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Beschäftigen dich oft belastende Gedanken? Tauchen in deinem Leben scheinbar immer wieder ähnliche Probleme auf? Fragst du dich oft: "Warum immer ich?!" Patrick Buholzer erzählt von seinem Weg, wie er sich selbst gefunden und lieben gelernt hat. Anhand von Beispielen aus seiner eigenen Lebensgeschichte zeigt er dir Möglichkeiten, mit deinen Herausforderungen umzugehen und immer das für dich Beste aus jeder Situation zu machen. Unterstützung und Halt fand der Autor dabei vor allem in der Spiritualität und der geistigen Welt. Deshalb teilt er mit dir einige Übungen, die ihn zu seiner Berufung als Trance- und Heilmedium geführt haben. Diese helfen dir, deine Sensibilität zu entdecken und deine innere Wahrnehmung zu stärken. Vielleicht schlummert in dir ebenso ein mediales Talent, von dem du noch nichts weisst? Lass dich von Patricks Geschichte ermutigen, immer an deine Fähigkeiten zu glauben und vor allem NIE aufzugeben!
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Seitenzahl: 190
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Patrick Buholzer
Das Leben zum ICH
Mein Weg zum Trance- und Heilmedium
Patrick Buholzer
Das Leben zum ICHmein Weg zum Trance-und Heilmedium
www.patrickbuholzer.ch
Impressum
Das Werk, einschliesslich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung
1. Auflage, Januar 2023
© 2023 Patrick Buholzer
Sprach. Lektorat und Korrektorat: Franziska Hülshoff
Cover- und Umschlaggestaltung: Patrick Buholzer
Coverfoto: Melinda Blättler, Melpic-Photography
Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand, Norderstedt
E-BOOK ISBN: 978-3-033-09684-4
PRINT ISBN: 978-3-033-09665-3
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einführung
Teil 1 – Meine Geschichte
Die ewige Frage «Wieso immer ich?»
Probleme mit der Gesundheit
Gesund werden mit Hilfe der geistigen Welt und neue Wege gehen
Teil 2 – Anfänge meiner Spiritualität
Die Standortbestimmung
Meine ersten Schritte als Medium
Meine Reise ans Arthur Findlay College (AFC) Stansted / England
Teil 3 – Ausbildung und Seminare
Was kam nach dem Arthur Findlay College
Trance Healing
Die geistigen Helfer
Trance Kommunikation
Teil 4 – Hilfen und Erkenntnisse
Positive und negative Einflüsse
Wie ich zu meiner Selbstliebe fand
Tiere als spirituelle Wegbegleiter
Teil 5 – Übungen und Erklärungen
Meditation: Sitting in the power
Die drei Blätter
Wo ist der Edelstein?
Der Briefkasten
Teil 6 – Abschluss…
Aus der Sicht von…
Schlusswort
Danksagung
Seit nun mehr als 20 Jahren verspüre ich das starke Verlangen, ein Buch zu schreiben. Ein Buch über mein Leben und den Weg, welchen ich bis jetzt gegangen bin – ein Weg zurück zu mir und zu meiner Bestimmung als Medium und spiritueller Coach. Ich fühle mich bereit und habe die Zeit und den Raum gefunden, meine Geschichte niederzuschreiben.
Gemeinsam mit dir gehe ich in diesem Buch meine Lebensgeschichte durch. Ich beginne bei meiner geprägten Kindheit, meinen gesundheitlichen Problemen, erzähle dir, wie ich wieder gesund wurde und wie ich nach und nach mehr in mein Sein fand. Auf diesem Weg unterstützt mich vor allem die geistige Welt, die ich dir ebenfalls näherbringen möchte.
