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Seit Jahrtausenden üben Edelsteine wie Smaragde, Rubine und Saphire eine besondere Faszination auf die Menschheit aus – nicht nur wegen ihrer beeindruckenden Schönheit, sondern auch aufgrund ihres beständigen Wertes. Besonders in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten und stark schwankender Finanzmärkte wächst das Interesse an wertstabilen Sachwerten. Genau hier kommen Farbedelsteine ins Spiel: Sie gelten als begehrte und krisensichere Alternative zu traditionellen Anlageformen. Doch auch das Investieren in Edelsteine will gelernt sein. In diesem Buch gibt Ihnen Chris Pampel – Geschäftsführer des Deutschen Edelstein Kontors – einen fundierten Leitfaden an die Hand, mit dem Ihnen der Einstieg in die Welt der Edelstein-Investments gelingt. Er erläutert, welche Qualitätsmerkmale und Kriterien für den Werterhalt entscheidend sind und welche Edelsteine sich tatsächlich als Kapitalanlage eignen. Mit praxisnahen Tipps und zahlreichen wertvollen Hinweisen aus seiner langjährigen Erfahrung beantwortet Chris Pampel alle wesentlichen Fragen rund um das Thema Edelsteininvestments – und beleuchtet auch die Risiken, um Sie vor teuren Fehlentscheidungen zu schützen.
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Seitenzahl: 159
Veröffentlichungsjahr: 2025
DAS 1×1DEREDELSTEIN-INVESTMENTS
Die Pflichtlektüre für Anleger, die sicher und erfolgreich in Edelsteine investieren möchten
CHRIS PAMPEL
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
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Originalausgabe1. Auflage 2025© 2025 Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag, Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag GmbH,Christoph-Rodt-Straße 11, 86476 Neuburg an der Kammel www.deutscherwirtschaftsbuchverlag.comAlle Rechte vorbehalten.
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Redaktion: Judith Engst Satz: Daniel Förster, Belgern Korrektorat: Manuela KahleCover- und Umschlaggestaltung: www.b3k-design.de,© 2025 Andrea Schneider & diceindustries eBook: ePUBoo.com
ISBN Print: 978-3-69066-060-0ISBN E-Book (PDF): 978-3-69066-062-7ISBN E-Book (EPUB, Mobi): 978-3-69066-061-7
Vorwort
Die wahre Bedeutung von hochwertigen Edelsteinen in der Vermögensstruktur
Die vier wichtigsten Indikatoren für steigende Preise
1. Die Preisentwicklung der letzten Jahre
2. Die begrenzte Verfügbarkeit und der Zukunftsbonus
3. Der internationale Schmuckmarkt
4. Steigende Nachfrage nach mobilen Sachwerten in Europa
Worauf Sie beim Investieren in Edelsteine achten sollten
Was könnte gegen eine Investition in hochwertige Edelsteine sprechen?
Welche Edelsteine kommen als Wertanlage infrage?
Woran erkennen Sie einen seriösen Anbieter für Investment-Farbedelsteine?
Wie sollte man Investment-Farbedelsteine lagern?
Was Sie beim Verkauf von Edelsteinen beachten sollten
Rubin: der König der Farbedelsteine
Eine mineralogische Betrachtung
Die wichtigsten Abbaugebiete
Historische Bedeutung
Bekannte und bedeutsame Rubine
Die »4C«-Wertkriterien bei Rubinen
Hinweise zur Identifikation von Rubinen in Investmentqualität
Saphir: von wunderschönem Blau und anderen Varietäten
Eine mineralogische Betrachtung
Die wichtigsten Abbaugebiete
Historische Bedeutung
Bekannte und bedeutsame Saphire
Die »4C«-Wertkriterien bei Saphiren
Smaragd: der Star in Asien
Eine mineralogische Betrachtung
Die wichtigsten Abbaugebiete
Historische Bedeutung
Bekannte und bedeutsame Smaragde
Die »4C«-Wertkriterien bei Smaragden
Die »Nebenwerte«: Rubellit, Tansanit und Peridot
Rubellit: der »kleine Bruder« des Rubins
Tansanit: der »Hidden Champion«
Peridot: die olivgrüne Schönheit
Edelsteininvestor trotz geringem Vermögen:mit Edelsteinbeteiligungen (ESB) kein Problem!
