Das hungrige Herz - Beate Huppertz-Herrmann - E-Book

Das hungrige Herz E-Book

Beate Huppertz-Herrmann

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Beschreibung

"Die Pfunde an Deinem Körper spiegeln das Gewicht, das auf Deiner Seele liegt!" Dieses Buch zeigt Dir liebevoll den Weg zu mehr Selbstwert und zu Deiner Lieblingsfigur. Es gliedert sich in die Bereiche Symptome, Ursachen und einen ausführlichen Übungsteil. Durch neu entstandene Selbstliebe und Wertschätzung, werden Dein schlechtes Gewissen, Deine Scham und Dein Gefühl der Hilflosigkeit, wegen angeblicher Undiszipliniertheit sich auflösen und einem liebevollen Umgang mit Dir selbst, Deinem Körper und dem Essen Platz machen. Endlich Freiheit statt Selbstverurteilung. Es ist nämlich unser Herz, das hungert, wenn es ihm an Liebe, Vertrauen, Respekt und Aufmerksamkeit fehlt. Diesen Hunger mit Nahrung stillen zu wollen, kann nicht funktionieren, egal wieviel Nahrung es ist, man wird einfach nie satt. Die Gründe dafür liegen meist weit in der Vergangenheit, was aber nicht heißt, dass sie nicht veränderbar sind. Du hast ein gesundes und glückliches Leben verdient, denn Fülle ist unser Geburtsrecht. Leider halten uns viele alte Glaubenssätze davon ab, und die spüren wir in diesem Buch auf und lassen sie gehen.

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Seitenzahl: 267

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einführung

Wer bin ich eigentlich wirklich?

Selbstliebe – sag bedingungslos JA zu Dir selbst

Die wichtige Frage nach dem WARUM

Abschnitt 1 – Symptome

1.1 Die Entstehung von Süchten

1.2 Der Unterschied zwischen Heißhunger und emotionalem Essen

1.3 Arten von Essstörungen

Abschnitt 2 – Ursachen

2.1 Die un(ter)bewusste Angst vor dem schlank sein

2.2 Blockierende Glaubenssätze

2.3 Trauma

2.3.1 Entwicklungs- und Schocktrauma

2.3.2 Transgenerationales Trauma

2.3.3 Toxische Scham

2.4 Die Urwunde und die inneren Kinder

2.5 Ahnen – ohne Wurzeln keine Flügel

2.6 Kriegsenkel

2.6.1 Gefühle unerwünscht – die deutsche Mutter und ihr Kind

2.6.2 Frauengold

Abschnitt 3 - Lösungen

3.1 Systemisches Stellen – Familienstellen

3.1.1 Übung 2 Stuhl-Technik

3.2 Glaubenssätze

3.3 Hochzeit mit mir selbst

3.4 Klopfakupressur

3.4.1 Übung Lichtherz

3.4.2 Übung Emotionales Essen

3.5 Visualisieren

3.5.1 Übung Mein perfekter Tag

3.6 Meditation

3.6.1 Ahnenmeditation

3.7 Meine Geschichte mit dem Essen

3.8 AffOrmationen

3.9 Ziele erreichen – die Yvi Lee Story

3.10 Neuroplastizität

3.11 Die Strichmännchen-Technik

3.12 Waldbaden

3.12.1 Übungen Waldbaden

Nachwort

Vorwort

Ich begrüße Dich von Herzen zu meinem neuen Buch. Es baut an wenigen Stellen auf das Vorgängerbuch „Ich fülle mein Herz mit Liebe statt Nahrung“ auf, ist aber trotzdem ein in sich geschlossener Kosmos. Dieser Kosmos heißt „emotionales Essen und Selbstwertschätzung“ und besteht aus 4 Abschnitten: Einführung, Symptome, Ursachen, Tools & Übungen.

Beginnen möchte ich unsere gemeinsame Reise mit einer etwas ungewöhnlichen, aber sehr wichtigen Einführung. Ich lade Dich ein, mit mir zusammen herauszufinden, wer Du wirklich bist und eine neue Perspektive einzunehmen, mit der Du Dich, Deinen Körper und die Informationen im Buch betrachtest.

Und ich danke Dir jetzt schon von Herzen, dass Du Dich auf eventuell neue und vielleicht ungewohnte Sichtweisen einlässt.

Ich möchte mit diesem Buch nicht nur einzelne Aspekte betrachten, sondern den Kreis schließen, indem wir gemeinsam einen tieferen Blick auf die Ursachen des bei so vielen Menschen wenig ausgeprägten Selbstwertes werfen. Diesen Mangel halte ich für die Ursache aller Süchte.

Wir tauchen also tief in die Hintergründe hinein und schauen genau hin, an welcher Stelle unser Selbstwert geschmälert oder teils komplett vernichtet wurde. In meiner Arbeit habe ich oft bemerkt, dass wir das Problem viel schneller bearbeiten konnten, wenn bekannt ist, was diesen Schmerz oder unser Verhalten verursacht hat. Es macht uns offener für Lösungen. Zusätzlich werfen wir noch einen Blick auf die Wunde, die entstanden ist, als wir uns als Kind verraten haben. Verraten bei dem Versuch, das Kind zu werden, von dem wir hofften, dass unsere Eltern es lieben möchten.

