Das Geheimnis der Gesundheit - Ulrich Strunz - E-Book
  • Herausgeber: Heyne
  • Kategorie: Ratgeber
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2010
oder
Beschreibung

Gesund zu wissen – ungewöhnliche News aus der MedizinHätten Sie’s gewusst? – Ein gehaltvolles Frühstück stört die Appetitkontrolle im Gehirn. Die Folge: Übergewicht! Meiden Sie lieber das klassische Müsli am Morgen. Dr. med. Ulrich Strunz präsentiert verblüffende medizinisch-wissenschaftliche Erkenntnisse und enthüllt Schritt für Schritt Das Geheimnis der Gesundheit.Von Alzheimer bis Zucker: Was man über Gesundheit und Krankheit weiß – und was man wissen sollte.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl:245


Inhaltsverzeichnis
das geheimnis gesundheit
Titel
Vorwort
die neue medizin
Handelnde Chirurgen
Tödliche Medikamente
Wirkungslose Blockbuster
Wohlbefinden vom alternativen Rezeptblock
Intensivmedizin: Kartoffeibrei & Bier
Aberglaube in der Medizin
Wer heilt, hat Recht!
Die neue Medizin braucht auch Mut
Die neue Medizin - beugt vor und hilft
Gesetz ist leider (noch) nicht Gesundheit
Copyright
dr. med. ulrich strunz
dasgeheimnis gesundheit
HEYNE 〈
Vorwort
»Das Geheimnis der Gesundheit« lautet der Titel dieses Buches. Was steckt denn da nun wieder dahinter? Ganz einfach:
1. Das Wissen der Menschen. Die Menschen wissen nämlich oft mehr als der Doktor. Die erfahren nämlich. Täglich. Millionenfach. Also kann ich von denen lernen - und Sie auch. Nehmen wir ein Beispiel: Wenn jemand für einen Marathon 2:44 h braucht, dann ist er gut. Dann ist er sogar sehr gut. Die Definition für »sehr gut« ist bekanntlich: besser als ich. Dann weiß er aber auch viel. Dann hat er sich viel mit dem Körper, mit der Ernährung, mit der Regeneration, auch mit diszipliniertem Denken beschäftigt. Solche Menschen brauchen in der Regel keinen Arzt. Wenn ein solch lebenskluger Mensch, knapp 50 Jahre alt, sich dennoch bei einem Arzt bedankt, dann... steht das in diesem Buch:
»Seit dem 15. Lebensjahr habe ich an den Augenbrauen ein Seborrhoisches Ekzem (Seborrhoische Dermatitis)... Laut Wikipedia: ›Eine Heilung im eigentlichen Sinne ist nicht möglich.‹ In diesem Winter, bis heute trat das Ekzem nicht mehr auf. Die Kortisonsalbe habe ich nicht ein einziges Mal aufgetragen. Ich schreibe das nur den Änderungen in der Ernährung zu.«
Und was hat er also getan? Wörtlich: »Kaum mehr Kohlenhydrate, viel Eiweiß, viele Vitamine und Mineralstoffe, viel Omega 3.«
Und er meint abschließend: »So einfach kann Hilfe sein.« Sehen Sie, das fällt unter Geheimnis Gesundheit!
2. Meine Lieblingsbeschäftigung: Stöbern. Täglich 20 bis 30 Fachzeitschriften - freilich Medizinzeitschriften - durchstöbern. Da filtere ich Ihnen das Interessante raus. Das, was Ihnen Lebenszeit schenkt und Lebensfreude - das Geheimnis der Gesundheit.
3. Das, was nicht in der Zeitung steht. Also lesen Sie in diesem Buch all das, was nicht (so deutlich) in der Zeitung steht. Zum Beispiel nicht in unserer. Es dauert schließlich zehn Jahre, bis das amerikanische Wissen bei uns in Deutschland ankommt. Wie zum Beispiel, dass Folsäure Herzinfarkt verhindern hilft. Dass Vitamin D Krebs vorbeugt... Außerdem wird ja auch längst nicht alles geschrieben. Man darf doch nicht sagen, dass Müsli unsere Kinder fett macht. Oder: Dass ein 88-Jähriger eben gerade nicht gestorben ist an seinen 25 Eiern täglich, im Gegenteil...
Freuen Sie sich mit mir über die vielen kleinen Geheimnisse der Gesundheit.
Herzlichst Ihr
die neue medizin
... so, wie wir sie uns wünschen,
sieht ein bisschen anders aus.
sie ist glaubwürdig. kennt weniger »aber«,
dafür mehr den menschen.
der wiederum fragen stellt - und auch eigenverantwortung übernimmt.
das beste daran: alle gewinnen! an freude, an energie, an lebenszeit.

