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Mit diesem Buch möchte Manfred Behrendt auffordern, sich mit der Philosophie zu beschäftigen. Sie hilft, um Dinge der Medien einzuordnen. Nach der Geburt als hilfloses Wesen bis zum Tod ist es eine philosophische Reise auf der »Rolltreppe des Lebens«. Haben wir die Vernunft ins Abseits verdrängt? Definieren wir Begriffe nicht mehr nach einem inneren Kompass? Die heutige Orientierung ist schwer geworden. Vom ICH zum WIR wandelt sich konträr. Wir geben das Wort Mensch inhaltlich ab und unterscheiden uns, an was wir glauben. »Philosophie ist die Freundin und Stiefschwester der Religion« (Averroes 1126-1198) Viel Spaß beim Lesen. Manfred Behrendt
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Seitenzahl: 406
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Dieses Buch
Es ist doch ein Fakt, dass wir geboren werden und dann irgendwann sterben. Die Hauptfrage ist doch, was machen und veranstalten wir dazwischen, was wir Leben nennen? Werden wir geleitet von Althergebrachtem? Haben wir eigene Ideen? Gefallen uns Traditionen der Generationen vor uns? Passen wir uns an oder brechen wir aus? Eins jedenfalls haben wir alle gemeinsam als Menschheit. Wir wollen in Frieden leben und keinerlei Ängste, Furcht, gar Hunger oder Krieg erleben. Bemühen wir uns wahrlich genug darum? Kann uns Philosophie helfen? Gibt es Wahrheiten? Haben sich Grundelemente der Vernunft gewandelt? Nutzen wir unseren Verstand wirklich zur Abwendung dessen, was uns schadet? Fragen über Fragen. Wie die Philosophie es uns nennt, sind wir immer auf der Suche nach Antworten.
Viel Spaß beim Lesen.
Manfred Behrendt
„Wissen verwandelt Fragen in Antworten.
Weisheit verwandelt Antworten in Fragen!“
(Karl-Heinz Karius)
Ich bedanke für mich für die Reaktionen über meine Bücher aus einem Lesekreis in Wien (A) unter der Leitung von Lara Lastin.
Manfred Behrendt
Kann Philosophie helfen?
Engelsdorfer Verlag
Leipzig
2018
Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
Copyright (2018) Engelsdorfer Verlag Leipzig
Alle Rechte beim Autor
Titelbild: Ausschnitt aus „School of Athens“
von Raphael (1483 bis 1520) - (gemeinfrei)
Hergestellt in Leipzig, Germany (EU)
www.engelsdorfer-verlag.de
„Ein Freund ist ein Mensch,
vor dem man laut denken kann“
Ralph Waldo Emerson
(1803-1882)
amerik. Schriftsteller und Philosoph
„Ich schlief und träumte,
das Leben sei Freude.
Ich erwachte und sah,
das Leben ist Pflicht,
ich tat meine Pflicht,
und siehe,
die Pflicht ward Freude“
Rabindranath Tagore
(1861-1941)
Indischer Dichter und Philosoph
Cover
Titel
Impressum
Einführung
Was ist eigentlich Philosophie?
Philosophie als Wissenschaft?
Die Philosophie des Geldes
Widersprüchlichkeiten
Die Vernunft – Der Verstand
Religionsphilosophie
Wer war Nietzsche?
Nietzsches Schwester Elisabeth Förster
Nietzsches Werke
Der oftmals falsch verstandene Nietzsche
„Wenn du zum Weibe gehst, vergiss die Peitzsche nicht!“
„Gott ist tot“
Langeweile ist Windstille der Seele
Angst essen Seele auf
„Wenn man lange in einen Abgrund schaut, schaut der Abgrund auch in dich hinein“
Die „Verbesserer“ der Menschheit
Die Zukunft der Menschheit
Die Zukunft der Philosophie
Ein Fazit
Bücher von Manfred Behrendt
Es ist eigentlich unmöglich, die Geburt und irgendwann den Tod als Dilemma zu bezeichnen. Ein Dilemma ist eine gewisse Zwangslage. Eine Schwierigkeit, zwischen zwei Möglichkeiten zu wählen. Der Schriftsteller Günter de Bruyn (geb.1926) griff in einem Buch die Geschichte des persischen Philosophen Al-Ghazali (1058-1111) von Buridans Esel auf. Ein Esel stand zwischen zwei nahrhaften Haufen Fressbarem und konnte sich nicht entscheiden, von welchem er fressen soll. Er verhungerte. Ist es nicht oft so im Leben? Wir haben keinen Einfluss darauf, dass wir geboren werden. Wenn es „geschehen“ ist, wissen wir später, dass es auch ein Ende gibt. Dann beginnt ebenso eine Wahl. Soll es gut sein? Lass ich es einfach geschehen und solche Dinge? Es ist nicht einfach. Daher ist doch die Frage „was wir dazwischen machen“ eine gute wichtige Frage. Ich möchte mit diesem Buch nicht überfordern, da wohl bei den meisten Menschen zuviel Respekt oder auch unbewusste Gleichgültigkeit für die Philosophie vorhanden ist. Ich finde, die vernünftigste Definition, was eigentlich Philosophie ist, diese:
„Philosophie ist der Versuch des Menschen mit der Methode
des Denkens seine Existenz, die von ihm wahrgenommene äußere
Welt und sein eigenes Inneres zu erklären“
Es gibt mehrere Definitionen. Ich versuche, dies noch zu erläutern und bin überzeugt, dass die Philosophie bei Hauptfragen helfen kann. Was meine ich? Eine Idee hierzu:
„Wir haben auf der Erde das Licht angeknipst.
Lassen wir es niemals ausgehen durch unsere eigenen Fehler“
Es ist doch einfach so, dass wir in diese Welt hineingeboren werden. Wollten wir es? Was kommt auf uns zu und was bedeutet es, was wir Leben nennen? Nach den ersten Jahren werden sofort Grundelemente des Daseins wie essen, schlafen, trinken und Wohlsein als Baby verändert. Wir wissen ja nicht, in welche Familie wir hineingeboren wurden. Es ist gut so, kann aber zum Problem werden. So seltsam es sich anhört. Arm, reich, welchen Glauben und solche Dinge. Wir werden geprägt durch diese Umstände, wenn wir es so nennen dürfen oder können. Da beginnt es als denkender und handelnder Mensch mit dem, was ich meine mit „Wir werden geboren, wir sterben! Was machen wir dazwischen?“ Dazwischen sind es vielleicht 80 bis 90 Jahre. Es ist doch sehr wichtig, was wir dazwischen machen. Fragen über Fragen. Wohin wollen wir, wogegen sind wir, woher kommen wir, was wollen wir hier, schwimmen wir mit, in welche Gesellschaft sind wir hineingeboren worden? Werden eigene Ideen anerkannt, abgeschmettert, können wir unser ICH verwirklichen oder bewahren? Es kann jedoch nicht sein, dass, wenn es uns nicht gut geht, dass wir zu Gott beten, damit es besser wird. Tragen dies sogar an unsere Kinder weiter und drängen unser ICH zur Abänderung ins Abseits. Schlimm ist es auch, wenn wir unsere „Schweigespirale“ weiter tragen und es als Erziehung betrachten. Nicht so einfach alles. Fragen über Fragen. Das Hauptproblem ist doch, dass wir die Welt um uns herum nicht mehr so wahrnehmen, wie sie uns begegnet. Wir sehen sie meistens so, wie die Medien sie uns vorgibt. Mord, Totschlag und nur Probleme. Es ist wichtig, unser ICH für uns als Person und gleichsam auch für die Gesellschaft in Einklang zu bringen. Eine Lebensaufgabe, die uns auch oft verzweifeln lässt. Ist es nicht meistens so, wie ein kleiner Test beweist, den jeder machen könnte. Wir gehen morgens aus dem Haus, kehren abends wieder und meistens ist nichts passiert. Glauben wir jedoch den Medien, dürften wir gar nicht mehr aus dem Haus gehen und nur noch mit der Bettdecke über dem Kopf den Tag verbringen. Trotz allem passieren nun mal viele Dinge auf der Welt. Sie berühren uns, sind aber doch irgendwie weit weg. Ich möchte nichts verniedlichen, wir tun jedoch so, als wenn die Medien unser Hirn beherrschen. Der französische Dramatiker Jean Anouilh (1910-1987) nannte uns hierzu:
„Die Dinge sind nie so, wie sie sind.