Wir erkennen, dass uns oftmals gar nichts anderes übrig blieb, als den Schmerz zu verdrängen. Und zwar mit allen möglichen Mitteln, wie Süchten, dramatischen Beziehungen, Krankheiten und Ablenkungsmanövern, wie ständig an Essen denken, Extrem-Sport oder im Internet surfen. Hauptsache nicht zur Ruhe kommen und den Schmerz fühlen müssen.

Egal, wie gut der Schmerz versteckt und wie perfekt er von unserem inneren Wächter bewacht wird, er ist in unserem System gespeichert und das System vergisst NICHTS. Und wie die wunderbare Louise Hay einmal sagte:“ Wer sein Haus gründlich reinigen will, kommt nicht umhin zu schauen, wo der Schmutz ist!“

Eines der wichtigsten Themen in Sachen Ursachenforschung, das unbedingt in meine Arbeit einfließen musste, ist das noch gar nicht so lange bekannte Thema „Kriegskinder und Kriegsenkel“, nach den Büchern von Sabine Bode. Dadurch wurde endlich einer breiteren Masse bekannt, wie eng wir und unsere Generation mit den Erlebnissen unserer Eltern und Großeltern im Krieg verknüpft sind. So viele unserer heutigen Handlungen und Denkweisen resultieren daraus, dass wir von einer Generation aufgezogen wurden, die den Krieg selbst erlebt hat oder von Eltern erzogen wurden, deren Eltern im Krieg unglaubliche Gräuel erlebt haben und dadurch teilweise unfähig zu liebevollen Emotionen, Vertrauen, Bindungen usw. waren, geschweige denn dies weitergeben zu können.

Das konnte und kann gar nicht ohne Einfluss auf die nachfolgenden Generationen bleiben und somit ist es auch unsere Aufgabe, den Teufelskreis zu unterbrechen, nicht nur für unsere eigene Heilung, sondern auch für die Entwicklung und das Glück unserer Kinder und Kindeskinder. Ein erweiterter Blick auf ein mögliches Trauma wird vielen Lesern sicher ein Aha-Erlebnis schenken.

Im Rahmen der Ursachenforschung für emotionales Essen kommen wir auch nicht darum hin, uns die Blockaden im Alltag anzusehen, die uns davon abhalten unser Lieblingsgewicht zu erreichen, und zwar unbewusst. Wir hinterfragen also, was für uns der Vorteil an der aktuellen Situation ist. Das hört sich erst einmal verrückt an, da Du ja offensichtlich leidest und Dir mit Deinem Verstand nichts mehr wünschst als abzunehmen. Das können sehr unterschiedliche Gründe sein, wie z.B. eine bestimmte Entscheidung (Trennung, neuer Job, Partner kennenlernen usw.) jetzt nicht treffen zu wollen auf Grund verschiedener Ängste (Bindungsangst, Verlustangst…) und um sich vor der Entscheidung zu drücken (absolut unbewusst), indem man ein Gewicht hat, das davon abhält und als Entschuldigung dient.

Diese angeblichen Vorteile gilt es aus dem Unbewussten ans Licht zu holen, um das zu klären und zu erkennen, dass man all diese Vorteile auch ohne Übergewicht erreichen kann bzw. dass das Übergewicht Dich sogar letztendlich an der Erreichung hindert.

Emotionales Essen und Probleme mit Körper und Seele, das ist sooo viel mehr und vielschichtiger als Diäten, Sport, Kalorien zählen und Ernährungsberatung – es geht hier um Menschen, ihre Individualität, ihre Gefühle, Erlebnisse und ihre Träume.

Im 3. Abschnitt möchte ich Dir Lösungsansätze anbieten, da es nach dem Erkennen der Ursachen wichtig ist, Techniken, Übungen und Werkzeuge an der Hand zu haben, die Dich dabei unterstützen Dein neues Denken umzusetzen, und zwar langfristig und alltagstauglich.

Natürlich gehören zur Umsetzung all der Theorie effektive Übungen, damit Du nicht nur weißt, was zu tun ist, sondern es auch wirklich tust. Denn die meisten von uns sind Wissensriesen und Umsetzungszwerge, da möchte auch ich mich nicht von freisprechen. So wunderbar meditieren und visualisieren auch ist, wenn wir es nicht tun, kann es keine Wunder bewirken. Entwicklung ist immer eine Kombination aus dem richtigen Mindset und der Umsetzung im Alltag.

Als eine der effektivsten Methoden habe ich das systemische Arbeiten erlebt.