Handelnde Chirurgen

Chirurgen sind Ärzte, vor denen ich größten Respekt habe. Chirurgen gucken Sie nicht schräg an, sagen »Äähh« und machen dann einen zögerlichen Vorschlag, sondern: Chirurgen handeln. Tun etwas. Bewirken etwas. Chirurgen haben mein Leben gerettet.
Nur bitte, bitte Vorsicht. Genau das ist es nämlich: Der Chirurg handelt. Das ist sein Beruf. Ob der aber handeln soll, müssen Sie entscheiden. Vorher. Und hier fangen die Schwierigkeiten an. Sie, liebe Leser, denken mir als Patient oft nicht genügend nach. Lassen Sie mich das illustrieren. An einem Brief von heute:
»Als ich am... in Ihrer Praxis war, haben Sie mir von einer Umstellungsosteomie abgeraten und dafür Muskelaufbau empfohlen. Ich habe die Operation abgesagt und Ihren Rat befolgt. Zwar habe ich das »stündlich« nur knapp vier Wochen durchgehalten und dann nur noch jeden zweiten Tag trainiert, doch ich kann jetzt wieder (fast) schmerzfrei joggen.«
Worum ging’s da? Um beide Beine. Krumm, schief - deswegen Schmerzen in Knie und Hüften. Also sagt der Chirurg: »Ich schneide Ihnen einen Keil aus dem Schienbein heraus, nagle die Knochen wieder zusammen, und dann sind die gerade.« Tja. Ich hätte da Angst. Und weil ich weiß, was Muskeln alles können, habe ich den obigen Rat gegeben.
Muskelaufbau. Weil’s hier um die Wurst geht, natürlich nicht zweimal die Woche, sondern stündlich. Sie haben richtig gehört. Stündlich. Denn ich kenne Sie: Mehr als 1, 2, 3 Minuten halten Sie ja doch nicht durch. Nur Profis trainieren eine oder zwei Stunden ihre Muskeln. Bei denen genügt zweimal die Woche. Bei Ihnen: stündlich! Der Patient hat das ernst genommen. Erfolg siehe oben.
Woher ich solche Sachen weiß? Weil man mir mit 19 Jahren auch beide Schienbeine durchsägen wollte, die gleiche Operation machen wollte. Ich habe 17 Professoren um Rat gefragt. Der 18. hat mir den richtigen gegeben. Siehe oben.
GEHEIMNIS GESUNDHEIT
Das Skalpell steht ganz am Schluss
Chirurgen sind bewundernswert, aber mit Vorsicht zu genießen. Holen Sie immer, wirklich immer, bevor Sie sich unter ein Messer legen, weiteren Rat ein.
Am besten 18-mal!

