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Entdecken Sie die revolutionäre Antwort auf die Frage, was Sie bei einer Erkrankung selbst für Ihre Gesundheit tun können! In Das heilende Feld zeigt der erfahrene ganzheitliche Mediziner Klaus-Dieter Platsch eindrucksvoll, wie Sie durch den Kontakt zu Ihrem innersten Heilkern – dem Heilenden Feld – Ihre Selbstheilungskräfte aktivieren und damit wesentlich höhere Heilungschancen erzielen können. Kraftvolle Meditationen helfen Ihnen, sich an dieses Feld anzuschließen und Ihre eigene Heilkompetenz zu entfalten, die mindestens ebenso groß ist wie die des Arztes. Zahlreiche Fallbeispiele illustrieren diesen revolutionären Neuansatz der ganzheitlichen Heilung und viele konkrete Übungen unterstützen Sie dabei, ihn erfolgreich in Ihr Leben zu integrieren. Nutzen Sie die Kraft des Heilenden Feldes für Ihre Gesundheit – sowohl zur Prophylaxe als auch im Falle einer Krankheit! Ein wegweisendes Werk, das Ihnen hilft, Körper und Geist in Einklang zu bringen und Ihr volles Heilungspotenzial zu entfalten.
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Seitenzahl: 410
Veröffentlichungsjahr: 2012
Klaus-Dieter Platsch
Was Sie selbst für Ihre Heilung tun können
Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG.
Was können Sie bei einer Erkrankung selbst tun, um gesund zu werden? Auf diese jeden Menschen betreffende Frage gibt es nun eine revolutionäre Antwort. Klaus-Dieter Platsch zeigt eindrucksvoll, wie man Kontakt zu seinem innersten Heilkern – dem Heilenden Feld – aufnehmen kann. Durch kraftvolle Meditationen schließt man sich an dieses Feld an und bewirkt dadurch eine wesentlich höhere Heilungschance.
Seine zwanzigjährige Erfahrung als ganzheitlicher Mediziner hat ihm gezeigt, dass die eigene Heilkompetenz des Patienten mindestens ebenso groß ist wie die des Arztes. Zahlreiche Fallbeispiele illustrieren diesen Neuansatz und viele konkrete Übungen helfen, ihn erfolgreich umzusetzen.
Die Tore der Heilung öffnen
Ein erster Überblick
Heilung ist immer möglich – aber nicht machbar
Jeder Mensch ist in seinem innersten Kern absolut heil und ganz
Heilbewusstsein und Heilendes Feld
Ihr subjektives Befinden und Ihre Selbstwahrnehmung sind der Schlüssel für einen tiefen Heilungsprozess
Wie Sie neue heilsame Einsichten und Einstellungen gewinnen können
Im Bewusstsein unserer ganzheitlichen Natur
Heilsein ist immer möglich – auch mit einer Krankheit
Die ganzheitlich spirituelle Natur des Menschen
Der Mensch von außen betrachtet
Das, was »ich« sagt
Lebensenergie
Alle Seinsebenen des Menschen sind miteinander verbunden
Der Mensch, vernetzt mit der Welt
Verbunden über Raum und Zeit hinaus
Krankheit und Leiden können alle Lebensbereiche betreffen
Heilung schließt alles mit ein und wurzelt im lebendigen Urgrund allen Seins
Der Mensch ist mehr als seine Krankheit
Ganzheitliche Medizin meint den ganzen Menschen
Ganzheitliche Medizin schließt auch die Schulmedizin mit ein
Die Gene als Schlüssel zu Krankheit und Heilung?
Der intelligente Organismus – intelligente Informationen im Körperfeld
Krankmachende und heilsame Informationen
Krankheitsunabhängige Selbsthilfegruppen zur Entfaltung der Selbstheilungskräfte
Sich von Krankheitsverläufen und Prognosen lösen
Sich nicht auf Krankheit reduzieren – Sie sind die Fülle des Lebens
Ein verborgener Schatz liegt in der Krankheit
Der Krankheit einen Platz im Leben geben – leben
Krankheitsgeschichte ist Lebensgeschichte – Heilungsgeschichte ist Lebensgeschichte
Krankheit gehört zur Ganzheit des Lebens
Krankheit verstehen – ohne Schuld und Interpretation
Sich dessen bewusst werden, was krank gemacht hat, ist ein Schritt in Richtung Heilung
Lebensgeschichtliche Stationen einer Krankheit
Keine Krankheit hat in sich selbst eine Absicht, sie birgt jedoch alles Potenzial, heil zu werden
Sind Sie ein Adler oder führen Sie das Leben eines Huhns?
Den tieferen Bedürfnissen des Lebens entsprechen
Wohin uns Krankheit führt
Heilung ist Wandel
Vom Kranksein zum Heilsein
Leben ist stete Veränderung – Stillstand heißt Krankheit und Tod
Im Atem dem Geheimnis des Lebens begegnen
Sie können viel mehr ändern, als Sie denken
Drei Möglichkeiten der Veränderung
Projektion
Leiden ist fast immer eine Frage unserer gestörten Beziehung zu dem, was ist
Mit der Krankheit gehen, nicht gegen sie
Veränderung im menschlichen Maß
Frei für Veränderung
Kleine Schritte
Heilung vorbereiten
Sind Sie bereit, gesund und heil zu werden?
Kleine Schritte gegen den Zweifel sind schon die halbe Heilung
Jedes Hindernis ist auch ein Tor
Erlernte Verhaltens- und Denkmuster bestimmen Krankheiten und Heilungsprozesse
Gefilterte Wahrnehmung
Bewerten und urteilen
Selbstbilder, die krank machen
Kernbotschaften am Boden der Selbstbilder
Unbewusste negative Botschaften der Kindheit fördern die Entwicklung von Krankheit
Niemand ist schuld an seiner Erkrankung und Sich-schuldig-Fühlen kann krank machen
Schuldgefühle schwächen die Selbstheilungskräfte
Die heilige Wunde
Trennende Annahmen über uns selbst
Angst ist eines der größten Krankheitsrisiken
Die Angst begrüßen
Die Angst ist auch ein Tor
Was die Angst alles bedeutet
Ängste leben in unseren Gedanken
Ängste sind wie Dias im Projektor
Angst auf dem Grund von psychischem und physischem Schmerz
Negative Annahmen über sich und die Krankheit lösen
Lieben ist die stärkste Heilkraft
Kraftquellen im Heilungsprozess
Die tiefste Heilung liegt in uns selbst
Jeder kleine Schritt ist ein Anfang
Vertrauen in jedem Moment
Immer sicher, getragen und gehalten
Keine Dogmen – eine wirksame Einladung zur Heilung
Keine Dogmen! Welche Freiheit!
Sich sicher und geborgen fühlen
Kraftquellen, auf die wir zurückgreifen können
Freude heilt
Lachen als Therapie
Freude – kreatives Potenzial und Richtschnur des Lebens
Im Teilen und Sich-Mitteilen liegt Heilkraft
Mehr Zeit für das ärztliche Gespräch
Heilung ist Kommunikation auf allen Ebenen
Heilsame Kommunikation bedeutet jedem Menschen und jedem Ding seinen Raum geben
Träume als Kraftquellen
Sich dem Neuen öffnen
Mit den Talenten wuchern
Schöpferische Visionen im Heilungsprozess
Heilungsintention und Ausrichtung
Alle Heilkraft des Universums
Um Heilung bitten
Danke, ich habe nichts zu klagen
Lieben ist Heilen
Gesund und heil sein ist innerer Frieden
Innerer Frieden schützt vor Kranksein
Auch dem Leiden einen Platz geben
Frieden bedeutet, die inneren Gegensätze vereinen
Schuld und Schuldgefühle versöhnen
Heilung liegt jenseits von richtig und falsch
Versöhnung geschieht in erster Linie in Ihnen selbst
Ich habe alles so gut getan, wie ich konnte
Den Rucksack der Geschichte abstellen
Resonanz und Synchronizität
Alles, was uns geschieht, gehört zu unserem Leben
Ich habe nichts gegen das, was ist
Sind meine Gedanken über mich, meine Krankheit, meine Heilung wahr?
