Das Geheimnis einer glücklichen Geburt - Simone Glueck - E-Book

Das Geheimnis einer glücklichen Geburt E-Book

Simone Glueck

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Beschreibung

Schatz, wir sind schwanger!und irgendwann sind die 9 Monate rum. Dann kommt er, dieser spannende und wunderschöne Tag der Geburt! Kann man denn die Geburt überhaupt so richtig gut vorbereiten? JA, man kann!So emotional und unvorhersehbar eine Geburt auch ist, ist es trotzdem möglich, strukturiert und mit klar definierten Schritten eine Vorbereitung und eine Atmosphäre zu schaffen, die werdenden Eltern Sicherheit und Halt gibt und die in all ihrer Klarheit dafür sorgt, dass werdende Mütter und auch werdende Väter (!) an diesem wichtigen Tag geistig, emotional und physisch so vorbereitet sind, dass eine wunderschöne und sichere Geburt gut und leicht gelingen kann. Wissen, die nötigen Übungen, Routine und die eigene Klarheit über den Weg der Geburt helfen, diesen Tag selbstbestimmt gestalten und erfahren zu können. Praktische Tipps und Erfahrungen helfen zusätzlich, sich in dieser spannenden Zeit der Vorbereitung auf die Geburt gut zurechtzufinden.Und genau das ist es, was Das Geheimnis einer glücklichen Geburt auch macht. Simone Glueck bringt hier auf allen Ebenen bei, wie eine glückliche Geburt gelingen kann.Mit Dem Geheimnis einer glücklichen Geburt hältst du ein wunderbares Schritt-für-Schritt-Werkzeug in der Hand. Ein Werkzeug der Veränderung. Ein Werkzeug hin, zu deiner ganz eigenen glücklichen Geburt.Alexander Hartmann

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Seitenzahl: 501

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Die im Buch enthaltenen Ratschläge wurden mit größter Sorgfalt und nach bestem Wissen von der Autorin erarbeitet und geprüft.

Dennoch kann keine Garantie übernommen werden. Daher ist eine Haftung der Autorin für Personen-, Sach-, oder Vermögensschäden stets ausgeschlossen.

 

Die Namen der Kinder wurden zu deren Schutz geändert.

 

Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung der Autorin.

 

Alle Rechte vorbehalten

© Copyright Simone Glueck

1. Auflage 2019

 

Bildnachweis Titelbild: ©George Rudy / Shutterstock

Lektorat: Julia Ensle

Vertrieb und Versand: Nova MD GmbH, Vachendorf

Druck: SOWA Sp. zo.o., Polen

 

ISBN 978-3-96698-066-1

 

Kontakt: [email protected]

Webseite: www.glueckliche-geburt.de

Weitere Bücher von Simone Glueck:

 

„Schatz, du musst die Enten noch holen!“ AP – Alien Parenting, Das völlig verrückte Leben mit (High-Need-) Kindern

 

 

Inhaltsverzeichnis
Vorwort von Alexander Hartmann
Vorwort von Christa Spitzner
Vorwort von Simone Glueck
Einleitung
Schritt eins: Die Vorphase – auch die Schwangerschaft ist wichtig
Schon die Zeugung hat ihre Auswirkungen
Was das Baby erlebt
Schwangerschaft und Geburt in der Praxis – was ist für das Baby wichtig?
Geschichten
Das äußere Umfeld und was du tun kannst
Partnerschaft
Bindung – was ist das und was kann ich dafür tun?
Das ungeplante Kind
Reparaturarbeiten
Checkliste Bindung
Schritt zwei: Die Geburt planen
Warum – Warum ist dieser Weg mein Weg?
Was – Was ist meine Wunschvorstellung für die Geburt?
Wann – Wann kommt das Baby denn nun?
Wer – Wer soll denn eigentlich dabei sein?
Hebamme
Arzt
Doula
Geburtspartner
Wo – Wo möchte ich mein Baby gerne, mit gutem Gefühl, zur Welt bringen?
Krankenhaus
Ambulante Geburt
Hebammenkreißsaal
Geburtshaus
Hausgeburt
Alleingeburt, Meergeburt, Delfingeburt und mehr
Was ist der entscheidende Faktor?
Wie – Wie soll mein Baby zur Welt kommen?
Natürliche Geburt
Natürliche Einleitung
Wir haben damals ausprobiert:
Kaiserschnitt
Tipps zur Vorbereitung und Bonding beim Kaiserschnitt
Die Beckenendlage
Mit dem Kopf voran
Der Geburtspool
Der Vierfüßler
Liegen
In der Hocke oder mit dem Gebärhocker
Im Stehen
Spinning Babies
Das Becken kreisen lassen
Alle Sinne müssen einverstanden sein
Sehen
Hören
Riechen
Fühlen
Schmecken
HPA - Hier Passt Alles
Checklisten für die Geburt
Der berühmte Koffer
Für die Mutter:
Für das Baby:
Für den Papa:
Die Hausgeburt vorbereiten
Dokumente für die Anmeldung des Babys (in der Klinik oder beim Standesamt):
Darauf solltest du ganz allgemein achten:
Schritt drei: Die Geburt als Familienerlebnis – jeder hat seine Aufgabe
Mama bereitet sich vor
Die Seele
Der Geist
Der Körper
Das Baby hilft mit
Der Papa – der Partner, die Partnerin – ist auch dabei
Wenn der Partner nicht dabei sein soll – gibt es das?
Wenn der Partner nicht dabei sein will, was dann?
Wenn Geschwisterkinder dabei sein wollen …
Checkliste
Schritt vier: Die Biologie der Geburt
Das Baby im Bauch
Die Gebärmutter
Übungswellen
Senkwellen
Bevor es losgeht – Anzeichen
Wenn es losgeht
Die Körper von Mutter und Baby helfen mit, um die Geburt leicht zu machen
Das Baby vor der Geburt
Dem Baby bei der richtigen Position helfen
Eröffnungsphase
Übergangsphase und Geburt
Der Damm bei der Geburt
Nachgeburtswellen
Versorgung der Mutter
Versorgung des Babys
Abnabeln
Apgar
Bonding und Baby-Check
Vitamin K
Screening
Nachwellen
Ablauf
Das Wochenbett
Wochenfluss (Lochien)
Schwitzen
Haare
Milcheinschuss
Stillrheuma
Körpersignale, die man nicht ignorieren sollte
Zusatzwissen: Das Gewicht
Schritt fünf: Das große Geheimnis: Ent-Spannung!
Wie entsteht die Angst vor der Geburt überhaupt?
Was für Ängste können bestehen?
Angst vor Schmerzen
Angst, nicht loslassen zu können
Angst vor Komplikationen
Angst bei einer zweiten Geburt
Angst vor dem Leben danach
Verantwortung
Beziehung
Job, Karriere und Geld
Werde ich gut genug sein?
Der Körper verändert sich
Ängste bei vorliegenden Traumata
Auch Väter können Angst haben
Warum ist die Angst so hinderlich für die Geburt?
Loslassen vs. Anspannung
Der „Reheffekt“
Hormone und Schmerzen während der Geburt
Hormone
Schmerzen
Der innere Loop 25
Was ist der Loop und wie funktioniert er?
Was hat das mit der Geburt zu tun?
Unser Verständnis von Hypnose
Arten von Entspannungsübungen
Die Reihenfolge
Achtsames Atmen
Progressive Entspannung
Visualisierung
Die Vertiefung
Einen Anker setzen
Ängste loslassen – Sie und Er
Spezielle Übungen für unterschiedliche Phasen
Die Zusammenführung von Loop, Hypnosewissen und Geburtswissen
Checkliste Ent-Spannung
Schritt sechs: Eine Wiederholung: Die richtigen Techniken zum richtigen Zeitpunkt
Filme zur Vorbereitung
Positive Gedanken, Affirmationen, Afformationen
Die Verantwortung bei sich behalten
Die Umgebung gestalten
Licht
Ruhe
Musik
Duft
Temperatur
Kleidung, Kissen, Decken
Menschen
Kamera
Entspannung und Hypnose
Was entspannen? Und wie?
Zeit einplanen
Störfaktoren abschalten
Auf die Toilette gehen
Die richtige Temperatur
Die richtige Position
Atmung
Den Körper bewusst wahrnehmen
Den ganzen Körper entspannen: Progressive Entspannung
Die Entspannung beenden
Checkliste Entspannung:
Atmen, atmen, atmen
Wellenatmung
Geburtsatmung
Pferdchenatmung
Tönen
Massage
Lite-Touch-Massage
Schultern
Rücken
Lendenwirbel
Füße
Nicht pressen – SCHIEBEN!
Positionen
In der Öffnungsphase
Gehen
Stehen
Sitzen
Liegen
Badewanne
Becken kreisen
Hauptsache, bequem
Während der Geburt
Stehen
Hocken
Knien
Vierfüßler
Sitzen
Liegen
Wassergeburt
Am Tuch festhalten
Andere Positionen
Essen und trinken
Toilette
Die Geburt natürlich voranbringen
Ruhe bewahren
Wenn die Fruchtblase offen ist…
Wenn die Wellen abnehmen…
Was können wir tun, damit es weitergeht?
Kein Stress!
Ortswechsel
Entspannung und Schlaf
Hab Spaß
Kuscheln, Massieren, Hautkontakt, Tanzen
Stimulation
Blockaden lösen
Umgang mit Schmerzen
Aufgaben für den Partner, Vater, Papa…
Spickzettel
Sorge gut für dich!
Sei der sichere Rahmen
Essen und Trinken
Toilette und Position
Mache es ihr bequem – Kissen und Decken
Sorge für eine schöne Atmosphäre
Licht
Ruhe
Musik
Duft
Informationen
Kühle Tücher und Luft
Erinnere sie an…
Übungen und Techniken nutzen
Massage
Gegendruck
Effleurage
Vorlesen
Entspannungsübungen
Die Zeit verzerren
Mut machen
Die Hand halten und in den Arm nehmen
Lenke nicht – folge der Mutter und ihrem Instinkt
Vertraue deiner Intuition
Nichts persönlich nehmen
Mit Unvorhersehbarem klarkommen
Kommunikation mit Ärzten und Hebammen
Die Geburt natürlich einleiten
Beckenendlage
Klinik statt Hausgeburt
Der ungeplante Kaiserschnitt
Wenn das Baby zu früh kommt …
Medikamente
Afformationen und Affirmationen
Vorschläge für Afformationen der Mutter
Vorschläge für Affirmationen der Mutter
Vorschläge für Afformationen des Vaters
Vorschläge für Affirmationen des Vaters
Checklisten
Was übe ich wann?
Bindungsübungen
Afformationen und Affirmationen
Entspannungsübungen und Vertiefungstechniken
Ängste loslassen
Den Geburtsplan schreiben
Atemtechniken
Körperliche Vorbereitung
Den Koffer packen
Die Geburtswunschliste
Notizen für unsere Geburt
Schritt sieben: Direkt danach gehört auch dazu
Der Umgang mit dem Baby – Was heißt sanft?
Bonding und Breast Crawling
Die Plazenta
Geschenke? Na klar!
Wochenbett
Das vierte Trimester
Kleines Kind, große Verantwortung
Gelbsucht
Rückbildung
Checkliste Bonding
Bonding
Vorschlag für einen Brief an Freunde und Verwandte
Kapitel acht: Bonus-Wissen für Profis
Dreimonatskoliken
Checkliste: Dreimonatskoliken
KiSS – oft übersehen und umso wichtiger, zu wissen!
Symptome
Ursachen
Behandlung
Die Beziehung auf einer neuen Ebene
Für die Eltern – sind wir auch noch ein Paar?
Zweisamkeit
Wenn der Vater Schuldgefühle hat…
Sexualität
Kommunikation
Das soziale Wesen „Mama“ oder „Papa“
Checkliste: Paar-Beziehung
Was ist denn jetzt dieses „Eltern sein“?
Soziale Wesen
Perfektion
Authentizität
Kreativität
Gelassenheit
Dein Kind – der Spiegel
Fazit
Wie geht es weiter und was müssen wir noch wissen?
Kapitel neun: Übungstexte
Die Progressive Entspannung
Bindungsübung mit dem Baby
Wie geht’s weiter?
Literaturempfehlungen
In der Schwangerschaft
Geburt
Kaiserschnitt
Geburt nach Kaiserschnitt
Nach der Geburt und Wochenbett
Postpartale Depression
Schwierige Geburten
Weinen und Hilfe
Über die Autorin
Dankeschön
Quellenverzeichnis
Anmerkungen

