesetzten Fall verlangsamt. Jemand tritt die Bremse durch und du wirst in den Gurt gedrückt. Du hältst dich an dem fest, was für dich Sicherheit ausstrahlt, ob es der Sitz, die Tür oder der Fahrer ist, und bleibst mit pochendem Herzen wie erstarrt sitzen. Manchmal ist derjenige, der versucht, die Bremse zu treten, sogar dein eigener Körper.