7,99 €
Sarah Michels wurde von ihrem Verlobten mit ihrer besten Freundin betrogen. Daraufhin zog sie in eine andere Stadt. Dort gab sie Kindern in einem Gemeindezentrum Kunstunterricht. Die Kinder im Gemeindezentrum haben von zu Hause aus nicht die finanziellen Mittel, um an teuren Kunstunterricht teilzunehmen. Sarah setzt sich sehr für diese Kinder ein, weil sie ihr ans Herz gewachsen sind. Der Vater eines ihrer Kinder erzählte ihr, dass sein Chef ein Kindermädchen für sein Kind sucht. Sarah war zur Zeit arbeitslos und könnte das Geld gut gebrauchen, weil sie nur ein kleines Geld vom Gemeindezentrum bekam, um sich über Wasser zu halten. Sarah gibt ihre Bewerbung ab und bekommt schnell eine Antwort. Das Vorgespräch läuft für sie gut und am darauffolgenden Tag lernt sie dann ihren Chef, Alexander Groß kennen. Wird sie die Stelle annehmen?
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2024
Inhaltsverzeichnis
Impressum
Kapitel 1
“So ein Arschloch!”
Entschuldigung, aber das musste jetzt mal raus.
Ich bin Sarah Michels, frisch getrennt.
Mein ach so toller Verlobter hat mich mit meiner besten Freundin betrogen.
Ich habe sie beide auch noch erwischt.
Aber ich fange am besten ganz von vorne an.
Also, ich heiße Sarah Michels und bin 27 Jahre alt. Von Beruf bin ich eigentlich Lehrerin, in den Fächern Mathematik und Kunst.
Mein Leben verlief bis jetzt super.
Während meines Studiums habe ich Matthias kennen gelernt. Wir sind erst ein paar Monate miteinander ausgegangen, bevor wir uns ineinander verliebt haben.
Matthias und ich waren unzertrennlich.
Alle unsere Freunde haben behauptet, dass wir das Traumpaar überhaupt seien. Er war die Liebe meines Lebens.
Nach drei Monaten Beziehung sind wir schon zusammengezogen und ich dachte, dass, wir ein perfektes Leben hatten.
Vor zwei Jahren hat er mir einen Heiratsantrag vor all unseren Freunden und Familie gemacht.
Natürlich hatte ich diesen sofort angenommen.
Und dann, vor zwei Wochen, kam ich früher von der Arbeit und erwischte Matthias mit meiner besten Freundin in unserem Bett.
Was ist das für eine beste Freundin, die einem so etwas antut? Wie kann ich jemandem einen Antrag machen, wenn ich diese Person betrüge?
Um dem ganzen noch einen obendrauf zu setzen, sagten die beiden mir, dass sie schon seit drei Jahren eine Affäre hatten, es aber nur um Sex ginge.
Ist das noch zu fassen?
Matthias besaß sogar die Frechheit, mich zu fragen, ob er neben mir seine Affäre behalten könnte und, dass es keinen Grund gäbe die Verlobung aufzulösen. Ich habe ihn lauthals ausgelacht und meine Sachen gepackt.
Ich bin in die nächstgelegene große Stadt gezogen, nach München.
Dort habe ich ein kleines Appartement für kleines Geld bekommen. Das Appartement ist sehr klein und hat nur eine kleine Küchenzeile. Aber das ist mir egal, für mich reicht es.
Diese Wohnung soll nur ein Übergang sein, bis ich etwas besseres gefunden habe und es mir leisten kann.
Im Moment bin ich auf Jobsuche.
Ein Nachbar hat mir gesagt, dass es hier ein Gemeindezentrum gibt und sie suchen wohl eine Kunstlehrerin. Diese soll finanziell benachteiligten Kindern Kunst beibringen.
Ich war schon immer sehr engagiert, sobald es um Kinder geht.
Selbst in meiner alten Schule habe ich den benachteiligten Kindern geholfen, wenn ihre Eltern sich keine Betreuung oder Nachhilfe leisten konnten.