Sie sind immer das, was man aus ihnen macht“
Genau daran, wie wir denken sollten, haben die Medien enormen Einfluss. Man sagt sogar großspurig … unsere Medien sind ohne politischen Einfluss. Ob wir uns jemals bewusst angewöhnen können, Spezialisten für Stimmungskorrekturen zu werden? Wenn wir das könnten, benötigten wir kaum Psychologen. Wäre das nicht eine Idee für ein Schulfach ab der 6. Klasse? Ich möchte einen Spruch als sehr wichtig herausfiltern. Der amerikanische Schriftsteller und Philosoph Ralph Waldo Emerson (1803-1882) gab uns auf den Weg und ich wiederhole ihn:
„Ein Freund ist ein Mensch, vor dem man laut denken kann“
Es ist erwähnenswert, dass dieser Ralph W. Emerson ein Kritiker des Rationalismus (lat. ratio Vernunft) und Verfasser des 1875 nachdenkenswertem Werk „Gesellschaft und Einsamkeit“ war. Lest es mal. Man ist erstaunt, was auch jetzt noch zutrifft. Im Moment sind wir erstaunt. Wie kann man die Vernunft kritisieren?. Genau dieses ist es doch. Was ist Vernunft? Wer gibt uns vor, was vernünftig ist? Der amerikanische Journalist Ambrose Gwinnet Bierce (1842-1914 sagte nachdenkenswert:
„Vernunft: Hang zum Vorurteil“
Ist es oftmals so? Auch dies hat mit Freunden zu tun. Wir übernehmen und handeln. Haben wir nicht dennoch „viele Freunde“, vor denen wir uns nicht trauen, laut zu denken? Es sind trotzdem Freunde. Dann haben wir die Chance, unser „Denken“ auch mal umzudenken. Ebenso auch in der großen Politik. Wir müssen umdenken im Energiewandel. Alle sagen, Windräder sind prima. Keiner will sie jedoch in seiner Nähe haben. Oh je, sie machen Krach und schon werden Schilder gemalt und man geht auf die Straße. Dies ist nur ein kleines Beispiel. Was ist nun Vernunft und wer entscheidet? Wir diskutieren jahrelang, nennen es Demokratie, geben sehr viele Steuergelder für Gutachten aus und manchmal wird entschieden für das, was vor Jahren als Idee hervorgebracht wurde. John F. Kennedy sagte uns hierzu etwas Wunderbares:
„Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt,
wo die anderen erst einmal reden“
Vieles wird zerredet. Es ist traurig und oft finanziell für die Steuerzahler eigentlich unvertretbar, dass eine einleuchtende Idee zur Verbesserung des Daseins nichts bedeutet ohne Gutachten für sehr viel Geld. Beginnt hier versteckte Korruption, Vetternwirtschaft oder Lobbyismus? Politiker sollten mal die vielen Stiftungen unter die Lupe nehmen. Dort „verschwinden“ mehr Gelder, wie der Staat „im Säckl hat“. Das wahrlich Schlimme ist, dass sich politische Parteien angewöhnt haben, nicht über den Sinn und Zweck einer Idee nachzudenken, sondern Gegenargumente sammeln, da diese gute Idee nicht aus ihren Partei-Reihen kommt. Ekelhaft. Noch schlimmer ist, unter dem Deckmantel der Demokratie haut keiner dazwischen. Jeder kennt Beispiele, behaupte ich mal. Ich möchte etwas ohne Kommentar nennen. Wir sprechen oft von schwarzen Zahlen oder Nullschulden des Staates usw. Wussten sie, dass die Goldreserven der BRD soviel wiegen wie 643 Elefanten. Ein Elefant wiegt ca. 5 Tonnen und der Goldkurs schwankt. Nun gut, uns geht es ja gut. Wann kommt der Zeitpunkt, dass das in Geld umgerechnete Gold dem Volk zugute kommt? In vielleicht 15 Generationen nach uns? Gibt es uns dann noch als Spezies Lebewesen Mensch? Ob in den Reserven noch Nazigold ist? Oh je. Ich habe das nur genannt als irgendwie etwas Interessantes. Was ist z.B. hiermit? Jeder von uns kennt den Spruch und äußert ihn auch bestimmt öfter.
„Früher war alles besser“
In vielen Dingen mag man ja recht haben. Wenn wir jedoch weiterdenken, stellt sich da nicht folgende Frage? Also ist doch das, was wir heute machen, in vielleicht 20-50 Jahren gut, wenn wir dem Spruch glauben schenken können. Wird man durch diesen Spruch nicht irgendwie pessimistisch oder doch gar optimistisch? Warum ärgern wir uns also heute, wenn es in ein paar Jahrzehnten als gut erscheint? Stimmt etwa dieser Spruch nicht? Keiner weis jedoch, was Vernunft ist. Es wird oftmals in einem geschlossenen Gebiet als Land oder Staat sogar verschieden definiert. Wir sollten es als Aufforderung nehmen, in diesem Heute vernünftig handeln, damit dieser Spruch gut bewertet werden kann. Hören wir uns also zu, auch wenn ein Freund kritisiert. Wir haben doch diesen Fakt verlassen, was ein Freund ist, da wir kaum negatives hören wollen. Ein Freund ist doch wirklich nur ein Freund, der uns unmissverständlich eine gewisse „Wahrheit“ sagt und auch zuhört, was wir ihm zu sagen haben in gewisser Härte. Auch wenn es weh tut und wir genauestens wissen, dass es keine absolute Wahrheit gibt. Es gibt sie kaum. Halten wir uns doch bitte daran, was uns der dt. Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860) nannte:
„Die Wahrheit hat Zeit,
denn sie hat ein langes Leben“
Genau das ist Philosophie. Dieses ewige Suchen. Dazu gehört auch dieses laut denken. Dieses „laut denken“ vermeiden wir doch meistens, da wir ein äußeres, inneres und sehr geheimes ICH besitzen. Wir äußern nicht, was wir denken. Im stillen Kämmerlein grummeln wir vor uns hin. Wir denken unseren Teil, leider auch gegenüber Freunden. Wir wollen sie nicht verlieren und sie sollen nicht böse auf uns sein. Es wäre gut und es ist nur ein Gedanke den der römische Kaiser Mark Aurel (121-180 n. Chr.) uns hinterließ. Er meinte und recht hat er, dass jeder ein Buch schreiben sollte mit dem Titel „Ein Buch über mich selbst“. In dem Sinne keine Autobiografie, sondern Gedanken äußern. Auch die im stillen Kämmerlein. Stimmt es etwa nicht, dass, wenn wir etwas aufschreiben sehen wir nicht mehr so grummelig auf die Welt, da wir ja etwas … heraus gelassen haben? Es ist ein Weg auf der Suche nach uns selbst. Ebenso erwarten wir von anderen auch nicht die grundlegenden Gedanken über uns. Negatives mögen wir nicht. Irre ich mich? Was ist heute? Die „Medienrevolution“ in allen Köpfen denkt doch mehr darüber nach, was uns Menschen trennt, ohne bzw. nur am Rande explizit in den Vordergrund zu treiben, was wir gemeinsam besitzen und was wichtig ist für „unser Überleben“ als eigentlich doch erfolgreiche Spezies Lebewesen. Die Medien indoktrinieren uns Meinungen, die sogar als Wahrheiten „verkauft“ werden. Es gefällt uns. Wichtig ist doch nur, wie es „verpackt“ wird. Passt es zu unseren Gedanken, nehmen wir es sehr gerne auf. Sehr oft ist es unwichtig, ob wahr oder unwahr. Der dänische Philosoph Sören Kierkegaard (1813-1855) nannte uns hierzu:
