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Ob Alter, schwere Krankheit, Unfall oder Verschwinden des Hundes– früher oder später müssen wir uns von unserem Freund verabschieden. Dem kann eine lange Zeit zwischen Hoffen und Bangen vorausgehen, oder aber unser Hund wird von unserer Seite gerissen und wir bekommen nur wenig oder gar keine Zeit, um uns von ihm zu verabschieden. In schweren Situationen wie diesen ist für uns Menschen das Gefühl, dem Geschehen ohnmächtig und hilflos ausgeliefert zu sein, oft das Schlimmste. Mit fundierten Informationen zu den verbleibenden Möglichkeiten – wie beispielsweise Palliativversorgung und Einschläferung, Bestattungsmöglichkeiten und Gedenken – und zahlreichen Anregungen zur Selbstreflexion und Entscheidungsfindung lädt Michaela Schwestka in ihrem Buch einfühlsam dazu ein, allen dazugehörigen Gefühlen Raum zu geben. Hierbei geht es keinesfalls um "Richtig" oder "Falsch", sondern vielmehr darum, im Dschungel der Meinungen und Möglichkeiten beizeiten einen eigenen Standpunkt zu entwickeln. So kann es gelingen, das letzte Stück des gemeinsamen Weges bewusst und (selbst-)fürsorglich zu gestalten und die verbleibende Zeit – wie lang oder kurz sie auch sein mag – als etwas sehr Kostbares zu erleben.
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Seitenzahl: 170
Veröffentlichungsjahr: 2022
Michaela Schwestka
Das letzte Stück des Weges
Den Abschied vom Hund bewusst gestalten
Kynos Verlag
© 2022 KYNOS VERLAG Dr. Dieter Fleig GmbH
Konrad-Zuse-Straße 3 • D-54552 Nerdlen/Daun
Telefon: +49 (0) 6592 957389-0
www.kynos-verlag.de
eBook-Ausgabe der Printversion
eBook ISBN: 978-3-95464-292-2
ISBN der gedruckten Ausgabe: ISBN 978-3-95464-285-4
Bildnachweis:
Alle Fotos inkl. Titelbild von Daniel Kernchen, außer:
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S. 32, 186: Michaela Schwestka
S. 139: Romy Fischer und Tanja Brauner
S. 141: Thomas Hahn / Tierfriedhof Nürnberg
S. 145: Rosengarten Tierbestattungen Pressematerial
S. 152: Sandra Baumgartl (links), Melissa Linsel (rechts)
S. 153: privat (oben), Viktoria Reiß (unten)
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Page numbers taken from the following print edition: ISBN 9783954642946
Note to Readers
Wie Sie dieses Buch für sich nutzen können
Warum schreibt man ein Buch über den Tod?
1.Mensch und Hund – treue Gefährten auf dem gemeinsamen Weg
Glück kann man doch kaufen
Nur ein Hund?
Du bedeutest mir so viel(es)
Coming-out: Ich liebe einen Hund
Mensch und Hund – eine Erfolgsstory
Mein eigen Fleisch und Fell
Hund macht gesund
Oxytocin – Kuschelhormon und Beziehungskitt
Glücklich in Schieflage – eine asymmetrische Beziehung
Wedelnde Werte
2.Entscheidungen treffen – Routenplanung
Die Qual der Wahl – oder die, keine zu haben
Eine Nacht darüber schlafen
Quantitative Pro – und Contra-Liste
Expertenrat oder Peer to Peer
Perspektivwechsel
Wertebasiert entscheiden
Selbstregulation statt Selbstkontrolle
Somatische Marker und Körpergefühl
Hinwendung oder Abwendung
Die Körperwahrnehmung trainieren
Konsens innerhalb der Familie finden
Irren ist menschlich
3.Sterben, Tod und Abschied – Gedanken über Weg und Ziel
Der Tod benutzt den Hinterausgang
Ein Bild entsteht durch Licht und Schatten
Kostbare Zeit
Was macht die Vorstellung vom Tod so schrecklich?
Darf mein Hund sterben?
