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Ein kleiner Junge streifte mich fast mit seinem Dreirad. Ich konnte
gerade noch einen Schritt zur Seite machen. Der Blödian lachte.
»Können Sie nicht aufpassen?«, fuhr mich die Mutter an.
Ich ließ ihre Kleider in Flammen aufgehen. Dem Dreirad des Jun-
gen versetzte ich einen unsichtbaren Stoß, sodass es mit ihm unge-
bremst dahinraste und nicht mehr zu stoppen war.
Es war widerlich! In ganz Wien herrschte eine Menschenplage. Ich
glaubte, sie sogar zu riechen, diesen reinen, ekelerregenden Men-
schenduft ...
Asmodis teuflischer Plan ist aufgegangen. Aus Coco, dem »weißen
Schaf« der Familie Zamis, ist eine echte Hexe geworden! Doch
Asmodi wäre nicht der Fürst der Finsternis, wenn er nicht noch ganz
andere Pläne mit Coco hätte ...
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Seitenzahl: 126
Veröffentlichungsjahr: 2026
Cover
Inhalt
Was bisher geschah
DER TEUFEL IN MIR
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
mystery-press
Vorschau
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Impressum
Cover
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsbeginn
Impressum
Coco Zamis ist das jüngste von insgesamt sieben Kindern der Eltern Michael und Thekla Zamis, die in einer Villa im mondänen Wiener Stadtteil Hietzing leben. Schon früh spürt Coco, dass dem Einfluss und der hohen gesellschaftlichen Stellung ihrer Familie ein dunkles Geheimnis zugrundeliegt.
Die Zamis sind Teil der Schwarzen Familie, eines Zusammenschlusses von Vampiren, Werwölfen, Ghoulen und anderen unheimlichen Geschöpfen, die zumeist in Tarngestalt unter den Menschen leben. Die grausamen Rituale der Dämonen verabscheuend, versucht Coco den Menschen, die in die Fänge der Schwarzen Familie geraten, zu helfen. Ihr Vater sieht mit Entsetzen, wie sie den Ruf der Zamis-Sippe zu ruinieren droht. So lernt sie während der Ausbildung auf dem Schloss ihres Patenonkels ihre erste große Liebe Rupert Schwinger kennen. Auf einem Sabbat soll Coco zur echten Hexe geweiht werden. Asmodi, das Oberhaupt der Schwarzen Familie der Dämonen, hält um Cocos Hand an, doch sie lehnt ab. Asmodi kocht vor Wut und verwandelt Rupert Schwinger in ein Ungeheuer.
In den folgenden Jahren lässt das Oberhaupt keine Gelegenheit aus, gegen die Zamis-Sippe zu intrigieren. So verlangt Asmodi von Coco, einen gewissen Dorian Hunter für ihn töten. Es gelingt Coco, Dorian zu becircen – doch anstatt den Auftrag sofort auszuführen, verliebt sie sich in ihn. Zur Strafe verwandelt Asmodi Dorian Hunter in einen seelenlosen Zombie, der fortan als Hüter des Hauses in der Villa Zamis sein Dasein fristet.
In Wien übernimmt Coco ein geheimnisvolles Café. Sie beschließt, es als neutralen Ort für Menschen und Dämonen zu etablieren. Zugleich stellt sie fest, dass sie von Dorian Hunter schwanger ist. Coco, Michael und Toth bitten Asmodi um Hilfe gegen die Todesboten, müssen dafür jedoch jeweils ein wertvolles Pfand hinterlegen. Coco gelingt es, das Ungeborene im Totenreich zu verstecken.
Indessen ist Michaels Großtante Fürstin Bredica verstorben. Die Testamentsvollstreckung findet auf ihrer Temeschburg statt. Michael trifft dort seine uneheliche Tochter Juna wieder, die er der Fürstin übergeben hatte, um sie zur Hexe ausbilden zu lassen. In der Gegenwart bekämpfen sich die versammelten Erben gegenseitig. Am Schluss überleben außer Skarabäus Toth nur Michael, Thekla, Coco und Juna.
