Das Acryl-Praxisbuch - Anita Hörskens - E-Book

Das Acryl-Praxisbuch E-Book

Anita Hörskens

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Beschreibung

Tauchen Sie ein in die Welt der Acrylmalerei und entdecken Sie die zahlreichen Möglichkeiten des vielseitigen Mediums!

Die Autorin Anita Hörskens führt in diesem Buch systematisch in das Malen mit Acrylfarbe ein. Dabei stellt sie alle wichtigen Informationen, begonnen beim Material, über Werkzeuge und Hilfsmittel bis zur Farbenlehre, anschaulich dar. Neben der Theorie nimmt die Praxis einen essentiellen Teil des Buches ein. Mal- und Strukturtechniken finden dabei ebenso ihren Platz wie Ausführungen zur Bildkomposition bevor in zahlreichen Projekten das Gelernte umgesetzt und erprobt werden kann.

  • mit vielen wertvollen Tipps vom Profi
  • sowohl für Anfänger*innen als auch für Fortgeschrittene, die ihr Wissen erweitern möchten, geeignet
  • abwechslungsreiche Projekte mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen
  • Exkurse bieten Zusatzwissen und schenken Inspiration für eigene Meisterwerke

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 127

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Anita Hörskens

Das Acryl-Praxis-Buch

Grundlagen und experimentelle Wege zu ausdrucksstarken Bildern

Impressum

Alle in diesem Buch veröffentlichten Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung des Verlags gewerblich genutzt werden. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung der Inhalte des Buchs ist untersagt und wird zivil- und strafrechtlich verfolgt. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die im Buch veröffentlichten Aussagen und Ratschläge wurden von Verfasser und Verlag sorgfältig erarbeitet und geprüft. Eine Garantie für das Gelingen kann jedoch nicht übernommen werden, ebenso ist die Haftung des Verfassers bzw. des Verlags und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ausgeschlossen.

Bei Fragen zur Produktsicherheit wenden Sie sich an

Edition Michael Fischer GmbH

Kistlerhofstr. 70

81379 München

[email protected]

Bei der Verwendung im Unterricht ist auf dieses Buch hinzuweisen.

Die automatisierte Analyse des Werkes, um daraus Informationen insbesondere über Muster, Trends und Korrelationen gemäß§ 44b UrhG („Text und Data Mining“) zu gewinnen, ist untersagt.

EIN EBOOK DER EDITION MICHAEL FISCHER

1. Auflage 2025

© 2025 Edition Michael Fischer GmbH

Bildnachweis: Alle Bilder © Edition Michael Fischer, außer S. 6, 96, 99, 101, 103, 105, 107, 108, 111, 113, 115, 123, 125, 127, 131–133, 145, 158 © Julia Veela, S. 2, 8, 9, 12, 14–17, 20, 24– 26, 28, 29, 36, 37, 41, 45–48, 50, 51, 56, 59–61, 68, 69, 71, 73–78, 80, 81, 84, 88–93, 95, 97, 98, 100, 102, 104, 106, 109, 110, 112, 114, 116–122, 124, 126, 128–130, 134–144, 146–149, 159, 151–157 © Anita Hörskens, S. 38 © Barbara Eisenbarth, S. 11 © Lukas Nerchau, S. 10, 12–14, 18, 19, 27 © H. Schmincke & Co Künstlerfarben, S. 30, 31 © da Vinci Künstlerpinselfabrik, S. 70 © Hahnemühle FineArt, S. 15, 19 © Lascaux Colours & Restauro

