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Alles, was Sie schon immer über Ihre Lieblingsserien wissen wollten! Haben Sie sich auch schon gefragt, wie Charlie Harpers Lieblingsdrink in Two and a Half Men heißt oder was die stylischen Outfits von Carrie Bradshaw in Sex and the City kosten? Welches pikante Geheimnis verbindet die Erzrivalen J.R. und Alexis aus den Kult-Soaps Dallas und Denver Clan? In Das ist ... legendär! werden endlich alle brennenden Fragen beantwortet, die sich eingefleischte Serienfans schon immer gestellt haben. Von Klassikern wie Dallas über beliebte Sitcoms wie Eine schrecklich nette Familie bis hin zu aktuellen Serienhits wie Game of Thrones und Breaking Bad - dieser unwiderstehliche Faktenmix aus Sprüchen, Anekdoten und Hintergrundwissen lässt keine Wünsche offen. Ein Muss für alle Serienjunkies und TV-Begeisterten, die Fernsehgeschichte hautnah erleben wollen. Fesselnde Unterhaltung garantiert!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 291
Veröffentlichungsjahr: 2013
Valerie Höhne / Oliver Hüttmann
Die 66 besten TV-Serien
Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG.
TV-Serien sind so populär wie nie: Jeder wartet mit Hochspannung auf die nächste Episode oder guckt sie gleich alle am Stück. Und endlich gibt es das passende Buch: Hier werden alle Fragen beantwortet, die sich der Serienfan schon immer gestellt hat. Wussten Sie, dass Carries Kleider aus »Sex and the City« eine Luxus-Karosse wert sind? Dass die härteste Mutter in »The Big Bang Theory« mitspielt? Oder dass die Serienmacher von »How I Met Your Mother« die neue Staffel wegen Jason Segal, der den lieben Marshall spielt, komplett umschrieben?
Hier wird alles abgedeckt, was das Serienherz begehrt.
Intro
Unsere kleine (Parallel-)Welt – Faszination Fernsehserien
Der große Serienüberblick
Top-Serien der 50er-Jahre
Top-Serien der 60er-Jahre
Top-Serien der 70er-Jahre
Top-Serien der 80er-Jahre
Top-Serien der 90er-Jahre
Top-Serien der 2000er-Jahre
Top-Serien der 2010er-Jahre
Die 66 besten Serien
24. Kapitel
30 Rock
Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI
Alf
Alias – Die Agentin
Ally McBeal
Baywatch – Die Rettungsschwimmer von Malibu
Beverly Hills, 90210
Bonanza
Breaking Bad
Buffy – Im Bann der Dämonen
Californication
CSI: Den Tätern auf der Spur
Dallas
Der Denver-Clan
Desperate Housewives
Detektiv Rockford – Anruf genügt
Dexter
Die Bill Cosby Show
Die Simpsons
Die Sopranos
Die Waltons
Doctor’s Diary – Männer sind die beste Medizin
Drei Engel für Charlie
Dr. House
Ein Colt für alle Fälle
Eine schrecklich nette Familie
Emergency Room – Die Notaufnahme
Frasier
Friends
Game of Thrones
Gilmore Girls
Glee
Gossip Girl
Grey’s Anatomy
Homeland
Hör mal, wer da hämmert
How I Met Your Mother
King of Queens
Knight Rider
Law & Order
Lindenstraße
Lost
MacGyver
Mad Men
Magnum
Miami Vice
Mit Schirm, Charme und Melone
Modern Family
Nip/Tuck – Schönheit hat ihren Preis
O.C., California
Prison Break
Quincy
Raumschiff Enterprise
Seinfeld
Sex and the City
Six Feet Under – Gestorben wird immer
South Park
Stromberg
The Big Bang Theory
The Mentalist
The Walking Dead
The Wire
True Blood
Twin Peaks
Two and a Half Men
Mütter, Macker und Musik – das große Serien-Ranking
Die härtesten Cops
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die brillantesten Anwälte
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die coolsten Agenten
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die göttlichsten Ärzte
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die cleversten Detektive
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die nervigsten Kollegen
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die stärksten Superhelden
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die markantesten Bösewichte
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die liebenswertesten Trottel
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die seltsamsten Helden
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die berühmtesten Aliens
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die dienstbarsten Hausgeister
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die legendärsten Fellhelden
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die härtesten Mütter
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die nervigsten Teens
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die seltsamsten Nachbarn
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die schwersten Helden
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die heißesten Flitzer
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die kultigsten Drinks
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die hippsten Fashiongirls
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die schönsten Kurven
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die härtesten Sixpacks
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die begehrtesten Traummänner
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die versautesten Sprüche
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die schrägsten Gesangseinlagen
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die stärksten Titelmelodien
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die besten Vorspänne
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die irrsten Anfängerrollen
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die denkwürdigsten Gaststars
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Die schönsten Kinoverfilmungen
Unsere Top 5
Wer hätte gedacht, dass …
Serien-Jargon zum Mitreden
Erinnern Sie sich an Ihren ersten Serienhelden? Es ist wie beim ersten Kuss: Man vergisst ihn nie. Ein wohliges Gefühl, ein vertrautes Kribbeln, das uns in Sekunden zurück in die Kindheit beamt. Etwa zu Captain Kirk, mit dem wir im »Raumschiff Enterprise« die unendlichen Weiten der Galaxien erforschten, »die nie ein Mensch zuvor gesehen hat« (was wir damals wirklich glaubten). Oder zu »Flipper«, dem klugen Delfin, mit dessen fröhlichem Schnattern die Hausaufgaben so viel mehr Spaß machten. Zum tollkühnen Stuntman in »Ein Colt für alle Fälle«, den wir gerne zum großen Bruder gehabt hätten. Zur In-Clique aus »Beverly Hills, 90210«, mit der wir die hormonellen Achterbahnfahrten der Pubertät durchlitten. Und zu Carrie Bradshaw, die uns zeigte, wie prickelnd Sex in the City ist. Heute liefern »The Vampire Diaries«, die Singstars von »Glee« und die Fantasy-Abenteuer von »Game of Thrones« den Stoff, aus dem die Serienträume sind. Jede Generation hat ihre Helden.
