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Das Chaos hat einen Namen und wird hauptsächliche durch Wilma gestaltet. Sie ist eine inzwischen 6jährige Basset Artesién Hündin.Später kommt ihre Schwester Dörte, eine 1jährige Bassethound Hündin hinzu. Zusammen mit ihrem Frauchen erzählen sie auf humorvolle Weise wie sich ein Zusammenleben mit dieser liebenswerte Rasse gestalten kann.
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Seitenzahl: 146
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Vorwort
Charakter des Bassethounds
Wilma oder wie sie zu dem Namen *Schweinehund* kam
Der Drillinstructor
Was ist das?
Der Tierhimmel
Ein neuer Freund
Stell dich nicht so an
Hexenschuss
Es tut so weh
Einfach nur peinlich
20.Dezember 2006
Rückblick und Wünsche
Wilma sucht Gott
Wellnesstag
Gestatten, Witwe Bolte
Sommer 2010
Ich buddel mal ein kleines Loch
Spike ich liebe Dich
Ich bin dann mal weg
Meine geliebte Erna
Platz ist in der kleinsten Hütte
Bei der Stöberarbeit
Bilderimpressionen
Erdbeben in Niedersachsen
Ich bekomme eine Schwester
Hausführung
Die Pippikönigin
Arztbesuch
Progressive Muskelentspannung
Des einen Freud des anderen Leid
Die Stunde der Wahrheit
Das Wort zum Sonntag
Was für ein Gestank
Hausbesetzung
Können Meerschweinchen schwimmen?
Ausstellung
Frühjahrsputz und seine Tücken
Ich rufe den Notarzt
Tagesablauf
Dörte verwirrt
Na was geht ab Frauchen?
Schlusswort
Nachruf für Spike
Schon in meiner Kindheit gab es immer Hunde und irgendwann war auch einmal ein Basset dazwischen.
Jahre später, als ich schon selber meine eigene Familie hatte und Wert darauf legte, dass meine Kinder mit Hunden aufwuchsen, kam wieder ein Basset in unsere Familie. Anlass war, dass wir einen Mischlingsrüden hatten, der leider aus sehr schlechten Verhältnissen kam und leicht hyperaktiv war. Ich besann mich auf den Basset, da er ein so ruhiger und nie aggressiver Hund ist und der gerne in einem Rudel lebt. Er sollte unserem Spike helfen ein bisschen seine Hyperaktivität zu verlieren.
So zog vor ein paar Jahren die damals 6 jährige Bassethound Hündin Babette bei uns ein. Sie kam aus dem Tierschutz und hatte wohl so viel Elend erlebt, das sie es jetzt einfach nur verdiente ein ruhiges und liebevolles Leben führen zu dürfen.
6 wunderbare Jahre durften wir mit ihr verbringen. Dann starb sie an Krebs. Um unseren Spike nicht alleine zu lassen, zog die Bassetdame Wilma ein.
Ein Leben ohne diese liebenswerte Rasse konnte ich mir nicht mehr vorstellen. Das werdet ihr an den Kurzgeschichten von Wilma merken. Denn sie hat unser Leben komplett auf den Kopf gestellt.
Ich fing an einen Blog zu schreiben und Sozialnetzwerke zu nutzen, um andere an unserem Leben mit Wilma teilhaben zu lassen. Es fand große Resonanzen und viele fragten, ob es die Geschichten auch als Buch geben würde.
Ich hatte das belächelt und je mehr Leute auf mich einredeten, sagte ich mir: Na gut, wenn ihr es wollt, dann mache ich es.
So möchte ich mich hier auf diesem Wege besonders bedanken bei:
Reini, die mich so überzeugte, dass ich gar nicht mehr anders konnte, als Ja zu sagen.
Gabi, die schon vor Jahren sagte: schreib ein Buch.
Conny, die Züchterin meiner neuen Bassetdame Dörte.
Bei Ines, die sich die Mühe gab das Buch zu überarbeiten.
Danken möchte ich besonders meinem Mann Edgar, der an mich geglaubt hat und mir das alles ermöglichte.