Sie können wollen, was Sie haben
Das Heilende Feld
Heilung bedeutet Ganzwerdung
Heilsein geschieht innen – Therapien kommen von außen
Die heilende Kraft der Natur
Das Heilende Feld
Wie Gedanken und Glaubenssätze selbsterfüllend wirken können
Medizinische Festlegungen schränken die Heilungsmöglichkeiten ein
Zentrierte Ausrichtung auf Heilung
Das Heilende Feld im Menschen ist so weit wie das Universum
Heilung geschieht immer hier und jetzt
Heilung aus dem offenen Herzen
An gebrochenem Herzen erkranken
Authentisch, wahrhaftig, heil
Lieben – lebendige Heilkraft
Sich mit dem Herzen begegnen
Lieben ohne Muss
Sich einen Moment zurückstellen
Lieben gibt frei
Das tiefe Wesen des Menschen lieben
Gebet
Meditation
Heilsein im Sterben?
Die essenziellen Fragen
Wie soll Ihr Leben aussehen?
Was ist wirklich wesentlich?
Der Tod – eine Station des Lebens
Tod und Sterben in den Kulturen der Welt
Nahtod- Bewusstseinserfahrungen
Bewusstsein – weit über den rationalen Verstand hinaus
Kampf und Hingabe – Phasen einer tödlichen Erkrankung
Beistand im Sterbeprozess
Existenzielle Angst und existenzieller Schmerz
Wer sind Sie jenseits von Angst und Schmerz?
Begleitung im Sterben
Effiziente Schmerzbehandlung und Palliativmedizin
Unter welchen Umständen und wie lange ist Leben lebenswert?
Aus welcher Quelle entscheiden Sie Fragen um Leben und Tod?
Wenn Sie jemanden im Sterben begleiten
Das Unerledigte erledigen
Was sind Sie dem Leben »schuldig«?
Wenn Sie jemanden im Sterben begleiten, sorgen Sie gut für sich selbst
Das Wichtigste für den sterbenden Menschen ist, dass Sie da sind
Wenn die Seele sich löst, lächelt sie
Heilsein
»Einfachheit und Stille in jedem Moment.«
Heilsein wurzelt im Einfachen
In-sich-Ruhen und Auf-gabe
Anfängergeist
Achtsamkeit
Präsenz
Stille
Lieben
Zwischen Wissen und Nicht-Wissen
Frei sein
Nicht-Wissen, Alles ist möglich, Lieben
Unendliche Weite
Anhang
Übungen
Empfohlene Literatur
Kontakt
◊ Heilung In diesem Buch geht es um Heilung – um Ihre Heilung.
◊ Und Heilung ist weit mehr als nur die Wiedererlangung physischer oder psychischer Gesundheit.
◊ Heilendes Feld Ich möchte Ihnen in den folgenden Kapiteln helfen herauszufinden, was Sie selbst, wenn Sie krank sind und leiden, für Ihre eigene Gesundheit und Heilung tun können – Heilung, die als ureigene innere Kraft in Ihnen selbst angelegt ist und zu der jeder Mensch immer von neuem Zugang gewinnen kann. Diese Instanz im Menschen, die stets heil und unverbrüchlich ist, egal wie krank und leidend jemand auch sein mag, ist das Heilende Feld – Ihr innerster »Heilort«, der mit dem ganzen Universum verbunden ist.
◊ Inneres Heilungspotenzial Äußere Heilungsmethoden und Behandlungsmaßnahmen werden durch das Heilende Feld nicht unbedingt überflüssig, sie greifen aber erst wirklich, wenn alle Tore für einen tieferen Heilungsprozess aufgestoßen sind. So werden Sie in diesem Buch wenig über äußere Heilmethoden finden, umso mehr jedoch über Ihr eigenes Heilungspotenzial, das es zu entdecken und zu befreien gilt.
◊ Sie sind der/die Kompetente Sie werden feststellen, dass Sie selbst der kompetenteste Mensch für Ihre Gesundheit und Heilung sind. Sie können durch das Buch das Heilende Feld in sich selbst kennenlernen und damit die Fülle und grenzenlosen Möglichkeiten der Heilung.
◊ Inneres Wissen Das Buch führt Sie durch wichtige Wissensbereiche für Ihre Gesundheit. Der Schwerpunkt ist jedoch der Zugang zu Ihrem eigenen inneren Wissen – zu jener Weisheit im Menschen, die uns angeboren ist, die wir jedoch im Lärm des Alltags und durch die Betonung des Rationalen so leicht überhören.
◊ Übungen Sie finden im Folgenden auch eine Reihe von kleinen, einfachen Übungen, die Sie in heilsame und heilende Erfahrungen führen und Ihr Innerstes »freiputzen« und Krankmachendes umprogrammieren können. Denn fast jede Krankheit – wie auch jede Heilung – wurzelt primär im Bewusstsein (nicht gleichzusetzen mit rationalem Denken). Deshalb ist die Entfaltung eines heilenden Bewusstseins von größter Bedeutung für den Heilungsprozess. Alle Übungen dienen dem Zweck, wieder ganz und heil zu werden, sodass sich über das Bewusstsein Heilungsprozesse auch auf der physischen Ebene auswirken können.
◊ Patientenbeispiele In allen Abschnitten kommen Patientenbeispiele vor, um die jeweilige Thematik zu verdeutlichen und lebendig nachvollziehbar zu machen – und um Ihnen Mut zu machen, dass das, was ich beschreibe, auch tatsächlich möglich ist. Die Patienten haben sich gern mit Ihrer Geschichte für dieses Buch zur Verfügung gestellt, weil sie inzwischen wissen, in welcher Weise Heilungsprozesse geschehen können, die mit einem bloß materiell-organbezogenem Verständnis nicht möglich wären.
◊ Ganzheit Das Buch will Ihnen helfen, Ihr eigenes Heilungspotenzial wirklich kennenzulernen und daraus aus der Tiefe zu schöpfen. Heilung heißt ganz sein. Alles, was getrennt und abgespalten existiert, ist dem Krankwerden und dem Tode ausgesetzt. Heilung bedeutet, alles, was in Ihnen getrennt und abgespalten ist, wieder in sich selbst in lebendige Verbindung und Verbundenheit zu bringen – und das umfasst alle Seinsebenen des Menschen: den physischen Körper, die Gefühle, die Gedanken und das spirituelle Sein.
Sie können das Buch von vorn bis hinten durchlesen, können aber auch schauen, ob für Sie ein bestimmter Abschnitt gerade interessanter oder für Sie momentan wichtiger ist als ein anderer. Nehmen Sie sich mit dem Buch alle Freiheit; Gesund- und Heilwerden gedeihen am besten im freien Menschen – Freisein und Ganzsein stehen in einer Linie und bedingen einander.
Sie können das Buch auch in kleinen Portionen lesen, sich Zeit lassen. Sie können es auch mehrmals lesen. Beides hilft, dieser Öffnung zum eigenen Heilkern und zur bewussten Stärkung der Selbstheilungskräfte ausreichend Raum zu geben, damit sich das alles allmählich setzen und integrieren kann. Überhaupt ist Heilung ein Prozess – etwas geht fast unmerklich, aber stetig voran.
Es sind die kleinen Schritte, die uns auch auf der längsten Reise voranbringen. So versuchen Sie bitte auch, behutsam mit sich zu sein, auf Ihren eigenen Rhythmus und Ihr eigenes Tempo zu achten.
Denn Heilung ist auch immer ein Geschenk.
Im Zentrum Ihrer Heilung stehen Ihre eigenen Heilkräfte, sie zu fördern, um gesund zu bleiben, oder sie zu stärken, um bei einer Erkrankung wieder gesund zu werden. Heilung und Gesundwerden betrachten wir für gewöhnlich als einen Vorgang von außen. Wir gehen zum Arzt oder zur Ärztin, die uns behandeln und die Krankheit »wegmachen« sollen, nehmen vielleicht Medikamente, gehen zur Physiotherapie oder bekommen eine Strahlentherapie. So kennen wir es: dass wir etwas von außen bekommen, um wieder gesund zu werden.