Durch meine zwischenzeitliche Ausbildung als systemische Aufstellungsleiterin (auch als Familienstellen bekannt) bin ich nach wie vor völlig beeindruckt von den Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben. Es gibt tatsächlich Themen, an denen wir Coaches und Therapeuten uns die Zähne ausbeißen, weil es irgendwie mit völlig verschütteten Kindheitserinnerungen oder sogar Themen in der Ahnenreihe zu tun hat. Themen, auf die man selbst gar nicht kommen kann, weil sie bestens gehütet wurden. Das sind zum Beispiel Familiengeheimnisse um eventuell verstorbene Geschwister, Abtreibungen, Straftaten, Selbstmorde usw., die unglaubliche Auswirkungen auf unser aktuelles Leben haben. Das sind dann solche Stellen in unserem Leben, an denen wir immer wieder straucheln oder in die gleiche Falle tappen – so, dass wir das Gefühl haben, fremdbestimmt oder von einer fremden Macht besessen zu sein. Und Fakt ist – so ist es auch, aber die sogenannte fremde Macht ist in uns selbst. Daher möchte ich Dir einen kleinen Einblick in diese Arbeit geben und die Möglichkeit, diese Technik zuerst einmal allein und von zuhause auszuprobieren, mit einer sehr effektiven Übung.

Systemische Aufstellung ist auch ein Teil meiner effektivsten Technik im Coaching, dem HERZklopfen. Zusammen mit einer bestimmten Klopftechnik gelingt es in vielen Fällen bereits in der ersten Sitzung einen Durchbruch zu erzielen, statt eine langwierige Therapie zu absolvieren.

Die Welt hat sich sehr verändert und benötigt dringend achtsame Menschen, neue Sichten auf gewohnte Dinge und jeden einzelnen von uns, der sie in die Welt trägt. Jedes Wunder ist möglich, wenn wir an Wunder glauben. Und daran, dass in unserem Leben noch so viel mehr möglich ist, als uns die alten Glaubenssätze bisher erlaubt haben.

Lass uns wie eine Pusteblume sein: Wenn man pustet, fliegen ganz viele kleine „Fallschirme“ mit einem Samenkorn los und lassen sich dann irgendwo nieder, um dort diesen Samen aufgehen zu lassen. Ein schöner Gedanke, wie ich finde.

Auch in diesem Buch nutze ich als Anrede wieder ein respekt- und liebevolles Du.

-lichst,

Deine Beate

Einführung

Wer bin ich eigentlich wirklich?

Eine Frage, die seit Tausenden von Jahren die Philosophen aller Kulturen beschäftigt. Schon die alten Griechen rieten den Menschen: Erkenne Dich selbst!

Ich beginne dieses Buch und unsere gemeinsame Reise ganz bewusst mit diesem Thema, weil es sehr wichtig für die Perspektive ist, mit der wir auf alles hier Folgende schauen. Eine Frage, die alle Bereiche des Lebens und unsere Sicht darauf sehr positiv verändert, wenn wir uns auf sie einlassen. Die Frage zeigt uns neue Prioritäten und ermutigt uns von außen nach innen zu gehen. Im Außen haben wir so viele Gedanken, die unser ICH in eine Schublade stecken. Gedanken, wie

ICH kann das nicht

ICH werde nicht geliebt

ICH bin zu dick

ICH bin sehr verletzt worden

ICH bin nicht gebildet genug, um…

ICH bin zu klein für…..

Sicher fallen Dir noch reichlich solcher Aussagen ein. Die gute Nachricht ist, dass die Auseinandersetzung mit der Frage „wer ich bin“ all diese Kämpfe in unserem Leben beenden kann. Wenn Du erkennst, wer Du wirklich bist, kann alles Überflüssige aus Deinem Denken verschwinden. Du erkennst, welche Dinge wirklich wichtig sind im Leben und vor Allem welche nicht. Sicher hast Du auch schon einmal erlebt, wie anders die Welt aussieht, wenn man sie aus einer anderen Perspektive sieht. Manchmal muss man nur einen gewohnten Fußweg aus der anderen Richtung gehen und entdeckt plötzlich so viel Neues. Und genau das bezwecke ich damit, mit dieser Frage das Buch zu beginnen.

Wenn wir erkennen, dass wir ein sogenanntes Zeugenbewusstsein haben, also uns eigentlich von außen betrachten, wie ein Beobachter, ändert sich ganz oft die Art mit uns selbst umzugehen ins Positive.

Solange ich mich mit meinem Beruf, der gesellschaftlichen Stellung, meinen Talenten, meinem Körper, meinen Freunden, meiner Frisur usw. identifiziere, wird es mir zwangsläufig schlecht gehen, wenn in einem oder mehreren dieser Bereiche etwas nicht stimmt (z.B., wenn ich denke ICH bin zu dick). Das hat dann einen sehr großen Einfluss auf meinen Selbstwert und setzt einen Teufelskreis in Gang. Wut auf mich, Wut auf meinen Körper, Wut auf verlockende Lebensmittel, Selbsthass wegen vermeintlicher Undiszipliniertheit – gefolgt von schlechtem Umgang mit mir, weitere Gewichtszunahme, Selbstbestrafung. Doch nicht nur Übergewicht, sondern auch Falten und der Alterungsprozess haben schon so manchen, der sich über seinen Körper identifiziert, in die Verzweiflung getrieben und waren dann der Auftakt für teils gruselige Schönheitsoperationen.

Wer bin ich also wirklich?

Hast Du Dir diese Frage schon einmal ernsthaft gestellt? Ich sage Dir ganz ehrlich, dass es mir nicht so ging, bis ich dann vor einiger Zeit mit der Nase darauf gestoßen wurde und nicht mehr drumherum kam. Und das ist gut so! Obwohl oder gerade, weil ich vor langer Zeit einmal das Hörbuch Wer bin ich und wenn ja wie viele gehört hatte, habe ich diese Frage danach immer als eine Sache der Philosophie, aber weniger der Psychologie betrachtet und mich nicht weiter damit beschäftigt.