Vorwort von Alexander Hartmann

„Realität ist ein sehr dehnbares Konzept.

Vor allem ist sie eine sehr persönliche Sache.“

Alexander Hartmann, „Mit dem Elefant durch die Wand“

 

Wir alle erleben jeden Tag die Welt, die „Realität“ und wir halten sie für die objektive Realität. Und doch hat jeder von uns seine eigene Realität. Geschaffen durch Einflüsse von außen, die dann aufgrund persönlicher Erfahrungen und Gedanken gefiltert und in eine subjektive Realität verwandelt wird. Und wir können diese Realität jederzeit für uns verändern!

Seit über einem Jahrzehnt erlebe ich mit tausenden von Menschen immer wieder denselben Effekt: Ein Glaubenssatz, eine innere Programmierung oder Überzeugung wird zu einer Fantasie, die wir unterbewusst fest verankert haben und der unser Unterbewusstsein folgt. Unser Körper folgt dieser Imagination, er reagiert darauf und das sieht man deutlich an der Körperhaltung, man spürt es an den Hormonen, die unseren Körper fluten oder vielleicht auch am ruhigen oder hektischen Herzschlag. Daraus entsteht zwangsläufig eine bestimmte Erfahrung – vielleicht eine subjektiv gute Erfahrung, vielleicht aber auch eine, die wir eigentlich gar nicht wollten. Und dann sagt unser Unterbewusstsein und unser Bewusstsein: „Siehst du, habe ich ja gleich gewusst. War ja klar, dass das so läuft.“ Und ja, es war klar, denn das ist der Prozess, der automatisiert abläuft.

 

 

Das ist es, was ich den „Reality Loop“ nenne:

Unser Unterbewusstsein, der „innere Elefant“, wie ich ihn nenne, steuert unser Verhalten, unsere Denkweisen, unsere Vorstellungen und damit letztlich auch unsere Physiologie.

Und die Hypnose? Dieser „Hokus Pokus“, dieses rätselhafte Werkzeug, das angeblich so viel helfen soll? Die Hypnose ist unser Vehikel, um den Loop zu verändern, und es ist kein Hokus Pokus! Es ist schlicht ein Werkzeug, um einen logischen Ablauf zu verändern und unser Unterbewusstsein ein wenig zu steuern.

Ich bin stolz und glücklich, seit vielen Jahren sehen zu können, wie sich das Leben von Menschen positiv verändert, wenn sie bereit sind, den Loop zu verstehen und zu verändern. Und den Reality Loop können wir an jeder Stelle verändern – das ist kein Trick, kein Geheimnis, kein doppelter Boden. Wir schaffen lediglich eine andere subjektive Realität, nicht mehr und nicht weniger.  

Und genau das ist es, was „Das Geheimnis einer glücklichen Geburt“ auch macht.

Simone Glueck bringt hier auf allen Ebenen bei, wie eine glückliche Geburt gelingen kann.

Bevor ich weiterschreibe, sollte ich eines vielleicht ganz klar dazu sagen: Als Mann ist mir sehr bewusst, dass ich beim Thema „Geburt“ eigentlich gar nicht mitreden darf. Aber ist das so? Oder sollten wir Männer nicht sogar dringend uns für dieses Thema interessieren, es verstehen und lernen, wie wir eine gute Geburt unterstützen können? Aber das ist ein anderes Thema. Was ich eigentlich meine, ist: Von der „Umsetzenden Seite“ her, werde ich als Mann niemals vollumfänglich verstehen, was Frauen da für Wunder vollbringen und was sie in diesen Momenten (und Monaten) erleben. Aber als jemand, der sich seit 10 Jahren mit der Kraft unserer Gedanken, unseres Unter-bewusstseins und ihrer Wirkung auf unseren Körper beschäftigt, kann ich mich der Logik nicht verschließen, die täglich tausende von Frauen beweisen, wenn sie durch (Selbst-)Hypnose und den fokussierten Einsatz ihrer Atmung und ihrer Gedanken schmerzfreie, freudvolle, teilweise wunderschöne, fast orgias-tische Geburten erleben.

Was sind die Glaubenssätze, die die meisten Menschen über eine Geburt in sich tragen? Schmerzen, Komplikationen, Angst. Was ist, wenn sich diese Glaubenssätze verändern lassen? Dann wird der Glaubenssatz vielleicht lauten: „Ich freue mich auf die Geburt. Die Geburt wird wunderschön und sanft sein.“

Mit den gezielten Übungen aus diesem Programm schafft Simone Glueck den Rahmen, dass werdende Mütter und Väter ihren ganzen Fokus auf etwas Schönes, Glückliches und ein freudvolles Erlebnis programmieren können. Und der Körper kann gar nicht anders, als darauf zu reagieren, sich zu entspannen und damit der Natur ihren Lauf zu lassen. Ohne Angst und Anspannung, dafür aber mit Entspannung, Freude und einem Lächeln. Die Erfahrung, die dann möglich wird, ist eine glückliche Erfahrung, eine Geburt voller Freude, wie auch immer sie konkret ablaufen wird.

Geburt und Hypnose? Geht das zusammen? Na klar! Ich bilde seit vielen Jahren immer mehr Menschen in Hypnose Coaching und Hypnotherapie aus und viele Therapeuten und Coaches beweisen jeden Tag mit ihren Klienten, dass die erlernten Techniken aus System23 Erfolg haben, dass sie funktionieren und sich die Glaubenssätze und damit am Ende auch die Erfahrungen der Klienten positiv verändern.

Mit „Dem Geheimnis einer glücklichen Geburt“ hältst du ein wunderbares Schritt-für-Schritt-Werkzeug in der Hand. Ein Werkzeug der Veränderung.

Ein Werkzeug hin, zu deiner ganz eigenen glücklichen Geburt!  

Lerne. 

Setze das Gelernte um.  

Und genieße die Reise.

 

Dein Alexander Hartmann

 

Vorwort von Christa Spitzner

Hausgeburtshebamme und Mitbegründerin des Geburtshauses in Tübingen

 

Geburtsvorbereitung – ein weiteres Buch, das die Welt nicht braucht?

Es gibt doch schon so viele. Dachte ich anfangs.

Dann hat mir Simone ihr Buch vorgestellt.

Ein Buch, das Arbeitshilfen enthält und sich am realen Leben, an der Praxis der Geburt orientiert.

Ein Buch, das trotz ihres Hintergrundes, seit einigen Jahren Geburtsvorbereitungskurse zu geben, letztlich von einer Mutter für Mütter geschrieben ist und darüber hinaus immer auch die Rolle des Vaters bedenkt. Ein Buch, das schon aus diesem Grund verständlich, aber auch witzig zugleich ist, sich leicht liest und man als Leserin spüren kann, dass da viel Leidenschaft drin-steckt.