Seit fast 70 Jahren sind Fernsehserien Dauerbrenner. Sie haben Kultfiguren und Stars hervorgebracht, Schlagzeilen geliefert, Trends gesetzt und sich als emotionale Fixpunkte tief in unserem Bewusstsein verankert. Diese Faszination versuchen wir mit diesem Buch freizulegen. Hintergründe, historische Entwicklungen, Anekdoten sollen die universelle Bedeutung von Serien aufzeigen. Anspruch auf Vollständigkeit erheben wir allerdings nicht: Es gibt viel zu viele Serien, mehrere Tausend aus allen Ländern. Und man muss eingestehen, dass amerikanische Serien meistens vorne liegen. Sie haben uns von Anfang an geprägt, und gerade heute kann keiner an ihnen vorbeisehen. Wobei nur für einige der Jubel gilt, den Barney Stinson in »How I Met Your Mother« anstimmt und den wir unserem Buch vorangestellt haben: »Das ist … legendääär!« Wir wollen hier die besten einordnen, dabei auch ihre Macher würdigen. So führen unsere Lieblingslisten von den Pionieren über Meilensteine bis hin zu den Innovatoren der Gegenwart – die noch mal die Messlatte nach oben verschieben.
Denn Serien sind das Gesprächsthema! Nirgendwo anders in der Unterhaltungsbranche gibt es derzeit so viel Qualität und Bewegung. Vor allem auf dem US-Markt herrscht ein Boom von ungeahnten Dimensionen. Nie wurden mehr Ideen kreiert. Nie waren die Budgets höher. 50 Millionen Dollar kostet beispielsweise »Boardwalk Empire« – pro Staffel! Das Gangster-Drama in den Roaring Twenties produziert Martin Scorsese (»Good Fellas«), eine Regie-Ikone des Kinos, der demnächst sogar sein Filmepos »Gangs of New York« ins Fernsehen bringen will. Auch Mel Gibsons »Braveheart« und die Krimi-Groteske »Fargo« von den Coen-Brüdern, die Horror-Hits »Scream« und Robert Rodriguez’ »From Dusk Till Dawn« sollen in Serie gehen. Jede Woche neue, spektakuläre Meldungen! Nie zuvor zog es so viele Hollywood-Größen zu einem Format, das lange als triviales Stiefkind der übergroßen Leinwand geschmäht wurde. Angelockt von immer gewagteren Geschichten und komplexeren Rollen, spielen plötzlich Oscar-Gewinner wie Dustin Hoffman (»Tootsie«) beim Galopper-Drama »Luck« mit oder Kevin Spacey (»American Beauty«) im Polit-Thriller »House of Cards« von David Fincher (»Social Network«). »Hobbit«-Star Elijah Wood stellt sich in »Wilfred« mit einem Mann im Hundekostüm vor die Kamera. Bond-Bösewicht Mads Mikkelsen (»Casino Royale«) verkörpert den jungen »Hannibal« Lecter! Und mit schwindelerregendem Tempo geben Serien wie »Mad Men« oder »True Blood« den Takt in der Popkultur vor.
Neben Musik, Filmen und Romanen gehören Fernsehserien zu den kulturellen Massenphänomenen der Moderne, die über reine Unterhaltung hinaus identitätsstiftende Erlebnisse schaffen können. Jeder kennt, liebt, hasst welche. Millionen Menschen folgen ihnen über Jahre hinweg. Manche erzählen bewegende Dramen, andere einfach gute Witze. Sie haben sich im Alltag eingenistet oder verhelfen zur Flucht daraus. Idealerweise geben sie uns eine Haltung, schärfen ihre fiktiven Figuren unseren Blick fürs wahre Leben – selbst wenn sie durchs All düsen, Mörder jagen oder Spinner sind. »Seinfeld« etwa führt unsere merkwürdigen Gewohnheitsticks vor. Und wer mit der enthusiastischen »Quincy«-Moral aufgewachsen ist oder den »Star Trek«-Charakteren, die stellvertretend für unsere Welt aufopfernd um Gleichheit und Brüderlichkeit ringen, dürfte kaum zu extremistischen Ansichten neigen. Wir wissen alles über die Macken von »Monk«, teilen das Harmoniebedürfnis der »Gilmore Girls« oder Hank Moodys Kulturpessimismus in »Californication«, leiden und lachen mit ihnen. Bei Doug und Carrie von »King of Queens« fühlen wir uns wie zu Hause und von den »Girls« peinlich ertappt. Ja, manche Figuren kennt man womöglich sogar besser als seinen Lebenspartner! Serien können sich zu einer erfüllten Liebesbeziehung entwickeln. Schlimmstenfalls wird daraus Routine, ähnlich einer Ehe, wenn man nach der siebten Staffel merkt, dass es nicht mehr so prickelt. Aber dann kommt garantiert etwas Neues.