Die meisten Leute, denen man diese Frage stellt, antworten darauf mit ihrem Namen, Beruf, gewissen Lebenseinstellungen usw.

Wie geht es DIR mit dieser Frage? Und zu welcher Antwort bist Du bisher gekommen?

Wer bin ich?

Bin ich vielleicht mein Körper, meine Gedanken, meine Gefühle, mein Name? Mit wem oder was identifizierst Du Dich? Das was Du im Spiegel siehst?

Sind es vielleicht Deine Beine? Das ist eher unwahrscheinlich, denn wenn ich an die wunderbare Autorin Silke Naun-Bates denke, die mit 8 Jahren beide Beine bis fast zur Hüfte bei einem Unfall verlor, sehe ich eine vollständige Frau und Mutter vor mir, mit ganz viel Lebensfreude, Lebensenergie und sehr wachem Geist.

Sind es vielleicht die Arme? Nein, die können es auch nicht sein. Wer Nick Vujicic kennt, den Amerikaner, der ohne Arme und Beine geboren wurde, wird mir das sofort bestätigen. Er hat heute eine wundervolle Frau, mehrere Kinder und begeistert die Menschheit mit sehr bewegenden Vorträgen und seiner unglaublich humorvollen Art. Es lohnt sich wirklich, sein Business LIFE WITHOUT LIMITS anzusehen. Der Name LEBEN OHNE BEGRENZUNGEN sagt sehr viel über ihn aus und auch darüber, wie wir durch unser Denken unsere Lebensqualität einschränken bzw. durch den stetigen Blick auf die Äußerlichkeiten einschränken lassen.

Selbst unser Herz sind nicht wir, denn sonst würden wir aufhören zu existieren, wenn uns ein fremdes oder künstliches Herz eingesetzt wird. Inzwischen tauscht die Medizin fast jedes Körperteil aus und egal was es ist und trotz all der Veränderungen, bleibst Du derselbe Mensch.

Sind wir vielleicht unser Verstand? Das ist etwas, was ich sehr lange geglaubt habe, aber für ihn gilt dasselbe wie für unseren Körper: Ich bin nicht mein Verstand/Körper – ich habe einen Verstand/Körper. Das ist ein wirklich großer Unterschied, denn mit Allem was wir meinen zu sein, identifizieren wir uns. Wir sind aber nur die Besitzer und Beobachter, nicht das Objekt selbst.

Oft wird in diesem Zusammenhang unser Körper mit einem Raumanzug verglichen, der es Astronauten ermöglicht auf fremden Planeten zu überleben. Genauso ist unser Körper die Möglichkeit für uns in unserem Leben zu agieren, zu laufen, zu riechen, zu schmecken, zu lieben, zu reden usw. Er ist ein Geschenk auf Zeit und unsere Aufgabe ist es gut mit ihm umzugehen, damit er seiner Aufgabe hier bestmöglich nachkommen kann.

Unser Körper ist auch vergleichbar mit unserem Auto, mit dem wir uns in dieser Welt bewegen. Wir kämen nie auf die Idee zu sagen, wir sind unser Auto. Denn wir wissen hier ziemlich gut, wir haben dieses Auto nur, wir sind es nicht.

Menschen mit Nahtoderfahrungen berichten fast alle davon, wie sie sich von ihrem Körper getrennt haben und sie konnten trotzdem anschließend genaustens wiedergeben, was sie dort gesehen, gehört haben und was während dieser Zeit im OP oder an der Unfallstelle vor sich ging.

Vielleicht bist Du inzwischen schon ein wenig ungeduldig und fragst Dich nun wirklich, wer Du denn jetzt eigentlich bist?

Bestimmt hilft Dir diese kleine Übung weiter:

Schließe die Augen und stell Dir bitte vor, dass Du völlig allein an einem Strand bist. Sieh Dich ganz genau an und merke Dir was Du siehst. Nun stelle Dir bitte in einigen Metern Entfernung einen riesigen durchsichtigen Behälter vor.

In diesen Behälter gibst Du zuerst Deinen Namen und die komplette Kleidung, die Du trägst. Danach Deine Haare/Frisur, Dein Makeup, Dein Aussehen und Alles, von dem Du denkst, dass die Außenwelt Dich so wahrnimmt.

Nun folgt Dein Auto, Dein Job, Dein Haus/Wohnung, Dein ganzer Besitz.

Dann trennst Du Dich von Deinen Rollen im Leben als Frau, Mann, Mutter, Vater, Geliebter, Ehefrau, Freund...

Als nächstes wirfst Du Deine Talente, Deine religiösen und politischen Ansichten und Deinen Charakter in den Behälter.

Als letztes ist noch Dein Körper übrig und auch er kommt in den durchsichtigen Behälter und schwebt dort mit all den anderen Dingen so vor sich hin. Und jetzt, wo all das was Dich vermeintlich ausmacht, sich ein paar Meter von Dir entfernt befindet, erkennst Du, dass Du all das nicht bist. Du bist der Beobachter, der der einiges davon erschaffen hat, aber Du bist nicht diese Dinge. Du betrachtest sie lediglich von außen. Was ich beobachte kann ich nicht sein.

