Das Hanf- und CBD-Gesundheitskochbuch - Sebastian Vigl - E-Book

Das Hanf- und CBD-Gesundheitskochbuch E-Book

Sebastian Vigl

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Beschreibung

Die moderne Forschung und eine weltweit engagierte Bewegung ho-len eines der bekanntesten Heil- und Lebensmittel zurück aus der Ver-gessenheit. Die Autoren verfolgen dieses Comeback als Pflanzenheil-kundler, Gastronom und Köchin und Food-Bloggerin. In ihrem Buch erklären sie, wie die Heilpflanze Hanf und Wirkstoffe wie CBD (Canna-bidiol) gesundheitlich genutzt werden können. Sie zeigen, wie man CBD-haltiges Speiseöl selbst herstellen, welche kreativen und schmackhaften Gerichte man mit Hanf kochen und wie man die Hanf-pflanze als Heil- und Lebensmittel anwenden kann.Auswahl der Rezepte: Beerensmoothie mit Hanf | Hanf-Pancakes | Omas Käsekuchen mit Hanf | Sommersalat mit Hanf-Parmesan-Chips | Hanf-Risotto mit Pilzen | Lachs auf Hanf mit Ofenkartoffeln | Kokos-CBD-Schichtdessert.

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Seitenzahl: 116

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Entourageeffekt nutzen – Hanf clever kombinieren

CBD ist ein Teamplayer, am stärksten wirkt er in Kombination mit anderen pfl anzlichen Wirkstoffen. Diesen Effekt machen wir uns in diesem Buch zunutze, indem wir CBD-haltigen Nutzhanf mit einer von vier Heilpfl anzen kombinieren

Ergänzende Heilpfl anze zu CBD-haltigen NutzhanfAnwendungsgebietLavendelÄngste, Herzneurose, Hypochondrie, Lampenfi eber, Migräne, Nervosität, Phobien, Raucherentwöhnung, Reizdarm, Reizmagen, Schlafstörungen, somatoforme Störungen, UnruheHopfenAggressionen, Ärger, Ängste, Arthritis, Blähungen, Burnout, Fibromyalgie, Heißhunger, Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Migräne, Raucherentwöhnung, Regelschmerzen, Reizblase, Reizmagen, rheumatische Erkrankungen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Sodbrennen, Stress, stressbedingte Beschwerden, Stressessen, Verspannungen, WechseljahresbeschwerdenOrangenschaleAbwehrschwäche, Ängste, Blähungen, Burnout, depressive Verstimmung, Detox, Heuschnupfen, Infektanfälligkeit, Krebs, Migräne, Stress, TraurigkeitRosmarinArthritis, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen, Libidoverlust, Merkschwierigkeiten, Migräne, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Regelschmerzen

VORWORT

DIE GESUNDHEITLICHEN WIRKUNGEN VON HANFLEBENSMITTELN UND CANNABIDIOL (CBD)

Körper und Geist ganzheitlich unterstützen mit dem Endocannabinoid-System

Auf der Suche nach einer neuen Medizin

Der Mensch und die Hanfpflanze – eine turbulente Beziehung

Das Endocannabinoid-System: Wir produzieren cannabisähnliche Wirkstoffe

Der natürliche Wirkstoff Cannabidiol (CBD)