Lange Zeit war das Verhältnis zu Serien recht überschaubar. In Deutschland gab es zwei Fernsehanstalten, später kamen drei, vier dazu, und nur dort wurde jede Woche eine Episode zur selben Sendezeit ausgestrahlt. So vollzog sich etwa in den 80er-Jahren immer dienstags, ARD, um 21.45 Uhr bis zu den »Tagesthemen«, das bundesdeutsche »Dallas«-Ritual. Zu Gast auf der Southfork Ranch hat man nur noch Augen und Ohren für J. R., Pamela und Miss Ellie … und wehe – wehe! – das Telefon klingelte! Aber wer sollte schon anrufen um diese Uhrzeit? Solche Fernsehserien gehörten zu den mythischen Lagerfeuer-Versammlungen der westlichen Zivilisation. Das waren Familienabende – oder auch Abende der Eltern. Als Kinder schielten wir heimlich durch den Türspalt und hofften, in der nächsten Woche vielleicht doch aufbleiben zu dürfen. Diese Sehnsucht schürte schon eine Spannung, die nicht mal durch die Serienhandlung gerechtfertigt sein musste. Gewohnheit ist zudem ein starkes Band und Grundpfeiler für Gemeinschaft. Mädchen stimmten sich zu »Melrose Place« auf die Samstagabend-Disco ein. Nach »Die Waltons«, wenn John-Boy in seinem Zimmer das Licht gelöscht hatte, mussten Kinder ins Bett. Und Paare kehrten pünktlich zur »Lindenstraße« vom Sonntagsspaziergang heim.
Auch über den Inhalt bestand damals Einigkeit: »Die Straßen von San Francisco« galten als absolut vorbildlich, »Miami Vice« war oberflächlich, aber – wow! – so verdammt cool, und nichts witziger als die »Friends«. Den Geschichten konnte man auch nach dem Urlaub problemlos folgen. »Magnum« löst halt jeden Fall, »Bill Cosby« hat seine Rasselbande im Griff, »Buffy« pflockt ihren ersten Vampir wie üblich noch vor der Schule. Verlässlich, wesensgut, mindestens grundsympathisch zeigten sich die Helden. »Petrocelli«, »Kojak«, »Detektiv Rockford«, »MacGyver«, »Matlock« – sie alle bleiben integer bis zur letzten Sendeminute. Selbst die Radaubrüder vom »A-Team« stehen immer auf der richtigen Seite! Der Gipfel war als »Ein Engel auf Erden« der sanftmütige Lockenkopf Michael Landon (»Unsere kleine Farm«), der Verstorbene auffordert, gefälligst ihre Missetaten wiedergutzumachen. Zu den wenigen Ausreißern gehörten etwa »Dallas«-Despot J.R. Ewing, dem jede Gemeinheit verziehen wird, oder »Eine schrecklich nette Familie« mit ihren gegenseitigen Boshaftigkeiten. Und bereits 1965 der reaktionäre britische Patriarch Alf Garnett aus »Till Death Us Do Part«, der später auch als deutsches Ekel Alfred in »Ein Herz und eine Seele« und als New Yorker Archie Bunker bei »All In The Family« über die Schmarotzer, Sozialisten und Ausländer schimpfte. Nicht alle Zuschauer erkannten die Satire dahinter und stimmten seiner Hetze bei. Das sind entlarvende Sternstunden. Brave Serien kommen in den Quotenhimmel – böse machen zusätzlich Geschichte.
Heute ist der Sündenfall im Serienparadies die Regel. Ein Mafiaboss öffnet seine labile Psyche (»Die Sopranos«). Und wir lieben ihn dafür. Ein Agent foltert Terroristen (»24«). Wir verteidigen ihn. Ein tablettensüchtiger Arzt beschimpft sterbenskranke Patienten (»Dr. House«). Wir verehren ihn trotzdem. Ein Forensiker verübt Selbstjustiz (»Dexter«). Wir bewundern ihn. Ein Chemiepauker braut Drogen (»Breaking Bad«). Wir sind süchtig nach ihm. Die besten Serien stellen seit dem vergangenen Jahrzehnt alle moralischen Instanzen infrage und Gewissheiten auf den Kopf. Mediziner, Polizisten, Lehrer, Anwälte werden hier nicht mehr als unfehlbar und die Bösen oft wahrhaftiger als die vermeintlich Guten gezeigt. Die Zeiten sind härter, unübersichtlicher geworden in der globalisierten Welt. Sozialer Konsens ist schwierig, das Gemeinwesen bröckelt, jeder will für sich und seine Klientel den größten Profit rausschlagen. Zugleich werden Freiheiten beschnitten und Individuen zurückgedrängt, fühlen sich viele Menschen in ein Alltags-Korsett gepresst. Es gibt keine einfachen Lösungen. Und ausgerechnet amerikanische Serien, die ja oft als leichte, seichte Unterhaltung abgetan wurden, führen diese Stimmung konsequent weiter. Hier wird nichts schön-, sondern Tacheles geredet und Notwendigkeit statt Nächstenliebe gezeigt. Patty Hewes aus »Damages – Im Netz der Macht« ist eine Advokatin des Teufels. Aber irgendwie haben wir Respekt vor ihrer rücksichtslosen Raffinesse. Der Cop Vic Mackey ist in »The Shield – Gesetz der Gewalt« noch skrupelloser als die Kriminellen. Dennoch verstehen wir ihn irgendwie. Und der junge Statiker Michael Scofield nimmt bei »Prison Break« für seinen unschuldigen Bruder das Recht unorthodox in die eigene Hand.