Um was geht es genau?
Farbedelsteine versus Diamanten:warum Farbedelsteine als Wertanlage die bessere Wahl sind
So entstehen Befundbericht und Wertgutachten: Edelsteinprüfung im Detail
Befundbericht: die wichtigsten Grundlagen
Der Unterschied zwischen Befundbericht und Wertgutachten
Edelsteinabbau am Beispiel Sri Lanka: eine Entdeckungsreise in die Welt der Minen
Ein Besuch auf dem Edelsteinmarkt: das Geschäft verändert sich
Die Besichtigung der Minen weckt den Schatzsucher in mir
Besuch bei der National Gem and Jewelry Authority
Skad und Ali – verlässliche Partner und Koryphäen auf ihren Gebieten
»Good times for Investment stones« – drei Indizien für eine goldene Zukunft von Investmentedelsteinen
Schlusswort
Über den Autor
Kennen Sie Lindys Gesetz? Dieser Begriff ist vor allem unter Mathematikern und Statistikern beliebt und beschreibt ein interessantes Phänomen, dass sich in vielen Bereichen des Lebens beobachten lässt. Im Kern geht es um Folgendes:
Je länger sich etwas bewährt hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit,dass es auch in Zukunft relevant sein wird.
Ein Buch, das noch heute gerne gelesen wird, obwohl es bereits vor 50 Jahren veröffentlicht wurde, wird wahrscheinlich auch in 50 Jahren noch gerne gelesen. Ob auch ein Bestseller aus dem Jahr 2020 in 50 Jahren noch gelesen wird, ist hingegen fraglich. Gleiches gilt für Lieder, Techniken, Glaubenssätze und vieles mehr.
Natürlich kommt Lindys Gesetz, beziehungsweise der Lindy-Effekt, auch in der Finanzwelt zum Tragen. Es gibt zahlreiche Bücher darüber, wie man investieren und sein Vermögen schützen sollte. Die erfolgreichsten sind diejenigen, die nicht versuchen, das Rad neu zu erfinden, sondern sich auf altbewährtes Wissen beziehen und es mit innovativen Ansätzen kombinieren.
Eine der ältesten, wenn nicht sogar die älteste Anlagestrategie ist die Drei-Speichen-Regel, die seit über 1.600 Jahren Bestand hat. Sie hat ihren Ursprung im Babylonischen Talmud, dem nach der Thora wichtigsten Buch im Judentum. Die entsprechende Passage wird oft wie folgt übersetzt:
Stets teile ein Mensch sein Geld in drei Teile: ein Drittel in Grundbesitz, ein Drittel in Waren und ein Drittel in seiner Hand.
Schon damals wussten die Menschen, dass man sein Vermögen auf unterschiedliche Anlageklassen aufteilen sollte, die jede für sich bestimmte Vorteile mitbringt. Grundbesitz bietet in erster Linie Sicherheit und langfristige Wertsteigerung; Waren bieten unternehmerische Chancen und Rendite. Mit »ein Drittel in seiner Hand« waren in erster Linie Edelmetalle in Form von Münzen gemeint, die für Liquidität und Flexibilität sorgen.
Bei der Drei-Speichen-Regel geht es im Prinzip um eines – Diversifikation. Dieser Anlagestrategie folgend konnten die wichtigsten Familien-Dynastien der Geschichte große Vermögen aufbauen und es über etliche politische und wirtschaftliche Krisen hinweg schützen. Sie wird bis heute angewandt und sehr wahrscheinlich auch in Zukunft der Schlüssel zu finanziellem Erfolg und Sicherheit sein, womit wir wieder bei Lindys Gesetz wären.
Im Laufe der Jahrhunderte gab es allerdings eine wesentliche Änderung: Waren, also physische Produkte, wurden durch Wertpapiere abgelöst.
Dass diese Entwicklung maßgeblich von den wichtigsten Bankiers-Familien unserer Geschichte, wie zum Beispiel den Medici, der Fugger-Dynastie und der Rothschild-Familie vorangetrieben wurde, ist wenig verwunderlich. Sie hatten direkten Zugang zu Kapital und waren immer auf der Suche nach Möglichkeiten, es effizient einzusetzen. Sie brauchten aber Lösungen, die den riskanten Transport von physischen Wertspeichern ersetzten.