Tödliche Medikamente

Medikamente können tödlich sein. Das ist ja bekannt. Je nach Quelle lese ich von bis zu 300 000 Toten pro Jahr in den USA. Verursacht durch Tabletten. Je nach Quelle ist die Medikamentenvergiftung die dritthäufigste oder eben die häufigste Todesursache in den USA. Das sind Fakten, die zumindest qualitativ richtig sind. Wenn auch die Zahlen schwanken. Warum ist das so? Warum bringen wir - ganz sicher, ohne das zu wollen - einander ins Grab?
Eine mögliche Antwort gibt uns die Molekularmedizin. Die sich ja zunehmend molekulargenetisch definiert. Da gibt es nämlich ein Gen namens CYP2D6. Ein Gen, das eine entscheidende Rolle bei der Entgiftung von pflanzlichen Chemikalien, aber eben auch von Medikamenten spielt. Dieses Gen nun ist bei manchen Menschen in mehr als drei Kopien vorhanden. Solche Personen entgiften Medikamente derart schnell, dass oft keinerlei Wirkung eintritt. Keinerlei Wirkung! Denken Sie darüber einmal nach.
Bei anderen Menschen wiederum fehlt dieses Gen völlig. Dies ist der Fall bei rund zehn Prozent der westlichen Bevölkerung. Und das hat zur Folge, dass »normale« Medikamentendosen zu einer Vergiftung führen (Bauer (2003), DÄ 100: A1654 sowie Maier (2008), Eur Arch Psychiatrie Clin Neurosci 258:12).
Wenn diese wissenschaftlichen Fakten bei uns Hausärzten bekannt wären, hätten wir keine ruhige Nacht mehr. Könnten wir nicht mehr schlafen. Würden wir uns nicht mehr trauen, irgendwelche Tabletten zu verschreiben. Zum Glück wissen wir das nicht. Jedenfalls nicht alle.
GEHEIMNIS GESUNDHEIT
Nach anderen Methoden fragen
Fragen Sie immer, wenn Ihnen der Arzt eine Pille verschreibt, ob es auch ein Mittel ohne Nebenwirkungen gibt. Ob man das aktuelle Wehwehchen auch mit Bewegung heilen kann, mit richtigem Essen, mit Meditation, mit Atemtherapie...

Wirkungslose Blockbuster

Das größte Biotechunternehmen der Welt, gleichzeitig Europas erfolgreichster Pharmakonzern ist ROCHE. Wird geführt von Severin Schwan. Wenn der nicht weiß, wer dann? Und Severin Schwan weiß sehr viel (Capital 2/2010, S. 78):
»Wenn Ihnen der Arzt ein Mittel verschreibt, liegt die Chance, dass es bei Ihnen auch tatsächlich wirkt, im Durchschnitt bei 50 Prozent.
Herceptin zum Beispiel, unser Arzneimittel gegen Brustkrebs, wirkt nur bei rund 20 Prozent. Und ist gemessen am Umsatz trotzdem ein Blockbuster (pro Behandlung 40 000 €).
Die heutigen Medikamente setzen alle an rund 100 Zielmolekülen an. Gemessen an den mehr als zwei Millionen Proteinen im menschlichen Körper ist das sehr wenig.«
Severin Schwan ist ein kluger Mensch. Der weiß etwas. Wenn wir Ärzte das wüssten, was der hier in drei Statements von sich gibt,... könnten wir nicht mehr schlafen. Zum Glück wissen wir es nicht.
Apropos Zielmoleküle: Die Medikamente der Natur, nämlich die Aminosäuren, die Vitamine und Omega-3, setzen mit Sicherheit nicht nur an 100 Zielmolekülen an. Was die Pharmaindustrie da produziert, ist doch eigentlich kläglich. Und genau das weiß Severin Schwan.
Ich glaube, der wundert sich. Wundert sich über den - dennoch! - Riesenumsatz der Pharmafirma ROCHE.
GEHEIMNIS GESUNDHEIT
Fragen Sie: Was steckt hinter der Statistik?
Lassen Sie sich von Ihrem Arzt die Statistik zu der Wirkung eines Medikamentes immer genau erklären. Wenn ein Medikament wie Tamoxifen das Brustkrebsrisiko halbiert, muss man schon wissen, welches Risiko da halbiert wird. Hat die Frau ein Risiko von vier Prozent, dass der Krebs in der zweiten Brust auch auftaucht, dann wird das Risiko zwar halbiert - aber es sind nur läppische zwei Prozent, für die man wahnsinnig viele Nebenwirkungen in Kaufnimmt.
Das Gleiche gilt für all die Mittel, die es für viele Krankheiten gibt: Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes Typ 2... Lassen Sie sich immer die Statistik erklären!