Das Comeback der Hanfpflanze

CBD unterstützt das Endocannabinoid-System

Die Wirkung von CBD auf andere Körpersysteme

Die Therapie mit CBD

CBD in die Ernährung integrieren

Mahlzeiten mit CBD-haltigem Öl anreichern

Über die Wirksamkeit von niedrig dosiertem CBD

Nahrungsmittel aus der Hanfpflanze

Hanföl

Hanfsamen

Hanfprotein und Hanfmehl

Nutzhanftee

Hanfblattpulver

Rezepte mit Hanflebensmitteln

Das CBD-Speiseöl anreichern mit dem Entourage-Effekt

Der Entourage-Effekt verstärkt die Wirkungen von CBD

So finden Sie die richtige Ergänzung für Ihr CBD-Speiseöl

Hopfen für mehr Entspannung und erholsamen Schlaf

Mit Lavendel gegen Angst und Unruhe

Orangenschale für gute Laune und starke Nerven

Rosmarin für mehr Konzentration und Wachheit

Das Endocannabinoid-System pflegen – die Wirkung von CBD verstärken

Massagen steigern unsere Anandamid-Spiegel

Rohkakao nährt das Endocannabinoid-System

Bewusstes Kauen für weniger Stress

Die Darmflora unterstützen

Den Kontakt mit belastenden Chemikalien reduzieren

Wichtige Hinweise für die Anwendung des CBD-Speiseöls

REZEPTE FÜR EINE GESUNDE HANFKÜCHE

CBD-Speiseöl und seine Varianten

Frühstück

Brot und Kuchen

Suppen, Salate und Snacks

Hauptgerichte

Desserts

ANHANG

Bezugsadressen

Internetseiten

VORWORT

Liebe Leserin, lieber Leser,

wahrscheinlich haben Sie schon manches über den Hanfwirkstoff Cannabidiol (CBD) gelesen und wahrscheinlich klang einiges davon vielversprechend. Vielleicht haben Sie sich gefragt, ob CBD auch Ihnen nutzen könnte und wie Sie es anwenden sollten. Wir, die Autoren dieses Buches, beschäftigen uns seit einigen Jahren mit den verschiedenen Wirkungen von Hanf und seinen Inhaltsstoffen wie CBD. Unterschiedliche berufliche Hintergründe und Interessen brachten uns mit der Hanfpflanze in Kontakt, wir haben uns ihr als Pflanzenheilkundler, als Gastronom und als begeisterte Köchin und Food-Bloggerin genähert.

Seit vielen Generationen wird Hanf als Lebens- und Heilmittel genutzt, durch die moderne Forschung verfügen wir heute über eine genaue Vorstellung darüber, wie diese Heilpflanze wirkt. Wir können nachvollziehen, wie ihre Inhaltsstoffe beschaffen sind und auf welche körperlichen Prozesse sie einwirken. Dieses Wissen erlaubt es uns, Hanfwirkstoffe wie CBD nicht nur effektiv und gut verträglich einzusetzen, es eröffnet uns auch Wege, die Wirkung von CBD zu optimieren.

In diesem Buch zeigen wir Ihnen, wie Sie Cannabidiol für Ihre Gesundheit nutzen und die Wirkung von CBD verstärken können. Dabei spielen neben diversen Hanflebensmitteln wie Hanföl oder Hanfmehl auch Empfehlungen für einen Lebensstil eine Rolle, denn damit können Sie das sogenannte Endocannabinoid-System stärken, über das CBD seine Wirkung entfaltet.

Sebastian Vigl ist Heilpraktiker in Berlin, als Heilpflanzenkundiger ist sein therapeutischer Schwerpunkt der Einsatz von Arzneipflanzen und deren Inhaltsstoffen. Daher verfolgt er mit großem Interesse die moderne Arzneipflanzenforschung, die zu mancher Wiederentdeckung vergessener Heilpflanzen führt. Hanf ist hierfür ein gutes Beispiel: Aktuelle Studien erlauben den zielgerichteten Einsatz von Cannabis und seiner Wirkstoffe wie CBD. Zusammen mit seiner Praxiskollegin Anne Wanitschek hat Sebastian Vigl bereits das Buch „Cannabis und Cannabidiol (CBD) richtig anwenden“ veröffentlicht, das mittlerweile in einer zweiten, aktualisierten Auflage erhältlich ist. In dem vorliegenden Buch ist er für das erste Kapitel zuständig, in dem er Ihnen die wichtigsten theoretischen Grundlagen näherbringt, die Sie für das heilsame Kochen mit CBD und Hanf wissen sollten.

Im praktischen Teil des Buches bekommen Sie viele Inspirationen, wie Sie CBD und auch andere Hanfprodukte mit wenig Aufwand in Ihre tägliche Ernährung integrieren können. Zentrale Bedeutung hat dabei unser CBD-Speiseöl, das Sie ganz einfach selbst herstellen können und das für die Rezepte verwendet wird. Diese vielfältigen Rezepte stammen von Nico Schack und Anne Brünnert. Nico Schack gründete 2019 das Café Canna – Berlins erstes Hanf-Café –, um dazu beizutragen, das Image der Pflanze wieder ins rechte Licht zu rücken. Anne Brünnert ist eigentlich Beraterin für Social Media und Webauftritte – steht aber auch gerne mal in der Backstube des Café Canna. Mittlerweile produziert das Team vom Café Canna in enger Zusammenarbeit mit Hanfbauern aus der Region hochwertige Hanf- und CBD-Produkte in seiner Manufaktur.