Ich erzähle dir von meinem Prozess, zu mir zu finden und mich selbst lieben zu lernen. Mit meiner Lebensgeschichte möchte ich dich ebenfalls ermutigen, immer an deine Fähigkeiten zu glauben und vor allem NIE aufzugeben. Ich zeige dir einen möglichen Weg auf, wie du mit deinen Gedanken, deinen Problemen und all deinen Fragen umgehen kannst, die dich vermutlich beschäftigen und dir das Leben schwer machen. Anhand von Beispielen aus meiner eigenen Geschichte erkläre ich dir, wie du lernen kannst, dich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen und immer das Beste aus dir herauszuholen. Dies darfst du in deinem Tempo tun, das heisst so, wie du es als richtig empfindest. Denn nur du weisst, was gut für dich ist.
Um dir meine transformierende Lebensreise näherzubringen, findest du auf den folgenden Seiten beispielhafte Situationen aus meinem Leben und Einblicke in meine Vergangenheit, die meine spirituelle Entwicklung zum Medium geprägt haben.
Mein Leben war und ist eine stetige Reise des Lernens, des Hinfallens und wieder Aufstehens. Eine Reise des Fragens, wieso etwas passiert oder wieso etwas immer und immer wieder passieren muss. Eine Reise des zunehmenden Glaubens, dass ich immer das Richtige tue. Eine Reise zu mehr Selbstvertrauen und Mut, zu mir und meiner Lebensaufgabe zu stehen.
Du wirst feststellen, dass ich mich sehr oft mit denselben Fragen beschäftigte. Und zwar mit folgenden: «Warum immer ich?», «Wieso passiert mir das?» oder «Warum ist das jetzt so?».
Wegen dieser Fragen war ich eine lange Zeit gefangen in einem Zustand der sich wiederholenden Situationen. Ich habe oft viel Zeit und Energie verbraucht, sodass ich die wichtigen Sachen im Leben aussen vor liess. Wie zum Beispiel die Liebe, die Lebensfreude, meine Familie und Freunde und die Natur. Was für mich persönlich auch sehr wichtig ist, ist meine Verbundenheit mit der geistigen Welt. Vor allem Letzteres hat mir Klarheit gegeben - in mir und in meinem Leben. Erst als ich die geistige Welt für mich entdeckte, fand ich einen Sinn in vielen Erlebnissen aus meiner Kindheit oder meiner Vergangenheit! Ich fing an zu verstehen, wieso mir das alles passiert ist. Wieso ich immer wieder das Gleiche durchmachen musste und warum ich dies auch heute manchmal noch erleben muss.
Während meiner Reise kam es öfters vor, dass ich von meinem Körper dazu gebracht wurde, etwas Bestimmtes zu lernen. Vielleicht erkennst du dich in meinen Erlebnissen wieder und kannst so schneller handeln oder etwas an deinen Gewohnheiten ändern. Mein Buch kann für dich ein Weckruf sein, der dich vor schlimmeren gesundheitlichen Problemen bewahrt.
Ausserdem berichte ich dir von meinen Erfahrungen mit der Spiritualität und der geistigen Welt. Meine Hilfsmittel, die mich auf meinem Weg zurück zu meinem Talent als Trance- und Heilmedium gebracht haben, können für dich interessant sein. Vielleicht hast du ähnliche Erfahrungen gemacht, die dir noch gar nicht bewusst sind.
Zu diesen Hilfsmitteln gehören Übungen, um deine Sensibilität zu entdecken, zu verbessern oder deine persönliche Wahrnehmung zu stärken. Ein paar von diesen Übungen verwende ich noch heute in meinem Alltag. Zum Beispiel, wenn ich einen Rat brauche oder mir nicht ganz sicher bin, was der nächste Schritt ist. Diese Hilfsmittel unterstützen mich, mir meinem Gefühl sicher zu sein und so auch das für mich Richtige wahrzunehmen.
Ein ganz wichtiges Thema, welches in meiner Lebensgeschichte immer wieder auftaucht, ist die Selbstliebe und das Vertrauen in mein Talent. Jeder hat seine Talente und jeder kann lernen, diese zu nutzen. Alles, was wir dafür brauchen, ist den Glauben an uns selbst! Den Glauben, dass wir alles schaffen können, was wir möchten, damit wir uns nicht durch Selbstzweifel ausbremsen lassen.