Aber täuschen Sie sich nicht: Denn Sie sind der eigentliche Experte bzw. die eigentliche Expertin für einen wirklichen Heilungsprozess. Bei genauerer Betrachtung werden Sie nämlich entdecken, dass der wesentliche Teil der Heilung aus Ihnen selbst kommt. Ja, dass es sogar notwendig ist, darauf zu achten, dass medizinische Maßnahmen die eigene Heil- und Regenerationskraft nicht unterlaufen oder sogar außer Kraft setzen. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Es ist überhaupt nichts Falsches daran, sich medizinische Hilfe zu holen, doch weiß die Ärztin oder der Arzt im besten Fall über Ihre Krankheit, aber nicht über Sie als Person und Mensch Bescheid.
Die Entwicklung der modernen Medizin ist großartig – und sie hat sich bei allem Fortschritt vom Menschen entfernt. Der Mensch wird zum Patienten, der wie eine reparaturbedürftige Maschine betrachtet wird, die, wenn sie ins Stottern kommt, wieder mit neuem Schmieröl, ein wenig Zurechtfeilen oder mit einem neuen Ersatzteil zu flicken und in Gang zu bringen ist. Im Wesentlichen sieht die klassische Schulmedizin – wie auch weite Teile der Alternativ- und Komplementärmedizin – den Menschen als eine Ansammlung von Molekülen, Geweben und Organen, die, sollten sie nicht richtig funktionieren, mit medizinischen Methoden zu behandeln sind. Dass die Moleküle, Gewebe und Organe jedoch Teile eines ganzen, beseelten Menschen sind, dass deren Fehlfunktionen Ausdruck eines Ungleichgewichts im ganzen Menschen sind und dass meist auch emotionale und mentale Verknüpfungen mit den kranken Körperteilen bestehen, das findet keine oder nur wenig Berücksichtigung. Ebenso wenig wie Ihr gegenwärtiges Lebensumfeld und die allgemeinen Lebensbedingungen, die auch immer Teil des momentanen Gesundheitszustandes oder einer möglichen Erkrankung sind.
SCHULMEDIZIN
Konzept
Materiell-organisch, mechanisch, dualistisches Bewusstsein.
Akzeptiert keine der anderen Medizinkonzepte.
Beschreibung
Patient ist Objekt der Behandlung, Krankheit und Gesundheit sind kausale, lineare Ereignisse. Komplexe und systemische Prozesse werden kaum erfasst. Klassisches Raum-Zeit-Konzept. Bewusstsein ist ein Resultat des Gehirns.
Beispiele
Anwendung von chemisch definierten Medikamenten und chemisch-physikalischen Therapien. Operation, Bestrahlung, Medizintechnik.
ALTERNATIVMEDIZIN
Konzept
Bewegt sich zwischen einem materiell-organischen Konzept wie die Schulmedizin, jedoch mit anderen Methoden, und einem Körper-Geist-Seele-Konzept, dualistische Denkweise, grenzt sich als »naturheilkundliche Alternative« gegen die Schulmedizin ab und bekämpft sie nicht selten.
Beschreibung
Teils Objekt-, teils Subjektorientiert.
1. Naturheilkundliche oder nicht-schulmedizinische Methoden werden angewandt anstelle von Schulmedizin oder
2. ein erweitertes Menschenbild und Krankheitsverständnis ersetzt das schulmedizinische Verständnis. Bewusstseins- und energetische Konzepte bestimmen Diagnostik und Behandlung, die nicht immer im Sinne der klassischen Wissenschaften erklärbar sind.
Beispiele
1. Naturheilmittel, klassische Ordnungstherapie, Reiztherapien, Neuraltherapie, Krankenkassen-Akupunktur usw.
2. Homöopathie, anthroposophische Medizin, traditionelle Akupunktur und chinesische Medizin, ayurvedische Medizin, tibetische Medizin usw.
KOMPLEMENTÄRMEDIZIN
Konzept
Gleiche Grundkonzepte wie die Alternativmedizin, sie versteht sich jedoch als Ergänzung zur Schulmedizin, dualistisches Bewusstsein.
Beschreibung
Gleiches Verständnis wie Alternativmedizin; grenzt jedoch Schulmedizin nicht aus.
Beispiele
Naturheilmittel, klassische Ordnungstherapie, Reiztherapien, Neuraltherapie, Krankenkassen-Akupunktur usw.
GANZHEITSMEDIZIN1
Konzept
Holistisches Körper-Geist-Seele-Konzept. Versteht den Menschen und das Universum als Einheit.
Non-duales Bewusstsein.
Ganzheitsmedizin schließt Schulmedizin, Alternativ- und Komplementärmedizin mit ein.
Beschreibung
Aufhebung der Trennung von Subjekt und Objekt. Verlässt das materielle Weltbild zugunsten eines über Bewusstsein und Felder mit allem verbundenen Paradigmas. Heilung geschieht durch eine hinter allem wirkende geistige Kraft. Heilung ist nicht räumlich und zeitlich gebunden. Bewusstsein ist unbegrenzt in Raum und Zeit und so letztlich eins.
Nicht beschreibbar durch klassische Wissenschaftskonzepte, wohl aber z.B. durch die Quantenphysik, Feldtheorien und morphogenetische Felder.
Beispiele
Heilendes Feld, Korrespondenz mit den innersten Heilkräften, Heilung durch Wiederverbindung und Allverbundenheit. Aussöhnung mit allen Aspekten und Annehmen und Würdigung aller Aspekte von Körper, Geist und Seele. Selbstermächtigung im Heilungsprozess, Rückbindung auf das innere Wissen, Heilung aus dem Meer aller Möglichkeiten.
Es heilt.
All dies fließt in die Frage nach Heilung und Gesundwerden ein. Und für diese Fragen ist nicht der Arzt oder die Ärztin der Experte, für diese Fragen sind Sie selbst der kompetenteste Mensch, den es gibt. Denn letztendlich können nur Sie selbst die Hintergründe und Herausforderungen Ihrer Krankheit ergründen und wissen. Nur Sie selbst können in letzter Instanz den Weg bestimmen, wie Sie wieder gesund und heil werden wollen und können. Natürlich brauchen Sie auch fachkompetente Informationen der Ärzte und Therapeuten, selbstverständlich ist es notwendig, den Stand des medizinischen Wissens zu nutzen. Und das muss eingebettet sein in das, was Sie selbst als heilsam erachten. Eine medizinische Information darf nicht als Befehl missverstanden werden, sie sogleich auf die standardisierte medizinische Art und Weise umzusetzen. Sie müssen entscheiden, was Sie mit den Informationen machen, und heilsam kann nur sein, wenn Sie mit der Art der vorgesehenen Behandlung wirklich einverstanden sind. Das setzt voraus, dass Sie sich selbst und ihre Heilkompetenz mindestens genauso ernst nehmen wie die Kompetenz des Arztes. Denn gesund werden wir nicht allein durch die medizinischen Maßnahmen, sondern vor allem durch die Stärkung der eigenen Selbstheilungskräfte, die jeder Mensch – wie krank er auch sein mag – hat.
Der unverbrüchliche und unversehrte Kern im Menschen ist der Ausgangspunkt jeglicher Heilung. Nur ist er oft überschattet und überlagert, weil wir Heilung gar nicht oder nicht mehr für möglich halten. Meist weil wir uns an medizinischen Prognosen und scheinbar unabänderlichen Krankheitsverläufen mit dem starren Blick auf die Pathologie gewöhnt haben und so den vernichtenden Gedanken über die Unheilbarkeit einer Erkrankung oder über ihren tödlichen Ausgang uneingeschränkt Glauben schenken. Vor allem unsere Ängste und bei manch einem ein Lebenspessimismus blockieren leicht den Zugang zum inneren Heilkern.
