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52 Wege, um einfacher, bewusster und glücklicher zu leben Lassen Sie sich überraschen, wie viel mehr Zeit, Geld und Zufriedenheit Ihnen ein minimalistischeres Leben schenken kann! Leiden Sie auch manchmal unter dem ständigen "zu viel": Zu viele Dinge, zu viele Termine, zu viel Unterhaltung, zu viel Information …? Christof Herrmann betreibt mit "Einfach bewußt" den meistgelesenen deutschsprachigen Blog zum Thema Minimalismus und setzt dies auch seit vielen Jahren mit großer Leidenschaft in seinem Alltag um. Hier verrät er Ihnen die 52 besten undeffektivsten Wege, um Ihr Leben zu entschleunigen, es leichter und nachhaltiger zu machen. Sie finden sofort umsetzbare Ideen für alleBereiche - etwa Haushalt & Garten, Hobby & Freizeit, Job & Karriere, Geld & Finanzen, Urlaub & Reisen, Ernährung & Gesundheit, Computer & Kommunikation … Probieren Sie jede Woche einen Impuls für sich aus, oder nehmen Sie sich gleich Ihre drängendsten Baustellen vor. Sie können sich aber auch ganz entspannt beim Blättern inspirieren lassen. Packen Sie es einfach an und machen Sie Ihr Leben ab heute ärmer an Ballast und reicher an Glücksgefühlen!
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© eBook: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2020
© Printausgabe: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2020
Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung und öffentliche Zugänglichmachung, auch auszugsweise, sowie die Verbreitung durch Film und Funk, Fernsehen und Internet, durch fotomechanische Wiedergabe, Tonträger und Datenverarbeitungssysteme jeder Art nur mit schriftlicher Zustimmung des Verlags.
Projektleitung: Reinhard Brendli
Lektorat: Ulrike Auras
Bildredaktion: Nele Schneidewind
Covergestaltung: independent Medien-Design, Horst Moser, München
eBook-Herstellung: Isabell Rid
ISBN 978-3-8338-7615-8
2. Auflage 2020
Bildnachweis
Coverabbildung: Stocksy
Fotos: Christof Herrmann, Florian Wittmann, iStockphoto, Stocksy
Syndication: www.seasons.agency
GuU 8-7615 10_2020_01
Aktualisierung 2020/001
Die GU-Homepage finden Sie im Internet unter www.gu.de
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Minimalistisch leben heißt Stress reduzieren und wertvolle Zeit gewinnen für die wirklich wichtigen Dinge im Leben – und ist im Hinblick auf Umwelt und Klima das Gebot der Stunde.
»Mangel und Überfluss lassen uns im Grunde gleich unbefriedigt. Das Unbehagen, welches unsere Wünsche uns bereiten, ist ähnlich dem, welches ihrer Erfüllung folgt.«
Michel de Montaigne
Der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten – aber nichts Richtiges zum Anziehen. Im Supermarkt stehen 17 verschiedene Himbeermarmeladen – nur keine aus der Region. Ein voller Terminkalender – das Leben ist trotzdem nicht erfüllt. Urlaub in Neapel oder in Nepal – oder doch lieber woanders? Immer mehr Kontakte auf Facebook & Co. – immer weniger Zeit für die echten Freunde. Zig Millionen Songs zum Streamen – aber keine Muße zum Musikhören.
Zu viele Gegenstände, zu viele Möglichkeiten, zu viele Pläne, zu viele Kontakte – zu viel von allem. Wir leben im Übermaß. Die große Auswahl, die ständige Reizüberflutung und die wachsende Komplexität des Alltags überfordern uns. Oft so sehr, dass wir uns gestresst, ausgelaugt oder fremdgesteuert fühlen. Ein glückliches, erfülltes Leben rückt in weite Ferne.
Die minimalistische Lebensweise setzt genau an diesem Zu-viel-von-allem an. Es geht darum, den Ballast ausfindig zu machen und diesen dann peu à peu dauerhaft loszuwerden. Jeder Mensch definiert Ballast unterschiedlich. Meist jedoch hat er mit materiellem Überfluss, unnötigen Aufgaben und negativen Beziehungen zu tun.