Bei den Kindern war ich sehr beliebt.
Also machte ich mich auf und ging zum Gemeindezentrum.
Mein Nachbar sagte mir, ich solle mich dort an eine Frau Müller wenden.
Nachdem ich das Zentrum betreten habe, schaute ich mich nach jemandem um, den ich fragen konnte, wo ich diese Frau Müller finden kann.
Das Zentrum war nicht sehr groß, aber es gefiel mir. Es hatte eine gemütliche Atmosphäre, in der sich die Kinder mit Sicherheit sehr wohl fühlen konnten.
Eine junge Frau kam aus einem der Räume in dem langen Flur heraus. Sie steuerte direkt auf mich zu.
"Kann ich dir helfen?", fragte sie.
"Ja, mein Name ist Sarah Michels. Ich bin neu hierher gezogen und mein Nachbar sagte mir, dass hier im Zentrum eine Kunstlehrerin gesucht wird.
Ich bin ausgebildete Kunst- und Mathelehrerin. Gerne würde ich mich auf diese Stelle bewerben.", antwortete ich und lächelte die junge Frau an.
"Oh, das ist ja wunderbar. Ich bin Nathalie Müller. Lassen sie uns in mein Büro gehen und alles besprechen."
Sie führte mich in die obere Etage, wo mehrere Büros waren.
Wir traten in ihr Büro ein und sie deutete auf einen Stuhl vor einem Schreibtisch.
Ich setzte mich und wartete darauf, dass sie sprach.
"Also Sarah, weißt du was für Kinder du hier betreuen wirst?"
Ich nickte und erzählte ihr, was ich bisher wusste.
Anschließend erzählte ich, von meiner alten Schule.
Aufmerksam hörte sie mir zu.
"Das hört sich genau danach an, was wir hier suchen.", erklärte sie.
"Es gibt auch Kinder, die einfach nach hier kommen, damit sie nicht auf der Straße hängen. Aber wir haben bisher niemanden geeignetes gefunden, der sich um diese kümmern kann.
Wir wollten an drei Nachmittagen den Kurs anbieten. Wäre das für dich in Ordnung?"
"Ja klar.", strahlte ich.
"Natürlich bekommst du auch eine kleine Entlohnung, aber leider können wir dir nicht viel bezahlen, weil unsere Gelder begrenzt sind und nur durch Spenden zusammen kommen."
"Das ist kein Problem, ich mache das nicht wegen des Geldes, sondern, weil ich den Kindern helfen möchte."
"Wann könntest du denn anfangen?", fragte Nathalie.
"Von mir aus, sofort", antwortete ich grinsend.
Ich konnte es kaum erwarten, die Kinder endlich kennen zu lernen.
Wir gingen nach unten und schauten uns den Kunstraum an.
Der Raum war nicht besonders groß, aber groß genug, um mit den Kindern kreativ zu werden.
Hier hätten mit Sicherheit 10 Kinder genug Platz.
Ich schaute mich im Raum um und begutachtete die Materialien.
Die Staffeleien waren zwar alt, aber sie reichten aus.
"Wie viele Kinder würde ich betreuen?", fragte ich, damit ich abschätzen konnte, ob ich genügend Materialien habe.
"Im Moment hätten 8 Kinder Interesse an einem Kunstkurs."
Im Raum waren zehn Staffeleien aufgebaut. Also würde das reichen.
"Perfekt. An welchen Tagen findet der Kurs statt?"
"Die Tage darfst du dir selber aussuchen. Wir haben das Zentrum von Montag bis Freitag von zwei bis acht geöffnet.
In dieser Zeit kannst du deinen Kurs abhalten.", erklärte Nathalie.
"Dann würde ich den Montags, Mittwochs und Freitags von fünf Uhr bis halb sieben machen."
"Dann werde ich heute die Kinder informieren, damit du morgen mit deiner ersten Stunde beginnen kannst.
Schreib mir bis morgen bitte deine Bankverbindung auf, damit wir dir am Ende des Monats das Geld überweisen können."
Ich verabschiedete mich von Nathalie und ging nach Hause.
