Das Große Gerson Buch - Charlotte Gerson - E-Book

Das Große Gerson Buch E-Book

Charlotte Gerson

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  • Herausgeber: MobiWell
  • Kategorie: Ratgeber
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2012
Beschreibung

Krebs. Gelbsucht. Migräne. Arthritis. Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Emphyseme. Seit Jahrzehnten betrachtet die orthodoxe Medizin diese chronischen oder lebensbedrohlichen Krankheiten als unheilbar. Aber jetzt bietet die Gerson-Therapie Hoffnung für alle, die auf Besserung all dieser und vieler anderer Krankheiten hoffen. Trinken Sie sich einfach gesund!Als eine der ersten alternativen Therapien überhaupt hat die Gerson-Methode im Lauf der letzten 60 Jahre Tausende von Patienten geheilt. In dieser wegweisenden und neu überarbeiteten Ausgabe enthüllen Charlotte Gerson und der medizinische Journalist Morton Walker noch weitere, bisher nicht beschriebene Heileffekte von organischen Früchten und Gemüsen. Das Safttrinken nach Gerson kann nicht nur die Effekte vieler degenerativer Krankheiten zurückbilden – es kann auch Leben retten. Die Gerson-Therapie zeigt Ihnen:• wie Sie Krebs besiegen können, indem Sie die Chemie Ihres Körpers verändern;• spezielle Entsaftungstechniken für maximale Heilerfolge;• wie Sie Allergien, Übergewicht, Bluthochdruck AIDS, Lupus und andere Krankheiten bekämpfen. Dieses einzigartige Werk wird für jeden, der es anwendet, eine Quelle der Inspiration und der Hilfe sein. Die Gerson-Therapie bietet eine mächtige Heilungsoption, die den Test der Zeit bestanden hat. Sie kann auch für Sie funktionieren!

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Seitenzahl: 680

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Charlotte Gerson und Morton Walker

Das Große Gerson Buch

Auflage 2013

Deutsche Übersetzung: Nina Hawranke

Umschlaggestaltung: Inna Kralovyetts, Gabriel Reinert

Layout: Inna Kralovyetts

www.mobiwell.com

© Copyright 2013 für die deutschsprachige Asgabe bei Mobiwell Verlag, Immenstadt

Titel der Originalausgabe: „The Gerson Therapy“

© Copyright 2001, 2006 by Dr. Morton Walker and the Gerson Institute

Published by arrangment with Kensington Publishing Corp., New York, NY, USA

Dieses Werk wurde durch die Agentur für Literatur und Illustration Thomas Schlück GmbH, 30827 Garbsen, vermittelt.

Nachdrucke oder Kopien dieses Buchs, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS DES VERLAGS

Die Informationen in diesem Buch geben die Auffassung der Autoren wieder und stellen keinen medizinischen Ratschlag dar. Die Anwendung der in diesem Buch gegebenen Informationen erfolgt auf eigene Gefahr. Der Verlag haftet nicht für etwaige Schäden, die aus der Anwendung der folgenden Informationen entstehen könnten.

Für Max Gerson, MD, der dafür, dass er praktikable Therapien zur dauerhaften Krebsremission entwickelt hat, aufgrund von persönlichen Interessen innerhalb der Krebsindustrie angegriffen wurde, da das Überleben dieser Interessen auf dem Markt durch die Anwendung der Gerson-Therapie bedroht ist. Heute, fast ein halbes Jahrhundert später, ist diesen legitimierten Interessen noch immer Erfolg beschieden, und dies auf Kosten Kranker weltweit.

Haftungsausschluss der Autoren

Das vorliegende Buch wurde zu rein informativen Zwecken geschrieben und veröffentlicht und soll unter keinen Umständen den Rat eines professionellen Therapeuten ersetzen. Daher ist das hier zu findende Informationsmaterial auch nicht dazu gedacht, die Konsultation eines Onkologen, Kardiovaskulärspezialisten, Endokrinologen oder anderen Arztes zu ersetzen.

Ein Großteil der in diesem Werk enthaltenen Informationen geht auf die Verfahren zurück, die von Max Gerson, MD, perfektioniert und angewandt wurden und in der Originalausgabe seines Buches „A Cancer Therapy: Results of Fifty Cases“ von 1958 beschrieben worden sind. Diese Verfahren wurden auf Grundlage von Ergebnissen entwickelt und in die Praxis umgesetzt, zu denen er während eines Zeitraums von 30 Jahren vor Veröffentlichung seiner bahnbrechenden Schrift gelangt ist.

Da Dr. Gersons 1958 veröffentlichtes Werk ganz auf die Behebung von Krebs ausgerichtet ist, musste ein weiteres Buch geschrieben werden. Schon sehr früh nämlich ging Dr. Gerson auf, dass die für die Heilung von Krebs angewandte Gerson-Therapie auch als korrigierende Behandlung bei fast allen anderen als „unheilbar“ bezeichneten akuten und chronischen Degenerationserkrankungen Wirkung zeigt. Wie wir anhand unseres Textes noch aufzeigen werden, ist das, was in der Vergangenheit als „unheilbar“ galt, durchaus heilbar.

Neben den ursprünglichen Bezügen, die in den sechs Auflagen von „A Cancer Therapy: Results of Fifty Cases“ angeführt werden, hält unser Buch auch eine Fülle an Informationen aus diversen anderen Quellen bereit. Diese Informationen stammen aus Interviews mit Fachkräften aus dem Gesundheitswesen, die die Entwicklung von Patienten mittels Labortests und klinischer Untersuchungen überprüft haben. Um dem Leser zusätzliches Wissen zu vermitteln, kommen zudem zahlreiche Patienten zu Wort, die starkes Unwohlsein, subklinische Erkrankungen oder aber konkret lebensbedrohliche Krankheiten durchgemacht haben. Sämtliche Fallgeschichten der Patienten sind authentisch, und wo nicht explizit erwähnt wird, dass es sich bei dem jeweiligen Namen um ein Pseudonym handelt, entspricht auch er der wahren Identität des Betroffenen.

Die Patienten berichten über ihre Erkrankungen und die alternativen/komplementären Behandlungsmethoden, die sie angewendet haben, um sich dauerhaft davon zu befreien.

Obgleich jedes hier über die Gerson-Therapie veröffentlichte Wort durch Fallstudien untermauert wird, stellen Koautoren und Herausgeber dieses Buches lediglich Informationen bereit und mehr nicht.

Falls die Informationen auf den folgenden Seiten Fragen zu Beschwerden aufwerfen, unter denen Sie oder Angehörige leiden, sollten Sie sich direkt an das Gerson Institute wenden und eine Liste an Therapeuten anfordern, die nach der Gerson-Methode vorgehen.

Bitte betrachten Sie obige Ausführungen als eine Verzichtserklärung, mit der Autoren, Herausgeber, Gerson Institute, aufgeführte Organisationen sowie Anbieter von Produkten und Dienstleistungen (praktische Methoden, Vorgehensweisen, Diagnoseverfahren, Nahrungsergänzungsmittel, Nahrungsmittel, Geräte oder andere in diesem Text genannte Dinge) jegliche Verantwortung von sich weisen. Sofern ein Leser oder ein anderer Interessent Informationen aus diesem Buch umsetzt, tut er dies auf eigenes Risiko hin.

Um die bestmöglichen Informationen über die Gerson-Therapie zu erhalten, kontaktieren Sie bitte das gemeinnützige Gerson Institute.

Vorwort

„Dr. Max Gerson widmete sein Leben der Aufgabe, die Geißel namens Krebs zu bekämpfen, und jeder sollte sein großes Verdienst zu würdigen wissen.“

Honorable US Senator Claude Pepper (Demokrat, Florida)

Dieses Buch gibt der Leserschaft ein bewiesenermaßen wirksames Mittel in die Hand, mit dem sich in der Pathologie nahezu jeder akuten und chronischen Erkrankung eine Wende herbeiführen lässt, sofern das Auftreten der Erkrankung auf einer Fehlfunktion des Immunsystems oder lebenswichtiger Organe beruht. Unser Leser sollte jedoch die Warnung beherzigen, dass das Gerson-Programm streng und schwierig zu befolgen ist. Sicherlich kann es das Leben eines tödlich kranken Patienten retten, doch der Menüplan ist recht arbeitsintensiv und wird von Freunden und Bekannten, die nicht auf ganzheitliche Medizin und alternative Methoden ausgerichtet sind, oft nicht ohne Weiteres akzeptiert.

Bei der Gerson-Therapie handelt es sich um eine natürliche moderne, biologische Behandlung, die der Patient selbst anwendet, entweder zu Hause oder unter ärztlicher Aufsicht. Die Therapie bedient sich des körpereigenen Selbstheilungsmechanismus, um ein zehrendes Leiden zu beheben. Eingeführt wurde sie in den westlichen Industrienationen vor über 60 Jahren von Max Gerson, MD (1881-1959). Das revolutionäre Diätprogramm war zu dem Zeitpunkt, als es entwickelt wurde, so fortschrittlich, dass keine wissenschaftliche Erkenntnis vorlag, die hätte erklären können, weshalb es gegen chronische und Infektionskrankheiten wirkte. Da die Gerson-Therapie jedoch Patienten mit fortgeschrittenen Formen von Tuberkulose, Diabetes, Migräne, Herzerkrankungen, Krebs, Arthritis, Hauterkrankungen und zahlreichen weiteren lebensbedrohlichen Leiden tatsächlich heilte, hat sie sich schon lange als wesentliches Instrument im medizinischen Rüstzeug etabliert.

Dr. Max Gerson hat viele hundert Patienten behandelt und seine Therapie stetig weiterentwickelt, bis er 1959 im Alter von 78 Jahren starb. Sein berühmtester Patient war der medizinische Missionar und Philosoph Dr. Albert Schweitzer; Dr. Gerson heilte den 75-jährigen Dr. Schweitzer von Altersdiabetes. Nach nur sechs Wochen unter Dr. Gersons Therapie war der Patient vollständig genesen und kehrte zurück nach Lambaréné in Gabun, Französisch-Äquatorialafrika. Dr. Schweitzer kümmerte sich um viele tausend afrikanische Patienten, gewann 1952 den Friedensnobelpreis und arbeitete noch mit über 90 Jahren. Von Diabetes befreit, wurde Albert Schweitzer 93 Jahre alt.

Übrigens heilte Dr. Gerson auch erfolgreich die Lungentuberkulose von Dr. Schweitzers Frau Helene. Helene Schweitzer hatte bereits im Sterben gelegen, lebte nach ihrer Genesung jedoch noch 28 Jahre. Zudem behandelte er mit Erfolg die schwere Hautkrankheit von Dr. Schweitzers 19-jähriger Tochter Rhena. Lotte Gerson und Rhena Schweitzer waren Jugendfreunde.