„Wer zu lange ein Auge zugedrückt hat,
wird erstaunt sein, wenn ihm beide plötzlich aufgehen“
Genau dies trifft für jeden Menschen zu. Dieses kann schnell passieren oder ist gar ein schleichender Prozess. Ohne Medien ist es aber „langweilig“. Aufpassen sollten wir aber. Sie lenken uns oft von dem ab, was wir gemeinsam auch wollen. Stecken also Wahrheiten irgendwie in der Krise? Was früher wahr war, wird heute infrage gestellt. Nur ein Beispiel. Außer im Buddhismus gab es nur Mann und Frau. Nun gibt es plötzlich ein drittes Geschlecht. Was nun? War alles falsch, was früher genannt wurde? Dieses andere Geschlecht, das dann wohl intersexuell genannt ist, wird Fakt und in Gesetzen verankert. Wir sind also mit unseren Wahrheiten erweiterungsfähig. Es ist sehr wichtig, dieses Erweiterungspotential durch diverse Gedanken und Veränderungen der Realitäten. Was wird wohl noch alles kommen? Es ist gut so. Also, besonders die Kirche und jeder Einzelne von uns muss umdenken und nicht festhalten an uralten Schriften und insbesondere an altem Denken. Hier hilft der Anschluss an die Philosophie als Erweiterungsfaktor. Es ist modern geworden, mal für ein oder zwei Wochen in ein Benediktinerkloster zu gehen. Mal „in sich gehen“, sagt man. Der Slogan „bete und arbeite“ muss doch wohl überdenkenswert sein. Wo bleibt hierbei der Wunsch des Menschen nach Freude im Leben? Kann wahrlich beten und arbeiten eine Erfüllung sein? Ich weis nicht. Das Leben läuft doch an uns vorbei. Wir „gucken“ dort mal rein, finden diese Leute in ihren Gewändern wohl prima und toll. Möchten wir jedoch so leben wie diese Leute? Nein, es ist entgegen unserem Dasein. Wir wollen uns doch zuklatschen beim Leben. Es soll gut sein, dieses Leben auf diesem Planeten. Nehmen wir den einleuchtenden Satz:
„Mit nur einer Hand kann man nicht klatschen“
Also allen zuhören, vieles aufnehmen und einarbeiten in den Fluss oder Rolltreppe des Lebens. Dann können wir uns in Freude mit beiden Händen zuklatschen, da wir die einzige Spezies Lebewesen sind, die sich beim Leben sehr bewusst zusehen kann. Wir können jede Minute unseres Lebens bewusst aufnehmen, auch analysieren. Sir Winston Spencer Churchill (1874-1965) den wir als sehr einflussreichen Gegner Hitlers und auch als Nobelpreisträger für Literatur kennen, sagte einmal „Man kann mit einem Täter nicht vernünftig reden“. Ein Spruch, den wir einordnen sollten. Besonders die Erkenntnis, ob wir vernünftig mit ihm reden können. Zeigen wir Härte oder nehmen wir es auf? Zeigt es sich jedoch heute nicht gerade, wo solch viele Probleme und kriegerische Auseinandersetzungen sind, dass wir sogar mit denen sprechen sollten und auch müssen? Könnten wir nicht auch im Sinne der Philosophie und eines anstrebendem gutem Leben von denen lernen und ergründen, warum sie so sind? Schwierig. Wir wollen einfach nicht wahrhaben, dass es böse und schlechte Menschen gibt. Genau wie Armut; wir wollen diese Dinge nicht in unserer Nähe haben und schalten weg, dass es dieses gibt. Nehmen wir doch einmal diesen unsäglichen Streit, der zum Politikum geworden ist, was einige „Tafeln“ zur Versorgung Bedürftiger gemacht haben. Sie haben Flüchtlinge, die sich nicht benehmen können, ausgesondert. Ja, warum denn nicht, es gilt doch ein Hausrecht. Verweisen wir denn nicht auch Leute zu Hause zur Tür, die sich nicht benehmen können oder … lassen sie erst gar nicht rein? (diesen Satz bitte nicht so ernst nehmen) Der Streit um den Begriff Armut ist entfacht in dem Ausmaße, dass es überlegenswert wird, ob Arbeit noch attraktiv ist, wenn man ohne je arbeiten zu gehen vielleicht nur 200 Euro weniger in der Tasche hat und Lebensmittel von der Tafel holt. Es ist ein wichtiges Thema. Andersherum sollte man nicht außer acht lassen, das die Tafel in dem Sinne ebenso ein Beweis für die Absurdität des Geld-Verdienen-Systems im Ursprung war. Lebensmittel werden mit einem Verfallsdatum versehen, damit es weg geschmissen und neu gekauft wird. Diese weg geworfenen Lebensmittel sind immer noch nahrhaft, wurden eingesammelt und an Bedürftige verteilt. Der Ursprung der Tafeln hat demnach leider eine neue politische Dimension bekommen. Wir lassen zu, dass neue Bürger frech werden können. Wenn jemand aufsteht und sagt, dass er sich benehmen soll, wird er sofort Nazi genannt und Rassist. Das ist sträflich und schafft Gräben. Wir erleben doch, dass 15 junge Neubürger kommen, aggressiv alle Tische abräumen, Helfer und ältere Bürger weg drängen, in ihre Wohnstätte gehen und dies dort verkaufen. Am nächsten Tag dasselbe Spiel. Politiker sagen dann, es sind Einzelbeispiele, die nicht verallgemeinert werden sollten. Irgendwie haben alle Recht. Ich lebe ja meistens in der Türkei. Wenn ich diese kleinen Fragmente im Fernseher sehe oder hier mit Betroffenen spreche, die das in Deutschland erlebt haben, sträuben sich mir die Haare und ich denke folgendes. Wenn ich auch nur im Ansatz das tun würde, was man so hört, undenkbar in diesem Land und das ist gut so. Bin ich nun mit diesem Statement ein Nazi? Also, bleiben wir doch lieber feige und schweigen. Tun wir unseren Enkelkindern einen Gefallen damit? Es ist ein Thema, welches bewertet werden muss und nicht als „Randerscheinung“ gesehen werden darf. Nun gut, ich bin abgewichen. Habe ich jemanden verärgert? Nun weiter.