In den nächsten vier Wochen hielt ich dreimal pro Woche meinen Kunstkurs.
Die Kinder waren klasse und befolgten alle meine Tipps.
Bisher hatten die Kinder auch schon jeweils ein Bild angefertigt und wir hängten sie gerade im Raum auf, damit dieser Raum bunter wurde.
Es gab auch einige talentierte Kinder.
Nathalie kommt auch zwischendurch mal gucken und will sich über den Entwicklungsstand der Kinder informieren.
Heute haben wir alle Eltern eingeladen, sich die Bilder ihrer Kinder anzuschauen, damit sie sehen, was ihre Kinder erreicht haben.
Die Hälfte der Kinder hatten vor meinem Kurs noch nie einen Pinsel in der Hand, aber sie waren die kreativsten und begabtesten Kinder.
Alle Eltern hatten sich Zeit genommen, um die Werke der Kinder zu bestaunen.
Sie alle lobten die Arbeit der Kinder, was mich sehr freute. Das ist das, was die Kinder brauchen. Lob und Anerkennung.
Einige der Eltern kamen auf mich zu und bedankten sich bei mir, dafür, dass ich diesen Job mache.
Ein Vater kam auf mich zu.
"Sarah, ich muss dir auch ein Lob aussprechen. Was du aus den Kindern gemacht hast, ist wirklich bewundernswert.
Meine Tochter war schon lange nicht mehr so glücklich, wie sie jetzt ist. Sie kommt gerne in deinen Kurs und hat auch begonnen, zu Hause zu malen. Sie kommt gar nicht mehr aus ihrem Zimmer heraus.", er kicherte.
Das ich einen solchen Einfluss auf die Kinder hatte, war mir gar nicht bewusst, erst als der Vater mir dies sagte.
Es rührte mich zutiefst, denn meine Arbeit wurde angenommen.
Wenn ich irgendetwas für dich tun kann, dann lass es mich wissen.", bot er an.
Kurz dachte ich nach.
Es gab tatsächlich etwas.
Die Arbeit hier machte mir wirklich Spaß, aber ich brauchte unbedingt einen Job.
Mit dem Geld aus dem Zentrum kam ich gerade so über die Runden, aber ich wollte endlich Geld für eine größer Wohnung haben.
"Wenn du jemanden kennst, der mir einen Job anbieten kann, dann wäre das super. Mit dem Geld hier aus dem Zentrum kann ich mir nicht viel leisten. Aber es muss gesichert sein, dass ich meine Kurse weiter machen kann."
Er dachte kurz nach und sagte dann " Also mein Chef, der sucht zur Zeit ein Kindermädchen. Seine Frau ist vor zwei Jahren gestorben und sie haben eine Tochter.
Er ist sehr verzweifelt, weil seine bisherigen Kindermädchen nach nur wenigen Tagen wieder gekündigt haben.
Wenn du an so etwas interessiert bist, dann komm doch morgen einfach zu Groß Industrie und stell dich vor.
Sie veranstalten morgen zwischen zehn und zwölf eine offene Vorstellungsrunde."
Ich habe von dieser Firma zwar noch nichts gehört, aber es hört sich definitiv interessant an. Das könnte vielleicht genau das sein, was ich brauche.
"Vielen Dank, ich werde mein Glück morgen versuchen", sagte ich.
Am nächsten Morgen ging ich zu Groß Industrie.
Unten am Empfang traf ich den Vater, eines der Kinder aus dem Zentrum, genau der, der mir den Tipp gegeben hatte.
"Oh hallo Sarah, bist du wegen der Stelle hier?"
Ich nickte.
"Komm, ich zeige dir, wo die Gespräche stattfinden.
Heute macht Sandy die Gespräche. Sie ist die persönliche Sekretärin vom Chef. Er hat ihr genaue Anweisung gegeben, was das neue Kindermädchen mitbringen sollte.
Wenn sie dich in die engere Auswahl nimmt, wirst du morgen das Abschlussgespräch mit dem Chef selber haben"
Wir fuhren mit dem Aufzug nach oben und er brachte mich zu einer Sitzlounge.