Wie jeder Hund hat der Bassethound seinen eigenen Charakter und das sehr ausgeprägt. Er gehört zu den Meutehunden, welches bedeutet, dass er gerne in einem Rudel lebt. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Ist der Bassethound aber sehr Rudel bezogen und man lässt ihn für eine Weile alleine, da man auch mal etwas ohne den Hund zu erledigen hat, sollte das Zuhause möglichst ohne Nachbarn sein. Es sei denn, die Nachbarn sind tierfreundlich und lieben Konzerte. Sollte es sich nicht vermeiden lassen, dass man Nachbarn hat, wäre es besser, sie sind taub. Denn der Basset neigt dazu stundenlang und in den höchsten und lautesten Tönen zu heulen und zu bellen. Um ihm beizubringen, dass sein Rudel immer wieder kommt, bedarf es einem konsequenten Training. Wobei man sich da wieder die Frage stellen muss, wer den längeren Atem hat.
Folgende Überlegungen sollten angestellt werden, bevor man sich einen Bassethound anschafft:
a) habe ich genügend Humor, Nerven und Geduld ? Falls eins von den Eigenschaften nicht auf Sie zutrifft, können Sie getrost schon die anderen Fragen überspringen und bei den Kurzgeschichten fortfahren.
Der Bassethoundbesitzer braucht von allen drei Eigenschaften eine Menge. Sonst wird das Zusammenleben mit ihm zur Tortur, wobei der Basset immer der Sieger bleiben würde.
b) Sind Sie konsequent oder doch eher der Typ, der gerne nachgibt?
Neigen Sie dazu gerne nachzugeben, weil der Basset Sie mit seinem unwiderstehlichen Blick sofort dahin schmelzen lässt, da er mal wieder den Mülleimer sortiert hat? Dann sind Sie perfekt.
Der Basset liebt es den Müll zu trennen und ihn ordentlich und fachgerecht in der ganzen Küche zu verteilen. So, dass Sie eigentlich auf die Mülltrennung verzichten könnten. Er ist eben ein kleines Helferlein.
Er hilft auch gerne die Wohnung oder den Garten neu zu gestalten, räumt Ihnen die Wäsche weg, macht schon mal die Vorwäsche beim Geschirrspüler. Sie sehen, er könnte glatt eine Haushaltshilfe ersetzen.
Sind Sie aber eher der Typ konsequent, sollten Sie dem Basset klarmachen, dass Sie der Herr im Hause sind. Er wird Ihre Konsequenz schätzen, so spätestens nach ca. 2-3 Jahren. Weil der Basset versteht ja nicht, wann die Konsequenz einsetzt. Er stellt da seine eigene Theorie auf.
c) Sind Sie ein geselliger Typ und bekommen viel Besuch? Wenn nein, verpassen Sie die schönste Show des Bassets. Denn er ist ein geselliger Kerl, begrüßt jeden Besucher stürmisch und gibt erst Ruhe, wenn er ausgiebig gestreichelt wurde.
Wenn ja, werden Sie demnächst noch mehr Besuch haben.
Verplanen Sie den Basset bitte nicht als Wachhund, denn er würde nie beißen. Allerdings kann sein tief dringendes Bellen doch den ein oder anderen verschrecken.
d)Erziehung. Ein heikles Thema bei dem Basset. Vergessen Sie alles, was in den so vielfältigen und einschlägigen Hundebüchern steht, und was renommierte Hundetrainer sagen. Der Basset hört Ihnen gerne zu, versteht auch alles, freut sich darüber, dass Sie sich zum Affen machen und denkt sich seinen Teil. Gut es gibt Ausnahmen unter der Rasse, in der Regel erzieht sich der Basset gerne selber.
Es gäbe noch viele Charaktereigenschaften über ihn zu erzählen. Die meisten werden Sie in den Kurzgeschichten von Wilma und Dörte finden.
Wenn Sie ans Ende des Buches gelangt sind und Sie sich sagen: Ja das wird auch meine Hunderasse, dann freut uns das. Denn es gibt nichts Schöneres als mit einem Basset zu leben.
Erfreuen Sie sich an den vielen unsagbar schönen Bildern der Bassets. Die richtige Auswahl zu finden war nicht leicht. Ich hätte so viele Bilder wählen können und wer weiß, vielleicht gibt es ja mal einen Bildband von den beiden.
Tauchen Sie nun ein in die Kurzgeschichten und erfreuen Sie sich an den Unterhaltungen zwischen Wilma, Dörte und deren Frauchen.