Als Nachruf auf seinen engen Freund schrieb Dr. Albert Schweitzer voller Trauer:

„Ich betrachte Dr. Max Gerson als eines der bedeutsamsten Genies in der Geschichte der Medizin. Viele seiner grundlegenden Ideen sind übernommen worden, ohne dass sein Name mit ihnen verbunden würde. Er hat mehr erreicht, als unter derart widrigen Umständen möglich erscheint, und hinterlässt ein Vermächtnis, das es zu achten gilt und das ihm letztlich zu dem Ansehen verhelfen wird, das er verdient. Diejenigen, die er geheilt hat, werden bezeugen, wie recht er mit seinen Konzepten hatte.“

Die vollständigste Darstellung des Gerson-Therapieprogramms findet sich derzeit in Dr. Gersons Buch „A Cancer Therapy: Results of Fifty Cases“, das erstmals 1958 veröffentlicht wurde, ein Jahr vor seinem Tod. Seitdem gab es 38 Neuauflagen der englischsprachigen Ausgabe mit über 250.000 Exemplaren. Verbreitet wurden sie von Dr. Gersons Tochter Charlotte (Lotte) Gerson wie auch vom Gerson Institute. Etwa 88.000 weitere Exemplare wurden in vier weiteren Sprachen gedruckt und weltweit verkauft.

Vertreten durch das Gerson Institute, hat Charlotte die Aufklärungsarbeit ihres Vaters fortgeführt und sein Behandlungsprotokoll zur Behebung chronischer Erkrankungen aller Art und vor allem zur Behebung von Malignomen weiterverbreitet. Das vorliegende Buch ist eine Erweiterung des ursprünglichen Werkes von Dr. Max Gerson, MD.

Max Gerson sagt vor dem Senat aus

Während eines Zeitraums von drei Tagen, vom 1. bis zum 3. Juli 1946, befragte der US-Senat landesweit renommierte Krebsforscher. Dies geschah im Rahmen der US Senate Bill 1875, auch bekannt als „Pepper-Neely Anticancer Proposal“ [Pepper-Neely-Gesetzesvorschlag zur Bekämpfung von Krebs]. In diesem Gesetzentwurf empfahlen die Senatoren Pepper und Neely die Bereitstellung von Fördergeldern in Höhe von 100 Millionen Dollar aus dem Budget der US-Regierung für die Krebsforschung, um ein für alle Mal ein Heilmittel gegen Krebs zu finden.

Als der Arzt und der Anwalt, die in Washington DC als Untersuchungsbeauftragte für Senator Claude Pepper (Demokrat, Florida) fungierten, berichten konnten, dass Dr. Gerson in der Tat erstmals in der Geschichte eine erfolgreiche Krebsbehandlung vorzuweisen habe, lud der US-Senat den Doktor der Medizin vor, damit er seinen spezifischen therapeutischen Ansatz zur Krebsheilung demonstriere. Also stellte Dr. Gerson dem Pepper-Neely Anticancer Subcommittee des Senate Committee on Foreign Relations des 79. Kongresses fünf seiner geheilten Patienten sowie die Krankenakten von fünf weiteren vor.

Das eindrucksvolle Zeugnis dieses Antikrebsspezialisten und seiner Patienten bewegte Senator Pepper dazu, eine Pressekonferenz einzuberufen, um die Medien über die Gerson-Therapie zu informieren. Allerdings sorgte eine große Zahl an Lobbyisten der äußerst zahlungskräftigen Pharmaceutical Manufacturers’ Association (PMA), der American Medical Association (AMA) sowie der American Cancer Society (ACS) dafür, dass die Reporter die Gerson-Pressekonferenz ignorierten und stattdessen zu einer Cocktailparty gingen, auf der die Verköstigung kostenlos war und der Alkohol in Strömen floss. Der einzige Reporter, der die Gerson-Präsentation vorzog, war Raymond Gram Swing, ein Nachrichtensprecher der American Broadcasting Corporation. Während des Zweiten Weltkriegs war Herr Swing ein bekannter Kriegsberichterstatter gewesen, der sich durchaus mit Edward R. Murrows messen konnte. Auf der Pressekonferenz des Senats machte er sich umfangreiche Notizen, die er in seiner ABC-Rundfunksendung am Mittwoch, 3. Juli 1946, um 18 Uhr Ostküstenzeit wiedergab. Im Folgenden das, was Raymond Cram Swing an jenem Tag in den gesamten USA per Rundfunk verbreitete:

„Ich hoffe, dass ich meinen Schwerpunkt richtig setze, wenn ich heute Abend nicht etwa über das Abkommen in Paris spreche, das der Außenminister bezüglich Triest getroffen hat, oder über die anhaltende Krise der OPA in Washington oder Präsident Trumans Unterzeichnung der Hobbs Antiracketeering Bill, sondern über eine bemerkenswerte Anhörung, die gestern vor einem Unterkomitee des Senats in Washington stattgefunden hat und bei der es um Krebs und die Notwendigkeit der Krebsforschung ging, in neue Bereiche vorzustoßen.

[…] Dem Kongress ist ein Gesetzentwurf – die Pepper-Nealy Bill – vorgelegt worden, mit dem man die Bereitstellung von 100 Millionen Dollar für die Krebsforschung erreichen möchte, ein Unterfangen, das in Eifer und Ausmaß in etwa dem Bemühen entspricht, das einst der Nutzbarmachung der Atomenergie voranging. Auch hier nun ist man einmal mehr bestrebt, die Aufgabe in Expertenhände zu legen und Ressourcen aufzubringen, die für eine Lösung des Problems angemessen sind.

Allein dies schon gäbe ein gutes Thema für eine Sendung ab, als Beispiel dafür, wie eine großartige Demokratie ihre Intelligenz und ihr Kapital zu nutzen weiß. Doch die Angelegenheit ist in besonderem Maße spannend, da es gestern zu außergewöhnlichen Vorkommnissen vor besagtem Unterkomitee kam, das unter dem Vorsitz von Senator Pepper Anhörungen durchführt, die für den Entwurf relevant sind.

Er lud einen Zeugen vor, Dr. Max Gerson, einen immigrierten Wissenschaftler, der heute ein New Yorker Bürger ist. Dr. Gerson führte in rascher Folge fünf Patienten vor, die ausgewählt worden waren, weil sie die vorherrschenden Hauptkrebstypen repräsentierten. In jedem Fall zeigte sich, dass die Gerson-Behandlung das bewirkt hatte, was vorsichtig als ‚günstiger Effekt auf den Verlauf der Krankheit‘ bezeichnet wird. Das an sich ist schon bemerkenswert, doch es wird umso bemerkenswerter, als Dr. Gersons Behandlung hauptsächlich aus einer Diät besteht, die er im Rahmen seines lebenslangen Forschens und Experimentierens entwickelt hat. Zu behaupten, dass Dr. Gerson Krebs mittels einer diätetischen Behandlung geheilt habe, wäre medizinisch unzulässig, da fünf Jahre ohne Rezidiv vergehen müssen, ehe eine solche Aussage erlaubt ist. Dr. Gerson hat mit seiner Diät bereits Tuberkulose und andere Erkrankungen geheilt, jedoch in den USA seit nunmehr viereinhalb Jahren allein an der Behandlung von Krebs gearbeitet. […]

Doch alles, das eine erfolgreiche Behandlung zumindest einiger der 400.000 bestehenden Krebsfälle in diesem Land auch nur in den Rahmen des Möglichen rückt, ist eine aufregende Neuigkeit, ganz gleich, wie vorsichtig man es auch formulieren mag. Schließlich gäbe es keine Pepper-Neely Bill zur Bewilligung von 100 Millionen Dollar für die Krebsforschung, wenn die vorhandene Forschung den Anforderungen gerecht würde.

[…] Ich habe mich bislang bewusst besonnen und abstrakt ausgedrückt, wodurch ein Gutteil der Erschütterung ebenso wie der Begeisterung, die gestern bei der Anhörung des Pepper Committee zu spüren waren, untergegangen ist. Es ist eine Sache, über Chemie und Diät und Vitamine und andere Faktoren der Heilkunde zu sprechen; eine ganz andere hingegen, wie das Komitee gestern ein 17-jähriges Mädchen zu sehen, das einen inoperablen Tumor an der Hirnbasis hatte und wegen diesem gelähmt war. Gestern nun schritt diese junge Frau ohne fremde Hilfe zum Zeugenstuhl und gab ihren Fall und die Behandlung in klaren Worten wieder.

Auch ein kräftiger Mann war anwesend, ein ehemaliger Sergeant der Armee. Er hatte an einem bösartigen Tumor gelitten, der ebenfalls an der Hirnbasis saß. Er war operiert worden und hätte anschließend eine Röntgentiefenbestrahlung erhalten sollen, die jedoch nicht durchführbar war, da das Gehirn dadurch gefährdet gewesen wäre. Als er nun gestern aussagte, war er die Gesundheit in Person, und wie wohl nachvollziehbar ist, war er recht stolz darauf, sich so gut erholt zu haben.

Eine andere Frau hatte Brustkrebs gehabt, der bereits gestreut hatte. Gestern präsentierte sie sich wieder wohlauf und brachte ihre Aussage gelassen und voller Zuversicht vor.

Vereinzelte Fälle einer solchen Besserung können für sich genommen noch keinen Wandel in der Zukunftsperspektive der Medizin herbeiführen. Doch handelt es sich um verbriefte Fakten und nicht etwa um Zufälle, und als solche muss man sie anerkennen. Zudem gibt es viele, viele weitere Fälle, die hätten angeführt werden können.

Nun sollte es Aufgabe der medizinischen Forschung sein, sich auf diese Fakten zu stürzen und jedes hoffnungsvolle Indiz heranzuziehen, um zu einem endgültigen Fazit zu gelangen. […]

So können die Verfechter der Pepper-Neely Bill ins Felde führen, dass viele Millionen Menschen in diesem Land zu einem Tode durch Krebs verurteilt sind, sofern wir keinen Weg finden, den Krebs erfolgreich zu besiegen. 100 Millionen Dollar sind kaum mehr als eine symbolische Zahlung Amerikas, wenn es darum geht, diese Unzahl an Todesfällen abzuwenden. Und schließlich können die Verfechter auf die Gerson-Diätmethode als dem aussichtsreichsten Forschungsfeld verweisen. […]

Dr. Gerson war eine berühmte, wenn auch umstrittene Figur im Deutschland vor Hitler. Und umstritten musste er sein, stellte er doch die etablierte Praxis in Frage, indem er Tuberkulose durch Diät behandelte. Er war ein Assistent Foersters, des großen Breslauer Neurologen. Jahrelang assistierte er auch Sauerbruch, einem der herausragenden Ärzte auf dem Kontinent. Die Sauerbruch-Gerson-Diät für Hauttuberkulose ist in der europäischen Medizin weit bekannt und in die anerkannte medizinische Literatur eingegangen. Dr. Gerson berichtete dem Pepper Committee, dass er seine Diättheorie erstmals während des Versuchs aufgestellt habe, sich von seiner Migräne zu heilen. Später behandelte er damit auch andere, darunter einen Mann mit Hauttuberkulose. Dr. Gerson war ein anerkannter Ernährungsexperte in Weimar, Deutschland, und verantwortlich dafür, dass die deutsche Armee der damaligen Zeit statt Konservenessen Trockennahrung erhielt.“

Wie die Öffentlichkeit auf die Sendung reagierte

Raymond Gram Swing fuhr mit seiner Sendung fort und brachte noch einige zusätzliche Informationen ein. Nachdem er geendet hatte, standen die Apparate in der Telefonzentrale der American Broadcasting Corporation in New York nicht mehr still. Aus dem ganzen Land riefen Leute an, um mehr über die Gerson-Therapie zu erfahren. Doch andere, dunklere, machtvollere kommerzielle und politische Kräfte hatten ebenfalls gelauscht.