Natürlich bedient ihr Pragmatismus populistische Instinkte. Andererseits beruhigt die Direktheit solcher Serien. »24« oder »Homeland« offenbaren jene juristischen und ethischen Fragwürdigkeiten in der Schattenwelt des Antiterrorkriegs, die offiziell bestritten werden. Hinter den Fantasy-Orgien von »True Blood« lauert eine clevere Parabel über Rassismus und Homophobie. So spiegeln sie mit der Realität auch unsere Ängste und Fantasien wider. Haben wir etwa nicht alle schon mal darüber geflachst, mit Drogengeschäften reich werden zu wollen? Normalos wie Walter White in »Breaking Bad« und die alleinerziehende Dealer-Mom Nancy Botwin bei »Weeds« machen es vor. Nachmachen wird es eher keiner. Im echten Leben wird es auch niemand lange mit dem Menschenfeind Gregory House, Serienkiller Dexter Morgan oder Junkie und Casanova Hank Moody aushalten. Aber ihre zwiespältigen Charaktere begeistern als provokante Gegenentwürfe zum politisch korrekten Diktat. Sie sind die Rebellen, Dämonen in uns. Don Draper, der kettenrauchende 60er-Jahre-Chauvi aus »Mad Men«, wird natürlich auch von emanzipierten Frauen vergöttert. Gibt’s doch nicht? Fragen Sie mal Ihre Freundin! Grenzgänger und Grauzonen haben Menschen stets fasziniert. Neben schwarzem Humor umgibt viele dieser neuen Serienhelden aber ein Hauch von Tragik, Einsamkeit, Sehnsucht nach Erlösung. Wer anders ist, hat es auch in der heutigen Serienwelt noch schwer.
Wie kam es aber zu diesem krassen Wandel? Dafür steht ein Name: HBO, Kürzel des größten amerikanischen Bezahlsenders Home Box Office, was so viel wie Heimkino bedeutet. Seit Sendebeginn in den 70er-Jahren strahlte der Kanal vor allem Hollywoodfilme aus und übertrug Sportevents. Ein Geschäftsmodell, das bald viele kopierten, und als in jedem Haushalt ein Videorekorder stand, geriet auch der Marktführer in die Krise. HBO setzte daher auf exklusive Eigenproduktionen, die erwachsene, anspruchsvolle Abonnenten binden sollten. Zum Slogan »It’s not TV, it’s HBO« entstand 1997 mit der Serie »Oz« sein erstes Markenzeichen. Das Gefängnisdrama hat keinen Hauptdarsteller oder Helden, nur ein Ensemble brutaler Schwerverbrecher, dessen Schicksal mit roher, authentischer Intensität über die ganze Staffel hinweg erzählt wird. Ins deutsche Fernsehen schaffte es das drastische Werk nicht. Zum weltweiten Hit avancierte aber im Jahr darauf »Sex and the City«, wo plötzlich nackte Brüste aufblitzten und beim Shopping neben Prada und Gucci auch über Analsex geplaudert wurde. »Die Sopranos« waren 1999 nicht ganz so erfolgreich, setzten jedoch inhaltliche und künstlerische Maßstäbe, die etliche andere Serien inspirieren sollten. Danach war nichts mehr wie zuvor: Alles schien möglich.
HBO zeigt, was Fernsehen kann, wenn man sich nur traut. Der Pay-TV-Anbieter muss seine Serien allerdings weder auf Massengeschmack und Werberelevanz trimmen noch Jugendschutz oder prüde Gemüter beachten. So bricht er lustvoll Tabus – und Nischen auf, in die sich immer mehr wagen. Während der konservative öffentliche US-Sender FOX noch »Die Sopranos« ablehnte, zog er 2001 mit der ebenso bahnbrechenden Serie »24« nach. Inzwischen kann kein Konzept verrucht, verrückt, vertrackt genug sein. Serien wie das Mystery-Puzzle »Lost« wechseln beständig in der Rahmenhandlung, erschließen sich über Parallelwelten, durch Rückblenden und Zukunftssprünge oder wie auch das Cop-Martyrium »The Wire« ohnehin erst über mehrere Staffeln. Sie gehen weite Wege und in die dunkelsten Winkel menschlicher Abgründe, verlangen uns viel ab: Geduld, Konzentration, Reflexionsgabe. Nichts ist sicher. So können unsere Sympathiefiguren unerwartet das Zeitliche segnen wie bei »The Walking Dead«. Wohin die Odyssee führt, bleibt bis zum Ende unklar. Und wer nur eine Folge verpasst, verliert schon mal den Anschluss. Daher verbringen manche Fans ihren Jahresurlaub gleich auf der »Lost«-Insel, gucken alle Folgen am Stück – wie einen überlangen Spielfilm.
Längst kursiert die Ansicht, Serien seien heute das bessere Kino. Das ehrt uns Serienjunkies. Aber stimmt es? Jein. Man kann nach wie vor brillante Kinowerke sehen. Nur nicht mehr in den Multiplex-Bunkern, wo sich das pubertierende Popcorn-Publikum simpel gestrickte Blockbuster reinzieht. Umgekehrt definiert nicht jede aktuelle Hitserie das Genre neu. Zweifellos haben viele Serien- gegenüber Kinoproduktionen aber rasant aufgeholt. Bestärkt durch die HBO-Erfolge, wird mehr Geld ausgegeben für erzählerisch gewichtige Stoffe wie »Boardwalk Empire«, »Mad Men« oder »Homeland«. Und begünstigt durch technische Mittel wie CGI-Effekte und HD-Fernseher, unterscheiden sich Serienepen wie »Spartacus« und »Game Of Thrones« optisch kaum noch von den Kinohits »300« oder »Der Herr der Ringe«. Eher ist es so, dass Kino und Serien sich gegenseitig befruchten und gemeinsam Trends ausschöpfen, oft auch Teil einer Verwertungskette sind. So wurde beispielsweise »Vampire Diaries« unmittelbar nach dem Erfolg der Vampir-Lovestory »Twilight« entwickelt. Zugleich werden immer häufiger Kultserien fürs Kino verfilmt oder Kultfilme als Serien umgesetzt.