Noch einmal die Frage: Warum genau dieses Buch und nicht eines der vielen anderen Bücher zum Thema Geburts-vorbereitung?

 

Weil Simone es schafft, trotz aller Emotionalität und Ehrlichkeit das Thema „Geburtsvorbereitung“ so strukturiert aufzubereiten, dass es wirklich möglich ist, in klar definierten Schritten, ganz gezielt, jeweils einen bestimmten Aspekt des großen Themas „Geburt“ aufzugreifen und diesen so zu erklären, dass gerade durch die schrittweise Vorbereitung zum einen viel Wissen bei der Leserin ankommt, zum anderen aber auch die Sicherheit entstehen kann, dass eine selbstbestimmte und schöne Geburtserfahrung möglich ist. Und gerade darin möchte ich als Hebamme alle Frauen und Paare bestärken! Werdende Eltern DÜRFEN und sollen die Geburt ihres Babys so selbstbestimmt wie nur irgend möglich erleben dürfen. Dazu gehört Wissen rund um die Geburt und die richtige Einstellung zu diesem wunderbaren und einmaligen Ereignis. Genau hier setzt Simone mit ihrem Buch an und setzt mit praktischen Tipps und Erfahrungen liebevolle Akzente.

Wo andere Bücher aufhören, macht Simone Glueck weiter – und so finden sich für Eltern auch über die Geburt hinaus noch wichtige und aus dem Nähkästchen geplauderte Tipps für das Wochenbett und den Umgang mit dem Baby in diesem Werk. Zugegeben – das macht das Buch dicker als andere Bücher zur Geburtsvorbereitung. Und doch ist das genau der richtige Gedanke! Nicht aufzuhören, wenn das Baby da ist, sondern einen Schritt vorauszudenken und vorbereitet zu sein auf das, was Eltern nach der Geburt erwartet.

 

Alles Gute!

 

Eure Christa Spitzner

 

Vorwort von Simone Glueck

Hallo und Herzlich willkommen!

 

Jetzt gerade machst du einen ganz wichtigen Schritt – du steigst ein in die Planung deiner Geburt, also der Geburt deines Kindes.

Und dafür gibt es ein paar ganz praktische Tipps, einiges an Wissen und ein paar Vorschläge. Diese erscheinen dir vielleicht neu und etwas abgefahren, aber das macht nichts, denn du suchst dir einfach das raus, was du am besten gebrauchen kannst.

 

Die Geburt ist für dein Baby eine ganz elementare und prägende Erfahrung, die noch über viele, viele Jahre nachwirken kann.

 

Und auch für dich als Mutter oder als Vater, für euch als Familie, ist eine Geburt eine ganz schöne Leistung, ein WOW, ein unglaubliches Erlebnis und das gilt es, gut vorzubereiten. Wie genau, das entscheidet dann jeder für sich und da sind alle Möglichkeiten offen.

Manche Frauen wollen ihr Baby lieber im Krankenhaus bekommen, weil sie Ärzte um sich herum wissen wollen, andere ziehen eine Geburt im Geburtshaus vor, wieder andere bekommen ihr Baby lieber daheim und vielleicht auch allein und schließlich gibt es auch Mütter, die gerne allein im Meer sitzen und dort ihr Baby zur Welt bringen.

 

Es gibt nichts, was es nicht gibt – wichtig ist nur, dass du dir als Mutter überlegst, welchen Weg du gehen möchtest.

 

Und dann plant ihr, bereitet euch vor und habt vielleicht den einen oder anderen schlauen Trick dabei, der die Geburt für euch alle zu einer schönen Erfahrung machen wird.

 

Ich selbst habe bisher zwei Kinder.

Die erste Geburt war eine natürliche Steißgeburt im Kranken-haus, die zweite Geburt eine natürliche Geburt mit dem Kopf voran daheim im aufblasbaren Geburtspool.

Meine Tochter war keine drei Minuten alt, da wollte ich gleich nochmal eine Geburt erleben.

So wunderschön war diese Erfahrung.

Ja gut, Hormone spielen dabei eine Rolle, aber dazu später mehr.

Beide Erfahrungen waren absolut unglaublich. Bei beiden Geburten habe ich sehr viel dazu gelernt. Bei beiden Geburten gab es absolute Highlights und Punkte, auf die ich mich besser hätte vorbereiten können.

 

Da Zurückspulen nicht möglich ist, möchte ich all das und sämtliche Erfahrungen aus einigen Jahren Hypnobirthing einmal zusammenstellen und euch mit an die Hand geben, damit es für euch vielleicht ein wenig einfacher wird und ihr einen kleinen Leitfaden für die kommende Geburt habt.

Ihr findet hier praktische Tipps und ein paar Erfahrungen, die es für euch leichter machen sollen, die Geburt gut vorzubereiten und eine wirklich schöne Geburt zu erleben.

 

Ach ja, eines noch: Ich schreibe dieses Buch für dich, liebe Mutter, für dich, lieber Vater, für dich, liebes Baby, für euch, liebe Familie.

Ich werde mich sicher nicht absolut stilistisch einheitlich entscheiden können zwischen „du“ und „ihr“ und „dein“ und „euer“. Das soll dich / euch nicht stören. Das ist einfach so – seht es mit einem Augenzwinkern und einem Lächeln!

 

Daher wünsche ich euch also viel Spaß beim Schmökern, beim Planen, beim Diskutieren und Umsetzen!

 

Ein wichtiger Hinweis sei erlaubt:

Ihr werdet in diesem Buch Wiederholungen finden. Manches sage ich zwei, oder sogar drei Mal. Manche Geschichten erzähle ich mehrfach. Und doch tue ich dies bewusst und mit jeweils einem anderen Schwerpunkt und aus einem anderen Grund.

 

Wenn du also das Buch in einem Rutsch liest, wirst du vielleicht an der einen oder anderen Stelle genervt die Augen rollen und sagen: „Kenne ich doch schon!“

Das darfst du und es ist für mich in Ordnung.

Wenn du aber mal ein Kapitel liest, dann das Buch wieder weglegst und ein paar Tage später weiterliest, ist es nicht schlimm, wenn dir inzwischen schon wieder Informationen entfallen sind, denn du wirst sie dann an entsprechender Stelle einfach noch einmal finden.

Dies beruht auch auf meiner Erfahrung etlicher Jahre als Kursleiterin – auch im Kurs haben wir viele Dinge fünf- oder sechsmal wiederholt und das war jedes Mal gut so und hat sich extrem bewährt!

Und wenn du deinen Partner bitten möchtest, ein bestimmtes Kapitel zu lesen und er dafür auf den Rest des Buches verzichten darf, ist das in Ordnung, denn er wird dann die entsprechenden Hintergründe trotzdem lesen können.

Aus diesem Grund habe ich mich bewusst entschieden, das Eine oder das Andere mehrfach zu schreiben und zu wiederholen.

 

PS: Wem nur darüber zu lesen, zu wenig ist und wer gerne alle Vorschläge und Übungen, inklusive Angstauflösung und anderen Hypnosen, noch in der Praxis erleben möchte, kann sich den Online-Kurs gönnen.

Hier gibt es noch ein Arbeitsbuch und weitere Hypnose-Übungen, sowie euren Geburtsvorbereitungskurs für zuhause als Video-Kurs.

 

Viel Spaß damit!!!

Eure Simone Glueck

 

Haftungsausschluss

 

Die im Buch enthaltenen Ratschläge wurden mit größter Sorgfalt und nach bestem Wissen von der Autorin erarbeitet und geprüft.

Dennoch kann keine Garantie übernommen werden. Daher ist eine Haftung der Autorin für Personen-, Sach-, oder Vermögens-schäden stets ausgeschlossen.

 

Jede Hypnose-Übung dieses Programms ist eine Selbsthypnose-Übung.

Die Nutzerin / der Nutzer entscheidet zu jedem Zeitpunkt selbst, sich in Hypnose zu versetzen und ist jederzeit in der Lage, die Übung zu jedem selbst gewählten Zeitpunkt zu beenden, oder weiterzuführen.

 

Die Nutzerin / der Nutzer versichert sich durch einen Arzt oder Psychologen, die Selbsthypnose-Übungen nutzen zu können, oder verzichtet auf Anwendung der Selbsthypnose-Übungen in folgenden Fällen:

 

Psychosen

(z.B. Schizophrenie, Bipolare Störung,

Endogene Depressionen...)

Persönlichkeitsstörungen

Traumafolgestörungen

Epilepsie und ähnlichen Anfallserkrankungen

Herzerkrankungen

Erkrankungen des zentralen Nervensystems

Thrombose

Depressionen (bestimmte Arten)

ADS (bestimmte Formen)

kürzlich vorgefallenem Herzinfarkt oder Schlaganfall

geistig behinderten Menschen

Suchterkrankungen (Drogenabhängigkeit,

Alkoholabhängigkeit, Medikamentenabhängigkeit)

Einnahme von Psychopharmaka

 

Alle angebotenen Leistungen stellen keine medizinische oder psychologische Behandlung dar und sind keine Therapie.

 

Die angebotenen Leistungen ersetzen keine notwendige Behandlung bei einem Arzt oder Heilpraktiker. Gegenwärtige Heilbehandlungen sollen nicht unterbrochen oder aufgeschoben werden. Im Rahmen der angebotenen Leistungen werden weder Diagnosen gestellt, noch Heilversprechen abgegeben.

 

Sämtliche Inanspruchnahmen der angebotenen Leistungen können jederzeit vom Käufer abgebrochen werden. Die angebotenen Leistungen sind in verschiedenen Ländern (u.a. Deutschland) noch nicht wissenschaftlich anerkannt. Eine Heilung kann nicht vorausgesetzt werden. Ein Heilversprechen wird nicht abgegeben. Wenn der Eindruck entsteht, dass eine bestimmte Leistung zur Behandlung von Erkrankungen geeignet wäre, so handelt es sich nicht um ein Heilversprechen, sondern um meine persönliche Meinung und die Erfahrungen meiner Kunden.