Und als Beobachter kannst auch nur Du entscheiden, was von all dem dort im Behälter jetzt wieder zurück in Dein Leben kommen darf und was lieber nicht. Wähle weise, denn das ist eine sehr gute Gelegenheit die Dinge Deines Lebens zu überdenken. Sieh Dir mit Staunen an, was dort im Behälter so vor sich hin schwebt und mache es wie die Zen-Mönche. Betrachte es mit dem Gefühl von „AHA, das ist es also, von dem ich dachte, dass ich das bin!“

Es gibt auf die Frage WER BIN ICH keine Antworten, die man in Worte fassen kann. Mit unserem Verstand können wir sie nicht finden. Wir finden lediglich Antworten darauf, was wir nicht sind. Ich habe einmal dazu diese schöne Erklärung gefunden, die mich sofort berührt hat:

ICH bin ein leichtes, liebevolles, freies, friedlich schwebendes Feld Diesen Satz fand ich unglaublich befreiend für mich, diese Vorstellung nicht dieses eingeschränkte irdische Wesen mit all seinen Sorgen und Wünschen zu sein, sondern ein wundervoll vor sich hin schwingendes angenehmes Feld, in dem Gefühle, Menschen, Schmerzen, Freuden, Körper, Gedanken kommen und gehen, wie Wolken am Himmel. Dadurch fühlt sich gleich alles viel leichter an.

Ich bin nicht mein Körper. Mein Körper wurde mir geschenkt, um auf gute Art dieses Leben genießen zu können - ich kümmere mich bestmöglich um ihn, aber identifiziere mich nicht mit ihm. Denn dann würde Alles was ihm geschieht, selbst, wenn ich keinerlei Einfluss darauf hatte, meinen Selbstwert erniedrigen.

Wenn wir denken unser Körper zu sein, dann leben wir immer in der Angst, wenn dieser stirbt, werden wir auch sterben. Die befeuert eine der größten Ängste der Menschheit, nämlich die Angst vor dem Tod.

Durch die Identifizierung mit dem Körper, geraten wir in einen Zustand des Mangels, in dem wir denken, es gibt von allem nicht genug, und das Schlimmste was wir denken ist - wir seien nicht genug. Dieser Gedanke ist im Unterbewusstsein so vieler Menschen vorhanden und betrifft fast jeden unserer Lebensbereiche, vom Erfolg im Beruf bis zur Partnerwahl.

Wem das Buch „The Secret“ von Rhonda Byrne gefallen hat, den wird sicher interessieren, dass ihr neues Buch „The greatest Secret“ genau von diesem Thema handelt. Denn eines der größten Geheimnisse auf dem Weg zu einem leichten und glücklichen Leben ist es, sich von der Idee zu verabschieden dieser Körper zu sein.

Auch wenn sich das am Anfang sehr ungewohnt anhört und anfühlt (wir haben es schließlich viele viele Jahre anders gelernt) würde ich mich freuen, wenn Du bereit bist, Dich zumindest schon einmal auf den Gedanken einzulassen. Viel tiefer werde ich auch nicht in dieses Thema eintauchen, das kann das Buch von Rhonda sicher besser, denn es handelt ausschließlich davon.

Selbstliebe – sag bedingungslos JA zu Dir selbst

Viele Menschen trauen sich gar nicht, sich mit dem Thema Selbstliebe zu beschäftigen, denn viel zu groß und zu präsent sind heute noch die alten Glaubenssätze in den Köpfen, die dieses Wort mit Begriffen, wie Egoismus und Narzissmus in Verbindung bringen.

Das ist auch kein Wunder, da wir mit genau diesem Denken aufgewachsen sind. Wer kennt nicht die alten Sprüche aus unseren Poesiealben, wie z.B.: Sei wie das Veilchen im Moose, bescheiden sittsam und rein. Sei nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein!“ Oder noch drastischer: “Mädchen die pfeifen und Hühnern die krähen, sollte man beizeiten die Hälse umdrehn!“

Insbesondere den Mädchen wurde immer wieder vorgelebt und klargemacht, dass sie keine eigenen Bedürfnisse haben sollen oder diese „Flausen“ spätestens in der Ehe den Männern und Kindern unterzuordnen haben. Es gibt ein damals äußerst beliebtes Buch aus den 1960er Jahren, das heißt “Handbuch für die gute Ehefrau“ und das gibt sehr detaillierte und klare Anweisungen für das Zurücknehmen der weiblichen Bedürfnisse. (Ein Auszug davon steht in meinen 1. Buch, aber bei Google finden sich auch recht schnell Beispiele dieser gruseligen Tipps).

Aber auch die Bedürfnisse der Jungen, wie insgesamt der Kinder, waren zu dieser Zeit nicht gefragt. War ein Junge etwas zarter, wurde er gerne auf männlich trainiert: “Indianer kennen keinen Schmerz. Mädchen dürfen weinen, Indianer dürfen das nicht.“ In den 1960er Jahren, in denen auch ich geboren wurde, hatten Kinder keine Bedürfnisse zu haben, sondern zu gehorchen. Punkt!