«Im Leben kommt immer alles so, wie es muss oder darf.»
Heute weiss ich, dass es im Leben keinen falschen Weg und keine falschen Entscheidungen gibt. Denn alles, was wir im Leben machen oder lernen, bringt uns einen Schritt weiter. Selbst wenn wir immer und immer wieder hinfallen und nicht verstehen, wieso sich manche Lebenssituationen so schwer anfühlen. Schwieriger ist es, danach wieder aufzustehen und etwas aus der Situation zu lernen. So, dass man, wenn man wieder in eine gleiche Situation kommt, besser oder schneller handeln kann. Ich glaube ganz fest daran, dass alles, was im Leben passiert, passieren muss. Alles hat seinen Grund. Mein Ziel ist es, Menschen zu erreichen, welche einen ähnlichen Weg machen oder aktuell diesen Weg gehen. Ich will dir aufzeigen, dass es immer eine Lösung gibt, das eigene Leben zu ändern, um sich glücklicher, gesünder und vollkommen zu fühlen.
Ich habe einen grossen Teil meines Buches unter Trance geschrieben. So kam es, dass ich immer wieder überrascht wurde, wenn ich meine Texte las. Oft konnte ich mich nicht mehr erinnern, diese Worte wirklich selbst geschrieben zu haben. Ich wurde beim Schreiben von meinem Begleiter geführt und unterstützt.
Da es mir ein persönliches Anliegen ist, dir meine Geschichte so nahe wie möglich zu bringen, spreche ich dich mit du an. Ich spreche nie Geschlechter an, denn so kann ich meine Worte direkt aus der Seele an dich richten und muss nicht viel nachdenken. Das Hilft mir, die Nähe zum Leser besser zu spüren.
Lass uns diese Reise gemeinsam tun!
Ich bin Patrick Buholzer, 1980 in Stans NW geboren und wohne am wunderschönen Vierwaldstättersee. Ursprünglich habe ich eine Lehre als Lagerist abgeschlossen und arbeite heute als Trance- und Heilmedium. Allerdings bezeichne ich mich gerne als «Neuzeit-Medium», da ich den klischeehaften Vorstellungen eines Mediums eher wenig entspreche. Ich bin tätowiert, laufe gerne mit roten Schuhen oder einem roten Baseball Cap auf dem Kopf herum, liebe es Fussball zu schauen, verbringe gerne Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und habe sehr viel Blödsinn im Kopf. Ich habe meine Hochs und Tiefs, wurde und habe verletzt, habe manchmal Tage, an denen ich mich zurückziehe und meine Ruhe brauche, und auch ich musste mich mit gesundheitlichen oder emotionalen Problemen auseinandersetzen.
Im Großen und Ganzen unterscheide ich mich nicht von dir oder anderen. Nur dass meine Sinne vielleicht etwas ausgeprägter sind oder ich einfach meinen Fokus anders setze als andere. Ich könnte beim Einkaufen neben dir an der Kasse stehen und du weisst nicht, dass ich ein Medium bin. Vielleicht würde es dir auffallen, wenn wir ins Gespräch kommen. Manchmal werde ich neugierig gefragt, was ich beruflich mache. Dann rede ich offen über meine Leidenschaft.
Wenn man mich fragt, wie man ein Medium wird, sage ich immer dasselbe: Jeder kann ein Medium werden, sofern man das möchte. Wir alle haben dieses Talent in uns und sind in Verbindung mit der geistigen Welt.
Diese Begleiter aus der geistigen Welt (oder auch Guides, Helfer, Wächter, Tiere oder Freunde, die von uns gegangen sind) sind immer an unserer Seite, ob wir es wissen oder nicht. Sie unterstützen uns, weisen uns den Weg und wollen immer das Beste für uns. Die Frage ist nur, ob du ein Medium werden möchtest und ob du bereit bist, Zeit dafür aufzuwenden. Denn eines muss dir bewusst sein:
«Wenn du den Weg zum Medium einschlägst, wird sich deine Sicht aufs Leben komplett verändern!»
