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Unbeschwert und aktiv trotz Diabetes Sind Sie Diabetes-"Einsteiger" oder Diabetes-"Experte"? Zu welcher Gruppe innerhalb der ca. 7,5 Millionen Betroffenen in Deutschland Sie auch zählen, Sie werden feststellen, dass Ihre Fragen (und die Ihrer Angehörigen) einer bestimmten Chronologie folgen. So wie dieses Handbuch, das als Leitfaden durch den Diabetes konzipiert ist und von einer ersten Orientierung über Alltagsfragen, Ernährungswissen bis hin zu möglichen Risikosituationen führt. Sie wollen ein normales Leben mit Diabetes führen - dieses Handbuch unterstützt Sie dabei. Mit Diabetes komm ich klar Prof. Standl und Prof. Mehnert haben im Laufe ihrer langen Berufspraxis die Forschung und Behandlung im Bereich Diabetes maßgeblich vorangetrieben. Sie zeigen Ihnen, wie Ihr Leben mit Diabetes leichter wird: - Wirkweise von Insulinen und Tabletten - Blutzuckerspiegel messen - Genussvoll essen trotz Diabetes - Kompakt-Info für Typ-2-Diabetiker - Einfache Regeln für den Ernährungsplan - Übersichtliche Kohlenhydrat- und Fett-Austauschtabelle - Richtige Fußpflege - Alles zur neuesten Sozialgesetzgebung - Extra: Merkblatt Vorsorgeuntersuchungen und Urlaubs-Checkliste Ob im Beruf oder auf Reisen, vor Operationen, in der Schwangerschaft oder während einer Krankheit - mit diesem Handbuch sind Sie auf alle Fragen zum Thema Diabetes bestens vorbereitet. Prof. Dr. med. Eberhard Standl und Prof. Dr. med. Hellmut Mehnert gehören nicht nur national, sondern auch international zu den bekanntesten Diabetologen. Beide Autoren waren viele Jahre Chefärzte in der auf Diabetologie spezialisierten III. Abteilung des Krankenhauses München-Schwabing. Heute widmen sie sich der Erforschung von Diabetes am Helmholtz-Zentrum München.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 380
Veröffentlichungsjahr: 2013
Prof. Dr. med. Eberhard Standl Prof. Dr. med. Hellmut Mehnert
Das große TRIAS-Handbuch für Diabetiker
Typ 1 und Typ 2: Alles was Ihnen hilft – für ein aktives Leben ohne Einschränkungen
Vorwort: Was Ihnen dieses Buch bietet
Einführung
Für wen dieses Buch geschrieben ist
Ein gutes Leben mit Diabetes führen
Grundlagen des Diabetes
Ursachen und Entstehung des Diabetes
Die Rolle der Vererbung
Einflüsse des Immunsystems bei Typ-1-Diabetes
Typ-2-Diabetiker sind meistens übergewichtig
Das Metabolische Syndrom und seine Folgen
Der Einfluss von Infektionen
Wenn die Krankheit während der Schwangerschaft beginnt
Medikamente als Auslöser des Diabetes
Diabetes als Folge anderer Erkrankungen
Was ist Diabetes?
Absoluter oder relativer Insulinmangel?
Welche Aufgaben hat Insulin?
Die Unterschiede zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes
Wie wird der Diabetes festgestellt?
Ist der Diabetes heilbar?
Auch die Seele ist betroffen
Die ersten Tage wie in Trance
Den Diabetes akzeptieren – wie geht das?
Die Einstellung des Diabetes
Vom Nutzen einer guten Diabetes-Einstellung
Was sagt der HbA1c-Wert aus?
Der Anreiz zum Mitmachen
Die Behandlung mit Tabletten
Alpha-Glukosidasehemmer (z.B. Glucobay) bremsen die Verdauung von Kohlenhydraten
Das Biguanid Metformin – Wirkungen außerhalb der Bauchspeicheldrüse
Mehr Insulin durch Sulfonylharnstoffe
Neuere Entwicklungen: die Insulinsensitizer
Inkretine – zukünftig eine Chance für gesündere Inseln
Die Kombination verschiedener Behandlungen
Der Einstieg in die Insulintherapie
Insulin: Das „Nonplusultra“ in der Diabetesbehandlung
Die Entdeckung des Insulins
Was ist Insulin, und wie wirkt es?