Beim Minimalismus gibt es keine festen Regeln. Du musst nicht ausmisten, bis Du nur noch 100 Gegenstände besitzt. Du musst Dich nicht von allem und allen zurückziehen. Du schaffst einfach nur Zeit und Raum für die Dinge, Aktivitäten und Menschen, die Dir wichtig sind. Du entscheidest also wieder selbst darüber, wie Du Dein Leben gestalten möchtest.
In den 240 Seiten dieses Buches stecken viele meiner Erfahrungen der letzten 14 Jahre. 2006 hatte ich nicht nur genügend, sondern genug. Genug vom Programmieren, vom Pendeln, von meiner vollgestopften Wohnung, von der Bewegungsarmut, vom ungesunden Essen, vom ganzen Trott des Alltags. Ich kündigte Job und Mietvertrag, verzichtete auf ein hohes Einkommen und gesellschaftliche Anerkennung und ging auf Radweltreise.
Alles, was ich für unterwegs brauchte, steckte in fünf Fahrradtaschen. Es fehlte mir an nichts. Ich fühlte mich so reich beschenkt wie nie zuvor. Beschenkt mit schönen Eindrücken, großer Gastfreundschaft und unvergesslichen Begegnungen.
Eineinhalb Jahre und 20 000 Kilometer später kam ich verändert zurück. Ich hatte den Minimalismus für mich entdeckt und wollte fortan auch daheim in Deutschland einfacher, bewusster und nachhaltiger leben. So kam es, dass sich mein Leben auf den Kopf gestellt hat. Ich verschenkte und verkaufte Tausende Gegenstände. Ich fand meine Berufung als Autor. Ich startete einen Blog (siehe >), der mittlerweile der meistgelesene deutschsprachige Minimalismus-Blog ist. Ich entdeckte außerdem das Fernwandern für mich und konzipierte die Alpenüberquerung Salzburg-Triest, das heißt, ich stellte die Route zusammen, habe sie im Lauf der Zeit immer weiter verbessert und einen Wanderführer dazu geschrieben. Ich stellte meine Ernährung auf vollwertig und rein pflanzlich um. Kurz und gut: Ich minimierte meinen ökologischen Fußabdruck und maximierte mein Wohlgefühl.
Dieser Ratgeber ist keine klassische Einführung in das Thema Minimalismus. Die 52 Kapitel im Hauptteil dieses Buches sind ein Potpourri an Ideen, wie Du Dein Leben in ganz unterschiedlichen Bereichen vereinfachen und vom Ballast befreien kannst. Ich gehe dabei nicht nur auf das Reduzieren von Gegenständen ein. Auch negative Gedanken, falsche Freunde, schlechte Gewohnheiten, ständige Erreichbarkeit, ein Übermaß an privaten Verpflichtungen, das immer schneller drehende Hamsterrad und anderes mehr sind wie geschaffen dafür, sie loszulassen.
»Und es gibt keine Größe, wo nicht Einfachheit, Güte und Wahrheit herrschen.«
Leo Tolstoi
»Weniger ist mehr«, lautet das bekannteste Motto der Minimalisten. Wovon Du weniger und wovon Du mehr haben willst, findest Du nur heraus, indem Du beginnst, einfacher zu leben. Du wirst dann aber sehr bald einige der zahlreichen Vorteile dieses Lifestyles kennenlernen.
Nach meiner mittlerweile langjährigen Erfahrung lassen sich die Vorteile einer vereinfachten Lebensweise und der entsprechenden inneren Einstellungen unter den folgenden acht Stichworten zusammenfassen. Sie betreffen alle Lebensbereiche und wirken sich positiv auf das psychische und physische Wohlbefinden aus.
Langsam statt schnell, leise statt laut, Singletasking statt Multitasking, offline statt online, Verwirklichung statt Bespaßung, Fahrradweg statt Autobahn, Slow Food statt Fast Food … Minimalisten zelebrieren den Gegenentwurf zur heutigen Schnelllebigkeit und Reizüberflutung. Wie zukunftsfähig das ist, zeigt die zunehmende Zahl an Menschen, die an Konzentrationsschwierigkeiten, Schlaflosigkeit, Tinnitus, Burn-out oder Depressionen leiden.
