Das Erste Hilfe-Büchlein gegen Propaganda - Caitlin Johnstone - E-Book

Das Erste Hilfe-Büchlein gegen Propaganda E-Book

Caitlin Johnstone

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Beschreibung

Anhand messerscharfer Beobachtungen fühlt Caitlin Johnstone dem Zustand westlicher Gesellschaften auf den Zahn: Sind unsere Demokratien wirklich auf den Willen des Volkes ausgerichtet? Haben wir an der Wahlurne Gestaltungseinfluss, oder werden die wichtigen Entscheidungen nur noch durch Interessengruppen und Lobbyisten bestimmt? Werden wir von klein auf durch eine breit ausgerichtete Propaganda geformt, die es immer schwieriger macht, sich eine eigene Meinung zu bilden? Durch Johnstones schonungslose Analyse der Methoden und Auswirkungen von Propaganda wird klar: Wir müssen jetzt handeln, bevor es zu spät ist. In Zeiten von Fake News und einer Künstlichen Intelligenz, die jede Information fälschen und für fremde Zwecke nutzbar machen kann, müssen wir unbedingt unsere Fähigkeit zum selbstständigen Denken zurückgewinnen!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 147

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Ebook Edition

Caitlin Johnstone

Kleines Erste-Hilfe-Büchlein gegen Propaganda

Wie wir unseren Verstand in einer verrückten Welt bewahren können

Mit einem Vorwort von Rainer Mausfeld

Aus dem Englischen von Yuki Tochigi

Alle Artikel sind zunächst auf Englisch auf dem Blog der Autorin erschienen. Sie sind online abrufbar unter: https://caitlinjohnstone.com/.

Mehr über unsere Autoren und Bücher:

www.westendverlag.de

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

ISBN 978-3-98791-032-6

© Westend Verlag GmbH, Frankfurt/Main 2023

Übersetzung: Yuki Tochigi

Redaktionelle Mitarbeit: Lyudmila Zinner

Umschlaggestaltung: Westend Verlag, Frankfurt am Main

Inhalt

Titel

Vorwort zur deutschen Ausgabe

Westliche Nachrichtenmedien existieren, um Propaganda zu verbreiten

Massenmedien verteidigen aggressiv die imperiale Propagandafirma Bellingcat

CNN-Reporter sagt, er dürfe nicht berichten, wenn Russland ein ukrainisches Waffendepot angreift

CEO von Lockheed Martin bewirbt sich um Mitgliedschaft im CFR-Vorstand

Wired schwärmt von Pete Buttigeig mit atemberaubender Überschwänglichkeit

Das verdeckte Imperium der USA

Australien verschärft seine Zensur- und Propagandakampagne weiter

Das Dümmste, was das Imperium uns glauben machen will

15 Gründe, aus denen Mitarbeiter der Massenmedien wie Propagandisten handeln

IMedienbesitzer

II»Wenn Sie etwas anderes glauben würden, säßen Sie nicht hier.«

IIIJournalisten lernen das Gruppendenken der Etablierten, ohne dass es ihnen gesagt werden muss

IVMitarbeiter der Massenmedien, die sich dem Gruppendenken nicht fügen, werden zermürbt und hinausgedrängt

VMitarbeiter der Massenmedien, die zu weit aus der Reihe tanzen, werden entlassen

VIAngestellte der Massenmedien, die sich dem Diktat anpassen, können ihre Karriere vorantreiben

VIIBei öffentlichen und staatlich finanzierten Medien ist der Einfluss offensichtlicher

VIIIZugangsjournalismus

IXSie werden von Regierungsbehörden, die ihre Informationsinteressen durchsetzen wollen, mit »Knüllern« versorgt

XInteressen der Klasse

XIDenkfabriken

XIIDer Rat für auswärtige Beziehungen

XIII Werbung

XIVVerdeckte Infiltration

XVOffene Infiltration

Liberale sind tyrannische Imperialisten

Fürs Protokoll: NPR ist US-Staatspropaganda

Washington sagt »Journalismus ist kein Verbrechen« und arbeitet gleichzeitig an der Kriminalisierung des Journalismus