Das Prinzip Hoffnung
Zwischen Fürsorge und Überforderung
Willkommen im Kabinett der Gefühle
4.Achtung, Absturzgefahr! – wenn der Weg jäh endet
Unfall oder schwere Verletzung des Hundes
Plötzliche schwere Erkrankung des Hundes
Wenn der Hund verschwindet
Der unmögliche Abschied – mit der Ungewissheit leben
Wenn der Hund zurückbleibt
Abgabe des Hundes aus persönlichen Gründen
5.An der letzten Wegbiegung – wenn das Ende absehbar ist
Alter und chronische Erkrankung
Der alternde Hund
Leben mit einem älteren Hund
Geriatrie in der Tiermedizin
Palliativmedizin und Sterbebegleitung
6.Das letzte Stück trage ich Dich – wenn den Gefährten die Kraft verlässt
Kontrolle um jeden Preis?
Was ist Leid?
Palliative Versorgung – Lebensqualität im Zentrum
Wie sieht ein Palliativkonzept aus – wer ist daran beteiligt?
Wie finde ich palliativmedizinische Unterstützung?
Was kann ich noch für mein Tier tun?
Eigene Wahrheit und sich scheidende Geister
Der Preis der Trauer für den Mut zu lieben
Was geschieht beim Sterben?
Feststellung des Todes
Die Zeit unmittelbar danach – dem Tod ins Angesicht schauen
Feierliche Abschiednahme
Kinder und Tod des Hundes
Andere Tiere und Tod des Hundes
Einige wichtige Formalitäten
Einschläfern – Fluch oder Segen?
Zu Hause oder in der Tierarztpraxis?
Was geschieht beim Einschläfern?
Für die Einschläferung verwendete Substanzen
So läuft das Einschläfern ab
Soll ich bis zum Ende dabei sein?
Abschied in der Tierarztpraxis
7.Unser Reisetagebuch –letzte Ruhe und Gedenken
Wie will ich Deiner gedenken?
Letzte Ruhe
Tierkörperbeseitigung
Weltraum-, Mondbestattung & Co.
Beerdigung im (eigenen) Garten
Beerdigung auf einem Tierfriedhof
Die Einäscherung in einem Krematorium
Ablauf der Einäscherung
Umgang mit der Asche
Sammelkremierung und Basiskremierung
Bestattungsunternehmen oder Eigenregie?
Was macht eigentlich ein Tierbestatter genau?
Mit welchen Kosten muss ich rechnen?
Sterbeversicherung für Haustiere
Mensch-Hund-Grab – für immer vereint
Andenken und Gedenken
8.Alleine weitergehen – die Zeit und die Gefühle danach
Die erste Zeit „danach“
Die Zeit der Trauer
Das Bild von den Trauerwellen
Vom Berg zum Kieselstein
Alles, was ist, darf sein
Über die Lücke verbunden bleiben
Erschwerte Trauer
Schuld verbindet
Trauma verhindert Trauerarbeit
„Pathologische“ Trauer und wann Sie sich professionelle Hilfe holen sollten
9.Den Blick heben – wieder offen werden für neue Begegnungen
Ein neuer Gefährte?
Anhang
Wenn man ein Buch über den Tod geschrieben hat …
Von Herzen Danke!
Über die Autorin
Literaturangaben und Referenzen
Persönliche Empfehlungen
Allen Tieren, denen im Leben und im Sterben eine würde- und liebevolle Zuwendung versagt geblieben ist.
Allen Menschen, die den Preis der Trauer zahlen – für den Mut zu lieben.
Dieses Buch möchte viel mehr ein Begleiter als ein Ratgeber sein. Es enthält neben dem Fließtext, der Ihnen hauptsächlich Informationen liefern soll, deshalb zahlreiche Anregungen zur Selbstreflexion anhand von Impulsfragen oder kleinen Übungen. Darüber hinaus finden Sie Checklisten, die es Ihnen erleichtern sollen, sich für den Notfall zu wappnen und dann nichts Wesentliches zu vergessen.
Im Buch gibt es bewusst keinen Leerraum, in den Sie Ihre Antworten eintragen können, denn dieser ist erfahrungsgemäß immer zu klein – oder so groß, dass man sich gegebenenfalls unter Druck setzt, diesen füllen zu müssen. Ob Sie Ihre Antworten überhaupt schriftlich festhalten möchten, ob Sie in Ihrer Familie diskutieren wollen und es mehrere Antworten gibt, ob jeder für sich zu verschiedenen Zeitpunkten vielleicht unterschiedliche Antworten findet – alles ist möglich und soll auch nicht in ein vorgegebenes Schema gepresst werden. Werden Sie – wenn Sie möchten – kreativ und erfinderisch. Legen Sie sich ein Heft oder Buch an, malen Sie Bilder, gestalten Sie etwas – oder nehmen Sie die Fragen und Anregungen schlicht als Impulse.