Gleichzeitig trugen diese Familien-Dynastien durch die Etablierung von Wertpapieren maßgeblich zur Entwicklung unseres Wirtschafts- und Finanzsystems bei, was das Leben, wie wir es heute kennen, enorm beeinflusst hat.
Sie finanzierten nicht nur Päpste und Königshäuser, sondern förderten auch den Handel und legten den Grundstein für die industrielle Revolution. Denn ohne die Möglichkeit, über Wertpapiere Kapital von Investoren zu erhalten, wäre die Industrialisierung niemals möglich gewesen, die dazu führte, dass der Feudalismus endgültig vom Kapitalismus abgelöst wurde.
Wohlstand war nun nicht mehr ausschließlich an Landbesitz und Erbrecht gebunden. Es bildete sich eine neue Elite, bestehend aus erfolgreichen Kaufleuten, Bankiers und Unternehmern, die durch wirtschaftliches Geschick und Innovationskraft zu Reichtum gelangte.
Gleichzeitig wuchs der Bedarf an Ingenieuren, Wissenschaftlern, Technikern und Juristen und durch die rasant zunehmende Urbanisierung wurden auch immer mehr Verwaltungsbeamte benötigt. Immer mehr Menschen bot sich die Möglichkeit, durch Bildung und beruflichen Aufstieg zu Wohlstand zu kommen. Daraus bildete sich eine neue Mittelschicht. Dank planbarer Einkommensströme konnte diese Mittelschicht überschüssiges Kapital erwirtschaften und begann, es zu investieren. Während in den Jahrhunderten zuvor Bankiers und Vermögensverwalter ausschließlich Adelige und reiche Kaufleute betreuten, benötigte nun eine breite Schicht von Bürgern professionelle Beratung.
Die ersten Sparkassen und Genossenschaftsbanken wurden gegründet, um überwiegend kleinere Anleger zu betreuen, auch die bereits etablierten Banken bauten ihre Strukturen aus und gründeten in wachsenden Städten Filialen. Entsprechend hoch war natürlich der Bedarf an Beratern – standardisierte Ausbildungsprogramme lagen allerdings noch weit in der Zukunft.
Also bildete jede Bank ihren Nachwuchs nach eigenen Vorstellungen aus, und angehende Anlageberater mussten sich ihr Wissen als Lehrlinge bei erfahrenen Maklern an den Börsen erarbeiten. Dass sich die meisten Finanz-Berater in den westlichen Ländern der Welt auch heute auf einen Mix aus Immobilien, Wertpapieren und Edelmetallen konzentrieren, ist also kein Zufall.
Im Laufe der Jahre kam es allerdings immer wieder zu Finanzkrisen und Betrugsfällen, die das Vertrauen in die Finanzberater erschütterten und striktere Regularien erforderlich machten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden dann die ersten offiziellen Ausbildungswege eingeführt, die mit den Jahren immer strenger reguliert und optimiert wurden.
Ich selbst startete mit einem Studium an der Berufsakademie Glauchau in Kooperation mit einer regionalen Genossenschaftsbank ins Berufsleben. Meine Schwester hatte mir zu meinem 18. Geburtstag das Buch Der Weg zur finanziellen Freiheit: In 7 Jahren zur ersten Million von Bodo Schäfer1 geschenkt und dieses Buch hatte direkt einen Funken in mir gezündet – Finanzen und Vermögensaufbau waren die Themen, denen ich mich beruflich widmen wollte.
In meinem Studium zum Diplom-Betriebswirt (BA) mit Schwerpunkt Bankwirtschaft wurde mir zwar viel Wissen vermittelt, aber das Bankwesen mit seinen starren und konservativen Strukturen erwies sich schnell als Korsett. Selbstentfaltung und Ziele wie schneller Vermögensaufbau? Eher Fehlanzeige!
Also meldete ich neben meinem Studium ein Gewerbe an und wurde nebenberuflich Finanzberater, was sich vom ersten Tag an magisch anfühlte. Endlich konnte ich anderen dabei helfen, ihre finanzielle Freiheit zu maximieren. Und ich war meinem Ziel, selbst finanziell frei zu sein, einen großen Schritt näher. Als logische Konsequenz verließ ich direkt nach meinem Studienabschluss die Bank, und mit meiner Karriere ging es steil bergauf.