Der richtige Umgang mit dem Insulin
Die richtige Spritztechnik
Special: Insulin richtig aufziehen
Special: Insulin richtig mischen
Special: Insulin richtig spritzen
Insulin ist gut verträglich
Schwer einstellbare Diabetiker sind oft „überspritzt“
Insulin, das nicht gespritzt werden muss?
Die regelmäßige Selbstkontrolle
Die Selbstkontrolle des Blutzuckers
Die Selbstkontrolle des Harnzuckers
Wann und wie oft den Blut- und Harnzucker testen?
Die intensivierte Insulintherapie des Typ-1-Diabetikers
Die intensivierte Insulintherapie mit Insulinpumpe
Die intensivierte Insulintherapie mit Spritzen
Voraussetzungen einer erfolgreichen intensivierten Insulintherapie
Intensivierte Insulintherapie auch bei Typ-1-Patienten mit Kurzzeitdiabetes
Special: Analyse und Behandlung von häufigen Problemen
Die verschiedenen Möglichkeiten der Insulintherapie bei Typ-2-Diabetes
Kombination von Blutzucker senkenden Tabletten mit Insulin
Die alleinige Behandlung mit Insulin
Die Anpassung der Insulindosis für Typ-2-Diabetiker
Special: So passen Sie die Insulindosis an
Wenn der Zucker trotzdem steigt
Insulinpumpen
Was ist und wie funktioniert eine Insulinpumpe?
Was ist das Besondere an der Pumpenbehandlung?
Ist die Behandlung gefährlich? Welche Komplikationen können auftreten?
Wer kommt für die Behandlung mit Insulinpumpen in Frage?
Was ist auf diesem Gebiet in naher oder ferner Zukunft an Neuerungen zu erwarten?
Hoffnungen auf neue Möglichkeiten der Behandlung
Der Traum von der künstlichen B-Zelle
Wunschvorstellung „Blutzuckerfühler“
Gesunde Ernährung
Nahrung dient zum Aufbau und Betrieb unseres Körpers
Was sind Kohlenhydrate?
Special: Austauschtabellen im Alltag
Nahrungsfett
Nährstoff Eiweiß: ein lebensnotwendiger Aufbaustoff!
Ballaststoffe – günstig für den Blutzucker
Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidanzien und Wasser
Sind Sie ideal-, normal- oder übergewichtig?
Sind mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt heute noch erforderlich?
Wie Süßen?
Auswahl der richtigen Getränke
Folgen des Diabetes
Gefährliche Stoffwechselentgleisung: Das diabetische Koma
Hypoglykämie: Wenn der Zucker zu tief absinkt
Blutzucker unter 50 mg %: Hypoglykämie
Bei Unterzucker: BE essen und Blutzucker messen
Hypoglykämie – wie beugt man vor?
Halten Sie Not-BE stets griffbereit
So handeln Sie als Angehöriger richtig
So spritzen Sie Glukagon richtig
Die Zuckerspritze durch den Notarzt
Special: Richtig handeln bei einer Unterzuckerung („Hypo“)
Folgeschäden vermeiden und rechtzeitig behandeln
Makro- und Mikroangiopathie: Gefäßschäden mit Folgen
Schalten Sie Ihre Risikofaktoren aus!
Special: Untersuchungen schützen vor Folgekrankheiten
Nervenstörungen und sonstige Begleiterscheinungen
Die richtige Pflege diabetischer Füße
Wie sich Durchblutungs- und Nervenstörungen äußern
Was Sie Ihren Füßen nicht zumuten sollten
Auch Gefäße können trainiert werden
Special: Kleine Fußgymnastik für Diabetiker – turnen Sie Ihre Füße fit
Besondere Lebenssituationen
Der kranke Diabetiker
Insulin niemals weglassen – Dosis bei Krankheit anpassen
Special: So verhalten Sie Sich bei Krankheit richtig
Welche anderen Medikamente beeinflussen den Blutzucker?
Wenn man ins Krankenhaus muss
Kinder und Jugendliche mit Diabetes
Welcher Diabetestyp steht bei Kindern im Vordergrund?
Verräterischer Durst als erstes Anzeichen
Was und wie viel soll das Kind essen?