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre und viel Freude beim Kochen mit Hanf und CBD!

Sebastian Vigl, Nico Schack und Anne Brünnert

 

P.S. Mit dem Gutschein-Code: „Kochbuch“ bekommen Sie10 Prozent Rabatt auf Ihre erste Bestellung im Onlineshopdes Café Canna: www.cafecanna.de

DIE GESUNDHEITLICHEN WIRKUNGEN VON HANFLEBENSMITTELN UND CANNABIDIOL (CBD)

„Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein“, lautet ein Spruch des altgriechischen Arztes Hippokrates. Es ist nicht belegt, ob er das wirklich gesagt hat, woran jedoch niemand zweifelt, ist die Sinnhaftigkeit der Aussage. Mit unserer täglichen Ernährung legen wir den Grundstein für Gesundheit und Genesung. Ein wichtiges Heilmittel, das wir zum Nahrungsmittel machen können, ist die Hanfpflanze. Ihre Inhaltsstoffe wie CBD nähren und stärken entscheidende körperliche und geistige Prozesse, wovon sowohl Gesunde als auch Menschen mit Erkrankungen oder chronischen Beschwerden profitieren können.

Körper und Geist ganzheitlich unterstützen mit dem Endocannabinoid-System

In den letzten Jahrzehnten haben wir durch die Cannabis-Forschung nicht nur viel über die alte Heil- und Nutzpflanze Hanf erfahren. Wir haben auch einiges Neues über uns gelernt. Wussten Sie zum Beispiel, dass Sie gerade cannabisähnliche Stoffe in Ihrem Körper produzieren? Diese sind essenziell für Ihre Gesundheit und ein wichtiger Aspekt, damit wir die Heilkraft von Cannabiswirkstoffen wie CBD verstehen.

Auf der Suche nach einer neuen Medizin

Vieles, was die klassische Schulmedizin und selbst die Naturheilkunde heute anbieten, erlaubt oft nur ein oberflächliches „Herumdoktern“ an den Beschwerden. Bei Schmerzen können wir die für die Schmerzübertragung zuständigen Botenstoffe und Enzyme medikamentös blockieren. Wir können die Produktion von Magensäure hemmen, Entzündungen drosseln und Fieber senken. Dies kann Erleichterung verschaffen und Krankheitsverläufe bessern oder verlangsamen, doch ist es meist nicht mehr als das Glätten der Oberfläche, tiefer liegende Körpervorgänge bleiben unberücksichtigt und werden bisweilen sogar gestört. Wir behandeln unseren Körper und unsere Seele oft so, als würden wir einem schreienden Baby ständig nur den Schnuller reichen, ohne nachzusehen, ob es vielleicht wichtige Bedürfnisse hat, auf die wir eingehen sollten. Hauptsache, es ist ruhig. Viele Medikamente und Naturheilmittel werden der Komplexität von seelischen und körperlichen Abläufen nicht gerecht.

Daher sind Wissenschaftler*innen immer auf der Suche nach neuen ganzheitlichen Wirkstoffen. Diese sollen das Krankheitsgeschehen in seiner ganzen Komplexität erfassen und dadurch eine umfassende Heilung ermöglichen, bei der nicht nur der Körper, sondern auch die Seele gesundet. Um solch ganzheitliche Wirkstoffe zu finden, durchforsten sie entlegene Winkel der Erde nach unbekannten Heilmitteln und experimentieren mit neuen chemischen Verbindungen. Immer öfter endet ihre Suche nach einem neuen ganzheitlichen Heilmittel mit der Wiederentdeckung einer alten Medizin, mit der Wiederbelebung von alten Heilmethoden, die die Menschheit jahrhundertelang genutzt haben. Zu diesen Heilmethoden mit einer langen und erfolgreichen Tradition zählen zum Beispiel die Meditation, das Heilfasten oder die Pflanzenheilkunde.

Ganzheitliche Therapien wie die Pflanzenheilkunde haben oft eine lange Tradition.