Hast du das Gefühl, dass du irgendwie anders bist?
Ich spürte bereits als kleiner Junge, dass ich anders als die anderen Kinder war. Ich fühlte mich oft wie am falschen Ort und wusste nie genau, wie ich damit umgehen sollte.
Stell dir vor, du bist zum Beispiel bei einem Familienfest. Doch irgendetwas fühlt sich für dich komisch an. So als ob du nicht dazugehörst oder außen vor bist. Du kommst dir vor, wie das schwarze Schaf in einer Herde von weissen Schafen. Zwar bist du ebenfalls ein weisses Schaf und doch irgendwie anders. Selbst ein Außenstehender sieht sofort, dass das schwarze Schaf aus der Masse heraussticht. Bei mir war es auch so. Nicht weil ich optisch anders aussehe, sondern eher, weil ich mich so fühlte.
Unsere Familienfeste waren für mich immer ein Erlebnis, ich mochte sie sehr. Trotzdem wusste ich nicht genau, wie ich mich verhalten sollte. Ich spürte, dass ich mit meinen Gefühlen, Gedanken und Eindrücken oft allein war. In meiner Verwandtschaft schien es niemanden zu geben, der mir ähnlich war oder verstehen könnte, was emotional in mir vorging. So fühlte ich mich allein, obwohl ich mitten unter Menschen war.
Durch meine sensitive Wahrnehmung spürte ich Dinge, die ich in meinen jungen Jahren nicht erklären oder verstehen konnte. Ich spürte die Emotionen, die Freude, das Leid, Trauer, Wut und auch Schmerz. Ich spürte, wer es ehrlich meinte oder wer nicht. Wer jemanden wirklich mochte oder wer einfach nur eine Rolle spielte. Genau diese Rollen konnte ich als kleiner Junge nicht verstehen. Wie kann man jemandem etwas sagen, es jedoch nicht so meinen, aber trotzdem so tun, als ob dies die einzige Wahrheit wäre? Dieser unaufrichtige Umgang war sehr schwer für mich zu verstehen.
Unsichtbare Energien konnte ich schon von Kindheit an wahrnehmen. Dies war verwirrend für mich, denn oft wusste ich nicht, ob mir mein Unterbewusstsein einen Streich spielte oder diese Energien wirklich da waren. Das Schwierigste daran war, dass ich nie darüber sprechen konnte. Ich hatte grosse Angst, dass man mich deshalb plötzlich anders anschaut oder für verrückt erklärt. Es fiel mir in jungen Jahren schwer, mich mit meiner sensitiven Wahrnehmung anzunehmen.
Aus diesem Grund fing ich an, meine Gabe zu ignorieren. Ich verschloss mich. Dies fiel mir nicht immer leicht, doch mit der Zeit funktionierte es immer besser und ich spürte die vielen Energien nicht mehr so stark und deutlich.
Ich wurde bereits in Kindheitsjahren von einem tiefen Urvertrauen begleitet und hatte das Gefühl, dass mich etwas in die richtigen Bahnen leitete.
Etwas, was ich allerdings nie abstellen konnte, war meine Hypersensibilität für Gefühle anderer. Ich konnte jemanden nur anschauen und wusste genau, wie sein Gemütszustand war. Dafür brauchte es nur einen Blick und mir war sofort alles klar. Dies hat mich auch die folgenden Jahre etwas überfordert, denn zu meiner Hypersensibilität kam auch noch ein sehr starkes Helfersyndrom dazu. Ich wollte immer allen helfen und für alle da sein. Vor allem wenn ich spürte, dass sie aufgewühlt waren, Ängste oder Sorgen hatten. Doch musste ich irgendwann feststellen, dass ich nicht immer allen helfen oder sie vor ihren eigenen Gefühlen bewahren kann.