Mit gerade einmal 30 Jahren war ich finanziell frei und feierte diesen persönlichen Triumph mit einer großen Party zu meinem 30. Geburtstag mit sehr vielen Gästen, einer Band und ausgelassener Stimmung. Dieser Geburtstag ist ein Meilenstein in meinem Leben – allerdings nicht, weil ich zu diesem Zeitpunkt gefühlt alles erreicht hatte, sondern weil er einen Wendepunkt in meinem Leben darstellt.
Denn kurz darauf sollte sich Vieles ändern. Ich arbeitete damals mit einer Investmentgesellschaft zusammen, die aufgrund neuer rechtlicher Vorgaben und eines Managementwechsels ihre Anlagestrategie wechselte. Für die Anleger sollte sich dies als verheerende Fehlentscheidung herausstellen. Es kam zum großen Knall mit allem, was dazugehört: Die eigene Geschäftsgrundlage brach weg, gefühlt von allen Seiten wurde immenser Druck aufgebaut, alle Pläne und Träume waren dahin – so also fühlte sich Scheitern an. Die folgenden Jahre waren mit Abstand die schlimmste Zeit in meinem Leben.
Rückblickend kann ich jedoch sagen: Ich habe in dieser Zeit mehr gelernt und mir wertvollere Fähigkeiten angeeignet als in den Zeiten der großen Erfolge. Und diese Zeit hat bei mir zu einer klaren Erkenntnis geführt: Wenn ich auf lange Sicht erfolgreich sein möchte, muss die Sicherheit meiner Kunden und damit auch meine eigene im Fokus liegen.
Also wollte ich weg von Wertpapieren und mich auf die Assetklasse konzentrieren, die sich über zahlreiche politische und wirtschaftliche Krisen hinweg als sicherer, mobiler Wertspeicher bewährt hat: Gold. Deshalb gründete ich mit meiner Familie einen Edelmetallhandel und wir entwickelten einen Goldsparplan, der den physischen Erwerb von Tafelbarren (100 Gramm – aufteilbar in 1 Gramm Barren) ermöglichte.
Unser Konzept kam hervorragend an, und wir erreichten immer mehr Anleger, darunter auch einige, die sehr hohe Beträge in Gold investierten. Da man auch bei Gold Klumpenrisiken unbedingt vermeiden sollte, fragten mit der Zeit immer mehr unserer Kunden nach Diamanten, um ihr Portfolio um mobile Sachwerte zu ergänzen.
Für mich war dieses Thema komplett neu, denn Edelsteine wurden weder in meiner Ausbildung noch in Fachbüchern als Wertanlage thematisiert. Glücklicherweise brachte mich ein befreundeter Journalist aus Leipzig auf die Idee, mir Rat bei Spezialisten aus Idar-Oberstein, der Hochburg für Edelsteine in Deutschland, einzuholen.
Ich führte einige sehr interessante Gespräche – entgegen meiner Erwartung wurden mir allerdings nicht Diamanten, sondern Farbedelsteine, vor allem die sogenannten Big Three, also Rubin, Saphir und Smaragd als Wertanlage empfohlen.
Auf die genauen Gründe gehe ich im späteren Verlauf im Detail ein, wichtig ist jetzt aber erst einmal, dass ich aufgrund dieser Gespräche entschied, einen bekannten Mineralogen aus Idar-Oberstein zu uns nach Chemnitz einzuladen. Er folgte meiner Einladung und hielt kurze Zeit später vor meiner Familie, vor Freunden, Geschäftspartnern und auch interessierten Kunden einen spannenden Fachvortrag zum Thema Farbedelsteine als Wertanlage.
Und was soll ich sagen? Alle waren hellauf begeistert – vor allem meine Mutter. Sie suchte direkt im Anschluss an den Vortrag das Gespräch mit besagtem Mineralogen und begann ihm zu meiner großen Überraschung von dem bewegten Leben meiner Oma zu erzählen:
Meine Oma wurde 1914 in Sachsen geboren und musste in ihrem Leben fünf Währungsreformen miterleben, die fast jedes Mal mit einer deutlichen Geldentwertung einhergingen. Doch damit nicht genug. Denn noch einschnei dender in ihrem Leben waren die beiden Enteignungen, die sie machtlos erdulden musste.