Alles war sehr edel eingerichtet.
Ein Blondine kam aus einem Büro und sah sich um.
Ich war die einzige Person, die hier anwesend war.
Sie bat mich in das Büro.
Das Gespräch war sehr kurz.
Anscheinend gab es keine besonderen Ansprüche. Sie wollte nur wissen, was ich gelernt habe und ob ich Kinder mag.
Sandy teilte mir mit, dass Durchsetzungsvermögen bei diesem Kind die oberste Priorität war.
Das Kind heißt Elena und fünf Jahre alt.
Ich bestätigte ihr, dass ich an der Stelle interessiert war und sie lud mich für morgen zehn Uhr wieder in das Büro ein.
Dann würde der Chef selbst anwesend sein und das Gespräch mit mir führen. Anschließend würde er dann die Entscheidung treffen.
So ein merkwürdiges Gespräch habe ich bisher noch nie geführt.
Sandy wollte keinen Abschluss oder Referenzen sehen.
Aber irgendetwas stimmte mit ihr nicht.
Es machte den Anschein, als ob es ihr egal wäre, was mit diesem Mädchen passieren würde.
Irgendeinen Grund musste es ja haben, dass die vorherigen Frauen gekündigt hatten und das schon nach kurzer Zeit.
Aber den Grund kann ich dann morgen erfragen.
Wenn ich diesen Job bekäme, dann könnte ich mir endlich eine neue Wohnung suchen, die ein bisschen größer und komfortabler wäre.
Und ich müsste nicht mehr jeden Euro umdrehen, damit ich mir bis zum Ende des Monats meine Lebensmittel leisten könnte.
Ich bin mal gespannt, was es mit diesem Mädchen auf sich hat. Denn Sandy hatte das Kind als ein Monster beschrieben und wenn sie keiner finden würde, dann müsste das Kind auf ein Internat.
Mit diesem Job könnte ich die kleine Elena vor dem Internat bewahren und ich könnte mehr Geld verdienen.
So hatten wir beide etwas davon.
Zufrieden legte ich mich ins Bett und schlief ein.
Kapitel 2
Heute war das Gespräch mit dem Chef selber.
Ich stand vor meinem Schrank und wusste nicht, was ich anziehen soll.
Soll es etwas sportliches sein oder lieber etwas für ein Büro?
Ich habe mich noch nie als Kindermädchen vorgestellt, besonders nicht bei einem Millionär.
Achtet er lieber auf das Aussehen oder auf die Qualifikationen.
Oh man, ich weiß nicht, ob ich da hingehen soll.
Vielleicht kriege ich den Job auch nicht und dann habe ich mich dort blamiert. Und wofür? Für Nichts.
Aber ich bin doch hingegangen.
Ich habe mir eine Jeans und eine schicke Bluse angezogen, damit ich nicht so ganz fehl am Platz aussah.
Um elf Uhr sollte ich da sein.
Natürlich bin ich früh genug los gegangen, damit ich nicht zu spät kam. Ich hasse es unpünktlich zu sein.
Das ist nicht meine Art und das bringe ich auch den Kindern bei, die ich unterrichte.
Um viertel vor elf betrat ich das Gebäude.
Am Empfang habe ich mich angemeldet und gefragt, wo ich hin muss.
Ich wusste nicht in welchem Raum das Gespräch stattfinden würde.
Die Dame erklärte mir, wie ich dorthin kam und ich befolgte den Weg.
Zuerst musste ich in den zehnten Stock fahren und das Büro, würde das letzte in dem Gang sein.
Nachdem ich an meinem Ziel angekommen war, klopfte ich an die Tür.
Ein kleines Mädchen öffnete mir Tür und starrte mich an.
"Kommen sie herein", sagte eine tiefe, raue Männerstimme.
Die Stimme hörte sich nicht nur sexy, sondern auch jung an. Von dieser Stimme bekam ich eine Gänsehaut.