Viele Schöpfer der kreativsten und innovativsten Serien trennen als Kinder der Populärkultur die Genres ohnehin nicht mehr eindeutig. Sogenannte Fortysomethings wie Vince Gilligan (46, »Breaking Bad«), Tom Kapinos (44, »Californication«), Matthew Weiner (48, »Mad Men«), Kevin Williamson (48, »Vampire Diaries«, »Dawson’s Creek«), Ryan Murphy (48, »Glee«, »Nip/Tuck«), Dan Harmon (41, »Community«) oder Tina Fey (43, »30 Rock«) sind mit Fernsehen, Kino, Popmusik und Comics groß geworden. Nun vermischen sie ihre Einflüsse, verschieben Regeln, zitieren Vorbilder oder erweitern sie. Mal mit selbstreferenziellem Ernst, mal mit selbstironischer Distanz. Diese Generation hat ein emotionales, fundiertes Gedächtnis und Geschmack. Sie kennt zu viel, um sich künstlerisch zu begrenzen, ist zugleich retro und modern. Es wäre nicht abwegig, würde sich der Kinoregisseur Quentin Tarantino, seit »Pulp Fiction« der Papst des Popzitats, demnächst auch eine Serie ausdenken. Bislang hat er nur je eine Episode für »Emergency Room« (»Mütter«) und »CSI« (»Grabesstille«) gedreht.
Am umtriebigsten ist J. J. Abrams, 47, Erfinder von »Alias« und »Lost«, der parallel fürs Kino »Mission: Impossible III« und »Star Trek« inszeniert. Williamson hat als Drehbuchautor von »Scream« mit popkulturellen Verweisen den Horrorfilm aufgefrischt, und nirgends wird melancholischer übers Kino philosophiert als in »Dawson’s Creek«. »Glee« feiert mit großer Geste auch die Hollywood-Musicals mit Fred Astaire und Gene Kelly. Die Dialoge in »Community« sind durchtränkt von Referenzen an fast alle Spielarten der Popkultur. »South Park« ist ohne diese ironisch gebrochene Spiegelung nicht denkbar. Und mit den Nerds in »The Big Bang Theory« führen die Serienmacher ihre Pophaltung ein Stück selbst vor. Oder auch »Californication«: Einmal will Hank Moody seine Tochter Becca mit John Keats’ Gedicht »La Belle Dame Sans Merci« trösten. »Hast du nichts Besseres drauf, Dad?«, meint die 13-Jährige. »Wie wär’s mit etwas aus diesem Jahrhundert?« Und dann singt er Bob Dylans »If You See Her, Say Hello« von »Blood On The Tracks«. Ein »klassisches Liebeskummeralbum«, wie er es nennt, aus dem Jahr 1975. »Dad …«, seufzt das Mädchen. »Daaadd!« Wenn Hank nicht säuft oder vögelt, um den eigenen Frust zu vergessen, guckt er alte Filme. Das Kino ist oft Referenzpunkt in den neuen Serien der letzten Jahre.
Letztlich aber hinkt jeder Vergleich. Ein Kinofilm ist wie eine Affäre, auf die man sich sofort einlassen muss, die in berauschenden zwei Stunden auf einen Höhepunkt zugeht. Die günstigenfalls kunstvolle Verdichtung wird nie einer Serie gelingen. Lässt man deren Autoren alle Freiheiten, haben sie wiederum den Vorteil, Geschichten und Figuren detaillierter auszuarbeiten, Spannungsbogen breiter anzulegen und Themen tiefer zu ergründen. In dieser Form sind Serien wie »Breaking Bad« und »The Wire«, »Six Feet Under« und »Girls«, »Dexter« und »Californication«, »Shameless« und viele mehr im Kino nicht möglich. Ihre Komplexität wird dagegen schon mit Romanen der Weltliteratur von Dostojewski (»Schuld und Sühne«), Charles Dickens (»Oliver Twist«) oder Edgar Allen Poe (»Die Grube und das Pendel«) gleichgesetzt, die einige ihrer Werke als Fortsetzungen in Zeitungen veröffentlichten. Wie auch immer: Die Serie ist jedenfalls in der Hochkultur angekommen.
So steht neben den Büchern längst auch die Sammlung unserer Lieblingsserien im Regal. Geordnet nach Staffeln, jederzeit griffbereit und für jeden sichtbar. Oh, die hast du auch – oder schon! DVD-Boxen von Serien sind das neue Statussymbol, ein Bildungsgut und Bekenntnis wie früher Musikalben, die immer mehr im iPod oder Smartphone verschwinden. Viele Serien sind von ihrer geschlossenen, staffelübergreifenden, intelligenten Erzählweise her nicht mehr dafür konzipiert, um Woche für Woche als Häppchen weggesendet zu werden. Ihren qualitativen Stellenwert und damit auch kommerziellen Erfolg hat jedoch erst die DVD gesichert. Mittlerweile machen die Produzenten mehr Gewinn mit dem Verkauf von DVDs als durch die internationalen Ausstrahlungsrechte. So kann man Serien immer wieder sehen, manchmal versteht man sogar erst dann alle Zusammenhänge, sollte einem etwas entgangen sein. Auch versäumt man keine Folgen mehr, kann zu ausgewählten einschlafen und endlich all jene nachholen, die hierzulande nie ausgestrahlt wurden. Man kann sich über Raritäten von früher freuen, will alles auf einmal sehen, braucht nicht mal zu warten, bis (oder ob überhaupt) die US-Hits im deutschen Fernsehen starten.