Cover, Layout & Satz: Nathaly Téllez

Layout: Isabel Große Holtforth, Maisach

Redaktion und Lektorat: Céline Del Rosario, Saskia Hauck

Herstellung: Vivienne Koehn

ISBN 978-3-7459-3285-0

www.emf-verlag.de

Inhalt

Vorwort

Das Material

Acrylfarbe

Bestandteile

Verdünnung

Trocknung

Gebindegrössen

Qualitäten

Spezifische Eigenschaften

Sorten

Exkurs: Acrylfarbe selbst herstellen

Malmittel

Verdünner

Transparenzmittel

Retarder

Mittel zur Schlussbehandlung

Fixativ

Firnis

Pasten und Gele

Leichtstrukturpaste

Modellierpaste

Zuschlag- und Füllstoffe

Asche

Kaffee, Tee und Gewürze

Sand

Körner, Tannennadeln und Samen

Eierschalen und Konfetti

Hobelspäne und Sägemehl

Collagematerial

Papier

Bedruckte Papiere

Stoffe und Schnüre

Material für Mischtechniken

Tinte

Tusche

Ölpastell und Wachsmalstifte

Softpastell

Malgründe

Papier

Leinwand

Keilrahmen

Malkarton

Alternative Malgründe

Grundieren von Holz

Grundierungen

Werkzeuge und Hilfsmittel

Pinsel

Kunsthaarpinsel

Borstenpinsel

Pinselformen

Auswahl der Pinsel

Tipps zur Pinselpflege

Verwendung der Pinsel

Weitere Hilfsmittel

Malspachtel und Malmesser

Farbwalze

Schwamm, Schmirgelpapier und Topfkratzer

Zerstäuber

Wasserbehälter, Malerkrepp, Lappen, Schere und Cutter

Paletten

Zeichenwerkzeug und Skizzenbuch

Farbenlehre und Mischungen

Farbkreis

Farbordnungen

Primärfarben

Sekundärfarben

Farbmischungen

Begriffsunterscheidung

Tertiärfarben

Die Interaktion der Farben

Farbbeziehungen

Verwandte Farben

Komplementäre Farben

Kalte und warme Farben

Vorschlag einer Erstausstattung

Tonwerte

Das Aufhellen und Abdunkeln der Farben

Abdunkeln

Maltechniken

DECKENDE MALWEISE

Pastos-deckend mit dem Pinsel

Pastos gemalter Verlauf

Pastos-deckend mit dem Spachtel

LASUR

Pastose Lasur

Wässrige Lasur

NASS IN NASS

TROCKENPINSEL- ODER GRANULIERTECHNIK

EXTRUDIERTECHNIK

SGRAFFITO

SPRENKEL- ODERSPRITZTECHNIK

AUSSPARUNGEN

Aussparungen mit Malerkrepp

Aussparungen mit Schablone

Aussparungen mit Rubbelkrepp

Aussparungen mit Wachs oder Ölpastell

MISCHTECHNIKEN

Acryl mit Farbstiften

Acryl mit Kohle

Acryl mit Fineliner

Acryl mit Ölpastellen

Acryl mit Softpastellen

Strukturtechniken

AUFTRAGSTECHNIKEN

Auftrag mit Japanspachtel

Auftrag mit Malspachtel

Linien und Muster mit Spritztüllen

STRUKTURIERUNGSTECHNIKEN

Verwendung von Collagenmaterial

Einarbeiten von Zuschlagstoffen

Farbauftragstechniken auf trockener Struktur

Einfärben von Struktur­pasten und -gelen

Anschleifen des trockenen Farbauftrags

Fragmentiertes Abdecken mit Strukturpaste

Bildaufbau

FORMATWAHL

KOMPOSITIONSREGELN

Zwei-Drittel-Aufteilung

Goldener Schnitt

Diagonalkomposition

Bildeingang und -Ausgang

PERSPEKTIVE

Tiefe durch Entfernung

Tiefe durch Überschneidung

Tiefe durch Detailausar­beitunG

Tiefe durch Luftperspektive

Tiefe durch Kalt-Warm-Kontrast

Tiefe durch Linearperspektive

LICHT UND SCHATTEN

Exkurs: ein Kreis wird zur Kugel

Schlagschatten

Umsetzung in Farbe

Überlegungen zur Bildfindung

Anwendung

Exkurs: die Vorzeichnung

THEMA:LANDSCHAFT

Motiv: Rapsfelder

Exkurs: durchatmende Technik

Motiv: Landschaft Triptychon

Motiv: Ackerrain

Motiv: Hügelland

Motiv: Landschaft mit Spiegelung

Motiv: Birken im Gegenlicht

Motiv: Birken im Schnee