Durch diverse Erlebnisse und Erfahrungen in meiner Kindheit bin ich dann in meiner Jungend in die eher mental fokussierte Richtung gerutscht. Ich fing an, andere Menschen in Schubladen einzuordnen. Das ging so weit, dass ich nur jemanden anzusehen brauchte und schon mein Urteil fällte. Dieses Urteil entschied darüber, ob ich mit dieser Person zu tun haben wollte oder nicht. Heute glaube ich, dass ich zu dieser Zeit einiges verpasst habe und aufgrund dieser Einstellung ganz vielen spannenden Menschen keine Chance gegeben habe. Ich bin froh, dass ich heute offen auf die Menschen zu gehe. Klar kann es vorkommen, dass ich bei einer Person kein gutes Gefühl habe. Aber das ist völlig normal, denn wir können nicht mit der ganzen Welt befreundet sein. Ich erinnere mich dann daran, dass es der anderen Person vielleicht mit mir ähnlich geht. Ein paar Worte können schon vieles verändern und vielleicht entsteht plötzlich eine Freundschaft zu jemandem, bei dem du es nicht erwartet hättest.
Urteile nicht zu schnell, lass dich nicht von der Meinung anderer beeinflussen. Gib jedem die Chance, die er/sie verdient hat. Du kannst dir später immer noch selbst ein Bild machen und entscheiden, was aus dieser Begegnung wird.
Alle Erlebnisse in meiner Kindheit haben mich hart gemacht, aber auch etwas abgestumpft. Ich hatte lange grosse Mühe, von Anderen Hilfe anzunehmen und wollte immer alles selbst regeln. Dies ist aus meiner heutigen Sicht sehr verständlich, da ich schon so früh lernen musste, mir selbst zu helfen. Heute habe ich zwar immer noch meinen eigenen Kopf und möchte vieles selbst lösen, durfte jedoch feststellen, dass ich nicht alles allein schaffen kann. Manchmal braucht es auch einen Blick aus der Distanz und jemanden, der mich darauf aufmerksam macht. Vor allem, wenn ich mich schon länger mit einem Thema beschäftige, wenn ich vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehe.
Mittlerweile habe ich gelernt, mit meiner Hypersensibilität umzugehen und mein Helfersyndrom lebe ich als Heiler und Medium aus. So kann ich mit meinen Talenten anderen helfen. Es erfüllt mich zu sehen, wie meine Klienten nach einer Behandlung wieder lachen können, Freude haben, den Ballast los sind, welchen sie manchmal über viele Jahre mit sich getragen haben. Ebenso wie sie von Schmerzen befreit werden oder auch Antworten auf ihre drängenden Fragen bekommen, die sie zuvor nicht einmal konkret gestellt haben. Es ist für mich stetig faszinierend zu sehen, wie jede Behandlung anders ist und wie ich die Veränderung des Klienten wahrnehmen oder sehen kann.
Meinen Klienten nehme ich schon vor der eigentlichen Sitzung wahr und merke, dass meine geistigen Helfer mit ihm arbeiten. So kann ich dem Klienten bei der Sitzung bereits sagen, was ich vorab wahrgenommen habe, und schaffe eine Basis. Jedoch lasse ich lieber den Klienten zuerst erzählen, was seine Beweggründe für die Behandlung sind. So können durch mein Zuhören bereits Blockaden gelöst werden.
Während eines Gespräches stelle ich die Fragen so, dass es beim Klienten automatisch anfängt zu arbeiten. So kann er eine Eingebung bekommen oder ihm wird etwas klar, woran er vorher nicht gedacht hat. Manchmal reicht ein kleiner Anstoss von mir und schon fängt es im Klienten an zu arbeiten. Es kann auch vorkommen, dass ich Klienten habe, bei denen ich selbst fast erdrückt werde vor Trauer oder Schmerzen. Dies ist jedoch nur von kurzer Dauer und ich habe mit der Zeit gelernt, dass diese Emotionen oder Schmerzen nicht die meinen sind, und so kann ich diese nach einer Behandlung wieder loslassen.