So sind wir dann mit dem Gedanken aufgewachsen, dass die Bedürfnisse anderer Menschen IMMER Vorrang vor den eigenen Bedürfnissen haben.

Schon auf dem Spielplatz wurden wir dazu aufgefordert irgendeinem anderen Kind, das die eigenen Förmchen, Bagger, Puppen usw. von uns nutzen wollte, diese auch klaglos herzugeben – ansonsten war man kein gutes Kind. Angeblich sollte es dazu dienen uns zum Teilen und sozialem Verhalten zu erziehen, aber letztendlich diente es lediglich den Eltern, die auf diese Weise vor den anderen Eltern als gute Erzieher mit einem braven, gut erzogenen Kind dastehen wollten. Ob uns selbst das Herz brach, wenn wir den geliebten Bagger, den wir uns so lange gewünscht hatten, abgeben sollten, war allen egal. Und wenn wir weinten, wenn etwas kaputt zurückgegeben wurde oder gar nicht, wurde es uns als Lektion fürs Leben verkauft. Die einzige Lektion aber war die, dass unsere Wünsche und Bedürfnisse immer den anderen unterzuordnen sind, sonst ist man ein schlechter Mensch. Wie soll auf diesem Nährboden Selbstliebe und Selbstwertschätzung entstehen.

Wenn ich mir vorstelle, dass heute ein Fremder an meiner Tür klingelt und nach meinem Autoschlüssel verlangt, weil ihm gerade der Sinn danach steht mit meinem Auto in der Gegend herumzufahren, erscheint mir die damalige Vorgehensweise noch absurder.

Immer noch wird viel zu oft die Unterdrückung der eigenen Bedürfnisse damit gleichgesetzt, dass man ein guter Mensch ist. Die Wissenschaft und die Therapeuten kommen da zu ganz anderen Ergebnissen. Viele Menschen, die sich für andere aufopfern, tun das oft nicht nur aus reiner Nächstenliebe, sondern weil sie dafür etwas bekommen möchten, das ihnen fehlt - Liebe, Anerkennung, gesehen und gebraucht werden und sich wichtig und WERT-voll zu fühlen. Es ist immer eine Bedürftigkeit dahinter, wenn wir im Außen und von anderen Menschen etwas bekommen möchten, dass in uns selbst nicht vorhanden ist – Liebe und Wertschätzung.

Die wenigsten von uns sind in der Kindheit bedingungslos geliebt worden und handeln sehr oft aus einem schmerzhaften inneren Mangel heraus, statt wirklicher Nächstenliebe.

Wenn wir anderen helfen und/oder uns sozial engagieren, sollte das immer eine gesunde Balance aus Uneigennützigkeit und Egoismus sein. Es sollte nicht darum gehen sich ausnutzen zu lassen und sich selbst dabei aufzugeben. Daraus können nämlich bestimmte Krankheitsbilder entstehen.

Das passiert zum Beispiel, wenn diejenigen, für die wir uns aufgeopfert haben, nicht dankbar genug reagieren, wenn sie uns die erwartete Liebe und Anerkennung für unsere guten Taten verweigern. Dann wächst eine sehr schmerzhafte Enttäuschung und Riesen-Wut in uns heran. Selten richtet sie sich nach Außen, sondern in den meisten Fällen nach Innen. Als „guter“ Mensch sprechen wir dann nicht die vermeintlich so Undankbaren darauf an, denn dann wirkt unsere Hingabe ja nicht mehr selbst- oder bedingungslos. Nein, in den allermeisten Fällen fressen wir es im wahrsten Sinne des Wortes in uns hinein und richten die Wut gegen uns selbst und dort mutiert sie nach einer gewissen Zeit zu einer oder mehreren Krankheiten, wie z.B. Essstörungen und Krebs. Sehr oft auch zu den sogenannten Auto-Immunkrankheiten, was bedeutet, dass der Körper hier gegen sich selbst ankämpft.

Selbstliebe bedeutet also keinesfalls Egoismus, sondern unsere Herz - und Seelenspeicher mit Wertschätzung, Anerkennung und Liebe zu uns selbst aufzufüllen, um aus diesem Überfluss großzügig und ohne Hintergedanken helfen und Liebe weitergeben zu können.

Wenn wir uns entschließen anderen Gutes zu tun und zu helfen, dann sollte es aus einem vollen Herzen und aus Freude am Schenken und Dienen geschehen, nicht aus einer bedürftigen Erwartungshaltung heraus. Wir tun uns selbst und der Welt also einen großen Gefallen, wenn wir zuerst unsere eigenen Liebesspeicher auffüllen, denn dann sind wir mit unserem Strahlen ein echter Gewinn für die Welt. Es gibt so einen Spruch, der lautet: „Wenn sich jeder um sich selbst kümmert, ist für alle gesorgt!“ Das hört sich erst einmal flapsig an, aber im Kern ist es richtig, denn wenn alle Menschen sich selbst lieben und wertschätzen würden, dann gäbe es keinen Hass und keinen Neid und somit auch keine sinnlosen Kriege mehr. Was für ein schöner Gedanke!