Mehrere US-Beamte am Welttag der Pressefreiheit mit US-Assange-Heuchelei konfrontiert

Die USA könnten eine Trennung von Medien und Staat gebrauchen

Befreit diejenigen, die Missetaten der Regierung aufdecken, und sperrt diejenigen ein, die versuchen, sie zu vertuschen

Ideologische Echokammern machen uns alle dumm

Der Kreml hat sich nicht selbst getötet

Es ist gut, wenn Idole von Podesten gestoßen werden

Technik wäre in Ordnung, wenn wir nicht von Monstern regiert würden

Flucht aus dem Gefängnis der Mainstream-Kultur

Sie sind nicht mangelhaft, Sie werden nur von Idioten regiert

Unsere Systeme belohnen Dysfunktion und Zerstörung

Die totalitäre Dystopie ist bereits da

Das größte Problem der westlichen Linken ist, dass es sie nicht gibt

Niemand muss sich zwischen Glück und Information entscheiden

Anmerkungen

Orientierungspunkte

Titel

Inhaltsverzeichnis

Vorwort zur deutschen Ausgabe

Die Beeinflussung unserer Gesellschaft durch Propaganda ist ein zentrales – vielleicht das bedeutendste – Thema unserer Zeit. Denn wenn der gesamte Denkraum manipulativ verzerrt und verdreht ist, werden auch geeignete politische Lösungen für drängende gesellschaftliche Probleme im Wortsinn undenkbar. Die australische Journalistin Caitlin Johnstone stellt sich in ihren kämpferischen und mutigen Texten den Propagandisten dieser Welt entgegen. Unermüdlich und furchtlos schreibt sie über aktuelle Entwicklungen, fühlt falschen oder verdrehten Meldungen auf den Zahn, berichtet und analysiert.

Johnstone nimmt zuvorderst die US-amerikanische Öffentlichkeit ins Visier, ihre messerscharfen Analysen gelten jedoch gleichermaßen für den gesamten westlichen Raum, da diese Manipulationstechniken und Medienstrategien derselben langen Tradition einer Demokratieabwehr entspringen. Wo Sheldon Wolin davon spricht, dass der Geist der Bürger in einem »hermetisch abgeriegelten Gewölbe eingeschlossen« sei, spricht Johnstone vom »Rand der narrativen Matrix«, den sie unbeirrbar zu überwinden sucht.

Lesen Sie gründlich und nehmen Sie diese klugen und scharfsinnigen Texte zum Anlass, mit verstärkter Wachsamkeit und neuer Lust auf Veränderung in die Welt zu treten!

Rainer Mausfeld, 8. August 2023

1

Westliche Nachrichtenmedien existieren, um Propaganda zu verbreiten

20. Mai 2023

Das am meisten übersehene und unterschätzte Phänomen in unserer Gesellschaft ist die Art und Weise, wie einheimische Propaganda dazu benutzt wird, die Wahrnehmung und das Denken der westlichen Bevölkerung über ihre Welt zu formen.

Normalerweise hört man das Wort »Propaganda« im Mainstream-Diskurs nur, wenn es um Dinge geht, die andere Länder ihren eigenen Bürgern antun oder Teil ausländischer Beeinflussungsoperationen sind, obwohl in der überwältigenden Mehrheit der Fälle, in denen wir in unserem täglichen Leben Propaganda erlebt haben, der Anruf aus dem eigenen Haus kam.

Die westlichen Medien haben in letzter Zeit ihre Rolle als Propagandisten für das zentralisierte US-Imperium mehr als sonst offengelegt. Hier sind einige aktuelle Beispiele.

Massenmedien verteidigen aggressiv die imperiale Propagandafirma Bellingcat

Bild 1

Westliche Medien haben sich selbst überschlagen, um Elon Musks wiederholte Kommentare zu verurteilen, in denen er das vom Imperium finanzierte Recherchenetzwerk Bellingcat beschuldigt, »Psyops«1 zu betreiben. Gemeint sind damit die Teilbereiche der psychologischen Kriegsführung, die in Konflikten des Kalten Krieges zwischen Atommächten, die sich nicht direkt gegenübertreten können, immer wichtiger werden. Eine Anschuldigung, die, wie Aaron Maté für The Grayzoneerklärt,1 völlig angemessen und richtig ist. Bellingcat wird von westlichen Regierungen dafür bezahlt, das Informations-Ökosystem so zu manipulieren, dass es den Interessen des westlichen Imperiums dient, was genau das ist, was psychologische Kriegsführung2 ausmacht.