Wäre es nicht Aufgabe des jeweiligen Bildungssystems, schon im Kindesalter die Philosophie in seiner Vielfältigkeit zu erläutern, damit alle neugierig auf das Leben bleiben und auch einordnen können? Ist es denn wirklich sehr hart, wenn man sich in Ratesendungen wundert, dass viele zwar wissen, welche Schuhgröße Elvis Presley hatte, welche Unterhose Britney Spears trägt oder wie die Kinder von einem Fußballer heißen? Jedoch nicht wissen, wer Adenauer, Nietzsche, Sokrates, Heidegger, Platon, Kant oder Hitler war? Das Seltsame ist aber, wie stolz als intelligent geltend man oft aus dieser Sendung hinausgeht, wenn man eben nun mal dies mit solchen wahrlich nebensächlichen und unsinnigen Dingen über Künstler weiß. Irre ich mich und muss mich entschuldigen? Wir müssen doch Realitäten ins Auge sehen können und auch wollen. Ist es nicht Realität, dass „hinten“ immer jemand herunterfällt? Ob er es will, nicht anders kann oder nicht fähig ist. Auch die müssen wir auffangen. Als Metapher und das Wort Unkraut nicht so ernst nehmen, sagte uns die amerikanische Schriftstellerin Ella Wheeler Wilcox (1850-1919)
„Ein Unkraut ist nichts anderes als eine ungeliebte Blume“
Ich denke nicht, dass es biologisch gemeint ist. Es ist eine schwierige Aufgabe, verbohrte Meinungen, die auch schädlich sind für die Gesellschaft, in dem Sinne so zu sehen, dass wir sie als „Unkraut“ ausgrenzen und nicht mögen. Wir, die dieses ausgrenzen und publizieren, sind wir denn wahrlich „Blumen“? Wir werden nie gleichen Schrittes gehen können. Lassen wir es also zu, dass die Philosophie helfen kann. Allgemein sagt man:
„Philosophie ist die Wissenschaft von der Liebe zur Weisheit“
Sind wir nicht alle Weisheitssuchende? Genau das ist es doch. Wir müssen verstehen, neugierig zu sein, ebenso erkennen und im Hirn begreifen, keine Angst davor zu haben, dass wir auch scheitern können, was dann letztendlich auch zur Verbesserung führen kann. Scheitern ist sehr wichtig für die Entwicklung von uns als Individuum und als Gesellschaft. Es verblüfft, jedoch haben wir ein verdammtes Recht, nicht alles zu wissen. Mögen wir uns überhaupt vorstellen, alles zu wissen? Es wäre traurig, denke ich. Nachdenken über alles, das ist es. Was ist Weisheit? Weisheit ist einfach ein Verständnis von Zusammenhängen und die Herausforderung, die schlüssigste und sinnvollste Handlungsweise zu identifizieren. Ist diese Weisheit immer in der Nähe einer gewissen Wahrheit? Nein denke ich, eine absolute Wahrheit gibt es kaum. Irre ich mich? Das Gehirn ist und bleibt hungrig. Als ZEN-Weisheit sollten wir dieses aufnehmen, um zu verstehen, was ich meine mit dem … immer auf der Suche sein.
„Das Bewusstsein des Nichtwissens ist der Anfang des Zweifels, der zur Weisheit führt“
Es ist sehr wichtig, dass wir erkennen, dass wir nie alles wissen können in dieser Vielfalt des Lebens und Daseins. Genau dies fordert uns auf zur Suche. Das Buch der Philosophie liegt immer aufgeschlagen vor uns. Auch wenn wir es nicht wahrnehmen. Es ist einfach alles, was geschieht. Erkennen wir ebenso auch Zweifel? Hierzu gehört nun mal, wie es uns David Hume, Alex Huxley und andere Philosophen es nennen, dass wir nur Fortschritt erreichen können, wenn wir auch fähig sind, zu zweifeln. Beziehungsweise, wie es Machiavelli sagt, dass wir sogar Moral und Ethik überdenken sollten. Lieber aufrecht zweifeln, als das, was ich mal irgendwo gelesen habe. Es stand nachdenklich geschrieben:
„Wer kriecht, kann nicht stolpern“
Da ist ja etwas, was wir für wahr nehmen können. Wir haben viele „Kriecher“ in jeder Gesellschaft. Gehören die „Wendehälse“ nach der Wiedervereinigung Deutschlands auch dazu? Ich denke schon und kenne viele dieser Leute, da ich ja ebenso aus dem „Osten“ komme. Dieses Stolpern müssen wir doch als Fortschritt erkennen und niemals kriechen. Das Seltsame ist doch, dass wir oft für uns selbst nicht einmal erkennen, dass wir kriechen. Das haben wir doch schon vor 40.000 Jahren durch die Evolution abgelegt. Haben wir es wieder „hervorgeholt“, um unsere Ruhe zu haben? Die allgemeine Anschauung, dass, wenn es mir gut geht in den täglichen messbaren Werten wie Essen, Trinken, Wohnung und auch Geld, dann „krieche“ ich lieber, als aufrecht meine Meinung zu sagen ist sehr verbreitet und auch verständlich. Es kann nur positiv als Individuum bewertet werden, wenn es nicht zur Manie wird. Jeder hat Ideen und Gedanken als etwas Sinngebendes. Wir sprechen von Sinnstiftendem. Doch, wir brauchen dieses. Wir sollten und müssten eigentlich begreifen, dass der Mensch es ist, der Sinn stiften kann, nicht primär die Religion. Ja, es hört sich hart an, da Religionen es für sich beanspruchen. Ich denke, Religion kann helfen, jedoch primär darf der Mensch sich nicht dahinter stellen in einer gewissen Rangfolge. Ich meine hiermit eigentlich nur, dass selbstverständlich die Religionen auch Sinn stiften, aber niemals den Anspruch nehmen sollten, dass nur sie es können. Besonders heute erleben wir es doch. Es darf sich nicht weiter entwickeln, dass diese oder jene Religion in ein Menschsein eingreift, da der vernichtet werden soll, der meinen Glauben nicht annehmen will oder auch kann. Das darf und kann im Urglauben nicht als Gesetz erkannt werden oder, wie es ist, falsch gedeutet wird. Ebenso mit dem Begriff Glück. Ja, ich denke, auch Religion kann wohl glücklich machen. Es ist jedoch meiner Meinung nach so, dass Glück einfach „vorhanden“ ist. Es findet einfach statt. Es ist nicht gut, sogar schädlich, wenn wir dem Glück nachjagen.
„Glücklich ist man, wenn wir uns nicht mehr fragen, ob wir es sind“
„Wir bemerken oft kaum, wenn wir sozusagen glücklich sind. Wenn es uns verlässt, bemerken wir es sofort“
Das ist kontraproduktiv im Hirn. Erstaunt? Bitte nachdenken! Philosophie und unser Leben zielt bzw. sollte darauf zielen, unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Leider haben sich normale Bedürfnisse in wohl schreckliche Ausmaße gewandelt. Der dt. Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) als Systematiker nannte uns:
„Denn das wahre Bedürfnis der Philosophie geht doch wohl auf nichts anderes als darauf, von ihr und durch sie zu lernen“
Das heißt nichts anderes, als zu erkennen, was Philosophie so alles vermag. Es ist eben nun mal meine Meinung, wenn Philosophie, Politik und auch Glauben eine Einheit der Vernunft bilden könnte, wäre uns sehr geholfen. Mit der Philosophie könnten wir eine Art Selbstverständnis erreichen und vieles präzisieren. Ein Fehler war es wohl, dass die griechischen „Entwickler“ der Philosophie mit Beginn der Neuzeit, also mit Beginn des 15. Jahrhunderts, an den Rand gedrängt und geradezu hinausgedrängt wurden. Ein Fehler, wie ich meine. Mit Beginn der Neuzeit oder später haben wir uns „von uns“ irgendwie „abgewandt“ und durch Erkenntnisse unser Bestreben darauf gerichtet, durch Wissen die Herrschaft über die Natur zu gewinnen. Nun gut, wir könnten wohl als Spezies Lebewesen nicht überleben, wenn wir die Natur in unser Leben nicht einbeziehen. Sie würde das ja zulassen, aber in einer Extremausbeutung wie geschehen, ist wohl nachdenkenswert. Bemerkenswert ist noch, dass es mit Entwicklung der Astronomie (Astro-Stern, Nomos-Gesetz) in Griechenland, siehe Archimedes, des Öfteren die Meinung gab, dass man keine Götter mehr benötige, da diese Dinge erforscht werden können, die wir für unerklärlich hielten und uns Götter ausdachten. Wir in Mitteleuropa haben der Macht der Kirche Zuspruch oder gar Gleichgültigkeit gegeben, da man glaubte, die Wissenschaft würde es schon regeln. Ein fataler Fehler, wie ich meine, da der Staat sich oft dahinter „versteckt“. „So wahr mir Gott helfe“ sagt man bei der Vereidigung. Wenn es Mist war, kann man immer sagen … ach Gott, er hat mir nicht geholfen, ich bin unschuldig. Es ist doch heute so, dass die „Sieben Großen Schwestern“, also die sieben Ölkonzerne der Welt, die die Politik sehr eng mitbestimmen in der Ausbeutung der Erde und ihren Vorkommen im Inneren, sehr viel Geld verdienen. Sie sind wohl nicht sehr angetan vom Ausnutzen der Sonnen- oder Windenergie usw. Von der vernünftigen griechischen Philosophie sind wir zur Philosophie des Geldes gekommen und haben Inhalte „vergessen“, die wichtig sind im Miteinander. Besonders wir Deutsche müssen uns doch gefallen lassen, dass wir vor diesem „Problem“ stehen.