Suchen Sie sich für die Selbstreflexionsübungen am besten einen ruhigen Ort, an dem Sie eine Weile ungestört sein können. Bevor Sie sich den Fragen widmen, versuchen Sie ein wenig zur Ruhe zu kommen, abzuschalten und Raum für Ihre ganz persönlichen Antworten in sich zu schaffen. Manchmal kann es hilfreich sein, dass Sie sich in einer zweiten Runde ganz bewusst fragen, ob die gefundenen Antworten wirklich Ihr tiefstes persönliches Empfinden wiedergeben – oder ob Sie sich vielleicht an der einen oder anderen Stelle von Erwartungen, die von außen an Sie gestellt werden, haben leiten lassen. Wann immer in Ihren Antworten „man“ statt „ich“ oder „sollen“, „müssen“ oder „nicht dürfen“ vorkommt, kann sich ein zweiter Blick lohnen.
Ach ja: als Hundebesitzer (oder auch als Vater oder Mutter) sind Sie vermutlich sehr vertraut mit dem Gefühl „wie man es macht, macht man es falsch“. Zumindest wird es immer einen „Experten“ geben, der das so sieht und es Ihnen – gerne auch unaufgefordert – mitteilt. Wahrscheinlich hat sich schon das eine oder andere Mal ein moralisch erhobener Zeigefinger auf Sie gerichtet, vielleicht haben Sie selbst ab und an das Bedürfnis, ihn auf sich selbst oder andere zu richten.
Beim Schreiben dieses Buches habe ich immer wieder gemerkt, wie ich gezögert habe, ein Wort, einen Begriff zu verwenden, ein Thema anzusprechen oder dass ich manchmal völlige innere Leere gespürt habe und selbst nicht mehr wusste, wo ich gerade stehe. Umso besser. Denn natürlich bin auch ich vor allem Mensch, liebende Hundemutter und das Ergebnis meiner Prägungen und Erfahrungen. Als Autorin dieses Buch möchte ich es gerne „richtig“ machen, so hilfreich wie möglich und bestenfalls im Sinne jedes einzelnen Lesers. Was schlicht unmöglich ist, aber eine bemerkenswerte Brücke zum Thema dieses Buches schlägt. Das nun das Ergebnis der unzähligen Entscheidungen ist, die ich auf dem Weg des Schreibens getroffen habe.
Ich möchte Sie deshalb ermuntern, beim Lesen einfach alles als Anregung zu sehen. Nicht mehr und nicht weniger. Picken Sie sich heraus, was Ihnen hilfreich und wertvoll erscheint und lassen Sie das Übrige links liegen. Wenn Ihnen etwas total gegen den Strich geht, kann dies auch ein Geschenk für Ihre Selbstreflexion sein. Spüren Sie in sich hinein, was genau Sie an einer Aussage „triggert“, diskutieren Sie mit den Menschen um sich herum. Denn genau darum soll es ja gehen: dass Sie in der Masse des Angebots, der Menge an Optionen, der Vielzahl an Sichtweisen, Überzeugungen und Meinungen Ihre ureigenen Antworten und Ihren persönlichen und stimmigen Weg finden, der Ihrer eigenen Einzigartigkeit, der Ihres Hundes und der Ihrer Beziehung zueinander liebevoll und fürsorglich Rechnung trägt.
Und ein letzter Punkt vorab:
„Wenn Sie als Hundebesitzer oder Hundebesitzerin mit Ihrem Hund oder Ihrer Hündin beim Tierarzt oder bei der Tierärztin sind,....“ – solche Satzanfänge hätte es durchaus geben können. Ich wollte Sie Ihnen und mir gerne ersparen. Einer guten Lesbarkeit halber bleibe ich – überwiegend – bei der männlichen Form. Außerdem kann, wenn ich von „Tierarztpraxis“ spreche, dies fast immer auch durch „Tierklinik“ ersetzt werden, je nachdem, wo Sie Ihren Hund im individuellen Fall behandeln lassen.