Wer sich heutzutage neue Serien jedoch nicht als DVD-Import bestellt, im Internet bei Download-Portalen besorgt oder am Premierentag per Online-Stream ansieht, ist bereits morgen von vorgestern. Die rasante Entwicklung vom Fernseher zum Entertainmentcomputer befeuert diesen Trend zusätzlich. Was guckst du gerade? Bist du noch bei der ersten Staffel oder …? Nein, verrat nichts: Spoilergefahr! Echte Serienfans müssen aufpassen, dass ihnen nicht das Ende verraten wird, bevor sie überhaupt angefangen haben. Die deutschen Pay-TV-Sender haben das verstanden, setzen schon seit vielen Jahren auf Event-Programmierungen und Serien-Marathons, bei denen ganze Staffeln an einem Tag abgefeiert werden. Die Free-TV-Sender ziehen langsam nach – so zeigte RTL II 2012 die gesamte erste Staffel von »Game of Thrones« an einem Wochenende. Ein Experiment. Auch ein Zukunftsmodell? Fernsehanbieter mit herkömmlichen Programmstrukturen dürften künftig bei Serien das Nachsehen haben. Beim deutschen Start von »Die Sopranos« zeichnet sich bereits 2000 ab, wie schwer es ambitionierte Serien im frei empfangbaren Umfeld haben können: Vom ZDF auf einen Platz nach Mitternacht abgeschoben, wird die hochgelobte Mafia-Saga nach der dritten Staffel abgesetzt. Längst laufen viele der aufregendsten neuen Konzepte auch in Deutschland nur bei Spartenkanälen oder Pay-TV-Sendern. Und mit dem Video-on-Demand-Konzern Netflix, der für 100 Millionen Dollar gleich zwei Staffeln von »House of Cards« finanziert, drängt der erste branchenfremde Konkurrent ins traditionelle Revier der großen TV- und Kabelstationen. So haben die ökonomischen und technischen Entwicklungen binnen weniger Jahre auch unsere Sehgewohnheiten bei Serien radikal verändert. Vor allem das gemeinschaftliche Erlebnis nimmt natürlich ab, wenn Folgen nicht zu einem unverrückbaren Zeitpunkt gesendet werden oder jeder auf demselben Stand ist. Stattdessen pickt man sich seine Favoriten raus – was einsam, aber auch sehr intim sein kann, als tauche man in eine verwunschene Welt hinein. Selbst Paare haben es schwer, sich bei den vielen unterschiedlichen Neustarts auf eine Serie zu einigen. Man kommt auch so schon kaum mit dem Anschauen hinterher. Aber dafür muss man keine Werbeunterbrechungen erdulden!
Und um noch mit einem Vorurteil jüngerer Fans aufzuräumen: Ältere Serien sind nicht schlechter. Man muss sie in ihrer Zeit bewerten. Tatsächlich sind Serien seit jeher ungemein experimentell und Teil der Avantgarde. »I Love Lucy« setzte 1951 die bis heute gültigen Standards für Sitcoms. Wer sich mal das Agenten-Mysterium »Nummer 6« von 1967 ansieht, wird sich an »Lost« erinnert fühlen. »Mary Tyler Moore« war 1970 ebenso wichtig wie später »Sex and the City«. »Miami Vice« etablierte 1984 einen Stil, an dem sich ein ganzes Jahrzehnt ausrichtete. »Akte X« legte 1993 die Basis für übernatürliche Stoffe. Und alles wäre wohl ganz anders gekommen, hätte es den Irrsinn von »Twin Peaks« nicht gegeben! Das sind nur einige Beispiele aus der Serienevolution. Außerdem werden auch heute konventionelle, dennoch überragende Formate wie »Two and a Half Men« und »How I Met Your Mother«, »Downton Abbey«, »Supernatural« oder »Monk« gedreht. Da inzwischen fast alle bedeutenden Serien seit den 50er-Jahren auf DVD erschienen sind, kann und sollte man sie noch mal für sich entdecken. Lassen Sie sich nicht abschrecken, weil die eine oder andere in Schwarz-Weiß gedreht ist. Hinter jeder stehen Meister ihres Fachs. Sie werden überrascht sein, was für Brillanz zum Vorschein kommt, wenn man von den Oldies mal mehrere Folgen hintereinander durchsieht. »Bonanza« etwa. Jeder Satz daraus hat ewige Gültigkeit. Klar, nicht jeder schätzt Western. Damals war das Genre eben sehr populär. Heute wären die Cartwrights womöglich Vampirjäger, Mutanten oder eine dysfunktionale Familie. Ihre Geschichten erzählen über das menschliche Naturell allerdings ebenso viel wie »The Wire«. Nur begegnen sie ihm noch mit dem Glauben an das Gute, der unserer Gesellschaft heute abhandengekommen ist. Die Naivität von damals ist der Zynismus von heute. Der unterschiedliche Blickwinkel macht alle unsere aufgeführten Serien so spannend.
Bevor Sie sich gleich durch unsere kleine (Parallel-)Welt blättern, ist noch eine Frage zu klären: Was macht denn nun eine Serie zum Klassiker? Wir wissen, was Sie jetzt denken! Warum ist »Cheers« nicht dabei und wo »Die Nanny«? Was ist mit »Chaos City«? Ist nicht »The West Wing« die beste Serie überhaupt? Wieso fehlen »Bones«, »Bezaubernde Jeannie« und »Boston Legal«? Gehören nicht »Kojak« und »M. A. S. H.« dazu? »Doctor Who«? »Das Model und der Schnüffler«? »Roseanne«? Und weshalb sind kaum deutsche Serien darunter? »Ein Herz und eine Seele«, »Auf Achse«, »Diese Drombuschs«? Puh. Also. Selbstverständlich sind die oben genannten und viele weitere Klassiker. Wir hätten auch die 75 besten Serien aller Zeiten benennen können. Aber dann wären wir auch schnell bei 100, 111, 125 oder nie ans Ende gekommen. Wir mussten eine Grenze setzen, und jede Entscheidung gegen eine Lieblingsserie war eine echte Qual. Das muss jeder bei seinen Favoritenlisten durchmachen. Und doch ist kaum etwas erhebender für einen Fan als die leidenschaftliche Diskussion darüber.