Da ich während einer Heilsitzung in einem bewusstseinsveränderten Zustand bin, in dem ich alle meine Sinne so verstärke, dass ich auch die feinstofflichen Infos wahrnehmen und weitergeben kann, schütze ich mich und kann besser mit den diversen Situationen umgehen. Ich habe auch das Glück, dass ich beim Verlassen der Praxis keinerlei Emotionen oder Schmerzen mitnehme.
Ich kann mich noch gut an die Worte eines Tutors erinnern, welcher einmal zu mir sagte: «Wir sind Männer und dürfen unsere Emotionen nicht so zeigen.» Mir ist es jedoch wichtig, dass ich meine Emotionen zeige und diese auch zeigen darf, wenn ich es für richtig halte. Es hilft mir, wenn ich die Emotion selbst spüren kann und dadurch weiss, wie es dem Klienten geht. Jedoch muss ich dabei voll bei mir sein und den Fokus auf dem Klienten haben. Denn nur so kann ich das Optimum aus einer Behandlung herausholen und dem Klienten wirklich helfen.
Diesen Gedanken kennst du sicher auch. Du bist zu Hause, sitzt auf deinem Sofa und denkst über dein Leben nach. Dabei stellst du dir die Fragen: «Wieso immer ich?», «Wieso passiert mir das?» oder «Warum ist das jetzt so?».
Das habe ich eine sehr lange Zeit immer wieder gemacht. Ich verstand nicht, wieso ich immer wieder Schwierigkeiten hatte, während andere einfacher durchs Leben zu gehen schienen. Ob es für die Anderen wirklich so einfach war, sei dahingestellt, denn das kann ich gar nicht beurteilen. Doch für mich hat es zu diesem Zeitpunkt immer so ausgesehen. Vielleicht geht es dir ja auch so wie mir und auch du stellst dir diese Fragen immer wieder?
Wenn ja, dann habe ich eine Frage an dich:
«Hast du auch das Gefühl, dass jede Erfahrung oder alles, was du erleben musstest, dich auf deinem Weg weitergebracht hat?»
Denk gerne mal darüber nach. Du wirst feststellen, dass, egal wie viel du erlebt oder durchgemacht hast, sich immer wieder etwas Neues ergeben hat, sich dir neue Türen geöffnet haben.
So wurde ich schon im jungen Alter mit dem Tod konfrontiert. Mein Grossvater war sehr stark an Krebs erkrankt und ich erlebte die Bestrahlungen und Chemotherapie mit, die er über sich ergehen lassen musste. Leider waren diese nicht erfolgreich, sodass er bald verstarb. Für mich war es als Kind natürlich gar nicht einfach zu verstehen, dass einfach so ein geliebter Mensch aus dem Leben gerissen wurde. Heute weiss ich aber, dass es ihm jetzt besser geht, da ich mit seinem Geist verbunden bin und ihn spüren kann. Manchmal rieche ich sogar seinen ganz eigenen Rauchgeruch, wenn ich an ihn denke. Auch meine Liebe und Verbindung zu Tieren habe ich von ihm erhalten. Wenn ich irgendwo in der Natur bin und Schafe sehe, muss ich oft kurz schmunzeln und spüre mit einem Lächeln im Gesicht sofort die Leidenschaft meines Grossvaters zu diesen Tieren.
Was zum Zeitpunkt seines Todes für mich als zehnjähriger Junge besonders schwer zu verarbeiten war, war all die Trauer und die Emotionen der ganzen Familie. Ich konnte das Leid und die Emotionen aller hautnah spüren, sodass es mich fast zerriss. Bei der Beerdigung fühlte ich mich wie ein Schwamm, welcher alle diese Emotionen aufsog. Mir war richtig übel und ich wusste nicht, wie ich mit all diesen Gefühlen umgehen sollte. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich dastand, die Leute anschaute und mich fragte, wieso ich sie alle spüren konnte.
Dieser Tag war der Grund, weshalb ich eine lange Zeit nicht gerne an Beerdigungen teilnahm oder auf Friedhöfe ging. Obwohl der Friedhof für mich stets ein Ort der Ruhe und des Gedenkens war, waren mir die Emotionen und Energien zu viel.