Unterdessen taucht in Wien der Dämon Baalthasar Zebub auf und behauptet, Michael, Thekla und Coco seien tot. Zurück in Wien, übernimmt Michael Zamis wieder das Zepter. Mit vereinten Kräften gelingt es den Zamis, Zebub zu vernichten. Dabei versichern sie sich der Hilfe einer Dämonin: Invidia. Die Neiddämonin ist eine der sieben Todsünden und entstammt dem Gemälde, das sich bislang verborgen im Café Zamis befand. Asmodi verlangt von Michael Zamis, Coco endlich zur Raison zu bringen – und tatsächlich: Bei der anschließenden Beschwörung gelingt es ihren Eltern und Geschwistern, Coco zu einer Hexe ganz im Sinne der Schwarzen Familie werden zu lassen ...
von Logan Dee
Meine Stimmung war nicht die beste, als ich das Café Zamis betrat. Schon auf dem Hinweg hatte ich mich zusammenreißen müssen, um meine schlechte Laune nicht allzu deutlich sichtbar werden zu lassen. Es hatte gereicht, um mehrere Verkehrsunfälle herbeizuführen, einen Notarztwagen gegen eine Mauer fahren zu lassen und einem älteren Herrn, der mir mit seinem Rollator nicht schnell genug Platz machte, einen Schlaganfall herbeizuwünschen. Einer Touristengruppe aus Deutschland, die mir auf der Mariahilfer Straße in die Quere kam, raubte ich das Kurzzeitgedächtnis, sodass sie lange nach ihrem Bus suchen konnten. Sie hatten Glück, so glimpflich davonzukommen, und ich hatte meinen Spaß dabei, ihnen zuzusehen, wie sie plötzlich völlig orientierungslos dastanden und sich fragten, was sie dort überhaupt machten.
Ein kleiner Junge fuhr mich fast mit seinem Dreirad an. Ich konnte gerade noch einen Schritt zur Seite machen. Der Blödian lachte.
»Können Sie nicht aufpassen?«, fuhr mich die Mutter an.
Ich ließ ihre Kleider in Flammen aufgehen. Dem Dreirad des Jungen versetzte ich einen unsichtbaren Stoß, sodass es mit ihm ungebremst dahinraste und nicht mehr zu stoppen war.
Es war widerlich! In ganz Wien herrschte eine Menschenplage. Ich fragte mich, wie ich es bisher ernsthaft hatte aushalten können, unerkannt unter ihnen zu leben. Und wie es meine Brüder und Schwestern aus der Schwarzen Familie nur aushalten konnten. Ich glaubte, sie sogar zu riechen, diesen widerlichen, ekelerregenden Menschenduft.
In der Menge nahm ich auch meinesgleichen wahr. Hexen, Vampire, schwarzblütige Dämonen aller Art. Sogar einen schleimigen Ghoul entdeckte ich in einer Seitengasse. Aber wir waren im Vergleich zu den Menschen wenige. Viel zu wenige. Außerdem hielten sich die anderen zurück, obwohl ich glaubte, auch ihren Hass und ihren Abscheu angesichts der zahlreichen Menschen um sie herum zu spüren. Sie verhielten sich still, folgten dem Gebot der Schwarzen Familie, keine unnötige Aufmerksamkeit zu erregen.
Kaum jemand schaute auf, nachdem ich das Café betreten hatte. Zumindest keiner der zahlreichen Gäste. Es widerte mich an, ein paar Menschen darunter zu sehen. Ich musste wahnsinnig gewesen sein, aus dem Café eine Begegnungsstätte für Dämonen und Menschen machen zu wollen. Wir waren so unterschiedlich wie Sonne und Mond, Tag und Nacht. Es passte einfach nicht zusammen.
Während ich mich in Richtung Theke bewegte, wuchs mein Unmut. Es war alles viel zu sauber! Welcher Dämon sollte sich hier schon wohlfühlen? Die Callas und Tschick lungerten auf ihren Stammplätzen herum. Tschick legte erstaunt die Stirn in Falten, während er weiter an seiner Zigarette sog. Die Callas zeigte ihre Überraschung offen. Sie quälte sich von ihrem Hocker, zögerte aber, mir entgegenzukommen.
»Was gaffst du so?«, rief ich zu ihr rüber.
Fassungslos verharrte sie.