Die – der PMA angehörenden – Geschäftsführer von Pharmaunternehmen, die zytotoxische Wirkstoffe für die Krebsbehandlung herstellten, drohten damit, die mit dem Radiosender geschlossenen Werbeverträge für die Bewerbung ihrer rezeptfreien Medikamente aufzukündigen, was für die ABC einen jährlichen Einnahmeverlust in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags bedeutet hätte. Keine zwei Wochen nach der schicksalhaften Radiosendung, durch die die Menschen über ein potentielles Krebsheilmittel informiert worden waren, und nach 30-jähriger Anstellung wurde Raymond Gram Swing aus seiner Position als Nachrichtensprecher des Senders ABC entlassen.

Womöglich interessiert es Sie auch, was mit der 227-seitigen Pepper-Neely Anticancer Bill des Senats von 1946 geschah – dem Dokument Nr. 89471. Durch die Bemühungen der Lobbyisten, die mit vier Senatoren zusammenarbeiteten, die ihrerseits Ärzte waren, wurde der Gesetzentwurf abgelehnt. Heute ist das Dokument Nr. 89471 in Kartons verpackt und setzt in den Archiven des US Government Printing Office Staub an.

Derweil die Pepper-Neely Bill zu Grabe getragen wurde, ist die Zahl der Menschen, die jährlich an Krebs erkranken, weit stärker gestiegen als erwartet. W. Douglas Brodie, MD, HMD, ein Onkologe, Homöopath und Internist aus Reno, Nevada, schreibt in seinem Buch „Cancer and Common Sense“, dass die Zahl der jährlichen Krebsneuerkrankungen von 402.000 Fällen im Jahr 1946 auf 1,9 Millionen im Jahr 1996 gestiegen sei. In dem halben Jahrhundert, das seit der Niederschlagung von Senator Peppers Entwurf für eine Antikrebsgesetzgebung vergangen ist, hat sich das jährliche Aufkommen neuer Krebsfälle in der amerikanischen Bevölkerung somit mehr als vervierfacht. Schlimmer noch – wie Medizinjournalist und Autor Michael Culbert noch drastischer aufzeigt, wird seit Einläuten des 21. Jahrhunderts um Punkt Mitternacht alle 45 Sekunden ein US-Bürger zum Tode durch Krebs verurteilt. Die Zahl beläuft sich auf etwa 1.900 Amerikaner pro Tag.

Onkologen, die sich mit Ernährung auseinandergesetzt haben, gehen davon aus, dass eine Diät, die reich an Obst und Gemüse statt an Fetten und tierischem Eiweiß ist, im Zusammenspiel mit mehr Bewegung, einer strengeren Gewichtskontrolle und einem Vermeiden von Zigarettenrauch das Auftreten von Krebserkrankungen um bis zu 40 Prozent senken könne. Dieses Programm könnte bewirken, dass pro Jahr weltweit knapp vier Millionen Menschen weniger an einem Malignom erkranken.

Demzufolge würden sich eine qualitativ hochwertigere Ernährung und Lebensführung in der amerikanischen Bevölkerung, wie Dr. Max Gerson bereits vor über 50 Jahren angeraten hat, als besonders effektiv erweisen, was die Prävention der vier am häufigsten auftretenden lebensbedrohlichen Malignome in den USA angeht. Das Magazin Newsweek berichtet in seiner Ausgabe vom 30. November 1998 Folgendes:

1. Für das Jahr 1999 wird mit einem Minimum von 184.500 neuen Fällen von Prostatakrebs gerechnet. 17 Prozent aller amerikanischen Männer erhalten irgendwann in ihrem Leben die Diagnose Prostatakrebs. Durch eine Verbesserung von Ernährung und allgemeinem Lebenswandel könnte dieser Anteil auf 13,6 Prozent gesenkt werden.2. Mindestens 180.300 neue Fälle von Brustkrebs werden für das Jahr 1999 geschätzt. 14 Prozent aller amerikanischen Frauen erhalten irgendwann in ihrem Leben die Diagnose Brustkrebs. Durch eine Verbesserung von Ernährung und allgemeinem Lebenswandel könnte dieser Anteil auf sieben Prozent gesenkt werden.3. Ein Minimum von 171.500 neuen Fällen von Lungenkrebs wird für das Jahr 1999 vorausgesagt. Etwas mehr als sieben Prozent aller US-Bürger werden irgendwann in ihrem Leben die Diagnose Lungenkrebs erhalten. Durch eine Verbesserung von Ernährung und allgemeinem Lebenswandel (vor allem durch das Vermeiden von Tabakqualm) könnte dieser Anteil auf nur 0,35 Prozent gesenkt werden.4. Für Darm-/Mastdarmkrebs beläuft sich die Zahl der vermuteten Neuerkrankungen im Jahr 1999 auf wenigstens 95.600 Fälle. Sechs Prozent aller US-Bürger werden irgendwann in ihrem Leben die Diagnose Darm- und/oder Mastdarmkrebs erhalten. Durch eine Verbesserung von Ernährung und allgemeinem Lebenswandel könnte dieser Anteil auf 1,5 Prozent gesenkt werden.

„Trotz aller Fortschritte in Chemotherapie und Chirurgie“, heißt es vonseiten der First Circle Medical Inc. in Minneapolis, Minnesota, einem großen Hersteller von Hyperthermiegeräten zur Behandlung von Malignomen, „sterben alljährlich über 1.800.000 Patienten in Nordamerika, Europa und Japan an gestreuten Formen von Lungen-, Prostata- und Brustkrebs sowie Melanomen.“

Wenn Sie unser Buch lesen, dürften sich Ihnen vor allem die drei folgenden Fragen stellen:

• Weshalb hat der US-Senat vor über einem halben Jahrhundert den ihm vorgelegten Antrag auf eine Finanzierungsmaßnahme für die Krebsbekämpfung abgewiesen?• War die Vorsorge bzw. Behandlung von Krebserkrankungen in der amerikanischen Bevölkerung nicht wichtig genug?• Warum wurden die Antikrebsexperten damals, als sich den Senatoren die Möglichkeit bot, nicht zumindest angewiesen, die Gerson-Therapie zu prüfen?

Und schlussendlich: Kennen Sie schon die folgende ergänzende, bezeichnende, statistische Schätzung? Ausgehend vom Mittelwert der Zahl an US-Einwohnern, die 1946 an Krebs erkrankt sind, und der Zahl derer, die der Krankheit in diesem Jahr zum Opfer gefallen sind, hätte wahrscheinlich 39.697.000 Amerikanern diese Geißel oder zumindest der Tod durch selbige erspart bleiben können. Die Anwendung der Gerson-Therapie hätte diese überaus würdige Aufgabe vielleicht erfüllen können. Doch selbst jetzt kann sie dies noch tun.

CHARLOTTE GERSON

Bonita, Kalifornien

MORTON WALKER

Stamford, Connecticut

Einführung

Mitchell Gaynor, MD, der Leiter der Abteilung für medizinische Onkologie am Strang Cancer Prevention Center in der Stadt New York, wusste eine Menge über Krebs, als er seine Fachausbildung in diesem Bereich am Cornell Medical Center abschloss, doch er räumt ein, dass er nur wenig über Diät und Ernährung sowie deren Bedeutung für die Prävention und Behandlung degenerativer Erkrankungen weiß. Krebs – eine spezifische Gruppe von Körperzellen, die sich unkontrolliert teilen und vermehren – ist das ultimative Beispiel für eine fortschreitende Degenerationskrankheit.

Dr. Gaynor war nicht wenig verblüfft, als er 1986 für ein Postdoktorandenstipendium im Fach Molekularchemie an die namhafte Rockefeller University kam und feststellte, dass seine fortschrittlicheren Onkologiekollegen viel Gewese machten um die Krebs hemmenden Eigenschaften von Rosenkohl, Blumenkohl, Kohl und einigen weiteren zur Gruppe der Kreuzblütler gehörenden Gemüsesorten, die reich sind an einem chemischen Stoff namens Sulforaphan. Sulforaphan aktiviert die Produktion von Phase-II-Enzymen im Körper, die gefährliche Rückstände von Prokarzinogenen abtransportieren. Prokarzinogene sind Krebs erregende Präkursoren bzw. „Vorläufer“, welche die Zell-DNS schädigen können (für Details siehe Kapitel 3).

Im Jahr 1986 waren Forscher im Labor bereits dabei, dutzendweise neue chemische Stoffe in gängigen Obst- und Gemüsearten zu entdecken. In Reagenzglas und Tierversuch zeigten diese rätselhaften Verbindungen die bemerkenswerte Eigenschaft, die Bildung sowohl bös- als auch gutartiger Tumoren zu hemmen. Heute nimmt unser Wissen über diese sekundären Pflanzenstoffe (Verbindungen pflanzlicher Herkunft) rasant zu. Und je mehr die Wissenschaft über die Chemie von Pflanzen und anderen Nahrungsmitteln in Erfahrung bringt, desto zuversichtlicher wird sie in Hinblick auf das Ansinnen, die Menschheit vor Malignomen zu schützen. „Wir haben die Zukunft gesehen“, so Dr. Gaynor, „und die Zukunft sind Lebensmittel.“1

Obwohl die Bedeutung einer nährstoffreichen, vollwertigen und natürlichen Ernährung für Gesundheit und Genesung ursprünglich schon vor etwa 60 Jahren von Dr. Max Gerson erkannt und vermittelt wurde, sind wir erst jetzt offen für die Wahrheit seiner Lehren. Es ist eine Tatsache, dass eine qualitative Aufwertung von Diät, Nahrungsmitteln und allgemeinem Lebenswandel der Zukunftstrend ist, wenn es um die Überwindung aller möglichen Degenerationskrankheiten geht.