Wohlbefinden vom alternativen Rezeptblock

Eine Ärztezeitschrift (MMW 51/2009) konstatiert ganz trocken und richtig:
»Ursache des Typ-I-Diabetes-mellitus: Untergang der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse mit nachfolgendem Insulinmangel. Einzig wirksame Therapie: Insulinsubstitution.« Und berichtet jetzt mit leichtem Bedauern, dass solche Patienten sich »vielleicht ohne das Wissen des Arztes« sogenannten komplementärmedizinischen Methoden zuwenden. Also die Schulmedizin verlassen. Also ihren Diabetes auch mit Zimt und Magnesium und mit Tee behandeln.
Leider. Obwohl doch kaum eine Behandlung logischer ist als die des Typ-I-Diabetes-mellitus (nämlich Insulin spritzen).
Nun hat man diese Diabeteskranken (342) einfach einmal befragt. Gefragt, weshalb sie dem Arzt untreu werden. Die Antworten sind verblüffend:
Hauptziele waren eine Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens, gefolgt von einer Verbesserung der Blutzuckerstabilität, einer Reduktion des Blutzuckerspiegels unter Insulindosis, sowie die Verbesserung der körperlichen Fitness.
Mehr Wohlbefinden! Ja, du meine Güte! Ich dachte, darum geht es überhaupt im Leben, sowohl bei der Gesundheit als auch bei der Behandlung einer Krankheit. Wieso muss man da »nebenrauszielen«, weshalb muss man hier die Schulmedizin verlassen?
Wir sind hier mitten im Thema. Im Kern der neuen Medizin. Der Frohmedizin. Mag ja sein, dass zehn Prozent des Körpers streiken, krank sind. Nur vergessen wir Schulmediziner sehr häufig, dass der Mensch noch gesunde 90 Prozent hat. Um die man sich vielleicht kümmern... könnte.
Mehr Wohlbefinden! Neben der Schulmedizin erhältlich. Eine entlarvende wissenschaftliche Veröffentlichung.

Intensivmedizin: Kartoffeibrei & Bier

Ich bekam einen traurigen Brief, den ich mit einem ganz anderen Hintergedanken an Sie weitergeben möchte. Der Hintergedanke jetzt ist: Ist doch nicht bös gemeint! Bleiben wir fair. Manchmal wissen wir’s doch auch nicht besser. Nach dieser Einleitung der traurige Brief:
»... bleiben Sie lästig! Wenn frau es auch manchmal nicht glauben kann, Sie haben so recht! Mir wurde das in den letzten Tagen dramatisch vor Augen geführt. Mein Vater hatte vorletzte Woche Herzrhythmusstörungen mit Herzstillstand Er wurde erfolgreich reanimiert und in künstliches Koma versetzt. Mittlerweile ist er wieder ohne Hirnschäden aufgewacht. Am zweiten Tag nach der Sonderernährung bekam er auf der Intensivabteilung Kartoffelbrei und Bier!! Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.«
Ja gut. Natürlich kann ich hier sehr sarkastisch kommentieren. Intensivstation. Kartoffelbrei und Bier. Aber dennoch: Ich bin der festen Überzeugung, dass wir grundsätzlich im täglichen Umgang davon ausgehen können, dass es nicht böse gemeint ist. Oft denken wir uns einfach nichts dabei. Und bemerken nicht, dass der andere innerlich hochgeht.
Sie merken schon: Bei solch einem Brief, bei so viel empfundenem Leid fehlt mir der übliche Spott. Geht einfach nicht.
GEHEIMNIS GESUNDHEIT
Eiweiß erspart Krankenhaustage
Wenn Sie einen Menschen lieben, dann bringen Sie ihm gesundes Essen ins Krankenhaus. Dann kommt er auch gesund wieder heraus. Zum Beispiel Eiweißshakes. Ausreichend Eiweiß verkürzt nämlich nachweislich den Krankenhausaufenthalt nach Operationen. Glauben Sie mir - das funktioniert auch bei Aufenthalten nicht unter dem Skalpell. Mehr über Eiweiß lesen Sie ab Seite 110.

