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Tauchen Sie ein in die Welt der Acrylmalerei und entdecken Sie die zahlreichen Möglichkeiten des vielseitigen Mediums!
Die Autorin Anita Hörskens führt in diesem Buch systematisch in das Malen mit Acrylfarbe ein. Dabei stellt sie alle wichtigen Informationen, begonnen beim Material, über Werkzeuge und Hilfsmittel bis zur Farbenlehre, anschaulich dar. Neben der Theorie nimmt die Praxis einen essentiellen Teil des Buches ein. Mal- und Strukturtechniken finden dabei ebenso ihren Platz wie Ausführungen zur Bildkomposition bevor in zahlreichen Projekten das Gelernte umgesetzt und erprobt werden kann.
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Seitenzahl: 127
Veröffentlichungsjahr: 2025
Das Acryl-Praxis-Buch
Grundlagen und experimentelle Wege zu ausdrucksstarken Bildern
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Edition Michael Fischer GmbH
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EIN EBOOK DER EDITION MICHAEL FISCHER
1. Auflage 2025
© 2025 Edition Michael Fischer GmbH
Bildnachweis: Alle Bilder © Edition Michael Fischer, außer S. 6, 96, 99, 101, 103, 105, 107, 108, 111, 113, 115, 123, 125, 127, 131–133, 145, 158 © Julia Veela, S. 2, 8, 9, 12, 14–17, 20, 24– 26, 28, 29, 36, 37, 41, 45–48, 50, 51, 56, 59–61, 68, 69, 71, 73–78, 80, 81, 84, 88–93, 95, 97, 98, 100, 102, 104, 106, 109, 110, 112, 114, 116–122, 124, 126, 128–130, 134–144, 146–149, 159, 151–157 © Anita Hörskens, S. 38 © Barbara Eisenbarth, S. 11 © Lukas Nerchau, S. 10, 12–14, 18, 19, 27 © H. Schmincke & Co Künstlerfarben, S. 30, 31 © da Vinci Künstlerpinselfabrik, S. 70 © Hahnemühle FineArt, S. 15, 19 © Lascaux Colours & Restauro
Cover, Layout & Satz: Nathaly Téllez
Layout: Isabel Große Holtforth, Maisach
Redaktion und Lektorat: Céline Del Rosario, Saskia Hauck
Herstellung: Vivienne Koehn
ISBN 978-3-7459-3285-0
www.emf-verlag.de
Vorwort
Das Material
Acrylfarbe
Bestandteile
Verdünnung
Trocknung
Gebindegrössen
Qualitäten
Spezifische Eigenschaften
Sorten
Exkurs: Acrylfarbe selbst herstellen
Malmittel
Verdünner
Transparenzmittel
Retarder
Mittel zur Schlussbehandlung
Fixativ
Firnis
Pasten und Gele
Leichtstrukturpaste
Modellierpaste
Zuschlag- und Füllstoffe
Asche
Kaffee, Tee und Gewürze
Sand
Körner, Tannennadeln und Samen
Eierschalen und Konfetti
Hobelspäne und Sägemehl
Collagematerial
Papier
Bedruckte Papiere
Stoffe und Schnüre
Material für Mischtechniken
Tinte
Tusche
Ölpastell und Wachsmalstifte
Softpastell
Malgründe
Papier
Leinwand
Keilrahmen
Malkarton
Alternative Malgründe
Grundieren von Holz
Grundierungen
Werkzeuge und Hilfsmittel
Pinsel
Kunsthaarpinsel
Borstenpinsel
Pinselformen
Auswahl der Pinsel
Tipps zur Pinselpflege
Verwendung der Pinsel
Weitere Hilfsmittel
Malspachtel und Malmesser
Farbwalze