Exkurs: Umweltschutz

THEMA: ARCHITEKTUR

Motiv: Fischerdorf in Cornwall

Motiv: Fischerdorf in Cornwall I

Motiv: Fischerdorf in cornwall II

Motiv: Old Town

Motiv: Hohenwart

THEMA: BLUMEN

Motiv: Amaryllis I

Motiv: Amaryllis II

Motiv: Amaryllis IV

Motiv: Hibiskus

Motiv: Hibiskus I – Schnelle Farbstudie

Motiv: Hibiskus II – serieller Ansatz

Motiv: Hibiskus III

Motiv: Tulpe I

Motiv: Tulpe II – Negativlasur

Motiv: Tulpe III

Motiv: Magnolie

THEMA: BAMBUS

Motiv: Bambus I

Exkurs: monochrome Malweise

Motiv: Bambus II

Motiv: Bambus III

THEMA: FLASCHEN

Motiv: Flaschen I

Motiv: Flaschen II

Motiv: Flaschen III

Exkurs: Abstraktion

Exkurs: gegenstandslose Malerei

THEMA: TASCHEN

Motiv: Taschen I

Motiv: Taschen II

Motiv: Taschen III

THEMA: KLEIDER

Motiv: Ein Hauch von Nichts I

Motiv: Ein Hauch von Nichts II

Motiv: Wäscheleine I

Motiv: Wäscheleine II

Über die Künstlerin

Danksagung

Vorwort

„Drunter und drüber“ ist der Titel einer meiner Workshops und genauso „geht es auch zu“ in meinen ­Bildern. Ich betrachte Malen als ein Spiel mit Farbe und Form, ein ständiges Entwerfen und Verwerfen, ein Aufbauen und Zerstören, in dem nichts von vornherein feststeht! Ich vergleiche Malen oft mit Autofahren ohne Navigationsgerät. Ich fahre keine vorgegebene Strecke, sondern wähle meine eigene Route. Ich entscheide selbst und bewusst, ob ich an der nächsten Kreuzung links abbiege oder geradeaus fahre. Diese Entscheidung treffe ich nicht im Vorfeld, sondern in voller Aufmerksamkeit erst an Ort und Stelle, indem ich mich an dem orientiere, was ich dort vorfinde; auf der Straße genauso wie im Bild.

Acrylfarbe lässt durch die unkomplizierte Handhabung Raum für Experimente und erlaubt es, während des Malens vom Entwurf abzuweichen und achtsam auf Entstandenes zu reagieren. Sowohl das spontane als auch das genaue Erfassen von Komposition und Detailsituation lassen ein Bild reifen. Im freien Arbeitsprozess zeichne ich hinein, übermale, kratze heraus, verändere, verwerfe, schreibe hinein, reduziere, kritzle, verdichte, löse auf, spachtle, schütte zu und hole wieder hervor. Collagierte Papiere, Strukturpasten und Zuschlagstoffe wie z. B. Asche – übrigens mein absoluter Favorit unter den Zuschlagstoffen –­ bringen durch mehrfache Schichtungen zusätzliche Tiefe in das Bild. Linie und Fläche, Farbe und Form, satte Farben, duftige Lasuren, knackiger Rhythmus und noch viel mehr bestimmen den Weg zum Bild. ­Formatwahl, Bildaufteilungs- und Kompositionsregeln sowie perspektivische Grundsätze sind die Grundlagen dieses Handwerks. Sie helfen auf der Suche nach dem richtigen Weg und beeinflussen die Stimmung im Bild, sie steigern bis hin zur Aufregung oder dienen zur Beruhigung.

In diesem Buch möchte ich Ihnen demonstrieren, welches Potenzial in dieser Kombination von Material und Technik steckt. Ich möchte Ihnen helfen, Ihren eigenen Ausdruck zu entdecken und Sie mit technischen Hilfen, künstlerischen Strategien und gestalterischen Prinzipien unterstützen. Trotz all dessen, „was es zu bedenken gibt“, gebe ich Ihnen den Rat, den Entstehungsprozess Ihrer Bilder bewusst mit allen Höhen und Tiefen zu genießen und nicht nur dem Wunsch, ein gelungenes Bild zu malen, nachzujagen. Malen Sie um des Malens willen und nicht des Ergebnisses wegen!