Das grundlegende Ernährungskonzept von Dr. Max Gerson

Dr. Gersons therapeutisches Programm zielt darauf ab, einen erkrankten Körper zu regenerieren und zu heilen. Dafür werden dem kranken Patienten, neben der Anwendung weiterer Modalitäten, reichlich Nährstoffe zugeführt. Die Nährstoffe stammen aus Rohsäften sowie rohen und gekochten festen vegetarischen Nahrungsmitteln von Bioqualität, die in großen Mengen verzehrt werden dürfen. Da das grundlegende – durch nachfolgend angeführte klinische Studien erprobte – Ernährungskonzept von Dr. Max Gerson besagt, dass ein Sauerstoffmangel im Blut zu Degenerationskrankheiten beitrage, ist seine Behandlung ausnahmslos darauf ausgelegt, die Menge des Sauerstoffs im Blutkreislauf zu verdoppeln.

Die Gerson-Therapie stimuliert den Stoffwechsel, beseitigt Giftstoffe und belebt die träge gewordenen Ausscheidungsfunktionen von Leber und Nieren des Patienten. Durch großzügige Mengen qualitativ hochwertiger Nahrung, eine gesteigerte Sauerstoffversorgung des Patienten, eine Stärkung des gesamten Organismus durch einen gut funktionierenden Stoffwechsel und eine verbesserte Zellentgiftung werden ein gehemmtes Immunsystem, eine fehlerhafte Physiologie, ein konfuser Geist, ein dysfunktionales Gehirn und gestörte lebenswichtige Organe dazu angeregt, sich zu regenerieren und zur Selbstregulation zurückzufinden.

Dr. Gersons Heilprogramm wirkt sich günstig auf die Überwindung so gut wie jeder Pathologie aus und ist der Krebs-Chemotherapie weit überlegen. So weist die Chemotherapie eine statistische Remissionsrate von durchschnittlich zwölf Prozent auf (sieben Prozent bei Darmkrebs und ein Prozent bei Bauchspeicheldrüsenkrebs), sofern die Patienten in einer frühen, intermediären Phase der Erkrankung behandelt werden. Die Therapie nach Gerson hingegen hat einen Remissionserfolg von durchschnittlich 42 Prozent vorzuweisen, wobei die derart behandelten Patienten großenteils Krebs im Endstadium haben.

Darüber hinaus wirkt das Ernährungsprogramm der Gerson-Therapie dauerhaft und auf weit zuverlässigere Weise als alle anderen bekannten Therapien, darunter Zytotoxikologie (Chemotherapie), Immunologie, Pharmakologie, Röntgenologie (Strahlentherapie) und andere übliche Verfahren, welche die konventionell angewandte allopathische Medizin bereithält. Das Ziel der Gerson-Therapie nämlich ist es, die Funktion aller lebenswichtigen Organe wiederherzustellen.

Das Ernährungsprogramm der Gerson-Therapie in der Übersicht

Was die Gerson-Therapie vor allem kennzeichnet, ist die diätetische Komponente. Die Therapie nach Gerson empfiehlt ein fettarmes, salzfreies Ernährungsprogramm, um die Körperzellen mit leicht verwertbaren Nährstoffen zu versorgen und so die natürliche Immunabwehr zu stärken. Damit bietet die Gerson-Therapie eine ideale Kost, um den meisten der etwa 1.500 bekannten Degenerationskrankheiten vorzubeugen oder sie zu beheben. In unserer modernen Gesellschaft der verarbeiteten, abgepackten Lebensmittel, die oftmals Konservierungsstoffe, Zusatzstoffe, Farbstoffe und manchmal gar konkret Krebs erregende Stoffe enthalten und uns im Rahmen massiver Medienpropaganda und -bewerbung aufgedrängt werden, stellt die Gerson-Therapie zugegebenermaßen einen Speiseplan dar, der nur schwer zu befolgen ist. Wenn einem Kranken jedoch ernsthaft an Genesung gelegen ist, so garantiert die Anwendung der Gerson-Therapiemethode, dass das Wohlbefinden sich wieder einstellt.

Das Herzstück der Gerson-Therapie bildet ihre Diät, zu der frisches Obst und Gemüse aus biologischem Anbau ebenso gehören wie täglich 13 Gläser frisch gepressten Safts, die im Abstand von je einer Stunde getrunken werden. Das frische Obst und Gemüse aus Bioanbau versorgt den Patienten mit großen Mengen an Mineralien, Enzymen, Betacarotin, den Vitaminen A und C sowie weiteren Antioxidantien, die freie Radikale ausschalten. Zudem führt es ihm natürliche sekundäre Pflanzenstoffe zu, die, wie die Wissenschaft festgestellt hat, chronischen Degenerationskrankheiten effektiv vorbeugen. Es wird geraten, darauf zu achten, dass all diese Nahrungsmittel keine Rückstände von Pestiziden und Fungiziden enthalten.

Fleisch ist nicht erlaubt. Im Rahmen des Gerson-Therapieprogramms verzichtet der Kranke während der ersten sechs bis zwölf Wochen der Behandlung auf jegliches tierische Eiweiß, und auch anschließend ist es nur in kleinsten Mengen erlaubt.2

Die Diät ist großenteils fettfrei, umfasst jedoch etwas fettfreien und nicht aromatisierten Joghurt, fett- und salzfreien Quark, Hüttenkäse, Leinöl und, sofern verfügbar, Buttermilch (alternativ verwende man fettfreien Joghurt). Dr. Johanna Budwig aus Freudenstadt-Dietersweiler, die sieben Mal für den Nobelpreis vorgeschlagen wurde, hat durch ihre Forschung nachgewiesen, dass die Omega-3-Fettsäuren in Leinsamen menschliche Krebszellen in Gewebekulturen abtöten, ohne jedoch die normalen Zellen in den jeweiligen Kulturen zu zerstören.3

Noch ehe Dr. Budwig ihre bahnbrechende Arbeit veröffentlichte, wandte Dr. Gerson bereits sein ernährungstechnisches Wissen über Fette und Öle zur Behandlung der Erkrankungen seiner Patienten an, zunächst in Deutschland, dann in Österreich und schließlich in den USA. Inzwischen wird der Menüplan der Therapie nach Gerson auch von der American Cancer Society (ACS) angewandt. Ja, eben jener ACS, die Dr. Gerson einst verdammt und seine therapeutische Diät auf die schwarze Liste gesetzt hat. Darüber hinaus empfehlen sowohl das National Cancer Institute (NCI) als auch die American Heart Association (AHA) die Anwendung einer abgewandelten Version des Gerson-Ernährungsprogramms.

Da Dr. Gerson Krebs schon damals für eine systemische und nicht etwa für eine örtlich begrenzte Erkrankung hielt – eine irrige, in der Medizin der 1930er und 40er Jahre jedoch weit verbreitete Annahme –, legte er viel Wert darauf, die gesamte Physiologie des Patienten wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Aus seinen Schriften geht hervor, dass er mit seiner Therapie die Absicht verfolgte, jeden Zustand zu beheben, der das Wachstum von bösartigen Zellen fördert. Zudem wollte er eine Regeneration dieser durch pathologische Umstände dysfunktionalen Zellen herbeizuführen.

Die Entgiftungskomponente

Als Entgiftungskomponente wandte Dr. Gerson Kaffeeeinläufe an. Diese verabreichen sich die Patienten mehrmals täglich selbst. Der Kaffeeeinlauf wird nachfolgend noch ausführlicher besprochen (siehe Kapitel 12 und 13). Er hilft Krebspatienten und Menschen mit anderen lebensbedrohlichen Stoffwechselerkrankungen, schädliche Abbauprodukte auszuscheiden, die von sich rasch zersetzenden Tumoren stammen oder durch die Heilreaktion entstehen, welche die Gerson-Therapie in ehemals dysfunktionalen Zellen anstößt. Sofern Kaffeeeinläufe nicht zusammen mit Diät, Säften und einigen Ergänzungsmitteln durchgeführt werden, besteht Dr. Gersons Beobachtungen zufolge das Risiko, dass der Patient stirbt – nicht etwa am Verlauf der Krankheit, sondern vielmehr weil die Leber nicht in der Lage ist, schnell genug zu entgiften.

Rektal eingeführtes Koffein regt die Leberaktivität an, lässt mehr Galle fließen und öffnet die Gallengänge, sodass die Leber sich leichter von toxischen Abfällen befreien kann. Kaffeeeinläufe eignen sich hervorragend sowohl als medizinische Präventivmaßnahme als auch zur Behandlung. Außerdem wirken sie überaus schmerzlindernd.4

Zu Dr. Gersons Maßnahmen gehört auch die orale Einnahme einiger diätetischer Ergänzungsstoffe, die entweder täglich oder alle paar Tage erfolgt. Dies wirkt ebenfalls unterstützend bei der Entgiftung und ist zugleich Teil der therapeutischen Komponente, die unter anderem die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln erfordert. Zu diesen Mitteln gehören Schilddrüsenextrakt, Kaliumjodid, Leberextrakt, Bauchspeicheldrüsenenzyme und Niacin (Nikotinsäure oder auch Vitamin B3).

Dr. Max Gersons Aussage vor dem US-Senat

In unserem Vorwort haben wir ja bereits den unveränderten Text abgedruckt, den Raymond Gram Swing von der American Broadcasting Corporation am Mittwoch, 3. Juli 1946, in seiner Nachrichtensendung verlesen hat und in dem Dr. Max Gersons Erscheinen an eben jenem Tag in Washington DC vor dem Pepper-Neely Subcommittee des Foreign Relations Committee des US-Senats geschildert wird. Im Folgenden nun die Auszüge aus Dr. Gersons Aussage, die für die vorliegenden Ausführungen zu seiner diätetischen Behandlung am relevantesten sind:5

„Mein Büro und mein Wohnsitz befinden sich an der Park Avenue Nr. 815 in der Stadt New York. Ich bin Mitglied der AMA, der Medical Society of New York und der Medical Society of New York County.

Die diätetische Behandlung, die seit vielen Jahren als die ‚Gerson-Therapie‘ bezeichnet wird, habe ich ursprünglich gegen meine schwere Migräne entwickelt. Später wurde sie mit Erfolg bei Patienten angewandt, die an allergischen Krankheiten wie zum Beispiel Asthma litten, sowie bei Erkrankungen des Darmtrakts und des Leber-Pankreas-Apparats. Ein Patient mit Lupus vulgaris (Hauttuberkulose) wurde ebenfalls geheilt, nachdem er die Diät durchgeführt hatte. Nach diesem Erfolg wurde die diätetische Behandlung auch bei allen anderen Formen von Tuberkulose angewandt – also bei der Tuberkulose der Knochen, Nieren, Augen, Lunge und so weiter. Auch bei vielen anderen chronischen Leiden erwies sie sich als ungemein wirksam, so bei Arthritis, Herzerkrankungen, chronischer Sinusitis, chronischen Geschwüren – darunter Colitis –, hohem Blutdruck, Psoriasis, Sclerosis multiplex [Multiple Sklerose] und so weiter. Die eindrucksvollsten Ergebnisse wurden bei der Heilung verschiedener Arten von Leber- und Gallenblasenerkrankungen beobachtet, die auf andere Methoden bis dahin nicht angesprochen hatten.