Heilpflanzen zählen zu den ältesten Heilmitteln dieses Planeten. Noch lange bevor die Menschen sie für ihre Zwecke einsetzten, fraßen Tiere instinktiv spezielle Pflanzen, um sich zu kurieren. Wir vermuten heute, dass die Menschen seit mindestens 50.000 Jahren von Heilpflanzen Gebrauch machen, darauf lassen Grabbeigaben schließen, die bei einer Ausgrabung im heutigen Irak zum Vorschein kamen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass Menschen schon länger Heilpflanzen bewusst konsumierten. 99 Prozent ihrer Geschichte verbrachten die Menschen jagend und sammelnd, die Kenntnis der Pflanzenwelt war von entscheidender Bedeutung für ihr Überleben.

Als die Menschen sesshaft wurden, lernten sie die Pflanzen, die in ihren Siedlungen wuchsen, kennen und nutzen. Viele dieser Pflanzen fühlen sich bis heute in unserer unmittelbaren Nachbarschaft wohl, und so erstaunt es nicht, dass wir inmitten unserer Städte, auf Autobahnraststätten oder Spielplätzen eine unglaublich hohe Anzahl von Heilpflanzen finden. Auch rund um Ihr Haus würden Sie wahrscheinlich eine ganze Apotheke vorfinden. Wer sich damit näher beschäftigen will, dem sei das Buch „Gesund mit heimischen Heilpflanzen“ empfohlen, das Sebastian Vigl und Anne Wanitschek geschrieben haben. Darin sind zehn Heilpflanzen porträtiert, die überall in Mitteleuropa wachsen.

Viele unserer bekanntesten Heilpflanzen wachsen in unserer unmittelbaren Umgebung.

Auch in anderen Teilen der Erde lässt sich dieses Phänomen beobachten: Der Mensch lernte Pflanzen zu nutzen, die in seiner unmittelbaren Umgebung wuchsen. Einer der wohl bedeutendsten Begegnungen zwischen Mensch und Pflanze fand wahrscheinlich im heutigen Kasachstan statt: Von dort aus soll sich – meist mithilfe des Menschen – die Hanfpflanze ausgebreitet haben, die heute zu unseren wichtigsten Heilpflanzen zählt.

Der Mensch und die Hanfpflanze – eine turbulente Beziehung

Vielen Lokalnachrichten ist es immer wieder eine Meldung wert, wenn die Polizei eine illegale Cannabis-Anpflanzung entdeckt. Manchmal sind dies größere Plantagen in stillgelegten Fabrikhallen, Kellern oder auf Dachböden, manchmal sind es auch nur ein bis zwei Pflanzen auf einem Balkon oder in einem Garten. Cannabis-Anbau ist verboten, selbst für den Anbau von THC-armen Nutzhanf braucht man in Deutschland eine Sondergenehmigung.

Das war nicht immer so, es gab sogar Zeiten, in denen es verboten war, kein Cannabis anzupflanzen! Das galt zum Beispiel im England des 18. Jahrhunderts, wo ein Gesetz den Anbau von Hanf all denen vorschrieb, die die englische Staatsbürgerschaft erwerben wollten. Wer sich weigerte, hatte mit empfindlichen Geldstrafen zu rechnen. Zur gleichen Zeit konnte man im amerikanischen Virginia sogar ins Gefängnis kommen, wenn man sich weigerte, Hanf anzupflanzen. Diese strengen Vorschriften hatten gute Gründe, die Hanfpflanze war ein äußerst wertvoller Lieferant für verschiedene Wirtschaftszweige. Die robuste Hanffaser war zum Beispiel für die Herstellung von Tauen für die Schifffahrt notwendig und ein wichtiger Rohstoff der Textilindustrie. Bis ins frühe 19. Jahrhundert war es in Nordamerika sogar möglich, seine Steuern mit Cannabis zu bezahlen.

Hanf war zu Beginn der Neuzeit ein so begehrter Rohstoff, dass dies zu zwischenstaatlichen Konflikten führte, für die wiederum mehr Hanf benötigt wurde, denn die Fasern waren auch beim Ausrüsten von Armeen und der Flotte von Bedeutung. In dem amerikanischen Schiff U.S.S. Constitution wurden im frühen 19. Jahrhundert über 50 Tonnen Hanf gebraucht, das meiste davon für das insgesamt sieben Kilometer lange Tauwerk. Selbst im zweiten Weltkrieg spielte Hanf noch eine entscheidende Rolle, in den letzten vier Kriegsjahren produzierten amerikanische Bauern über 40.000 Tonnen Hanffasern für Kriegszwecke.