Viel Spaß beim Lesen, wünschen das Frauchen, Wilma und Dörte.
Als wir wussten, dass wir unsere Babette über die Regenbogenbrücke bald schicken mussten, entschieden wir uns, einem Bassetwelpen ein neues Zuhause zu geben. Es war kurzfristig und vielleicht nicht die richtige Entscheidung. Denn da war einerseits die bevorstehende Trauer, andererseits wollten wir auch nicht Spike alleine lassen. Meine Gedanken gingen immer hin und her, und als ich Wilma in einer Anzeige entdeckte, wusste ich, dass ist sie.
So machte ich mich zusammen mit meinem Sohn auf den Weg ins Rheinland. Mein Mann wollte später dazu treffen, da er beruflich unterwegs in der Gegend war.
Der Züchter begrüßte uns freundlich und eine Rasselbande von Bassets kam kurze Zeit später um die Ecke gesaust. Ich entdeckte Wilma sofort in dem Rudel, denn sie war nicht zu übersehen, obwohl sie sich verschüchtert in die Ecke setzte. Aber ihre Engelsflügel auf dem Rücken strahlten mir entgegen. Sie schaute mich an und ihr Blick sagte: *Hallo, du wirst mein neues Frauchen*. Der Kontakt zwischen uns beiden war hergestellt. Es war klar, sie fährt mit uns nach Norddeutschland. Das Formelle wurde erledigt, wir verabschiedeten uns und dann ging es Richtung Heimat zurück.
Wilma saß bei mir auf dem Schoss und nach dreimaligen Brechen, dachte ich, dass sie nun den Rest des Weges schlief. Ich wollte auch ein bisschen dösen, da stieß sie mich an und meinte:" Frauchen, ich glaube wir beide sind Seelenverwandte, weil ich mit dir sprechen kann."
Ich schreckte hoch und dachte, dass ich geträumt habe. Da meinte sie: *Soll ich dir eine Geschichte erzählen?*
Dann beginn mal.
Am 05.11.2008 erblickte ich das Licht der Welt. Ich plumpste einfach so auf die Kacheln und der Rest meiner Geschwister auch. Bei meinen Hundeeltern wuselte es nur so von Hunden und anderen Tieren. Als ich das erste Mal meine Augen aufmachen konnte, erblickte ich eine riesige Milchbar. Die Zitzen waren so gewaltig groß das sie mein ganzes Maul ausfüllten. Und glaube mir, Frauchen, ich hab schon ein großes Maul.
Meine Geschwister waren alles Egoisten und ich musste mich immer als letzte anstellen, um an diese gewaltigen Nippel zu kommen. Ich war froh, als es bald was anderes zu fressen gab und ich nicht mehr diese ausgeleierten Zitzen ins Maul nehmen musste.
Bald war es so weit das meine Geschwister und ich nach draußen durften, um die Welt zu erkunden. Ich bin von Natur aus neugierig und so ohne zu fragen, bin ich fröhlich durch die Gegend gewatschelt.
Urplötzlich waren zwei riesige Löcher vor mir. Ich erschrak, schaute mich um und meine Geschwister waren schon wieder bei unserer Mutter angedockt. Na gut, ich habe mich getraut und wollte in die Löcher rein kriechen. Was konnte mir schon passieren. Mein Versuch wurde je unterbrochen, denn plötzlich stieß mir ein Sturm entgegen der auch noch außergewöhnlich roch und der einen Krach erzeugte, welcher mir Angst und Schrecken einjagte. Ich wollte noch was sagen, in dem Moment schoss ich schon wie eine Kanonenkugel nach hinten. Meine langen Ohren wickelten sich dreimal um mich herum und ich landete unsanft auf meinem Allerwertesten. Woah, was war das? Ich sortierte meine Beine, meine Ohren und erblickte ein rosa Monster mit Hauern so groß wie Baumstämme. Das Monster grunzte, drehte sich schnaubend um und ich sah zu, dass ich schnellst möglichst zu meiner Mama laufen konnte. Ich schrie wie am Spieß, nur nahm mich leider keiner wahr. In meiner Panik knallten mir meine langen Ohren ständig beim Laufen vor die Augen. Ich wog mich in Sicherheit, als ich einen vertrauten Geruch wahrnahm. Auf den Schrecken wollte ich einen Schluck aus der Milchbar nehmen, dockte an und erschrak. Herrjeh, was waren die Zitzen gewachsen in dieser Zeit, sodass ich sie kaum in den Mund bekam. Ich blinzelte mal vorsichtig und schon bekam ich einen Knuff in die Seite und eine raue dunkle Stimme keifte mich an: *Fräulein, versuch das nicht nochmal. Ich bin dein Vater*.