Diese offensichtliche Tatsache hat die Massenmedien, die Bellingcat in ihrer Berichterstattung häufig zitieren, nicht davon abgehalten, die Institution zu verteidigen. Aric Toler von Bellingcat wurde in die MSNBC-Sendung »All In with Chris Hayes« eingeladen3, um die Einrichtung zu verteidigen, ohne dass seine Aussagen auch nur im Geringsten infrage gestellt wurden, und Mainstream-Politiker wie Jake Tapper von CNN erklärten die Propagandaeinrichtung auf Twitter zu einem Leuchtturm der journalistischen Integrität.4

»Bellingcat ist eine großartige journalistische Organisation«, tweetete Tapper. »Umgekehrt verlinkte Musk einmal einen verrückten Artikel über Paul Pelosi im Santa Monica Observer, einer Website, die 2016 behauptete, Hillary Clinton sei gestorben und durch ein Körperdouble ersetzt worden.«

Umgekehrt hat Tapper einmal getwittert, dass jeder, der sich für den Krieg in Syrien interessiert, Bana Alabed folgen sollte5, einem siebenjährigen Mädchen, das selbst für einen eklatanten imperialen Psyop benutzt wurde6 und sowohl von Bellingcat7 als auch von CNN8 unterstützt wird.9

Bild 2

Wie Alan MacLeod vor einigen Jahren für Mintpress News dokumentierte10, wird Bellingcat nicht nur von westlichen Regierungsquellen wie dem CIA-nahen National Endowment for Democracy finanziert, sondern ist auch mit zahlreichen westlichen Militär- und Geheimdienst-»Veteranen« besetzt. Die Art und Weise, wie die Massenmedien diese offensichtlich korrupte Institution ständig loben und verteidigen und gleichzeitig routinemäßig ihre Arbeit zitieren, würde ich als Informationswäsche bezeichnen: Erst erzählen sie ihrem immens großen Publikum, dass dieses Regierungspropaganda-Outlet eine vertrauenswürdige Informationsquelle ist, und dann zitieren sie diese Informationen in ihrer Berichterstattung über die Feinde ebendieser Regierungen.

Bellingcat nämlich wäre an sich nicht destruktiv und giftig; was es destruktiv und giftig macht, ist die Art und Weise, wie westliche Medien es ständig verstärken und bestätigen, indem sie seine Behauptungen unter dem Deckmantel von Nachrichten veröffentlichen, ohne jemals die massiven Interessenkonflikte des Unternehmens gegenüber ihrem Publikum offenzulegen. Es ist ein selbstbestätigender Kreislauf der Kriegspropaganda.

CNN-Reporter sagt, er dürfe nicht berichten, wenn Russland ein ukrainisches Waffendepot angreift

Nachdem die ukrainische Regierung behauptet11 hatte, sie habe am Donnerstag 29 von 30 von Russland abgefeuerte Raketen abgeschossen, fragte CNN-News-Central-Moderatorin Brianna Keilar den Auslandskorrespondenten Sam Kiley, ob an den Behauptungen Russlands, eine seiner Raketen habe ein ukrainisches Waffendepot getroffen, etwas dran sei.12

»Sam, Russland hat behauptet, ein ukrainisches Waffendepot getroffen zu haben, ist da etwas Wahres dran?«

»Es kann sein, aber wenn es so wäre, dürften wir es nicht melden«, antwortete Kiley. Er fügte hinzu: »Wir wissen es einfach nicht«, und räumte ein, dass »eine Rakete fehlt und wir nicht wissen, wo sie hin ist.«

Als Erklärung für die Undurchsichtigkeit von CNN in dieser Angelegenheit sagte Kiley, dass »dies Teil der Bemühungen der Ukrainer ist, um sicherzustellen, dass die Russen es nicht schaffen, ihr Feuer und ihre Ziele auf Grundlage der Informationen, die sie von uns erhalten, anzupassen.«