Die hohe Zahl an chronischen Krankheiten, bei der die diätetische Behandlung Wirkung gezeigt hat, hat unzweifelhaft nachgewiesen, dass der menschliche Körper einen Teil seiner Abwehr- und Selbstheilungskräfte eingebüßt hat. Grund hierfür ist, dass der Mensch schon vor Generationen vom Wege der natürlichen Ernährung abgekommen ist.

Der ursächliche Schaden entsteht durch den Einsatz von Kunstdünger für Gemüse und Obst wie auch für Viehfutter. Die mit jeder Generation zunehmende chemische Veränderung von vegetarischer Kost und Fleisch wirkt sich auch verändernd auf die Organe und Funktionen des menschlichen Körpers aus – und dies in die falsche Richtung.

Ein weiterer grundlegender Defekt besteht in der Entsorgung der Exkremente, die in den Städten anfallen. Anstatt den natürlichen Dung dem Früchte hervorbringenden Boden zurückzugeben, wird er in die Flüsse geleitet und vernichtet dort das Unterwasserleben. Der natürliche Kreislauf wird durchbrochen, und die Menschheit muss für dieses Vergehen teuer bezahlen. Die Lebensabläufe in Wald und Wildnis sollten uns ein Vorbild sein.

Doch wir können die verlorenen Abwehr- und Selbstheilungskräfte zurückgewinnen, wenn wir uns so weit wie möglich wieder an den urtümlichen Naturgesetzen ausrichten. Diese sind in der diätetischen Behandlung niedergelegt – in hoch konzentrierter Form, auf dass eine rasche Reaktion erfolge.

Der erste Krebspatient (Gallengänge) wurde 1928 erfolgreich behandelt. Bei sieben von zwölf weiteren Fällen verlief die Behandlung ebenfalls günstig, und die Patienten sind heute, bis zu sieben Jahre später, noch immer symptomfrei.

Meine Erfahrungen haben mich zu der Überzeugung geführt, dass bei den Patienten, deren Zustand sich so bemerkenswert gebessert hat, die Leber das Zentrum des Regenerationsprozesses darstellt. Wenn die Leber bereits zu sehr geschädigt ist, ist der Behandlung von Anfang an kein Erfolg beschieden.

Obgleich ich mir der Unzulänglichkeiten dieser wie auch jeder anderen Theorie bewusst bin, werde ich versuchen, die Resultate der Gerson-Diät zu erläutern. Sie lassen sich kurz und bündig in drei charakteristischen Punkten zusammenfassen:

• Toxine und Giftstoffe werden beseitigt. Die deplatzierte ‚extrazelluläre‘ Na(Natrium)-Gruppe – die mit Toxinen, Giftstoffen, Ödemen und schädigenden Entzündungen in Zusammenhang steht – wird aus den Geweben, Tumoren und Organen, in die sie nicht gehört, zurück ins Serum sowie in die Gewebearten gebracht, in die sie gehört: Gallenblase und -gänge, angrenzendes Gewebe, Schilddrüse, Magenschleimhaut, Nierenmark, Tumoren und so weiter.• Die eingebüßte intrazelluläre K(Kalium)-Gruppe wird zusammen mit Vitaminen, Enzymen, Fermenten, Zucker und so weiter in die Gewebe und Organe zurückgebracht, in die sie gehört: Leber, Muskeln, Herz, Gehirn, Nierenrinde und so weiter. Dadurch kann das bis dahin ineffektive Jod, das nun beständig zugeführt wird, eine Wirkung entfalten.• Differenzierung, Tonus, Spannung, Oxidation und so weiter werden durch das aktivierte Jod dort wiederhergestellt, wo bislang wachsende Tumoren und Metastasen waren, die sich durch Dedifferenzierung und den Verlust von Spannung, Oxidation, Abwehrkraft und Selbstheilungsvermögen ausgezeichnet haben.“

Zwei Jahrzehnte, nachdem Präsident Richard M. Nixon am 23. Dezember 1971 zuversichtlich einen weiteren „Krieg gegen den Krebs“ angekündigt und versprochen hatte, dass man bis zur Zweihundertjahrfeier 1976 ein Heilmittel haben werde, fanden 1991 sich immerhin 60 angesehene Ärzte und Wissenschaftler zusammen und taten ihre Empörung über das Versagen der Medizin im Allgemeinen und der Onkologie im Besonderen kund. Sie beriefen eine Pressekonferenz ein und gaben die folgende Erklärung ab:

„Das Krebs-Establishment sorgt in der Bevölkerung für Verwirrung mit seiner wiederholten [falschen] Behauptung, dass wir dabei seien, den Krieg gegen den Krebs zu gewinnen. […] Unser Vermögen im Hinblick auf die Behandlung und Heilung der meisten Krebsarten hat sich nicht wesentlich verbessert.“

Der beste Weg, das Krebsproblem zu beheben, besteht vielmehr in qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, Nährstoffen, einer Entgiftung des gesamten Körpers und einer allumfassenden Ernährungstherapie. Einige dieser Aspekte zur Behandlung degenerativer Erkrankungen werden in unserem nächsten Kapitel vorgestellt.

Endnoten

1 Cowley, G., mit Underwood, A., Springen, K., Davis, A.: „Cancer and diet: eating to beat the odds: what you need to know“, Newsweek, 30. November 1998, S. 60-6.

2 Walters, R.: „Options: The Alternative Cancer Therapy Book“ (Garden City Park, N.Y.: Avery Publishing Group, 1992), S. 189f.

3 Budwig, J.: „Flax Oil as a True Aid against Arthritis, Heart Infarction, Cancer and Other Diseases“ (Vancouver, B.C., Kanada: Apple Publishing, 1994).

4 Moss, R. W.: „Cancer Therapy: The Independent Consumer’s Guide to Non-Toxic Treatment and Prevention“ (New York: Equinox Press, 1992), S. 189.

5 Gerson, M., Aussage vom 3. Juli 1946 im Rahmen der Anhörungen zur Senate Bill 1875, durchgeführt vom 1. bis 3. Juli 1946 unter dem Vorsitz von Senator Claude Pepper (Demokrat, Florida) für das Pepper-Neely Subcommittee des US Senate Foreign Relations Committee des 79. Kongresses.

Erster Teil: Wie die Gerson-Therapie funktioniert

1. Kapitel: Wie die Gerson-Therapie heilt

Im Jahr 1992 erfuhr Medizinprofessor Yoshihiko Hoshino, MD, PhD, vom Fukushima Medical College auf der Insel Hokkaido im Norden Japans, dass er Darmkrebs hatte. Während der Operation, bei der das Malignom entfernt werden sollte, stellte der operierende Onkologe fest, dass Dr. Hoshinos Krebs bereits Metastasen in der Leber gebildet hatte. Bei der Nachbehandlung riet ihm der chirurgische Onkologe, ein persönlicher Freund und ehemaliger Klassenkamerad Dr. Hoshinos, sich mehreren Zyklen von Chemotherapie zu unterziehen.

Nun ist aber das Gerson-Therapieprogramm zur Behebung akuter und chronischer Degenerationskrankheiten wie Krebs, Diabetes, Schlaganfall, Arthritis und anderer lebensbedrohlicher Leiden in den Industriestaaten Europas und Asiens recht bekannt. Professor Hoshino gehört zu der wachsenden Zahl an Therapeuten, die von Dr. Max Gersons fundiertem Buch „A Cancer Therapy: Results of Fifty Cases“ (ins Japanische übersetzt) und der medizinischen Effizienz seines Behandlungsprogramms wissen.

Aufgrund der bekannten negativen Nebenwirkungen und der hohen Rate an Misserfolgen bei Darm-/Mastdarmkrebs (93 Prozent der Patienten mit einem solchen Malignom sterben nach der Chemotherapie) und einer noch schlechteren Prognose für Leberkrebsmetastasen (hier sterben 97 Prozent der Patienten nach der Chemotherapie) verweigerte der Medizinprofessor die Einnahme zytotoxischer Wirkstoffe. Stattdessen unterzog sich Dr. Hoshino, der eine Ausgabe der weit verbreiteten japanischen Übersetzung von Dr. Gersons Buch besaß, eigenmächtig der Gerson-Therapie.

Heute, nachdem seit Dr. Hoshinos Diagnose ein nicht eben geringes Intervall von fast neun Jahren vergangen ist, haben er selbst und sein Onkologe den Patienten für „geheilt“ befunden, sowohl im Hinblick auf Darmkrebs als auch auf Lebermetastasen. Im Folgenden der Brief, den Charlotte Gerson kürzlich von Professor Yoshihiko Hoshino, MD, PhD, erhalten hat:

„Wie Sie ja bereits wissen, litt ich 1992 an Darmkrebs und Lebermetastasen und wurde dank der Gerson-Therapie wieder gesund. Inzwischen habe ich ein Buch geschrieben, das den Medizinkonsumenten Japans die Gerson-Therapie nahebringen soll. Mein Buch wurde im August 1998 veröffentlicht und ist das erste, das von einem japanischen Doktor der Medizin über die Gerson-Therapie verfasst worden ist. Es hat in der japanischen Bevölkerung für großes Aufsehen gesorgt, denn dank des Gerson-Programms sind inzwischen zwölf weitere Krebspatienten geheilt worden. Mein Buch berichtet nicht nur von meiner eigenen Genesung, sondern beinhaltet auch die Geschichte dieser zwölf Japaner, die nicht länger an Krebs leiden.“

Heilung durch eine intensive Ernährungstherapie

Bei der Anwendung von Heilmethoden gehen alle Therapeuten mit einer Wahrheit konform: Es gibt nur eine Wissenschaft der menschlichen Immunologie, und dieser liegen spezifische biochemische Gesetze zu Grunde. Innerhalb der Ärzteschaft gibt es jedoch zwei gegnerische Lager, die einander ihre jeweils eigenen Praxisprinzipien entgegenhalten. Die krankheitsorientierte orthodoxe Medizin und die patientenbezogene holistische Medizin stimmen nur in Bezug auf die derzeit bekannten Fakten von Biochemie und Immunologie überein, kaum jedoch in anderen Punkten.