Die Tage vergingen und eines Tages standen 2 Männer und eine Frau in der Küche meiner Hundemama. "Ja Wilma das waren wir." Genau, ich hörte dich rufen:"Guck mal das ist sie. Ach ist die niedlich?" Gut dachte ich mir, zeigst du dich mal von deiner besten Seite. Meine Geschwister, die schon zum großen Teil ausgezogen waren, rieten mir, wenn sich überhaupt mal einer für mich interessiert, sollte ich mich unauffällig verhalten. Bloß keinen Blödsinn anstellen, sonst stehen die Chancen schlecht.
Der Rat war gut. Ich bewegte mich kaum und wenn dann immer in der der Nähe von der Frau. Obwohl mir ja der Mann lieber war, der hatte nämlich keine Meinung und sagte nur:"Ja wenn sie dir gefällt dann nehmen wir sie."
Super, ich habe auch endlich neue Hundeeltern und Herrchen ich liebe dich jetzt schon.Der Abschied kam und die neue Hundemama entdeckte plötzlich auf dem Hof das, was ich schon vor Wochen entdeckte. Das Monster ! Bloß weg von hier. Noch mal so eine Begegnung brauche ich nicht.
Die neue Hundemama war wieder zu hören:"Ach ich liebe Schweine. Sehen die Ferkel nicht niedlich aus? Guck mal die haben genauso einen niedlichen Hintern wie du. Weißt du Ferkelpopos und Bassetpopos haben eine gewisse Ähnlichkeit."
Na ja, was haben denn Schweine und ich noch gemeinsam außer dem Hintern? Sie buddeln im Dreck und suhlen sich im Schlamm. Genau wie ich und das wird Frauchen noch zu spüren bekommen. Und als siees gemerkt hatte und ich immer was Verbotenes gemacht habe, rief sie:" Wiiiiiiiiiiiilmaaaaaaaa du Schweinehund".
So, liebe Leser nun kennt ihr meine Geschichte und wisst, wie ich zu dem Namen kam.
Ich habe mich gut eingelebt in meinem neuen Zuhause. Zwischenzeitlich hatte ich auch schon die Nachbarshunde kennengelernt, aber die waren von meinem Temperament nicht so überzeugt. Die eine Hündin vom Nachbarn erschrak sich jedes Mal, wenn sie mich sah, weil sie glaubte, dass ich von Dumbo abstammen würde wegen meinen Ohren. Dem anderen störte mein ständiges Gekläffe. Damit ich besser sozialisiert würde und Kontakt zu anderen Hunden bekomme, wurde beschlossen, dass ich in eine Hundeschule muss.
Frauchen suchte verschiedene raus und telefonierte rum. Die einen kannten keinen Basset, die anderen schlossen gleich aus, dass ich jemals was lernen würde.
Gut bekam ich einen Personaltrainer. Wir fuhren einmal die Woche eine weite Strecke, denn es handelte sich um einen Trainer eines sehr bekannten Hundeausbilders. Meine Eltern hatten wirklich keine Kosten und Mühen gescheut, um aus mir einen gehorsamen Hund zu machen. Die Trainingseinheiten waren klasse. Zu mindestens theoretisch für mich und praktisch für mein Frauchen. Ich hörte immer fleißig zu, schaute zu was mir vorgeführt wurde und entschloss mich, mich lieber auf den Rücken zu legen und mir die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Meine Eltern waren verzweifelt. "Wilma wir machen nicht umsonst den weiten Weg nur, damit du hier faul in der Sonne liegen kannst. Also nun machmal ein bisschen mit".Wieso? Ist doch immer ein schöner Ausflug.
Frauchen gab es bald auf, hatte sie doch genug Instruktionen von meinem Personaltrainer bekommen, was wir zu Hause üben sollten.