„Wir haben oft Probleme, obwohl wir keine haben!“
Bitte nicht so ernst nehmen oder mir über diesen Satz böse sein. Jeder Mensch hat Probleme. Seien wir doch mal ehrlich. Wir schaffen uns Probleme oder erkennen Probleme, wo eigentlich keine sind und puschen es hoch. Woran soll sich der Mensch dann noch halten, wenn Dinge um uns herum vom Geld beherrscht werden? Dann wundern wir uns, dass Glaubensrichtungen radikal werden? Es besteht jedoch der Verdacht, dass es dort auch um Geld und Macht geht. Eine gewisse Abwendung und Hinwendung zu etwas „Anderem“. Wie ein leeres Gefäß, das jetzt neu gefüllt werden muss. Wir schaffen geistige Defizite, die unserem eigentlichem Wohl und Dasein entgegen sprechen. Eine verrückte Welt! Wir könnten auch von Naturvölkern lernen. Diese haben bestimmte Orte, wo das NICHTS wohnt. Finde ich hervorragend. Wir können in dieses Nichts vieles „hineinpacken“ und dort auch ruhen lassen. Nicht als Gesellschaft, sondern jeder Bürger für sich. Glaubt mir, man merkt eine Zufriedenheit, wenn wir vieles in dieses NICHTs packen. Wo haben wir als moderne Menschen unser Nichts? Kann das jemand beantworten? Schaffen wir es uns also an. In all meinen Büchern benutze ich das Wort defragmentieren. Fragmentieren heißt nichts anderes, als etwas auch Logisches in ein Paket zu packen. Vorher war es irgendwie verstreut. Das ergibt einen Sinn, was der Computer selbständig kann und auch macht. Es ist aber nicht verschwunden. Also geben wir uns Mühe in einer Abwandlung vom PC, diese Pakete für uns individuell schon vorher zu defragmentieren. Also, Überflüssiges weg und uns nur mit Sinnvollem zu beschäftigen. Doch, das schaffen wir. Brauchen wir dazu dieses vorher aufgeführte Nichts? Irgendwie schon … denke ich. Bei vielen Dingen müssen wir auch den Mut haben, Begriffe ausbuchstabieren zu wollen. Manchmal ist ausbuchstabieren wichtiger als sofort zu definieren. Definieren ist oft so, wie … andere es wollen. Es fällt wohl manchmal schwer, es lohnt sich aber. Ich nenne jetzt eine Definition und bin der Meinung, sie müsste eingemeißelt werden und in jedem Lehrbuch stehen, da es alle Bereiche betrifft:
„WEISHEIT bezeichnet vorrangig ein tiefgreifendes Verständnis von Zusammenhängen in Natur, Leben und Gesellschaft sowie die Fähigkeit, bei Problemen und Herausforderungen die jeweils sinnvollste Handlungsweise zu identifizieren“
Einleuchtend und eindeutig. In einer Einheit mit der Philosophie ergibt es einen Sinn. Leider haben wir uns entfernt von dieser Definition. Wir lügen und lassen uns belügen. Wenn wir hier den Glauben nehmen, dann brauchen wir doch nur Gott vertrauen und wir als seine Schäflein brauchen keine Zusammenhänge mehr erkennen und nicht mehr neugierig sein. Ich weis, ein harter Satz. Es macht aber oft den Eindruck, dass es so ist. Nicht stagnieren und uns zufrieden geben, sondern das Dasein verbessern. Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) gab uns auf den Weg:
„Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird,
wenn es anders wird; aber soviel kann ich sagen,
es muss anders werden, wenn es gut werden soll“
Das Leben soll doch gut sein und werden. Haben wir etwa eine andere Aufgabe? Neugierig sein und alles hinterfragen in einer vernünftigen Art und Weise. Wir treffen täglich Entscheidungen. Das ist unser bestimmendes Dasein. Ob wir es wollen, uns wünschen oder was auch immer, wir müssen im Minutentakt Entscheidungen treffen. Ob wir aufstehen, schlafen gehen, was wir essen, trinken, ob wir alleine leben wollen, gemeinsame Ziele haben oder was auch immer, was uns als Menschen ausmacht. Wenn wir z.B. nachts aufstehen, zum Kühlschrank gehen und Durst haben, ist es eine Aufforderung für eine Entscheidung. Trinken wir Bier, Wasser oder Saft? Ist nichts von dem da oder gar alles, ist auch dies irgendwie philosophisch zu sehen, da wir auch in diesem Moment eine Erkenntnis des menschlichen Daseins empfinden. Philosophie ist nun mal in einer anderen Definition:
„Philosophie ist die Wissenschaft,
die nach den Erkenntnissen des menschlichen Daseins,
seines Denkens sowie seiner Existenz forscht“
Wir wollen das Leben auch einfach haben. Das ist nun mal unbestritten der Glaube. Es ist einfacher zu glauben, als wissbegierig zu sein und sogar pluralistisches Denken zu besitzen. Ob es nun wahrlich in den vielen Streitgesprächen eine Wissenschaft ist, lassen wir mal offen. Jedoch im vorgenanntem mit dem Kühlschrank müssen wir Entscheidungen treffen. Sind nicht diese täglichen Entscheidungen Forschungen unseres Denkens? Habe ich Angst gemacht mit diesem Beispiel? Wollen sie noch weiterlesen? Was zeichnet uns denn aus, als denkende Spezies Lebewesen? Es ist ein Leben mit täglichen, stündlichen und auch sekündlichen Entscheidungen. Wir haben nicht einmal Einfluss darauf. Einfluss, ob für das eine oder das andere schon, aber nicht darauf, dass es geschieht. Unsere Aufgabe muss es aber sein, dass, wenn wir für uns eine Entscheidung mit Ja getroffen haben, dass es nicht unbedingt ein Nein gegen eine andere Entscheidung wäre. Dieses sollten wir lernen und sogar als Thema in der Schule aufgenommen werden, da es uns das ganze Leben begleitet. Wir wollen lernen und treffen oft falsche Entscheidungen. Dies bringt uns jedoch weiter. Ebenso, wenn wir in einem Dienstverhältnis mit einem Chef oder politisch korrekt Chefin stehen. Wir entscheiden, auch wenn der oder die Vorgesetzte nicht unserer Meinung ist. Wir handeln zwar so, dass wir es so machen, wie es … der andere möchte. Innerlich haben wir aber eine Entscheidung getroffen, die auch anders aussehen kann. Leider trifft hier zu, was uns Nietzsche zu Meinungen sagt:
„Öffentliche Meinungen – private Faulheiten“
Das hat Nietzsche aber noch „niedlich“ gesagt. Private Faulheiten sind oft Feigheiten. Oftmals entscheiden wir uns auch sehr bewusst gegen uns selbst. Genau dieses ist sehr wichtig. Eine Entscheidung gegen uns bringt uns sehr weit, da es eine reale Einschätzung unseres Ichs ist. Wenn wir schmal sind und kaum Muskeln haben, uns jedoch sehr intensiv mit Boxen, Ringen, Gewichtheben oder Wrestling beschäftigen, entscheiden wir meistens gegen uns, da wir nicht so sind … wie die, die wir dort im Kampf sehen. Ebenso, wenn wir uns für Flugzeuge interessieren, jedoch nur einen Acht- Klassenschulabschluss haben, wissen wir, was einer Entscheidung gleichkommt, dass wir nie Pilot werden können. Auch das sehe ich eigentlich philosophisch. Wir wollen Weisheit erlangen und sehen den Alltag in Abschluss-Zensuren und Blättern Papier, wo etwas drauf steht über uns. Fähigkeiten, auch zum Pilot können herausgebildet werden, wenn wir den Menschen ansehen und nicht nur ein Stück Papier. Wir sehen uns kaum noch in die Augen; eher auf das Stück Papier. Habe ich recht, wenn wir mal tief in uns gehen? Es ist ebenso schon seltsam, wenn jemand eine Krawatte trägt, wird der Eindruck ein anderer. Es gibt jedoch einen Spruch, der es verändern kann. Wir kennen ja viele „Schlipsträger“. Es ist eine einfache Frage mit Inhalt, der jedoch, und so möchte ich es verstanden wissen, nicht immer zutrifft.
