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"Cupping" bezeichnet eine moderne Form der alternativen Heilmethode "Schröpfen", die bereits seit fast 5000 Jahren in zahlreichen Kulturkreisen und bei den unterschiedlichsten Beschwerden Anwendung findet. Das moderne Cupping mit leichten, flexiblen Silikoncups wirkt dreidimensional direkt auf das myofasziale Gewebe: die Cups werden mit den Fingern zusammengepresst und dann auf die zu behandelnde Körperregion gedrückt. Der dadurch entstandene Unterdruck löst die Gewebespannung, fördert die Durchblutung und regt die Neubildung von Fasern und Zellen an. Cupping ist eine unkomplizierte und leicht anzuwendende Technik. Zahlreiche Beschwerden, wie beispielsweise Schmerzen und Verspannungen am Bewegungsapparat, lassen sich mit dieser "dreidimensionalen Massage" gezielt behandeln. Zudem kann Cupping auch für ein besseres Wohlbefinden eingesetzt werden: zur Schlafförderung, bei Verdauungsbeschwerden, bei Nebenhöhlenentzündungen oder – als sanfte Anti-Aging-Methode – bei der Reduktion von Falten und zur Verbesserung des Hautbildes. Im Grundlagenteil dieses Buchs beschreibt die Autorin die Wirkweise des Cuppings und erklärt verständlich Schritt-für-Schritt die praktische Handhabung. Im Praxisteil beleuchtet sie typische Beschwerdebilder aus Sport und Alltag, wie z. B. Muskelverspannungen, Nackenschmerzen oder Atemwegserkrankungen und geht ausführlich und mit Hilfe zahlreicher Abbildungen auf die einzelnen Behandlungsschritte ein. Somit wird das Cupping leicht nachvollziehbar und kann schnell bei sich selbst oder dem Partner angewendet werden. Einfach ausprobieren und verblüffende Verbesserungen erfahren.
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Seitenzahl: 81
Veröffentlichungsjahr: 2020
CUPPING
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© KVM – Der Medizinverlag Dr. Kolster Verlags-GmbH,ein Unternehmen der Quintessenz-Verlagsgruppe
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1. Auflage 2019
Lektorat: Susanne Ott, BerlinFotos: Fabian Pietsch, BerlinGesamtproduktion: KVM – Der Medizinverlag, Berlin
ISBN (epub): 978-3-86867-522-1ISBN (print): 978-3-86867-485-9
CHRISTINE KÄTZEL
CUPPING
Faszienbehandlung, Muskelmassagen und Anti-Aging mit modernem Schröpfen
KVM – DER MEDIZINVERLAG
VORWORT
Das Schröpfen war und ist für mich als Sportphysiotherapeutin immer eine der effektivsten Behandlungstechniken in der Physiotherapie. Gerade bei Sportlern lassen sich damit am schnellsten Faszien lösen und Schmerzen lindern. Aber nicht nur im Sport. Auch bei vielen anderen Beschwerden oder Erkrankungen kann man Schröpfen effektiv einsetzen. Das Resultat ist sofort spürbar und nachhaltig – manchmal auch länger sichtbar mit den berühmten runden Hämatomen.
Die traditionellen Schröpfgläser waren aber immer sehr anfällig, besonderns beim Transport. Ich musste sehr sorgsam damit umgehen. Einfach mitnehmen, für eine Behandlung vor oder nach einem Wettkampf, war manchmal nicht so leicht möglich. Mit der Entwicklung der neuen Silikoncups und den einhergehenden neuen Möglichkeiten des Cuppings ist alles nun viel einfacher geworden. Die Cups können problemlos transportiert werden und man kann sie schnell und direkt überall einsetzen. Somit ist auch eine Behandlung zu Hause möglich und ein Therapieerfolg nachhaltiger.
Das war für mich die Motivation, dieses Buch zu schreiben. Denn es eröffneten sich auf einmal viele neue Möglichkeiten einer Selbstbehandlung, eine Weiterführung einer bestehenden Therapie oder einer präventiven Behandlung.
Es hat mir großen Spaß gemacht, dieses Buch zu schreiben. Unterstützt wurde ich dabei von meiner Elli, einer Border Collie Hündin. Sie hat mich immer aufgefordert, nachhaltige und bewegte Pausen einzulegen, damit ich danach besser weiterschreiben konnte.
Danke unseren beiden Fotomodels Sabine Totschek und Daniel Baron, an unseren Fotografen, Fabian Pietsch und an den Grafiker, David Kühn, vom KVM-Verlag.
Das Fotoshooting war super durchorganisiert und hat großen Spaß gemacht. Obwohl uns die Hitze an diesem Tag gefordert hat. Nochmals Danke an Euch vier für diese tolle Erfahrung, die ich mit Euch teilen darf!
Ein besonderer Dank geht außerdem an Dr. Henri Kugener aus Innsbruck für die Überlassung der Bilder der antiken Schröpfgefäße. An diesen Aufnahmen wird sichtbar, wie lange diese Heilmethode schon eingesetzt wird und die bedeutende Historie, welche mit den neuen Silikoncups hoffentlich weitergeführt wird.
Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen und Anwenden des Cuppings. Und natürlich einen guten Therapieerfolg! Probieren Sie es aus, es geht wirklich schnell und ist effektiv.
Ich freue mich über Rückmeldungen, Anregungen und konstruktive Kritik. Sie sind sogar ausdrücklich erwünscht.
Hamburg, im Oktober 2019Christine Kätzel
VORWORT
1. CUPPING – DREIDIMENSIONALE MASSAGE MIT UNTERDRUCK
1.1 Geschichte des Schröpfens
1.2 Schröpfen in der traditionellen chinesischen Medizin
1.3 Cupping, das moderne Schröpfen
1.4 Was passiert eigentlich beim Cupping?
— Wo wirkt Cupping und welche Wirkung hat es auf unsere Faszien?
— 10 Fakten über unsere Faszien
— Wie wirkt Cupping?
1.5 Worauf muss man vor und nach der Anwendung achten?
2. CUPPING – ALLGEMEINE HANDHABUNG
3. CUPPING-TECHNIKEN
3.1 Expanding
3.2 Mobilizing
3.3 Pinching
3.4 Placing
3.5 Pumping
3.6 Sliding
3.7 Spinning
3.8 Stretching
3.9 Tipping/Circling
4. CUPPING ZUR SELBSTBEHANDLUNG – PRAKTISCHE ANWENDUNG BEI UNTERSCHIEDLICHEN BESCHWERDEN
Bewegungsapparat:
4.1 Achillodynie
4.2 Fersensporn
4.3 Haglundexostose
4.4 Fußschmerzen (allgemein)
4.5 Sprunggelenkschmerzen
4.6 Kniegelenksproblematik
4.7 „Runner’s Knee“
4.8 Hüftbeschwerden
4.9 „Runners hip“/Tractus-iliotibialis-Syndrom
4.10 Hexenschuss
4.11 Iliosakralgelenk (ISG)-Problematik
4.12 Ischialgie/Ischiasschmerzen
4.13 LWS-Syndrom
4.14 BWS-Syndrom
4.15 Verspannungen – Schultergürtel
4.16 Nackenschmerzen
4.17 Kopfschmerzen
4.18 Schulterbeschwerden
4.19 „Frozen shoulder“
4.20 Tennisellenbogen
4.21 Golferellenbogen
4.22 Sehnenscheidenentzündung
4.23 Maushand
4.24 Karpaltunnelsyndrom
4.25 Hand- und Fingerproblematik
4.26 Myogelosen
4.27 Muskelverspannungen allgemein
4.28 Muskelkater
Allgemeine Anwendung:
4.29 Atemwegserkrankungen/Nebenhöhlenentzündung
4.30 Bronchitis
4.31 Cellulite
4.32 Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
4.33 Tinnitus
4.34 Verspannte Gesichts- und Kiefermuskulatur
4.35 Hautbild und Anti-Aging
4.36 Narben
4.37 Zyklusbeschwerden
4.38 Verdauungsbeschwerden
4.39 Wechseljahresbeschwerden/vermehrtes Schwitzen
Wohlfühlmassagen mit Cupping
ANHANG
Literatur und Register
1 — CUPPING: DREIDIMENSIONALE MASSAGE MIT UNTERDRUCK
1.1 Geschichte des Schröpfens
Schröpfen ist ein seit Jahrtausenden angewendetes naturheilkundliches Therapieverfahren und zählt zu den ältesten Heilmethoden der Menschheit. Man schätzt, dass das Schröpfen schon seit ca. 5.000 Jahren angewendet wird.
Ursprünglich kommt das Schröpfen aus der traditionellen chinesischen Medizin und wurde dort zur Stimulierung von Akupunkturpunkten angewendet. Es zählt zu den ausleitenden Verfahren. Es wurde in vielen Kulturen mit den unterschiedlichsten Mitteln angewendet, z. B. mit Tierhörnern, Bambussegmenten oder Metallgefäßen.
Doch schon im alten Ägypten wurden Schröpfköpfe aus Glas verwendet. Im antiken Griechenland wurde das Schröpfglas zum Zeichen des Arztes. Es war ein heiliges Symbol des Asklepioskultes. Das glockenförmige Schröpfgefäß wurde zur Gottheit Telesphorus erhoben und auch auf Münzen aufgeprägt.
Im Mittelalter wurde dieses Verfahren auch von Hildegard von Bingen (1098–1179) angewendet. Sie hat das Schröpfen in ihrem Werk „Causae et curae“ beschrieben und dadurch in Europa verbreitet. Dabei wurden Schröpfgläser verwendet, die direkt auf die Haut aufgesetzt wurden.
In diesen Gläsern wurde Unterdruck durch Erhitzen erzeugt: Man brannte am bzw. im Glas Watte ab und setzte den Schröpfkopf direkt auf die Haut. Die Luft im Schröpfglas kühlt ab und der dadurch entstehende Unterdruck zieht das Gewebe in das Schröpfglas hinein.