Intensivierte Insulintherapie bei Kindern
Behandeln Sie Ihr Kind, als wäre es gesund
Special: Kinder mit Diabetes – Merkblatt für Erzieher
Mutter werden trotz Diabetes
Ein Baby trotz Diabetes? – Heute kein Problem mehr
Schlechte Diabeteseinstellung: Risiken für das Kind
Die Schwangerschaft planen
Special: Gestationsdiabetes
Der Insulinbedarf steigt meistens an
Überwachung durch Internist und Geburtshelfer
So wird das ungeborene Baby überwacht
Verhalten bei vorzeitigen Wehen
Das Baby ist da: Blutzucker, Stillen, Rooming-in
Weitere Familienplanung
Das Alltagsleben mit Diabetes
Fitness steigern und Blutzucker senken durch Sport!
Sport und körperliche Bewegung
Sport hat Auswirkungen auf die Behandlung
Was ist beim Sport zu beachten?
Special: Umstellung erforderlich!?
Was Sie beim Sport immer dabei haben sollten
Partnerschaft, Familie, Beruf
Was der Partner wissen sollte
Den richtigen Beruf wählen
Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz
Wie werden Kinder eingestuft?
Auto und Führerschein
Richtlinien für den diabetischen Fahrschüler
Drei Gefahrengruppen für eine Hypoglykämie
Was Sie sonst noch wissen sollten
Diabetiker auf Reisen
Insulin an die Aktivität im Urlaub anpassen
Kummer mit dem Insulin in heißen Ländern?
Special: Checkliste für die Reise
Special: Übersetzungshilfe für Ihren Diabetikerausweis
Special: Ärztliche Bescheinigung für Flugreisen und Grenzkontrollen
Serviceteil
Der Deutsche Diabetiker-Bund stellt sich vor
Die Deutsche Diabetes-Union
Diabetes-Journal: eine Zeitschrift für Diabetiker
Special: Wissenswertes und Praktisches in Kurzform
Bücher zum Weiterlesen
Zum Thema Diabetes
Zum Thema Ernährung und Abnehmen
Zum Thema Blutdruck, Herz und Kreislauf
Zum Thema Psyche und Stressbewältigung
Adressen, die weiterhelfen
Verbände – Selbsthilfegruppen
Presse
Sonstige Internet-Adressen zum Thema Diabetes
Pharmaindustrie
Stichwortverzeichnis
Impressum
Service
Diabetes ist eine ernst zu nehmende Volkskrankheit, von der heute und in Zukunft immer mehr Menschen betroffen sein werden. Aber auch wenn der Diabetes für denjenigen, der sich zum ersten Mal mit dieser Diagnose auseinandersetzen muss, einen mehr oder minder gravierenden Einschnitt in das bisherige, „normale“ Leben darstellt – es bieten einerseits die Entwicklung der Medizin und anderseits die eigene Verhaltensänderung genügend Möglichkeiten, um mit dieser Krankheit gut zu leben.
Selbstständigkeit lässt sich wahren, gesundheitliche Risiken kann man verhindern, neueste Behandlungsmöglichkeiten sind mit einem beträchtlichen Zugewinn an Lebensqualität verbunden. Voraussetzung ist allerdings eine intensive Auseinandersetzung mit den Leitthemen des Diabetes. Und an diesem Punkt setzt die vorliegende Neuauflage des bewährten „Handbuchs für Diabetiker“ an.
Wer als Betroffener oder als Angehöriger gezwungen ist, sich intensiver mit dem Thema „Diabetes“ zu beschäftigen, wird bald feststellen, dass die sich aufdrängenden Fragen meist einer bestimmten Chronologie folgen. In diesem Sinne haben wir die Neuauflage so konzipiert, dass sie Ihnen als Leitfaden durch diese wichtigen Themen in puncto Diabetes dienen kann – ob Sie nun Einsteiger sind oder bereits Experte, der ein kompaktes, aktuelles Nachschlagewerk sucht…
Kapitel 1 bietet eine Orientierungshilfe bei der Frage: Wo stehe ich mit meiner speziellen Form des Diabetes? Wie und womit muss und will ich mich weiter beschäftigen?
In Kapitel 2 werden basale Fragen behandelt, die sich (nicht nur) derjenige stellt, der sich zum ersten Mal aus persönlicher Betroffenheit mit dem Diabetes auseinandersetzt: Wie entsteht Diabetes, was sind die biologischen Ursachen für diese Stoffwechselentgleisung? Gibt es eine erbliche Vorbelastung? Gibt es Risikofaktoren in der bisherigen Lebensführung? Und nicht zuletzt: Wie finde ich einen Weg, um mit dieser Diagnose fertig zu werden?