George Bush senior, der spätere Präsident der USA, verdankte diesen Hanffasern sein Leben, als er als junger Pilot im Zweiten Weltkrieg bei einem Einsatz notwassern musste: Sein Fallschirm bestand aus Hanffasern, und das Schiff, das ihn rettete, hätte ihn ohne Hanffasern wohl nicht rechtzeitig erreicht. Das konnte je-doch nicht verhindern, dass er später als CIA-Direktor und US-Präsident der Pflanze selbst den Kampf ansagte.

Hanf war nicht nur eine wichtige landwirtschaftliche Nutzpflanze, er hat auch eine lange Geschichte als Heil- und Rauschmittel. Als Heilmittel erlebte Cannabis in Europa und Nordamerika im 19. Jahrhundert seine Blütezeit, die Apotheken boten standardisierte Cannabismedikamente und meist auch eigene Cannabisrezepturen an. Zwischen 1850 und 1900 waren rund die Hälfte aller verkauften Arzneimittel cannabishaltige Medikamente, die unter anderem bei Schmerzen, Epilepsie, Migräne, Asthma und Rheuma eingesetzt wurden. Das wäre womöglich bis heute so geblieben, wenn es der Forschung gelungen wäre, die Hauptwirkstoffe von Cannabis zu isolieren. Doch erst 1963 entdeckte eine israelische Forschergruppe das Wirkprinzip von Cannabis, seine Anwendung war mittlerweile in den meisten Ländern der Erde verboten. Ab den 1930er-Jahren kam es zur weltweiten Illegalisierung der Hanfpflanze, viele Regierung sagten dem Cannabiskonsum und -anbau den Kampf an und machten damit auch die medizinische Nutzung schwierig.

Hanf war besonders in Kriegszeiten ein wichtiger Rohstoff.

Hanf war lange Zeit eine wichtige landwirtschaftliche Nutzpflanze und hat eine lange Geschichte als Heil- und Rauschmittel.

In den letzten Jahren hat sich die Haltung zu Cannabis deutlich verändert. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey sprachen sich 2019 42 Prozent der Deutschen für eine Legalisierung von Cannabis aus. Auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter fordert ein Ende des Cannabis-Verbots.

Das Image der Hanfpflanze hat sich in den letzten Jahren dramatisch geändert.

Die Debatte um die mögliche Entkriminalisierung von Cannabis hat dem Image der Hanfpflanze gutgetan. Es wird viel mehr über den möglichen Nutzen der Hanfpflanze statt über die möglichen Risiken diskutiert. Viele Menschen entdecken die vielseitige Anwendbarkeit und Wirkung ihrer Hauptwirkstoffe, der sogenannten Cannabinoide. Es gibt kaum einen essenziellen körperlichen Prozess, auf den sie nicht günstig einwirken können, zudem beeinflussen sie unsere seelische Gesundheit und können damit zu Recht zu den ganzheitlichen Heilmitteln gezählt werden. Dies gilt auch für den Wirkstoff Cannabidiol (CBD), dem wir uns in diesem Buch widmen. Um seine umfassende Wirkung zu verstehen, schauen wir uns das Endocannabinoid-System etwas genauer an.

Das Endocannabinoid-System: Wir produzieren cannabisähnliche Wirkstoffe

Wenn Sie mit anderen zusammenleben, kennen Sie das vielleicht: Sie halten die Wohnung in Ordnung, räumen auf, wischen Staub, waschen ab, und die Menschen in Ihrem Haushalt scheinen das nicht zu merken. Was Sie leisten, fällt erst auf, wenn Sie es einmal nicht mehr machen. In unserem Körper verhält es sich ganz ähnlich. Dort gibt es ein System aus Rezeptoren und Botenstoffen, das unzählige wichtige Prozesse in unserem Körper steuert, und lange war niemandem aufgefallen, was dieses System leistet. Erst vor 30 Jahren begannen Forschungsteams, schrittweise das endogene Cannabinoid-System zu entdecken. Sein Namensgeber sind die Cannabinoide, die Hauptwirkstoffe der Cannabispflanze, der Begriff „endogen“ steht für Prozesse, die im Körper stattfinden. Nach und nach zeigte sich, dass wir selbst cannabisähnliche Wirkstoffe produzieren, die sogenannten Endocannabinoide. Diese sind den Cannabiswirkstoffen nicht nur strukturell ähnlich, sie haben auch vergleichbare Wirkungen.

Die Cannabinoid-Rezeptoren.