Die krankheitsorientierte orthodoxe medizinische Praxis ist bestrebt, verallgemeinernde Formeln für die Behandlung bestimmter Typen oder Klassen von Patienten mit ähnlichen Symptomen zu finden. Für sie ist eine Einordnung von Patienten in Gruppen oder Kategorien unabdingbar für die Wahl der Behandlung. Um die wirksamste Therapie zu ermitteln, werden häufig placebokontrollierte klinische Blind- oder Doppelblindstudien herangezogen. Was immer sich an der Physiologie des Patienten als fehlerhaft herausstellt, der allopathische (Medikamente einsetzenden) Arzt versucht das Gesundheitsproblem durch von der FDA zugelassene Pharmazeutika, Chemotherapeutika, Chirurgie, Immuntherapie, Strahlentherapie oder andere Hightechmethoden zu beheben. Die krankheitsbezogene Medizin ist ein System, das vorrangig Medikamente einsetzt, um eine Wirkung im Körper herbeizuführen, die sich direkt gegen die Krankheitssymptome richtet und diese somit lindert. Eine Krebsbehandlung mittels Chemotherapie ist das perfekte Beispiel für die angewandte krankheitsorientierte Medizin.1

Die Heilverfahren der patientenbezogenen medizinischen Praxis sind darauf ausgerichtet, alles zu tun, was getan werden kann, um die Gesundheit eines bestimmten einzigartigen Individuums zu verbessern. Diese Ausrichtung wird von Jeffrey Bland, PhD, einem Dozenten im Bereich Gesundheitswesen aus Gig Harbor, Washington, auch als „funktionelle Medizin“ bezeichnet. Sie erfordert Entscheidungen, die auf den Urteilen von ganzheitlichen Ärzten, Chiropraktikern, Homöopathen, Naturheilkundlern, Akupunkteuren, einigen Nurse Practitioners bzw. Pflegespezialisten, Ernährungsberatern und anderen Heilergruppen beruhen. Auch die Patienten selbst müssen sich intensiv einbringen. Oft verwendet der Arzt auf die Unterweisung des Patienten ebenso viel Zeit wie auf die Behandlung selbst. Sogar wenn der Patient nur subklinische Symptome zeigt, die sich in auffälligen Laborbefunden niederschlagen, wird in der patientenbezogenen Medizin stets versucht, drei spezifische physiologische Reaktionen zu erzielen:

1. Die Biochemie einer Person soll wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.2. Die Tätigkeit eines gehemmten Immunsystems soll angeregt werden.3. Die Störung lebenswichtiger Organe soll behoben werden.

Das richtige homöopathische Mittel zu verschreiben, kann als perfektes Beispiel für die angewandte patientenbezogene Medizin genommen werden.2

Ein weiteres Beispiel dafür, wie die patientenbezogene Medizin in die Praxis umgesetzt werden kann, ist die Gerson-Therapie. Sie ist die beste Maßnahme im Hinblick auf medizinische Selbsthilfe, vor allem, wenn es um die Behebung wirklich schwerer Degenerationskrankheiten geht. Die Therapie nach Gerson bedient sich vorrangig der Ernährung, um alle drei Komponenten der ganzheitlichen, biologischen, patientenbezogenen Medizin abzudecken. Sie ist das Nonplusultra der Naturheilkunde und ein machtvolles Antidot gegen den äußerst unnatürlichen Lebensstil, der in allen modernen Industriegesellschaften vorherrscht.

In den folgenden Abschnitten dieses Kapitels werden wir die für Krebs typischen pathologischen Veränderungen in Gewebe und Zellen auf allgemeine Weise erörtern. Die Beschreibung dieser Abweichungen von der normalen Physiologie wird auch die Anomalien beleuchten, die sich bei anderen degenerativen Erkrankungen finden.

Seit Dr. Max Gerson 1946 seine heilkräftige Ernährungstherapie vorstellte, hat sie sich in der Gemeinschaft der allopathischen Medizin nie etablieren können. So handelte es sich denn auch bei den vier entscheidenden Abgeordneten, die 1946 gegen die Pepper-Neely Bill Nr. 1875 des US-Senats stimmten, um Ärzte, die Senatoren geworden waren. Damals mutete es allzu einfach an, die Degenerationskrankheiten des Menschen mittels einer Diät zu behandeln, denn das hätte die Ärzteschaft eines Gutteils ihrer Entscheidungskraft beraubt. Folglich sorgten die vier Ärzte, die damals US-Senatoren waren, mit ihrer Stimme dafür, dass Senator Claude Peppers Gesetzentwurf abgewiesen wurde mit dem Ergebnis, dass Krebspatienten damals wie heute Opfer der kurzsichtigen Entscheidung persönlicher Interessen werden.

Dr. Gerson machte weiter und holte auch fürderhin Kranke, die ihn konsultierten, von der Schwelle des Todes zurück. Und seit der Pionier vor über 40 Jahren von uns gegangen ist, haben es sich seine Tochter und das Gerson Institute zur Aufgabe gemacht, die Öffentlichkeit aufzuklären.

Die Gerson-Therapie ist von der US-Regierung faktisch anerkannt

Wie wir bereits in unserer Einleitung angesprochen haben, ist das revolutionärste und aussichtsreichste Feld der medizinischen Forschung im Hinblick auf die Bekämpfung degenerativer Erkrankungen das der Chemoprävention: der Einsatz von Mikro- oder Makronährstoffen, sekundären Pflanzenstoffen, Nutrazeutika und anderen organischen in Nahrungsmitteln enthaltenen Komponenten, die dem Krankheitsprozess vorbeugen, ihn beenden oder ihn zumindest hemmen können. Anfang 1995 führte das National Cancer Institute 40 Studien im Bereich Ernährung durch, die sich mit Enzymen, Ballaststoffen, Fett, Mikronährstoffen, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen befassten.

Im Jahr 1999 waren die vierzig Abhandlungen, in denen die 1995 begonnenen Untersuchungen zu Krebs und Ernährung zusammengefasst waren, fertig gestellt und wurden an die American Association for Cancer Research der US-Regierung geschickt. Diese Studien liefern derzeit entscheidende Informationen über die Substanzen, die im Rahmen der Krebsbekämpfung in die menschliche Diät eingebracht oder aus ihr entfernt werden sollten. Es sollte Sie nicht weiter verwundern zu erfahren, dass nahezu sämtliche Komponenten der Gerson-Therapie eine führende Stellung unter diesen phytochemischen Inhaltsstoffen einnehmen. Dadurch, dass diese Inhaltsstoffe gebilligt worden sind, ist im Grunde auch die Gerson-Therapie selbst als gangbare Behandlungsmethode für Krebs und die meisten anderen Degenerationskrankheiten gebilligt worden. Somit ist sie durch die US-Regierung de facto anerkannt, wenn auch inoffiziell und ohne gesetzliche Absegnung. Dennoch sprechen die Komponenten der Gerson-Therapie für sich und werden angewandt, um Leben zu retten. Sie bilden gar die Grundlage für Gutachten, die von Nutznießern der Krebsindustrie erstellt werden, darunter die American Cancer Society, das National Cancer Institute, die Sloan-Kettering Cancer Clinic und viele Pharmakonzerne, die die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln zunehmend ihrer Unternehmensstruktur einverleiben.

Wie schon in unserem Vorwort erwähnt, wird in den USA jährlich bei mindestens 1,9 Millionen Menschen eine Art von Malignom diagnostiziert (Hautkrebs und In-situ-Gebärmutterhalskarzinome ausgenommen). Angeführt haben wir auch den holistischen Onkologen, Internisten und homöopathischen Arzt W. Douglas Brodie, MD, HMD, aus Reno, Nevada, der angibt, dass alljährlich wenigstens 700.000 Amerikaner an Krebs sterben.

Beinahe jeder Therapeut und so gut wie alle Medizinkonsumenten wissen inzwischen, dass die Ursache von über 70 Prozent aller Malignome auf irgendeine Weise mit unserer Ernährung zusammenhängt. Im Fall von Brustkrebs, Darm-/Mastdarmkrebs und Lungenkrebs bei Nichtrauchern sind denaturierte Speisen gar die Hauptursache. Jedes Jahr ergeben sich weitere medizinische und wissenschaftliche Beweise dafür, dass das, was wir als Nahrung zu uns nehmen, enormen Einfluss darauf hat, ob wir an Krebs erkranken und ob wir bösartige Krankheitssymptome zu überwinden vermögen oder nicht.3

Dies ist ein überaus spannendes Feld im Bereich wissenschaftlicher Untersuchungen, das die konventionelle medizinische Gemeinschaft erst ganz allmählich zu erforschen beginnt. Ein aufrichtiger Arzt jedoch, der seiner Zeit vermutlich ein halbes Jahrhundert voraus war, hat während seiner aktiven Berufsphase – die 1919 in Bielefeld begann und 1959 in der Stadt New York endete – die Lösung für Krebs und andere Degenerativkrankheiten in Form von Lebensmitteln und Ernährung bereits gefunden. Dafür wurde Dr. Max Gerson in den USA durch die AMA und besonders durch den Herausgeber Morris Fishbein und dessen aus Ärzten und Politikern bestehender Gefolgschaft gnadenlos diffamiert, belästigt und schikaniert.4

Nachdem Dr. Gerson dem US-Senat 1946 einige Patienten vorgeführt hatte und damit national die Aufmerksamkeit der Medien erregte, wurde er auf den Seiten des Journal of the American Medical Association (JAMA) redaktionell angegriffen. Das Motiv für den Angriff ist in der damals in den USA vorherrschenden Medizinpolitik zu suchen sowie den diversen Finanzprogrammen, die der langjährige AMA-Politiker, JAMA-Herausgeber und nicht praktizierende Arzt Morris Fishbein, MD, durchzusetzen bemüht war.

Warum hat die organisierte allopathische Medizin so lange gebraucht, den Zusammenhang zwischen Diät und Krebs anzuerkennen?

Warum wurden onkologische Pioniere wie Dr. Max Gerson verunglimpft und stigmatisiert, und weshalb wurde ihnen das Herz gebrochen, als sie versuchten, Ernährung als therapeutisches Mittel anzuwenden?