Schwamm, Schmirgelpapier und Topfkratzer
Zerstäuber
Wasserbehälter, Malerkrepp, Lappen, Schere und Cutter
Paletten
Zeichenwerkzeug und Skizzenbuch
Farbenlehre und Mischungen
Farbkreis
Farbordnungen
Primärfarben
Sekundärfarben
Farbmischungen
Begriffsunterscheidung
Tertiärfarben
Die Interaktion der Farben
Farbbeziehungen
Verwandte Farben
Komplementäre Farben
Kalte und warme Farben
Vorschlag einer Erstausstattung
Tonwerte
Das Aufhellen und Abdunkeln der Farben
Abdunkeln
Maltechniken
DECKENDE MALWEISE
Pastos-deckend mit dem Pinsel
Pastos gemalter Verlauf
Pastos-deckend mit dem Spachtel
LASUR
Pastose Lasur
Wässrige Lasur
NASS IN NASS
TROCKENPINSEL- ODER GRANULIERTECHNIK
EXTRUDIERTECHNIK
SGRAFFITO
SPRENKEL- ODERSPRITZTECHNIK
AUSSPARUNGEN
Aussparungen mit Malerkrepp
Aussparungen mit Schablone
Aussparungen mit Rubbelkrepp
Aussparungen mit Wachs oder Ölpastell
MISCHTECHNIKEN
Acryl mit Farbstiften
Acryl mit Kohle
Acryl mit Fineliner
Acryl mit Ölpastellen
Acryl mit Softpastellen
Strukturtechniken
AUFTRAGSTECHNIKEN
Auftrag mit Japanspachtel
Auftrag mit Malspachtel
Linien und Muster mit Spritztüllen
STRUKTURIERUNGSTECHNIKEN
Verwendung von Collagenmaterial
Einarbeiten von Zuschlagstoffen
Farbauftragstechniken auf trockener Struktur
Einfärben von Strukturpasten und -gelen
Anschleifen des trockenen Farbauftrags
Fragmentiertes Abdecken mit Strukturpaste
Bildaufbau
FORMATWAHL
KOMPOSITIONSREGELN
Zwei-Drittel-Aufteilung
Goldener Schnitt
Diagonalkomposition
Bildeingang und -Ausgang
PERSPEKTIVE
Tiefe durch Entfernung
Tiefe durch Überschneidung
Tiefe durch DetailausarbeitunG
Tiefe durch Luftperspektive
Tiefe durch Kalt-Warm-Kontrast
Tiefe durch Linearperspektive
LICHT UND SCHATTEN
Exkurs: ein Kreis wird zur Kugel
Schlagschatten
Umsetzung in Farbe
Überlegungen zur Bildfindung
Anwendung
Exkurs: die Vorzeichnung
THEMA:LANDSCHAFT
Motiv: Rapsfelder
Exkurs: durchatmende Technik
Motiv: Landschaft Triptychon
Motiv: Ackerrain
Motiv: Hügelland
Motiv: Landschaft mit Spiegelung
Motiv: Birken im Gegenlicht
Motiv: Birken im Schnee
Exkurs: Umweltschutz
THEMA: ARCHITEKTUR
Motiv: Fischerdorf in Cornwall
Motiv: Fischerdorf in Cornwall I
Motiv: Fischerdorf in cornwall II
Motiv: Old Town
Motiv: Hohenwart
THEMA: BLUMEN
Motiv: Amaryllis I
Motiv: Amaryllis II
Motiv: Amaryllis IV
Motiv: Hibiskus
Motiv: Hibiskus I – Schnelle Farbstudie
Motiv: Hibiskus II – serieller Ansatz
Motiv: Hibiskus III
Motiv: Tulpe I
Motiv: Tulpe II – Negativlasur
Motiv: Tulpe III
Motiv: Magnolie
THEMA: BAMBUS
Motiv: Bambus I
Exkurs: monochrome Malweise
Motiv: Bambus II
Motiv: Bambus III
THEMA: FLASCHEN
Motiv: Flaschen I
Motiv: Flaschen II
Motiv: Flaschen III
Exkurs: Abstraktion
Exkurs: gegenstandslose Malerei
THEMA: TASCHEN
Motiv: Taschen I
Motiv: Taschen II
Motiv: Taschen III
THEMA: KLEIDER
Motiv: Ein Hauch von Nichts I
Motiv: Ein Hauch von Nichts II