Dies wäre ein normaler Kommentar, den man von der ukrainischen Regierung oder den ukrainischen Staatsmedien erwarten würde, aber wenn CNN-Reporter offen sagen, dass der Sender die Informationsinteressen des ukrainischen Militärs schützt, anstatt über objektive Fakten vor Ort zu berichten, ist das ein Eingeständnis, dass CNN als Kriegspropagandanetzwerk für eine ausländische Regierung arbeitet. Dies ist keine unparteiische Berichterstattung, sondern ein amerikanischer Nachrichtensender, der über ein fremdes Land berichtet und als direkter Teilnehmer am Krieg dieses Landes agiert, als ob er selbst in einem kriegerischen Konflikt mit Russland stünde.

Und das ist natürlich nur ein offenes Eingeständnis dessen, was schon lange vor Beginn dieses Krieges13 offensichtlich14 war: dass die westlichen Medien glauben, es sei ihre Aufgabe, die Interessen des zentralisierten US-Imperiums zu fördern und die Interessen Russlands zu untergraben. Mit anderen Worten: Sie sind Propagandisten.

CEO von Lockheed Martin bewirbt sich um Mitgliedschaft im CFR-Vorstand

Bild 3

Eli Clifton von Responsible Statecraft berichtet15, dass unter den zehn Kandidaten für die Mitgliedschaft im Vorstand der immens einflussreichen Denkfabrik16 Council on Foreign Relations auch James Taiclet, der Vorsitzende und CEO des wohl größten Waffenhändlers der Welt, Lockheed Martin, ist. Die Mitglieder des CFR müssen für oder gegen die gesamte Liste stimmen, sie können hingegen nicht für oder gegen bestimmte Kandidaten stimmen.

Clifton stellt fest, dass CFR bereits jetzt mehrere Führungskräfte aus dem militärisch-industriellen Komplex in seinem Vorstand hat:

»Dem Vorstand des CFR, einer in New York ansässigen Denkfabrik, die sich auf die Außenpolitik der USA und internationale Beziehungen konzentriert, ist es nicht fremd, Personen aus der Waffenindustrie mit einzubeziehen. Vorsitzender des CFR ist David Rubenstein, Mitbegründer und Co-Vorsitzender der privaten Beteiligungsgesellschaft und auf die Rüstungsindustrie ausgerichteten Carlyle Group, dem Vorstand17 gehören zudem derzeit Meghan L. OʼSullivan, Vorstandsmitglied von Raytheon, und Frances Townsend, Direktorin bei Leonardo Systems, einem in Virginia ansässigen Waffensystemunternehmen, an. (In der CFR-Biografie von Townsend wird ihre Rolle bei der Waffenfirma nicht erwähnt, aber Leonardo Systems führt ihre CFR-Vorstandsmitgliedschaft in ihrer Biografie auf ihrer Website auf).«18

Wenn ich sage, dass der CFR immens einflussreich ist, dann meine ich damit, dass er immens einflussreich ist.19 Seine Mitgliedschaft erstreckt sich über die wichtigsten Medieninstitutionen der westlichen Welt, und er war einmal Gastgeber einer Podiumsdiskussion20, bei der ein ehemaliger Beamter des Außenministeriums, der auch Redakteur des Time Magazine war, offen die Praxis des Einsatzes von Propaganda befürwortete, um die Denkweise von Amerikanern zu beeinflussen.21

Bild 4

Außenpolitische »Denkfabriken« sind häufig nichts anderes als Einflussoperationen für den militärisch-industriellen Komplex, und das Informationsumfeld des globalen Nordens würde sich erheblich verbessern, wenn sich mehr Menschen dessen bewusst wären. Daher ist es erfrischend ehrlich, nun vor Augen geführt zu bekommen, dass diese Institutionen nicht mehr nur von der Kriegsindustrie finanziert22, sondern direkt von der Kriegsindustrie geleitet werden.