Das beste Beispiel dafür ist der Notfall im Flugzeug. Dort wird bei den Sicherheitseinweisungen explizit darauf hingewiesen, sich immer zuerst selbst die Sauerstoffmaske aufzusetzen, bevor man anderen hilft. Wer selbst keine Luft bekommt, kann nämlich überhaupt niemandem mehr helfen.

Wer sich selbst liebt, beginnt zu spüren und zu erkennen, was er selbst am meisten braucht und handelt danach.

Wer egoistisch ist, sucht ständig Andere, die ihm unablässig geben sollen, was er zu brauchen glaubt!

Oft trauen wir uns nicht, zu uns und unseren Bedürfnissen zu stehen, weil wir große Verlassensängste haben. Ängste die schon seit frühester Kindheit, manchmal sogar schon vorher, in uns schlummern. Jeder von uns hat als Kind Situationen erlebt, in denen wir uns verlassen gefühlt haben, was uns zu Tode geängstigt hat.

Denn egal, ob diese Ängste einen realen Hintergrund hatten oder nicht, das Gefühl war dasselbe. Wenn wir nachts aufwachten und die Eltern waren nicht da, wussten wir nicht, ob sie jemals wiederkommen. Das bedeutet für ein Kind extreme Angst. Manchmal sagte auch ein Elternteil: Wenn Du dieses oder jenes nicht tust, habe ich Dich nicht mehr lieb, gehe weg und komm nie wieder. Ob sie das wirklich umsetzten oder nicht war egal, das kleine Kind starb 1000 Tode vor Angst.

Manchmal war es auch „nur“ die Geburt eines jüngeren Geschwisterkindes, um das sich erstmal alles drehte oder die Scheidung der Eltern.

Was ein Kind in diesen Momenten denkt, ist eindeutig: Du bist nicht liebenswert! Du bist nicht gut, so wie Du bist!

Eine Ausnahme davon ist vielleicht ein Kind, das von seinen Eltern immer bedingungslose Liebe bekam - aber ganz ehrlich, so jemanden habe ich bisher nicht kennengelernt.

Genau diese Angst und diese Glaubenssätze sind heute noch tief in uns gespeichert und verhindern ein Leben in Glück und Fülle.

Wenn Du heute verlassen wirst, hast Du bestimmt liebe Menschen um Dich herum, die Dir sagen, dass Du toll bist und derjenige, der Dich verlässt Dich gar nicht verdient hatte. Das ist erst einmal sehr tröstend, aber tief in uns fühlen wir trotzdem wieder nur eins: Ich bin nicht liebenswert! Ich bin nicht gut genug!

Wir kommen deshalb gar nicht darauf, dass es ganz viele andere Gründe gibt, jemanden zu verlassen.

die Partner passen nicht wirklich zusammen

sie sind vorschnell/zu jung eine Beziehung eingegangen

einer hat Angst vor Nähe

weil da jemand anderes ist, der dem Partner besser gefällt

Midlifecrisis

…….uvm.

Es gibt so viele Gründe, aber eins ist mit allergrößter Sicherheit NICHT der Grund: dass Du nicht liebenswert oder gut genug bist. Es ist so unendlich wichtig, dass wir selbst uns lieben und damit ganz klar festlegen: Ich bin liebenswert und ich bin gut genug. Denn nur so tragen wir das auch nach außen.

Wenn es etwas gibt, dass Du an Dir nicht magst, dann schreibe Dir genau das einmal auf. Danach gehe in Ruhe die Liste durch und überlege, ob das wirklich so ist, oder Du es nur ablehnst, weil Du Angst hast, damit nicht in irgendwelche Normen zu passen oder nicht geliebt zu werden.

Wenn Du dann herausgefunden hast, was Du wirklich nicht an Dir magst, dann hast Du 2 Möglichkeiten:

Die Verantwortung dafür übernehmen und Dir selbst und Deinem Umfeld mit viel Liebe und Mitgefühl diesen vermeintlichen Makel zumuten.

Das ändern, was sich ändern lässt und auch dafür die Verantwortung übernehmen.

Das bedeutet nicht, dass nun immer alles perfekt in Deinem oder meinem Leben ist – es bedeutet nur, dass Du beginnst, achtsam und liebevoll mit Dir umzugehen. Es wird immer wieder Dinge, Menschen und Situationen in unserem Leben geben, die das Potential haben uns so weh zu tun, dass wir kaum noch Luft bekommen. Verantwortung übernehmen heißt in diesem Fall, seine eigenen Schwachpunkte zu kennen, sie anzuerkennen und darauf Rücksicht zu nehmen. Mein Schwachpunkt ist eine Kindheit mit wenig Sicherheitsgefühl. Daraus resultiert eine kraftvolle, immer starke Frau, die aus mir geworden ist – aber auch eine Frau, die sich aus tiefstem Herzen einen Partner gewünscht hat, bei dem sie auch schwach sein kann. Der ihr Stärke, Sicherheit und Geborgenheit vermittelt.