Das Material

Die Auswahl von Farben, Pasten und Malgründen ist von großer Bedeutung für das Gelingen Ihrer Malerei. Das schönste Motiv kann nicht zur Geltung kommen, wenn die Qualität der verwendeten Materialien minderwertig ist. Ich rate Ihnen, qualitativ hochwertiges Material zu verwenden, um sich voll und ganz auf das Wesentliche konzentrieren zu können: das Malen!

Acrylfarbe

Acrylfarben sind wahre Alleskönner. Sie lassen sich sowohl in dicken, pastosen Schichten wie Ölfarben auftragen als auch so fließend wie Aquarellfarben. Während die Anzahl der sich überlagernden Lasuren bei der Aquarellmalerei begrenzt ist, bevor diese sich zu mischen beginnen und verschmutzen, ist dies bei der Arbeit mit Acrylfarben nicht der Fall, da sie wasserfest auftrocknen. Jede Schicht bleibt von der vorigen getrennt, sodass aufwendige Effekte möglich sind, ohne dass die Farben ihren Glanz verlieren.

Ihr hoher Auflösungsgrad ermöglicht die Anlage mit dem Pinsel, dem Malspachtel, der Rolle oder im Airbrush-Verfahren. Man kann problemlos mehrere pastose Schichten überei­nan­der­legen, da sie rasch trocknen und keine Gefahr besteht, dass die Bildfläche reißt. Der Harzanteil verleiht der Farbe auch nach dem Trocknen dauerhafte Elastizität und strukturelle Stabilität. Aufgrund ihrer Elastizität eignen sich Acrylfarben auch für flexible Bildträger wie Papier oder Leinwand.

Bestandteile

Acrylfarben setzen sich überwiegend aus zwei Teilen zusammen: aus Pigmenten und dem Bindemittel, dem sogenannten Acrylharz. Jede Firma verfügt über spezielle Rezepturen, die streng gehütet werden; trotzdem sind Acrylfarben aus allen Sortimenten kompatibel, d. h., Sie können sowohl Farben unterschiedlicher Qualität als auch unterschiedlicher Hersteller miteinander verarbeiten bzw. mischen. Renommierte Hersteller setzen den Farben weitere Chemikalien wie z. B. „Entschäumer“ oder Mittel für die Haltbarkeit zu.

Pigmente

Pigmente sind der sichtbare Ausgangsstoff jeder Farbe. Diese zu Staub zerriebenen Farbsubstanzen weisen unterschiedliche Eigenschaften in Brillanz, Lichtechtheit und Deckungsvermögen auf. Ursprünglich griff man auf natürlich vorkommende Pigmente organischer und anorganischer Stoffe zurück. Nachteilig waren dabei aber die variierende Qualität, die hohen Abweichungen im Farbton und die Giftigkeit mancher Pigmente. Um ungiftige Farben in gleichbleibender Qualität zu garantieren, werden Künstlerfarben heute ausschließlich mit synthetischen Pigmenten hergestellt.

Bindemittel

Das Bindemittel ist sozusagen der Kleber, der die Pigmente zusammenhält und für die Haftung der Farbe auf dem Bildträger sorgt. Ausschlaggebend für die Eigenschaften der Farbe wird das namensgebende Acrylharz synthetisch hergestellt, wobei es die Besonderheiten von Baumharz nachempfindet: Natür­liches Harz ist stark klebend, haftet auf allen fettfreien Untergründen und verfügt über hohe Elastizität. Es ist dehnbar und zieht sich selbstständig und ohne zu reißen wieder zusammen. Acrylharz ist darüber hinaus ungiftig, alterungsbeständig und vergilbt nicht.

Pigmente sind neben dem Bindemittel Hauptbestandteil von Acrylfarbe.

Verdünnung

Acrylfarben werden auf Wasserbasis hergestellt und grundsätzlich mit Wasser vermalt; sie benötigen kein spezielles Lösungsmittel. Im Handel werden dennoch einige Malmittel mit unterschiedlichen Eigenschaften angeboten (siehe hier).