Aberglaube in der Medizin

Das Mittelalter ist noch längst nicht vorbei. Das glauben Sie bloß. Aberglaube und Vorurteil beherrschen die Medizin auch heute noch. Nachzulesen in einer der besten medizinischen Fachzeitschriften der Welt, in JAMA 2009; 3016: 636. Da wurde in höchst verdienstvoller Weise mal die gesamte Literatur durchgesehen. 39 Studien zusammengefasst - und klar gezeigt, dass übergewichtige Mütter ein doppelt so hohes Risiko haben, missgestaltete Kinder zur Welt zu bringen. Also mit angeborenem Herzdefekt, mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Wasserkopf, verkümmerten Armen und Beinen usw.
Und sehr richtig kommentiert Frau Prof. Dr. Judith Rankin: »Frauen, die schwanger werden möchten, sollten zunächst ihr Gewicht kontrollieren.«
Und dann kommt der Satz aus dem tiefsten Mittelalter:
»Während der Schwangerschaft ist es falsch, das Gewicht zu reduzieren. Dann ist es viel wichtiger, >sensibly< und >healthily< zu essen.«
Ah ja. Hatten wir uns in den letzten Jahren nicht weltweit geeinigt (Harvard University), dass der Mensch nur gesund, nämlich genetisch korrekt zu essen braucht, um schlank und fit und glücklich zu werden? Und dass das natürlich besonders wichtig wird bei übergewichtigen Schwangeren. Siehe obige Studie!
Frau Prof. Rankin lebt heute noch mit dem Aberglauben, dass schlank machendes Essen schädlich und daher in der Schwangerschaft verboten sei. In der Zeit müsse man - ja was eigentlich? - »healthily« essen. Würde ich übersetzen mit »reinhauen«. So sieht’s dann ja auch meistens aus.
Manchmal schwillt mir der Kamm. Bitte entschuldigen Sie meinen Ton.
GEHEIMNIS GESUNDHEIT
Genetisch korrektes Essen
Das kann man ganz kurz sagen: Essen Sie Leben. So viel wie möglich Frisches, wie es die Natur Ihnen zubereitet. Verzichten Sie so gut es eben geht auf Industriemüll - viereckiges Essen aus der Fabrik. Achten Sie viermal am Tag auf Eiweiß: Fisch, Geflügel, Wild, Hülsenfrüchte, Tofu, Eier, Hüttenkäse, Eiweißshake... Essen Sie dazu viel, viel Wasser mit Vitaminen: Obst und Gemüse. Sehen Sie Kohlenhydrate - also Brot, Nudeln, Reis, Süßes und Co. - als Luxus an. Essen Sie davon Luxusmengen. So viel, wie Ihr Muskel verbrennt. Mehr lesen Sie in meinem Buch »Die neue Diät«.

Wer heilt, hat Recht!

In der Medizin gilt: »Wer heilt, hat Recht.« Und da zählt nicht nur Wissenschaft. Von den echten, unverkopften, fühlenden Menschen können Sie viel mehr lernen. Deswegen werden Sie in diesem Buch viel von meinen Lesern lesen, tja - und lernen... Soeben schreibt mir ein Läufer. Ein kluger Läufer. In außerordentlich plastischer Sprache. Er möchte uns allen etwas mitteilen:
»... gestatten, ich darf Sie korrigieren. Nicht das Fett blockiert die Verdauung im Magen, sondern der Dünndarm, besser gesagt, der verklebte Dünndarm. Vielleicht werden Sie sich erinnern, ich schrieb Ihnen, dass ich seit geraumer Zeit auf Kuhmilchprodukte verzichte. Nicht nur, dass daraufhin mein Eiweißspiegel enorm stieg, nein, auch das Essen lag mir seitdem nicht mehr so lange im Magen. Der Dünndarm nimmt dem Magen einfach eher das Vorverdaute ab. Wenn aber der Dünndarm mit dem Kasein der Kuhmilch völlig verklebt ist, dann fleht er den Magen an, er solle bitte noch warten, er sei noch nicht so weit. Die Übernahme des Nahrungsbreies aus dem Magen an den Dünndarm verzögert sich einfach um Stunden. Dieses Klagen höre ich immer von meiner Tochter und meiner Lebensgefährtin. Wenn denen beim Laufen drei Stunden nach dem Mittagessen dasselbe noch im Magen rumschaukelt, ich aber locker und frei bin, dann weißich, meinen Kuhmilchliebhaberinnen geht es schlecht.«
Jedem naturwissenschaftlich denkenden Arzt dreht sich natürlich der Magen herum, wenn er da etwas von »verklebt« liest. Aber genau darum geht es ja nicht. Es geht um »wer heilt, hat Recht«. Und wenn Ihr Eiweißspiegel plötzlich dramatisch ansteigt, Ihr Immunsystem unüberwindbar wird, Ihr roter Blutfarbstoff in die Höhe schießt und Sie immer schneller rennen... dann hat dieser Läufer mit seinen plastischen Bildern eben doch Recht gehabt. Auch das ist »Neue Medizin«. Unverkopft. Verstehbar.
GEHEIMNIS GESUNDHEIT
Lesen Sie im Blut, hören Sie auf Ihren Körper
Das Blut erzählt viel. Warum man ständig müde ist, warum das Fett nicht weggeht, warum man ständig Erkältungen hat, warum man unter Schlafstörungen leidet, Nervosität, Muskelkrämpfen, warum das Herz nicht im Rhythmus schlägt... All das und noch viel mehr kann ein guter Arzt in Ihrem Blut lesen. Ob es dort mangelt an Hormonen, an Mineralien, an Aminosäuren, an Vitaminen. Und meistens kann er, indem er einen Mangel mit einem fehlenden Vitalstoff behebt, ein Ihnen sehr, sehr lästiges Symptom ausrotten. Also: Hören Sie auf Ihren Körper, wenn er sagt: Das verklebt meinen Magen, das macht mich müde, hier wach ich auf... und hören Sie darauf, was Ihr Blut erzählt.

