Das Dunkel der Vergangenheit - Anja Buchmann - E-Book

Das Dunkel der Vergangenheit E-Book

Anja Buchmann

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Beschreibung

Düstere Geheimnisse bleiben nicht für immer verborgen und können im schlimmsten Fall Leben kosten. Die vier kriminalistischen Kurzgeschichten dieses Bandes bieten abwechslungsreiche Einblicke in die Abgründe der menschlichen Natur.

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Seitenzahl: 29

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Inhaltsverzeichnis

DAS DUNKEL DER VERGANGENHEIT

DIE AKTE SOPHIE

JOHANNES

DER GAST

MORD IN FOLGE

DIE AUTORIN

Impressum

DAS DUNKEL DER VERGANGENHEIT

Vier Kurzgeschichten mit Thrill

von

Anja Buchmann

DIE AKTE SOPHIE

Ein Knacken nur, doch Sophie war sofort hellwach. Sie tastete nach dem Schalter ihrer Nachttischlampe, stieß dabei den Wecker um. Obgleich von ihr selbst verursacht, ließ das Geräusch sie erneut zusammenzucken. Ihr Herz raste. Ihr Atem ging stoßweise. Sie konnte das rhythmische An- und Abschwellen ihrer Halsschlagader spüren. Das Blut rauschte in ihren Ohren.

Endlich hatte sie den Schalter gefunden. Das Licht beruhigte sie ein wenig. Ängstlich lauschte sie in die Nacht hinein. Nicht nur in ihrer Wohnung war es still, selbst der sonst allgegenwärtige Verkehrslärm war nicht auszumachen. Selten kam sie in den Genuss dieser Stille. Für gewöhnlich begleitete das stetige Rauschen des Verkehrs ihr Einschlafen ebenso wie ihr Erwachen. In dieser Nacht war ihr die Ruhe alles andere als willkommen. Vielmehr empfand sie sie als beängstigend.

Der Motor ihres Kühlschranks sprang an und ließ ihr Herz für einen Moment aussetzen. Sie sprach sich selbst Mut zu. Das Geräusch, das sie aus dem Schlaf gerissen hatte, war bestimmt nicht von der Eingangstür gekommen. Niemand versucht bei mir einzubrechen. Ich bin allein in der Wohnung und vollkommen sicher.Noch bevor sie dieses Mantra wiederholen konnte, erkannte sie, dass es nicht jenes Knacken gewesen war, das sie geweckt hatte. Nein, sie war aufgewacht, weil sie den Horror ihres Traumes nicht länger hatte ertragen können. Nicht das Geräusch hatte ihren Körper in Alarmzustand versetzt, die Bilder ihres Traumes waren es gewesen. Und dies war nicht zum ersten Mal geschehen. Die Albträume plagten sie nun schon einige Nächte. Dennoch waren ihre Erinnerungen daran nach wie vor zu undeutlich, als dass sie den Inhalt erfassen konnte.

Ihr Blick schweifte durch das Zimmer, ganz so, als hoffte sie dort die Antwort zu finden. Ihre Augen blieben an einem Regal hängen. Dort hatte sie sie verstaut, die Akte, mit der alles angefangen hatte. Ihr Chef hatte sie gebeten, das Schriftstück mit nach Hause zu nehmen. Er hatte ihr eingeschärft, gut darauf achtzugeben, aber auf keinen Fall hineinzuschauen. Solche Heimlichtuerei war sonst nicht seine Art. Anwälte galten nicht unbedingt als die offensten, freundlichsten Menschen, doch Sophies Chef war stets liebenswürdig und eine echte Frohnatur. Das Verhältnis zu ihr, seiner Anwaltsgehilfin, war ein herzliches. Schon deshalb hatte sie ihm seine Bitte nicht abschlagen können. Nun wünschte sie, sie hätte sich verweigert, denn seit diese Akte sich in ihrer Wohnung befand, schreckte sie jede Nacht aus dem Schlaf hoch.

Mehr als einmal war sie versucht gewesen, die Akte zurück ins Büro zu bringen. Doch was sollte sie ihrem Chef sagen? Sorry, aber das Ding verursacht Albträume? Das hörte sich dermaßen lächerlich an, wusste sie schließlich, dass ein harmloser Stapel Papier keine schlaflosen Nächte bewirken konnte. Insbesondere da sie nicht einmal den Inhalt kannte. Sie verhielt sich einfach kindisch. Die Albträume und Ängste kamen wahrscheinlich nur daher, dass sich ihr Chef so geheimtuerisch verhalten hatte. Er hatte so getan, als enthielte die Akte hochbrisantes Material, dazu geeignet, eine weltumspannende Verschwörung aufzudecken.

Das war natürlich totaler Blödsinn, war ihr Chef Hans doch kein Geheimagent im Dienste Seiner Majestät, sondern Anwalt für Familienrecht, Schwerpunkt Scheidungen. Nicht, dass er nicht knallhart sein konnte, wenn es darum ging, das Beste für einen Mandanten oder eine Mandantin herauszuholen, doch selbst Sophies ausgeprägte Fantasie reichte nicht aus, um sich diesen väterlichen, leicht untersetzten Mann vorzustellen, wie er des Nachts durch die Straßen schlich und sich an gefährlichen Orten mit zwielichtigen Gestalten traf.

Ihre Vorstellungskraft genügte jedoch, um im Zusammenhang mit der Akte die tollkühnsten Verrücktheiten zu ersinnen. Schon als sie