Eine gute Einstellung des Diabetes ist die zentrale Voraussetzung für ein möglichst unbeschwertes Leben. Kapitel 3 und 4 beschäftigten sich hiermit – unter medizinisch-medikamentösen (Kapitel 3) sowie unter ernährungsphysiologischen (Kapitel 4) Gesichtspunkten. Beide Aspekte erfordern Ihren Einsatz – und damit Sie wissen, dass sich dieser auch lohnt, steht die Antwort auf eine Frage ganz am Anfang: Was bringt mir eine gute Diabeteseinstellung?
Es steht außer Frage, dass der Diabetes auch zum Teil lebensbedrohliche Risiken mit sich bringen kann. In Kapitel 5 erfahren Sie, wie man diese Risiken im Griff halten kann. Eine Vielzahl von Merkblättern erleichtern den Überblick über das richtige Verhalten im Notfall und, ganz wichtig, bei der Vorbeugung – damit es erst gar nicht zu Notfällen kommt.
In jedem Leben gibt es besondere Situationen. Als Diabetiker(in) gibt es in diesen Situationen noch Besonderes zu beachten: Darauf möchte Sie Kapitel 6 aufmerksam machen. Ob es um einen Krankenhausaufenthalt, Familienplanung/Schwangerschaft/Geburt geht oder ob sich herausgestellt hat, dass Ihr Kind Diabetes hat… Antworten auf sich aufdrängende Fragen finden Sie hier.
Eine sehr zeitaufwändige Lebenssituation darf allerdings nicht zu kurz kommen – der Alltag. Diesbezüglich gibt es eine Fülle von Fragen, mit denen sich Kapitel 7 beschäftigt. Sport ist hier ein zentrales Thema – ihm kommt eine besondere Rolle bei der Diabeteseinstellung zu. Aber auch „alltägliche“ Fragen zu Partnerschaft, Beruf(swahl), zum Autofahren und zum Reisen werden hier behandelt.
Zum guten Schluss: Kein Handbuch, und sei es noch so umfangreich, kann alle denkbaren Fragen beantworten. Der Serviceteil bietet Ihnen eine Fülle von Adressen, die Ihnen bei der weiteren Recherche und bei ganz speziellen Fragestellungen weiterhelfen können. Wenn Sie sich engagieren wollen, finden Sie Anschriften von Verbänden und Gleichgesinnten. Zeitschriften wie das dort vorgestellte Diabetes-Journal halten Sie auf dem neuesten Stand.
Wir hoffen, dass auch diese aktuelle Auflage des „TRIAS-Handbuchs für Diabetiker“ ein wertvoller Wegbegleiter für all diejenigen ist, die ein zufriedenstellendes, bewusstes und – in ihrem persönlichen Sinne – normales Leben mit Diabetes führen wollen.
Eberhard Standl, Helmut Mehnert, im September 2005
Diabetes ist eine Volkskrankheit mit vielen Gesichtern. Ob Sie nun selbst betroffen sind oder ein Angehöriger – dieses Buch bietet Ihnen eine fundierte Grundlage zu den wichtigsten Fragen und Themen. Damit Sie Ihr Leben trotz und mit Diabetes optimal gestalten können…
Dieses Buch wendet sich an alle Diabetiker, speziell, wenn sie in allen Lebenslagen aktiv und fit sein wollen. Es setzt weder voraus, dass man bereits ein gewiefter „Diabetes-Experte“ ist, noch erschöpft es sich andererseits als reine Anfangslektüre für diejenigen, die eben erst mit ihrem Diabetes konfrontiert worden sind.
Ist es berechtigt, „alle Diabetiker“ gleichsam in einen Topf zu werfen? Bestehen nicht je nach Diabetestyp und Lebensalter unterschiedliche Probleme? Das trifft zweifellos zu, auch wenn, wie zu zeigen sein wird, viele Gemeinsamkeiten vorhanden sind, die eine einheitliche Betrachtung der Krankheit ermöglichen. Stellen wir aber zunächst drei Fälle vor, wie sie immer wieder auftreten und in denen sich die meisten Leser dieses Buches wiedererkennen können.