Die Erste erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg. Meine Großeltern hatten im Jahr 1936 kurz nach ihrer Heirat ein Haus mit einem kleinen Lebensmittelgeschäft erworben. Sie schufen für sich und ihre Kinder eine stabile Grundlage, die ihnen im Jahr 1946 ohne jede Rücksichtnahme von den sowjetischen Besatzern weggenommen wurde.
Meine Großeltern ließen sich aber nicht entmutigen. Sie erwarben eine kleine Bauernwirtschaft und es gelang ihnen, sich trotz aller Widrigkeiten in der damaligen DDR über die Jahre mit harter Arbeit eine neue Existenz aufzubauen.
Im Jahr 1970 folgte dann der Schock. Mein Großvater verstarb an Lungenkrebs. Die aggressiven Düngemittel hatten seine Lunge zerstört. Da mit meinem Großvater der Hauptarbeiter fehlte, entschied die übergeordnete LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft), dass der Hof nicht mehr in ihrem Sinne betrieben werden konnte. Quasi über Nacht wurden meiner Oma daraufhin alle landwirtschaftlichen Geräte und sämtliches Nutzvieh entzogen, weshalb sie fortan in der Spülküche schuften musste, um ihre Familie über Wasser zu halten.
Sie war wieder enteignet worden und hatte alles verloren – bis auf ein paar Schmuckstücke und einen Rubin, den sie auf einer »Urlaubsreise« nach Russland erworben hatte.
Dieser Rubin ist heute das Herzstück unseres Familienschatzes, der von meinen Eltern mit Leidenschaft gehütet und um weitere Schmuckstücke erweitert wurde. Zum Beispiel um einen Aquamarin-Ring, den mein Vater meiner Mutter als verspätetes Hochzeitsgeschenk von seinem ersten Gehalt geschenkt hatte.
Natürlich war die Geschichte meiner Oma nicht neu für mich. Aber die Euphorie meiner Mutter in Verbindung mit dem Vortrag des Mineralogen löste etwas in mir aus und ich wusste: Das ist es!
Ich werde diesen Abend niemals vergessen, denn im Prinzip war das die Geburtsstunde des Deutschen Edelstein Kontors. Es dauerte allerdings einige Monate, bevor wir im Jahr 2018 die ersten Farbedelsteine handeln konnten. Wir standen erst einmal vor sehr großen Herausforderungen, auf die ich im späteren Verlauf dieses Buches noch im Detail eingehen werde.
Seit dem Jahr 2020 agieren wir offiziell unter unserer Marke Deutsches Edelstein Kontor und sind im deutschsprachigen Raum inzwischen Marktführer für Farbedelsteine in Investmentqualität. In den letzten Jahren durfte ich weit über 50 Interviews zum Thema Edelstein-Investments geben, habe einige Fachbeiträge veröffentlicht und war sogar live bei der Sendung »Update Wirtschaft« von der Tagesschau als Experte für Edelstein-Investments eingeladen.
An dieser Stelle ist mir folgender Hinweis sehr wichtig: Ich bin kein EDELSTEIN-Experte.
Natürlich verfüge ich über viele Kenntnisse und kenne mich mit den Steinen aus, die wir handeln und über die ich in diesem Buch berichte. Das macht mich aber noch lange nicht zu einem Experten für Edelsteine. Die wahren Edelstein-Experten sind die studierten Mineralogen aus unserem Netzwerk, die uns täglich mit ihrer über Jahre gesammelten Erfahrung unterstützen und ohne die unser Geschäftsmodell niemals möglich wäre.
Meine Expertise besteht darin, Anleger über die Vorteile von Investment-Farbedelsteinen aufzuklären UND – was fast noch wichtiger ist – ihnen aufzuzeigen, worauf es bei Edelstein-Investments strikt zu achten gilt, wenn man teure Fehler vermeiden möchte.
Genau aus diesem Grund habe ich dieses Buch geschrieben. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen – und wer weiß, vielleicht gelingt es mir ja, auch in Ihnen die Begeisterung für diese funkelnden Wunder der Natur zu wecken.
