Das erste Ma(h)l - Bernd Weber - E-Book

Das erste Ma(h)l E-Book

Bernd Weber

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Beschreibung

Kann man guten Sex haben ohne Anleitung? Kann man ein leckeres Essen kochen ohne Rezept? „Ja!“, sagt der Autor. Denn wer die Sache mit Herz und Verstand angeht merkt schon bald, dass er ein Naturtalent ist – im Bett wie in der Küche. Vorausgesetzt, man beachtet zwei goldene Regeln… Das erste Kochbuch, das weder Lehrbuch ist noch Rezepte enthält. Mit stechender Logik und einer Prise Humor wird der Leser schonungslos aufgeklärt, so dass auch der blutigste Anfänger die Scheu vor dem Kochen verliert. Und selbst erfahrene Küchengänger merken bald, dass man auch ohne Rezept und Anleitung zu einer leckeren Mahlzeit kommen kann.

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Seitenzahl: 78

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Inhalt

Das Credo

Kochen – wieso denn bloß?

Kann das denn so einfach sein?

Die Messer wetzen: Was braucht’s zum Koch?

Vorratshaltung – nicht nur für schlechte Zeiten

Das kann ja jeder! Nudeln kochen

Heiß auf Reis

Ach du dickes Ding! Die tolle Knolle

Gemüse muss (kein Mus) sein

Bloß nicht vom Fleisch fallen

Da lachen ja die Hühner: Geflügel

Frische Fische fischen

Da lachen ja schon wieder die Hühner: Eier

Kombiniere – buntes Allerlei

Jetzt haben Sie den Salat!

Suppenliebe

Süße Sünde: Das Dessert

Epilog

Das Credo

Essen ist ein bisschen wie Sex. Man kann es genießen, man kann es verschmähen, es kann lecker sein oder verdorben. Man kann es alleine tun, aber mehr Spaß macht’s zu zweit – oder sogar in der Gruppe.

Wenn Essen Sex ist, dann ist Kochen das Vorspiel. Man kann darauf verzichten: einfach das Objekt der Begierde aufreißen, schnell heiß machen und direkt verschlingen. Aber wer will schon immer Fast Food?

Sie jedenfalls haben dieses Buch gekauft oder geschenkt bekommen, weil Sie es lernen wollen. Oder weil jemand sich wünscht, dass Sie es lernen, dass Sie endlich kochen lernen. Es ist nur so: Sie können es schon.

Ja, Sie können kochen, und sogar ziemlich lecker. Vorausgesetzt, Sie beachten zwei Grundregeln:

Regel Nummer 1: Verwenden Sie nur gute Zutaten!

Regel Nummer 2: Kochen Sie mit Liebe!

Das ist alles. Regel Nummer 1 und Regel Nummer 2, verbunden mit gesundem Menschenverstand und etwas allgemeiner Lebenserfahrung; das versetzt Sie in die Lage zu kochen. Lecker zu kochen.

Den Rest der Lektüre können Sie sich sparen. Legen Sie das Buch zur Seite oder löschen Sie es von Ihrem eBook-Reader, und dann legen Sie los: Geschnetzeltes mit Rösti? Oder ein Reis-Gemüse-Auflauf? Spagetti mit Tomatensoße?

Guten Appetit!

Kochen – wieso denn bloß?

Warum ist Kochen besser als Fast Food? Nun, gegen einen Quickie ist an sich nichts einzuwenden. Aber irgendwann hat man ja die Nase voll von Fertiggerichten, von Pizzaservice oder vom ewigen Spiegelei auf Brot. Wissen Sie noch, neulich bei Mutter, diese leckere Gemüsecreme-Suppe − mmmh! So kann’s nur Mama. Wie macht die das bloß?