„Was ist der Unterschied zwischen einem Kuhschwanz und einer Krawatte? Ein Kuhschwanz versteckt das A…Loch hinten. Ein Schlips versteckt manchmal die ganze Person als A…loch“
War das ungerecht oder gemein? Bitte so auffassen, wie es gemeint ist und nicht verallgemeinern. Ebenso ist dies nie unabhängig von einer gewissen Philosophie in uns. Wir merken nicht, dass es philosophische Erscheinungen sind. Also eine gewisse Weisheitssuche. Eine Erkenntnis ist oftmals ein logisch einwandfreies Argument mit einer falschen Schlussfolgerung. Es sind Rätsel, über die wir uns oft keine Gedanken machen. Das meine ich damit, da wir alle täglich der Philosophie nicht nur begegnen, sondern auch danach handeln. Unser Leben wird von der Philosophie begleitet. Es ist die Philosophie im Alltag.
Was meine ich?
Täglich beeinflusst die Ethik unser Handeln. Wir handeln täglich moralisch und ethisch. Es wird von uns erwartet und wir erwarten es von unseren Mitmenschen. Sagen wir es sehr einfach. Es sind Grundsätze des vernünftigen Handelns. Große Denker geben uns Hinweise, damit wir es fassen können und auch als Lebenskonstruktion begreifen. Oftmals lehnen wir Vergangenheit ab, da sie schreckliche Dinge in sich hatte. Es hilft jedoch nichts. Sie gehört zu uns, diese Vergangenheit und Verfehlungen der Vernunft. Der frz. Schriftsteller und Politiker Andre Malraux (1901-1976) nannte richtig:
„Wer in der Zukunft lesen will,
muss in der Vergangenheit blättern“
Das gilt ebenso für den privaten Bereich. Denke ich jedenfalls. Es hilft. Es ist doch so, dass wir er- und begreifen wollen, wer wir sind. Wo kommen wir her, wo wollen wir hin, was machen wir hier? Der englische Philosoph Bryan Magee (geb. 1932) wagte sich an das Thema „Geschichte der Philosophie“. Verzeihung, hier „klaue“ ich viele Ideen und Gedanken. Andersherum, wie sollte sich die Welt sonst drehen, wenn wir nicht vieles „aufschnappen“, für gut befinden oder gar ablehnen. Für das Phänomen Philosophie gab uns Platon (427-347 v. Chr.) auf den Weg.
„Der Anfang aller Philosophie ist das Staunen“
Von morgens bis abends machen wir irgendetwas. Wir beschäftigen uns und nennen es Arbeit oder Tätigkeiten. Manchmal halten wir inne und fragen uns selbst, warum mache ich dies und staune? Philosophie ist wie die Unbeschriebenheit einer Fläche, die bearbeitet werden sollte. Macht es mir Spaß, ist es notwendig oder worum geht es eigentlich? Wir wissen nicht, dass dies schon philosophisches Denken ist. Es ist ja auch egal. Ich finde, wenn wir viele Dinge bewusst hinterfragen und philosophisches Grundwissen erlangen, kommen wir im Konstrukt des Daseins bedeutend weiter. Deshalb möchte ich anfangs gleich provozieren. Wäre es nicht überlegenswert, dass wir die Bildungssysteme mal umkrempeln. Als Hauptfach Philosophie. Denken sie jetzt, nun ist er verrückt geworden? Nein, es ist eine Idee. Diese Dinge wie Mathe, Physik und weitere Fächer nehmen uns die Computer ab. Grundkenntnisse und Zusammenhänge sollten wir schon bekommen und erlernen, jedoch andere komplizierte Rechnungen oder sonstiges kann die Technik besser. Als Hauptfach sollte in der heutigen Zeit des Zusammenwachsens von Völkern und Grundregeln des Verstehens der Menschen untereinander sein. Hier hat uns die Philosophie viel zu geben und wir sollten es nutzen. Wir sind doch oft in Traditionen, trotz vieler wissenschaftlicher Erkenntnisse gefangen. Ich meine hiermit die Naturvölker. Wie kann es sein, dass man die Neugierde aufgegeben hat und Traditionen befolgt. Himmelserscheinungen werden seltsam gedeutet. Es gibt Naturvölker, die z.B. bei Polarlichtern am Himmel ihre Kinder schnell und lange verstecken. Man hat ihnen erzählt, dass Polarlichter und deren Funkeln die Verbindung zwischen den Toten und Lebendigen darstellt. Kinder sollen damit nichts zu tun haben und werden eben versteckt. Andere Naturvölker hingegen stellen sich als Gesamtfamilie oder das ganze Dorf hin und winken dem Funkeln der Polarlichter freundlich zu. Ebenso hier kann die Philosophie des Denkens weiter führen, wenn wir das Staunen in eine Bahn lenken in Zufriedenheit des Daseins. Dann würden Kinder bestimmt nicht in einen dunklen Raum gesperrt. Erkenntnisse sollten nie unter den Traditionen stehen und abgelehnt werden. Ein sinnvolles Verständnis der Menschen untereinander ist wichtiger als Traditionen. Wohlgemerkt, es ist meine Meinung. Ich gebe dem österreichischem Schriftsteller Robert Musil (1880-1942) vollkommen recht mit seinem Spruch:
„Die täglichen Menschenerlebnisse sind die tiefsten,
wenn man sie von der Gewohnheit befreit“
Gehen Gewohnheiten nicht oft mit Traditionen einher? Hinweisen möchte ich hier auf das bedeutsame Werk von Robert Musil, dass man lesen sollte. Er nannte es „Der Mann ohne Eigenschaft“.