Ich sah hinüber zu Karl. Mit einer Hand bereitete er gerade ein paar Tassen mit Mokka zu, während er mit der anderen den Automaten wienerte. Als er mich erblickte, erstarrte seine Hand kurz, dann putzte er weiter.
Ich blieb vor dem Tresen stehen. »Danke «, begrüßte ich ihn.
Er zog eine Augenbraue hoch und legte endlich das verfluchte Tuch zur Seite.
»Danke, wofür?«
»Für den rauschenden Empfang.«
Er sagte ein paar Sekunden lang nichts, dann bequemte er sich doch noch zu antworten. »Wir haben uns Sorgen gemacht und uns gefragt, wo du steckst.«
»Oh, und wie ich sehe, seid ihr nach wie vor voller Trauer und setzt alles in Bewegung, mich ausfindig zu machen.« Meine Stimme troff vor Hohn.
Nun kam die Callas doch herangewatschelt. Ich würde nie begreifen, was die Männer an der alten Schachtel fanden. Aber ich war ja auch kein Mann. Zum Glück. Andererseits brüstete sich die Callas damit, dass auch Frauen zu ihren Stammkunden gehörten. Widerliches Pack!
»Wo hast du nur die ganze Zeit gesteckt?«, fragte sie. »Wir haben versucht Justus auszuquetschen. Der Dämon in ihm ist uns leider unter der Hand weggestorben. Den armen Justus hat es dabei ebenfalls getroffen. Zum Glück hat Mirka das Behördliche geregelt, damit ...«
Ich unterbrach ihr Gerede mit einer brüsken Handbewegung. »Dieser Justus ist mir schnuppe. Unfriede seiner Seele.«
»Aber wir dachten ...«
»Es ist alles in Ordnung, so wie es ist. Ich habe einfach mal eine Auszeit gebraucht, das ist alles.«
»Coco!«
Ich fuhr herum und erblickte Juna. Juna war erst auf der Temeschburg in mein Leben getreten. Ich hatte erfahren müssen, dass sie meine Halbschwester war, hervorgegangen aus der Liaison meines Vaters mit ihrer Mutter.
Sie strahlte mich geradezu glücklich an. »Coco! Wo bist du nur gewesen? Ich bin so froh, dass du wieder da bist!«
Sie stellte das Tablett mit leeren Gläsern achtlos auf den Tresen und fiel mir um den Hals. Angenehm war mir das nicht.
»Schon gut«, sagte ich schließlich peinlich berührt und schob sie von mir. »Wie ich sehe, läuft hier ja alles ohne mich.«
Nun runzelte auch sie die Stirn und widersprach vehement: »Nichts läuft ohne dich, das weißt du doch. Wir haben das Café mit vereinten Kräften am Laufen gehalten. Aber zum Glück bist du jetzt wieder hier!«
»Soll ich jetzt vor dir auf die Knie fallen oder was?«, giftete ich sie an. Ihr Getue ging mir auf die Nerven.
Sie wich angesichts meiner Schroffheit einen Schritt zurück. »Ist ... ist wirklich alles in Ordnung mit dir, Coco?«
»Was soll mit mir nicht in Ordnung sein?«
»Du wirkst so ... anders.«
»Was kümmert es dich?«
Mit einer gewissen Genugtuung nahm ich wahr, dass sie verletzt wirkte. Ihr Lächeln war längst erstorben.
»Ich dachte ... dachte ...«
»Dachte, dachte!«, äffte ich sie nach.
Ihre Miene verhärtete sich. »Ich dachte, wir seien Schwestern, die ...«
»Wir sind aber keine eineiigen Zwillinge. Im Gegenteil, wir sind Stiefschwestern.«
Ich sah, dass ich sie nun wirklich getroffen hatte. Schön!
Ich ließ sie stehen und wandte mich an Karl. »Einen Gin Tonic. Aber im umgekehrten Verhältnis.«
»Willst du dich schon am Morgen betrinken?«
»Das lass meine Sorge sein. Außerdem solltest du dich ein bisschen mehr bewegen. Das Gläserputzen kannst du dir sparen.«
»Glaubst du, die werden von allein sauber?«
Ich hatte keine Lust, mich mit ihm auf eine Diskussion einzulassen. Sein Reinlichkeitsfimmel ging mir einfach auf die Nerven. Komisch, dass mich das nicht schon früher gestört hatte.