Ihr Chris Pampel
1 Vgl. Bodo Schäfer: Der Weg zur finanziellen Freiheit: In 7 Jahren zur ersten Million, Campus Verlag, Frankfurt 1998
In meinem Vorwort habe ich bereits erläutert, dass die bedeutendsten Bankiers unserer Geschichte mit der Entwicklung und Etablierung von Wertpapieren nicht nur den Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus einleiteten, sondern auch maßgeblich dazu beitrugen, dass Waren, also physische Produkte, als Wertanlage an Bedeutung verloren haben.
Diese Entwicklung hat schlussendlich dazu geführt, dass eine ganz besondere »Ware«, die schon damals vornehmlich sehr vermögenden Familien und Adelshäusern vorbehalten war, heute von den meisten Anlegern und Beratern in der westlichen Welt als Wertanlage unterschätzt wird: hochwertige Edelsteine.
Nichts veranschaulicht den Reichtum so sehr wie Edelsteine.
Dieses Zitat stammt aus Buch 37 der berühmten Naturalis Historia, der ältesten, vollständig überlieferten systematischen Enzyklopädie. Sie wurde von Plinius dem Älteren (23 – 79 n. Chr.), einem römischen Gelehrten und Naturforscher verfasst, der mit diesen Zeilen die immense Wertschätzung für Edelsteine beschreibt, die in der Antike vorherrschte. Diese waren damals nicht nur als Schmuck beliebt, sondern auch als Vermögensspeicher und Zeichen von Reichtum und Macht.
Je schöner und seltener ein Edelstein ist, desto höher ist sein Wert. Aus diesem Grund werden seit jeher vor allem Rubine, Saphire und Smaragde von reichen Familien und Adelshäusern als mobiler Wertspeicher genutzt, in dem man große Vermögen auf engstem Raum konzentrieren kann.
Die wichtigsten Familien-Dynastien der Geschichte, wie zum Beispiel die Medici, die Habsburger oder die Romanows besaßen beeindruckende Edelstein-Sammlungen, von denen man einige Exponate heute in Museen und Ausstellungen bewundern kann. Sie nutzten diese als Zahlungsmittel, um hohe Summen über große Distanzen zu transferieren, und ließen sie zu bedeutenden Insignien und teurem Schmuck verarbeiten, die ihren Wohlstand, ihre Erhabenheit und ihre Macht symbolisieren sollten.
Das wohl bekannteste Beispiel unserer Zeit sind die Kronjuwelen der Britischen Königsfamilie, die als wertvollste Schmucksammlung der Welt gelten. Maxwell Stone, der leitende Schmuck-Experte der britischen Schmuckmarke Steven Stone, schätzte den Wert der britischen Kronjuwelen im Jahr 2023 auf circa 3,5 Milliarden britische Pfund, was etwas mehr als sagenhaften 4,2 Milliarden Euro entspricht.
Wir sprechen von riesigen Vermögenswerten, die innerhalb der britischen Königsfamilie von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das gilt natürlich auch für die riesigen Ländereien, die wertvollen Anwesen und die Unternehmensbeteiligungen der britischen Königsfamilie. Die Kronjuwelen nehmen allerdings noch eine weitere sehr wichtige Rolle ein, die erst ersichtlich wird, wenn man sich die Geschichte eines anderen Adelshauses anschaut.
Begeben wir uns ins Jahr 1918, kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs. Die Mittelmächte, also das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn waren de facto besiegt, und es herrschte eine große Unruhe. Um eine drohende Revolution nach dem Vorbild der Russischen Revolution von 1917 zu verhindern, ernannte Kaiser Wilhelm II. Am Oktober 1918 Prinz Max von Baden zum Reichskanzler. Dieser sollte demokratische Reformen einleiten und den Übergang zu einer konstitutionellen Monarchie einleiten, um die Bevölkerung zu beruhigen.
Dieses Vorhaben stellte sich allerdings als unmöglich heraus, da das Vertrauen der Bevölkerung in die Monarchie bereits zerstört war. Aus diesem Grund verkündete Prinz Max von Baden am 9. November 1918 eigenmächtig die Abdankung von Kaiser Wilhelm II., was das Ende des Deutschen Kaiserreichs bedeutete.
Noch am gleichen Tag rief Philipp Scheidemann, ein deutscher sozialdemokratischer Politiker und Publizist, in Berlin die Republik aus. Im Zuge der Novemberrevolution wurden allen Monarchen in Deutschland bis Ende November ihre Titel und Privilegien aberkannt – auch Friedrich August III., dem damaligen König von Sachsen.