Ebenso hört es sich hart an, wenn man sagt, die Philosophie sollte die Religion übernehmen. Daher sollte ein Verständnis der Religionen verstärkt in der Schule behandelt werden. Ebenso auch Definitionen behandeln ist sehr wichtig. Zur Vergegenständlichung möchte ich das einfache Beispiel nennen. Eine Rose ist etwas tolles. Der Begriff bringt Freude und wir haben sofort einen angenehmen Geruch im Hirn und Nase. Wir denken in Bildern und Begriffen. Riecht eine Rose nicht genauso angenehm, wenn sie z.B. Distel, Kloake oder Brennnessel heißt? Ein doofes Beispiel. Rosen haben aber auch Dornen, die weh tun können. Es ist so. Im Prinzip ist es gut, dass wir sofort bei Begriffen oder Namen angenehme oder auch unangenehme Gerüche oder Bilder im Hirn haben. Wir müssen nur aufpassen und uns diesen Satz merken:
„Die Leute reden. Die Hunde bellen“
Dies sollten wir zu unterscheiden wissen oder erlernen. Fragen wir uns nicht manchmal, wie allein der Begriff Demokratie, Autokratie, Solidarität, Despotie, Empathie und viele andere Begriffe divers ausgelegt und auch definiert werden? Ich erlaube mir einfach zu nennen, wenn wir das Bildungssystem nicht ändern, haben wir Probleme in der vielleicht nächsten Generation. Hass, Unverständnis und vor allem, dass wir die Arroganz abwerfen müssen, um Verständnis für andere zu erreichen. Nehmen wir doch einmal die sehr einfache Frage und Feststellung der Philosophie „was mir gut tut, sollte allen gut tun“. Zur Verständlichmachung möchte ich einen Begriff nennen, den jeder schon gehört hat. Firmenphilosophie. Jeder Betrieb hat eine Firmenphilosophie und erläutert sie seinen Mitarbeitern. Wird es auch als Firmenphilosophie erklärt oder aufgefasst oder „nur“ als sozusagen Bestandteil des Handelns im Betrieb? Firmenphilosophie wird verstanden als das, was der Betrieb will, sich auf Werte besinnen und das Produkt nach Außen tragen möchte. Auf Kundenwünsche eingehen und neue Meilensteine erreichen. Der eine sagt, sein Produkt muss und soll umweltschonend sein, der andere fertigt nur vegane Produkte, ein anderer fertigt im Lutherjahr Männiken als Spielzeug mit Bildnis bzw. Ähnlichkeit mit dem Reformator Martin Luther. Es gibt viele Dinge in der Firmenphilosophie. Man muss zuhören. Andererseits gibt es natürlich auch Betriebe, die als Firmenphilosophie nur das Geld und noch mehr Geld sehen. Früher wurde Bernstein als „Tränen der Götter“ bezeichnet in einer Verehrung, die uns heute fehlt. Schon 1.500 Jahre v. Chr. fand man Bernstein. Die Begeisterung als Göttergleich entstand, weil Bernstein funkelte und man feststellte, dass es sogar brennen kann. Sterne konnte man darin funkeln sehen. Es musste verehrt werden, da es sogar Leben einschließen kann. Wir kennen es doch, wenn kleine Tiere darin eingeschlossen sind. Heute ein Millionengeschäft als Schmuck für den Hals oder Ringe an den Fingern. Nun gut, es war ein Beispiel, wie wichtig Philosophie des Alltag ist und wir es kaum so erfassen. Es geht jedoch sehr viel mit der menschlichen Psyche einher.
„Das müssen wir uns vorstellen wie ein Einfamilienhaus.
Wenn im Keller etwas schief läuft, wirkt sich das auf alle Etagen aus. Andersherum genauso. Vom Dachboden bis zum Keller.“
Meine Ansprüche für ein normales gutes Leben sollten für alle gelten. Die Überlegung ist doch nur, dass wir von normalen Dingen abgekommen sind. Wir nennen es Entwicklung. Das Geld kam dazwischen, die Entwicklung zu einer Wegwerfgesellschaft und Egoismus in einem schändlichem Verständnis. In der Welt haben wir festgestellt, um dieses Ziel des Geldes zu erreichen, geben wir Grundsätze ab und handeln oft, wie es ein Spruch benennt:
„Um sein Ziel zu erreichen,
zitiert sogar der Teufel aus der Bibel“
Ansonsten betrachte ich persönlich Egoismus als nicht falsch. In meinem Buch „Ich bin Egoist“ mit dem Untertitel „Pass auf, dass das Leben dich nicht übersieht“ (ISBN 978-3-95744-599-5) versuche ich den Egoismus als Positivum, ebenso als Negativum darzustellen. Allgemein jedoch mit positiven Eigenschaften, die uns voran bringen, wenn wir es richtig deuten. Wir können es nicht ändern und wollen es auch nicht. Ich denke jedoch, ein positiver Egoismus bringt uns weiter. In der Welt geschieht soviel Unbegreifliches in der Veranschaulichung dessen, was Nietzsche und andere sehr oft betonen. Dieses Gute und Böse. Wir wollen es einfach nicht wahrhaben und versuchen mittels der Humanität, wie wir es immer wieder betonen, das Böse mit Geld abschwächen. Leider hat sich das Böse und auch das Gute im Alltag so aufgestellt, wie es Erhard Blanck einmal sagte:
„Dem Bösen steht der Alltag offen,
das Gute muss auf Feiertage hoffen“Ist es nicht so, dass der sogenannte Böse jede Minute etwas macht, was böse erscheint oder auch ist? Der Gute gedenkt an einem Feiertag den tollen Taten oder was auch immer von damals. Das Böse ist immer da. Man spendet eventuell an diesem Tag, verteilt tolle Urkunden und gibt dem anderen die Hand zur Versöhnung, weil … eben Feiertag ist. Leider steckt in diesem Spruch zuviel und sehr viel Wahrheit. Destruktiv ist es. Bei allem, was ich in diesem Buch nenne, kommen wir an Friedrich Nietzsche nicht vorbei. Bitte keine Angst, er hat uns sehr viel zu nennen. In meinem Buch „Die Rolltreppe des Lebens“ (ISBN 978-3-95744-936-8) nenne ich anfangs bzw. habe den Untertitel „Eine philosophische Betrachtung unseres Ich“ genommen, dass jeder Mensch auf seine Weise ein Philosoph ist.
„Philosophie beginnt, wenn wir nicht mehr auf Religionen, Offenbarungen, Traditionen oder Autoritäten hören, sondern versuchen, die Welt mit Hilfe der Vernunft zu verstehen“
Dies bedeutet natürlich keinesfalls, dass Religionen, Traditionen oder Autoritäten „verdammt“ sein sollten, sondern vorrangig die Vernunft walten lassen sollten. Vernunft bedeutet doch auch, kritisch und skeptisch zu sein. Der tschechische Reformator Jan Hus (1370-1415) nannte uns sehr kritisch:
„Man sollte sich nicht von Gott abwenden, aber von der Kirche.
Ihr braucht EUCH, nicht den Papst“
Ich lasse es so stehen. Jeder kann sich seine Meinung bilden. Ebenso in dem Sinne konfessionsübergreifende Ideen der Vernunft. Also bitte keine Angst vor Philosophen. Philosophie bedeutet ebenfalls, Dinge des Alltags zu verstehen und die „Korridore im Hirn“ zu ordnen. Besonders philosophische Grundsätze oder Sinnsprüche lassen uns vieles verstehen. Wir sagen Aphorismen und Sentenzen dazu. Bei all diesen Dingen kommen wir an Nietzsche nicht vorbei und sollten seine Worte aufnehmen und nachdenken für unser ICH. Ihm glauben ist etwas anderes. Nietzsche als Hauptidee für dieses Buch habe ich mir erlaubt. Viele Dinge, die er uns hinterlassen hat als nachdenkenswerte Schriften, Aphorismen und Sentenzen treffen für unser Jahrzehnt, auch spätere Jahrhunderte noch zu. Nietzsche ist, und so sollten wir es verstehen, neben vielen anderen der eigentlich wichtigste Mensch, der uns helfen kann nach einem neuen Selbstverständnis. Wir können Missverständnisse aufklären. Mit uns selbst und uns als Gesellschaft. Wir haben doch oft besonders mit uns selbst Probleme unter dem Aspekt:
„Ich darf nicht alles glauben, was ich denke“
Schlimmer wird es, wenn es Menschen gibt, die uns folgendes sagen und darauf in einer Suggestion bestehen:
„Hör doch gefälligst zu, was ich denke!“
Dann kann es gefährlich werden. Hierzu ein bedeutungsvolles Beispiel. Die Geschichte von Lukas. Ich las es irgendwann, es ist beeindruckend und „begleitet“ mich. Vom österr. Schriftsteller Michael Johannes Maria Köhlmeier (geb. 1949) mit dem Titel „Das Sonntagskind“. Es geht um Gut und Böse und viele Dinge, die uns betreffen. Als der Teufel sozusagen aus dem Lichtkreis von Gott „entfernt“ wurde, musste er ja „irgendwohin“ mit den bösen Gedanken, die man ihm nachsagt. Der Teufel ist sozusagen unter uns. Sein Gegenpart als Gott ist also „dort oben“ und passt auf uns und warnt uns vor ihm. Es gibt hierzu keine Gegenthese, viele betrachten es so und schweigen. Also auf Menschen übertragen und wir nehmen es hin, dass wir alle Sünder sind. So einfach ist es. Nun diese Geschichte von Lukas:
Lukas ging eines Tages in der Einöde spazieren und traf eine alte Frau. Diese sagte ihm, dass er sich hüten muss vor bösen Menschen.