So vergingen die Wochen, wo ich immer mal ein bisschen was tat und Frauchen schier verzweifelte. Ich hatte sie von meiner Lernschwierigkeit überzeugt und sie gab auf. Ich konnte endlich den Sommer auf meiner Terrasse genießen und meiner Lieblingsbeschäftigung nach gehen, nämlich die Leute zu beobachten. Mein Plan ging auf und ich wog mich in Sicherheit, dass da keine Lehrstunden mehr kommen würden. Das Leben kann doch herrlich sein.
Ich hatte ein neues Hundebett bekommen, bettete behaglich meinen Kopf auf dem dazugehörigen Kissen, welches mit einer Krone verziert war. Steht mir ja auch standesgemäß zu. Langsam schlummerte ich ein, und als ich gerade so zur Schwelle des Tiefschlafes übergehen wollte, drang ein *Wiiiiiiiiiiiiiiiiiiilmaaaaaaaa aufwachen*an mein Ohr. Erst dachte ich noch, jemand anders in der Nachbarschaft heißt auch so. Vielleicht die nette Oma von nebenan ? Wusste gar nicht, dass die eventuell schwerhörig ist. Nun ja, ich drehte mich gemütlich in eine andere Seitenlage, als wieder Wiiiiiiiiiiiiiiilma gerufen wurde. Die Neugierde war groß, ich machte die Augen auf und stand fast senkrecht auf meinem Bett. Herrgott Frauchen was denn los? Sie stand breitbeinig und mit den Armen vor der Brust verschränkt vor mir und in ihrem Mund steckte eine Pfeife. Vielleicht ein neues Spiel?
"So Wilma ab heute wird nicht mehr diskutiert, ab heute wirst du lernen auf die Pfeife zu hören. Komm in den Garten, wir üben das Mal".
Ehe ich argumentieren konnte, dass doch eigentlich bei uns von 13-15 Uhr Mittagspause festgelegt ist, hatte sie mich schon am Halsband gepackt und zerrte mich in den Garten. Spike, der seinen wohlverdienten Mittagsschlaf halten durfte, rief mir hinterher: *Viel Spaß du kleine Wurst, ich geh in der Zeit auf dein neues Hundebett.*
Untersteh dich. Eigentlich wollte ich ihm noch einen Schubser verpassen, aber Frauchen war schneller, und ehe ich auch nur ansatzweise das Maul aufmachen konnte, waren wir schon draußen.
"Ok Wilma, sitz, bleib und pass auf. Wenn ich Wilma rufe, bleibst du sitzen und ich pfeife dann kurz. Wenn du den Pfiff hörst, kommst du zu mir gelaufen. Verstanden?"
Ja verstanden. Ich mache das einmal und dann gehe ich wieder auf das Sofa. Los ging es. Sie rief Wiiiiiiiiilmaaaaaa (allein bei dem Ruf und der Stimmlage könnte ich schon weglaufen, aber in die andere Richtung) und ein durch Mark und Beine schriller Pfiff drang durch die Luft zu mir in mein Ohr. So stark, dass ich glaubte, meine Ohren würden zu Rotorblättern werden und ich gleich abhebe. Ich überlegte eine Weile, was ich nochmals machen sollte und schon wieder hörte ich Wiiiiiiiiiiiilmaaa und wieder dieser Pfiff. Diesmal hatte sie wohl tief Luft geholt, denn der Pfiff war dreimal so stark.
Ach ja ich sollte loslaufen und zu ihr kommen. Bevor sie wieder die Chance hatte in dieses Ding zu pusten raste ich auf sie zu, setzte mich ganz schnell hin und schwupps bekam ich ein Leckerchen. Ich habe sie ausgetrickst. Sie hatte vergessen, wenn ich nicht auf direktem Zuruf das mache was sie verlangt, soll ich laut Personaltrainer auch kein Leckerchen bekommen.
"Fein Wilma, feines Mädchen".Frauchen freute sich wie Bolle, wahrscheinlich eher über mich als über ihre eigene Dummheit, dass sie vergaß, dass die Ausführung eigentlich falsch war. Ich dachte die Lektion sei vorbei. Vorsichtshalber blieb ich sitzen und wartete darauf, dass das Kommando kam, dass ich nun reingehen darf. Nichts da, Frauchen entfernte sich, drehte sich um, nahm die Pfeife in den Mund und die Sache ging von vorne los. Na gut, ich habe heute meinen sozialen Tag und mache das Spielchen mit.