Noch ein bisschen mehr von Clifton:

»Letztes Jahr fragte Responsible Statecraft Taiclet, ob der Erhalt von Pentagon-Verträgen in Höhe von 75 Milliarden Dollar im Haushaltsjahr 2020 – das Anderthalbfache der Budgets des Außenministeriums und der Agentur für internationale Entwicklung – ein vernünftiges Gleichgewicht der Ausgaben darstelle und ob es die nationalen Prioritäten der USA widerspiegele. Taiclet verteidigte die Budgetzuteilung, die dem von ihm geleiteten Unternehmen zugutekam, und antwortete, dass dies ›Sache der US-Regierung‹ sei, und behauptete: ›Es liegt nur an uns, zu tun, worum wir gebeten wurden, wir versuchen einfach, dies auf effektivere Weise zu tun, das ist unsere Rolle.‹23

Seine Behauptung erklärt allerdings nicht, warum Lockheed im letzten Jahr mehr als 13 Millionen Dollar für Lobbyarbeit bei der Bundesregierung ausgab und seine Lobbyarbeit auf den Verteidigungshaushalt konzentrierte, wie OpenSecrets berichtet.«24

Eines Tages werden wir mit Entsetzen auf die Tatsache zurückblicken, dass Kriegsprofiteure nicht nur existierten, sondern dass es ihnen legal erlaubt war, Lobbyarbeit bei der Regierung zu leisten, um die Kriegstreiberei zu verstärken und Denkfabriken zu nutzen, um die öffentliche Zustimmung zum Krieg zu erzeugen.

Wired schwärmt von Pete Buttigeig mit atemberaubender Überschwänglichkeit

Bild 5

Dieses Beispiel ist etwas heiterer und weniger folgenreich als die anderen, aber es ist ebenso bezeichnend für die Art von Menschen, die für westliche Nachrichtenmedien arbeiten.

In einem Artikel mit dem Titel »Pete Buttigieg liebt Gott, Bier und seinen Elektro-Mustang« und dem Untertitel »Sicher, der US-Verkehrsminister denkt über den Bau von Brücken nach. Aber die Infrastruktur nimmt nur einen kleinen Teil seines umfangreichen Denkens sein«, schreibt Virginia Heffernan von Wired den folgenden Absatz:

»Als Minister Buttigieg und ich uns an einem Nachmittag im Frühjahr in seinem untermöblierten Eckbüro unterhielten, wurde mir langsam klar, dass sein Kabinettsjob nur einen bescheidenen Teil seiner kognitiven Fähigkeiten erfordert. Weitere geistige Kapazitäten werden, kein Scherz, der Ilias, der puritanischen Geschichtsschreibung und Knausgårds ImFrühling zugewandt – allerdings nicht im norwegischen Original (Faulpelz). Glücklicherweise war er bereit, eine weitere Apsis in seinem kathedralenartigen Geist zu nutzen, um mir seine Ideen zu drei großen Themen – Neoliberalismus, Männlichkeit und Christentum – verständlich zu machen.«25

Mein Gott, das ist ein Meisterwerk. Wohl besser als Heffernans Loblied auf Hillary Clinton von 2016, in dem es heißt: »Vielleicht ist sie mehr als eine Präsidentin. Vielleicht ist sie eine Idee, eine weltgeschichtliche Heldin, das Licht selbst. Die Präsidentschaft ist zu klein für sie.« Besser noch als Heffernans Beschreibung der Berufsverrückten26 Louise Mensch als »die ›Sy‹ Hersh unserer Zeit«27.

Wir empfehlen: Kalte Kneipp´sche Armgüsse vertreiben Müdigkeit und machen schlagartig frisch – probieren Sie es!2

2

Das verdeckte Imperium der USA

17. Juni 2023

In einem Interview kurz vor seinem Tod sagte Daniel Ellsberg1, dass die USA ein »verdecktes Imperium«2 betreiben: Ich halte das für eine hervorragende Art, auszudrücken, wie ein riesiger, weltumspannender Haufen von Nationen sich konsequent im Einklang mit dem Diktat Washingtons bewegt, wobei aber alle diese Nationen ihre offiziellen Flaggen und ihre offiziellen Regierungen behalten und das Ganze auf diese Weise nicht wie ein Imperium aussehen lassen, obwohl es in jeder Hinsicht wie eines funktioniert.