Nach dem Tod meines Grossvaters wurde mir das erste Mal bewusst, dass ich etwas lernen durfte:
«Ich muss die Emotionen anderer nicht übernehmen und kann ihnen diese nicht abnehmen.»
Jeder verarbeitet seine Trauer selbst und das kann ich „leider“ niemandem abnehmen. Es ist wichtiger, dass man sich gegenseitig beisteht und beim Trauern unterstützt. Wenn man von jemandem gestützt wird, fällt das Verarbeiten auch etwas leichter.
Ich hatte eine sehr schöne Kindheit. Obwohl ich aus heutiger Sicht gewisse Sachen etwas anders gemacht hätte. Meinem Bruder und mir hat es an nichts gefehlt. Wir hatten ein Dach über dem Kopf, immer etwas zu essen auf dem Tisch, viele Spielsachen, Natur ums Haus zum Spielen und die Möglichkeit, in den Urlaub zu fahren. Wenn wir etwas brauchten, haben wir es meistens bekommen. Unsere Eltern haben immer das Bestmögliche getan, damit es uns gut ging. Auch wenn es nicht immer leicht war mit uns, wollte sie immer das Beste für uns und schauten immer, dass es uns gut ging.
Schon von klein auf habe ich mit Tieren gelebt. Die Eltern von meinem Papi lebten auf einem grossen Bauernhof mit Kühen und vielen anderen Tieren. Die Eltern von meiner Mami hatten Schafe und Hasen. So kam ich schon sehr früh mit Tieren und der Natur in Berührung. Heute gehe ich in die Natur, wenn ich merke, dass es mir nicht so gut geht oder ich etwas Luft zum Atmen brauche. Am liebsten laufe ich irgendwo, wo ich auf Tiere treffe, weil ich dann die Verbundenheit zu meinen Grosseltern spüre.
Vor ein paar Jahren kam das sehr häufig vor. Seit ich etwas mehr in der Natur wohne und es am Abend sehr ruhig ist, kann ich auch zu Hause gut abschalten und Energie tanken. Den Blick auf den See geniesse ich so sehr und er hilft mir, mich zu entspannen. Mittlerweile gehe ich auch einfach so gerne in die Natur und bin immer wieder erstaunt, wie oft ich Tiere antreffe. Diese Momente möchte ich nicht mehr missen. Manchmal reicht es mir schon, den verschiedenen Vogelarten auf meinem Balkon zuzuschauen.
«Es gibt Gespräche, die dein Leben komplett auf den Kopf stellen.»
Ein sehr prägendes Erlebnis war, als sich in der 5. Primarklasse meine Eltern getrennt haben. Das war eine Situation, welche ich überhaupt nicht verstehen konnte oder wollte. Ich kann mich noch sehr gut an den Moment erinnern, als ich mit meinem Bruder und meiner Mami zu Hause am Mittagstisch sass und sie zu uns sagte, dass sie einen neuen Partner habe und sich von unserem Papi trennen wird. Diese Gefühle von Wut, Unverständnis und Trauer waren derart überwältigend, dass ich sie kaum in Worten beschreiben kann.
Da ich nach dieser Neuigkeit nicht mehr zu Hause sein wollte, machte ich mich wieder auf den Weg zurück zur Schule. Ich konnte meine Mami nicht mehr ansehen, geschweige denn mir anhören, was sie zu sagen hat.
Es war immer noch Mittagszeit und ich war allein auf dem Schulhof, sodass ich nach dieser Schocknachricht etwas Zeit für mich hatte. Tausend Gedanken wirbelten mir durch meinen Kopf und ich realisierte langsam, was genau gerade passiert war. Allein sass ich auf der Schulhaustreppe, das Gespräch zuvor in meinem Kopf und mir flossen die Tränen. Ich spürte einen Schmerz im Herzen, den ich so nicht kannte, und gleichzeitig hatte ich viele Fragen in meinem Kopf.