Motiv: Wäscheleine I
Motiv: Wäscheleine II
Über die Künstlerin
Danksagung
„Drunter und drüber“ ist der Titel einer meiner Workshops und genauso „geht es auch zu“ in meinen Bildern. Ich betrachte Malen als ein Spiel mit Farbe und Form, ein ständiges Entwerfen und Verwerfen, ein Aufbauen und Zerstören, in dem nichts von vornherein feststeht! Ich vergleiche Malen oft mit Autofahren ohne Navigationsgerät. Ich fahre keine vorgegebene Strecke, sondern wähle meine eigene Route. Ich entscheide selbst und bewusst, ob ich an der nächsten Kreuzung links abbiege oder geradeaus fahre. Diese Entscheidung treffe ich nicht im Vorfeld, sondern in voller Aufmerksamkeit erst an Ort und Stelle, indem ich mich an dem orientiere, was ich dort vorfinde; auf der Straße genauso wie im Bild.
Acrylfarbe lässt durch die unkomplizierte Handhabung Raum für Experimente und erlaubt es, während des Malens vom Entwurf abzuweichen und achtsam auf Entstandenes zu reagieren. Sowohl das spontane als auch das genaue Erfassen von Komposition und Detailsituation lassen ein Bild reifen. Im freien Arbeitsprozess zeichne ich hinein, übermale, kratze heraus, verändere, verwerfe, schreibe hinein, reduziere, kritzle, verdichte, löse auf, spachtle, schütte zu und hole wieder hervor. Collagierte Papiere, Strukturpasten und Zuschlagstoffe wie z. B. Asche – übrigens mein absoluter Favorit unter den Zuschlagstoffen – bringen durch mehrfache Schichtungen zusätzliche Tiefe in das Bild. Linie und Fläche, Farbe und Form, satte Farben, duftige Lasuren, knackiger Rhythmus und noch viel mehr bestimmen den Weg zum Bild. Formatwahl, Bildaufteilungs- und Kompositionsregeln sowie perspektivische Grundsätze sind die Grundlagen dieses Handwerks. Sie helfen auf der Suche nach dem richtigen Weg und beeinflussen die Stimmung im Bild, sie steigern bis hin zur Aufregung oder dienen zur Beruhigung.
In diesem Buch möchte ich Ihnen demonstrieren, welches Potenzial in dieser Kombination von Material und Technik steckt. Ich möchte Ihnen helfen, Ihren eigenen Ausdruck zu entdecken und Sie mit technischen Hilfen, künstlerischen Strategien und gestalterischen Prinzipien unterstützen. Trotz all dessen, „was es zu bedenken gibt“, gebe ich Ihnen den Rat, den Entstehungsprozess Ihrer Bilder bewusst mit allen Höhen und Tiefen zu genießen und nicht nur dem Wunsch, ein gelungenes Bild zu malen, nachzujagen. Malen Sie um des Malens willen und nicht des Ergebnisses wegen!
Die Auswahl von Farben, Pasten und Malgründen ist von großer Bedeutung für das Gelingen Ihrer Malerei. Das schönste Motiv kann nicht zur Geltung kommen, wenn die Qualität der verwendeten Materialien minderwertig ist. Ich rate Ihnen, qualitativ hochwertiges Material zu verwenden, um sich voll und ganz auf das Wesentliche konzentrieren zu können: das Malen!