 

Es wird keinerlei Garantie übernommen für eine schmerzfreie oder natürliche Geburt. Jede Geburt hat ihren eigenen Plan. Jede Schwangerschaft ist anders, jedes Baby ist anders und die körperlichen Voraussetzungen jeder Mutter sind anders. Sollte es während der Geburt zu Komplikationen kommen, oder die Geburt anders als gewünscht verlaufen, sind keinerlei Ansprüche gegen die Erstellerin des vorliegenden Programms begründet. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine natürliche oder eine schmerzfreie Geburt grundsätzlich möglich sind, jedoch weder versprochen, noch garantiert werden können.

 

Die Darstellung von Maßnahmen der Geburtshilfe und ihrer Vorbereitung in diesem Buch sind von der Autorin nach bestem Wissen und Gewissen sorgfältig erwogen und geprüft. Die Informationen stellen aber keinen Ersatz für geburts-medizinische Betreuung dar und sollen nicht zur Durchführung einer Geburt ohne professionelle Hilfe verleiten. Die Autorin übernimmt keine Haftung für etwaige Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die sich aus dem Gebrauch oder Missbrauch der in diesem Buch dargestellten Methoden und Verhaltensmaßnahmen ergeben.

 

Einleitung

Was bedeutet denn eine glückliche Geburt? Was unterscheidet eine traumatische, von einer traumhaften Geburt?

Ist ein Kaiserschnitt per se eine „schlimme“ Geburt? Und kann nur eine Hausgeburt glücklich und gut sein?

 

NEIN! 

Auf meine erste Geburt habe ich mich mit Hypnobirthing nach Marie Mongan vorbereitet. Und ja, die Geburtsreise war zu einem großen Teil gut. Wir hatten Spaß, haben gefeiert, ich hatte keinerlei Schmerzen (!) und es lief einfach. Trotzdem war das Ergebnis ein Geburtstrauma für die gesamte Familie und eine sehr lang andauernde Wochenbettdepression.

 

Bei der zweiten Geburt habe ich zumindest zwei Sitzungen in einem „normalen“ Geburtsvorbereitungskurs absolviert und ansonsten gar nichts gemacht. Ich war sozusagen komplett unvorbereitet. Ich habe damals sogar noch meine Hebamme gefragt: „Soll ich noch irgendwas machen an Vorbereitung?“

Ihre Antwort: „Nein, warum? Mach’s doch einfach so, wie letztes Mal. Das war doch super.“

Also habe ich nichts getan. Natürlich haben wir die Hausgeburt vorbereitet, keine Frage. Sonst wäre das blöd geworden. Aber ich habe mir nicht mehr durchgelesen, wie ein Baby zur Welt kommt. Ich habe nur außerordentlich selten Atemübungen gemacht. Ich habe keine einzige Hypnose gemacht. Ich habe keine einzige Entspannungsübung gemacht und wir haben keine einzige Partnerübung gemacht.

Ja, es hat ordentlich weh getan – ganz im Gegenteil zur ersten Geburt – und ich habe wirklich geflucht und geschimpft wie ein Rohrspatz.

Und was war das Ergebnis?

Diese Geburt war mit Abstand das Beste, Tollste und Schönste, was ich jemals im Leben erlebt habe.

 

Wenn es ein REZEPT für eine glückliche Geburt gäbe, wie würde dieses Rezept aussehen?

 

Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht.

Ich weiß es für mich, für diese eine letzte Geburt, aber ich weiß es nicht für meine kommenden Geburten und ich kann es auch nicht für dich wissen.

Ich kann dir vielleicht Hinweise und Ideen geben. Ich kann dir sagen, welche Zutaten du zur Verfügung hast. Aber was dir davon am besten gefällt, was du brauchst, in welcher Menge und wie du all diese Zutaten mischen möchtest, das liegt ganz bei dir selbst. Und das ist das Spannende daran: Du kreierst dir dein eigenes Rezept für deine ganz eigene, glückliche Geburt.

 

Einen Trick kann ich dir vorab schon verraten. Wenn du einen Himbeerkuchen planst, du aber im Laden nur Erdbeeren bekommst, dann nimm die Erdbeeren und all die anderen Zutaten, die du daheim hast, und backe daraus den besten Erdbeerkuchen der Welt! Und dann genieße ihn von ganzem Herzen.

Übersetzt bedeutet dies für mich: Wenn du beispielsweise eine Hausgeburt planst, dein Baby aber etwas ganz anderes vorhat und vielleicht mit dem Popo voran geboren werden möchte, dann geh mit allem, was du weißt und was du kannst, in das Krankenhaus, in dem dein Baby zur Welt kommen soll, und mach daraus die beste Geburt, die du bekommen kannst!

Sei offen für alles, was da kommt, versteife dich nicht auf diesen einen bestimmten Weg, sondern bleib im Kopf flexibel, wenn es anders kommt. Denn eine Geburt kann man zwar planen, aber „Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen“. Diese kluge Postkarte hängt bei mir an der Wand und ich muss jedes Mal lächeln, wenn ich sie lese.

 

Eine Geburt ist ein großes Gemisch aus vielen Kleinigkeiten: vielleicht aus Hypnobirthing und Atemtechniken, aus Bindung und Lage des Babys, aus Entspannung und Neugier, aus dem Reality-Loop und den Anwesenden, … Es gibt so viele Feinheiten, so viele Nuancen und eine Geburt ist so einzigartig und vielfältig, wie das Leben eben ist.

 

Ich möchte noch einmal auf die Frage zurückkommen: Was ist eine glückliche Geburt? Wodurch definiert sich eine glückliche Geburt?

Am besten nimmst du dir ein bisschen Zeit und beantwortest folgende Fragen:

Was ist für DICH eine glückliche Geburt? Was brauchst DU, damit es eine glückliche Geburt ist?

 

Ich kann dir ein Beispiel von mir selbst geben:

Bei der Geburt meines Sohnes war es eine glückliche Geburt, weil …:

… wir eine tolle Hebamme hatten.

… wir viel gelacht haben.

… wir Pommes gegessen und Tee getrunken haben.

… ich bis kurz zuvor noch zuhause sein konnte.

… mein Sohn natürlich geboren werden konnte.

… mein Mann ein wunderbarer, liebevoller Begleiter und Partner war.

… ich dank Hypnobirthing bis zum Schluss bei keiner einzigen Wehe (oder Welle) Schmerzen hatte.

… mein Vater ans Telefon gegangen ist und dann wusste, dass das Baby kommt.

… unser Sohn gesund und munter ist.

… wir in einer tollen Klinik sein durften.

 

Es war keine glückliche Geburt, weil …:

… es zum Schluss schwierig wurde.

… die Ärztin einen unangekündigten (!) Dammschnitt gemacht hat.

… mir mein Baby weggenommen wurde.

… ich mehrere Wochen lang nicht richtig sitzen oder laufen konnte.

… ich völlig andere Vorstellungen davon gehabt hatte, wie ich es haben wollte, und ich an dieser Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität mehrere Jahre lang zu knabbern hatte.

… die Bindung zu meinem Sohn katastrophal gelitten hat.

 

Bei der Geburt meiner Tochter war es eine perfekte, glückliche Geburt, weil …:

… wir zuhause waren (in meinem Wohlfühlraum).

… meine Mutter dabei sein konnte, als das Baby da war.

… meine Hebamme zum Glück dabei war (und nicht im Urlaub).

… mein Mann der weltbeste Geburtspartner war.

… wir einen tollen Pool hatten.

… ich zwischen den heftigen Wehen und trotz Schmerzen noch lachen konnte.

… ich im eigenen Bett schlafen konnte.

… die Hebammenschülerin so unglaublich gut protokolliert hat, dass ich einen wunderbaren Geburtsbericht habe, der mir noch immer Tränen in die Augen treibt.

… es mir nach der Geburt so unglaublich gut ging und ich sofort aufstehen konnte und meinen Sohn am zweiten Tag mit Baby im Arm zum Kindergarten gebracht habe.

 

Das Einzige, was ich das nächste Mal anders machen werde, ist Folgendes:

Ich werde mich besser bzw. überhaupt vorbereiten und üben, damit es genauso schmerzfrei und locker gehen kann, wie beim ersten Kind.

Ich werde eine Fotografin dabeihaben, damit ich endlich einmal vernünftige Bilder und einen guten Film von dem Ganzen habe.

 

Das sind meine (!) Fazits aus den beiden Geburten. Und diese haben ausschließlich und nur für mich Gültigkeit! Jede andere Frau, auch du, würde diese Punkte für sich völlig anders bewerten. Und vielleicht würde ich bei einer weiteren Geburt ebenfalls ganz andere Wertungen abgeben.

Und das ist genau der Punkt. Ob es eine glückliche oder eine nicht glückliche Geburt ist, hängt auch zu großen Teilen von der eigenen Bewertung ab.

 

Ich kenne Mütter, die hatten einen wunderschönen Kaiserschnitt und sind so glücklich mit dieser Geburt, dass sie danach vor Kraft und Begeisterung förmlich übersprühen.

Und ich kenne Mütter, die hatten einen Kaiserschnitt, den sie sich selbst nicht verzeihen können, und die daran fast verzweifeln.

 

Genauso, wie es Mütter mit einer wunderschönen, natürlichen Geburt oder eben einer nicht so schönen, natürlichen Geburt gibt.