Ich betrat das Büro und an dem Schreibtisch mitten im Raum, saß der sexieste Mann, den ich je gesehen habe.
Als ich eintrat, erhob er sich von seinem Stuhl und kam auf mich zu.
Er war groß, circa 190cm und hatte breite Schultern. Sein Hemd saß eng an seinem Oberkörper und man konnte seine Muskeln dadurch erkennen.
Anscheinend trainierte er, denn solche Muskeln konnte kein Mensch von Natur aus haben.
Seine Anzugshose saß eng an seinen Oberschenkel.
Dieser Mann war ein Augenschmauß.
Wie konnte ein Mann nur so gut aussehen, wie dieser. Das war nicht mehr normal.
Er sah aus, wie einer aus den Modelzeitschriften.
"Mein Name ist Alexander Groß und das ist meine Tochter Elena.", er zeigte auf das Mädchen, dass mir die Tür aufgemacht hatte.
"Hallo", sagte Elena und grinste mich an.
"Hallo Elena, Guten Tag Sir. Ich bin Sarah Michels", sagte ich und schüttelte ihm die Hand.
"Papa, kann ich Sarah mein Haustier zeigen?", fragte Elena ihren Vater und grinste.
"Süße, was hältst du davon, wenn du mit Catnip in deinem Zimmer spielen gehst und wir kommen dann nach. Dann kann ich mich in der Zeit mit Frau Michels unterhalten.", schlug Herr Groß vor.
Elena nickte und verließ den Raum.
"Setzen Sie sich doch, dann können wir uns unterhalten.", sagte er und deutete auf eine kleine Couch, die im Raum stand.
Wir setzten uns hin.
"Also, haben sie Erfahrung mit Kindern?", fragte er.
Ich erzählte ihm von meinem Job als Lehrerin und was ich gerade im Gemeindezentrum mache. Natürlich habe ich die Vorgeschichte mit meinem Ex ausgelassen.
Denn das ging ihn nichts an, denn er würde mein Chef und mein Privatleben soll ja immerhin privat bleiben.
Er schien wirklich interessiert an meiner Arbeit zu sein, denn er stellte mir einige Fragen.
"Ich suche dringend jemanden, der mit Elena fertig wird. Im Moment bin ich hier in der Firma sehr eingespannt, weil wir an einem großen Projekt arbeiten. Deswegen habe ich nicht so viel Zeit mit Elena, obwohl sie es braucht.
Ich liebe meine Tochter über alles. Deswegen möchte ich sie ungern in ein Internat schicken. Vor ihnen gab es drei weitere Kindermädchen, aber alle haben nach ein paar Tagen gekündigt, weil Elena ihnen Streiche gespielt hat.
Ich brauche jemanden, der sie auf den richtigen Weg bringen kann und leider schaffe ich das nicht. Sie verspricht mir immer wieder brav zu sein, aber am Ende ist sie es doch nicht.
Meine Frau ist vor zwei Jahren verstorben, aber Elena war zu diesem Zeitpunkt drei Jahre alt. Sie hat nicht viele Erinnerungen an ihre Mutter.
Ich weiß nicht, ob ihr die Mutter fehlt oder, weil ich so viel arbeite.
Die einzige Bitte die ich habe ist, dass sie mit bei uns einziehen. Das wäre am besten für Elena.", erklärte er und sah sehr niedergeschlagen aus.
Moment Mal, hat er gerade gesagt, dass ich bei ihm einziehen soll?
Klar, ich will diesen Job, weil mir das Kind nach nur wenigen Minuten schon ans Herz gewachsen ist. Ich weiß nicht, was es ist, aber sie hat eine so tolle Ausstrahlung, dass man sie einfach nur gerne haben muss.
Aber bei ihnen einziehen, dass ist schon heftig.
"Sie müssten bei uns keine Miete zahlen und würden von mir 2000€ bekommen.", fügte er hinzu.
Also, jetzt erst einmal tief durchatmen.
Ich muss keine Miete zahlen und bekomme noch Geld.
Das ist ein Traum, oder?