Aber dann, dann ist es auf der Arbeit wieder spät geworden, vorm Fernseher schien es Ihnen gemütlicher als am Küchenherd, und ein Wurstbrot ist nun mal schneller gemacht als eine Portion Bratkartoffeln. Ja, und außerdem: Muss man die Kartoffeln eigentlich roh braten oder vorher kochen? Sie haben ja keine Ahnung vom Kochen…

Moment – da steht doch noch dieses Kochbuch im Regal, das hat Ihnen Beate letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt. Ach ja, die Beate, die meint es nur gut mit Ihnen. Sie schlagen es auf und… Ja, das sieht eigentlich alles ganz lecker aus. Vielleicht sollten Sie doch mal Beate zum Essen einladen? Aber besser erst mal probekochen – alleine. Also mal schauen, was brauchen Sie für das erste Rezept… Sherryessig, Kürbiskernöl – ob’s das wohl bei Aldi gibt? Vielleicht doch besser das nächste Rezept, mit jungem Spitzkohl und 100g kleinen jungen Spinatblättern. Möglicherweise gibt es das alles bei Aldi nicht, also beschließen Sie zum klassischen Supermarkt zu gehen: EDEKA ist doch vorne an der Ecke und die lieben schließlich Lebensmittel.

„Entschuldigung, ich suche kleine junge Spinatblätter“, sprechen Sie eine der Lebensmittelliebenden Mitarbeiterinnen an. „Spinatblätter? Et jibt Blattspinat oder Rahmspinat, schaun Se mal vorne in de Tiefkühltruhe.“ „Aha. Und Spitzkohl, jungen Spitzkohl?“ „Spitzkohl? Also, mir habn hier Schinakohl und Blumnkohl. Aber Spitzkohl? Gehn Se da vielleicht ma besser zum Jemüsehändla im Rosenwech, vielleicht hat der dat." „Und hat der auch junges Gemüse?" „Hä?" „Schon gut, danke.“

Am Ende haben Sie tatsächlich alle Zutaten bekommen. Gut, Sie mussten dafür mehrere Geschäfte besuchen, und Mittagessenszeit ist längst vorbei, aber den ersten Hunger haben Sie ja schon mal mit einem Doppelwhopper mit Bacon und Extrakäse gestillt, und der wurde immerhin frisch für Sie zubereitet, wegen der Extrawünsche. Zuhause angekommen wird Ihnen schnell klar: 90% der Zutaten werden im Vorratsschrank landen, und zwei Drittel davon werden Sie spätestens in einem halben Jahr wegwerfen, wenn sie anfangen zu gammeln. Denn für alle anderen Rezepte aus Beates Kochbuch werden Sie genau diese Zutaten nicht mehr brauchen.

Egal, Sie schreiten zur Zubereitung. Sie folgen sorgfältig den Anweisungen des Kochbuchs. Der kleine Zeiger Ihrer Uhr ist wieder um eine Ziffer weiter gerückt, der Hunger wächst, hätten Sie vielleicht doch besser das Maxi-Menü genommen? Sie kämpfen sich durch, und zu guter Letzt haben Sie ein Essen auf dem Teller. Aber irgendwie sieht das nicht ganz so appetitlich aus wie auf dem Foto. Was haben Sie falsch gemacht? Die Zwiebeln in Stiftchen statt in Würfelchen geschnitten? Den Spitzkohl 8 Minuten statt 6 Minuten gekocht?

Etwas demotiviert stellen Sie Beates Kochbuch wieder ins Regal. Vielleicht haben Sie ja irgendwann noch mal Lust zu kochen, aber erst mal halten Sie sich wieder an Dosen-Ravioli, die Sorte „Diavoli“ schmeckt doch eigentlich ganz gut. Naja, zumindest nicht ganz schlecht.

Fazit: Sie würden gerne gut essen, aber Kochen muss alltagstauglich sein. Günstig. Schnell. Einfach. Wie der Doppelwhopper – nur besser.

Kein Problem.

Günstig: Fast immer ist selber kochen billiger als Fertiggerichte oder Fast Food. Seien Sie beim Preisvergleich fair: Rechnen Sie nur den Anteil der Zutaten ab, den Sie auch tatsächlich verwendet haben. Das was über bleibt verwenden Sie übernächste Woche wieder, was verderblich ist schon morgen. Alles eine Frage der Organisation. Vorausgesetzt Sie verwenden alltägliche Zutaten, die für mehr als ein Rezept taugen. Das geht sogar mit dem Kochbuch von Beate, wenn Sie die Zutatenliste ein wenig verändern.