Und vieles davon machen wir in unserem Kopf. Wenn ich auf ein bestimmtes Geburtsszenario festgelegt bin und es nicht schaffe, mich davon zu lösen während der Geburt, wenn ich irgendetwas auf eine bestimmte Weise erzwingen will und genau das dann nicht klappt, werde ich unter Umständen ewig damit hadern und das Geburtserlebnis als solches nicht als schön oder glücklich in Erinnerung behalten können.

 

Und das ist schade! Was gehört also dazu? Viele Kleinigkeiten oder Zutaten, eine gute Planung und einiges an Wissen, denn Wissen gibt Sicherheit. Und sehr, sehr viel Offenheit für das, was dann kommt, auch wenn es nicht den eigenen Plänen entspricht. Flexibilität in jeder Hinsicht und die Bereitschaft, einen Plan aufzugeben und einen anderen Weg zu gehen, wenn es notwendig ist.

 

Ich werde dir in diesem Buch so viele Tipps und Hinweise geben wie möglich, damit du dich gut auf die Geburt vorbereiten kannst, damit ihr euch als Paar gut darauf vorbereiten könnt – vielleicht mit etwas anderen Methoden als andere Mütter, vielleicht auch mit einem etwas anderen Denkansatz.

 

Es gibt sehr viele Konzepte zur Geburtsvorbereitung (Hypno-Birthing, Hypnobabies, Flowbirthing,

Hypnobirthing 2.0, Orgasmic Birth, und so weiter…) und viele davon erheben für sich den Anspruch, die einzige, letzte Wahrheit zu sein.

 

Ich sage jetzt: Das stimmt nicht! Nicht einmal dieses Buch bein-haltet die vollendete Weisheit des Geburtswissens. Denn letzt-lich kannst nur du allein als werdende Mutter und gebärende Frau wissen, was für dich richtig und gut ist.

Alles, was Konzepte können, ist, dir eine Auswahl zu geben und dich mit Wissen und Alternativen zu versorgen. Was aber dann für dich der richtige Weg ist, entscheidest nur du allein.

 

Je nachdem, welchem Konzept man folgt, verwendet man den einen oder anderen Begriff für das Wort „Wehe“.

Manche sagen „Welle“. Auf Englisch heißt es „Labour“, was dem Begriff „Geburtsarbeit“ entsprechen würde.

 

Auch hier ist entscheidend, mit welchem Wort du dich am wohlsten fühlst.

In meinen Kursen habe ich gute Erfahrungen mit dem Wort „Welle“ gemacht.

Denn eine Wehe ist wie eine Welle: Sie baut sich langsam auf, erreicht ihren Höhepunkt und flaut dann wieder ab. Der Job der Mutter ist es, auf dieser Welle zu surfen, ihr zu folgen, mit ihr zu atmen und sich dann wieder in die Entspannung zu begeben.

Ich hatte bisher nur eine Mutter, die mit dem Wort „Welle“ nicht viel anfangen konnte. Für sie beinhaltete dieser Begriff das Gefühl, überwältigt zu werden und die Kontrolle zu verlieren. Sie fühlte sich mit dem Wort „Wehe“ einfach besser.

Andere Mütter wiederum – wie ich bisher feststellen durfte, die Mehrzahl – haben mit dem Wort „Wehe“ ein Problem, weil es zu sehr an „weh tun“ erinnert und sie sich gedanklich sowie körperlich dadurch eher verkrampfen.

 

Ich muss für den weiteren Teil dieses Buches nun eine Entscheidung treffen und mich auf einen Begriff festlegen. Da ich das Bild der Welle sehr schön und treffend finde, werde ich es also so handhaben, wie ich es von einigen Hebammen und von Marie Mongan kenne und statt „Wehe“ das Wort „Welle“ verwenden – wie eine wunderschöne Meereswelle, auf der man surfen und Spaß haben kann, ein regelmäßiges Auf und Ab, ein Rauschen, in dem ich mich wiegen und die Kraft der Natur erfahren kann, also genau wie eine Geburt.

 

Und damit starten wir auch schon durch! Viel Spaß und gutes Gelingen wünsche ich dir auf deiner Geburtsvorbereitungsreise!

 

Alles Gute,

Deine Simone Glueck

 

Schritt eins: Die Vorphase – auch die Schwangerschaft ist wichtig

Bereits in der Schwangerschaft bekommen Kinder alles Mögliche im Bauch mit: Geräusche, Stimmungen, Aufregung, Entspannung, Freude und Leid der Mutter, ob sie gewollt sind oder nicht. All diese Dinge haben Einfluss auf das Baby und auf all diese Dinge wiederum hast du als Mutter Einfluss. Auch als Vater hast du Einfluss darauf – die Frau in der Schwangerschaft zu verwöhnen, ihre Launen auszuhalten, mit dem Baby zu sprechen, den Bauch zu streicheln, Kontakt aufzunehmen, auch all das hat eine tiefgreifende Wirkung.

 

Oftmals kann man beobachten, dass das Baby auf die väterliche Hand am Bauch direkt reagiert. Manche Kinder beruhigen sich sofort, wenn Papas Hand den Bauch streichelt. Andere Kinder treten kräftig gegen die Hand und spielen mit dem Vater schon im Bauch.

Schon die Zeugung hat ihre Auswirkungen

Für manche Menschen mag es seltsam klingen, oder vielleicht sogar erschreckend, aber sogar die Zeugung hat bereits ihre Auswirkungen auf das Leben eines Menschen und kann unter Umständen sogar erinnert werden.

 

Franz Renggli1 beschreibt dies sehr eindrucksvoll wie folgt: „In der Eizelle und in der Samenzelle sind die gesamte Lebenserfahrung und die Lebensenergie der Mutter und des Vaters verborgen, und die Art, wie diese beiden Urkeimzellen einander begegnen und miteinander verschmelzen, bildet die Grundmelodie eines Menschenlebens.“

 

Ein Baby spürt also sehr genau als Grundtenor, ob die Vereinigung in Liebe oder mit Gewalt erfolgte, ob Mutter und Vater in Dankbarkeit das Baby empfangen und sich darauf freuen, oder nicht.

 

Auch die Reise nach der Befruchtung ist eine große Herausforderung für das Baby – hier und in den nächsten Wochen entscheidet sich, ob es bleiben möchte, oder nicht. Das Baby kann sich in der Gebärmutter einnisten und in diesen ersten Wochen durchaus auch wieder gehen.

Laut Renggli wird vermutet, dass mehr als fünfzig Prozent der befruchteten Eizellen den Körper der Mutter nach einigen Wochen wieder verlassen.

Zu diesem Zeitpunkt hat das Baby bereits einen Herzschlag und eine Nabelschnur hat sich gebildet.

 

Und bereits in diesem Stadium spüren Babys alles. Sie spüren genau die Stimmung der Mutter, nicht zuletzt auch über die Hormone der Mutter, die sie natürlich über die Nabelschnur ebenfalls erreichen.

 

Laut Renggli wird im Bauch der Mutter eine wichtige, emotionale Grundlage gelegt:

Verbundenheit, Liebe, Bindungsfähigkeit und Empathie.

Umso wichtiger ist es, sich dessen bewusst zu sein.

Und vielleicht geht es gar nicht darum, erzwungen permanent gute Laune zu versprühen – Menschen haben Zweifel, Menschen sehen sich Herausforderungen gegenüber, Menschen sind menschlich.

Wichtig ist der Umgang damit, die Offenheit dafür und vielleicht auch die Klärung der Umstände.

 

Wer jedoch ganz bewusst ein Baby einlädt, sich auf die Zeugung vorbereitet und vielleicht sogar vorher dafür sorgt, dass der Körper gesund ist, weil ein gesunder Körper ein gesundes Baby zeugen kann, macht schon einen hervorragenden Schritt in die richtige Richtung.

 

Wir haben damals vor dem ersten Kind beide ein sehr großes Blutbild machen lassen und dafür gesorgt, dass wir wirklich ganz gesund waren.

Dann haben wir uns darum gekümmert, dass wir beide in guter Stimmung waren, dass wir psychisch fit waren und haben dann ganz bewusst das Baby zu uns eingeladen.

 

Es mag seltsam klingen, aber ich wusste bei der Zeugung unseres Sohnes in genau dieser einen Sekunde, dass er entstanden war. Es war wie ein kleiner Stromschlag, ein „Bizzeln“, ein klares „Ich-bin-da“.

Ich habe das schon von sehr vielen Müttern gehört – die wenigsten reden jedoch offen über so etwas, weil es ihnen so unwahrscheinlich erscheint.

Bei unserer Tochter wusste ich am Tag danach direkt, das ist es jetzt, da ist etwas unterwegs, da passiert etwas in meinem Bauch.

Und bei beiden Kindern war es eine wunderbare Zeugung mit sehr viel Liebe, sehr viel Verbundenheit und bei mir in Gedanken einem kleinen Gebet für dieses Baby.

 

Beiden Kindern habe ich von der ersten Sekunde an die Botschaft mitgegeben: „Ich liebe dich. Ich freue mich auf dich. Es ist schön, dass du da bist.“

 

Unsere Kinder haben beide eine wunderbare Empathie-Fähigkeit und emotionale Grundstärke und ein unglaublich fröhliches Gemüt.

Ob das jetzt daran liegt, wie die Zeugung und die ersten Wochen verlaufen sind, kann ich nicht beurteilen, aber wenn auch nur die geringste Wahrscheinlichkeit besteht, dass diese Faktoren eine Rolle spielen, so ist es vielleicht doch wichtig, darauf Rücksicht zu nehmen.

 

Das klingt hier alles immer so locker flockig, wenn ich das erzähle.

Die Wahrheit ist: Es war nicht immer so.