Sie können jedoch die Tore für ein neues Heilbewusstsein öffnen, unter anderem, indem Sie krankmachenden Gedanken keinen Glauben mehr schenken und so wieder Zugang zu Ihrem eigenen inneren Heilwissen und Ihrem Heilkern bekommen. Es ist unendlich viel mehr möglich, als Sie denken, wenn Sie sich Ihrer selbst gemachten Begrenzungen bewusst werden und über sie hinauszugehen lernen. Dann öffnet sich ein Heilendes Feld in Ihnen – kein Ort, sondern ein innerer Zugang zur Gesamtheit aller Heilmöglichkeiten. Es ist ohnehin immer da, denn wie sonst könnten Heilungsprozesse ganz von allein in uns geschehen, ohne medizinische Intervention (nicht wenige geschehen auch trotz medizinischer Intervention).
Werden wir dieses Heilenden Feldes in uns gewahr, können wir mit einem ungleich tieferen Vertrauen auf die uns innewohnenden Heilkräfte und grenzenlosen Möglichkeiten bauen. Von unbegrenzten Möglichkeiten zu sprechen ist kein Schönreden oder eine Illusion; jeder Mensch kann es in sich selbst erfahren und überdies entspricht es den Erkenntnissen der Quantenphysik eines Max Planck, eines David Bohm oder eines Werner Heisenberg, die von einem Quantenfeld als einem Meer aller Möglichkeiten sprechen. Nur haben sich diese Erkenntnisse noch immer nicht in der etablierten Medizin herumgesprochen. Es ist längst überfällig, das alte materielle Weltbild, dem unsere konventionelle Medizin folgt, durch das neue Paradigma von Ganzheitlichkeit zu erweitern.
Das Heilende Feld ist ein Feld aller Möglichkeiten. Auf Krankheit und Heilungsprozesse bezogen ließe es sich mit einfachen Worten so ausdrücken: Was einmal gekommen ist, kann auch wieder gehen. Das Leben, und dazu gehören auch Krankheit und Heilung, ist niemals statisch, sondern alles unterliegt einem steten Wandel.
Alles, was Sie in diesem Buch an neuem Wissen erlesen können, knüpft immer an Ihre Erfahrungswelt an – richtet sich an Ihr eigenes subjektives Erleben und Empfinden. Heilung ist etwas zutiefst Subjektives, Persönliches. Meint immer den ganzen Menschen, nicht den Menschen als zu behandelndes Objekt. Deshalb sind auch die Wahrnehmung und Äußerung Ihres eigenen Befindens für die Heilung so wichtig, nicht nur die medizinischen Befunde. Letztere sind nicht unwichtig und werden auch berücksichtigt; für den eigenen Heilungsprozess jedoch und mit ihm für die Stärkung der Selbstheilungskräfte sind Ihr subjektives Erleben und Ihre eigene Einschätzung, Bewertung und Deutung von Beschwerden, diagnostischen Schritten und Therapiemaßnahmen unabdingbar notwendig.
Nicht selten sind wir mit einer Reihe von Beschwerden – teils auch heftigen – konfrontiert, ohne dass sie zu einer medizinischen Diagnose führen. Nach den objektiven Kriterien der konventionellen Medizin ist man dann nicht einmal krank, denn ohne Diagnose gibt es keine Krankheit und demzufolge auch keine Behandlungsmöglichkeit. »Tut mir leid, aber Sie haben nichts. Ich kann Ihnen nicht helfen.« In solchen Fällen werden die Menschen nicht selten aus reiner Hilflosigkeit als »psychosomatisch gestört« abgestempelt, was in der Regel heißt, dass man als Hypochonder oder Simulant angesehen wird.
Wenn Sie es aber mit einem Heilungsprozess ernst nehmen wollen, dann ist es wichtig, dass Sie Ihre Beschwerden und Symptome auch selbst ernst nehmen, sie als Anlass zum Nachforschen betrachten, was sie Ihnen möglicherweise sagen, wofür sie stehen mögen. Vielleicht weisen sie auf etwas hin, was Sie brauchen oder gebraucht hätten, wofür Sie durch äußere oder innere Umstände nicht ausreichend haben sorgen können: z.B. für mehr Schlaf, regelmäßiges Essen, weniger Stress, mehr Zeit für sich selbst, Klärung einer kritischen Situation, Klärung einer Beziehung usw.
Durch die innere Arbeit, die durch das Lesen und die verschiedenen Übungen dieses Buches wie von allein geschieht, gewinnen Sie neue, heilsame Einsichten und Einstellungen. Die Sicht ändert sich. Dass heißt nicht, dass Sie sich bessern müssen. Da möchte ich Ihnen von vornherein jede Illusion nehmen: Sie können gar nicht besser werden. Wozu auch? Sie sind ohnehin bereits das Beste für sich selbst und für die Welt, denn Sie sind so, wie Sie gemeint und gewollt sind. Das fällt Ihnen vielleicht schwer zu glauben? Sie hadern ein wenig mit dieser Sicht? Überprüfen Sie diesen Zweifel noch einmal, wenn Sie das Buch zu Ende gelesen haben.
Veränderungen kommen durch ein Öffnen für den natürlichen Wandel der Dinge. Und Wandel geschieht ganz von allein. Darum müssen wir uns nicht kümmern. Sie müssen also gar nichts tun – im Grunde nicht einmal die Übungen! Dennoch können Übungen helfen, sich der inneren Heildimension bewusst zu öffnen und sie so ein Stück weit aktiver einzuladen.
Wesentlich für einen tieferen Heilungsprozess ist, uns unserer ganzheitlichen, spirituellen Natur bewusst zu werden. Dazu gehört unter anderem die Anerkennung und Wertschätzung aller unserer Aspekte – des Körpers, der Gefühle, der Gedanken und unseres transpersonalen Seins. Nichts davon ist besser oder schlechter – alles zusammen sind Sie, macht Sie ganz.
Das medizinische Abspalten des Körpers vom Rest unserer Ganzheit ist in sich ein Akt krankmachender Trennung und vernachlässigt die Psyche und die spirituelle Dimension. Diese Abspaltung nehmen wir unbewusst oft selber vor. Wer beispielsweise vorwiegend im Kopf und seinen Gedanken lebt, vernachlässigt vielleicht die Bedürfnisse seines Körpers und möglicherweise auch sein spirituelles Leben. Wer nur Spiritualität leben will, steht nicht geerdet auf dem Boden des Lebens und vernachlässigt mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls einen wichtigen Teil seines Seins.
Am stärksten und widerstandsfähigsten sind wir Menschen, wenn wir ein in allen Aspekten weitgehend ausgeglichenes Leben führen. Dies hat sogar eine große Studie aus Heidelberg mit über 35000 Teilnehmern, die über zwanzig Jahre beobachtet wurden, sehr eindrücklich bestätigt.2 Um dieses Gleichgewicht und die Wertschätzung jeden Anteils von uns selbst geht es auch in diesem Buch: Es geht um Ganzheit – um Ihre Ganzheit.
In diesem Sinne gehört auch Kranksein zur Ganzheit. Wollen wir unsere Krankheit einfach nur loswerden, dann sperren wir einen im Augenblick sehr realen Teil unseres Lebens aus – und das ist Trennung, das Gegenteil von Ganzheit. Dieser im Grunde verständliche Versuch, die Krankheit loswerden zu wollen (»Doktor, nehmen Sie mir die Krankheit!«) führt vor allem bei lang dauernden und chronischen Krankheiten zu einem ständigen inneren Kampf gegen die Krankheit und damit gegen sich selbst – ein Kampf, der dem Heilungsprozess jegliche Kraft raubt.
Heilsein ist mehr als nur gesund oder frei von Symptomen sein. Das Empfinden von Heilsein stellt sich ein, wenn wir uns ganz und vollständig fühlen, wir uns im Einklang mit uns selbst und der uns umgebenden Welt empfinden, wenn wir uns lebendig spüren und dem Leben zugewandt sind. Das ist auch mit einer Krankheit oder mit Schmerzen möglich.
Nehmen Sie das nicht als einen Anspruch an sich. Ich möchte Sie ermutigen, jegliches Müssen zu hinterfragen und loszulassen. Heilwerden ist meistens das Gegenteil von Leistung, es hat vielmehr mit einem Sich-Öffnen zu tun. Heilung lässt sich nicht machen. Wir können Heilung einladen, und sie kann geschehen. Und wenn sie geschieht, können wir dafür danken. Und wenn keine Heilung geschieht, sondern die Beschwerden weiter bestehen bleiben oder die Krankheit sogar zum Tode führt, dann ist es das, was das Leben uns offenbart – etwas, das wir versuchen können, in aller Tiefe zu begreifen und anzunehmen.