Acrylfarben sind wahre Alleskönner. Sie lassen sich sowohl in dicken, pastosen Schichten wie Ölfarben auftragen als auch so fließend wie Aquarellfarben. Während die Anzahl der sich überlagernden Lasuren bei der Aquarellmalerei begrenzt ist, bevor diese sich zu mischen beginnen und verschmutzen, ist dies bei der Arbeit mit Acrylfarben nicht der Fall, da sie wasserfest auftrocknen. Jede Schicht bleibt von der vorigen getrennt, sodass aufwendige Effekte möglich sind, ohne dass die Farben ihren Glanz verlieren.
Ihr hoher Auflösungsgrad ermöglicht die Anlage mit dem Pinsel, dem Malspachtel, der Rolle oder im Airbrush-Verfahren. Man kann problemlos mehrere pastose Schichten übereinanderlegen, da sie rasch trocknen und keine Gefahr besteht, dass die Bildfläche reißt. Der Harzanteil verleiht der Farbe auch nach dem Trocknen dauerhafte Elastizität und strukturelle Stabilität. Aufgrund ihrer Elastizität eignen sich Acrylfarben auch für flexible Bildträger wie Papier oder Leinwand.
Acrylfarben setzen sich überwiegend aus zwei Teilen zusammen: aus Pigmenten und dem Bindemittel, dem sogenannten Acrylharz. Jede Firma verfügt über spezielle Rezepturen, die streng gehütet werden; trotzdem sind Acrylfarben aus allen Sortimenten kompatibel, d. h., Sie können sowohl Farben unterschiedlicher Qualität als auch unterschiedlicher Hersteller miteinander verarbeiten bzw. mischen. Renommierte Hersteller setzen den Farben weitere Chemikalien wie z. B. „Entschäumer“ oder Mittel für die Haltbarkeit zu.
Pigmente sind der sichtbare Ausgangsstoff jeder Farbe. Diese zu Staub zerriebenen Farbsubstanzen weisen unterschiedliche Eigenschaften in Brillanz, Lichtechtheit und Deckungsvermögen auf. Ursprünglich griff man auf natürlich vorkommende Pigmente organischer und anorganischer Stoffe zurück. Nachteilig waren dabei aber die variierende Qualität, die hohen Abweichungen im Farbton und die Giftigkeit mancher Pigmente. Um ungiftige Farben in gleichbleibender Qualität zu garantieren, werden Künstlerfarben heute ausschließlich mit synthetischen Pigmenten hergestellt.
Das Bindemittel ist sozusagen der Kleber, der die Pigmente zusammenhält und für die Haftung der Farbe auf dem Bildträger sorgt. Ausschlaggebend für die Eigenschaften der Farbe wird das namensgebende Acrylharz synthetisch hergestellt, wobei es die Besonderheiten von Baumharz nachempfindet: Natürliches Harz ist stark klebend, haftet auf allen fettfreien Untergründen und verfügt über hohe Elastizität. Es ist dehnbar und zieht sich selbstständig und ohne zu reißen wieder zusammen. Acrylharz ist darüber hinaus ungiftig, alterungsbeständig und vergilbt nicht.
Pigmente sind neben dem Bindemittel Hauptbestandteil von Acrylfarbe.
Acrylfarben werden auf Wasserbasis hergestellt und grundsätzlich mit Wasser vermalt; sie benötigen kein spezielles Lösungsmittel. Im Handel werden dennoch einige Malmittel mit unterschiedlichen Eigenschaften angeboten (siehe hier).
Acrylfarbe besteht aus einer Emulsion von reinen Acrylharzen in Wasser und Pigmenten. Während das Wasser rasch verdunstet, verbinden sich die Harzmoleküle mit den Pigmenten zu einem wasserfesten Farbfilm. Das ursprünglich milchig-weiße Acrylbindemittel trocknet transparent auf, d. h., Acrylfarben trocknen dunkler bzw. intensiver an, da die Pigmente das Licht dann stärker zurückwerfen. Bei dunklen Farben, wie z. B. Preußischblau, malt man daher etwas heller als das gewünschte Endergebnis, da die Farbe später im trockenen Zustand dunkler erscheint.