Auch der Diabetes hat viele Gesichter
Diese Patienten hat man früher auch als „jugendliche Diabetiker“ bezeichnet. Zwar haben viele dieser Menschen ihren Diabetes im Alter von zehn, 15 oder 20 Jahren bekommen, manche auch schon mit fünf, andere aber erst mit 40 oder 60 oder im noch höheren Lebensalter. Die Autoimmunkrankheit, die zum Typ-1-Diabetes führt (s. → S. 25), kann praktisch in jedem Lebensalter auftreten, allerdings ist die Dynamik der Krankheitsentwicklung bei älteren Menschen etwas abgemildert. Oft wird auch von „Lada“-Diabetes (Latent Autoimmune Diabetes in the Adult) gesprochen, wenn der Typ-1-Diabetes nicht ganz so akut im höheren Lebensalter auftritt.
Der Beginn des Diabetes mit starkem Durst, vermehrtem Wasserlassen, auffälliger Gewichtsabnahme, mitunter sogar mit einem diabetischen Koma, ist hier schwerlich zu übersehen. Zur Einstellung dieser eher leicht untergewichtigen Diabetiker auf Insulin war eine sofortige Krankenhausaufnahme notwendig.
Meist ist eine so genannte intensivierte Insulintherapie mit täglich vier Spritzen Insulin plus ebenso häufigen Blutzuckerselbstkontrollen für das Erreichen einigermaßen normaler und stabiler Blutzuckerwerte erforderlich, eine Reihe von Patienten ist auf die Hilfe von Insulinpumpen angewiesen. Zur Steuerung der Einstellung sind regelmäßige Selbstkontrollen durch die Patienten – in der Regel in Form von Blutzucker-Selbstmessungen – heutzutage nicht mehr wegzudenken. Erst wenn damit eine funktionelle Anpassung der Insulindosis gelingt, sind die Ziele der intensivierten Insulintherapie erreicht.
Gefährdungen durch Unterzuckerungen, „Hypos“, sind die Kehrseite der Medaille. Sie treten stets dann auf, wenn Mahlzeiten vergessen werden, zusätzliche körperliche Arbeit oder Alkoholgenuss nicht beachtet oder insgesamt ganz einfach zu viel Insulin gespritzt wird. Die Leute reden gerne von dem „armen Kerl“ oder der „armen Frau“ mit dem „schweren Diabetes“, der sogar mit Spritzen behandelt werden muss. Natürlich meinen sie, dass eine solche Frau keine Kinder bekommen kann…
Als „milden“ Erwachsenen- oder gar Altersdiabetes hat man diese Diabetesform lange bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich meist um 50-, 60- oder 70-jährige Menschen. Immer häufiger wird dieser Diabetes in den letzten Jahren auch schon vor dem 40. Lebensjahr beobachtet. Und „milde“ und damit harmlos ist dieser Diabetes keineswegs, selbst wenn er anfänglich noch nicht einmal Beschwerden machte und man sich fast ärgert, dass der Arzt „zufällig“ die Diagnose Diabetes gestellt hat.
„Eher ein paar Pfunde zuviel…“
Bei anderen waren zwar Beschwerden vorhanden, nur zog sich das Ganze über mehrere Monate hin (der Durst war im Sommer gar nicht so schlimm, wie gut doch das Bier schmeckte!). Das Essen jedenfalls hat stets gut „gemundet“. In der Familie waren von jeher alle dick, natürlich auch der Patient. Blutdruck- und Blutfetterhöhungen sind oft gleichzeitig vorhanden und meistens schon Jahre bekannt.
Der Arzt sagt, dass dieser Diabetes eigentlich mit Diät allein behandelt werden könnte. Mit der Gewichtsabnahme gibt es aber Schwierigkeiten. Tabletten sind verschrieben worden. Der Arzt tut dies nur widerstrebend und weist auf die Notwendigkeit der alleinigen Behandlung mit der richtigen Ernährung hin. Vielfach wollen und wollen die Blutzuckerwerte aber einfach nicht besser werden. Andere Betroffene schaffen es aber sehr gut, praktisch normale („normnahe“) Blutzuckerwerte zu erreichen und dies auch mit Blutzucker-Selbstkontrollen zu dokumentieren.
SELBSTHILFE
Haben Sie sich wiedererkannt?