Zumindest auf die erste dieser eindringlichen Fragen meinen die Autoren dieses Buches gleich vier Antworten zu haben:

1. In den USA haftet den in der Medizintechnik erzielten Fortschritten der unsachliche Ruch der Überlegenheit gegenüber allen anderen Behandlungsmethoden an. Unsere Nation neigt dazu, sich auf die Technologie zu versteifen, wenn es um die Bekämpfung von Krebs und anderen Gesundheitsproblemen geht. Beim von Dr. Gerson empfohlenen Gemüseverzehr hingegen ist so gut wie keine Technologie im Spiel.2. Die amerikanische Pharmaindustrie bestimmt, was in der Medizin praktiziert werden darf. Dies ist nicht nur in diesem Land, sondern weltweit der Fall. Sofern eine therapeutische Substanz oder Methode nicht patentierbar ist – sofern also kein Gewinn aus einem synthetisierten Medikament zu ziehen ist –, wird sie gemeinhin ignoriert oder aber bekämpft und unterdrückt. Kein medizinisch orientiertes kommerzielles Unternehmen wird sich bereitfinden, Forschungszeit und -geld zu investieren, um diese Substanz oder Methode zu fördern.3. Mit dem Eingeständnis, dass eine starke Verbindung besteht zwischen dem, was wir essen, und dem Erkranken an Krebs oder einem anderen Leiden, müssten zwei Gruppen quasi selbst mit dem Finger auf sich weisen: a) die Lebensmittelverarbeiter, die uns nährstoffarme synthetische oder anderweitig unnatürliche abgepackte Kost verkaufen, und b) wir selbst, die wir die Ursache unserer eigenen Krankheit sind. Auch wenn wir den Wahrheitsgehalt dieses Vorwurfs vielleicht erkennen, ist er doch eine unbequeme mentale Last.54. Die meisten Ärzte sind nur äußerst unzureichend auf dem Gebiet der Ernährungswissenschaften bewandert. Die Ärzte, die Ernährung gegenwärtig als Behandlung nutzen, sind vorwiegend Autodidakten.

Für die Dr. Gersons dieser Welt hat sich nie ein Platz gefunden – bis jetzt. Die Zeiten für Ärzte ändern sich drastisch – nicht nur finanziell, sondern auch im Hinblick auf Nährstoffe. Die gewissenhafteren unter den Therapeuten haben die Notwendigkeit der Ernährungstherapie inzwischen erkannt und nutzen sie als beinahe letztes Mittel gegen Krebs, Arthritis, Herz- und Gefäßerkrankungen, Diabetes, Schlaganfall und andere behindernde Formen von degenerativen Leiden. Warum? Aus dem einfachen Grunde, dass zu viele ihrer Patienten durch die standardmäßige, konventionell angewandte allopathische Medizin und Onkologie nicht gesund werden. Immer mehr Ärzte sehen die wahren Ursachen zehrender Krankheiten wie Krebs und entscheiden, dass sie allzu lange schon nur Symptome und nicht die zu Grunde liegenden und bislang unverstandenen Krankheitsquellen behandelt haben.

Die verschiedenen Formen von Krebsgeschwüren

Von den 150 unterschiedlichen Arten von Krebsgeschwüren werden in der Onkologie (der Wissenschaft und Praxis der Tumorbehandlung) gemeinhin fünf Hauptgruppen genannt. Klassifiziert werden sie nach den Geweben, die ein abnorm starkes, übermäßiges Zellwachstum aufweisen. Die unten aufgeführte Einteilung stammt aus dem Buch „An Alternative Medicine Definitive Guide to Cancer“. Die Koautoren des Buches sind W. John Diamond, MD, der Direktor des Triad Medical Center in Reno, Nevada, und der Kardiologe W. Lee Cowden, MD, der als beratender Arzt für das Conservative Medicine Institute in Richardson, Texas, tätig ist. Mitgewirkt an dem Werk hat auch Burton Goldberg, ein Verleger bei Future Medicine Publishing Inc.6

Wodurch Krebs und andere körperliche Degenerationserscheinungen entstehen

Im Jahr 1958 behauptete Dr. Max Gerson als erster Arzt, Krebs werde durch verschiedene ineinandergreifende Faktoren verursacht. Im Laufe seiner 41-jährigen Arztlaufbahn hat er mehrere dieser Faktoren identifiziert. Nun, nach noch einmal 41 Jahren, ist die ursprüngliche Liste Dr. Gersons noch um einige Faktoren ergänzt geworden, da Umweltverschmutzer eine Unzahl an neuen Krebs erregenden Stoffen an Luft, Boden und Wasser abgeben (bei der letzten Zählung waren es über 52.000). Diese Stoffe unterdrücken das menschliche Immunsystem und hemmen die für unsere Lebensprozesse so notwendigen Enzyme auf ganz neuartige Weise. Inzwischen gibt es mindestens 49 Stressoren, die allesamt zu akuten oder chronischen körperlichen, geistigen und emotionalen Verfallserscheinungen beitragen (siehe Tabelle 1-1).

Tabelle 1-1: Alltagsfaktoren, die zur Entstehung von Krebs beitragen

Im Folgenden die von den Koautoren erstellte Auflistung der permanent Einfluss nehmenden 49 Faktoren, die entweder einzeln oder im Zusammenspiel Krebs begünstigen oder fördern, indem sie auf die zunehmend schwächer werdenden enzymatischen, hormonellen, immunologischen und anderen Abwehrsysteme des menschlichen Körpers einwirken. Grundlage der Liste sind sowohl die medizinische, wissenschaftliche und umweltwissenschaftliche Literatur als auch unsere alltäglichen Erfahrungen:9

1. Atmosphärische kosmische Strahlung und Röntgenstrahlung2. Ultraviolettstrahlung des Sonnenlichts3. Dauerhafte Belastung durch elektromagnetische Felder4. Geopathischer Stress5. Sick-Building-Syndrom6. Ionisierende Strahlung7. Mikrowellenstrahlung8. Von Haushaltsgeräten ausgehende nicht ionisierende elektromagnetische Strahlung9. Freileitungen10. Radioaktive Strahlung11. Pestizid-/Herbizidrückstände12. Industriegifte13. Das Trinken von oder Baden in verschmutztem Wasser14. Das Trinken von oder Baden in chloriertem Wasser15. Das Trinken von oder Baden in fluoridiertem Wasser16. Tabak und Rauchen17. Hormontherapien18. Immunsuppressiva19. Verzehr von bestrahlten Lebensmitteln20. Verzehr von Lebensmittelzusätzen21. Quecksilbervergiftung durch beliebige Ursache22. Toxic-Metal-Syndrom23. Amalgamzahnfüllungen24. Zahnwurzelkanäle25. Zahnkavitationen (Höhlen im Kiefer, die durch eine unsachgemäße Zahnentfernung entstanden sind)26. Metallzahnfüllungen aller Art27. Regelmäßiger Konsum von Straßendrogen28. Regelmäßiger Konsum von verschreibungspflichtigen Medikamenten29. Regelmäßiger Konsum von rezeptfreien Medikamenten30. Nerveninterferenzfelder31. Mangelernährung32. Konsum synthetischer „Nichtlebensmittel“33. Chronischer körperlicher oder mentaler Stress34. Destruktive negative Emotionen35. Verminderte Schilddrüsenaktivität36. Darmvergiftung oder Verdauungsstörungen37. Parasiten38. Viren39. Bakterielle Infektionen40. Pilzinfektionen41. Verstopfte Entgiftungskanäle42. Durch freie Radikale bedingte Pathologie43. Zellulärer Sauerstoffmangel44. Schädliches Zellumfeld45. Onkogene (Zellgene, die aus normalen Zellen Krebszellen machen)46. Genetische Veranlagung47. Miasma (Energierückstände von vorangegangenen Krankheiten)48. Reizstoffe, zum Beispiel Asbest49. Alkoholkonsum

Dr. Gerson war der Erste, der einige dieser Stressoren identifiziert hat, doch seine Erkenntnisse wurden von konventionellen Onkologen beharrlich ignoriert, worunter die Patienten, die sich in ihre Obhut begeben, zu leiden haben. Seit fast einem halben Jahrhundert werden unsachgemäße allopathische Methoden zur Krebsbehandlung angewandt, um Tumoren zu bekämpfen, ohne jedoch die zu Grunde liegenden Ursachen zu beheben, die ihre Entwicklung überhaupt erst anstoßen.

Die mannigfachen „Schläge“ der Präkursorkarzinogene

Sofern es gelingt, die 49 (oder mehr) Krebs erregenden Präkursoren großenteils zu meiden, ist es durchaus möglich, dass ein Mensch lebenslang frei von symptomatischem Krebs bleibt. Da jedoch einer von drei (die Tendenz geht hin zu einem von zwei) Nordamerikanern oder Europäern heute an Krebs erkrankt, besteht ein hohes Risiko, dass irgendwann auch Sie oder Ihre Angehörigen von der einen oder anderen Form von Malignom betroffen sein werden.

Der Multiple-Hit-Theorie zufolge entstehen alle Krebsformen aus mindestens zwei Veränderungen oder auch „Schlägen“ heraus, die sich gegen die Zellgene richten. Dieser Doppelschlag, bei dem beide Teile interagieren, entfaltet mit der Zeit eine kumulative Wirkung, bis schließlich die Grenze der Belastbarkeit erreicht ist (der sprichwörtliche „Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt“) und ein Krebsgeschwür entsteht. Die Schläge kommen häufig in Gestalt eines der Präkursorkarzinogene daher, die wir in Tabelle 1-1 aufgeführt haben.

Von wesentlicher Bedeutung sind Anzahl und Art der karzinogenen Schläge, ihre Häufigkeit sowie ihre Intensität. Einige von ihnen sind „Krebsinitiatoren“, wohingegen andere „Krebspromoter“ sind.7

Jedes der Präkursorkarzinogene (die von Onkologen oft als Prokarzinogene bezeichnet werden) kann sich als Initiator oder Promoter eines Tumors erweisen. Potentiell kanzeröse Veränderungen in der DNS (Desoxyribonukleinsäure) einer geschädigten Zelle beginnen nach dem zweiten verheerenden prokarzinogenen Schlag. Bald darauf beginnt die geschädigte Zelle, unkontrolliert zu wuchern, wodurch schließlich eine sichtbare bösartige Läsion mit einer Anhäufung beziehungsweise einem Tumor entsteht, die auf anderes Gewebe übergreifen kann.

In der ersten Stufe der Krebsentwicklung, der sogenannten Initiation, können durch den prokarzinogenen Schlag eine große Menge an toxischen Stoffen entstehen, sogenannte freie Radikale. Diese stoßen einen pathologischen Prozess an, bei dem die Zell-DNS dadurch geschädigt wird, dass die Leber eine enzymatische Reaktion in Gang setzt, die als Phase Eins bezeichnet wird. Durch diese Reaktion wird aus dem Prokarzinogen ein vollwertiges Karzinogen. Zudem produziert die Leber Phase-Zwei-Enzyme, um die gefährlichen Rückstände der Phase-Eins-Enzyme zu entsorgen. Die Leber spielt im Entstehungsprozess von Krebs eine tragende Rolle, indem sie die Karziogenese zugleich einleitet und neutralisiert.