"Ich bräuchte aber an drei Abenden frei, weil ich dort im Gemeindezentrum unterrichte. Das wäre Montag, Mittwoch und Freitag", sagte ich.
"Ja das ist natürlich kein Problem. Ich versuche abends immer Zeit mit Elena zu verbringen."
"Wann könnten sie mir Bescheid geben, ob ich die Stelle habe?", fragte ich, denn ich vermutete, dass sich noch andere auf diese Stelle beworben haben.
"Da Sie die einzige Bewerberin sind, kann ich Ihnen sagen, wenn sie die Stelle annehmen möchten, dann haben sie diese auch.", er grinste.
Was?
Es hat sich keine andere Frau auf diese Stelle beworben?
Das kann ich kaum glauben.
"OK, ich nehme die Stelle an", erklärte ich und grinste ebenfalls.
"Wann könnten sie anfangen?", fragte er.
Eigentlich sofort, aber soll ich das sagen? Hört sich das nicht zu aufdringlich an?
Aber Moment mal, was ist mit meiner jetzigen Wohnung? Ich komme so schnell nicht aus dem Mietvertrag heraus.
"Eigentlich sofort, aber ich habe einen laufenden Mietvertrag, aus dem komme ich nicht so schnell heraus.", erklärte ich ihm.
"Das lässt sich einrichten, darum kümmere ich mich."
Wie will er das machen? Es gibt Gesetze, an die auch er sich halten muss.
Aber das soll mir ja eigentlich egal sein, wenn er sich darum kümmern möchte.
"Haben wir einen Deal?", fragte er und hielt mir seine Hand hin.
"Ja, haben wir", ich legte meine Hand in seine und wir schüttelten diese, als Zeichen des Abschlusses.
"Das freut mich. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemanden finden würde, der sich auf Elena einlässt.", sagte er ehrlich und rieb sich dabei mit der Hand über sein Gesicht.
Er riss die Augen auf, als ob er gerade bemerkt hatte, was er mir gerade gesagt hatte.
"Entschuldigung, aber ich brauche ganz dringend jemanden.", entschuldigte er sich.
Ich lächelte ihn an.
"Das ist kein Problem. Ich liebe Kinder und ich kann mir nicht vorstellen, dass Elena ein Problem darstellen könnte", antwortete ich ihm.
Denn mein erster Eindruck von Elena war sehr positiv und ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie Probleme macht, so wie mir das gesagt worden ist.
Auf mich machte sie eher den Eindruck, als ob sie jemanden brauchte, der ihr zuhört und auf ihre Bedürfnisse eingeht.
Ich weiß ja nicht, wie die anderen Kindermädchen waren, aber wenn man Elena versteht, dann kommt man bestimmt gut mit ihr klar.
"Was halten sie davon, wenn sie morgen bei uns einziehen würden? Könnten sie das schaffen?", fragte er mich und holte mich damit aus meinen Gedanken heraus.
Ich dachte kurz über seine Frage nach und überlegte, was ich alles mitnehmen müsste.
Die Möbel gehörten mir ja nicht, weil diese schon in der Wohnung waren. Also müsste ich nur meine Anziehsachen und meine Deko packen. Das würde ich eigentlich heute schaffen.
"Ja, das kann ich schaffen", sagte ich.
"Gut. Dann schicke ich morgen früh einen Umzugsdienst, der ihre Sachen abholt und in meine Wohnung bringt.
Sollen wir nach Elena sehen?", fragte er.
Vor lauter Aufregung hatte ich ganz vergessen, dass wir versprochen hatten, sie nach unserem Gespräch zu besuchen.
Ich nickte.
Wir verließen das Büro und gingen zu einem kleinen Aufzug.
Der Aufzug war höchstens für vier Personen gedacht.
Wir stiegen in den Aufzug.
Im Aufzug gab es nur einen Knopf, auf dem 'Penthouse' stand.
Dieser Aufzug war also die Verbindung zwischen seiner Wohnung und dem Büro.