Drängen sich Ihnen nicht die gleichen Fragen auf wie diesen Patienten? Sie wollen sicher wissen, wie es überhaupt zum Diabetes kommt und warum der Schweregrad so unterschiedlich sein kann.
Warum muss ich spritzen, während „die anderen“ Tabletten nehmen dürfen oder gar nur eine Diät einhalten?Warum muss bei meinem Kind schon ein Diabetes auftreten, während die Großmutter ihn erst mit 70 Jahren bekommen hat?Was sind das für Gefäßerkrankungen, die der Arzt immer erwähnt, wenn er auf die Wichtigkeit einer „guten Einstellung“ hinweist?Viele Fragen… suchen Antworten
Was ist überhaupt eine „gute Einstellung“, von der der Arzt spricht, wenn Blut- und Harnzuckerwerte sowie andere Untersuchungen zufriedenstellend ausgefallen sind? Warum wird so viel Wert auf das Körpergewicht gelegt? Ist es richtig, dass Diabetikerinnen heute Kinder bekommen können?
Und wie steht es mit der Lebenserwartung diabetischer Kinder und mit der Möglichkeit, dass Kinder von Diabetikerinnen ebenfalls einen Diabetes bekommen? Ist man als Zuckerkranker nicht ein Mensch zweiter Klasse? Darf man Sport treiben? Welche Berufe sind unerwünscht oder verboten? Dazu die Probleme mit der Diät und dem Insulin und …
So paradox es klingt: Auch bei den eigentlich nicht insulinabhängigen Typ-2-Diabetikern kann eine Insulinbehandlung notwendig werden. Obwohl sich der Patient seit Jahren nicht mehr so recht um ein niedriges Gewicht mühte, schien es plötzlich von selbst zu gehen. Binnen eines halben Jahres war das Körperfett weitgehend dahingeschmolzen. Allerdings waren die Blut- und Harnzuckerwerte dabei exzessiv hoch; sogar Azeton wurde im Urin festgestellt. Das genaue Einhalten der Diabetesdiät brachte dann trotz der Höchstdosis der „Zuckertabletten“ die Entgleisung nicht mehr zum Stillstand, nachts suchten quälende Nervenschmerzen die Beine heim.
Kurz gesagt: Auch bei Typ-2-Diabetikern kann der körpereigene Insulinmangel so weit fortschreiten, dass nur noch eine Behandlung mit Insulin, d. h. Spritzen, die vielen Probleme zu lösen vermag. Im Nachhinein bedauern nicht wenige Patienten, dass sie sich nicht schon wesentlich früher auf die Insulinbehandlung eingelassen haben, nachdem sie sich damit so viel besser fühlen.
Oft kommen diese Patienten mit ein bis zwei Spritzen täglich aus – im Sinne einer „konservativen“ Insulinbehandlung –, andere benötigen vier Spritzen, d. h. vor jeder Hauptmahlzeit und vor dem Schlafengehen, oder sie müssen intensiviert spritzen. Nicht selten erweist sich eine Kombination mit Blutzucker senkenden Tabletten als nützlich.
Der Diabetes kommt viel häufiger vor, als manche glauben. In den letzten Jahren sind die Zahlen fast epidemieartig angestiegen. Mehr als sieben Prozent der Bevölkerung, also von den 82 Millionen der in Deutschland lebenden Menschen gewiss ca. sechs Millionen, haben sich als Diabetiker mit diesen Problemen zu beschäftigen. Etwa 300.000 Menschen in Deutschland haben einen Typ-1-Diabetes, insgesamt mehr als 1,4 Millionen Menschen müssen täglich Insulin spritzen. Noch immer gibt es eine große Zahl unentdeckter Diabetiker, deren Anteil bei etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung liegen dürfte. Bei Reihenuntersuchungen auf Diabetes werden viele bislang unentdeckte Patienten erfasst und der Behandlung zugeführt („Zufallsdiabetiker“).
Interessant und wichtig ist, dass wohl weitere 15 Prozent, also etwa zusätzlich 12 Millionen Mitbürger, einen „versteckten Diabetes“ haben, den die Ärzte als „pathologische Glukosetoleranz“ bezeichnen. Dabei handelt es sich um eine Frühform des Diabetes (meist Typ-2-Diabetes), die nur mit bestimmten Tests, also z. B. mit einer Zuckerbelastungsprobe, zu entdecken ist.