Bitte verfallen Sie nicht der Vorstellung, versagt oder etwas falsch gemacht zu haben, wenn Sie nicht gesund werden, weil es in diesem Buch heißt, dass Heilung immer möglich sei. Möglich ja – aber eben nicht machbar. Vielleicht erweist sich gerade Ihre Krankheit auch als ein Tor, um zum Wesentlichen Ihres Lebens vorzustoßen, die Essenz des Lebens zu begreifen und sich Ihrer tieferen Natur, dem unsterblichen Leben überhaupt bewusst zu werden. Nicht selten erleben Menschen – oft im Nachhinein – eine Krankheit sogar als Geschenk, weil sie Ihnen möglich machte, an ihr zu wachsen und Einsichten und Fähigkeiten zu entwickeln, die ihnen sonst verschlossen geblieben wären. Denn zwangsläufig reißt jede schwerere Erkrankung den Menschen aus seiner Routine und führt auf diese Weise zu einer Neubewertung des Lebens durch eine immer tiefere Wahrnehmung der eigenen Ganzheit und des eigenen Heilseins.
Heilsein ist immer möglich – auch mit einer Krankheit. Heilsein bedeutet auch Aussöhnung – mit allem, vor allem aber mit sich selbst. Niemand ist ein schlechter Mensch oder ein Versager. Jeder ist in seiner Einzigartigkeit so gemeint, wie er oder sie ist. Allerdings schauen wir nur allzu oft mit einem uns selbst täuschenden und getrübten Blick auf uns und können uns so nicht wirklich sehen. In all unserer Schönheit und Lebendigkeit. In all unseren Facetten und unserer Originalität. Den Blick dafür frei zu machen ist auch ein Stück Heilung und Aussöhnung und bedeutet inneren Frieden. Wir lernen das, was ist, tief anzunehmen und uns so immer mehr am Geschenk unseres Lebens zu freuen, anstatt es hadernd und abwehrend abzuweisen. Das ist heilsam.
Dabei geht es gewiss nicht darum, sich etwas vorzumachen oder zu versuchen positiv zu denken, sondern wir schenken den begrenzenden Gedanken und Konzepten über uns, die Welt und unsere Krankheit keinen Glauben mehr und wenden uns dem Wesentlichen des Lebens zu. Und das Wesentliche ist sehr einfach. Vieles an Problemen und Schwierigkeiten, in die wir stets unendlich viel Kraft investiert haben, reduziert sich mit einem Mal. Wir werden frei für neue Ufer – heil zu sein, welche Form auch immer es annehmen will.
Gewöhnlich betrachten wir unseren Körper von außen. Und nicht anders macht es die Medizin. Wir definieren uns über das, was wir im Spiegel sehen: Das ist mein Körper, das bin ich. Ich bin groß oder klein, ich bin blond oder braun, dick oder dünn, robust oder schwächlich usw. Das ist natürlich nur der Blick auf die Oberfläche, hinter der aber noch viel mehr steckt.
Die Medizin hat viele Methoden entwickelt, um in den Körper vorzudringen, sein Inneres zu erkennen: über Endoskope, Ultraschall, Röntgen, Gewebeproben oder indem sie den Körper operativ öffnet und direkt hineinschaut. Gewebe können mikroskopisch oder biochemisch untersucht werden. Wir können sogar bis auf die Molekularstruktur und die Ebene der Atome vordringen und unsere Analysen durchführen. Letztlich bleiben wir damit auf der Ebene der Materie – auf der Ebene der Außenbetrachtung. Diese Herangehensweise ist durchaus wichtig und hat zu einem immensen medizinischen Fortschritt geführt – und sie bleibt die lebendige Dimension schuldig. Leben besteht nicht nur aus einer Ansammlung von Materiebausteinen, sondern da muss es etwas geben, das alles miteinander sinnvoll verbindet und zu einem lebenden Organismus werden lässt, etwas, das das Herz schlagen und uns atmen lässt. Dieses Etwas entzieht sich nach wie vor der direkten Kenntnis. Alles, was wir darüber zu sagen versuchen, bleibt reine Spekulation. Wir wissen es nicht – und doch sind wir seiner Existenz gewiss. Letztlich führt auch die Erforschung der Materie an diese Grenze des Wissens und weist auf das Mysterium, das der Quantenphysiker und Nobelpreisträger Max Planck, dessen Hauptwerk der Erforschung der Materie galt, mit den Worten beschreibt: »Ich bin fromm geworden, weil ich zu Ende gedacht habe und dann nicht mehr weiterdenken konnte.«
Die konventionelle Medizin bezieht sich weitestgehend auf die Erforschung und Funktionsweise der materiellen Ebene und hat keine Antworten auf Fragen der energetischen, geistig-spirituellen und ganzheitlichen Aspekte von Gesundheit und Heilung.
Das Wort Körper, lateinisch corpus, bedeutet eigentlich Leichnam, also toter Körper. Für den lebendigen Körper war früher das Wort Leib gebräuchlich, das uns heute etwas altmodisch anmutet. Doch es ist der Leib, um den es in einem Heilungsprozess geht. Denn Heilung findet nur im lebendigen, beseelten Körper statt – in der Ganzheit des Menschen, nicht in der toten Materie. Die medizinische Forschung gewinnt jedoch die meisten Erkenntnisse aus Experimenten mit toter Materie. Fragen wir den einzelnen Menschen, dann wird jeder übereinstimmend sagen, auch die Experimentatoren, dass er sich nicht nur als eine Ansammlung von Materie und Molekülen empfindet. Und dennoch wird in der konventionellen Wissenschaft so getan.
Das, was »ich« sagt, ist weit mehr als tote Materie. Das, was »ich« sagt, hat Empfindungen und spürt zum Beispiel Hunger und Durst, Wärme und Kälte, Unwohlsein und Behaglichkeit. Das, was »ich« sagt, hat auch Gefühle, Freude oder Trauer, Glück oder Wut. Ihnen sitzt die Angst im Nacken oder es läuft Ihnen eine Laus über die Leber. Das, was »ich« sagt, denkt auch. Mit unseren Gedanken fühlen wir uns am meisten identisch, sind wir am meisten ich. Das, was »ich« sagt, ist auch das, was liebt. Lieben und Leben sind so nah beieinander – nicht nur vom Wort her. Das Leben bekommt durch unsere Liebesfähigkeit eine Herzensqualität, die auch die Herzen anderer öffnet und uns tief seelisch miteinander verbindet. Das, was »ich« sagt, kann singen und lachen, schreien und weinen, sich auf sich selbst besinnen oder über sich selbst hinauswachsen. Und das, was »ich« sagt, wirft auch die Fragen nach dem Sinn des Lebens auf, kann sich selbst in einen größeren Kontext stellen und das begrenzte menschliche Sein in die zeitlose Ewigkeit ohne Grenzen weiten.
Wie viel mehr als Materie ist doch das, was »ich« sagt. Und das ist jeder Mensch in seiner wunderbaren Einzigartigkeit – auch Sie. Sie sind ein komplexes, göttliches Wesen aus materiellem Körper, aus Gefühlen, aus Gedanken und aus dem, was Sie lebendig macht. Und Sie überschreiten diese Person, die Sie im Spiegel sehen, durch Ihre Fähigkeit zu lieben, zu lachen, zu glauben und Sinn zu erfahren, weil all das Sie über sich selbst hinausführt und immer – ob bewusst oder unbewusst – mit dem ganzen Universum verbindet. Teilhard de Chardin hat einmal gesagt: »Wir sind nicht menschliche Wesen, die eine göttliche Erfahrung machen. Wir sind göttliche Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen.«
Die folgende Übung hilft Ihnen, sich in Ihrer Ganzheit, in allen Aspekten dessen, was »ich« sagt, zu erfahren. Sie können die Übung aber auch einfach überspringen und sie, wenn Sie wollen, zu einem anderen Zeitpunkt machen.