"Ich habe diesen Aufzug bauen lassen, damit Elena einen sicheren Weg zu mir ins Büro hat. Somit kann sie jederzeit zu mir kommen.", erklärte er, als ob er meine Gedanken lesen konnte.
Ich nickte.
Der Aufzug hatte nur einen Knopf.
Nach ein paar Sekunden ging der Aufzug auf und wir standen in einem langen Flur im Penthouse.
"Bevor wir zu Elena gehen möchte ich dir meine Haushälterin und meinen Fahrer vorstellen. Beide sind verheiratet und arbeiten schon seit Jahren für mich. Sie gehören schon praktisch zur Familie und sind sehr wichtig für mich und Elena."
Wir gingen in die Küche, wo ein älteres Paar zusammen saß.
"Das ist Sarah Michels, mein neues Kindermädchen", stellte mich Alexander vor.
"Das sind Felix und Edna. Edna ist die gute Fee hier und Felix ist mein Fahrer."
Felix lächelte mich an und begrüßte mich. Aber Edna nickte nur und schaute grimmig zu mir.
Das kann ja was werden.
"Entschuldige meine Frau bitte, aber ihr Herz hängt an Elena und die anderen Kindermädchen waren immer so schnell weg. Deswegen ist sie ein bisschen misstrauisch.", erklärte er das Verhalten seiner Frau.
"Ich habe nicht vor, so schnell wieder zu gehen", sagte ich.
Beide nickten und Alex führte mich aus der Küche zu Elenas Zimmer.
Das Zimmer war sehr hell und sah freundlich aus.
Elena hatte alles, was sich ein Mädchen nur wünschen konnte. Ich schätze, dass ihr Vater ihr jeden Wunsch erfüllt.
Gerade saß sie auf dem Bett, mit dem Rücken zu uns gedreht und hatte irgendetwas kleines vor sich.
"Hallo Prinzessin", sagte ihr Vater und machte sie auf uns aufmerksam.
Sie drehte sich um und lächelte.
"Sarah, darf ich dir Catnip vorstellen?", fragte sie mich.
Ich schaute zu Alexander und er zuckte mit seinen Schultern.
"Klar, darfst du das. Aber wer ist Catnip?", fragte ich und war verwirrt. Denn bisher hatte ich noch kein Haustier gesehen.
Elena stand auf und kam auf uns zu.
Sie streckte ihre Hand aus und dann sah ich ihr Haustier.
"Das ist Catnip, mein bester Freund", Elena strahlte.
Auf Elenas Hand saß eine Ratte. Ich riss meine Augen auf und musste einen Schrei unterdrücken. Ich hatte panische Angst vor Ratten und jetzt musste ich mit diesem Tier in einem Haus leben.
"Möchtest du ihn streicheln?", fragte Elena mich und zeigte mir ihre Kulleraugen.
Hilfesuchend sah ich Alexander wieder an, aber diesmal kam er mir tatsächlich zur Hilfe.
"Elena, Sarah wird noch genug Gelegenheit haben, Catnip zu streicheln. Sie fängt ab morgen bei uns als dein neues Kindermädchen an.
Deswegen wird sie jetzt nach Hause gehen und packen, damit sie morgen bei uns einziehen kann", erklärte Alexander ihr.
Elena strahlte und hüpfte aufgeregt auf und ab.
"Das ist super!", schrie sie.
Ich verabschiedete mich von Alexander und Elena und ging nach Hause, damit ich meine Sachen packen konnte.
Kapitel 3
Alexander hielt sein Wort, denn am nächsten Morgen stand ein komplettes Umzugsunternehmen vor meiner Tür.
Sie brachten die Kartons nach unten, ich musste gar nichts machen.
So einen Luxus hatte ich noch nie. Ich schaute mich in der Wohnung noch einmal um, nahm meine Handtasche und schloss die Türe hinter mir.
Draußen wartete ein schwarzer Jeep, Felix stieg aus und lächelte mich an.
"Frau Michels, ich soll sie abholen", erklärte Felix.
"Aber das wäre doch nicht nötig gewesen", sagte ich und ging auf Felix zu.
"Das habe ich gerne gemacht", er lächelte.