Dabei gab und gibt es noch immer zwei Arten der Schröpftherapie:
• blutiges, auch nasses Schröpfen
–Hier wird das zu behandelnde Haut- areal kurz angeritzt und das Schröpfglas mit Unterdruck aufgesetzt.
–Der Unterdruck zieht dann Blut und Lymphe aus dem Gewebe.
• unblutiges bzw. trockenes Schröpfen
–Hier wird das Schröpfglas mit Unterdruck auf unversehrte Hautareale aufgesetzt.
Abb. 1.1: Römische Schröpfköpfe aus Metall, etwa 1.–3. Jahrhundert nach Chr.(© Dr. Henri Kugener, Innsbruck)
Abb. 1.2: Römischer Schröpfkopf aus Metall, etwa 1.–3. Jahrhundert nach Chr.(© Dr. Henri Kugener, Innsbruck)
Abb. 1.3: Mittelalterliche Darstellung eines Baders mit seinem Patienten. Die Schröpfköpfe werden angesetzt (Holzschnitt um 1481) (Quelle: Wikipedia)
Abb. 1.4: Antike Schröpfköpfe aus Glas, hergestellt im 7.–13. Jahrhundert nach Chr. (© Dr. Henri Kugener, Innsbruck)
Schröpfen heute: Cupping
Nachdem das Schröpfen eine ganze Zeit in Vergessenheit geraten war oder nur noch wenig von Naturheilkundlern angewendet wurde, ist es jetzt mit neuen Methoden und anderem Material wieder aktuell. Mittlerweile nutzt man zum Schröpfen keine Gläser mit Saugball oder Vakuumpumpe mehr, sondern Silikon-Saugnäpfe. Diese sind individueller einsetzbar und praktischer für Transport oder Aufbewahrung.
Durch das neue Material sind die therapeutischen Möglichkeiten erweitert worden. Gleitende Techniken oder die Anwendung im Gesicht, für eine Durchblutungsförderung und damit Verminderung von Falten, sind jetzt möglich.
Abb. 1.5: Traditionelle Schröpf- und Massagegläser.
Abb. 1.6: Moderne Schröpfsauger (Cups) aus Silikon in verschiedenen Formen und für unterschiedliche Körperregionen.
1.2 Schröpfen in der traditionellen chinesischen Medizin
Das Schröpfen „Ba Guan“ wird in der TCM (Traditionelle chinesische Medizin) schon seit über 2.000 Jahren angewendet. „Ba Guan“ gehört dabei in den Bereich der äußeren Medizin.
Das Schröpfen ist in der TCM eine unspezifische Reizbehandlung. Sie soll Giftstoffe ausleiten und damit die körpereigene Abwehr stärken. Sie gehört zu den physikalischen Techniken. Schon im alten China kannte man den Zusammenhang zwischen bestimmten Punkten bzw. Bereichen neben der Wirbelsäule (Blasenmeridian), mit den inneren Organen und den Shu- oder auch Zustimmungspunkten. Heute wissen wir, dass es dort Zusammenhänge mit dem vegetativen Nervensystem gibt. Der Verlauf des Blasenmeridians stimmt außerdem mit dem Verlauf der Rückenfaszie (s. Abb. 1.14) überein. In der TCM sind Veränderungen oder Schmerzen an den Zustimmungspunkten von Bedeutung. Beim Abtasten in den Bezirken spürt man harte Stellen, die druckschmerzhaft sind. Es gibt auch Ashi-Punkte, schmerzhafte Punkte, die wir als Triggerpunkte kennen.
Mit dem Cupping, der modernen Form des Schröpfens, können wir direkt auf diese Punkte und auf den Zustand des Gewebes Einfluss nehmen.
Die Wirkung des „Ba Guan“ in der TCM
• Vorbeugende Wirkung
• Mechanische Wirkung auf die Haut: Erwärmung und Stimulierung
• Entfernung krankmachender Faktoren (z. B. Wirkung auf die Ashi-Punkte)
• Regulierung des Gleichgewichts zwischen Yin und Yang
• Lösen von Blockaden in den Meridianen
• Regulierung der Mikrozirkulation im Körper
• Unterstützung der Entgiftung des Körpers
• Reflektorische Wirkung auf das Nerven- system und weiterleitend auf die inneren Organe
• Öffnung der Poren
• Stoffwechselanregung und damit Gefäß- erweiterung, Anregung des Immunsys- tems, innere Entgiftung
Insgesamt wird „Ba Guan“ als eine unspezifische Behandlung mit vorbeugender Wirkung beschrieben. Aber es gibt auch Anleitungen für spezifische Probleme am Bewegungsapparat und für kosmetische Behandlungen.
Abb. 1.7: Der Verlauf des Blasenmeridians neben der Wirbelsäule.
1.3 Cupping, das moderne Schröpfen