Nehmen Sie sich etwa eine halbe Stunde Zeit und sorgen Sie dafür, dass Sie nicht gestört werden. Stellen Sie gegebenenfalls den Anrufbeantworter an. Suchen Sie sich einen Platz im Haus oder in der Natur, der Ihnen angenehm ist, an dem Sie sich behaglich und geborgen fühlen, und setzen oder legen Sie sich bequem hin. Nun schauen Sie noch einmal bewusst an sich herab und nehmen Sie Ihren Körper von außen wahr. Versuchen Sie, einfach nur zu schauen, ohne zu werten und zu beurteilen. Es geht nicht um die Frage, ob Sie sich gefallen oder nicht, sondern darum, sich die Dimension des sichtbaren Körpers bewusst zu machen. Wenn Sie sich dabei ertappen, dass Sie Ihren Körper doch werten – zu dick, zu dünn usw. – , dann bitte ich Sie, freundlich und nachsichtig mit sich zu sein, sich nicht mit schlechten Gefühlen aufzuhalten, sondern einfach mit der Übung fortzufahren. Übung soll nicht Arbeit heißen; am besten ist es, wenn Sie spielerisch herangehen. Nichts hängt davon ab, ob die Übung gelingt oder nicht. In dieser Haltung können Sie auch das Leben leichter meistern – indem Sie es spielerischer nehmen.
Nun schließen Sie die Augen und atmen Sie dreimal tief ein und aus. Mit jedem Ausatmen versuchen Sie, alle Gedanken, Sorgen, Krankheitsprobleme, was auch immer, gehen zu lassen. Alles darf jetzt gehen. Wenden Sie dann Ihre Aufmerksamkeit weiter nach innen.
Richten Sie sie als Erstes auf Ihre Füße. Versuchen Sie, Ihre Füße von innen zu spüren. Nehmen Sie wahr, wie sie sich anfühlen. Vielleicht sind sie kalt oder warm, oder sie fühlen sich schwer an, oder Sie spüren ein Ziehen, ein Zwicken oder Schmerzen – was auch immer Sie spüren, ist recht und darf sein. Sie spüren das, was ist.
Versuchen Sie, das, was Sie spüren, nicht zu werten oder zu interpretieren wie »warme Füße – gut; kalte Füße – schlecht«. Das, was ist, ist. Kalt, warm.
Bleiben Sie eine kleine Weile bei der Wahrnehmung Ihrer Füße. Es kann sein, dass mit dem Spüren der Füße auch ein Gefühl auftaucht, z.B. Angst, Traurigkeit oder innere Unruhe. Schicken Sie das Gefühl nicht weg, sondern nehmen Sie sich Zeit dafür – es darf sein und einfach gefühlt und betrachtet werden. Die Gefühle, die beim Spüren Ihrer Füße hochkommen, sind offensichtlich mit dem Spüren Ihres Körpers verknüpft.
Und es können sich zum Gefühl auch Gedanken gesellen – Gedanken, die sich um das Gefühl ranken, sich mit ihm beschäftigen. Möglicherweise hat Sie das Gefühl an eine Situation in Ihrem Leben erinnert, eine Situation, in der das Gefühl schon einmal eine Rolle gespielt hat. Erlauben Sie sich, all das in Ruhe und Offenheit wahrzunehmen und zu betrachten.
Wenn Sie mit den Füßen fertig sind, gehen Sie weiter zu den Knien und wiederholen Sie dort dasselbe. Nehmen Sie sich auch für Ihre Knie Zeit. Sie verdienen Ihre Aufmerksamkeit genauso wie Ihre Füße, die Ihnen schon so viele Jahre dienen – zuverlässig, anspruchslos und bescheiden. Haben Sie ihnen jemals dafür gedankt? Jetzt ist die Gelegenheit dazu.
Sie können nun nacheinander von unten nach oben mit der Aufmerksamkeit durch Ihren Körper gehen, von den Knien zum Gesäß, zum Bauch, zur Brust, zum Rücken, zu den Schultern und zum Nacken, zum Kopf und zum Gesicht. Sie können auch Körperteile überspringen oder, wenn Ihnen die Füße als Erfahrung gereicht haben, bereits dort die Übung beenden. Auf welchen Körperteil auch immer Sie sich in der Übung konzentrieren, versuchen Sie sich, so intensiv es Ihnen möglich ist, auf die Erfahrung einzulassen: den inneren Leib zu spüren und gegebenenfalls auf begleitende Gefühle und Gedanken zu achten.
Am Ende der Übung atmen Sie noch dreimal tief ein und aus, bewegen Sie Ihre Arme und Beine, räkeln Sie sich etwas und öffnen Sie dann die Augen.
Was Sie in dieser Übung wahrnehmen können, ist nichts anderes als das Lebendige in Ihnen. So fühlt sich das Leben in Ihrem Inneren an. Sie können die verschiedenen Dimensionen, die in Ihnen existieren, bewusst erfahren: den Köper, die Gefühle und die Gedanken. Und vielleicht haben Sie auch wahrnehmen können, wie Leib, Gefühle und Gedanken miteinander verknüpft sind. Wenn Sie beispielsweise unter Schmerzen leiden, haben Sie vielleicht feststellen können, mit welchen Gefühlen und Gedanken die Schmerzen in Ihren Gelenken oder Muskeln verknüpft sind. Kein Aspekt von uns – Körper, Gefühl, Gedanke, Lebensfunke – existiert getrennt von den anderen. Alles ist miteinander verbunden und durchdringt sich gegenseitig. Alles ist Teil dessen, was »ich« sagt: die Körperempfindung, der Schmerz, das Gefühl, der Gedanke und das, was mich als Person überschreitet.
Das verbindende Element von Körper, Gefühlen und Gedanken ist die Lebensenergie. Die alten medizinischen Hochkulturen, wie die alt-griechische Medizin eines Hippokrates, die traditionelle Medizin Chinas, die ayurvedische Medizin Indiens, die tibetische Medizin oder das indianische Medizinrad, um nur einige zu nennen, hatten alle ein energetisches Verständnis. Die Lebensenergie wird bei den Chinesen als Qi bezeichnet, bei den Indern als Prana, im Hebräischen als Ruach usw. Es gab immer ein tiefes Wissen um die energetischen Vorgänge im Organismus des Menschen und des Kosmos – Ebenen, die nicht voneinander getrennt sind. Wenn Sie Ihren Körper von innen gespürt haben, dann haben Sie ein Empfinden für die Energie – Ihre Lebensenergie – bekommen. Kältegefühl ist ein Gefühl von kontrahierter, verlangsamter oder auch mangelnder Energie, spüren Sie Hitze, ist das Gegenteil der Fall. Wer ein Ziehen oder Schmerzen spürt, nimmt eine Verzögerung oder Blockierung des Energieflusses wahr, was wir oft intuitiv zu lindern versuchen, indem wir uns reiben und massieren, was die Energie wieder besser fließen lässt. Sie können also in der vorangegangenen Übung auch Ihre Energie spüren.
Wir sind komplexe Wesen, und jeder Aspekt unseres Daseins steht in lebendiger Kommunikation, Durchdringung und Bewegung mit den anderen. Nichts ist statisch. Die Energie unseres Körpers fließt, jeden Tag erneuern wir uns selbst, neue Zellen werden geboren, alte Zellen sterben. Alle paar Wochen werden unsere inneren Organe gänzlich ersetzt. Selbst die Zellen unseres Herzens und Gehirns sind innerhalb eines Jahres komplett ausgetauscht. Jeder Mensch ist innerhalb eines Jahres von der Ebene der Moleküle und Atome her betrachtet komplett neu, nicht mehr derselbe. Der Körper ist in steter Bewegung und Veränderung. Er fließt, so wie auch unsere Gefühle und Gedanken fließen – alles miteinander und ineinander. Unterbricht irgendwo der Fluss – die Kommunikation der Zellen, Gewebe, Organe, Gefühle und Gedanken –, dann sind wir aus der Balance. Das äußert sich oft eher diffus; wir fühlen uns dann plötzlich nicht gut – körperlich oder seelisch. Hält dieses Ungleichgewicht über einen längeren Zeitraum an, kann sich daraus auf der organischen Ebene eine Krankheit entwickeln.