Trocknung

Acrylfarbe besteht aus einer Emulsion von reinen Acrylharzen in Wasser und Pigmenten. Während das Wasser rasch verdunstet, verbinden sich die Harzmoleküle mit den Pigmenten zu einem wasserfesten Farbfilm. Das ursprünglich milchig-weiße Acrylbindemittel trocknet transparent auf, d. h., Acrylfarben trocknen dunkler bzw. intensiver an, da die Pigmente das Licht dann stärker zurückwerfen. Bei dunklen Farben, wie z. B. Preu­­ßischblau, malt man daher etwas heller als das gewünschte Endergebnis, da die Farbe später im trockenen Zustand dunkler erscheint.

Die schnelle Trocknung von Acrylfarbe ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits lassen sich mehrere Farbschichten ohne ­lange Wartezeit überlagern, andererseits erschwert sie das ­Verschieben der Farbe auf dem Malgrund während des Malprozesses sowie das Erzeugen übergangsloser Farbverläufe.

Nasser Auftrag – getrockneter Auftrag

gut zu wissen

Um die Transparenz einer Farbe zu steigern, ohne diese zu „verwässern“, verwendet man ein Lasurmedium. Bei gleichbleibender Konsistenz nimmt lediglich die Transparenz des Farbtons zu.

Gebindegrössen

Studienfarben als auch hochwertige Künstlerfarben sind in unterschiedlichen Gebindegrößen erhältlich. Gleichwertige Farben werden im großen Gebinde günstiger angeboten als im kleineren, da die geringeren Kosten für Verpackung und Abfüllung umgelegt werden.

Das Gebinde hat mit der Qualität der Farbe nichts zu tun. Sowohl Studienfarben als auch feinste Künstlerfarben gibt es in allen Größen, von der 35-ml-Tube bis zum 10-Liter-Eimer.

Qualitäten

Informationen über die Qualität des jeweiligen Inhalts gibt ­Ihnen die Banderole der Verpackung. Allgemein können ­Acrylfarben in die zwei Kategorien „Studienfarben“ und „feinste Künstlerfarben“ eingeteilt werden. Die Übergänge sind oft fließend; durch Forschung und Weiterentwicklung werden mittlerweile auch Studienfarben in guten Standards angeboten. Dabei arbeitet die Farbenbranche nach dem Ausschluss­prinzip, d. h., „was nicht draufsteht, ist nicht drin“. Wenn Sie keine Kennzeichnung als feinste oder hochwertigste Künstlerfarbe auf der Banderole finden, so handelt es sich dabei in der Regel um Studienqualität.

Feinste Künstlerfarben

Diese Farben sind als die „erste Sorte“ (z. B. PRIMAcryl von Schmincke) oder als feinste bzw. hochwertigste Künstlerfarbe gekennzeichnet. Hierzu werden teuerste Pigmente in höchst­mögli­­cher Konzentration zu griffigen und ergiebigen Farbpasten mit sehr hoher Viskosität bei bester Vermalbarkeit verarbeitet. In einer 60-ml-Tube ist beispielsweise mehr Pigment enthalten als in einem ganzen Eimer Wandfarbe.

Studienfarben

Für die Herstellung von Studienfarben werden günstigere Pigmente in geringerer Konzentration verarbeitet. Die Konzentration an Pigmenten variiert von Serie zu Serie – renommierte Hersteller bieten meist mehrere Farbschienen an, um so alle Preissegmente bedienen zu können. Im Prinzip können Sie sich an folgenden Grundsatz halten: „Je günstiger die Farbe, desto geringer der Pigmentanteil.“

Studienfarben werden unter Bezeichnungen wie „Akademie“ oder „College“ angeboten.

gut zu wissen

Billigware aus dem Discounter ist sehr häufig mit Füllstoffen gestreckt und von minderer Qualität. Greifen Sie lieber zu günstigen Produkten renommierter Hersteller; das bessere Malergebnis rechtfertigt den Preis­unterschied in jedem Fall.

Spezifische Eigenschaften

Die spezifischen Eigenschaften des jeweiligen Farbtons aus einem Sortiment ersehen Sie aus den Informationen auf der Banderole.

Deckkraft

Obwohl Acrylfarbe im Allgemeinen als deckende Farbe eingestuft wird, gibt es große Unterschiede: Es gibt deckende als auch lasierende Töne in allen Farbbereichen. Beachten Sie das Symbol „Quadrat“, das den Grad der Deckkraft angibt.