Mein erstes Baby hat sich dazu entschieden, wieder zu gehen. Ich war schwanger. Ich bin trotz eines unguten Gefühls mit zu einem Event gegangen, weil das mein Job war. Ich habe mich damals großem, emotionalem und körperlichem Stress ausgesetzt und ich wusste, dass das nicht gut für mich war. Mein Mann hatte mich gebeten, zu bleiben und ich blieb, obwohl mir völlig klar war, dass ich eigentlich Ruhe gebraucht hätte.

Ich habe die 4 Tage irgendwie durchgestanden – am ersten Tag zuhause verlor ich das Baby.

Es war für dieses kleine Krümelchen einfach nicht der richtige Zeitpunkt gewesen, zu viel Stress. Vielleicht hatte irgendetwas anderes nicht gestimmt.

 

Dann kam unser Sohn zur Welt und zweieinhalb Jahre später planten wir das zweite Kind.

Ich hatte drei Fehlgeburten, denn ich war nicht gesund – meine Schilddrüse wollte nicht so recht mitmachen.

Und es war der falsche Zeitpunkt. Als ich schließlich mit unserer Tochter schwanger wurde, war es perfekt. Es war genau das Baby zu dem Zeitpunkt, der genau richtig für uns war.

 

Und ich habe etwas dabei gelernt: Ein Baby kann man planen, man kann alles ausrechnen, Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um zur richtigen Zeit das perfekte Baby zu bekommen, aber es gibt vielleicht einen anderen Plan. Vielleicht entsteht das Baby ganz anders, als man sich das gedacht hat, vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt. Vielleicht passen die Umstände nicht.

Wichtig ist es, den richtigen Umgang zu finden mit dem, was passiert, und wenn es irgendwie möglich ist, dem Baby mitzugeben, dass es geliebt und willkommen ist. Denn dieses Gefühl bekommt das Baby von der ersten Sekunde an mit.

 

Was das Baby erlebt

Was erlebt ein Baby im Bauch der Mutter?

In erster Linie, zu Beginn des Lebens, erfährt ein Baby die Emotionen und Stimmungen in der Welt der Mutter.

Und dann kommen nach und nach alle Sinne dazu.

 

David Chamberlain schreibt hierzu Folgendes:

 

„Ein Baby entwickelt sich tatsächlich rasend schnell. Bereits in der zehnten Woche ist der Körper in seiner Grundstruktur voll entwickelt.2

Schon in der sechsten Woche sind die Hirnströme des Babys messbar und mit 8 Wochen reagiert das Baby bereits auf Berührungen. Nach 14 Wochen konnten bereits Grimassen und Mimik eines Babys gesehen werden.

Teilweise wurden bereits ab der achten Woche Atembewegungen des Babys beobachtet. Das Baby schluckt dabei das Fruchtwasser im Bauch.

Diese frühe „Atmung“ wird beschleunigt oder verlangsamt, wenn das Baby mit Nikotin, Koffein, Alkohol oder Drogen konfrontiert wird.“3

 

Circa ab der 15. Woche funktionieren die Geschmacksknospen des Babys, das Baby kann also richtig schmecken.

Es gibt Geschmacksrichtungen, die ein Baby nicht mag, wie zum Beispiel bittere Substanzen – dann hört es auf, Fruchtwasser zu trinken. Und es gibt Geschmacksrichtungen, die ein Baby mag, wie zum Beispiel süße Substanzen – dann wird doppelt so viel Fruchtwasser geschluckt.

 

Auch hören kann ein Baby im Bauch der Mutter schon recht gut.

Man geht davon aus, dass ein Baby ab der 18. Woche zu hören beginnt. Auch über die Haut und die Knochen werden Geräusche aufgenommen.

Das ist in etwa so, als würde man sich in einer Diskothek neben einen dröhnenden Bass stellen – die Ohren hören das Geräusch und der gesamte Körper nimmt die Vibrationen wahr.

 

Heute weiß man, dass bestimmte Geräusche ein Baby ruhiger oder unruhiger machen können.

Hört man Mozart oder Vivaldi, mögen Babys das in der Regel, während ihnen Brahms, Beethoven oder Rockmusik eher weniger angenehm zu sein scheinen.

 

Manche Mütter berichten von im Bauch tobenden Babys beim Besuch eines Rockkonzerts, sodass sie das Konzert verlassen mussten.

 

Was Babys ständig hören, ist die Stimme der Mutter, ihren Herzschlag, das Blutrauschen, die Verdauung und was sonst noch alles an Geräuschen in Mamas Körper zu hören ist.

 

Nach der Geburt lieben Babys das Liegen auf dem nackten Körper von Mutter oder Vater, mit dem Ohr am Herzen, dem beruhigenden Herzschlag lauschend.

 

Selbst riechen können Babys bereits im Bauch der Mutter. Sie können über 100 Gerüche unterscheiden und nach der Geburt wiedererkennen.

Ein neugeborenes Baby riecht, legt man es auf den Bauch der Mutter, genau, wo sich die Brust befindet und wo Nahrung zu bekommen ist – eine erstaunliche Fähigkeit bei einem so kleinen Wesen!

 

Das Sehen ist die komplexeste Fähigkeit von allen. Die Fähigkeit, zu sehen, ist bei der Geburt bereits vorhanden, muss sich aber noch eine ganze Weile ausbilden, bis ein Baby wirklich wie ein Erwachsener sehen kann. Aufbau und Wachstum des Sehsystems dauert teilweise bis zu zwei Jahre nach der Geburt.4

Was Babys auf jeden Fall sehen können, sind Unterschiede in der Helligkeit, die Eltern in einem geringen Abstand und Farbunterschiede.

 

Was ein Baby ebenfalls spürt, ist eine Berührung der Bauchdecke der Mutter.

Ein Baby weicht im Bauch zurück und versucht sich zu schützen, wenn ein Stoß von außen gegen den Bauch der Mutter erfolgt.

Ebenfalls konnte man schon häufig Babys beobachten, die bei einer Fruchtwasseruntersuchung vor der eingeführten Nadel zurückgewichen sind, oder sogar versucht haben, gegen die Nadel zu schlagen.

 

Auch besitzen Babys bereits im Bauch ein Gedächtnis und können Erlebtes erinnern.

Thomas Verny berichtet von einem Dirigenten, der Stücke ohne Noten spielen konnte. Diese Stücke hatte seine Mutter, eine Berufscellistin, während der Schwangerschaft gespielt.5

 

Erstaunlich ist, dass das Erlebte während der Schwangerschaft und der Geburt teilweise unbewusst, teilweise aber auch sehr bewusst erinnert werden kann.

Schöne Rituale oder schlimme Streitigkeiten, die in der Schwangerschaft stattgefunden haben, können erinnert werden und können ihre Auswirkungen haben.

 

Caroline Eliacheff, eine Kinderpsychoanalytikerin, berichtet eindrucksvoll über ihre Arbeit mit Säuglingen und Kleinkindern und darüber, wie das in der Schwangerschaft Erlebte sich beim Baby nach der Geburt ausdrücken kann.6

 

Wie unterschiedlich ein Kind sich je nach Erleben entwickeln kann, dafür habe ich bei mir zuhause tatsächlich einen lebenden Beweis und ich möchte dies mit euch teilen.

 

Bei meiner ersten Schwangerschaft, unserem Sohn, war ich ziemlich im Stress. Ich habe damals noch als Eventmanagerin gearbeitet, mich mit nervigen Geschäftspartnern herum-geschlagen und teilweise schlimme Wutausbrüche gehabt. Sachen flogen an die Wand, ich war sehr unter Stress, finanziell hatten wir so unsere Baustellen und allgemein war die Situation eher suboptimal.

Wir hatten uns das Baby sehr gewünscht und alles super geplant und vorbereitet. Ich habe jeden Abend einfach nur Zeit mit dem kleinen Wesen in meinem Bauch verbracht und wir haben versucht, so viel Spaß wie möglich in diese Zeit zu packen.

Es war wirklich eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Ich schrieb jeden Tag (!) Tagebuch und war sicher, dass wir ein Mädchen bekommen würden. Alles war lila oder rosa, sogar der Kugelschreiber, den ich zum Schreiben benutzte.

Im sechsten Monat dann war mal wieder ein Ultraschalltermin angesetzt. Dieses Mal wurde das Geschlecht des Babys festgestellt. Der Arzt teilte mir mit, dass es ein Junge werden würde und ich flippte aus. Ein halbes Jahr lang hatte ich mich auf ein Mädchen eingestellt!

Ich heulte. Ich wollte das Baby nicht haben. Ich war zwei Wochen lang wie völlig paralysiert und überlegte ernsthaft, ob wir das Kleine zur Adoption freigeben sollten. So geschockt war ich. Mein ganzes Gefühlsleben war voller Zweifel und Ablehnung.

 

Diese Phase konnte ich zum Glück in den folgenden Wochen überwinden und das war so unglaublich wichtig! Die haupt-sächliche Arbeit in den letzten Zügen der Schwangerschaft bestand für mich darin, eine gute Beziehung zu meinem Sohn aufzubauen, was mir auch gelang.

 

Insgesamt hatten wir in dieser Schwangerschaft zehn Ultraschalltermine und jedes Mal drehte sich unser Sohn wie wild im Bauch herum, trat um sich und beruhigte sich nach dem Ultraschall oft über mehrere Stunden nicht mehr.

 

Dann kam die Geburt. Unser Sohn wollte Po voran in die Welt rutschen und ich wollte um jeden Preis eine natürliche Geburt. Wenn ich etwas will, ziehe ich das durch.

Die gesamte erste Phase über hatte ich keine Sekunde lang Schmerzen und wir machten sehr viele, dumme Witze – die Hebamme, mein Mann und ich. Wir fuhren erst sehr spät ins Krankenhaus und hatten bis dahin wirklich eine ganze Menge Spaß.