Die schnelle Trocknung von Acrylfarbe ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits lassen sich mehrere Farbschichten ohne lange Wartezeit überlagern, andererseits erschwert sie das Verschieben der Farbe auf dem Malgrund während des Malprozesses sowie das Erzeugen übergangsloser Farbverläufe.
Nasser Auftrag – getrockneter Auftrag
gut zu wissen
Um die Transparenz einer Farbe zu steigern, ohne diese zu „verwässern“, verwendet man ein Lasurmedium. Bei gleichbleibender Konsistenz nimmt lediglich die Transparenz des Farbtons zu.
Studienfarben als auch hochwertige Künstlerfarben sind in unterschiedlichen Gebindegrößen erhältlich. Gleichwertige Farben werden im großen Gebinde günstiger angeboten als im kleineren, da die geringeren Kosten für Verpackung und Abfüllung umgelegt werden.
Das Gebinde hat mit der Qualität der Farbe nichts zu tun. Sowohl Studienfarben als auch feinste Künstlerfarben gibt es in allen Größen, von der 35-ml-Tube bis zum 10-Liter-Eimer.
Informationen über die Qualität des jeweiligen Inhalts gibt Ihnen die Banderole der Verpackung. Allgemein können Acrylfarben in die zwei Kategorien „Studienfarben“ und „feinste Künstlerfarben“ eingeteilt werden. Die Übergänge sind oft fließend; durch Forschung und Weiterentwicklung werden mittlerweile auch Studienfarben in guten Standards angeboten. Dabei arbeitet die Farbenbranche nach dem Ausschlussprinzip, d. h., „was nicht draufsteht, ist nicht drin“. Wenn Sie keine Kennzeichnung als feinste oder hochwertigste Künstlerfarbe auf der Banderole finden, so handelt es sich dabei in der Regel um Studienqualität.
Diese Farben sind als die „erste Sorte“ (z. B. PRIMAcryl von Schmincke) oder als feinste bzw. hochwertigste Künstlerfarbe gekennzeichnet. Hierzu werden teuerste Pigmente in höchstmöglicher Konzentration zu griffigen und ergiebigen Farbpasten mit sehr hoher Viskosität bei bester Vermalbarkeit verarbeitet. In einer 60-ml-Tube ist beispielsweise mehr Pigment enthalten als in einem ganzen Eimer Wandfarbe.
Für die Herstellung von Studienfarben werden günstigere Pigmente in geringerer Konzentration verarbeitet. Die Konzentration an Pigmenten variiert von Serie zu Serie – renommierte Hersteller bieten meist mehrere Farbschienen an, um so alle Preissegmente bedienen zu können. Im Prinzip können Sie sich an folgenden Grundsatz halten: „Je günstiger die Farbe, desto geringer der Pigmentanteil.“
Studienfarben werden unter Bezeichnungen wie „Akademie“ oder „College“ angeboten.
gut zu wissen
Billigware aus dem Discounter ist sehr häufig mit Füllstoffen gestreckt und von minderer Qualität. Greifen Sie lieber zu günstigen Produkten renommierter Hersteller; das bessere Malergebnis rechtfertigt den Preisunterschied in jedem Fall.
Die spezifischen Eigenschaften des jeweiligen Farbtons aus einem Sortiment ersehen Sie aus den Informationen auf der Banderole.
Obwohl Acrylfarbe im Allgemeinen als deckende Farbe eingestuft wird, gibt es große Unterschiede: Es gibt deckende als auch lasierende Töne in allen Farbbereichen. Beachten Sie das Symbol „Quadrat“, das den Grad der Deckkraft angibt.
