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Ausgangspunkt dieser Darstellung ist die Krisenerfahrung eines gewissen Herrn Z, der sich in einem schier unauflöslichem Kreislauf der Selbstverneinung bewegt. In dem Erleben von Herrn Z handelt es sich dabei nicht um sein eigenes Tun, sondern um etwas, das sich seiner bemächtigt. Herr Z erlebt sich als Opfer. Die folgende Darstellung geht von der Annahme aus, dass nur die Erfahrung und Akzeptanz der Selbstwirksamkeit für Herrn Z einen Zugang zum heilsamen Ja ermöglicht. Dieser Zugang scheint nahezu unmöglich. Nicht nur aus der Perspektive von Herrn Z, sondern auch durch ein medizinisches Denken, dass Herrn Z die Chance und die Aufgabe der Selbstwirksamkeit konsequent verweigert. Das, was medizinisches Denken als reaktive Depression mit manischen Schüben diagnostizieren mag, lässt sich auch nicht medizinisch beschreiben und verstehen. In Krisensituationen mit heftigen emotionalen Erschütterungen zeigt sich besonders deutlich, dass wir einer kognitiven und emotionalen Programmierung folgen, die unsere Vitalkräfte erschüttert. Hier wird die Ansicht vertreten, dass wir alle zwischen Lebensverneinung und Lebensbejahung pendeln. Herr Z durchleidet in dieser Darstellung exemplarisch die Gefangenschaft im Nein und die verzweifelte Suche nach dem Ja. Gibt es dabei eine gute Lösung? Nur, wenn wir akzeptieren, dass wir nicht umhin kommen, uns zu fragen, ob wir uns als Bejahende oder Verneinende formen wollen. Unsere Selbstformung findet immer statt, ob wir sie zu einer Aufgabe unserer Selbstwirksamkeit machen, ist der entscheidende Schritt zum heilsamen Ja. Dieser Schritt ist der allererste für eine dann folgende Klettertour in neue Höhen. Es ist kein leichter Weg. Der schwierigste Schritt ist der erste, der dazu beiträgt, dass wir uns dafür öffnen, die Kräfte der Bejahung anzunehmen.
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Seitenzahl: 44
Veröffentlichungsjahr: 2014
Worum geht es?
Ausgangspunkt dieser Darstellung ist die Krisenerfahrung eines gewissen Herrn Z, der sich in einem schier unauflöslichem Kreislauf der Selbstverneinung bewegt. In dem Erleben von Herrn Z handelt es sich dabei nicht um sein eigenes Tun, sondern um etwas, das sich seiner bemächtigt.
Herr Z erlebt sich als Opfer. Die folgende Darstellung geht von der Annahme aus, dass nur die Erfahrung und Akzeptanz der Selbstwirksamkeit für Herrn Z einen Zugang zum heilsamen Ja ermöglicht. Dieser Zugang scheint nahezu unmöglich. Nicht nur aus der Perspektive von Herrn Z, sondern auch durch ein medizinisches Denken, dass Herrn Z die Chance und die Aufgabe der Selbstwirksamkeit konsequent verweigert. Das, was medizinisches Denken als reaktive Depression mit manischen Schüben diagnostizieren mag, lässt sich auch nicht medizinisch beschreiben und verstehen. In Krisensituationen mit heftigen emotionalen Erschütterungen zeigt sich besonders deutlich, dass wir einer kognitiven und emotionalen Programmierung folgen, die unsere Vitalkräfte erschüttert. Hier wird die Ansicht vertreten, dass wir alle zwischen Lebensverneinung und Lebensbejahung pendeln. Herr Z durchleidet in dieser Darstellung exemplarisch die Gefangenschaft im Nein und die verzweifelte Suche nach dem Ja. Gibt es dabei eine gute Lösung? Nur, wenn wir akzeptieren, dass wir nicht umhin kommen, uns zu fragen, ob wir uns als Bejahende oder Verneinende formen wollen. Unsere Selbstformung findet immer statt, ob wir sie zu einer Aufgabe unserer Selbstwirksamkeit machen, ist der entscheidende Schritt zum heilsamen Ja. Dieser Schritt ist der allererste für eine dann folgende Klettertour in neue Höhen. Es ist kein leichter Weg. Der schwierigste Schritt ist der erste, der dazu beiträgt, dass wir uns dafür öffnen, die Kräfte der Bejahung anzunehmen.