»Jedenfalls könntest du dich mehr im Service nützlich machen. Und das Lager könnte auch mal wieder aufgeräumt werden.«
Er schwieg beleidigt, während er mir den Gin Tonic – oder eigentlich war es ein Tonic Gin – mixte. Ebenso wortlos stellte er mir das Glas hin. Dann begann er erneut seine Gläser zu polieren.
Mir platzte der Kragen. »Schleich dich schon ins Lager!«, fauchte ich ihn an.
»Wenn du meinst ...«
Er warf das Trockentuch auf den Tresen, kam dahinter hervor und stolzierte mit beleidigter Miene an mir vorbei.
»He, wo willst hin? Ins Lager geht's in die andere Richtung!«
»Mir ist eingefallen, dass ich heute meinen freien Tag hab«, brummte er und verließ das Café.
Ich war sprachlos. Aber nicht machtlos. Ich würde Karl bei nächstbester Gelegenheit feuern, schwor ich mir.
»Du solltest ihn rauswerfen!«, hörte ich eine Stimme von oben.
Ich schaute zur Decke hoch und erblickte Vindobene. Er war kein richtiger Dämon, hatte aber einiges an Gemeinheiten drauf. Eigentlich mochte ich ihn, aber im Moment kam er mir gerade recht, um meinen Zorn über Karls unverschämtes Benehmen abzuladen.
»Misch du dich nicht ein!«, warnte ich ihn.
»Aber ich habe doch nur gesagt ...«
»Halt einfach dein vorlautes Maul. Außerdem siehst du verdammt beschissen aus!«
»Wie meinst du das?«, fragte er pikiert.
»Du warst schon mal größer, findest du nicht?«
Erschrocken schaute er an sich herab. Um schließlich festzustellen: »Du hast recht, Coco. Vor allem mein Gemächt ist geschrumpft.«
Vindobene ernährte sich ausschließlich von der Niedertracht und Bosheit seiner Umgebung, und er war tatsächlich kleiner geworden.
»Du solltest zusehen, dass nicht nur das wieder wächst«, riet ich ihm. »Jammerlappen kann ich nicht gebrauchen.«
Ich trank meinen Gin in ein paar Schlucken leer und nahm mir dabei Zeit für einen Rundumblick durchs Café. Mein Blick blieb auf einem Pärchen blieben. Menschgesindel! Seit ein paar Wochen lungerten sie jetzt schon Tag für Tag in meinem Café herum. Ich hatte sie bislang ignoriert. Es wurde allmählich Zeit, dass sie verschwanden.
Ich schlenderte lächelnd auf die beiden zu.
Er sah aus wie der typische Hipster: Dickrandige Brille, Kinnbärtchen und natürlich das obligatorische MacBook vor sich aufgeklappt stehen.
Seine Schickse sah nicht minder affektiert aus in ihrem wallenden Kleidchen mit Künstlermuster und den hochgetürmten Haaren. Wahrscheinlich Studenten, dachte ich.
Und hatte recht.
»Kann ich euch irgendwie helfen?«, fragte ich.
Beide glotzten mich freundlich an.
Wie Kühe, die nicht wissen, dass man sie irgendwann schlachten wird. Vielleicht schneller, als sie glauben.
»Hi, ich bin Mike«, stellte sich der Jüngling vor.
»Und ich bin die Dana«, strahlte mich das Mädchen an, als müsste ich ihr einen Orden für ihren dämlichen Namen verleihen.
»Ich studiere Soziologie und arbeite an meiner Bachelorarbeit. Ich habe das Thema ›Die Wiener Caféhäuser als Soziotop urbaner Strukturen‹ ...«
»Und ich helfe dem Mike dabei«, ergänzte das Mädchen.
»Schön für euch«, sagte ich. »Aber ab sofort sucht ihr euch ein anderes Café für euren Sozioquatsch aus, verstanden?«
Das Lächeln erstarrte auf ihrem Gesicht.
»Aber ... warum?«, stammelte Ziegenbärtchen.
»Sie können uns nicht einfach rauswerfen«, beharrte die freundliche Helferin.