Unser Sohn kam dann im Krankenhaus natürlich zur Welt – zuerst der Hintern, dann der Rest. Weil er einen unglaublich großen Kopf hatte (und hat), blieb dieser bei der Geburt stecken. Trotz zahlreicher Vermessungen im Ultraschall vor der Geburt, hat man diesen großen Kopf – im Verhältnis zum kleinen Körper – nicht gesehen.

Zu Beginn der Geburt blieb er mit seinem Steiß schräg in meinem Becken hängen und die Ärztin drehte ihn während einer Welle heraus.

Dann sollte der Kopf kommen, blieb aber stecken. Es kam zu einer unschönen Situation, die Herztöne fielen ab und das Baby wurde rasch per Dammschnitt geholt.

Keine Sorge, dem Kind ging es gut und geht es auch heute gut.

 

Zweidreiviertel Jahre später wurde ich mit unserer Tochter schwanger.

Ich war entspannt. Mein Sohn ging inzwischen in den Kindergarten und ich hatte viel Zeit für mich. Ich lag herum, schlief und aß, wie es mir passte, las viel, sah gerne mal in Ruhe fern und hatte eine wesentlich bessere Beziehung zu meinem Mann.

Finanziell waren wir weit besser aufgestellt und es war sehr ruhig. Nicht so ruhig wie vielleicht bei anderen Menschen, aber doch sehr viel ruhiger, als die Jahre davor. Auch ich war ruhiger und es flogen schon lange keine Sachen mehr an die Wand.

 

Die Geburt ging mit zweieinhalb Stunden ziemlich schnell. Von einer schmerzfreien Geburt konnte jedoch nicht die Rede sein. Trotzdem scherzten und lachten wir noch zwischen den Wellen und wir erlebten eine wirklich traumhafte Hausgeburt mit sehr viel Ruhe, ein bisschen Gezeter meinerseits und einer Umgebung, die mir sehr viel Sicherheit und Halt gab.

 

Meine Kinder sind grundverschieden. Man kann das auf den Charakter zurückführen. Unser Sohn ist wie ich, aufbrausend, dickköpfig, hochsensibel und empathisch. Unsere Tochter ist wie mein Mann, diplomatisch, fröhlich und nur ein bisschen dickköpfig, also zumindest bis jetzt. Wie das noch weitergeht, wissen wir ja nicht.

 

Was aber meine Kinder grundsätzlich unterscheidet, ist der Umgang mit der Welt an sich.

 

Unser Sohn hat mit allen Übergängen massive Probleme und schreit selbst jetzt nach vier Jahren noch bei jedem Aufwachen. Er hat oft Albträume, hin und wieder einen Nachtschreck, hasst enge Pullover um den Hals und mit einem Rolli muss ich ihm erst gar nicht kommen. Berührungen am Po, wenn man miteinander spielt, findet er grundsätzlich unangenehm und er entzieht sich einem daraufhin sofort mit einem lauten „Nein“. Wenn es eng wird, beim Knuddeln oder Kuscheln, kämpft er sich rasch frei und wird panisch.

Neue Situationen machen ihm Angst und oft meine ich, eine Grundangst und eine tiefe Unsicherheit spüren zu können.

 

Als er sechs Monate alt war, begann er mich so massiv zu beißen, dass ich am ganzen Körper blutige Wunden und blaue Male hatte. Er biss ausnahmslos mich und das mit einer Gewalt, die mich damals wirklich überrascht hat.

Wir waren dann bei unserem Cranio-Sacral-Therapeuten, der glücklicherweise auch Psychotherapeut ist. Er fragte mich, nachdem wir ihm die Sachlage beschrieben hatten, was denn im sechsten Schwangerschaftsmonat vorgefallen sei. Ich sagte sofort: „Nichts.“ Das ist nicht schlau, denn bei einer schnellen Antwort wie dieser, kommt sofort die Aufforderung, nochmal genauer nachzudenken. Also dachten wir gemeinsam nochmal nach, mein Mann und ich.

Und dann fiel es uns wie Schuppen von den Augen: im sechsten Monat hatte ich das Baby nicht gewollt! Das war die Zeit gewesen, als ich den Kleinen so abgelehnt hatte und wir so sehr kämpfen mussten, um eine gute Beziehung zu finden.

 

Wir erörterten beim Therapeuten eine Stunde lang diese schwierige Phase der Schwangerschaft. Unser Sohn brüllte sich die Lungen aus dem Leib, der Therapeut schleppte ihn geduldig auf dem Arm umher und ich redete mit unserem Kleinen. Wir klärten die Situation von damals auf und fanden schlussendlich eine Lösung. Ganz am Ende dieser anstrengenden Sitzung, bei der alle von uns in Tränen aufgelöst waren, sank unser kleiner Mann friedlich mit einem langen Seufzer in meinen Armen zusammen, schnappte sich die Brust und schlief sofort ein.

Er hat mich danach nie wieder gebissen.

 

Unsere Tochter ist anders. Jeden Morgen wacht sie auf und fängt sofort an, zu lachen und zu brabbeln. Sie schlägt die Augen auf und grinst mich an – seit sieben Monaten, jeden Tag! Egal, wo wir hingehen und was wir mit ihr machen, sie ist voller Vertrauen und Zuversicht. Ich kann sie knutschen, knuddeln, drücken und herumkugeln, ohne dass sie meckert. Sie findet es lustig und lacht sich kaputt. Sie hat ein von Grund auf sonniges Gemüt und krabbelt voller Freude und Begeisterung durchs Leben.

 

Ich habe kürzlich mit einer Therapeutin telefoniert, die mich sehr gut kennt. Ich wollte, dass sie mit unserem Sohn arbeitet und wir bezüglich seiner Unsicherheiten etwas tun.

Und was sagt sie zu mir? „Dies ist jetzt keinesfalls ein Vorwurf und bitte nehmen Sie das nicht persönlich. Als Sie damals mit ihrem Sohn schwanger waren, waren Sie unter einem ganz anderen Druck als jetzt bei Ihrer Tochter. Und die Geburt war auch nicht ohne. Da hat der Kleine ganz schön was erlebt.“

Ja. Stimmt. Das unterschreibe ich sofort.

 

Ich möchte nicht behaupten, dass Schwangerschaft und Geburt die ausschließlichen Faktoren für meine zwei unterschiedlichen Kinder sind. Sicherlich ist einiges auch vererbt oder abgeschaut oder hängt mit dem Charakter zusammen oder mit was weiß ich noch allem. Aber ich meine, an einigen Stellen ganz deutliche Verhaltensweisen zu erkennen, die, meiner Meinung nach, auf Erlebtes während der Schwangerschaft und der Geburt zurück-zuführen sind.

 

Eine Mutter von drei Söhnen erzählte mir einmal, wie verschieden ihre Jungs waren.

Der älteste Sohn war per Kaiserschnitt geboren, die anderen beiden waren natürlich zur Welt gekommen.

Sie berichtete mir, dass der Große oft bei Problemen sofort nach Hilfe rief und sich weigerte, sich selbst aus der Patsche zu helfen, während der Mittlere die Welt ganz eigenständig im Sturm eroberte, vor Problemen nie zurückschreckte und längst nicht so häufig die Hilfe der Mutter anforderte wie sein Bruder.

Sie selbst vermutete damals in unserem Gespräch, dass ihr Großer es einfach von Anfang an so erfahren hatte, dass andere ihm halfen, und dass er deswegen sehr unsicher bezüglich der eigenen Möglichkeiten war.

 

Was das Baby übrigens auch erlebt und wahrnimmt, ist der Umgang der Mutter mit dem Thema Geburt.

Erklärt man einem Baby immer wieder, wie eine Geburt ablaufen wird, erklärt man ihm die Begriffe und das, was geschehen wird – vielleicht sogar den Ablauf eines notwendigen Kaiserschnitts – dann kann man erleben, wie gut vorbereitete Babys die Geburt sehr ruhig mitmachen, weniger schreien und sich allgemein besser beruhigen lassen.7

 

Ich denke als Fazit kann man sagen, dass Schwangerschaft und Geburt sehr prägend für ein Baby sind und es sich dementsprechend auch lohnt, einen sehr großen Fokus auf eben diese Phase im Leben zu legen.

Und als Eltern kann man hier wirklich sehr viel tun. Einige Tipps und Vorschläge werde ich im Folgenden noch beschreiben.

 

Bevor es weitergeht, ist mir eines aber wichtig:

Mir sagte kürzlich eine Mutter in meinem Kurs Folgendes: „Was mich nervt, ist dieser blöde Druck, dieses Gefühl, immer die perfekte Schwangere sein zu müssen und eine perfekte Schwangerschaft haben zu müssen. So ist das Leben aber nicht und der Druck, der da auf einen ausgeübt wird … Das fühlt sich gar nicht gut an. Das stresst mich.“

Wie Recht sie hat!

 

Das Leben ist nicht immer nur Zucker und Lala-Land und perfekt schön mit Einhornpupsern aus Zuckerwatte und Regenbögen.

Das Leben ist bunt und dazu gehören auch Grautöne – mal hellere, mal dunklere. Manchmal ist das Leben voller Stress und Hektik und voller ungeklärter Fragen. Die Hormone spielen verrückt, man weint und kämpft und streitet vielleicht auch mal.

Das alles kommt vor. Das alles gehört zum Leben dazu und das alles kann man eben manchmal auch nicht vom Baby fernhalten. So ist das manchmal.

Und das ist nicht schlimm! Erstens kann man all das reparieren, wenn man möchte und zweitens habe ich eines gelernt: das Gute im Schlechten zu sehen.