Als junge Medizinstudentin war es mein höchstes Ziel, Menschenleben zu retten. Ich im Kampf gegen Krankheit und Tod. Ich erinnere mich an eine motivierende Vision, die mich durch die Prüfungszeiten getragen und die weniger schönen Seiten des Studiums hat aushalten lassen: Ich, wie ich in leuchtend orangefarbener Weste und Sicherheitsschuhen aus einem noch nicht ganz gelandeten Rettungshubschrauber auf die Autobahn springe und zur Unglücksstelle eile.
Daraus ist nie etwas geworden. Als ich nach dem Studium zu arbeiten begann, lag auf dem Metalltisch vor mir ein menschlicher Leichnam. Dieses Szenario sollte einige Jahre lang einen wesentlichen Teil meines Berufsalltags ausmachen. Als Pathologin war der Tod für mich tagtäglich präsent. Ob nun tatsächlich in Form eines verstorbenen Menschen oder bei der Untersuchung von Gewebeproben: die Endlichkeit des Lebens lief immer mit. Damals wurde mir bewusst, was eigentlich „sonnenklar“ ist: Dass man – respektive ich – den Tod überhaupt nicht verhindern kann. Allenfalls hinauszögern. Keiner von uns kommt hier lebend raus.
Was hier ein wenig „flapsig“ klingen mag, war für die junge Frau, die ich damals war, der Beginn eines nicht ganz leichten, aber sehr wertvollen Lernprozesses. Von der Abwehr und dem Wegschieben meiner Gedanken an und über den Tod über die Akzeptanz, dass er zu unser aller Leben gehört, bis hin zu der Überzeugung, dass in der Beschäftigung mit dem Tod ein ganz wesentliches Geschenk für unser Leben liegen kann. Natürlich ist dieser Prozess noch längst nicht abgeschlossen und wird sich bis zu meinem eigenen Tod stetig verändern und wandeln.
In der Pathologie arbeite ich schon lange nicht mehr. Nach einigen Jahren habe ich mich – durchaus mit einem lachenden und einem weinenden Auge – einer meiner anderen großen Leidenschaften zugewandt: dem Schreiben. Als medizinische Redakteurin habe ich heute das große Glück, beides – medizinisches Interesse und Schreiblust – miteinander verbinden zu können. Der ursprüngliche Wunsch, Menschen zu helfen, blieb allerdings immer tief in mir verwurzelt und, um dies ganz direkt und unmittelbar tun zu können, legte ich noch eine therapeutische Ausbildung nach. Seit 2015 bin ich als Systemische Therapeutin und Mediatorin freiberuflich tätig.
„Und wo bleibt der Hund?“ fragen Sie sich vielleicht. Der Hund war eigentlich immer schon da. Seit meinem zwölften Lebensjahr war – bis auf eine mehrjährige Pause nach dem Tod meines Golden Retrievers Lorbas – immer ein Vierbeiner an meiner Seite. Ein Umstand, für den ich zutiefst dankbar bin. Meine Hunde haben mir in vielerlei Hinsicht einen Spiegel vorgehalten. Durch sie sind, wie durch ein Brennglas, Verhaltensweisen und Muster zu Tage getreten, die mich auch in anderen Zusammenhängen durch mein Leben begleiten. Sie haben mich immer wieder darauf aufmerksam gemacht, was mir wirklich wichtig ist. Und sie haben mich manchmal an meine Grenzen gebracht. Zum Beispiel, indem sie mich mit meinen Ängsten konfrontiert haben oder mit meinem Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrolle. Nicht zuletzt aufgrund dieser eigenen Erfahrungen gibt es seit einigen Jahren das Coaching-Projekt „Mensch, Hund!“, das ich gemeinsam mit meinem Mann betreibe und das sich mit dem Ende der Leine beschäftigt, das der Besitzer in der Hand hält.
Ihnen allen, die Sie nun gerade dieses Buch in den Händen halten, brauche ich wohl nicht zu erzählen, welches Glück es bedeutet, sein Herz an einen Hund zu verschenken und ein Hundeherz geschenkt zu bekommen. Von dem gemeinsamen Leben und der wunderbaren Beziehung soll auf all den folgenden Seiten ganz viel die Rede sein. Auch wenn wir all das vom Ende her betrachten und zudem einen ausgiebigen Blick auf die Kehrseite des Glücks werfen wollen.