Wenn ich nun eine Beziehung eingehe mit jemandem, der mir genau das nicht zu geben vermag, auch welchem Grund auch immer, ist das hochgradig ungesund für mich. Das ist wie immer wieder auf die heiße Herdplatte fassen. Aber genau das passiert, wenn ich mich nicht mit meinen Schwächen und Bedürfnissen auseinandersetze und sie annehme. Dann ziehe ich Menschen an, die genau das auch tun – mich nicht mit meinen Bedürfnissen annehmen, geschweige denn zu mir, meinen Wünschen, Träumen und Bedürfnissen passen und mir nichts zu geben haben. Das ist dann als wenn sich 2 Bettler treffen, sich gegenseitig in die Tasche fassen und feststellen: Du hast ja auch nichts!

Wenn wir uns willentlich in Situationen begeben oder darin bleiben, die nicht gut für uns sind, ist genau das das Gegenteil von Selbstliebe und Selbstfürsorge.

Das soll wiederum nicht bedeuten, jeden Schmerz zu ignorieren und sofort davonzulaufen. Den Schmerz da sein lassen, von allen Seiten anschauen (evtl. mit Hilfe von Freundin, Coach, Therapeuten), damit er gehen kann. Es gibt hilfreiche Werkzeuge dafür, wie z.B. EFT, systemische Arbeit, Meditationen, aber Du musst ihn nicht für den Rest Deines Lebens wieder und wieder selbst herbeiführen. Es ist nicht nötig, zu lernen mit destruktiven Menschen oder Beziehungen umzugehen, Du darfst sie verlassen, vermeiden oder Dich gar nicht erst auf sie einlassen.

Durch meine Hochsensibilität passiert es immer wieder mal, dass ich sehr schnell zu verletzen bin. Ich habe viel daran gearbeitet, aber es wird mich den Rest meines Lebens begleiten, mit all seinen Vor- und Nachteilen. Was ich dadurch gelernt habe ist, dass ich trotz oder vielleicht sogar wegen diesem vermeintlichen Makel besonders zart, liebevoll, achtsam und mitfühlend mit mir und meinem inneren Kind umgehe. Leider ist das nicht immer so gewesen und leider gibt es viel zu viele Menschen, die sich dafür selbst verächtlich machen, sich beschimpfen und bestrafen, ja, sogar selbst hassen. Ohne meine hohe Sensibilität wäre ich nicht die, die ich bin und würde auch meine Arbeit nicht auf meine besondere Weise machen können.

Es gab, gibt und wird niemals jemanden auf der Welt jemanden geben, der die gleiche DNA, denselben Fingerabdruck und Deine Einzigartigkeit besitzt. Durch die absolut einzigartige Mischung Deiner Gene, Deines Umfeldes, Deiner Erfahrungen, Deiner Talente und Deiner Träume, bist Du ein Unikat mit besonderen Fähigkeiten und Bedürfnissen. Niemand ist wie Du und darum wertschätze genau das was DICH ausmacht, schiele nicht immer nach anderen, die alles vermeintlich besser können. Bringe das in die Welt, was Dich glücklich macht und Dir entspricht, dann kommt immer mehr von dem auf Dich zu, was zu Dir passt, ganz von allein. Vertraue Dir, Deinen Fähigkeiten und dem, wie Du gemeint bist. Du und Dein Sein sind eine Bereicherung für diese Welt.

Der Weg zur Selbstliebe beginnt immer mit der Prüfung und Wahrnehmung der aktuellen Situation. Wie bei einem Navi im Auto ist die Grundvoraussetzung für ein gutes Ankommen zu wissen, wo man sich gerade befindet.

Um diesen aktuellen Standort herauszufinden, müssen wir beginnen bewusst zu sein. Bewusst im JETZT, nicht gestern, nicht morgen, sondern genau heute, hier und jetzt.

Wie lässt sich das trainieren?

Besonders hilfreich dabei empfinde ich 3 wichtige Fragen, die jeden schnell in die aktuelle Situation befördern.

Hier sind sie:

Tut mir das gut, was ich gerade jetzt tue?

Tut mir das gut, was ich gerade jetzt denke?

Tut mir das gut, was ich gerade jetzt fühle?

Diese einfachen, aber sehr effektiven Fragen stellst Du Dir am besten mehrmals täglich. Ich stelle mir dafür manchmal die Erinnerungsfunktion am Handy auf stündlich, um daran zu denken, denn ansonsten ist unser Alltag oft präsenter als die Bewusstheit, auch wenn ich es mir sehr vorgenommen haben.

Wenn sich diese Gewohnheit etwas eingespielt hat, geht es weiter.

Wenn Du also eine der Fragen mit einem Nein beantwortest, stelle Dir direkt danach meine Lieblingsfrage: WARUM?

Warum fühle, tue oder denke ich das jetzt?

Was könnte ich stattdessen besser fühlen, tuen oder denken?

Je öfter Du Dir diese Frage stellst, je achtsamer wirst Du für Dich und Deine Handlungen. Und desto öfter und bewusster befindest Du Dich im JETZT. Auch wenn das JETZT vielleicht gerade nicht so super läuft, ist es genau jetzt für Dich und Deine Selbstliebe besonders wichtig hier zu sein und nicht wieder gedanklich zu flüchten oder Ablenkung zu suchen. Denn nur hier und jetzt können die Dinge verändert werden.