Das lässt sich an vielem ablesen: Etwa schenken wir der Tatsache, dass alle einflussreichen Medienplattformen im Besitz extrem reicher Leute sind, in deren Interesse es liegt, unsere Aufmerksamkeit auf Kulturkämpfe und Wahlen umzulenken, um uns von Klassenkämpfen und Protesten fernzuhalten, wirklich nicht genug Aufmerksamkeit.

Es ist zudem kaum zu glauben, dass die Behauptung, das FBI würde ständig psychisch kranke Menschen darauf vorbereiten, sich an Terroranschlägen zu beteiligen, einen wie einen Verrückten klingen lässt, obwohl das eine gut dokumentierte Tatsache ist, über die wir aus unerfindlichen Gründen fast nie reden.3

Das einzige Mal, dass Trump von den Massenmedien gelobt wurde, war, als er Syrien bombardierte.4 Das einzige Mal, dass Biden von den Massenmedien verurteilt wurde, war, als er sich aus Afghanistan zurückzog.5 Vielleicht ist da irgendwo eine Lektion versteckt?

Die Veröffentlichung eines Artikels in der New York Times, in dem ukrainische Nazis für das Tragen von Nazi-Insignien kritisiert werden, und zwar nicht, weil Nazismus falsch ist, sondern weil es sich um schlechte Kriegspropaganda handelt, war unglaublich bezeichnend für die New York Times.6

Bild 6

In dem Artikel wird sogar zugegeben, dass westliche Reporter, das Problem nicht anerkennen wollten7, um nicht Teil der »russischen Propaganda« zu werden, und dass sie sogar ukrainische Soldaten aufgefordert haben, die Nazi-Abzeichen vor der Aufnahme von Fotos abzunehmen8. Wenn man über etwas nicht berichtet, weil es den Propagandabemühungen der eigenen Seite schaden würde, dann ist man kein Journalist, sondern ein Propagandist.

Das Lustige an der »Nazis-in-der-Ukraine«-Kontroverse ist, dass Nazis in der Ukraine nicht einmal das stärkste Argument gegen einen Stellvertreterkrieg des Westens in diesem Land sind. Die westlichen Propagandisten könnten einfach sagen: »Ja, die Ukraine hat ein Nazi-Problem, aber wir glauben, dass die Vorteile des Schutzes der ukrainischen Demokratie die Nachteile überwiegen, die sich daraus ergeben, dass einige Skinheads hier und da Raketenwerfer bekommen« oder so ähnlich, und die meisten Westler würden es schlucken. Es gibt einen einzigen Grund, warum Propagandablätter wie die New York Times das Bedürfnis haben, dieses Thema immer wieder aufzugreifen, die Gemüter der Menschen zu manipulieren und sie in die Irre zu führen: Sie sind so sehr daran gewöhnt, die vollständige und totale Kontrolle über die US-Außenpolitik zu haben, dass es ihnen gar nicht in den Sinn kommt, auch nur das kleinste Stückchen Boden abzutreten oder auch nur die offensichtlichsten Eingeständnisse zu machen, zumindest, um sich nicht vollkommen lächerlich zu machen.

Die Welt wird von Schurken und Tyrannen regiert, von denen die schurkischsten und tyrannischsten viel Energie darauf verwenden, ihre Bevölkerungen davon zu überzeugen, dass nur andere Länder von Schurken und Tyrannen regiert werden. Sollten die Menschen und ihre digitalen Aufzeichnungen den nächsten Atomkrieg auf der Erde überleben, so wird sich zeigen, dass wir jeden Tag eindeutige Warnzeichen sahen und sie mit überwältigender Mehrheit ignoriert haben.

Bild 7

Zu sagen: »Nicht Amerika hat Nord Stream bombardiert, sondern die Ukraine!« ist so, als würde man sagen: »Will Smith hat Chris Rock nicht geohrfeigt, sondern seine Hand!« Es ist eine Unterscheidung ohne bedeutsamen Unterschied, egal, wie sehr sie versuchen, es als unabhängigen Akt darzustellen, auf den die USA keinen Einfluss gehabt hätten.