In der zweiten Stufe der Krebsentwicklung, der Promotion, hat die Leber mit ihrem Neutralisierungsversuch keinen Erfolg, sodass die geschädigte Zelle das Muster ihrer Mitose (ihrer normalen Zellteilung) verändert. Sie beginnt sich unverhältnismäßig stark zu teilen. An diesem Punkt schaltet sich das Immunsystem ein, da es diese Zellen als Fremdkörper identifiziert und zerstört; wenn es dabei allerdings versagt, kann es passieren, dass aus der geschädigten Zelle eine tumoröse Läsion erwächst.

In der dritten Stufe der Entwicklung hin zum ausgewachsenen Krebs, der Progression, versucht der Tumor, eine eigene Blutzufuhr auszubilden, um seine Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Dabei kann es vorkommen, dass der Tumor auf umliegendes Gewebe übergreift. Klumpen von Krebszellen neigen dazu, bestimmte essentielle Wachstumsfaktoren freizusetzen, die wiederum die Bildung neuer Blutgefäße fördern. Dies nennt sich Angiogenese. Die Angiogenese begünstigt den bösartigen Befall umliegenden Gewebes.8

Die Gerson-Diättherapie gegen 52 Krankheiten

Jeder der in Tabelle 1-1 aufgelisteten Faktoren, die Krebs oder andere akute wie chronische schwächende Erkrankungen begünstigen, lassen sich erfolgreich mittels eines diätetischen Eingriffs verhindern oder behandeln. Bestimmte Nahrungsmittel beugen Krebs und anderen Degenerationskrankheiten vor oder bewirken deren physiologische Behebung. Jede in die Gerson-Therapie integrierte Nahrungsmittelkomponente wirkt effektiv gegen eine ganze Bandbreite an körperlichen und mentalen pathologischen Zuständen.

Bislang haben fast 10.000 Patienten von der Gerson-Diätbehandlung profitiert. Viele dieser Erfolgsgeschichten werden im alle zwei Monate vom Gerson Institute herausgebrachten „Gerson Healing Newsletter“ ausgeführt. In Tabelle 1-2 ist eine Auswahl der mehreren hundert Gesundheitsprobleme aufgelistet, gegen die sich die Gerson-Therapie nachweislich als dauerhaft wirksam erwiesen hat.

Tabelle 1-2: Gesundheitsprobleme, die mittels der Gerson-Therapie erfolgreich behandelt wurden:

1. Adipositas2. Akne3. AIDS4. Allergien5. Anämie6. Arthritis7. Asthma8. Augenhistoplasmose9. Candidiasis10. Chronisches Erschöpfungssyndrom11. Colitis ulcerosa12. Cushing-Syndrom13. Darmparasiten14. Depression/Panikattacken15. Diabetes16. Empfindlichkeit gegenüber chemischen Stoffen17. Emphysem18. Endometriose19. Epilepsie20. Fibrose21. Fibromyalgie22. Genitalherpes23. Gicht24. Gürtelrose25. Herz- und Arterienerkrankungen26. Hämorrhoiden27. Hepatitis28. Hoher Blutdruck29. Hyperaktivität30. Hypoglykämie/Hyperglykämie31. Immundefizienz32. Krebs und Leukämie33. Leberzirrhose34. Lupus erythematodes35. Lyme-Krankheit36. Makuladegeneration37. Migräne38. Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber)39. Morbus Crohn40. Multiple Sklerose41. Nierenerkrankungen42. Osteomyelitis43. Osteoporose44. Phlebitis (Venenentzündung)45. Prämenstruelles Syndrom46. Psoriasis (Schuppenflechte)47. Schlaganfall48. Spondylitis ankylosans49. Süchte50. Tuberkulose51. Unfruchtbarkeit52. Verstopfung

Endnoten

1 Baker, S. M.: „Detoxification and Healing: The Key to Optimal Health“ (New Canaan, Conn.: Keats Publishing, 1997), S. 157.

2 Ebd., S. 158.

3 Diamond, W. J.; Lee Cowden, W. mit Goldberg, B.: „An Alternative Medicine Definite Guide to Cancer“ (Tiburon, Kalif.: Future Medicine Publishing Inc., 1997), S. 518f.

4 Dollinger, M.; Rosenbaum, E. H.; Cable, G.: „Everyone’s Guide to Cancer Therapy: How Cancer Is Diagnosed, Treated, and Managed Day to Day“ (Kansas City, MO: Andrews McMeel Publishing, 19973), S. 6f.

5 Diamond et al.: „An Alternative Medicine“.

6 Ebd.

7 Dollinger et a.: „Everyone’s Guide to Cancer“.

8 Cowley, G. mit Underwood, A.; Springen, K.; Davis, A.: „Cancer and diet: eating to beat the odds: what you need to know“, Newsweek, 30. November 1998, S. 60-6.

9 Diamond et al.: „An Alternative Medicine“.

2. Kapitel: Eine Kurzbiographie Dr. Max Gersons

Max Gerson wurde am 18. Oktober 1881 in Wongrowitz, Deutschland, geboren. Er war das dritte Kind und der zweite Junge einer deutsch-jüdischen Familie mit insgesamt neun gesunden Kindern. Früh schon machte sich seine Wissbegier bemerkbar. So fragte Max sich beispielsweise im Alter von sechseinhalb Jahren, was wohl geschehen würde, wenn er die Zusammensetzung des Düngers für die Blumenbeete seiner Mutter änderte, und führte prompt Experimente durch. Die unausgereiften Versuche des Jungen, die Bodenstruktur zu verändern, endeten mit dem Ableben der Blumen, weshalb seine Mutter seine Neugier in Bezug auf die Nährstoffe in der Pflanzenerde verständlicherweise rasch unterband.

Als der junge Gymnasiast das Abitur machte, musste er wie alle Schüler eine Mathematikklausur ablegen. Ein mathematisches Problem, wie er es in seiner Abschlussklausur vorfand, hatte er seines Wissens nie durchgenommen. Dennoch stellte er eine Gleichung auf, um eine Lösung für dieses vertrackte Problem zu finden. Sein Lehrer hatte nie zuvor einen solch komplexen Lösungsansatz gesehen und konnte nicht beurteilen, ob er richtig oder falsch war. Um dies zu entscheiden, musste die Klausur des Schülers einem bekannten Mathematikprofessor an der Berliner Universität geschickt werden. Dieser schrieb zurück, dass Max einen gänzlich neuen und originellen Lösungsweg gefunden habe; dass man es hier mit einem mathematischen Genie zu tun habe und der junge Mann unbedingt Mathematik studieren solle.

Nach dem Abitur wurde ein Familienrat einberufen, bei dem Eltern und Geschwister über Max’ Zukunft diskutierten. Man merkte an, dass es in ganz Deutschland keinen jüdischen Mathematikprofessor gebe, und kam zu dem Schluss, dass Max, sollte er tatsächlich Mathematik studieren, nie über den Status eines simplen Gymnasiallehrers hinauskäme. Jeder – auch der frisch gebackene Abiturient selbst – vertrat die Ansicht, dass er stattdessen Medizin studieren solle.

Ausbildung zum Therapeuten

Max Gerson absolvierte sein Medizinstudium an den Universitäten Breslau, Würzburg, Berlin und Freiburg. Im Jahr 1907 beendete er sein Praktikum in Höchst am Main und arbeitete anschließend als Assistent von Professor Dr. Albert Frankel in Berlin. Von 1909 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs war er am Berliner Klinikum im Friedrichshain tätig, wo er mit den Professoren Kronig und Borottau zusammenarbeitete und für kurze Zeit auch an der Kinderklinik mit Professor Minkowsky.

Als Stabsarzt bei der Sanitätstruppe des deutschen Heers war Dr. Gerson fast ein halbes Jahrzehnt lang ein enger Mitarbeiter des berühmten Neurochirurgen Dr. Otfrid Foerster. Zehn Jahre, nachdem er 1919 in Bielefeld seine eigene Praxis eröffnet hatte, behandelte Dr. Gerson 1928 drei Krebspatienten, für die keine Hoffnung mehr bestand. Einer von ihnen litt an inoperablem Magenkrebs und lag bereits im Sterben. Alle drei Patienten erholten sich, was selbst den Entwickler der Diät überraschte, und berichteten zahlreichen anderen Krebspatienten, dass es eine erfolgreiche Behandlung gebe. Da Dr. Gerson jedoch beobachtete, dass einige Patienten mit Degenerationskrankheiten gesundeten, andere wiederum nicht, wandte er die Gerson-Therapie während der folgenden zehn Jahre nur nach sorgfältiger Überlegung an.

Nachdem Dr. Gerson 1933 als Jude knapp der Verhaftung durch die Nationalsozialisten und einer Internierung in einem Vernichtungslager entronnen war, brachte er seine Familie zunächst nach Wien, Österreich, wo er sein Buch über Tuberkulose fertig stellte. Im Jahr 1938 konnte er schließlich mit seiner Familie in die Stadt New York emigrieren. Er bestand vor dem ärztlichen Prüfungsausschuss des Staates New York und eröffnete an der Park Avenue eine Praxis. Dort arbeitete er an der Weiterentwicklung seiner Therapie, um Erfolge bei allen Arten von schweren Erkrankungen, insbesondere Krebs, erzielen zu können. Dr. Gerson behandelte viele hundert Patienten, die nach chirurgischen Eingriffen und Strahlenbehandlung (die Chemotherapie war noch nicht erfunden) bereits aufgegeben worden waren. Nach all den Jahren des Beobachtens und Forschens erbrachte die Gerson-Therapie bei Schwerkranken, selbst in Fällen von weit fortgeschrittenem Krebs, eine Genesungsquote von bis zu 50 Prozent. (Als die Chemotherapie in die Onkologie eingeführt wurde, erzielte Dr. Gerson bei derart behandelten Patienten mit seiner natürlichen Heilmethode keine solch hohe Erfolgsquote mehr.)

Im Jahr 1946 war Dr. Gerson der erste Arzt, der einem Komitee des US-Senats geheilte Krebspatienten vorstellte. Das Komitee führte, wie bereits erwähnt, Anhörungen im Rahmen eines von Senator Claude Pepper eingereichten Gesetzentwurfs durch, der darauf abzielte, Mittel zur Heilung und Prävention von Krebs zu finden. Doch die finanzstarken Lobbyisten der American Medical Association, die Chirurgie, Bestrahlung und Chemotherapie propagierten, sorgten dafür, dass der Entwurf des Senats an vier Stimmen scheiterte. Wäre er ratifiziert worden, so wäre die Gerson-Therapie eingehend erforscht worden, wodurch dieses Krebsheilmittel bereits 1946 hätte verbreitet werden können.

Arzt, heile dich selbst: Gersons erste Entdeckungen

Schon als Universitätsstudent wurde Max Gerson von einem schwer wiegenden Gesundheitsproblem geplagt: Während des gesamten Grundstudiums litt er an äußerst starker Migräne.