Felix war mir von vorne herein sympathisch, dass habe ich schon gemerkt, als wir gestern die Küche betraten.
"Ich glaube, dass deine Frau mich nicht besonders mag", platzte ich heraus.
Oh man, warum muss ich auch immer das sagen, was ich gerade denke. Aber meistens in den unpassenden Momenten, genau da, wo es nicht hingehört.
"Das hat nichts mit dir zu tun, Sarah. Elena ist uns beiden sehr ans Herz gewachsen.
Wir mussten mit ansehen, wie jedes Kindermädchen sie verlassen hat, nur weil sie manchmal Streiche spielt. Diese Frauen haben es nicht lange bei uns ausgehalten und deswegen ist Edna etwas misstrauisch, dass du Elena auch verlassen wirst.", erklärte Felix.
Jetzt wurde mir einiges klar.
Ist doch klar, dass Elena immer Streiche spielt, wenn sie kaum Aufmerksamkeit bekommt. Aber trotzdem verstehe ich nicht, warum die anderen Kindermädchen sich nicht mit ihr beschäftigt hat.
"Ich habe nicht vor Elena zu verlassen. Ich möchte mit diesem Kind arbeiten und das ist meine oberste Priorität.", antwortete ich selbstsicher.
Ich zeige Elena, wie man aus den Streichen etwas gutes machen kann.
Ich freue mich jetzt schon, wenn ich endlich meine Arbeit anfangen kann.
Felix und ich stiegen ins Auto und fuhren los.
Der Möbelwagen fuhr hinter uns her.
Nachdem wir am Gebäude ankamen, zeigte mir Felix, wie ich durch den Nebeneingang direkt zum Penthouse kam. So musste ich nicht ständig durch die Firma laufen.
Oben warteten schon Edna und Elena auf meine Ankunft.
Beide begrüßten mich herzlich. Obwohl ich dies nicht von Edna erwartet hätte.
"Papa hat gesagt, dass ich dir dein Zimmer zeigen soll. Er hat noch einen Termin, aber kommt später nach. Du darfst dir eins der Zimmer aussuchen", sagte Elena.
Sie nahm meine Hand und führte mich den langen Flur entlang.
Sie zeigte mir zwei wirklich unterschiedliche Zimmer.
Das erste war sehr geräumig und groß. Dort stand ein großer Kleiderschrank mit einem großen Bett, einer kleinen gemütlichen Ecke mit einem Sessel und einem runden Tisch. Außerdem war das Zimmer sehr hell, was gut für meine Bilder wäre.
Ich bekam bei diesem Zimmer wieder Lust zu malen.
Das zweite Zimmer war genau das Gegenteil von dem ersten.
Ich dachte mir, dass hier irgendetwas nicht stimmt.
"Elena, kann es sein, dass du mir mit dem zweiten Zimmer einen Streich spielen wolltest?", fragte ich und hockte mich dabei hin, um ihr genau in die Augen sehen zu können.
Elena konnte meinem Blick nicht lange standhalten und knickte ein.
"Ja, ich habe dir einen Streich gespielt. Aber sag es bitte nicht meinem Papa", bettelte sie.
"Also gut, wir machen einen Deal. Du spielst heute keine Streiche mehr und dafür erzähle ich nichts deinem Papa. Einverstanden?", schlug ich ihr einen Deal vor.
Elena strahlte und nickte eifrig.
"Gut, dann nehme ich das erste Zimmer, damit dein Vater deinen Streich nicht erkennt", ich zwinkerte ihr zu.
In dem Moment rief Edna zum Mittagessen und Elena lief in die Küche.
Ich ging in mein neues Zimmer, wo sich meine Kartons schon befanden. Also hatte ich Recht mit dem Streich von Elena.
Alexander hatte dieses Zimmer für mich vorgesehen. Kichernd fing ich an die Kartons auszupacken.
Das Zimmer war so geräumig, dass alles ohne Probleme in die Schränke passte. Ich hatte sogar noch genügend Platz, um meine Staffelei aufzustellen.