»Doch, kann ich.«
»Und ... und wenn wir ...«, begann der Hipsteraffe.
»Du meinst, wenn ihr euch weigert?« Ich grinste, denn darauf hatte ich gewartet.
Der spezielle Zauber des Cafés bewirkte, dass die menschlichen Gäste meine dämonischen Freunde nicht als solche wahrnahmen. Für sie sahen sie wie gewöhnliche Menschen aus.
Ich sorgte dafür, dass für die beiden der Blendzauber in sich zusammenfiel.
Das Mädchen kreischte vor Entsetzen. Der Junge stürzte sich zu Boden und verkroch sich unter dem Tisch. Die Vampire, Werwölfe, Aufhocker und all die anderen Dämonen hatten ihren Spaß und feixten. Sie ahnten, was ich mit den beiden anstellte. Die wenigen menschlichen Gäste schauten verwirrt zu uns herüber.
»Überlass die Schnecke mir«, bat ein Werwolf am Nebentisch. »Ich hab schon die ganze Zeit ein Auge auf sie geworfen.«
»Nicht hier im Café, Ludolf«, wie ich ihn zurecht. »Hinterher hetzt mir noch jemand die Polizei auf den Hals.«
»Apropos Hals«, mischte sich einer der Vampire ein. »Ihr Hals ist wunderschön. Viel zu schade, dass Ludolf ihn zerreißt. Ich würde nur ganz vorsichtig daran saugen ...«
Selbst ein Ghoul war heute unter den Gästen. Lüstern kroch er näher. »Ich würde mich gern der beiden annehmen«, schleimte er. »Auf meinem Friedhof wird sie kein Mensch jemals finden. Vermoderte, von Würmern befallene Leiber sind etwas Wunderbares!«
»Sieh zu, das du auf deinen Totenacker zurückkommst«, zischte ich. Ich mochte keine Ghouls. Sie stanken wie die Pest.
Mike und Dana hatten die Feilscherei mitverfolgt. Das Entsetzen stand ihnen ins Gesicht geschrieben.
»Das ... das ist doch ein Scherz, oder?«, versuchte es Dana.
»Ich kann dich gerne Ludolf überlassen, wenn du meinst.«
»Oh ja, bitte«, bettelte der Werwolf. Sabber lief ihm die Lefzen herab.
Mike war noch immer unter dem Tisch. Er hatte zu schluchzen begonnen und zitterte am ganzen Leib. Auf seiner hellen Hose breitete sich ein Urinfleck aus. Seine Angst stachelte mich an. Eigentlich hatte ich vorgehabt, den beiden nur einen Schrecken einzujagen und sie laufen zu lassen. Nun aber entschied ich mich anders. Und Personal konnte ich immer gebrauchen.
»Nein, bitte nicht«, jammerte Dana entsetzt.
»Na schön, ich werde noch einmal Gnade vor Recht ergehen lassen«, gab ich mich scheinbar gnädig.
»Gnade vor Recht? Aber was habe ich denn getan?«
»Du bist auf der Welt«, sagte ich kalt. »Und das genügt.«
Sie sah mich mit ihren großen Kuhaugen an. Ich fing ihren Blick und dämonisierte sie. »Du wirst ab sofort mir helfen«, befahl ich ihr. »Ist das klar?«
»Ja.«
»Es heißt: Ja, Herrin!«
»Ja, Herrin!«
Der Jüngling sah fassungslos zu, wie seine Dana mir zu Willen war.
»Guck mich an!«, befahl ich.
Ich sah die Panik in seinen Augen. Lange würde er nicht mehr durchhalten. Menschen waren so weich und schwach! Ich dämonisierte auch ihn.
»Lass dir von Vindobene das Lager zeigen, und schaff da Ordnung«, befahl ich ihm.
»Jawohl«, antwortete er. Seine Stimme klang wie die eines Roboters. Sein Blick war starr.
»Jawohl, Herrin!«, klärte ich auch ihn auf.
»Jawohl, Herrin«, dienerte er.
Ich gab Vindobene, der interessiert näher gekommen war und von der Decke herabschaute, einen Wink. »Kümmere dich um ihn.«
»Jawohl, Herrin«, feixte er. Wollte er mich auf den Arm nehmen?