„Volkskrankheit Diabetes“ – dieser Bezeichnung kann man angesichts der weiten Verbreitung der Erkrankung uneingeschränkt zustimmen.
Dennoch: Es gibt es kaum eine Krankheit, die sich bei rechtzeitiger Entdeckung so gut behandeln lässt wie gerade der Diabetes! Voraussetzung ist das Wissen um die Probleme, die sich dabei ergeben. Doch Wissen allein reicht nicht – erst die richtige Anwendung bringt den Erfolg! Und die Ziele, die man sich setzt, müssen stimmen. Blutzuckerwerte nahe an der Norm sind am besten geeignet, um sich wohl zu fühlen und Folgeschäden zu vermeiden.
SELBSTHILFE
Lassen Sie sich nicht entmutigen
Haben wir nicht alle einmal in der Schule Dinge lernen müssen, von denen wir zunächst glaubten, dass wir sie nie beherrschen würden? So ist es auch mit dem Wissen um den Diabetes. Beim Diabetes handelt es sich um eine Krankheit, deren wichtigste Kriterien und Behandlungsmöglichkeiten der Laie innerhalb kurzer Zeit kennen lernen kann, wenn er sich darum bemüht. Die beste Möglichkeit dazu bieten strukturierte Gruppenschulungen.
Sie werden heute von vielen Schwerpunkteinrichtungen angeboten, die nach den Qualitätsrichtlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) arbeiten und speziell ausgebildete Diabetesberaterinnen DDG beschäftigen. „Das große TRIAS-Handbuch für Diabetiker“ aber ist der Begleiter vor, während und nach der Schulung – für alle Fragen, die mit Sicherheit immer wieder auftreten werden.
„Sie haben Diabetes.“ – Diese Diagnose trifft zunächst wie ein Schlag. Doch bald stellt sich für die Betroffenen auch die Frage: Was ist eigentlich Diabetes? Wie kommt er zustande? Und wie kann ich lernen, gut damit zu leben?
Warum habe gerade ich Diabetes? Unzählige Menschen hat diese Frage schon bewegt. Die Antwort, dass Diabetes eine erblich vorgegebene Stoffwechselkrankheit ist, befriedigt nur teilweise angesichts der Tatsache, dass sicherlich nicht alle Menschen mit erblichen Veranlagungen auch tatsächlich an einem Diabetes leiden.
Mittlerweile kennt man mehrere Dutzend von Erbkonstellationen, die das Auftreten eines Diabetes begünstigen. Für genauere Aussagen hinsichtlich der Erblichkeit müssen die beiden Hauptformen, nämlich Typ-1- und Typ-2-Diabetes, gesondert betrachtet werden. Allerdings existieren auch gewisse Zusammenhänge zwischen diesen beiden Diabetestypen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder und Enkelkinder von Typ-2-Diabetikern auch ein erhöhtes Risiko haben, einen Typ-1-Diabetes zu entwickeln.
Typ-2-Diabetes ist viel stärker erblich als Typ-1-Diabetes. Dies fällt besonders ins Auge, wenn man eineiige, d. h. erbgleiche Zwillinge mit Diabetes betrachtet. Handelt es sich um einen Typ-2-Diabetes, dann haben praktisch immer beide Zwillinge auch den Diabetes, wohingegen bei Typ-1-Diabetes nur in jedem dritten Fall auch der zweite Zwilling vom Diabetes betroffen ist. Ähnliches gilt auch für die Verwandten ersten Grades, also die Eltern, Geschwister und Kinder eines Diabetikers. Geht man von einem Typ-1-Diabetiker aus, dann beträgt das Risiko nur etwa drei bis fünf Prozent, dass bei diesen Verwandten wiederum ein Typ-1-Diabetes auftritt, bei Kindern Typ-1-diabetischer Väter zwischen fünf und sieben Prozent.
Geht man von Typ-2-Diabetikern aus, ist immerhin bei einem Drittel der Verwandten ersten Grades ebenfalls mit einem Typ-2-Diabetes zu rechnen, bei Töchtern von Typ-2-diabetischen Müttern sogar in jedem zweiten Fall. Natürlich gelten für Kinder, die von beiden Eltern erbliche Veranlagungen für Diabetes mitbekommen haben, höhere Risikozahlen, z. T. bis 60 Prozent.
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