Daneben zählen auch harte Kriterien. Ein wahrer Klassiker sollte schon zeitlose Relevanz erreichen, ebenso erfolg- wie einflussreich sein. So gibt es Hits, die aber keine Spuren hinterlassen, und grandiose Serien, die nur den Status quo bestätigt haben. Manche aber haben die Standards verrückt: die einen um Nuancen, andere wie bei einem Erdrutsch. Ein paar sind zwar künstlerisch eher durchschnittlich, aus ihrer Ära aber nicht wegzudenken, oder sehr originell, dennoch eine Fußnote geblieben. Und an gewissen Serien kommt man nicht vorbei. Bei etlichen aus der jüngsten Zeit muss man wiederum abwarten, ob sie wirklich die Tiefe oder den langen Atem haben, um später mal als Klassiker zu gelten.
Nicht berücksichtigt, obwohl sie uns und das Fernsehen auch geprägt haben, wurden lose Reihen wie »Derrick«, »Columbo« und »Für alle Fälle Fitz« oder Miniserien wie »Fackeln im Sturm«, »Die Dornenvögel«, »Kir Royal« und »Geister«. Das gilt auch für Daily Soaps, Telenovelas, Comedy-Sendungen und Kinderklassiker wie »Wickie und die starken Männer« oder »Biene Maja«. Dennoch kann sich bei unseren besten Serien aller Zeiten jeder wiederfinden oder in den Top-5-Rankings persönliche Vorlieben abgleichen, auch Neues entdecken.
Und, ja, wir bekennen, manche Wahl ist auch sehr subjektiv ausgefallen – eben als Impuls unserer Erinnerung.
Krimis gehen immer. Humor sowieso. Serien spiegeln aber auch gesellschaftliche Trends wider. In der Nachkriegszeit ist Fernsehen noch kein Massenmedium. Die klassische Serie entsteht aus Radioshows, »I Love Lucy« ist 1951 die erste Familiensitcom. Produzenten setzen in der Dekade auf leichte Unterhaltung mit Tieren, Helden, Western.
Schwarze Maske, weißer Hengst: Mit Silberkugeln und Indianer Tonto jagt Reid (Clayton Moore) Schurken in Texas. Ein Fernsehmythos.
George Reeves als Mann aus Stahl mit Schulterpolstern! Die allererste Superheldenserie. Noch eher Krimi als Spektakel.
Die Collie-Hündin hat immer den richtigen Riecher, wenn jemand in Gefahr ist. Rührt Kinderherzen. Elegantester Serienstar aller Zeiten.
Der steife Marshall Matt Dillon (James Arness) und Deputy-Kauz Festus werden echte Kultfiguren in einer der langlebigsten Serien.
Schwarzer Hengst eines kleinen Jungen hilft Verunglückten und fängt Banditen. Edel, unzähmbar, etwas naiv in der Moral.
Der Strafverteidiger (Raymond Burr) ist brillant und Vorbild aller Anwaltsserien.
Edelmann Don Diego de la Vega (Guy Williams) kämpft in Kalifornien als maskierter Rächer gegen Unrecht. Packende Degenduelle einer Legende.
Beinhart, Kippe im Mundwinkel: Lee Marvin ballert und prügelt sich als Chicago-Cop zu Jazz-Rhythmen von Count Basie. Bei uns enorm beliebt.
Witzige Sprüche und Saloon-Schlägereien mit James Garner als Pokerspieler.
Im Film-noir-Stil prägt Craig Stevens den Typus des harten TV-Detektivs.
Unheimliche Geschichten, absurde Erlebnisse, sarkastische Pointen: Die Spuk- und Sci-Fi-Episoden haben popkulturellen Kultstatus.
Kernige Cowboys auf Rinder-Treck. Hier lächelt Clint Eastwood noch!
Technischer Fortschritt, Ereignisse wie der erste Mensch im Weltraum und die Kuba-Krise sowie der Erfolg der James-Bond-Filme schlugen sich auch in den Serien der Swinging Sixties nieder. Auf Science-Fiction, Superwaffen, Agenten und Aliens bauten die unter anderen wichtigsten Serien der Dekade:
Ob Lynchjustiz oder Indianerüberfälle: Cowboy Virginian (James Drury) steht robust und wortkarg immer seinen Mann.
Gentleman-Gauner und Frauenheld: Roger Moore plündert stilvoll Verbrecher aus und löst Kriminalfälle. Ähnelt Bond, den er ab 1973 spielt.
Genialer Außerirdischer (Ray Walston) versteckt sich bei einem Reporter. Herrlich skurril fährt er Antennen am Kopf aus!
Mysteriöser Held (William Hartnell) reist durch Zeit und Universen, rettet Menschen, bekämpft Roboter. Visionäre Saga, die als am längsten laufende Sci-Fi-Serie im Guinnessbuch der Rekorde steht und seit 2005 neu produziert wird.
Wegen Mordes gesucht, muss Dr. Kimble (David Janssen) den wahren Täter finden. Innovatives Konzept, fesselnd bis zur letzten Folge.
Ihr Gatte will Normalität, doch Samantha (Elizabeth Montgomery) erleichtert sich mit Magie den Alltag. Wunderbar witzig.
Spielgefährte und Lebensretter ist der süße Delfin für Küstenwächter Ricks (Brian Kelly) und seine Söhne in Florida. Ein Kindertraum!