Die neue Medizin braucht auch Mut

Erinnern Sie sich? Schweinegrippe 2009? Tägliche Katastrophenmeldungen in den Zeitungen? 50 Millionen Impfdosen gekauft. Benötigt etwa sieben Millionen. Und der Rest?
Kaum guckt man über die Landesgrenzen, geht es auch anders. In Polen. Auch dort gibt es eine Gesundheitsministerin. 53 Jahre, Ärztin. Die trat in der großen Impfdebatte ans Rednerpult und sprach: »Als Ärztin ist mein oberster Grundsatz, niemandem zu schaden.« Deshalb werde Polen sich gegen den Rest Europas stellen: »Wir werden keinen Impfstoff gegen die Schweinegrippe kaufen.«
Und sie fragte: »Ist es meine Pflicht, Verträge zu unterschreiben, die im Interesse der Polen liegen oder im Interesse der Pharmakonzerne?«
Mut. In verantwortlicher, für das ganze Land verantwortlicher Position solche Sätze zu prägen, sich gegen den Mainstream zu stellen... außergewöhnlich.
Hätten Sie, hätte ich in gleicher Situation den gleichen Mut besessen?
Nachzulesen im Spiegel 10/2010.

Die neue Medizin - beugt vor und hilft

Vitamin D heißt: Raus aus der Hölle, und das für eine zunehmende Anzahl von wirklich kranken Menschen. Menschen, die an multipler Sklerose leiden. Eine Autoimmunkrankheit. Erst Kribbeln in den Armen, dann Schwäche und schließlich zunehmende Lähmung in Armen und Beinen. Zieht sich über Jahre hin.
Natürlich hat die Medizin Mittel und Wege. Cortison. Interferon. Hilft, hält auf, verzögert, stoppt manchmal...
Und jetzt Vitamin D. Sonnenvitamin D. Schon lange weiß man aus Großstudien, dass multiple Sklerose in Ländern mit mehr Sonne weniger häufig auftritt. Und dass Menschen, deren Mütter in der Schwangerschaft oder die selbst als Kinder mehr Vitamin D im Blut hatten, ein geringeres Risiko in sich trugen, an multipler Sklerose zu erkranken. Das ist bekannt.
Professor B. Taylor (Hobart) hat jetzt Zahlen von 145 MS-Patienten veröffentlicht. Er berichtet:
»Je höher der Vitamin-D-Spiegel im Blut, desto weniger häufig traten neue Schübe auf. Genauer: Für jeweils 10 nmol Zuwachs an Vitamin D fiel das Risiko eines erneuten MS-Schubes um 10 Prozent. Wurde der Vitamin-D-Spiegel im Blut verdoppelt, halbierte sich das Risiko für einen Rückfall.«
Eine wichtige Beobachtung! Es häufen sich in den letzten Wochen, Monaten, Jahren solche Studien. In denen gezeigt wird, dass angeblich so lächerliche Stoffe wie Vitamine genauso gut oder besser wirken als anerkannte »harte« Präparate wie Cortison, Interferon, Chemotherapie usw.
Und es häufen sich für mich so glückliche Studienergebnisse, die zeigen, dass die Natur, dass Vitamine nicht nur vorbeugend, also vorher genommen werden müssten, sondern auch dann helfen können, wenn es ja eigentlich bereits zu spät ist.
All das habe ich in 17 Jahren Universität (17 Jahre meines Lebens!) nicht gelernt. Ich bin glücklich, diesen Paradigmenwechsel der Medizin bewusst, wach und als aktiv handelnder Arzt miterleben zu dürfen. Auch wenn ich unsere Gesetze nicht immer verstehe...