Wer sich vom überflüssigen Besitz und von sonstigem Ballast trennt, macht Platz und schafft Ordnung – in der Wohnung, im Leben und im Kopf. Die meisten Menschen empfinden bereits das äußere Loslassen als Befreiung und packen dann auch die innere Veränderung an.
Der beste Rat bei Geldsorgen und Schulden ist, weniger auszugeben, als man einnimmt. Minimalisten fällt das leicht. Sie leben nämlich unter ihren Verhältnissen und konsumieren mit Bedacht. Früher oder später führt die erhöhte Sparquote dann auch zu einer finanziellen Freiheit.
Minimalisten konsumieren und besitzen weniger, haben nicht so viele Termine und tanzen nicht auf allen Hochzeiten, um wertvolle Lebenszeit mit ihren Lieben und Leidenschaften verbringen zu können. Und nicht zuletzt, um ihre Energie in die Verwirklichung von Träumen zu stecken.
Die Fixierung auf Konsum und Kram ist oft Ausdruck innerer Leere. Ein einfaches Leben kann zu mehr Glück und Zufriedenheit führen, weil Wichtigeres als das Materielle im Mittelpunkt steht: Menschen, Umwelt, Gesundheit und die eigenen Leidenschaften.
Unser westlicher Lebensstil mit seinem gigantischen Ausmaß an Konsum, Energieverbrauch, Verzehr tierischer Produkte, Mobilität und Globalisierung hat dazu geführt, dass die Erde in einem desaströsen Zustand ist. Wir haben den Abgrund vor Augen und bleiben trotzdem auf dem Gaspedal. Ein einfaches Leben ist die Notbremse und ein Ausweg aus dem »Konsumpf« und aus dem Klimawandel. Es verbessert unseren ökologischen Fußabdruck in den Bereichen Wohnen, Konsum, Ernährung, Mobilität und Reisen.
Sind wir eigentlich noch frei? Oder sind wir fremdbestimmt und abhängig von Beruf, Besitz und Banken? Minimalisten befreien sich von äußeren Besitztümern, werden finanziell unabhängiger und lassen auch in anderen Lebensbereichen los. Dadurch werden sie freier und selbstbestimmter. Es fällt ihnen leichter, ihren eigenen Weg zu gehen.
Beim einfachen Leben geht es immer auch um Selbstsorge und darum, das richtige Maß zu finden. Minimalisten kennen ihre persönliche Balance aus Aktivität und Regeneration. Sie achten auf eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, guten Schlaf und einen achtsamen Geist.
Welche Vorteile Dich in den 52 Kapiteln ab > jeweils erwarten, wird Dir durch die folgenden kleinen Piktogramme über der Kapitelüberschrift angezeigt.
Weniger Stress – mehr Achtsamkeit
Weniger Chaos – mehr Platz und Ordnung
Weniger Geldsorgen – mehr finanzielle Möglichkeiten
Weniger Pflichten – mehr Lebenszeit
Weniger Unzufriedenheit – mehr Glück
Weniger Umweltbelastung – mehr Nachhaltigkeit
Weniger Fremdbestimmung – mehr Freiheit
Weniger Trägheit – mehr Gesundheit und Fitness
Es bleibt nun Dir überlassen, ob Du das Buch in einem Rutsch oder jede Woche ein Kapitel, von vorne bis hinten oder je nach Interessenlage kreuz und quer liest. An manchen Stellen verweise ich auf andere Kapitel, sodass Du verwandte Themen leicht auffinden kannst. Dabei hilft Dir auch das Stichwortverzeichnis am Ende des Buches. Weiterführende Links und Bücher sowie die Möglichkeit, mich zu kontaktieren, findest Du > bis >. Du kannst mir gerne berichten, wie es Dir auf Deinem Weg zu weniger Haben und mehr Sein ergangen ist. Ich freue mich auch über Lob und Verbesserungsvorschläge.
Ich wünsche Dir viel Vergnügen mit meinem Buch und viel Erfolg mit Deinem ganz persönlichen Minimalismus-Projekt.