Sie sind auf der Jagd nach ihm. Sie wollen sein Glück, seine Begabung und wollen ihn berauben.
Das Kind Lukas ist erschrocken. Ich kann dir helfen sagte die Alte.
Sie gingen zum Friedhof und fanden ein altes Sargbrett mit einem Astloch. „Schneide das Stück mit dem Astloch heraus“ befahl sie ihm.
„Nimm es und trage es immer bei dir.
Wenn du auf Menschen triffst, nimmst du es und siehst durch das Astloch und es sagt dir, ob du auf eine Hexe oder einen Unterteufel getroffen bist.“ Nun beginnt es. Jedes Mal, wenn Lukas auf Menschen traf, guckte er sie durch das Astloch im kleinen Stück Holz an und jedes Mal erschrak er.
Er entdeckte nur Böses. Alle Menschen, so sagte ihm der Blick durchs Astloch, wollten ihm etwas nehmen, waren hässlich, dick und gemein.
Das Verwunderliche war, wenn er die Menschen ohne Blick durchs Astloch sah, bemerkte er gute Menschen.
Was nun? Nein, er war der alten Frau dankbar, vertraute ihr und betrachtete Menschen weiterhin durch das Astloch.
Es gefiel ihm sogar, das Böse im Menschen zu „erkennen“.
Als er sich verliebte, traute er sich nicht, durchs Astloch zu sehen. Sie wollten sogar heiraten. Kurz vor der Hochzeit konnte er nicht anders und sah seine Braut durch das Astloch beim schlafen an und sah nur Böses. Er verließ sie sofort und verschloss sich allen Menschen. Er zog sich aus dem Leben zurück. Er vereinsamte in seiner Grummeligkeit auf die Menschen. Er ging in hohem Alter aber nochmals auf die Wiese, wo er vor Jahrzehnten die alte Frau traf. Dort begegnete ihm ein junger fröhlicher Mann, der ihm sagte: „Lukas, ich bin ein Engel und hole dich ab zum Tod.“ Ich bin noch nie einem Engel begegnet und habe der alten Frau vertraut, die für mich ein Engel war. Nein, entgegnete ihm der junge Mann.
„Dieses Astloch im Brett war das Auge des Teufels. Jedes Mal, wenn du durchgesehen hast, warst du wie er, also der Teufel.“ Wie kam es?
Lukas gab der alten Frau damals einen Blechknopf, weil sie verlangte, für den Hinweis mit dem Astloch eine Entlohnung zu bekommen.
Siehst du, sagte der junge Mann, ein Engel nimmt keine Belohnung für Tipps.
„Du bist ein Trottel, was fange ich mit dir an? In den Himmel willst du nicht, weil du ihm nicht vertraust, die Hölle hast du ja schon kennengelernt und für die Erde bist du schon zu alt.“
Dieser Lukas starb wohl einsam und verlassen.
Eine gute Geschichte, die uns nachdenken lässt. Ob Lukas trotzdem zufrieden war mit seinem ewigen Misstrauen und nur Schlechtes erkennbarem? Ich weis es nicht. Ich bitte aber darum, es richtig zu verstehen. Skeptizismus ist wohl immer angebracht, der positiv ist. Jedoch in allem etwas Schlechtes zu sehen, zu glauben oder zu erkennen ist schändlich. Es gibt aber solche Menschen. Was ist nun böse und was ist gut? Diese Geschichte ist auch eine Philosophie für uns. Was erkennen Sie als Leser, was meine ich als Autor und wie stehen wir in einer Beziehung zu allem? Passt es nicht zu dem Spruch, den ich vorher nannte, dass man nicht alles glauben soll, was man denkt? Nun wieder etwas anderes. Jedem von uns ist, ob in der Schule oder im Gespräch mit anderen Menschen, der Name des großen Denkers und Philosophen Friedrich Nietzsche (1844-1900) aufgefallen. Wir dürfen keine Angst haben vor Weisheiten, die Nietzsche nennt und von vornherein denken, dass er zu schwierig ist und man überfordert sein könnte. Nein, ran an Nietzsches Ideen. Es gibt natürlich sehr viele Kritiker, die sogar behaupten, dass viele Philosophen versagt haben. Das gibt es in jeder Richtung des Lebens. Wäre es nicht besser, wenn wir alles so sehen, wie es der amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison (1847-1931) einst sagte:
„Ich habe nicht versagt,
ich habe mich nur mit 10.000 anderen Dingen beschäftigt“
So soll es sein, wenn man einem etwas vorwirft. Dann wird es friedlicher. Übrigens, wir kennen Edison meistens nur als Erfinder des Telefons. Nein, er hat ebenso die Diktiermaschine, die Kohlefadenglühlampe, ein Mikrofon, das Aerophon, den Projektor, das Megaphon und den Eisen-Nickel-Akkumulator erfunden. Das Telefon und die Telegraphie hat er bedeutend weiter entwickelt. Bei so vielen Dingen sei es doch wohl gestattet, dass er uns dieses nennt mit dem „Versagen“. Das passiert allen Menschen und auch Philosophen. Das wollte ich nur nennen, da wir sehr schnell jemanden wegen eines Fehlers oder wegen eines unüberlegten Ausspruchs Versagen vorwerfen. Versteht ihr, was ich meine, liebe Leser? Gerade in der heutigen Zeit werden einige Wörter eines sehr langen Satzes herausgerissen und sofort angeklagt als Feind der Gesellschaft oder sonstiges. Nun wieder Nietzsche. Bestimmt benutzen wir sogar einige Lebensweisheiten, Aphorismen oder Sentenzen von ihm. Haben jedoch nie Anlass, uns mit seiner für uns als Menschen zutreffenden Gedankenwelt zu beschäftigen. Meistens entnehmen wir aus seinen großen Denkprozessen über uns nur Teilfragmente. Ich möchte den Lesern diesen Philosophen etwas näher bringen und erlaube mir, zu erläutern, wie ich als Autor denke und was er eventuell meint mit seinen Schriften und dem hinterlassenem Schriftwerk. Ich möchte aber bemerken, dass meine Denkweisen über seine Schriften keinerlei juristisch relevanten Anspruch haben oder als Wahrheit zu interpretieren ist. Bitte, es sind nur meine Gedanken über einen Menschen den ich verehre. Nietzsche wird sehr oft missverstanden und ebenso ausgenutzt für auch kriegstreibende Machenschaften von Führern der Menschheit. Hierfür möchte ich anfangs in diesem Vorwort etwas benennen, was Nietzsche sein Leben lang mutig gesagt hat:
„Ihr braucht mir nicht glauben, denkt aber bitte darüber nach!“