Schnell: Ganz schnell geht‘s nicht immer, aber in 30 Minuten lässt sich schon einiges auf den Teller zaubern. Planen Sie voraus: Wenn Sie gerade am Supermarkt vorbeikommen, nehmen Sie auch gleich die Zutaten mit, die Sie in zwei Tagen brauchen werden. Aber auch ohne vorherigen Einkauf – eine Kleinigkeit lässt sich immer improvisieren, der Vorratsschrank ist schließlich nicht leer. Und: Kochen Sie auf Vorrat. Dann reicht’s für den nächsten Tag auch noch, und der Rest kommt ins Eisfach. Darüber freuen Sie sich dann in ein paar Wochen.

Einfach: Wie gesagt, es geht auch ohne Kochbuch. Sie müssen nur zwei Dinge beachten: Regel Nummer 1 und Regel Nummer 2…

Kann das denn so einfach sein?

Kochen ohne Rezepte, ohne Kochschule, kann das gut gehen?

Sagen wir so: Wären wir beim Sex auf die Aufklärung durch das Dr.-Sommer-Team angewiesen, dann wäre die Menschheit schon in der Steinzeit ausgestorben. Eine in Stein gemeißelte BRAVO ist der Archäologie bislang nicht bekannt.

Und so ist es auch mit Essen. Werfen wir zur Erkenntnisgewinnung einen Blick in das „Buch der Bücher“:

Vor einigen Millionen Jahren schuf Gott den Himmel und die Erde. Er ließ junges Grün wachsen, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, und von Bäumen, die auf der Erde Früchte bringen. Er ließ das Wasser wimmeln von lebendigen Wesen und Vögel über das Himmelsgewölbe dahinfliegen, und brachte an Land alle Arten von Vieh, Kriechtieren und Tieren des Feldes hervor. Dann schuf Gott den Menschen, der herrschen sollte über die Vögel des Himmels, das Vieh und die ganze Erde. Er übergab ihm alle Pflanzen, die Samen tragen auf der ganzen Erde – sie sollten ihm als Nahrung dienen. So geschah es. Und der Mensch kostete von allem. Er grillte den Fisch am Feuer, er kochte den Hasen im Topf, er briet Kartoffeln in der Pfanne und aß den Apfel frisch vom Baume. Und der Mensch sah, dass es gut war. Nein, es war sehr gut. Es wurde Abend und es wurde Morgen – Zeit für Rührei mit Speck. (Frei nach Genesis 1, 1-31).

Laut Bibel hat also der liebe Gott dafür gesorgt, dass es uns auf der Erde zumindest in kulinarischer Hinsicht gut geht. Der Naturwissenschaftler würde vielleicht sagen: Im Laufe der Evolution entwickelte der Mensch Geschmacksnerven, die genau das schmackhaft finden, was er zum Leben braucht: Süß soll’s sein, für die Power aus Kohlenhydraten; salzig, für den Elektrolythaushalt; fettig, für geballte Energie. Die Pflanzen wiederum, jedenfalls die, „die Samen tragen“, wie Genesis 1, 29 einschränkend erwähnt, wollen gegessen werden, um ihren Samen zu verbreiten. Deshalb haben sich wiederum unseren Bedürfnissen angepasst, indem sie genau so schmecken, wie wir sie gerne mögen. Am Ende der Schöpfungsgeschichte haben wir also folgende erfreuliche Situation: Alles, was wir als Nahrungsmittel bezeichnen, schmeckt von Natur aus gut. Und zwar oft auch roh, im ungegarten Zustand. Oder was glauben Sie haben unsere Vorfahren gegessen bevor Sie lernten Feuer zu machen?

Essen Sie doch mal wieder eine knackige Karotte, eine saftige Tomate oder ein frisches Mett-Brötchen. Ja, rohes Fleisch. Und schmecken Sie, wie lecker die pure Natur sein kann!

Wozu dann noch kochen? Anders gefragt: Wozu verwöhnen Sie Ihren Partner vor dem Liebesspiel mit einer sanften Massage, wozu zünden Sie die Duftkerze an und legen Kuschelrock auf (oder auch Heavy Metal mit Handschellen und Peitsche, jeder wie er mag)? Sie kennen die Antwort: Es geht darum, das Einfache, das Gute noch besser zu machen, es zu veredeln. Genau das ist Kochen, nicht mehr und nicht weniger. (Sicher, manche Nahrung ist ohne Kochen ungenießbar, aber dazu später mehr.)