»EINFACH SEIN«
Der Liedermacher und Kabarettist Willy Astor hat 2016 einen Song veröffentlicht, der sehr gut zu diesem Buch passt. In seinem Song »Einfach sein« heißt es: »Der Keller, die Wohnung – alles voll Zeugs. Ich steh davor und beäugs. Ist das der Wohlstand, den ich unbedingt brauch? Fragst du dich so was auch?« und »Augen zu haben fürs Abendrot, und gute Freunde in der Not. Ja das klingt einfach, ist aber wahr, einfach unbezahlbar.«
Es gibt viele Möglichkeiten, sich von Ballast und Chaos zu befreien, Klarheit ins Leben zu bringen und so immer unabhängiger und selbstbestimmter zu werden. Pack es einfach an.
»Das Aussortieren des Unwesentlichen ist der Kern aller Lebensweisheit.«
Laozi
Der naheliegendste und wohl schnellste Weg, zu etwas mehr Einfachheit im Leben zu kommen, ist, sich nur mit solchen Dingen zu umgeben, die Freude bereiten und die auch wirklich verwendet werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten auszumisten. Wenn es gründlich sein soll und nicht schnell gehen muss, empfehle ich Dir die Tabula-rasa-Methode (siehe Kapitel 5 >).
Du kannst aber auch klein anfangen und immer mal wieder zwischendurch ausmisten, zum Beispiel, wenn Du auf Besuch oder einen Anruf wartest. Für die folgenden Bereiche Deines persönlichen Eigentums benötigst Du nicht mehr als eine Viertelstunde. Lass Dich davon ermutigen, weitere Ecken, Winkel, Regale oder Behältnisse übersichtlicher zu gestalten.
Einsame Socken, denen der Partner abhanden gekommen ist, entsorgst Du, ohne mit der Wimper zu zucken. Die mit Löchern ebenfalls, es sei denn Du kannst sie stopfen (lassen). Wo Du schon mal dabei bist, dürfen auch die Socken gehen, die Du nie anhast.
Gehe Deine Schuhe durch und sortiere alle Paare aus, die Du seit zwei Jahren oder gar noch länger (für Fortgeschrittene: seit einem Jahr) nicht mehr getragen hast. Ich spende Schuhe immer an lokale soziale Einrichtungen.
Das Schlafzimmer soll Entspannung, Erholung und Intimität fördern. Unruhe und Übermaß sind da fehl am Platz. Wenn Du anhand dieser Gedanken Dein Bett, das Nachtkästchen und den umliegenden Bereich umgestaltest, wird das die Stimmung und Atmosphäre positiv verändern. So kannst Du zu einem gesunden und erholsamen Nachtschlaf beitragen.
Alles, was Du hier auf Anhieb loslassen kannst: abgelaufene Medikamente (die übrigens ohnehin nicht ins Bad gehören wegen der Feuchtigkeit), Kosmetik mit besorgniserregenden Inhaltsstoffen, den dritten Bademantel und das vierte Saunatuch, Düfte, die Du eigentlich nicht magst, sowie Artikel, die Du nie verwendest. Wenn Du den verbleibenden Rest dann nach und nach aufbrauchst, finden sich bald nur noch Lieblingsteile in Deinem neuen Wohlfühlbad (siehe Kapitel 24 >).
Alles, was nicht mehr genießbar ist, kommt in den (Bio-)Müll. Alles, was Du nicht magst oder in zu großen Mengen vorrätig hast, verteilst Du an Nachbarn, Freunde und Foodsharing. Wenn Du die nächsten Male kochst, verwendest Du möglichst viele der übrigen Lebensmittel – vor allem diejenigen, die nicht mehr lange haltbar sind. So verschaffst Du Dir wieder einen Überblick über Deine Vorräte, und Du sparst Platz, Geld und Umweltressourcen.
Schaffst Du es, 15 Dekorationsartikel oder Wohnaccessoires in 15 Minuten auszusortieren? Der Gewinn: Weniger Deko bedeutet mehr Wertschätzung für das, was bleiben darf.