Lichtechtheit

Sonnenlicht hat aufgrund seines UV-Anteils eine zersetzende Wirkung, die zu sichtbaren Farbveränderungen bzw. zum Ausbleichen der Farbe führt. Die Lichtechtheit der jeweiligen Farbe wird mit der sogenannten Wollskala deklariert, die an­zeigt, wie unterschiedlich die einzelnen Farben unter Sonnen­einstrahlung ausbleichen bzw. verblassen. Der Grad der Licht­echtheit wird mittels einer mehrstufigen Einteilung in Sternchen angegeben.

gut zu wissen

Helle Farben wie Gelb- und Orange­töne haben grundsätzlich eine geringere Deckkraft als dunkle Farben wie Blau- oder Grüntöne.

Sorten

Pastose Acrylfarbe

Acrylfarben werden üblicherweise als pastose Farben gehandelt. Eine Paste ist ein Feststoff-Flüssigkeitsgemisch mit hohem Gehalt an Festkörpern. Pasten sind nicht mehr fließfähig, sondern streichfest und von sahniger bis buttriger Konsistenz. Die Qualität hängt hier im Allgemeinen mit der Viskosität, also dem Maß an Zähflüssigkeit, zusammen: Je griffiger bzw. pastoser eine Farbe, desto hochwertiger die Inhaltsstoffe und desto höher der Pigmentanteil. Ausnahmen bilden die nach­folgend vorgestellten Spezialprodukte.

Heavy-Body-Acrylfarbe

Acrylfarben mit dem Zusatz „Heavy Body“ sind äußerst pastose Farben mit erhöhtem Festkörperanteil bei gleicher Pigmentkonzentration. Diese stark pastosen Farben trocknen, ohne in sich zusammenzusacken, im ursprünglichen Volumen auf, sind äußerst strukturstabil und somit hervorragend für Spachteltechniken geeignet.

Fluide Acrylfarbe

Als Fluid werden hochwertige Künstlerfarben in identischen Tönen zum pastosen Sortiment angeboten, die bei gleicher, maximaler Pigmentkonzentration eine sehr weich fließende Konsistenz besitzen.

Fluides Titanweiß liegt deckend auf dem Untergrund

gut zu wissen

Fluidität ist das Maß für die Fließ­fähigkeit; je niedriger die Viskosität, desto dünnflüssiger (= fließfähiger) ist die Farbe. Fluide Farbe kann also bei gleicher Qualität schneller fließen.

Flüssige Acrylfarbe

Flüssige Acrylfarben sind in Fläschchen abgefüllt, die eine ­Pipette zur Farbentnahme enthalten. Diese hochpigmentierten Acrylfarben ohne spürbaren Festkörperanteil eignen sich hervorragend für Lasuren und die Nass-in-Nass-Technik. Die flüssige Konsistenz erlaubt auch einen zeichnerischen Einsatz mittels Rohr- und Stahlfeder. Spezielle, auffüllbare Liner mit unterschiedlich breiter Spitze können Sie wie Textmarker einsetzen. Die Pipette der Fläschchen eignet sich ebenfalls als Zeichengerät; ähnlich einem Füller fließt die Farbe bei Kontakt mit dem Bildträger selbstständig.

Flüssige Acrylfarbe versprüht auf Struktur

Exkurs: Acrylfarbe selbst herstellen

Acrylfarbe lässt sich aus Pigment und Acrylemulsion relativ einfach selbst herstellen. Einige Künstler greifen lieber auf selbst ­gemischte anstatt auf fertig abgefüllte Farben zurück. Achtung: Pigmente bestehen aus einem sehr feinen Pulver. Man solltebei der Arbeit mit Pigmenten zum Schutz vor dem Einatmen immer eine Maske tragen.

1. Geben Sie die erforderliche Menge des Pigments in das Gefäß, in dem Sie die Mischung anfertigen wollen.

2. Teigen Sie es zunächst mit Wasser an. Lassen Sie diesen Farbteig etwa 15 Minuten lang quellen, damit das Pigment einsumpfen kann.

3. Manche Pigmente sind schwer vernetzbar; diesen geben Sie zusätzlich ein paar Tropfen Ethylalkohol (Spiritus) zu und lassen die Mischung etwa 15 Minuten lang quellen.

4.