GEHEIMNIS GESUNDHEIT
Apropos Hippokrates
Medizin lässt sich ja auch historisch betrachten. Kurz und knapp auf den Punkt gebracht:
2000 V. Chr.Hier, iss diese Wurzel!1000 n. Chr.Diese Wurzel ist heidnisch. Hier, sprich dieses Gebet!1850 n. Chr.Dieses Gebet ist Aberglaube. Hier, trink diesen Trank!1940 n. Chr.Dieser Trank ist Placebo. Hier, schluck diese Tablette!1985 n. Chr.Diese Tablette wirkt nicht. Hier, nimm dieses Antibiotikum!2000 n. Chr.Dieses Antibiotikum ist künstlich. Hier, iss diese Wurzel!
Glauben Sie bloß nicht, dass nicht auch wir Ärzte manchmal nachdenklich werden.

Gesetz ist leider (noch) nicht Gesundheit

RDA ist die »empfohlene Tagesdosis« in Deutschland gemäß der »europäischen Nährwertkennzeichnungsrichtlinie«, abgeschrieben von der »Recommended Daily Allowance« in den USA. Sagt uns, wie viel Kalzium oder Vitamin E Sie täglich brauchen. Ganz egal, ob Sie jung oder alt sind, männlich oder weiblich, körperlich oder geistig arbeitend, Sportler oder Superstarfan, krank oder gesund, dünn oder dick. Für jeden gleich. Rätselhaft.
Diese deutsche Mengenangabe ist übrigens keine Empfehlung, sondern gesetzlich bindend. Fragen Sie einmal Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln. Fragen Sie einmal Ihren Apotheker. Und diese RDA hat eine zweite rätselhafte Eigenschaft. Sie verändert sich im Lauf der Jahre. Nehmen wir Vitamin C. Die RDA für Vitamin C war ursprünglich 15 Milligramm. Genau die Menge, die Skorbut verhindert. In der Folge wurde der RDA-Wert auf 30 Milligramm täglich, dann auf 70 Milligramm und heute auf über 100 Milligramm angehoben. Wieso eigentlich? Na ja, ist halt so. Gesetz ist Gesetz.
Meine Sichtweise war immer eine andere. Gesundheit ist Gesundheit. Entscheidend ist der menschliche Körper. Und nicht das Gesetz. Genauso denken auch andere. Denkt Prof. Dr. Ames, Nobelpreisträger, der meistzitierte Biochemiker unserer Zeit.
Der hat einfach nachgemessen, wie viel Vitamin C gesunde Spermien brauchen. Vielleicht nicht ganz unwichtig für unseren Nachwuchs. In Deutschland. Prof. Ames hat
Impressum
Originalausgabe 10/2010
© 2010 by Wihelm Heyne Verlag München in der Verlagsgruppe Random House GmbH
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Die Ratschläge in diesem Buch sind sorgfältig erwogen und geprüft. Sie bieten jedoch keinen Ersatz für kompetenten medizinischen Rat. Alle Angaben in diesem Buch erfolgen daher ohne jegliche Gewährleistung oder Garantie seitens des Autors und des Verlages. Eine Haftung des Autors bzw. des Verlages und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen.
Redaktion: Marion Grillparzer, Ernst Dahlke
eISBN 978-3-641-04934-8
Leseprobe

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