Und ganz ehrlich: Mit so was habe ich ehrlich Erfahrung, ver-sprochen!

Vielleicht ist der Stress, den mein Baby in der Schwangerschaft erlebt hat, der Grund dafür, dass es besonders durchsetzungs-fähig wird, und dann ist das doch auch in Ordnung.

Was man tun kann, ist, dem Baby erklären, dass dieser Streit gerade zwischen Mama und Papa zu den Erwachsenen gehört und nichts mit ihm, dem Baby, zu tun hat. Das kann helfen. Es hilft einem Kind auch später, wenn man die Ebenen erklärt und die Verantwortung dort lässt, wo sie hingehört, nämlich auf der Elternebene.

Insofern: Lasst euch um Himmels willen nicht stressen! Nehmt das Leben in all seiner Vielfalt und Dynamik so, wie es ist und macht das Beste draus.

 

Mit dieser Erkenntnis im Hinterkopf widmen wir uns jetzt dem, was für das Baby wichtig sein kann, und dem, was ihr tun könnt, wenn ihr es wollt und wenn es zu euch passt.

Schwangerschaft und Geburt in der Praxis – was ist für das Baby wichtig?

Was bedeuten all diese Erkenntnisse über das Erleben des Babys während der Schwangerschaft nun für den praktischen Alltag und für euch als werdende Eltern?

 

Das bedeutet ganz konkret, dass es sehr wichtig ist, so gut wie möglich (wie es eben geht) die Schwangerschaft mit sehr viel Ruhe und Gelassenheit zu erleben.

 

Meiner Meinung nach gehört eine schwangere Frau nicht ins Büro an den Schreibtisch mit einem cholerischen Chef im Nebenzimmer. Wenn es nach mir ginge, würde jede Schwangere den ganzen Tag nur durch die Natur spazieren, Yoga machen und unter einem Baum in der Sonne meditieren, sich mit ihrem Baby unterhalten und vom Vater des Babys nach Strich und Faden verwöhnt werden. Aber das ist nur meine bescheidene Meinung zu diesem Thema – ich denke nicht, dass dies in naher Zukunft in unserer profitorientierten Welt Praxis werden wird.

 

Also ist es an der Frau, sich so gut wie möglich vor negativen Einflüssen zu schützen und so positiv und zuversichtlich wie möglich zu bleiben in diesen wichtigen, vierzig Wochen und während der Geburt.

 

So, wie es eben geht und möglich ist! Nicht stressen lassen und kein Druck aufbauen wegen einer „perfekte“ Schwangerschaft, bitte!

 

Übrigens sei an dieser Stelle eine kurze Denkanregung gestattet:

Kinder eifern in der Regel ihren Eltern nach und bewundern sie bis zu einem gewissen Alter ungemein. Wenn ich als Mutter / Vater perfekt bin, was für eine Hypothek ist das dann für meine Kinder?

Also: Perfektion ist nicht nötig!

Geschichten

Da das Baby auch Geschichten rund um die Geburt bereits im Mutterleib wahrnimmt, ist es wichtig, hier ein klares „Stopp“ zu setzen, wenn mal wieder irgendjemand meint, eine Geburts-geschichte zum Besten geben zu müssen.

Die Offenbarung der Schwangerschaft im Verwandten- und Freundeskreis zieht in der Regel folgende zwei, unmittelbar aufeinander folgende Reaktionen nach sich:

„Wahnsinn, toll, gratuliere!!!“, direkt gefolgt von:

„Jetzt freust du dich noch. Aber warte mal ab bei der Geburt... Also bei mir war das so und so…“

Und dann kommen sie, die Horrorgeschichten von Mutter, Oma, Cousine, Nachbarin, Freundin, bester Freundin, der Cousine der Nachbarin der Freundin, dem Zeitungsartikel von neulich, das, was man so im Internet gelesen und im Fernsehen schon alles gesehen hat.

 

Es gibt unzählige Geschichten von Geburten und vermutlich sind genau zwei Prozent davon für Mutter und Kind geeignet.

Irgendein seltsamer Mechanismus sorgt in unserer Gesellschaft dafür, dass alle Frauen immer meinen, sich mit dem Erzählen von noch schlimmeren und noch grauenvolleren Geburten überbieten zu müssen. „Ich habe aber mehr gelitten als XY…“ Brr.

 

Ich frage mich immer, wozu so was nötig ist.

Eine Schwangere sollte ihre Schwangerschaft genießen können, sollte ihrem Baby Gutes über die Geburt erzählen können und selbst voller Vertrauen und Zuversicht auf die Geburt zugehen.

Ist es da nicht viel logischer, von schönen und glücklichen Geburten zu erzählen???

 

Die logische Konsequenz ist also ein „Stopp“, wenn eine Erzählung in die falsche Richtung kippt und ich mich als werdende Mutter damit nicht mehr wohlfühle, wenn ich merke, das passt für mich jetzt nicht und ich rege mich auf, werde ängstlich oder spüre, ich muss mein Kind und mich jetzt schützen.

Man kann den Raum verlassen – hey, Schwangere müssen ohnehin ständig aufs Klo! Man kann klar sagen: „Du, danke, dass du deine Geschichte mit mir teilen möchtest. Das ist ok und du darfst mir gerne alles erzählen. Nach meiner Geburt bin ich ganz offen dafür. Nur jetzt möchte ich erst einmal meine eigene Erfahrung machen und mich nicht beeinflussen lassen.“ Das wäre vermutlich die diplomatische Formulierung. Ich persönlich neige ja eher zu folgendem Satz: „Du danke, aber ich möchte das nicht hören. Das tut mir nicht gut, später (in X Monaten) gerne, jetzt nicht.“

Zugegeben, ich bin da ein klein wenig brutaler in meinen Formulierungen.

Finde den Weg und die Formulierung, die zu dir passt, und schütze dich und dein Baby!

Das äußere Umfeld und was du tun kannst

Zu einem guten Schutz gehört auch, sich ein äußeres Umfeld zu schaffen, das einen zuversichtlich und positiv auf die Ankunft des kleinen Menschen blicken lässt.

 

Wenn ich merke, mir tut jemand, ein bestimmter Kontakt oder Umgang nicht gut, dann kann ich doch zu dieser Person Abstand halten. Wer zwingt mich, jemanden zu sehen, der mich nur aufregt?

Ich bin inzwischen rigoros – mein Telefonbuch enthält nur noch Nummern und Adressen von Menschen, die mir guttun und mit denen ich Spaß haben kann. Alle anderen werden konsequent gelöscht und aussortiert. Und das ist gut so! Mit wem ich mich umgebe, färbt immer auch ein Stück auf mich ab und damit, bei der schwangeren Mutter, auch auf das Baby. Welchen Umgang möchtest du für dein Baby? Wer dürfte dein Baby begrüßen, mit ihm sprechen, es streicheln oder in den Arm nehmen? Wenn du es für dich selbst nicht schaffen würdest, eine bestimmte Person zu meiden, für dein Kind kannst du das!

 

„Finde heraus, was du gern tust, DANN TU’S!“

Dies ist eine wunderbare Postkarte an meiner geliebten Postkartenwand.

Und genau so ist es. Wenn es dir guttut, schwimmen zu gehen, dann geh schwimmen.

Wenn es dir guttut, in einem ganz bestimmten Café mit einem ganz bestimmten Bild an der Wand den besten Tee aller Zeiten zu trinken, dann geh in dieses Café. Geh mit einer guten Freundin, die dich zum Lachen bringt. Geh alleine und lies ein tolles Buch. Geh mit deinem Mann und freue dich gemeinsam mit ihm auf euer Baby.

 

Wenn du auf eine Party eingeladen bist und du spürst, dass dir das jetzt nicht guttun würde, dass es dir zu viel ist, dass du keine Lust hast, dann bleib daheim auf dem Sofa und schlafe eine Runde oder schau dir einen schönen Film an. Achte dabei gut auf deine Filmauswahl, aber hey, lass‘ es dir gut gehen!

 

Wenn du meinst, du musst die Wohnung umgestalten, dann mach das – lass dir dabei helfen, schleppe keine Möbel selbst und sprich dich am besten mit deinem Mann ab, aber gestalte und sorge dafür, dass du in einer Umgebung bist, die dein Herz erwärmt und für eine Kuschelstimmung bei dir sorgt.

 

Dazu gehört es auch, das Kinderzimmer einzurichten. Mach das mit jemandem, der Lust darauf hat. Das muss NICHT der eigene Mann sein!!!

 

Bei meinem Sohn war ich noch der Meinung, mein Mann MUSS mir helfen, weil das Sache des Vaters ist und er sich bitteschön auch mal einbringen soll, wenn ich schon den Bauch zu schleppen habe.

Als Ergebnis saß ich dann um 21 Uhr mit dickem Bauch fluchend auf dem Boden im Flur. Wir hatten uns gegenseitig angebrüllt und ich habe die Dübel in die Ikea-Kommode gehauen, während er mich mindestens genauso wütend angeschaut hat, wie ich ihn.

Meine Eltern kamen dann irgendwann zum Vorhangstange anbohren und Wiege aufbauen, als mein Mann auch daheim war und auch das war nicht unbedingt die beste Situation aller Zeiten.

Ich war mega gestresst. Mein Blutdruck war hoch, der Puls raste und niemand hatte Spaß. Eine saublöde Aktion! Mein Sohn hat den vollen Stress und das Adrenalin pur mitbekommen.

Beim zweiten Kind war ich schlauer.

Das Kinderzimmer habe ich uns erspart – das Kind schläft sowieso bei uns im Bett. Für die Klamotten habe ich einfach eine andere Kommode leergeräumt und die Wiege kurzerhand mit meiner Mutter zusammen aufgebaut.