Jede länger bestehende Krankheit wirkt sich zwangsläufig auf weitere Bereiche unseres Seins aus. Deshalb ist es zu kurz gegriffen, wenn die Medizin in erster Linie Gesundheit und Krankheit körperlich definiert und den Rest außer Acht lässt. Viele körperliche Gebrechen haben ihre Wurzeln in anderen Ebenen, resultieren aus ungeeigneten Lebensverhältnissen und Lebensbedingungen, aus schwierigen zwischenmenschlichen Beziehungen, aus Ängsten oder aus dem Gefühl der Einsamkeit heraus, dem Gefühl, ein getrenntes und isoliertes Wesen zu sein. Angst und Isolation zählen zu den Hauptursachen von Krankheit, wie aus neueren, einschlägigen Studien hervorgeht.3
Wenn Sie sich durch die Übung, Ihren Körper zu spüren, in Ihrer Vielschichtigkeit und in der Verknüpfung von Empfinden, Fühlen und Denken erfahren haben, werden Sie möglicherweise leichter verstehen, dass für einen tieferen Heilungsprozess – nicht für die bloße Reparatur – alle Ebenen des Seins gefragt sind. Sie sind eben mehr als nur Ihr Körper. Und Körper, Gefühl, Denken und spirituelles Sein existieren nicht voneinander getrennt.
Bislang ging es um das, was »ich« sagt. Gehen wir noch einen Schritt weiter. Der Mensch lebt nicht isoliert, sondern in einer ihn umgebenden Welt. Sie leben in einem Lebensraum, der Sie trägt und Ihnen zur Verfügung steht. In diesem Raum gibt es bestimmte Lebensbedingungen, die wir nur bis zu einem gewissen Ausmaß selbst bestimmen können. Vor allem in unserer zunehmend globalisierten Welt sind unsere Lebensbedingungen von vielen Faktoren außerhalb unserer Reichweite abhängig. Globalisierung erfordert auch eine globalisierte Verantwortung und Teilhabe aller Menschen an der Schönheit und den Schätzen unseres Planeten. Einige unserer Lebensbedingungen liegen aber durchaus in unserem Einflussbereich.
Zum persönlichen Lebensraum gehören die Menschen, mit denen Sie leben oder mit denen Sie, wie auch immer, zu tun haben. Da sind die Familie, die Lebenspartnerin, der Lebenspartner, Kinder, Freunde, die Menschen, denen Sie im Beruf, in der Nachbarschaft, in der Schule oder beim Einkaufen begegnen. All diese Mitmenschen gehören zu unserem Leben; wir teilen den Lebensraum mit ihnen, und sie nehmen zwangsläufig Einfluss auf unser eigenes Leben. Das, was »ich« sagt, erweitert sich in den sozialen Kontext hinein, in dem Sie stehen.
Nun könnte man glauben, die sozialen Beziehungen bestünden aus nichts weiter als einer Vielzahl individueller Personen. Jedoch wissen wir heute durch die Erforschung sozialer Systeme, vor allem durch die systemische Psychotherapie, dass alle Menschen eines sozialen Gefüges ein System bilden, das wie ein eigener Organismus funktioniert – wie Zellen, die ein Organ bilden. Jedes Mitglied dieses Systems ist dabei auf geheimnisvolle Weise unlösbar mit dem ganzen System verbunden. Das System selbst versucht, immer dafür zu sorgen, dass es als Ganzes so gut wie möglich funktioniert – was auch auf Kosten eines Teils geschehen kann. Das ist ein aus der Familientherapie bekanntes und gut belegtes Phänomen, das besonders in Familienaufstellungen sichtbar wird. So ist es nicht selten, dass ein Familienmitglied – Sohn, Tochter, Frau, Vater, Onkel usw. – krank wird, weil es für das Gesamtgefüge die beste Lösung zu sein scheint. Der betroffene Mensch wird dann stellvertretend für ein Problem innerhalb der Familie krank, damit die Familie als Ganzes nicht gefährdet wird – sonst könnte sie vielleicht auseinanderbrechen, wenn ein Familienkonflikt offensichtlich würde. Unbewusst schlüpfen Menschen in diese Stellvertreterrollen und werden dann körperlich oder psychisch krank.
Beziehungssysteme funktionieren auch über Entfernungen hinweg. Die Mitglieder eines Systems müssen nicht unbedingt in direktem Kontakt miteinander stehen. Diese Strukturen wirken sehr fein. Dass Beziehungen auch über große Distanzen, ohne direkten Kontakt, ohne Telefonate, ohne Briefe usw. wirken, weist auf eine Dimension jenseits von Raum und Zeit hin. Auf dieser Ebene steht jeder und jede zu jeder Zeit mit jedem in Verbindung. Deshalb müssen nicht immer alle Fragen, Probleme oder Zwistigkeiten mit den jeweiligen Personen selbst behandelt werden, dies kann durchaus auch auf einer inneren Ebene geschehen, was sich möglicherweise sogar als wirksamer erweisen kann. Denn in diesem Fall ändert sich etwas in einem selbst. Und das wirkt – auch über Entfernungen hinweg. In vielen Heilungsprozessen spielen z.B. Schuldfragen und Unversöhnlichkeiten eine Rolle, deren Aussöhnung zu den wesentlichen Komponenten einer tieferen Heilung gehört. Und in der Tat kann Aussöhnung geschehen, ohne dass der Mensch, mit dem Sie sich versöhnen wollen, Ihnen leibhaftig gegenüber stehen muss, sogar ohne ein einziges Wort oder einen einzigen Brief. Diese Dinge geschehen in uns und wirken über Raum und Zeit hinaus im gesamten Beziehungssystem. Und manchmal kann es auch anstehen, jemanden von Angesicht zu Angesicht um Verzeihung zu bitten. Das Leben lässt alle Möglichkeiten offen.
Auf der Ebene von Beziehungen und Systemen erfährt das, was »ich« sagt, eine bedeutsame Erweiterung. Aber nicht nur in Systemen, auch in sich selbst ist das Ich des Individuums weiter, als wir gewöhnlich denken. Sie sind nicht durch Ihre Körperoberfläche begrenzt. Das, was »ich« sagt, ist viel weiter als die körperliche Begrenzung. So sind z.B. Ihre Gedanken grenzenlos. Heißt es nicht: Die Gedanken sind frei? In Gedanken können Sie auf fernen Planeten weilen und ganze Galaxien durchkreuzen. Der Verstand kann sich dabei jedoch nur in den ihm selbst bekannten Bahnen seiner eigenen Vorstellungskraft bewegen. Ihre Gedanken reproduzieren in der Regel nur das längst Bekannte. Der einzig kreative Vorgang des Verstandes liegt darin, das bereits Bekannte immer wieder neu zu kombinieren.
Das, was denkt, kann aber auch die Grenzen des Verstandes überschreiten. So kann Ihnen Wissen zufliegen, ohne dass Sie über das entsprechende Gebiet bisher nachgedacht hätten. Sie haben eine Ahnung. Ahnen kommt aus einem Wissen jenseits des Verstandes. Das Wissen der Gedanken kommt aus dem Verstand, Ahnen kommt aus den Weiten des Universums. Das Universum birgt unendliche Intelligenz, von der Sie wie jeder Mensch ungetrennt sind, denn alles in diesem Kosmos steht miteinander in Verbindung. Nehmen Sie etwas von dieser universellen Intelligenz auf, erleben Sie es als Ahnung, als Intuition oder Inspiration. Ein Ein-fall ist wortwörtlich das, was aus dieser Dimension in unseren Verstand einfällt. Es ist ein Akt höchster Kreativität, wenn sich aus dem Meer aller Möglichkeiten etwas wirklich Neues in uns realisiert. Alle großen Erfindungen und Neuerungen unserer Welt waren und sind letztlich dieser Dimension, dem Zu-fall, dem Ein-fall, zu verdanken.