Gegen globale Verbrechersyndikate halten ein Amerikaner (Robert Vaughn) und ein Russe (David McCallum) als Superagenten zusammen.
Vampire, Hexen, das eiskalte Händchen und irres Grusel-Dekor – die Freaks dieser Familien-Parodie sind unvergesslich schräg.
Mit ausgebuffter Truppe spioniert Colonel Hogan (Bob Crane) in deutschem Kriegsgefangenenlager. Unverwüstliche Witzfiguren.
Blonder Flaschengeist (Barbara Eden) liebt Astronaut (Larry Hagman): ihren »Meister«! Traumpaar in zauberhafter Situationskomik.
Sein Name ist Smart (Don Adams), aber der Agent kapiert nichts und vermasselt deshalb jeden Schurkenstreich. Unvergleichlicher Agenten-Slapstick.
Zack! Boing! Pow! Mit Comicelementen und Selbstironie wird der dunkle Ritter (Adam West) zur ulkigen Superhelden-Travestie. Irrsinniger Kult.
Wenig Gewalt, viel Grips: Mastermind (Peter Graves) übernimmt mit Expertentruppe heikle Agentenfälle. Zeitlose Spannung.
Zwei Forscher (James Darren, Robert Colbert) erleben Zukunftsabenteuer und historische Kriege per Zeitmaschine. Spektakuläre Utopie.
Ein Herz für Tiere (und Eingeborene) hat Marshall Thompson als Busch-Doc. Löwe Clarence und Schimpansin Judy aber sind die wahren Stars!
Cop McGarrett (Jack Lord) bekämpft mit einer Sondereinheit internationale Kriminelle und Komplotte. Top-Mini-Bond im Südseeparadies.
Steigende Kriminalität, Drogenprobleme, Proteste gegen den Vietnamkrieg, Korruptionsskandale: Die Verunsicherung prägte auch viele Serien. Polizisten, Anwälte oder Detektive wurden mit sozialen Fragen konfrontiert, der Humor wurde rauer. Unter anderen gehören zu den wichtigsten Serien der Dekade:
Neurotiker (Tony Randall) und Chaot (Jack Klugman) nerven und versöhnen sich in ihrem New Yorker Apartment. Unerreichter Dialogwitz.
Die Gaga-Reime (»Sleep well in your Bettgestell«) der deutschen Version machen die Playboy-Detektive von Roger Moore und Tony Curtis populär.
Pracht, Tragik, Politik: Die 30-jährige Chronik der Adelsfamilie Bellamy erreicht auch im Quotenerfolg epische Ausmaße.
Lazarettarzt (Alan Alda) in Korea zockt, brennt Schnaps, veralbert Vorgesetzte. Der Irrsinn des Krieges als brillant-bittere Militär-Satire.
Der pastorale Karl Malden und aufbrausende Michael Douglas sind mit göttlichem Humor die Sozialarbeiter unter den Cops.
Weiser Wandermönch (David Carradine) legt im Wilden Westen mit Meditation und Shaolin-Kampftechnik jeden Raufbold aufs Kreuz. Würdevoll.
Alfred »Ekel« Tetzlaff wird als reaktionärer Besserwisser in der deutschen Version von »Till Death Us Do Part« unsterblich.
Lieutenant Kojak (Telly Savalas) bekämpft im dreckigen New York knurrig Alltagsverbrechen. Lolli, Glatze – monumental.
Toleranz und Anstand predigt Ingalls (Michael Landon) seinen Töchtern. Der Moral dieser Familiensaga kann sich keiner entziehen.
Miss Piggy, Frosch Kermit, die greisen Spötter Statler und Waldorf in der Loge: Die Anarcho-Puppen avancieren als Erwachsenenversion der »Sesamstraße« weltweit zum kulturellen Phänomen!
Sein Berufsethos ist einsame Klasse: Als Anwalt einfacher Leute bringt Petrocelli (Barry Newman) in Arizona jeden Schuft zum Schwitzen.
Die Buddy-Cops (Paul Michael Glaser, David Soul) fangen Spitzbuben im roten Flitzer und Mädchen mit flotten Sprüchen. Rasant und funky!
Schrullig, romantisch, sehr britisch ist das Provinzleben Herriots (Christopher Timothy) zwischen Tee und Kuhfladen.
Ex-Cop (Martin Shaw) und Ex-Söldner (Lewis Collins) machen mit CI5-Chef (Gordon Jackson) Terroristen platt. Kompromissloser Straßenkrieg.
Bekloppte Typen schlagen sich als Taxifahrer durch New York und mit ihrem Boss (Danny DeVito) herum. Fieser Witz und genialischer Unsinn.
Außerirdischer (Robin Williams) erforscht die Menschen. Irrwitziger Klamauk. Seine Begrüßungsformel »Nano-Nano« geht in die Popkultur ein.
Spionage, Mord, Betrug: Ehepaar Hart (Robert Wagner, Stefanie Powers) spielt Detektiv im High-Society-Milieu. Lockerer Krimispaß.
Die Ära des Pop und der Yuppies. Trotz Kriegen (Afghanistan, Falkland), atomarer Aufrüstung und Attentaten (John Lennon, Ronald Reagan, Papst) herrschte Entspannung in der Serienwelt. Verspielte Action, Spaß, starke Frauen dominierten in den unter anderen wichtigsten Serien der Dekade:
Claus Theo Gärtner ermittelt als harter Lederjacken-Detektiv über Jahrzehnte für vier Anwälte. Unvergessen: Günter Strack.
Durchgeknallte Gäste versaufen und bequatschen ihr Leben in der Kneipe von Macho-Barkeeper Sam Malone (Ted Danson). Grandiose Trinksprüche!