Eine kleine Privatbibliothek mit Lieblingsbüchern und oft genutzten Nachschlagewerken ist etwas Feines. Deine Sammlung wird übersichtlicher und wertvoller, wenn Du Dich von den Exemplaren trennst, die Du kein zweites Mal liest oder die Dich nicht mehr interessieren. So bekommst Du schnell zwei Jutebeutel voll.
Alle Ausgaben, die älter als ein Jahr sind, fliegen in den Papierkorb. Vom Rest behältst Du lediglich einen Stapel mit einer maximalen Höhe von zehn Zentimetern. Der kommt auf den Couchtisch und wird in den nächsten Tagen »abgearbeitet«. Überlege Dir bei der Gelegenheit, welche der Abos Du kündigen möchtest. Wirklich interessante Ausgaben kannst Du am Kiosk kaufen oder in der Bücherei ausleihen.
Die Sammlung an Kulis, Bleistiften, Filzern, Buntstiften, Füllfederhaltern und Textmarkern ist in vielen Haushalten erstaunlich, und das obwohl wir ja immer weniger per Hand schreiben. Eine 15-Minuten-Inventur geht hier so: Alle Stifte in der Wohnung zusammentragen und dann die aussortieren, die nicht mehr funktionieren oder mit denen Du ungern schreibst.
Du wirst staunen, was alles zum Vorschein kommt, wenn Du den Inhalt Deines Geldbeutels vor Dir ausbreitest – und wie viel davon Du entsorgen kannst: alte Kassenzettel, Eintrittskarten, Bustickets, Visitenkarten von Menschen, an die Du Dich nicht mehr erinnerst. Trenne Dich bei der Gelegenheit auch von den Kundenkarten, die Du nicht verwendest.
In manchen Haushalten wird das Leergut gehortet, als wäre das »voll gut«. In meiner Küche stehen zwei Tragetaschen, in denen ich Altglas und Pfandflaschen sammle. Wenn die Taschen voll sind, spaziere ich damit zum Altglascontainer und zur Pfandrückgabe.
Räume den Innenraum und den Kofferraum Deines Autos auf. Alles, was dort nicht hingehört (beliebt sind zum Beispiel leere Flaschen und Tüten, Parktickets, Werbung, Schuhe, benutzte Sportsachen), kommt an den dafür vorgesehenen Platz. Müll wird entsorgt.
»Der kürzeste Weg, um vieles zu erledigen, ist, immer nur eine Sache zu machen.«
Samuel Smiles
Möchtest Du Stress reduzieren, produktiver sein und mehr freie Zeit haben? Dann musst Du Dir »nur« das heute sehr geschätzte Multitasking abgewöhnen und fortan Singletasking betreiben. Unter Multitasking versteht man das gleichzeitige oder parallele Erledigen zweier oder mehrerer Aufgaben, Singletasking bedeutet dagegen, eine Aufgabe nach der anderen zu bearbeiten.
Wir Menschen sind in der Lage, zwei Tätigkeiten auf einmal zu verrichten – aber nur solange eine davon automatisch im Hintergrund abläuft: Wir können gehen und uns unterhalten, Kaugummi kauen und bügeln, Tee trinken und einen Film schauen. Wir versuchen jedoch auf der Arbeit wie in der Freizeit auch komplexe Aufgaben im Multitasking zu bewältigen. Kein Wunder, irgendwer oder irgendwas buhlt ja fast immer um unsere Aufmerksamkeit: das Smartphone oder das E-Mail-Programm, die To-do- oder die Einkaufsliste, Kolleginnen, Freunde oder Familie, Meetings oder Verabredungen und nicht zu vergessen die 10 000 Gegenstände, die ein Bundesbürger im Schnitt besitzt. Forscher der University of California fanden heraus, dass Büroangestellte im Durchschnitt 37-mal pro Stunde das Fenster ihres Computers wechselten, um E-Mails zu checken oder ein anders Programm aufzurufen.
Dieser Lebensstil, der »way of life« des modernen Menschen, ist aber nicht der einzige Grund, warum wir das tun und uns das antun. Wir glauben auch, im Multitasking effektiver und effizienter zu leben. Und wir hoffen, dass wir damit die Angst, etwas zu verpassen, eindämmen können.