Der Vulkan bricht wieder aus
„Jetzt reicht es mir! Das halte ich nicht mehr aus.“, wüten Herrn Zs Lippen die Worte ziellos in die Luft. Er stürmt aus dem Zimmer als würde er von einer unsichtbaren Kraft hinaus geschleudert. Seine Augen haben keinen Blick mehr für die be- und gewohnte Umgebung. Er sieht nur noch schwarz, sucht wie im Blindflug den Weg zur Ausgangstür. Seine Augen gesenkt, kündet das rote Gesicht von innerer Hitze. Der aufsteigende Zorn lässt den Puls schneller fliegen als der rasante Sinkflug des Adlers, wenn dieser sich auf sein Opfer stürzt. Nur noch weg will er, ganz, ganz schnell weg. Er stürzt aus der Tür, reißt sich im 3. Stock des Treppenhauses mit allem, was ihm noch an Selbstbeherrschung bleibt, zusammen. Dennoch: die Tür fällt lautstark ins Schloss, aber diese Phonstärke ist ein Säuseln, gemessen an dem, was innerlich an Vulkanischem in ihm tobt. Er schmeißt seinen Körper auf den Sitz vor dem Lenkrad seines Passats, startet mit laut aufheulendem Motor und fährt los. Den inneren Vulkan mühsam zügelnd, fährt und fährt und fährt er. Seine unbändige Wut kennt nur den einen Gedanken: „So geht das nicht mehr, ich will „da“ weg.“ Herr Z fährt drei Stunden ohne konkretes Ziel durch die Gegend. Man wird ihn hinterher vergeblich fragen können, was sich seinen zusammengekniffenen Augen während der Irrfahrt darbot. Die Eruptionen seines inneren Vulkans dampfen nach einigen Stunden allmählich etwas ab. Auf irgendeinem Parkplatz bleibt er stehen und kann die Welt nicht verstehen. Das Leben in seiner großen, geräumigen 180 qm Wohnung kann ihm keine Heimat mehr sein. Seinen Kopf nach vorne gebeugt, am Lenkrad Halt suchend, schleicht die Hitze des Vulkans sich allmählich aus ihm heraus. Eine Art Frösteln bemächtigt sich nunmehr seiner. Auf der Haut spürt er Feuchtes wie gefrorene Lava. Er weiß noch, dass er weg wollte. Ihm dämmert im Zustand der Entvulkanisierung, dass er keine Ahnung hat, wo er hin soll.
Die Episode von Herrn Z verweist auf gescheiterte Ausbruch- und Änderungsversuche, verzweifeltes Ringen nach Lösungen in schwierigen Beziehungssituationen, an Krisen in der Mitte des Lebens. Herr Z merkt, dass er etwas nicht mehr will, aber er weiß nicht, was er will. Er ist ein Gefangener von Wut- und Ohnmachtsgefühlen, die sein Erleben komplett dominieren. Stellen wir uns vor, dass Herr Z die geschilderte Situation nicht nur einmal, sondern viele Male durchlebt. Wiederholt macht er die Erfahrung, dass er etwas ändern will und es nicht schafft. Wütend haut er ab und fröstelnd kehrt er zurück. Wie lange wird er so weiter machen? Wird er viele Jahre, vielleicht sein ganzes Leben den Kreislauf von Wut und Ohnmacht durchlaufen? Wann wird er resignieren? Möglicherweise flüchtet er sich eines Tages in Alkohol und Apathie, vielleicht tobt sein Vulkan irgendwann nur noch auf Sparflamme, bis des Lebens Ende seine Sisyphusarbeit endgültig besiegelt.
Ganz offensichtlich fehlt es Herrn Z an dem Vermögen, eine wirklich gute Lösung zu finden. Weder gelingt es ihm, seine Situation in der Wohnung zu verbessern noch riskiert er den Schritt, aus der Situation herauszugehen. Herr Z ist in seinem Verharren im Problem zu seinem eigenen Feind geworden. Er gibt sich selbst ordentlich Kante, ohne dies auch nur ansatzweise zu merken.
Im Supermarkt der technisch-konsumptiven Hilfsangebote
Was könnte Herrn Z helfen, das Verharren im Problem zu überwinden und zu einer Lösung zu gelangen? Hilft eine Psychotherapie, ein homöopathisches Mittel, eine pharmakologisch-psychiatrische Behandlung, Yoga, Sport, …? Alle hier genannten Verfahren mögen Herrn Z - unter bestimmten Voraussetzungen – vielleicht helfen. Freunde und Bekannte, wenn er sie fragte, würden je nach persönlicher Einstellung, den Katalog der hilfreichen Methoden