Sonnenlicht hat aufgrund seines UV-Anteils eine zersetzende Wirkung, die zu sichtbaren Farbveränderungen bzw. zum Ausbleichen der Farbe führt. Die Lichtechtheit der jeweiligen Farbe wird mit der sogenannten Wollskala deklariert, die anzeigt, wie unterschiedlich die einzelnen Farben unter Sonneneinstrahlung ausbleichen bzw. verblassen. Der Grad der Lichtechtheit wird mittels einer mehrstufigen Einteilung in Sternchen angegeben.
gut zu wissen
Helle Farben wie Gelb- und Orangetöne haben grundsätzlich eine geringere Deckkraft als dunkle Farben wie Blau- oder Grüntöne.
Acrylfarben werden üblicherweise als pastose Farben gehandelt. Eine Paste ist ein Feststoff-Flüssigkeitsgemisch mit hohem Gehalt an Festkörpern. Pasten sind nicht mehr fließfähig, sondern streichfest und von sahniger bis buttriger Konsistenz. Die Qualität hängt hier im Allgemeinen mit der Viskosität, also dem Maß an Zähflüssigkeit, zusammen: Je griffiger bzw. pastoser eine Farbe, desto hochwertiger die Inhaltsstoffe und desto höher der Pigmentanteil. Ausnahmen bilden die nachfolgend vorgestellten Spezialprodukte.
Acrylfarben mit dem Zusatz „Heavy Body“ sind äußerst pastose Farben mit erhöhtem Festkörperanteil bei gleicher Pigmentkonzentration. Diese stark pastosen Farben trocknen, ohne in sich zusammenzusacken, im ursprünglichen Volumen auf, sind äußerst strukturstabil und somit hervorragend für Spachteltechniken geeignet.
Fluide Acrylfarbe
Als Fluid werden hochwertige Künstlerfarben in identischen Tönen zum pastosen Sortiment angeboten, die bei gleicher, maximaler Pigmentkonzentration eine sehr weich fließende Konsistenz besitzen.
Fluides Titanweiß liegt deckend auf dem Untergrund
gut zu wissen
Fluidität ist das Maß für die Fließfähigkeit; je niedriger die Viskosität, desto dünnflüssiger (= fließfähiger) ist die Farbe. Fluide Farbe kann also bei gleicher Qualität schneller fließen.
Flüssige Acrylfarben sind in Fläschchen abgefüllt, die eine Pipette zur Farbentnahme enthalten. Diese hochpigmentierten Acrylfarben ohne spürbaren Festkörperanteil eignen sich hervorragend für Lasuren und die Nass-in-Nass-Technik. Die flüssige Konsistenz erlaubt auch einen zeichnerischen Einsatz mittels Rohr- und Stahlfeder. Spezielle, auffüllbare Liner mit unterschiedlich breiter Spitze können Sie wie Textmarker einsetzen. Die Pipette der Fläschchen eignet sich ebenfalls als Zeichengerät; ähnlich einem Füller fließt die Farbe bei Kontakt mit dem Bildträger selbstständig.
Flüssige Acrylfarbe versprüht auf Struktur
Acrylfarbe lässt sich aus Pigment und Acrylemulsion relativ einfach selbst herstellen. Einige Künstler greifen lieber auf selbst gemischte anstatt auf fertig abgefüllte Farben zurück. Achtung: Pigmente bestehen aus einem sehr feinen Pulver. Man solltebei der Arbeit mit Pigmenten zum Schutz vor dem Einatmen immer eine Maske tragen.
1. Geben Sie die erforderliche Menge des Pigments in das Gefäß, in dem Sie die Mischung anfertigen wollen.
2. Teigen Sie es zunächst mit Wasser an. Lassen Sie diesen Farbteig etwa 15 Minuten lang quellen, damit das Pigment einsumpfen kann.
3. Manche Pigmente sind schwer vernetzbar; diesen geben Sie zusätzlich ein paar Tropfen Ethylalkohol (Spiritus) zu und lassen die Mischung etwa 15 Minuten lang quellen.
4.