Die wenigsten von uns beschäftigen sich gerne mit dem Tod, der eigenen Vergänglichkeit oder der uns nahestehender Lebewesen. Tatsache ist jedoch, dass der Tod uns alle eint, jeder von uns wird sterben. Und natürlich tun es auch unsere Hunde.
In der Arbeit mit meinen Klienten sind dies zentrale Themen. Und, wenn es nicht um den Tod an sich geht, dann geht es doch sehr oft um Abschied und Loslassen von Vertrautem, von Glaubenssätzen und Mustern, von Wünschen und Vorstellungen, von Jugend und körperlicher Unversehrtheit und natürlich auch von geliebten Menschen und Tieren. Alles Leben ist Veränderung, jeder einzelne Augenblick stirbt gewissermaßen in den nächsten hinein.
Was unsere Hunde angeht, so ist es wohl der „Normalfall“, dass unser Liebling vor uns geht. Dass es „normal“ ist, macht es allerdings kein bisschen leichter. Im Gegenteil, es macht es sogar besonders schwer: In (hoffentlich) wenigen anderen wesentlichen Beziehungen, die wir im Laufe unseres Lebens eingehen, ist der Abschied vorprogrammiert und in (hoffentlich) noch weniger Fällen sind wir es, die dabei den Hauptanteil an Verantwortung und Entscheidungen tragen müssen. Und in den allerwenigsten Fällen kann es (hoffentlich) passieren, dass unser Schmerz über den Verlust von unserem Umfeld nicht ernstgenommen, dass unsere Trauer nicht verstanden wird. Es war doch „nur ein Hund“.
In diesem Buch möchte ich dieser außergewöhnlichen Beziehung, aber auch den gerade genannten Besonderheiten Raum geben. Ich möchte Sie zu einer behutsamen Auseinandersetzung, bestenfalls „ohne Not“, einladen. Ich möchte Sie informieren: zum Beispiel darüber, was beim Sterben geschieht, welche Möglichkeiten die Sterbebegleitung bietet, wie eine Einschläferung abläuft und welche Optionen es gibt, mit dem Hundekörper nach Eintritt des Todes zu verfahren. Ich möchte Ihnen für die letzte Phase des Zusammenlebens mit Ihrem Hund Entscheidungshilfen und Unterstützungsangebote an die Hand geben, Sie in der Phase unmittelbar nach dem Tod Ihres Hundes ein kleines Stück begleiten und Ihnen auch für diese Zeit Anregungen und Informationen mitgeben.
In schweren Situationen ist es für uns Menschen oft das Schlimmste, dass wir das Gefühl haben, dem Geschehen ohnmächtig und hilflos ausgeliefert, nicht handlungsfähig zu sein – nichts tun zu können. Informiertheit ist eines der wirksamen „Gegengifte“ hierfür. Weitere sind geistige und emotionale Klarheit. Wenn wir einen Standpunkt haben, wenn wir gut mit uns selbst und mit unserem Tier in Kontakt sind, dann gibt uns dies Halt, um der Angst entgegenzutreten. Nicht kämpferisch abwehrend, sondern liebevoll zugewandt. Mit Hilfe der Selbstreflexionsfragen in diesem Buch können Sie sich in vielerlei Hinsicht selbst etwas besser kennenlernen und einen Standpunkt entwickeln, der es Ihnen leichter machen kann, zum Zeitpunkt X aus Ihrem Herzen heraus stimmige Entscheidungen zu treffen.
Wer jemals Sterbende – Menschen oder Tiere – begleitet hat, durfte wahrscheinlich erfahren, dass zwischen tiefer Trauer und unerträglich scheinendem Schmerz Raum für sehr Bereicherndes entsteht. Und wir ganz wesentliche und intensive Momente der Liebe und Intimität erleben dürfen, die uns für immer verbinden.
Ich wünsche Ihnen viele gute Erkenntnisse beim Lesen dieses Buches und dass es Ihnen ein hilfreicher Begleiter sein möge. Trotz des schwierigen Themas wünsche ich Ihnen auch Freude beim Lesen und Bearbeiten. Vor allem aber wünsche ich Ihnen, Ihren Familien, den Tieren in Ihrem Haushalt und Ihren Hunden noch eine lange, gesunde, glückliche und bis zum letzten Augenblick wertvolle und bewusste Zeit miteinander.
„Wenn Liebe allein Dich retten könnte, würdest Du für immer leben.“