Der Verstand funktioniert seiner Natur gemäß trennend. Er unterscheidet und analysiert. Menschen mit einem dominanten Verstand sind seltener intuitiv und haben seltener Ahnungen. Der Verstand ist die Trennlinie zwischen dem begrenzten Wissen der Gedanken und der Weisheit des Universums. Die moderne Hirnforschung zeigt, dass das Gehirn schnelle Beta-Wellen produziert, wenn Sie denken, und langsame Theta-Wellen, wenn Sie durchlässig, intuitiv oder feinfühlig-sensitiv sind. Dieser langsame Wellenbereich entspricht der Hirnaktivität des Schlafes, in dem jeder Mensch auf natürliche Weise durchlässig für die andere Dimension ist – wohl einfach, weil wir im Schlaf nicht denken. So hat die alt-griechische medizinische Hochkultur vor 2500 Jahren für Heilungszwecke den Tempelschlaf entwickelt, weil die Patienten sich im Schlaf stärker mit den höheren geistigen Sphären verbinden können.
Feinfühligkeit und Sensitivität sind nicht etwa besonderen Menschen vorbehalten. Sie besitzen ebenfalls diese Fähigkeiten. Auch Sie haben vermutlich schon so etwas wie Ahnung erfahren. Fast alle Menschen sind mehr oder weniger sensitiv, d.h. feinfühlig. Bereits eine Wetterfühligkeit ist eine Art von Sensitivität, wenn wir einen bevorstehenden Wetterumschwung schon in den Knochen spüren. Die Wetterfühligkeit äußert sich hier auf der körperlichen Ebene. Warum wohl die konventionelle Medizin diese Art von Feinfühligkeit noch immer als nicht bewiesen und unwissenschaftlich belächelt und ablehnt, obwohl die Mehrheit aller Menschen tagtäglich diese Erfahrungen macht? Aber Wetterfühligkeit lässt sich eben nicht durch das Elektronenmikroskop oder biochemisch beweisen.
Viele Menschen nehmen ihre Sensitivität kaum noch wahr, weil sie entweder mit zu vielen Dingen des Alltags beschäftigt sind, als dass einmal ein stiller Raum von Durchlässigkeit entstehen könnte, und/oder sie ihren Wahrnehmungen aufgrund ihrer starken intellektuellen und aufgeklärten Konditionierung nicht mehr trauen. Fragen Sie einmal herum, so werden Sie erstaunt sein, wie viele Menschen z.B. von prospektiven Träumen, in denen sie bestimmte Ereignisse vorausgeträumt haben, berichten oder von Momenten der Hellsichtigkeit oder von Wahrnehmungen, die wir mit unseren fünf Sinnen gewöhnlich nicht haben. Nicht wenige Menschen kennen die Erfahrung, die Gedanken anderer lesen zu können; etwas, das geschieht, wenn man sich in andere Menschen einschwingen kann. Ahnungen, Sensitivität und Intuition wirken über Raum und Zeit hinaus. Eine Ahnung kann sich z.B. auf etwas, das auf einem weit entfernten Kontinent geschieht, beziehen und prospektive Sichtigkeit sieht Dinge voraus, die in der Dimension der linearen Zeit erst noch geschehen werden. In diesen Erfahrungen spürt der Mensch über Raum und Zeit hinweg. Auf dieser Ebene ist der Mensch mit allem, was existiert, aufs Innigste verbunden – zeitlos, immer, jetzt. Mit jedem Menschen, jedem Lebewesen, mit der Natur, der Erde, dem ganzen Kosmos. Jedes Atom des Universums weiß von Ihnen, und etwas in Ihnen kennt jedes Atom des Universums. Isolation ist Illusion. Sie findet nur im Kopf statt, wenn der Verstand Ihnen glauben machen will, dass wir voneinander getrennte Lebewesen seien. Das ist eine Täuschung, die Albert Einstein so beschreibt: »Der Mensch ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen, ein Teil, das durch Raum und Zeit begrenzt ist. Er erlebt seine Gedanken und Gefühle als etwas vom Übrigen Getrenntes – als eine Art optische Täuschung seines Bewusstseins.«
Nehmen Sie sich eine halbe Stunde ungestörte Zeit, setzen Sie sich bequem hin, spüren Sie einmal Ihrem inneren Leib nach und entspannen Sie sich. Machen Sie noch einen tiefen Atemzug und lassen Sie mit dem Ausatmen alles los.
Nun stellen Sie sich vor Ihrem inneren Auge einen Maibaum vor. Der Maibaum steht groß, kräftig und geschmückt fest in der Erde verankert. Von seiner Spitze hängen viele bunte Bänder in verschiedenen Farben herab. Sie selbst stehen mit anderen Menschen im Kreis um diesen Maibaum – mit Menschen, die Ihnen nah und wichtig sind – Familienmitglieder, Kinder, Eltern, Partner, Freunde –, und mit Menschen, die Sie vielleicht nicht kennen.
Jetzt stellen Sie sich vor Ihrem geistigen Auge vor, wie Sie gemeinsam mit den anderen zur Mitte gehen und sie alle das Ende eines der bunten Bänder greifen. Dann gehen Sie wieder gemeinsam mit den anderen, ein Band in der Hand haltend, auf Ihren Platz im Kreis zurück. Schlingen Sie es leicht um eine Hand und halten Sie es leicht gespannt.
Versuchen Sie jetzt die Spitze des Maibaumes zu spüren; vielleicht können Sie über dieses Zentrum die Verbindung mit allen anderen im Kreis wahrnehmen.
Stellen Sie sich vor, dass dieses Zentrum das in Ihnen verkörpert, was über all Ihre Vorstellungen und Konzepte, was über Sie als Person hinausgeht, etwas, das Sie vielleicht als universelle Weisheit, bedingungslose Liebe oder auch Einssein mit allem bezeichnen können. Spüren Sie dem nach, mit jeder Faser Ihres Seins, mit allen Sinnen, versuchen Sie, es nicht nur zu denken.
Wie fühlt es sich an, so mit jedem und jeder verbunden zu sein?
Wie reagiert Ihr Körper bei dieser Vorstellung?
Verändert sich etwas in Ihnen, beispielsweise Ihre Haltung, Ihr Muskeltonus? Vielleicht lassen die Schultern los? Was spüren Sie in der Herzgegend? Vielleicht taucht ein Gefühl von Wärme, von Geborgenheit oder Liebe in Ihnen auf? Was auch immer Sie bemerken, es ist in Ordnung.
Richten Sie nun noch einmal all Ihre Aufmerksamkeit auf das Zusammenlaufen der bunten Bänder an der Spitze. Fest auf der Erde stehend, sind Sie mit allen Menschen Ihres Lebenskreises verbunden, ja, mit allen Lebewesen überhaupt – eins mit allem.
Am Ende der Übung atmen Sie noch dreimal tief ein und aus, bewegen Sie etwas Hände und Füße und öffnen Sie die Augen.
Auch wenn diese Spitze, die das Einssein symbolisiert, in unserem Bild oben lokalisiert ist, so hat das Einssein letztlich keinen Ort. Es ist weder oben noch unten, weder außen noch innen, weder links noch rechts. Dieser Ort ist jenseits von Raum und Zeit, ortlos und zeitlos, ewig in jedem und jeder von uns. Einheit ist. Auf einer Ebene, die die Möglichkeiten unseres Verstandes überschreitet, die unser Herz aber ahnt, sind wir immer eins.
In all diesen Dimensionen spielt sich das Leben ab. Wir sind Menschen mit einem Körper, mit Gefühlen und mit Verstand, mit unserem Glauben und unseren Fragen, mit unserer Liebe. Und alles ist fließend miteinander verwoben. Und wir leben zusammen mit Menschen, mit denen wir unser Leben teilen. Als Menschen, die weit über ihre äußere Erscheinungsform hinausragen, die grenzenlos wie das Universum sind und auf dieser Ebene unbegrenzt über Zeit und Raum hinaus leben, eins mit jedem Atemzug. Auf diese Weise existieren wir in vielen Dimensionen und Facetten und sind gleichzeitig eins mit allem, immer verbunden und ungetrennt. Welch eine Freude!
